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Rezensionen verfasst von
D. Otte "erdmaennchen sonnenschein" (Düsseldorf)
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Aljoscha der Idiot
Aljoscha der Idiot
von Christian Erdmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,90

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastisch!, 24. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Aljoscha der Idiot (Taschenbuch)
Eine kurze klärende Aussage vorweg: anders als der nickname vermuten lässt, ist der Autor dieser Rezension in keiner Weise mit dem Autor des besprochenen Romanes verwandt oder verschwägert.

So, jetzt aber zum Roman: Dieser ist auf vielerlei Weise phantastisch (mit "ph"). Eigentlich ist die Story ja eher gewöhnlich, mag im Alltag tausendmal vorkommen: Mann ist mit Frau zusammen, verliebt sich aber in eine andere Frau. Wird dadurch aus seinem Alltagsstrudel gerissen, fängt an, sich über sich und sein Leben Gedanken zu machen... Typische Midlife-Crisis, etwas verfrüht vielleicht, mag man sich denken. Phantastisch ist, was Christian Erdmann aus dieser Geschichte macht. Wir erleben den Protagonisten so hautnah, dass wir mit ihm fühlen. Wir verlieben uns ebenfalls in die "Katzenmenschenfürstin", die sein Leben durcheinander bringt, wir zittern, ob sie sich für uns entscheiden mag oder nicht. An anderer Stelle dagegen rufen wir Aljoscha zu: "Bleib bei deiner langjährigen Liebe, sie ist doch viel eher für Dich geeignet" und denken "Du Idiot" - ganz im Sinne des Titels. Kurzum, dieser Roman lässt uns einfach nicht kalt. Denn Christian Erdmann versteht es einfach auf fantastische Art und Weise (jetzt mit "f") die Gefühle, die Aljoscha empfindet, in Worte zu fassen, etwa, wenn er Aljoscha in ein Selbstgespräch mit "Wehmut" verwickelt. Oder wenn Aljoscha darüber sinniert, ob sich die Sonne wohl ausschließlich um die Katzenfrau drehen mag und Zusammenhänge herstellt, die so eigentlich nie bestehen könnten. Dank der Referenzen an diverse Popmusiker, Philosophen und Poeten wissen wir zudem: in jedem gewöhnlichen Drama eines gewöhnlichen jungen Mannes steckt ein Teil des großen Weltendramas. Und wie großartig erst der Schluss ist - wird hier nicht verraten.

Und wer diesen Roman nicht mag - nun ja, der war vermutlich noch nie richtig verliebt.


Hausarztzentrierte Versorgung: Ein Beitrag zum Spannungsverhältnis zwischen optimierter medizinischer Versorgung und Wirtschaftlichkeit am Beispiel der hausarztzentrierten Versorgung
Hausarztzentrierte Versorgung: Ein Beitrag zum Spannungsverhältnis zwischen optimierter medizinischer Versorgung und Wirtschaftlichkeit am Beispiel der hausarztzentrierten Versorgung
von Thomas Schulteis
  Taschenbuch
Preis: EUR 52,00

5.0 von 5 Sternen Ein Schlag in das juristische Gestrüpp der Gesundheitsversorgung..., 19. März 2009
Die vielfältigen Vorstöße des Gesetzgebers, das deutsche Gesundheitswesen zu modernisieren, stoßen in der breiten Öffentlichkeit immer wieder auf lebhaftes Interesse. Nicht zu Unrecht, handelt es sich doch um ein jeden Bürger unmittelbar betreffendes Fachgebiet. Dabei drängt sich jedoch auch dem unbefangenen Außenstehenden teilweise der Eindruck auf, nicht jeder der deutschen Volksvertreter wisse genau, welche komplexen Rechtsbeziehungen sich hinter Schlagwörtern wie "Kopfpauschale" oder "Bürgerversicherung" sowie dem steten Rufen nach "mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem" verbergen. Licht ins Dunkel bringt die vorliegende Arbeit von Dr. Thomas Schulteis, die das Modell der hausarztzentrierten Versorgung, ein Kernelement des GKV-Modernisierungsgesetzes 2004 (Neuregelungen des SGB V), einer umfassenden Analyse aus Sicht der Patienten, Krankenkassen, Haus- und Fachärzte unterzieht.
Die Monographie zeigt zunächst Motive und Ursachen für das gesetzgeberische Schaffen auf und erläutert das Modell hausarztzentrierter Versorgung. Es geht hierbei - grob gesagt - um eine freiwillige Verpflichtung des Versicherten, sich für den Zeitraum von zunächst einem Jahr fachärztliche Leistungen nur auf Anweisung eines von ihm ausgewählten Hausarzt (welcher nicht zwingend Facharzt für Allgemeinmedizin sein muss) in Anspruch zu nehmen. Der Hausarzt soll somit eine Lotsenfunktion einnehmen, die fachärztliche Betreuung, die der Patient erhält, durch ihn abgestimmt werden. Schulteis analysiert sodann die einzelnen im Modell der hausärztlichen Versorgung entstehenden Rechtsbeziehungen sowie die sich aus diesen ergebenen Ansprüche. Hierbei macht er auf Widersprüche der Rechtsprechung durch ordentliche und Sozialgerichte aufmerksam und unterbreitet Vorschläge zur Auflösung solcher Widersprüche. Besonders hervorzuheben ist, dass Schulteis es nicht dabei belässt, die Rechtsbeziehungen im Einzelnen zu erörtern, sondern Konsequenzen für die Versorgung und die finanzielle Belastung des Versicherten ebenso einbezieht wie zu erwartende Auswirkungen auf die Ärzteschaft. Die Arbeit wird somit nicht nur zum Handbuch für betroffene Ärzte und Patienten, sondern vermag das Werk des Gesetzgebers an seinen Zielen zu messen.
In einem abschließenden Resumé zieht Schulteis ein ernüchterndes Fazit: Weder für den Patienten, noch für teilnehmende Hausärzte, Fachärzte oder die Krankenkassen ist durch die neue Gesetzeslage eine Verbesserung der Malaise des deutschen Staatsgesundheitswesen anzunehmen. Das gesetzgeberische Ziel - die Kosten der Betreuung bei gleichbleibender Qualität zu senken - wurde bislang nicht erreicht. In diesem Ergebnis befindet sich Schulteis im Einklang mit einer kürzlich erschienenen Studie der Bertelsmann Stiftung (Vgl. Medical Tribune vom 18.01.08). Dagegen wurden bereits Befürchtungen laut, die hausarztzentrierte Versorgung könne demnächst statt Kosten im Gesundheitswesen einzusparen demnächst Kosten in einer anderen Branche produzieren - der ordentlichen und der Sozialgerichtsbarkeit. Denn langwierige Prozesse um die Modernisierungen des SGB V drohen. Schulteis' Werk dürfte in diesen Verfahren grundlegende Bedeutung zukommen.


Lovetune for Vacuum
Lovetune for Vacuum
Preis: EUR 16,34

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ..., 17. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Lovetune for Vacuum (Audio CD)
Wie klingt die Finsternis? Wie schmeckt die Bettdecke, wenn der Kopf zu schwach ist, um darunter hervorzulugen? Wer steht Dir bei, wenn der Rest gegangen sind? Wie ist es ganz unten, mit halb gebrochenem Genick, nach dem großen Sturz? Wo geht es hin, wenn auf ein dehnendes "Please help me" keine Antwort mehr kommt?
Wir wissen nicht, ob Anja Plaschg aus der Steiermark eine schwere Außenseiterkindheit hatte oder ob sie die Anregungen zu ihrer Musik nur aus ihrer Phantasie ziehen kann. "Lovetune for Vacuum", das Debutalbum von Plaschgs Ein-Frau-Projekt Soap & Skin gibt jedenfalls die Antwort auf die oben gestellten Fragen. Schwer klingt das Piano in "Sleep", als ob sie jedem einzelnen Ton einen Fünf-Zentner-Eisenklotz angehangen hätte. "Thanatos" ist ein einziger Fluch und "Spinacle" ist die Säge, die Dir den Magen aufschlitzt. Here is no why. Hier ist nur Schwere, ist Tristesse, ist Traurigkeit. Irgendjemand hat den Vergleich zu Sophie Hunger gezogen. Doch Sophies Musik ist in ihrer Melancholie immer noch leicht, taugt fast zur Freude. Anjas Klänge sind so beschaffen, dass sie es Dir schwer machen, vom Sofa aufzustehen. Und doch ist nicht alles grausam: So wie sie den Hörer zu deprimieren vermag, so baut sie ihn auf, schimmert als einziges Licht in der Finsternis, schwach zwar, aber spürbar, merklich. Wenn wir fest zusammenrücken, können wir uns auch in der Kälte wärmen.
"Lovetune for Vacuum" ist bestimmt nicht das depressivste Album der Weltgeschichte - dieser Platz sei einem x-beliebigen Black Metal Album vorbehalten. Aber es ist vielleicht das persönlichste. Und das schwärzeste seit "Closer" von Joy Division. Wir hoffen, dass Anja Plaschg persönlich fröhlicher ist als Ian Curtis. Auf dem Cover erinnert sie ein wenig an das "Mädchen mit dem Perlenohrring". Dessen Geschichte ging ja bekanntlich gut aus.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 22, 2009 10:37 PM CET


Give Me Fire
Give Me Fire
Preis: EUR 25,41

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stadionrock, 9. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Give Me Fire (Audio CD)
Wenn eine Band, von deren Frühwerk man einmal begeistert war und der man auch heute noch mehr zuneigend als ablehnend gegenübersteht, plötzlich die Nummer 1 der Album-Verkaufscharts wird, ist man ja doch etwas neugierig. Und auch wenn das Indie-Engelchen im Herzen "Ausverkauf!!!" brüllt, lockt das Teufelchen mit "Hör doch mal rein" und hält schon den Apfel "Dance With Somebody" als Köder bereit. Der Abräumer jeder Après-Ski-Party täuscht jedoch: Mando Diao streben mit ihrem neuen Album "Give Me Fire" keinesfalls Richtung Disco; die Reise geht vielmehr zum Stadionrock. Nach dem Garagenlärm von "Ode to Ochrasy" und dem misslungenen Folkexperiment "Never Seen the Light of Day" ist nun die große Geste gefragt. Man höre nur "Gloria", das ab sofort "To China With Love" als besten Mando-Song ablöst. Hier kulminiert alles Schaffen und Björn Dixgard röhrt und schraubt sich perfekt nach oben. Auch "Maybe Just Sad" und der Titeltrack gehen in diese Richtung, wobei man Björn für sein sehr gekonntes "Baby, Baby" loben sollte. Auch ansonsten gefällt die sozusagen erste Seite mit dem geheimnisvollen "High Heels" und der gewohnt-gekonnten Motown-meets-British-Invasion-Hommage "Mean Street". In der zweiten Hälfte geht jedoch der Kurs etwas verloren, sei es beim überlangen "Crystal", das nach einer Kinks-Reunion-Platte klingt oder beim blasphemischen "Come On, Come On", das derart dreist bei den Beatles abkupfert, dass man sofort das Original einschieben möchte. "Go Out Tonight" bietet neben einem pubertären Text auch eine ganz nette Melodie im Refrain und "You Got Nothing On Me" sollte wohl der Aggro-Rocker werden. Zum Glück schließt die Platte standesgemäß mit der Hymne "The Shining", bevor man sich auf die Suche nach dem HiddenTrack machen darf.


We All Belong
We All Belong
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 4,71

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisch!, 8. März 2008
Rezension bezieht sich auf: We All Belong (Audio CD)
Wahnsinn, was für ein fantastisches Album! Eines von denen, welches Dich von dem Boden, auf dem Du stehst, hinwegzieht, durch die Lüfte wirbelt um Dich mit perfekter Landung in eine neue Welt zu bringen! Wow!

Der kurze Opener "Old News" verspricht schon Großartiges - falls mit alten Neuigkeiten hier die Musik in der Tradition bester 60er-Bands (Kinks, Byrds, Dylan) gemeint ist, sehr gerne! "My Old Ways" mit wunderbarem Piano-Intro, ist der erste große Hit in einer Serie fantastischer Songs. So eingängig, daß man spätestens beim dritten Mal mitsingt, dabei aber keinesfalls billig und einfach verstrickt. "Keep a Friend" ist der schwächste Song (trotzdem gut), "The Girl" öffnet dem versierten Hörer dann aber endgültig einen neuen Himmel musikalischer Möglichkeiten: Zunächst Schlagzeugintro und mehrfaches Einzählen, danach ein psychadelischer Gesang über eine Rhythmussektion, wie ich sie lange nicht gehört habe. Der Refrain in Triolen, bevor der Gesang endgültig abhebt. Und erst das Outro! Ein ganzer Sternenhimmel tut sich auf und der Hörer fühlt sich wie in einer Rakete direkt dorthin. Dieser Song ist der verdammte Hammer, nach dem ich ewig gesucht habe. "Alaska" beginnt wie ein Song von Wilco, ohne dabei aber wie Tweedys Mannen sich aufs Schöne - und leider auch manchmal Belanglose - zu beschränken, nein, auch dieser Song erreicht in der Mitte etwas unglaublich Zwingendes. "Weekend" unterstreicht einmal mehr die Harmoniefreudigkeit dieser Jungs. "Ain't It Strange" wiederum ist nicht umsonst als Single ausgekoppelt worden: Wieder ein fantastischer Sixties-Song (ich höre Anleihen bei "In My Life"), der zunächst zwei Strophen nett vor sich hinläuft, aber dann auch seine unerwartete Wendung nimmt. Auch hier ist die letzte Minute die stärkste. "Worst Trip" ist ein Lustspiel, "The Way the Lazy Do" eine herrliche Romanze mit der Bohemie. In der letzten Strophe erreicht dieser Song einen kaum beschreibbaren Höhepunkt: Den Hörer zuckt's, schüttelt's, er strahlt, lacht und kann kaum fassen, was er gerade hört. "Die Die Die" schlägt hingegen in eine ganz andere Kerbe, der einzige Song, der etwas düsteres hat. "We All Belong" schließt das Album furios ab - und läßt den glücklichsten Hörer seit Jahren zurück.

"Is this the worst trip that you've ever belong?" heißt es in "Worst Trip". Nein, Jungs, dies ist der beste Trip auf dem wir seit langem waren. Dieses Album malt ein Gemälde in hellsten, strahlendsten Farben. Hier ist jeder Song zwingend, jeder schüttelt den Hörer durch und weckt schönste Assoziationen. Nach meiner persönlichen Wertung muß man nach dem oben geschriebenen wohl kaum noch fragen. Der "Rolling Stone All Album Guide" sagt, die Höchstnote erhalten Alben, die das Leben der Hörer verändern könnten. "We All Belong" hat mir das Gefühl gegeben, aus meinen Händen könnten Sterne entspringen.


Cassadaga
Cassadaga
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 8,05

11 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das gute Amerika!, 9. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Cassadaga (Audio CD)
Was macht man eigentlich, wenn man als eine der größten Hoffnungen der modernen Musik gefeiert wird, im Alter von 25 Jahren gleich zwei Alben veröffentlicht hat, die von Kritikern und Fans gleichermaßen geliebt wurden und sich nun an das Nachfolgerwerk setzt? Conor Oberst hat etwas getan, was auf ein ungeheures Selbstbewußtsein hindeutet: An den Beginn des neuesten Bright Eyes Platte setzt er den Schlußakkord eines der berühmtesten und einflußreichsten Alben der Musikgeschichte, Sgt. Pepper's Lonely Heart's Club Band. Als wolle er uns anzeigen, seht her, hier geht es weiter, hier kommt das Sgt. Pepper's des neuen Jahrtausends. Und im Folgenden beweist Conor Oberst, daß er tatsächlich die Qualität hat, um mit Berechtigung ein solches Zitat seines neuesten Werkes zu stellen. Zwar wartet "Cassadaga" nicht mit einer vergleichbaren Innovation auf wie damals Sgt. Pepper's, auch einen Summer of Love wird es vielleicht nicht einläuten können, aber wie der viel gerühmte Vorgänger vereint auch dieses Album alle Qualitäten seines Erschaffers und viele der zeitgenössischen Musik in sich. Man hat Conor Oberst gerne mit Bob Dylan verglichen, nach "I'm Wide Awake...". Das ist natürlich Blödsinn, auch wenn Oberst Wurzeln im Folk - viel mehr allerdings im Country - haben mag. Seine Songs sind wesentlich eingängiger als die des großen Verweigerers. Aber Oberst kann für seine Generation eine ähnliche Sprecherfunktion einnehmen. Und kaum einer drückt heute so gut aus, was die Generation Stage diesseits und jenseits des Atlantiks denkt.

"Cassadaga" ist ein Album geworden, daß uns den Glauben an das gute Amerika wiedergeben kann. Nicht dieses der Klimasünder, der Kriegstreiber, der Bushes und Cheneys. Sondern jenes der unglaublichen Weite, Offenheit und Freundlichkeit. Es ist mehr geworden als Musik. Die steht so oder so über jeden Zweifel erhaben. Ja, Conor Oberst hat uns wieder um das große Lagerfeuer versammelt...


Waterloo To Anywhere
Waterloo To Anywhere
Wird angeboten von musicwebshop
Preis: EUR 5,50

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Feeding up the Zombies, 3. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Waterloo To Anywhere (Audio CD)
Wir kennen sie alle, die Geschichte von den "likely lads", die Anfang des Jahrtausends auszogen, um der Welt zu beweisen, daß Rock nicht nur nicht tot ist, sondern in seiner Reinform immer noch von der britischen Insel stammt. Was daraus geworden ist, wissen wir auch und nun bekommen wir auch das musikalische Ergebnis der Trennung geliefert. Mit Carl Barât hat sich nun auch der zweite Libertine an den Start gemacht, die großartigste Band des jungen Jahrzehntes zu beerben. Das Resultat? Nun, auf "Waterloo to Anywhere" befinden sich drei großartige Songs. Das ist mehr als "Down in Albion" zu bieten hat, denn letzteres enthält zwar viele großartige Einfälle und Skizzen, aber eben keinen ausgereiften Song. "Waterloo" beginnt hingegen extrem stark, mit drei Punkrockknallern erster Güte, von denen "Bang Bang You're Dead" der beste ist. Danach geht es leider nicht mehr auf gleichem Level weiter. Zwar rocken auch die weiteren 8 Songs standesgemäß und im hohen Tempo weiter, doch es fehlt die Genialität, die ein Album wie "Up the Bracket" zu dem machte, was es ist. Es fehlt halt: Pete Doherty. Und schnell wird klar, wofür wer bei den Libertines zuständig war. Carl ist ein solider Punk-Handwerker, er kann auf hohem Niveau und bei hohem Tempo sehr gute Arbeit abliefern, ihm mangelt es jedoch an den großartigen melodiösen Einfällen von Pete. Letzterem mangelt es halt leider vollkommen an Disziplin. Und so haben wir nun zwei Bands, die beide nicht über den Trennungsschmerz hinweghelfen und wir haben die Erinnerung an bessere Zeiten, an "the good old days".


Ode to Ochrasy
Ode to Ochrasy
Preis: EUR 4,79

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Talent Borrows, Genius Steals?, 3. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Ode to Ochrasy (Audio CD)
Jetzt geht es wieder los: Musikjournalisten, die vor eineinhalb Jahren "Hurricane Bar" lobten, erklären die Scheibe kurzerhand zum Flop, und küren stattdessen "Ode to Ochrasy" zum Nonplusultra des Post-Libertines-Rock. Doch auch ich muß mich korrigieren: Anders als manch anderer habe ich "Hurricane Bar" in den Himmel gelobt, und heute muß ich sagen, daß "Ode to Ochrasy" tatsächlich gut ist, vielleicht auch besser als "Hurricane Bar", aber Meisterwerke sind beide nicht.

Denn Mando Diao sind - und das bleibt ihr Hauptproblem - kein Original, sie sind eine Kopie, allerdings eine Kopie von unglaublich vielem und das macht sie dann doch interessant. Vor allem aber sind sie eine Kopie der Libertines und ihrer zwei Köpfe Barât/Doherty, auch wenn sie sich vielleicht gar nicht als solche empfinden. Aber es fängt schon beim Titel an. "Ode to Ochrasy" - klingt das nicht wie "Down in Albion" von Dohertys Babyshambles? Leider sind Mando Diao nur halb so glaubwürdig wie ihre britischen Vorgänger, wenn Björn Dixgard "I was down in Amsterdam, almost at myself to death" singt, dann klingt das halt eben doch nur nach einem durchschnittlichen Kater. Wie hoch ist dagegen Dohertys Credibility auf "Fuck Forever"! Die zweite Kopiervorlage bieten Oasis, insbesondere Noel Gallagher, den Dixgard auf dem Titeltrack imitiert. Und schließlich die Beatles, doch hier mögen wir nachsichtig sein, denn die kopiert schließlich jeder. Obwohl es fast niemand so dreist tut wie Gustaf Noren am Anfang von "TV & me".

Leider werden Mando Diao aber vor allem auch zu einer Kopie ihrer selbst. Denn auch wenn sich auf "Ochrasy" einiges gegenüber den Vorgängeralben getan hat - die Zwischenspiele am Klavier, die Bläser auf "Killer Kapczynski", der Swing von "Good Morning Herr Horst" - letztendlich laden doch viel zu viele der Songs zum Mitsingen eines älteren ein. Hier nur ein paar Beispiele: "Killer Kapczynski" = "Down in the Past"; "Tony Zoulias" = "God Knows", "The Wildfire" = "You Can't Steal My Love". Bester Track des neuen Album ist daher auch "Amsterdam" (trotz des lächerlichen Textes, aber auf diese sollte man bei Mando Diao eh nur bedingt achten), der mit seinem diabolischen Grundrhythmus wirklich etwas Neues schafft.

Dennoch: Mando Diao bleiben Genies, sie sind Meister darin, Rockhymnen, die Jungs und Mädels gleichzeitig mitreißen können, zu schreiben. Jeder der Songs hat Hitpotential, jeder begeistert und jeder läßt über sein schwaches Fundament hinwegsehen. Und auch wenn Mando Diao leider die arroganteste Jungband im Geschäft sind, sie verdienen Anerkennung für ihre Songs, zumindest solange es nichts besseres gibt.


Hurricane Bar
Hurricane Bar
Preis: EUR 7,79

23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Album der Stunde!, 11. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Hurricane Bar (Audio CD)
The Strokes? Langweilig! The Hives? Viel zu großkotzig, dabei klingt doch jedes Album wie der Vorgänger. The Killers? Kitschig! The Libertines? Ja, natürlich, grandios, aber leider schon so gut wie tot. Nein, Mando Diao aus Schweden sind DIE Band der Stunde. Und "Hurricane Bar" ist hierfür der Beweis. Es gibt zur Zeit wohl kein aktuelles Album, das dermaßen rockt, Körper bewegen kann, Stimmung auf jede gute Party bringt wie es dieses Album kann. Gleich die ersten vier Tracks sind genial: "Cut the rope" erklärt gleich in 1:49 min., wo der Hammer hängt, anschließend rockt "God knows" mit herrlichem Doppelgesang Gustaf/Björn los. Die Single-Auskopplung "Down in the past" ist der beste Track unter an sich gleichen. Doch auch was danach kommt, kann sich durchaus sehen lassen, vergleiche nur "If I Leave You" oder "White Wall".
Eine ähnliche Harmonie unter allen Musikern erlebt man aktuell nur noch bei den Libertines, tja, und die sind leider schon fast am Ende. Ansonsten muss man schon länger zurückgehen in der Musikgeschichte und zwar eigentlich fast bis zu den alten Beatles zurück, um zu erleben, wie sich Stimmen ineinander schlingen, Harmonien rocken und die Energie den Raum zum Überkochen bringt. Ja, Mando Diao ist das gelungen, was viele Bands einfach nur versuchen können: Ein wirklich geniales, großes Rock'n'Roll Album aus dem Ärmel zu schütteln. Mit "Hurricane Bar" haben sie ihren Platz in jeder Best-of 2005 Liste sicher...


Damals Hinterm Mond
Damals Hinterm Mond
Preis: EUR 11,49

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahr und gut und schön..., 8. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Damals Hinterm Mond (Audio CD)
"Der Mann vom Gericht" auf ihrem Vorgängeralbum "The ballad of Jimmy and Johnny" hatte schon angedeutet, wohin die Richtung gehen könnte, jetzt kam die klare Weichenstellung. Sven Regener und seine Mitstreiter musizierten nicht mehr auf Englisch, sondern auf Deutsch. Doch nicht nur in dieser Hinsicht, auch musikalisch stellt "Damals hinterm Mond" eine echte Neuorientierung dar. Erstmals finden wir hier das Orchestrale, das später "Weißes Papier" zum größten Album deutscher Rockgeschichte machte: Hier ein Akkordeon, dort eine Posaune, ein anderes Mal mit Cello, dazu immer Sven Regeners brilliante Trompete. Jakob Ilja mit seiner zurückhaltenden Gitarre, Vetos eigensinniges Bassspiel und Richard Pappiks geniales Schlagzeug tun das ihrige dazu.
Was wir hören, ist feinster deutscher Rock: "Blaulicht und Zwielicht" ist die Hymne für die gestörte Beziehung, "Geh doch hin" bissig wie selten, ebenso "Mach das Licht aus, wenn Du gehst" Höhepunkt des Albums: "Rein gar nichts", ein Song, der wie kaum ein anderer der Elements eine richtig hoffnungsfrohe Stimmung kreiert, in Moll, freilich, und wunderschön... Schließlich der Abgesang "Vier Stunden vor Elbe", danach wird der Hörer mit dem Instrumental "Carla" langsam verlassen - allein, aber glücklich.


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