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Rezensionen verfasst von
derruckersfelder
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Grimms Märchen. Vollständige Ausgabe
Grimms Märchen. Vollständige Ausgabe
von Jacob Grimm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Standardwerk, 5. November 2015
Grimms Märchen gehören für mich genauso wie der Duden und die Lutherische Bibelübersetzung (egal ob man Christ ist oder nicht) zu den Standardwerken für alle die sich mit der deutschen Sprache beschäftigen. Die Geschichten von Grimms Märchen sind außerdem allgemeines Kulturgut und viele Redewendungen befinden sich ähnlich wie aus der Bibel (zumeist unbewusst) immer noch im Sprachgebrauch.

Die von den Brüdern Grimm gesammelten und niedergeschriebenen Kinder- und Hausmärchen erschienen erstmalig 1812 und dann noch weitere Märchen 1815. Zu Lebzeiten der Brüder wurden diese dann immer wieder erweitert, andere wurden entfernt (da sie teilweise anderen Ursprungs waren, z.B. ist Der Gestiefelte Kater nur in der ersten Ausgabe und heute noch in manchen Anhängen zu finden) und es gab viele Überarbeitungen.
Obwohl die Sprache teilweise etwas veraltet und umständlich klingt, ist sie doch zumeist gut verständlich. Ein paar Märchen sind auch in den den Brüdern überlieferten Dialekten abgedruckt, was ich spannend finde.

Die meisten Märchen sind nur ein paar Seiten lang. Nicht alle sind für Kinder geeignet.

Die Schrift der vollständigen Ausgabe aus dem Anaconda Verlag hat eine gut lesbare Größe. Dazu gibt es noch die erstmalig 1906 mit den Märchen erschienen 444 Illustrationen von Otto Ubbelohde. Das alphabetisch geordnete Inhaltsverzeichnis erleichtert das Auffinden der einzelnen Märchen auch immens.

Als sehr gelungen empfinde ich es auch, dass den Märchen ein Brief, eine Vorrede und Anmerkungen der Brüder zu einzelnen Auflagen vorangestellt wurden, aus denen sich u.a. ergibt wie es zu dieser Sammlung, den Erweiterungen und Veränderungen sowie den Märchen in Dialekten kam. Wer es diesbezüglich noch ausführlicher haben will, sei auf die Ausgabe letzter Hand in 3 Bänden mit Anmerkungen der Brüder verwiesen.
Am besten noch Andersens Märchen (u.a. Die Schneekönigin, Die Prinzessin Auf Der Erbse, Die Kleine Meerjungfrau) und Weils Übersetzung der Märchen aus 1001 Nacht dazukaufen und man hat den Großteil der bekanntesten Märchen zusammen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 6, 2015 6:46 PM CET


Die Klassiker - Der Struwwelpeter, Max und Moritz und die Struwwelliese mit Hör - CD
Die Klassiker - Der Struwwelpeter, Max und Moritz und die Struwwelliese mit Hör - CD
von Heinrich Hoffmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 4,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 3 Buchklassiker mit Zeichnungen+ CD, 3. November 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Drei Klassiker in einem Buch zusammengefasst und das alles für nur knapp 5 Euro. Alle drei Bücher enthalten auch die bekannten Zeichnungen.
Zur Struwwelliese sei angemerkt, dass das nicht das Buch von Cilly Schmitt-Teichmann aus dem Jahr 1950 ist, sondern das ältere Buch von Dr. Julius Lüthje von 1890 in der Neubearbeitung von Matthias Färber.

Für kleinere Kinder sind die Bücher meines Erachtens zur alleinigen Lektüre völlig ungeeignet. Speziell die Folgen des “Fehlverhaltens“ und die Bestrafungen (z.B. Abschneiden des Daumens, brennendes Kind, Schläge etc.) im Struwwelpeter und in der Struwwelliese könnten verschreckend wirken, wozu noch die drastischen Darstellungen der Bilder beitragen. Max und Moritz (Achtung Spoiler) erleben auch nicht gerade ein Happy-End.

Trotzdem sind alle drei Bücher Klassiker der deutschen Literatur, wobei “Max und Moritz“ auch noch als Vorläufer des Comics gilt. Die Bücher müssen aber alle in Bezug auf ihren Entstehungszeitpunkt gesehen werden. Mit heutigen Maßstäben der Erziehung hat das wenig zu tun. Daher bedarf es doch einigen Erklärungen gegenüber Kindern bei der hoffentlich gemeinsamen Lektüre mit Erwachsenen. Aber insofern ist auch der Großteil von Grimms Märchen für kleine Kinder ungeeignet. Andererseits kann auch nicht alles glücklich wie in einer Disney-Adaption enden.

Auf der beiliegenden CD wird in einer Stunde alles vorgelesen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 13, 2016 10:52 AM CET


In My Lifetime
In My Lifetime

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prächtig ausgestattetes Boxset bis zum Jahr 1996, 1. November 2015
Rezension bezieht sich auf: In My Lifetime (Audio CD)
Seit den 90ern hat das Werk von Neil Diamond eine gewisse Renaissance erfahren, nachdem man ihn in den 80ern eigentlich nicht cool finden durfte. Dazu trugen vor allem einige Cover-Versionen und die Verwendung einiger seiner Songs in Soundtracks (z.B. Girl You'll Be A Woman Soon in Pulp Fiction) bei. Außerdem hat der Mann sich seit dem neuen Jahrtausend wieder mehr auf seine Wurzeln besonnen und mit 12 Songs, Home Before Dark und Melody Road ordentliche Alben veröffentlicht.

Das 3-CD-Boxset In My Lifetime erschien 1996 und fasst die Zeit von den späten 50ern bis in die mittleren 90er größtenteils chronologisch zusammen. So gibt es hier klanglich gut aufgearbeitet seine bekanntesten Hits und Songs zusammengefasst. Insgesamt 71 Songs, wovon damals 16 Songs unveröffentlicht waren, bei einer Laufzeit von 229 Minuten. Auf Live-Versionen wurde bis auf Dry Your Eyes von The Bands Last Waltz verzichtet. CD 1 bietet größtenteils Mono-Aufnahmen.

In My Lifetime ist zudem eine labelübergreifende Compilation mit den Originalversionen seiner Songs. Auf vielen anderen Zusammenstellungen von bestimmten Labels vermisste man dagegen immer den einen oder anderen bekannten Song oder es wurde wegen fehlender Rechte auf aktuellere Live-Versionen zurückgegriffen.

Seinen Durchbruch feierte Diamond 1966 mit Songs wie Solitary Man und Cherry Cherry. Als Songwriter lieferte er fast zeitgleich mit I'm A Believer (hier in seiner eigenen Version) auch einen der größten Hits der Monkees und wer kennt nicht UB 40s Version von Red Red Wine aus den 80ern. Bis Anfang der 80er folgte Hit auf Hit. Das fängt hier mit Solitary Man an und hört mit Heartlight von 1982 (sein letzter Top 10 Hit) auf. Dazwischen hatte er über 30 Hits wie Kentucky Woman (auch von Deep Purple gecovert), Sweet Caroline, Cracklin' Rosie, I Am ... I Said, Song Sung Blue, Beautiful Noise oder Forever In Blue Jeans, um nur ein paar zu nennen.

Diamonds Musik ist ziemlich zeitlos geraten. Produktionstechnisch fallen da eigentlich nur die 80er etwas negativ auf. Sonst hat er sich selten musikalischen Modeströmungen unterworfen und zumeist sein eigenes Ding durchgezogen. So richtig reingepasst hat er nirgendwo.

In My Lifetime enthält mit Schnulzen wie z.B. You Don't Bring Me Flowers mit Barbara Streisand auch einige Songs die nicht ganz nach meinem Geschmack sind. Darüber kann ich aber wegen der ganzen Gassenhauer sowie persönlichen Highlights wie Shilo und den produktionstechnisch total abgefahrenen und spannend aufgebauten Soolaimon und Crunchy Granola Suite hinwegsehen.

Von der Ausstattung und der Optik ist das Boxset auch sehr gelungen. Das Booklet der Longbox (es gibt auch kleinere Versionen des Sets) bietet neben vielen Fotos auch einen langen Text über Diamonds Karriere, Produktionsnotizen, eine Album-Diskographie, Chart-Platzierungen der Singles sowie persönliche Anmerkungen Diamonds zu jedem Song. Viel besser geht es eigentlich nicht.

Fazit:
Ein sehr empfehlenswertes Boxset mit vielen Hits, insgesamt sehr gut ausgestattet und vom Klang top. Seine wesentlichen Songs bis in die 90er gibt es sonst nirgendwo besser zusammengefasst. Die zeitlich umfassendste Zusammenstellung ist derzeit die Doppel-CD All-Time Greatest Hits mit 42 Tracks von 2014 die auch ein paar der jüngeren Titel bringt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 3, 2015 10:07 AM CET


Peel Slowly and See
Peel Slowly and See
Wird angeboten von hardliner-music
Preis: EUR 37,59

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über 6 Stunden Musik, die 4 Alben inkl. + viele Bonustracks, 31. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Peel Slowly and See (Audio CD)
Als dieses Boxset 1995 erschien, war das Teil eine kleine Sensation, da es die 4 regulären Alben der Band mit vielen Bonustracks und noch eine CD mit frühen Demos bot. Insgesamt 74 Tracks, wovon 25 Songs bis dahin unveröffentlicht waren. Dazu war die Musik von The Velvet Underground auch zum ersten Mal vernünftig remastert worden. Vom dritten selbstbetitelten Album bietet das Boxset aber nicht den bekannten Mix von Val Valentin, sondern den Closet Mix von Reed. Letzterer bietet eine andere Raumverteilung der Instrumente und teilweise auch kürzere Laufzeiten der Songs. Von daher ist es vielleicht ratsam, auch wenn man dieses Boxset sein Eigen nennen sollte, sich noch zusätzlich das normale CD-Remaster dieses Albums zu besorgen.

Mittlerweile gibt es diese 4 Alben bei Bedarf auch alle in teuren Super-Duper-Multi-CD-Deluxe-Ausgaben, die für den Fan bestimmt der heilige Gral sein mögen. Für mich als VU-Gelegenheitshörer ist dieses Boxset mit seinem schon ziemlich üppigen Bonusmaterial und über 6 Stunden Laufzeit fast zu viel.

Die 4 Alben sind musikalisch recht unterschiedlich. Das Debüt mit Nico ist der Klassiker und bietet die meisten bekannten Songs. White Light/White Heat ist dagegen rockiger, Velvet Underground ziemlich ruhig, melancholisch, reduziert und eher meditativ. Der Abschluss Loaded (mit Doug Yule und ohne John Cale) ist mit seiner Mischung aus Rock, Folk und etwas Country im Vergleich zu seinen Vorgängern fast schon kommerziell geraten.

Vom Klang wurde von Bob Ludwig für das Jahr 1995 das Maximale aus den eher primitiven Aufnahmen herausgeholt. Speziell das zweite Album White Light/White Heat klingt sehr roh und so als habe man die Band mit einem Mikro aus dem Nachbarraum aufgenommen. Aber das ist egal, schließlich ist der Einfluss der Band für nachkommende Musiker aus den unterschiedlichsten Genres immer noch ungebrochen und selbst dieser Garagensound wurde später von vielen Alternativ-Bands nachgeahmt.

Optisch ist die große Box mit 5 Jewelcases und einem dicken 88-seitigen herausnehmbaren Buch mit vielen Fotos und einem langen informativen Text über die Karriere der Band auch ein Hingucker. Das Sahnehäubchen ist dabei noch der an das erste Album angelehnte abziehbare Bananen-Sticker.

Fazit:
Wenn man alle 4 regulären Alben dieser wegweisenden Band mit viel Bonus und einem Buch in einem schönen Set zusammen haben will, dann ist Peel Slowly And See eine Anschaffung wert. Häufig gibt es das Boxset bei verschiedenen Anbietern neu für um die 30 Euro und damit nicht viel teurer als die 4 einzelnen Alben, die ohne jeglichen Bonus daherkommen. Wem das alles zu viel oder zu teuer ist, dem bietet die günstige Compilation Gold auf 2 CDs auch einen guten Einstieg in das Werk der Band.


You'Re Gonna Get It (Rmst)
You'Re Gonna Get It (Rmst)
Wird angeboten von ZOverstocksDE
Preis: EUR 3,96

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zweites Album mit ein paar New Wave Anleihen, 31. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: You'Re Gonna Get It (Rmst) (Audio CD)
You're Gonna Get It ist das zweite Album von Tom Petty & The Heartbreakers und stammt aus dem Jahr 1978.

You're Gonna Get klingt im Vergleich zum Debüt weniger nach amerikanischen Roots-Rock. Hier gibt es dafür ein paar New Wave Anleihen die teilweise ein wenig wie frühe Cars (z.B. der Titelsong) klingen. Die Arrangements und Produktion sind größtenteils sehr reduziert. Das ist alles sehr durchschaubar und klingt sehr warm.
Mit I Need To Know bietet das Album einen guten Rocker mit Tendenz zum New Wave. Too Much Ain't Enough ist das schnellste Stück des Albums mit einem Shuffle-Beat. Hervorzuheben sind noch das akustische an späte 60er angelehnte No Second Thoughts, bei dem eigentlich nur noch der Einsatz einer Sitar fehlt. Der Opener When The Time Comes ist auch sehr melodisch und mit Listen To Your Heart gibt es nach American Girl die zweite große Verbeugung vor The Byrds mit Rickenbacker Sound. Zum Abschluss kommt dann mit Baby's A Rock 'N Roller eine Art Glam Rock mit Unruhe im Hintergrund zum Vortrag.

Das Remaster von Joe Gastwirt aus dem Jahr 2002 klingt in meinen Ohren gut. Das Booklet bietet eine 3-seitige Einleitung zum Album von Bill Flanagan, die Songtexte und Produktionsnotizen. Die CD ist eine HDCD, die auch auf jedem normalen Player abgespielt werden kann.

Fazit:
Insgesamt ist das Songwriting noch nicht ganz so ausgereift wie auf den Alben ab Damn The Torpedoes. Die Musik ist etwas ruppiger als später und die Band noch musikalisch in ihrer Selbstfindungsphase. Mit knapp unter 30 Minuten ist das Ganze ähnlich wie das Debüt sehr kurz ausgefallen und die Songs bewegen alle um die 3 Minuten oder sogar darunter. Viele Füller gibt es nicht. 4 Sterne sind in der Bewertung drin.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 2, 2015 11:24 AM CET


Duke (Remastered / Hybrid-SACD + DVD)
Duke (Remastered / Hybrid-SACD + DVD)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Album des Umbruchs von 1980, 31. Oktober 2015
Duke aus dem Jahr 1980 ist das zweite Genesis-Album in der Trio-Besetzung Banks/Collins/Rutherford. Es war ihr erstes Nr. 1-Album in ihrer Heimat.

Das Album schlägt eine Brücke zwischen den 70ern und 80ern. So richtig poppig ist Duke noch nicht geraten. Da kann man höchstens Collins Solo-Komposition Misunderstanding anführen, die sich auch gut in den amerikanischen Singles-Charts behaupten konnte. Mit Please Don't Ask und Alone Again gibt es dazu noch zwei ruhigere Songs. Ersterer hätte besser auf Collins' Solo-Album Face Value gepasst. Mit den Banks-Songs Heathaze und Cul-De-Sac konnte ich noch nie etwas anfangen. Beide klingen so als wären sie noch von den 3 Vorgängeralben übrig geblieben.

Der Rest ist gut gelungen und es ist sehr bedauerlich, dass die Band die Duke-Suite auf dem Album nicht so präsentiert hat wie später in ihren Live-Shows. Diese bietet nämlich einen tollen Spannungsbogen, bei der sich Instrumental-Passagen, Arrangements und Melodien wiederholen. Dazu muss man sich Behind The Lines, Duchess, Guide Vocal, Turn It On Again, Duke's Travels und Duke's End hintereinander programmieren. Höhepunkt des Albums ist, wenn Duke's Travels die Melodie von Guide Vocal aufnimmt.
Sehr gut gefällt mir auch noch das mit wuchtigen Drums aufgepeppte Man Of Our Times von Rutherford.

Auffällig an Duke ist der deutlich verschlankte Sound. Das Album hat schon leichte New Wave Anklänge und bis auf Duke's Travels gibt es kaum ausgeprägte Soloexkursionen. Dafür gibt es erste Experimente mit Drum-Machines.

Mit dem Stereo-Remix/Remaster von 2007 kann ich mich wegen der Dynamikkompression und der teilweise anderen Betonung der Instrumente bis heute nicht anfreunden. Diesbezüglich bevorzuge ich das Original auf Vinyl oder das Definitive Edition Remaster aus den 90ern. Der Surround-Mix der DVD kommt dafür aber gut rüber. Neben Interviews und Videoclips gibt es dort noch einen Auszug vom Lyceum Konzert 1980 in guter Tonqualität und (im Vergleich zur DVD Live In London) verbesserter Bildqualität.

Fazit:
Ähnlich wie Abacab, aber noch nicht so extrem, ist Duke ein Album des Umbruchs. Es gibt noch einige Verweise auf die 70er, die 80er machen sich aber schon bemerkbar. Nicht alles funktioniert, aber die Duke-Suite, Man Of Our Times und das kommerzielle Misunderstanding gefallen mir immer noch gut, der Remix und das Remastering von 2007 dagegen weniger. 4 Sterne sind drin.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 11, 2015 4:23 PM CET


Get Up
Get Up
Preis: EUR 7,97

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Typische Jeff Lynne Produktion, eigentlich eine EP, 25. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Get Up (Audio CD)
Nachdem ich mit Bryan Adams' Output in diesem Jahrtausend nicht mehr viel anfangen konnte, war ich doch sehr gespannt auf sein neues Album, da er hier wieder mit seinem alten Songwritingpartner Jim Vallance (Cuts Like A Knife, Reckless, Into The Fire) zusammengearbeitet hat und Jeff Lynne die Produktion übernahm.

Vor allem Lynne hat dem Album maßgeblich seinen Stempel aufgedrückt. Um auch diesem Album etwas abzugewinnen, ist es daher von Vorteil, wenn man dessen Arbeit zu schätzen weiß. Hier hört sich vieles nach E.L.O. und noch mehr nach seinen Produktionen für andere Künstler Ende der 80er bis Anfang der 90er an. Speziell fallen mir da die Traveling Wilburys, Tom Pettys Alben Full Moon Fever und Into The Great Wide Open, George Harrisons Cloud Nine und Roy Orbison ein. Das ist einerseits alles wunderbar altmodisch mit den typischen Mitteln Lynnes produziert, andererseits wirkt das dadurch aber auch sehr klischeehaft bzw. vertraut und man wartet die ganze Zeit vergeblich darauf, dass Tom Petty (Yesterday Was Just A Dream), Roy Orbison (We Did It All) oder Lynne (Do What You Gotta Do) etc. selbst singen. Bryan Adams wirkt ein wenig wie ein Gast auf seinem eigenen Album. Der typischste Adams Song ist noch Go Down Rockin'.

Trotzdem macht das Album auch irgendwie Spaß. Langeweile kommt bei den 9 zwischen etwas über 2 und 3,5 Minuten kurzen Songs (plus 4 Akustik-Versionen) zumindest kaum auf. Mancher Song hätte trotzdem etwas länger ausfallen können. Immerhin rockt das Album wieder mehr, aber nicht unbedingt hart. Die sonst so zuckrigen Balladen sind hier nicht ganz so süß und deutlich in der Minderheit. Dazu ist die Produktion nicht auf modern getrimmt und ein jüngeres Publikum wird anscheinend auch nicht mehr umgarnt.
Nur von Kreativität ist hier weit und breit nichts zu spüren. Da war eher Recycling angesagt. Von daher bin ich etwas zwiegespalten, ob ich das gut oder schlecht finden soll.

Fazit:
Zum Glück mag ich Jeff Lynne und seine Produktionen. Hier gibt es diesbezüglich einige Deja-Vus und auch manche Klischees. Für kurzweilige Unterhaltung ist das Album gut. Trotzdem hätten Musik und Produktion etwas origineller ausfallen können. Zwei Songs mehr hätten es gerne sein dürfen. Als Experiment lasse ich das Album durchgehen. Aber mit 25 Minuten neuer Musik und nur 9 Tracks (ohne Bonus-Tracks) ist das Album eigentlich eine EP und hätte als solche auch deklariert und preislich günstiger eingestuft werden müssen. Durch die 4 Bonus-Tracks mit alternativen Akustik-Versionen wird die Sache nur künstlich zu einem Album aufgeblasen. Mehr als 9 neue Songs werden es dadurch auch nicht. Von daher nur 3 Sterne.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2015 6:36 PM CET


Fly Like An Eagle (Rem.+Bonus)
Fly Like An Eagle (Rem.+Bonus)
Preis: EUR 15,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Album-Klassiker mit üppigem Bonus, 23. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fly Like An Eagle (Rem.+Bonus) (Audio CD)
Ob Fly Like An Eage aus dem Jahr 1976 das beste Album der Steve Miller Band ist, lasse ich einmal dahingestellt. Zumindest dürfte es so ziemlich das erfolgreichste Studio-Album gewesen sein und hat mit dem Titelsong, Wild Mountain High, Dance Dance Dance, Take The Money And Run, Serenade sowie Rock'N Me die größte Hitdichte. Musikalisch ist das Album auch sehr abwechslungsreich geraten. Die Band vermischt groovigen Spacerock (der Titelsong), mit Country, Blues, Jazz, Folk, Pop etc..

Die 30th Anniversary Edition im Digipack (zumindest in der US-Version, zu erkennen an der goldenen Schrift und Capitol Label) bietet neben dem luftig remasterten Album noch 3 Demo-Versionen als Bonustracks.
Das Highlight ist aber die Bonus-DVD mit dem kompletten Album im Surroundmix, der sehr ansprechend detailliert mit guter Instrumentenverteilung auf alle 5 Boxen rüberkommt. Der Mix ist auch nicht zu effekthascherrisch.
Dazu gibt es noch ein über 2-stündiges Konzert von 2005 (in Stereo und 5.1). Die Band war gut aufgelegt, Miller aber stimmlich nicht mehr so ganz auf der Höhe, was aber durch den Backinggesang oft kaschiert wird. Das Bild ist speziell in den dunklen Passagen nicht so prickelnd. Als Bonus geht das Konzert aber von der Qualität und mangels großer Alternativen in Ordnung.
Weiterhin gibt es noch ein halbstündiges Interview mit Miller. Da erklärt er u.a., dass Fly Like An Eagle und der Nachfolger Book Of Dreams gleichzeitig entstanden.
Die DVD meiner US-Version lässt sich problemlos von meinem Player mit europäischen Ländercode abspielen. Sie scheint ohne speziellen Ländercode (All Regions) zu sein.
Das Booklet bietet noch ein mehrseitiges Essay, aber leider keine Songtexte.

Fazit:
Mit dem kompletten Album, 3 Bonustracks, Konzert-DVD, Surroundmix und ausführlichem Interview ist die 30th Anniversary Edition ein nahezu perfektes Gesamtpaket dieses Albumklassikers. Viel besser kann man das nicht machen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 26, 2015 4:13 PM CET


Past Masters (Remastered)
Past Masters (Remastered)
Preis: EUR 20,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Rest, 20. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Past Masters (Remastered) (Audio CD)
Im Zuge der Erstveröffentlichung des Beatles-Katalogs auf CD im Jahre 1987 wurden die Alben weltweit vereinheitlicht. So gab es z.B. vorher zwischen den britischen und amerikanischen Alben erhebliche Unterschiede und das nicht nur von den Songs, sondern auch von den Namen. Da die Beatles einige Songs nur auf Singles gepackt hatten oder die Single-Versionen teilweise von den Album-Versionen abwichen (z.B. Love Me Do, Get Back, Let It Be) fehlte da immer noch Einiges was auf den Alben nicht mitveröffentlicht wurde. Diese Lücke schloss Past Masters 1988 auf zwei einzeln zu erwerbenden CDs. Mit Past Masters und den restlichen Alben erhielt man dann soweit alle damals veröffentlichten Beatles-Songs bzw. Versionen.
Weiterhin wurden das rote und blaue Best Of Album erst 1993 auf CD veröffentlicht. Daher war das eigentliche Rest Of von Past Masters zunächst so etwas wie ein heimliches Best Of Album der Beatles, da es doch viele der bekanntesten Hits der Band enthielt.

An der zwangsläufigen und chronologischen Songauswahl auf Past Masters gibt es wenig auszusetzen. Etwas schwierig empfand ich immer die zeitliche Lücke zwischen den Singles Paperback Writer / Rain und Lady Madonna. Hier fehlt komplett das Jahr 1967 mit den Songs seiner Singles wie Strawberry Fields Forever, Penny Lane, All You Need Is Love oder Hello Goodbye. Das wurde damit begründet, dass man das US-Album Magical Mystery Tour jetzt international auf CD veröffentlicht habe bzw. dem Katalog zurechne und dort diese Songs zu finden seien. Trotzdem wirkt diese Lücke etwas unnatürlich auf mich. Gerne hätte ich hier auch noch die Version von A Day In The Life vom blauen Album mit dem anderen Intro drauf gehabt.

Sehr lobenswert ist aber, dass es die Past Masters im Vergleich zur Erstveröffentlichung mittlerweile als Doppel-CD zu kaufen gibt. Das Booklet gibt sehr ausführlich Auskunft über die Songs. Das 2009er Remaster ist überhaupt wie alle in dieser Serie sehr gelungen. Von der Verpackung in den Papphüllen bin ich bis heute kein Fan. Speziell CD 1 (genauso beim White Album) ist hier nur sehr schwierig aus der Hülle zu bekommen.

Fazit:
Die Past Masters sind eine der wichtigsten Veröffentlichungen der Beatles, da es viele Songs bzw. Hits nur hier zu hören gibt, wenn man nicht gerade im Besitz von der Compilation 1, dem Roten oder Blauen Album ist. Es kann nur die Höchstwertung geben.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 24, 2015 10:11 AM MEST


Let It Be...Naked
Let It Be...Naked
Wird angeboten von hifi-max
Preis: EUR 12,22

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Näher am ursprünglichen Konzept, 18. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Let It Be...Naked (Audio CD)
Im Falle von Let It Be ist die Geschichte des Albums fast interessanter als Musik darauf. Es sollte 1970 als letztes Album der Band veröffentlicht werden, obwohl der Vorgänger Abbey Road eigentlich (dazu später mehr) die letzten Aufnahmen der Band enthält.

Das Konzept von Let It Be sollte sein, dass sich die Band bei der Entstehung eines neuen Albums filmen lassen und abschließend die neuen Songs bei einem Konzert präsentieren wollte. Die Musik sollte mehr back to the roots sein, d.h. sie wollten live im Studio ohne Overdubs aufnehmen, weswegen auch Billy Preston als Keyboarder dazugeholt wurde. Irgendwie war man wegen der eisigen Stimmung im Studio und unter den Bandmitgliedern (u.a. war McCartneys Führungsstil für Harrison kaum zu ertragen) nicht so zufrieden mit dem Ergebnis und legte das Projekt auf Eis. Es erschien von den Sessions zunächst nur die Single Get Back/Don't Let Me Down. Mit dem guten Willen es besser zu machen ging die Band wieder mit George Martin ins Studio und nahm Abbey Road auf. Irgendwann kam dann erst Phil Spector ins Spiel, der das Album mit Overdubs von Orchester, Chören etc. zukleisterte. So gibt es teilweise eklatante Unterschiede zwischen den Versionen der Songs auf dem Album und den Singles. McCartney war mit Spectors Arbeit überhaupt nicht zufrieden, weswegen dann Jahrzehnte später Let It Be Naked erschien.

Unter all diesen Umständen ist Let It Be trotzdem ein ordentliches aber auch kurzes Album geworden, das ich mir zumindest in seiner Naked Version ohne die Overdubs, Quatsch-Zwischenstücke wie Dig It/Maggie Mae und mit Don't Let Me Down gerne anhöre. Auch ist hier die ursprüngliche Version von Harrisons I Me Mine zu hören, das Spector für das 1970er Album einfach verlängerte. I Me Mine sollte die letzte gemeinsame (aber ohne Lennon) Aufnahme der Beatles sein und stammt von Januar 1970.
Ein paar Klassiker hat das Album immerhin zu bieten. Allen voran McCartneys Balladen Let It Be und The Long And Winding Road und sein Shuffle-Rocker Get Back. I've Got A Feeling rockt auch gut. Two Of Us singen McCartney und Lennon wunderbar im Duett.
Lennon hatte mit Dig A Pony und der Ausgrabung von One After 909 aus der Beatles-Frühzeit nicht wirklich viel im Gepäck. Dazu stammte die Aufnahme von Across The Universe laut den Liner Notes von Past Pasters sogar schon von Anfang 1968. Da ist es umso ärgerlicher, dass es mit Don't Let Me Down sein bester Beatles-Song aus dieser Zeit nur auf die B-Seite der Get Back-Single schaffte. Das wurde auf Let It Be Naked zumindest korrigiert.
Harrisons Songs I Me Mine und For You Blue sind ganz ordentlich geraten.

Seltsam an Let It Be Naked ist, dass die Songs hierfür teilweise aus verschiedenen Takes zusammengeschnitten wurden und ein paar Overdubs bieten, was dem ursprünglichen Anliegen entgegenläuft. Dazu habe ich mich mittlerweile so an die Produktion von Spector gewöhnt, dass ich seine zusätzlichen Arrangements doch etwas vermisse oder teilweise dazu denke.
Das Cover von Naked ist ganz fürchterlich geraten.

Fazit:
Ein Meisterwerk ist Let It Be nicht gerade, aber doch ein mehr als solides Album. Dazu kommt die Naked-Version mit den schlanken Arrangements dem ursprünglichen Konzept näher als das 1970er Album. Hits und bekannte Songs hat das Album auch genug. Gute 4 Sterne sind drin.
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 22, 2015 11:05 PM MEST


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