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Beiträge von Ulrich Bettermann
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Rezensionen verfasst von
Ulrich Bettermann "Ichbins44"

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One Heart
One Heart
Wird angeboten von A ENTERTAINMENT
Preis: EUR 7,48

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Stimme an viele belanglose Standardsongs verschenkt, 25. März 2003
Rezension bezieht sich auf: One Heart (Audio CD)
Guten Tag, liebe Celine Dion-Fans, near, far, wherever you are...
Mit einem schwungvollen Popsong beginnt Celine Dions neues Album. Wem "I Drove All Night" bekannt vorkommt und wer an Roy Orbison denkt, liegt gar nicht so falsch. Für den wurde der Titel zwar seinerzeit geschrieben, zuerst veröffentlicht hat ihn aber Cyndi Lauper. Celine Dions stimmgewaltige Version gefällt mir, lediglich der künstlich klingende Humpta- Rhythmus wirkt wie ein Fremdkörper.
Mit einer Dancenummer, "Love Is All we Need" betitelt, geht es weiter. Nichts Neues, Songs in diesem Stil haben wir zuletzt viel zu oft gehört: könnte auch von Sarah Connor sein, den No Angels oder (um bei hiesigen Künstlern zu bleiben) Bro'Sis.
"Faith" ist eine etwas ruhigere Nummer, etwas oberhalb des Balladentempos. Gefällig produziert, angenehm zu hören, aber kein auffälliger Hit.
Dann die erste richtige Ballade: "In His Touch". Tja... singen kann Frau Dion zweifellos. Musikalisch finde ich den Titel aber ein wenig, wie soll ich sagen... "belanglos".
"One Heart" ist ein kleiner Popsong mit schrecklichem Bums-Klatsch-Rhythmus, zudem einfallslos produziert und ohne einen echten Höhepunkt, also z.B. einem zündenden Refrain.
"Stand By Your Side" ist dann wieder ein sehr ruhiges Stück mit Hang zum Pathos, überschreitet die Schwelle zum Kitsch aber knapp nicht.
Die Halbzeit haben wir mit "Naked" erreicht. Das Stück ist etwas zu sehr mit Chorgesang zugedeckt, offenbar, weil die Melodie sonst den Titel nicht über die Zeit trägt.
"Sorry For Love" ist die dritte Ballade, diesmal mit orchestralem Streicherklang. Sauber gesungen, aber leider in meinen Ohren kein Hit. Dazu fehlt einfach eine wirklich tolle Melodie. Dieses Stück ist zu sehr Standardware.
Na gut, dann gleich mal zur nächsten Ballade: "Have You Ever Been In Love" ist wohl eher eine rethorische Frage. Wer Celine Dion mag, wird dieses Stück lieben. Für meinen Geschmack hangelt sich die Melodie aber etwas zu sehr an Bekanntem entlang.
Mein Gott, Leute: Das Rad erfindet Celine wirklich nicht neu!
Zur Abwechslung dann mal eine Ballade... nein, doch nicht! "Reveal" rappelt sich zum Midtempo-Popsong. Der ist abwechslungsreich und durchaus gelungen, wenn man mal vom - bereits öfter erwähnten - einfallslosen "Schlagzeugeinsatz" absieht. Trotzdem ist es eines der besten Stücke der CD.
Gut geht es weiter: In Richtung Elektropop gerät "Coulda Woulda Shoulda", es ist ein netter Song, der gute Laune verbreitet.
"Forget Me Not" ist ebenfalls gut: ein unangestrengter Popsong, locker produziert, sparsam instrumentiert. Hier kommt Celines Stimme gut rüber. Die dezenten Background-Vocals nehmen die Keyboardmelodie schön auf.
Es folgt die obligatorische Pianoballade "I Know What Love Is". Dass sich ab dem zweiten Drittel Streicher dazugesellen, war ja so sicher wie das Amen in der Kirche! Trotzdem ein schöner Song.
Ruhig, aber nicht so schwülstig, klingt die CD mit "Je t'aime encore" aus. Die akustische Begleitung passt gut zu dem Lied, der "lautere" Schluss wäre gar nicht nötig gewesen.
Fazit: eine CD, die Fans wahrscheinlich gefallen wird. Celine Dions Stimme ist über alle Zweifel erhaben, aber über die Songauswahl kann man streiten, denn nicht jedes Stück ist ein Knaller. Viele Standard-Pop-Songs aus der "Liga" unterhalb des Niveaus von Celine sind drin. Naja, sagen wir mal: Wer den Vorgänger mochte, kann hier "blind" zuschlagen (aber nicht taub...).


Drachenpiloten. Roman. ( Fantasy).
Drachenpiloten. Roman. ( Fantasy).
von Keith Roberts
  Broschiert

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bezaubernde "Fantasy", ganz toll geschrieben, 23. März 2003
Das nennt man einen informativen Klappentext!
"Zu welchem Roman mag er gehören?", fragt sich der Leser des Buches unwillkürlich. "Und wie ist es dem Texter dennoch gelungen, die Pointe des vorliegenden Werkes zu verraten?"
Wieder einmal geht der Verlag sehr lieblos mit einem Buch um; zum unpassenden Umschlagtext kommt in diesem Falle ein von der Stimmung her unpassendes und nach meinem Geschmack häßliches Titelbild.
Und das ärgert mich, denn "Drachenpiloten" ist wirklich ein ungewöhnliches und lesenswertes Buch. Viele Leute beurteilen ein Buch nach wie vor nach dem Cover (wir alle natürlich ausgenommen) und werden dieses hier - meinem Empfinden nach - eher liegenlassen.
In schnöder Regelmäßigkeit erscheinen in Deutschland alle Jubeljahre mal "leicht verspätete" Übersetzungen der Romane und Erzählungen des Briten Keith Roberts - ein Umstand, der ihn nicht gerade bekannt gemacht hat. Viele werden sich allenfalls an "Pavane" (Heyne SF Bibliothek 38, 1984; im Jahre 1977 bereits unter dem Titel "Die folgenschwere Ermordung Ihrer Majestät Königin Elisabeth I.", Heyne 3527, erschienen), einen Alternativweltroman, erinnern. Nun gehört Roberts, der auch als Illustrator tätig ist, auch nicht zu den Vielschreibern, jenen also, die jedes Jahr einen dicken Wälzer abliefern. Im Grunde hat er sogar eine leichte Abneigung gegenüber längeren Texten, was ihn zwangsläufig in die Fänge einer Art von "Episodenroman" trieb.
Wie dem auch sei, "Drachenpiloten" handelt natürlich von Drachenreitern. Allerdings ganz und gar nicht von denen, an die manche jetzt denken werden. Der Originaltitel ("Kiteworld") verrät, daß es sich um jene Gebilde handelt, die wir als Kinder, über Stoppelfelder rennend, durch die Lüfte gelenkt haben.
"Drachenpiloten" ist in einem Land angesiedelt, das von Meeren und dem sogenannten "Ödland" umgeben ist. Seine Bewohner kennen nichts anderes, denn die umliegenden Gebiete, die vor langer Zeit verwüstet und zerstört wurden, sind unerforscht und - so nimmt man an - voller Gefahren. Das Land ist so etwas wie eine Insel in einem Meer des Unbekannten und von der Größe her vielleicht - und sicherlich nicht zufällig - mit England zu vergleichen. Die Technik entspricht ungefähr derjenigen der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts, allerdings mit einigen wesentlichen Ausnahmen: so gibt es keine größere Industrie und es gibt keine Flugzeuge! Die Lebensweise ist geruhsam und die Hauptstadt der "Mittelland-Region" wäre in unseren Augen eher eine Kleinstadt. Dieser mittelalterlich - nostalgische Hauch mag den Verlag bewogen haben, das Buch als "Fantasy" einzustufen (Im besten Falle! Im Schlechtesten hat man nur auf den Titel "Drachen-sonstwas" gesehen...).
Das Leben ist geprägt von zwei Religionen, die sich allerdings nur in der verschiedenen Interpretation bestimmter Sachverhalte unterscheiden: Beide gehen davon aus, daß jenseits der bekannten Welt Dämonen lauern, unheimliche Wesen, die aus der Luft oder dem Wasser die heimatliche Welt angreifen und unterjochen wollen. Niemand hat diese Dämonen je gesehen, aber es gibt kaum jemanden, der nicht beschwören könnte, eine Person zu kennen, die erst kürzlich einen bösen Geist abgewehrt hätte.
Und so wird die Welt rund um die Uhr von Drachenpiloten bewacht, mutigen Männern, die in winzigen Gondeln in gigantischen Höhen von einigen hundert Metern schweben, von riesigen Lenk-, Flug- und Steuerdrachen in der Luft gehalten. Der Dienst im Drachenkorps ist eine heilige Aufgabe, und diese ist miltärisch organisiert.
Roboters gelingt es, diese ironische Allegorie in einen verzaubernden, märchenhaft - träumerischen Rahmen zu stellen. Allein die Entdeckung seiner Welt mit all den ausgesponnenen Feinheiten und irrwitzigen Details macht das Buch zu einem besonderen Lesevergnügen. Auch wenn sich darin der Erzählfluß manchmal etwas verliert.
In acht mehr oder minder zusammenhängenden Geschichten berichtet Roberts von Einzelschicksalen in dieser wundersamen Welt. Er erzählt vom Kampf mit der Natur , von den Drachenstationen und deren Aufgaben, von der Macht des (Irr-)Glaubens, von der Liebe und letztendlich vom Scheitern sämtlicher Bemühungen auf allen Gebieten.
"Drachenpiloten" wurde von Horst Pukallus liebevoll übersetzt; Die mythische Welt Roberts' gewinnt beim Lesen immer mehr an Farbe und Glaubwürdigkeit. Der Autor beschwört die Vision eines klaren, stürmischen Herbsttages herauf, wie damals, als wir, eine Drachenleine in der Hand, über die Felder rannten - und als wir noch an Dämonen glaubten.


Nachts
Nachts
von Stephen King
  Taschenbuch

14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Kurz"geschichten von King: nicht schlecht!, 23. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Nachts (Taschenbuch)
Stephen King gehört zu den wenigen Schriftstellern, die auch während einer groß angekündigten "Schreibpause" noch dickleibige Bücher produzieren. Offenbar muß es ihm in den Jahren 1987 bis 1989 manchmal ein wenig langweilig geworden sein - immerhin entstanden vier Novellen, die zu dem Buch "Four Past Midnight" zusammengefaßt wurden. Der deutsche Leser durfte zur Weihnachten die ersten beiden dieser Erzählungen unter dem Titel "Langoliers" erwerben.
In seinen reichlich vorhandenen Vorworten richtet King einige persönliche Worte an seine Leser. Er erläutert, warum er Geschichten schreibt (..."aus den ernsthaftesten Gründen: Liebe, Geld, Besessenheit", Seite 241), wie er auf die Ideen zu diesen Erzählungen gekommen ist und was seiner Meinung nach dahintersteckt.
"Der Bibliothekspolizist" erzählt die Geschichte von Sam Peebles, einem Versicherungs- und Grundstücksmakler. Sam wird von einem Freund gebeten, einen Vortrag im hiesigen Rotary-Club zu halten. Er solle von etwas reden, von dem er etwas versteht, vielleicht Leute übers Ohr zu hauen, haha... nein... , wie wäre es mit dem Unternehmertum in Kleinstädten? Sam klingt das unverfänglich und langweilig genug und macht sich an die Arbeit. Seine Schreibhilfe findet die Rede etwas trocken und schickt Sam in die hiesige Bibliothek, wo er sich ein paar Bücher mit auflockernden Sprüchen und Bonmots ausleihen soll (und manch einer wünscht sich jetzt, der Rezensent wäre ihm gefolgt...).
Etwas unbehaglich fühlt sich Sam Peebles schon, als er das alte, abschreckend wirkende Gemäuer der Stadtbibliothek betritt. Es scheint verlassen zu sein, gefangen in einer staubigen Düsternis. Sam wird auch nicht wohler, als er die Kinderabteilung betritt; unfreundliche Plakate an den Wänden scheinen die Bälger verscheucht zu haben. Poster, welche die Kleinen eher verschrecken, als sie zum Ausleihen von Büchern zu animieren, wecken düstere Erinnerungen in ihm, Erinnerungen, die aber nicht ganz bis an die Oberfläche durchdringen. Denn plötzlich steht die Bibliothekarin, Ardelia Lortz, vor ihm. Hinter ihrer freundlichen und konservativen Fassade, vor allem aber hinter ihren silbern glänzenden Augen, vermutet Sam böses. Mrs. Lortz sucht ihm zwei Nachschlagewerke aus ihem Fundus, füllt eine Leihkarte aus und ermahnt ihn, die Bücher in einer Woche zurückzubringen. Nicht in einer Woche und zwei Tagen, nicht in zwei Wochen, in EINER. Sonst käme der Bibliothekspolizist, scherzt sie, in Anspielung auf eines der Bilder an der Wand der Kinderabteilung. Sam hat aber nicht das Gefühl, daß sie Spaß gemacht hat.
Die Bücher erweisen sich als Fundgrube. Sam Peebles wird für kurze Zeit zum gefeierten Redner. Seine Geschäfte laufen auf einmal glänzend. Erst als er eine Nachricht von Frau Lortz auf dem Anrufbeantworter findet, stellt er fest, daß er vergessen hat, die Bücher abzugeben.
"Wo hatte ich sie noch gleich hingelegt?" denkt er und Stunden später hat er sein ganzes Haus durchsucht - vergeblich! Ver-DAMMT! Schließlich muß sich Sam Peebles eingestehen, daß er die Bücher wohl in die Kiste mit Altpapier gelegt hat - und die ist leider schon abgeholt worden.
Als sich Sam zur Biblithek aufmacht, um den Schaden zu bezahlen, fängt sein eigentlicher Alptraum erst an: das kürzlich noch so kalte Gemäuer macht schon von außen einen wesentlich freundlichen Eindruck. Drinnen scheint es vollkommen umgebaut zu sein. Und eine Ardelia Lortz kennt man dort nicht.
Diese ist nämlich seit über zwanzig Jahren tot. Aber sie möchte unbedingt ihre Bücher wiederhaben - und nicht nur die...
Das klingt wie eine ganz normale Gruselgeschichte, was? Das ist sie auch. Abgesehen von ihrer Vorhersagbarkeit ist sie jedoch solide und spannend erzählt. King gefällt es erneut, zu schildern, wie seine Protagonisten langsam in den Wahnsinn abdriften. Manche schaffen die Kurve, mache fliegen in hohem Bogen raus - und manche kommen wieder. Und WIE die wiederkommen!
"Zeitraffer" ist die zweite Geschichte betitelt. Auch hier singt Stephen King den Kleinstadtblues. Aber er ist der einzige Bluessänger, der dabei Witze macht! Die Story spielt in Castle Rock und bildet den Mittelteil der von King so benannten "Castle-Rock-Triologie", welche aus "Stark - The Dark Half", dem vorliegenden "Zeitraffer" und "Needful Things" besteht.
Kevin Delevan bekommt zu seinem fünfzehnten Geburtstag genau das, was er sich gewünscht hatte: eine Sun 660 Polaroidkamera. Stolz fotografiert er seine Familie, die aufgeregt darauf wartet, daß sich das kleine schwarze Quadrat zu einem hübschen Gruppenbild entwickelt. Aber auf dem Foto ist etwas anderes - etwas GANZ anderes. Kevin probiert es noch einmal, doch das Ergebnis ist das gleiche. Er hat einen Hund vor einem Lattenzaun auf dem Bild, einen völlig unbekannten Hund vor einem noch unbekannteren Lattenzaun. Kevin beschließt, daß sich ein Fachmann der Kamera annehmen soll. In Castle Rock zählt Pop Merrill zu den richtigen Leuten für solche etwas merkwürdigen Dinge; Pop ist Andenkenhändler, Geldverleiher, Trödelverkäufer und Bastler in einer Person. Merrill läßt sich nicht anmerken, daß er von der Kamera fasziniert ist. Er läßt Kevin im Laufe der nächsten drei Tage in gewissen zeitlichen Abständen Fotos machen , Fotos, auf denen immer nur der Hund zu sehen ist. Als Pop diese Bilder auf Video überspielen läßt und den Film abspielt, ist plötzlich eine Bewegung zu erkennen. Der Hund dreht sich dem Betrachter, dem Fotografen, zu. Und es ist kein sehr freundlicher Ausdruck in der Fratze des Hundes zu entdecken. WENN man überhaupt von einem Hund sprechen kann! Kevin beschließt, die Kamera mit einem Vorschlaghammer zu zerstören, um diesem Spuk ein Ende zu machen. Pop jedoch gelingt es, diese zuvor gegen eine völlig normale einzutauschen. Was Kevin am meisten Angst gemacht hat, war die Tatsache, daß der "Hund" anstatt einer Marke eine winzige Kravatte getragen hat - genau jene, die er von seiner Tante zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte - und genau jene, die seitdem, verschwunden war.
Pop versucht in den folgenden Tagen, die Kamera an Freunde des Okkulten zu verkaufen, doch diese lehnen, als sie die Hundefotos sehen, dankend ab. Inzwischen hat der Hund schon fast zum Sprung angesetzt... Dann überschlagen sich die Ereignisse.
Dies ist eine tolle Geschichte. Ich sage das, weil sie mit wirklich angst gemacht hat. Daneben ist sie zudem äußerst spannend erzählt und meisterhaft ausgeführt: Stephen King spannt seine Leser zum Teil seiten- und kapitelweise auf die Folter, bevor er neue erschreckende Details verrät. Aus der an sich öden Idee einer spukenden Kamera macht er einen wahren Reißer, der tatsächlich einen alten Hund hinter dem Ofen vorlocken kann. Und WAS für einen Hund!
Gelungenes Lesefutter, nicht nur für Horrorfans!


Hyperion
Hyperion
von Dan Simmons
  Gebundene Ausgabe

15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jenseits des Trivialen: Ein SF-Klassiker!, 23. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Hyperion (Gebundene Ausgabe)
Hyperion stellt nicht nur ein Produkt visionärer Phantasie dar, sondern hat seine Wurzeln im Leben und in Gedichten von John Keats (1795 - 1821).
Kling schwierig, ist es aber nicht.
Dan Simmons verbindet offensichtlich mehr mit den Geschichten und Erzählungen Ray Bradburys, der ebenfalls mit sehr viel Geschick poetische Gedanken englischer und amerikanischer Dichter in seine Werke einfließen ließ, als mit beinahe dem ganzen Rest des SF-Genres. Offensichtlich. Aber nicht ausschließlich.
Unter dem Mantel der traditonellen Form der Reiseerzählung läßt Simmons sechs Personen von ihren Erlebnissen berichten. "Hyperion" ist dabei aber mehr als eine Homage an John Keats - es ist der Versuch der Loslösung der Science Fiction von ihren trivialen Elementen. Simmons gelingt es, SF als Teil der Hochliteratur darzustellen, als Teil einer literarischen Entwicklung; "Eine epische tour de force in einer Zeit der mittelmäßigen Farce", wie er auf Seite 281 schreibt.
Die sechs einzelnen Erzählungen, die den Großteil des ersten Bandes ausmachen, sind nicht nur Teile eines Puzzles und nicht nur Nachahmung eines klassischen Vorbilds - es sind sechs grundverschiedene SF-Geschichten. Simmons vereint die verschiedenen Stilrichtungen der Science Fiction und weist ihnen - durch den Bezug auf die litararischen Grundlagen - einen Platz in der Literatur(geschichte) zu. Er verläßt damit den Rahmen des Trivialen, in dem wir es uns so häuslich eingerichtet haben.
Hochgestochene Worte, die doch nur besagen, daß das Buch ein schwieriges und unleserliches Kuddelmuddel ist, wird mancher Leser jetzt denken. Keineswegs.
Das Universum, in welchem "Hyperion" angesiedelt wurde, ist bizarr und faszinierend. Da sind "Baumschiffe", riesige Bäume, umhüllt von einem Energiefeld und angetrieben von der Lebenskraft der Pflanzen, da sind Flammenbäume, die elektrische Energie unvorstellbaren Umfangs speichern und abgeben, da sind künstliche Intelligenzen die in einer eigenen Welt leben und Menschen, die ein Tor zu dieser Welt gefunden haben, da gibt es unerklärliche Labyrinthe in den Krusten verschiedener Planeten, da sind Häuser, deren Räume auf verschiedenen Planeten liegen und viele derartige Dinge mehr.
Die einzelnen Erzählungen umfassen einen guten Teil der Bandbreite der fantastischen Literatur: von Cyberpunk bis Fantasy reicht das Spektrum.
Was soll ich über ein Buch, das ich im "einem Rutsch" gelesen habe, noch sagen?
"Hyperion" ist das, was die SF vorgibt zu sein: eine Vision von der Menschheit und der Menschlichkeit in der Zukunft.


In einer kleinen Stadt: »Needful Things«
In einer kleinen Stadt: »Needful Things«
von Stephen King
  Taschenbuch

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman voller kleiner Bosheiten - toll geschildert, 23. März 2003
Die King-Werke "Stark", die Kurzgeshcihte "Zeitraffer" und dieses Buch bilden Kings sogenannte "Castle-Rock-Trilogie".
TWIN PEAKS, denke ich manchmal, hätte ebensogut von Stephen King stammen können. Tut es aber nicht - und so schaffte King seinen eigenen Ort voller Intrigen, Morde und Beziehungskisten, voller Alpträume und bösen Geistern. Nennen wir ihn mal... hm... Castle Rock.
Blicken wir uns doch einmal ein wenig um, lieber Leser: Da gibt es einen Sheriff, Pangborn heißt er (wie wir wissen), ein guter Bekannter, nicht gerade ein Held, aber völlig in Ordnung. Und da ist Polly Chambers, die Eigentümerin einer Näherei ist und an einer garstigen Krankheit leidet. Polly ist mehr oder weniger heimlich in Alan Pangborn verliebt.
Über kurz oder lang (bei King eher lang) treffen wir auf Danforth Keeton, der sich unheimlich dem Wohle der Stadt verschrieben hat - heimlich aber dem Pferderennen. Danforth hat ein kleines Problem mit einer Art Untersuchungsausschuß und ist daher mächtig aufgeregt. Man geht ihm besser aus dem Weg. Ebenso wie den Katholiken und Protestanten, die sich wegen einer Glücksspielnacht verbal bekriegen. Wenn Sie die Tageszeitung lesen, werden Ihnen die unzähligen Leserbriefe kaum entgehen, und sie müßten schon blind sein, wenn Ihnen die Plakate in der Stadt nicht auffallen würden...
Im gemütlichen Plauderton zeigt uns King Castle Rock nocheinmal im Detail. Und er läßt sich Zeit dabei. Personen werden vorgestellt, deren Geschichte und Geschichtchen erzählt, Verbindungen werden geknüpft und lose Fäden ausgeworfen. Viel mehr geschieht auf den ersten 200 Seiten nicht.
Doch Leeland Gaunt ist in Castle Rock angekommen und interessiert sich für all diese Geschichten (etwas mehr als der Leser). Gaunt, der behauptet aus Akron, Ohio zu sein, eröffnet einen Laden, und er nennt sein Geschäft "Needfull Things". Er verkauft aber nicht wirklich nützliche Dinge, sondern Andenken und Erinnerungen. Eine Baseballkarte, die in der Sammlung fehlt? Gaunt kann sie besorgen! Ein edler Lampenschirm aus Tiffany-Glas? Kein Problem, kommt morgen rein! Ein Stück Holz, das vielleicht von der Arche Noah ist? Sie können es haben!
Gaunts magische Souvenirs sind preiswerter, als die Leute denken. Sie kosten ein paar Dollar - und einen kleinen Gefallen. So bringt Leeland einen Jungen dazu, einer Frau einen Streich zu spielen. Etwas völlig harmloses, etwas, was sogar lustig ist. Eine andere Frau erlaubt sich - als Gegenleistung für Gaunts Ware - einen "Spaß" mit einer ihr völlig unbekannten Bewohnerin von Castle Rock.
All diese von den immer derber werdenden Streichen betroffenen Leute reagieren auf derartige Scherze äußerst gereizt. Und sie glauben auch stets zu wissen, wer hinter diesen Streichen steckt. Jeder hat nämlich einen persönlichen Gegner, einen Intimfeind sozusagen, der sich diese Unverschämtheiten sicherlich ausgedacht hat. Und diesem Jemand wird man es jetzt aber mal gehörig zeigen! Wer Ärger herausfordert, der soll ihn auch bekommen! Es gibt eine Zeit zu reden - und eine Zeit einem die Rübe einzuschlagen, nicht wahr?!
So gelingt es dem Intrigen spinnenden Gaunt, im stillen Kämmerlein sitzend, die Bewohner von Castle Rock gegeneinander aufzubringen.
Von all dem ahnt Alan Pangborn nichts. Der Sheriff hängt vielmehr Erinnerungen an seine bei einem Unfall umgekommene Familie nach oder gibt sich der Liebe zu Polly Chambers hin. Bis er Gaunt auf die Schliche kommt, hat der Bürgerkrieg schon begonnen...
Nach anfänglichem Leerlauf entwickelt sich "Needful Things" zu einem ungemein fesselnden Drama voller Haß und Gewalt. Das langsame aber stetige Ausrasten der Bevölkerung ist subtil und "fühlbar" beschrieben. Der Ausbruch der unterschwellig vorhandenen Gewalt ist so glaubhaft und so nachvollziehbar dargestellt, daß er den eigentlichen Schrecken des Buches ausmacht. Hier trifft King seit langer Zeit wieder den Geist der heutigen Zeit.
Als Lösung bietet der Autor allerdings wieder nur den Glauben an die Macht des Guten und Wahren an.
Gleichwohl ist "Needful Things" mehr als nur ein kleines Feuerwerk zum Schluß der Trilogie, sondern ein echter Knaller. Wie die Geschichte nun ausgeht und ob Castle Rock es überlebt mag jede(r) selbst lesen..
Insgesamt gesehen handelt es sich bei der von King so bezeichneten Trilogie eher um drei einzelne Geschichten, die locker miteinander verbunden sind - ebenso locker wie Cujo, Dead Zone und Friedhof der Kuscheltiere (die erstgenannten spielten ebenfalls in Castle Rock, der Friedhof steht bei Ludlow, jenem Ort, in dem sich der Großteil von "Stark" abspielt). Jedes der hier besprochenen Werke für sich hat mir gefallen, insbesondere, da King immer mehr Wert auf die Personen und deren Motivation legt und der Horror nicht mehr zum Selbstzweck verkommt. Hier erkennt der Dauerleser eine Entwicklung: King als Autor spannender Psychothriller. Peter Straub ist auf diesem Weg schon fast am Horizont verschwunden, aber King eilt ihm in großen Schritten nach.


Stark: The Dark Half
Stark: The Dark Half
von Stephen King
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend, gruselig - aber mit enttäuschendem Ende, 23. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Stark: The Dark Half (Taschenbuch)
Würde man alle Geschichten Kings, die in und um Castle Rock spielen, wegwerfen, wäre sein Lebenswerk beinahe vernichtet.
"Im Laufe der Jahre", so King, "zog mich das geheime Leben dieser Stadt immer mehr in seinen Bann - verzauberte mich - durch die verborgenen Beziehungen, die mir immer bewußter wurden."
King entschied sich vor einiger Zeit, das Kapitel Castle Rock "endgültig" (hoho!) zuzuschlagen, doch er hatte nicht vor, einfach nur aufzuhören weitere Geschichten zu schreiben. Ihm stand mehr der Sinn nach einem mächtigen Knalleffekt.
So entstanden zwei umfangreiche Romane und eine Novelle (nämlich "Needful Things" und "Zeitraffer").
KEIN ANGENEHMER ZEITGENOSSE
ist auf dem Grab von George Stark zu lesen, der 1988 eines plötzlichen Todes starb. Starks Schicksal ist das eines gemeinen Pseudonyms - sein Träger wurde seiner überdrüssig. Thad Beaumont, der Autor, welcher unter Starks Namen blutige Horrorromane geschrieben hatte, beschließt eines Tages einfach, diesen Schundautor zu begraben. Für ein Zeitungsfoto hat er sogar eigens einen Pappmache-Grabstein fertigen lassen, neben dem er sich grinsend ablichten läßt.
George Stark gefällt das Reich der Toten allerdings gar nicht. Um genauer zu sein: er verläßt sein provisorisches Grab und beginnt wieder, ein unangenehmer Zeitgenosse zu sein, begeht einige brutale Morde und hinterläßt dabei Spuren, die zu Thad Beaumont führen.
Ermittelnder Sheriff in dieser Sache ist Alan Pangborn aus Castle Rock, der Nachfolger von Sheriff Bannerman, welcher von einem tollwütigen Hund getötet wurde (nachzulesen in "Cujo"). Pangborn steht vor dem beinahe unlösbaren Problem, einerseits eindeutige Indizien zu haben, andererseits einem sehr guten Alibi gegenüberzustehen. Doch während der Sheriff noch an der Problemlösung arbeitet, übernimmt Stark die Regie über den Ablauf der Ereignisse.
"Stark" ist ein Buch, das die Amerikaner als "Pageturner" bezeichnen würden; Ein spannender Roman, bei dem man nicht mit dem Lesen aufhören kann. King verbindet hier geschickt das Horrorgenre mit Elementen des Kriminalromans. Dabei gelingt es ihm weitestgehend, auf die sonst üblichen Längen und Ausschweifungen zu verzichten.
Aber wie üblich gleitet die Geschichte gegen Ende in mystische Zaubereien ab - das Böse wird durch die Fleisch gewordene Macht des Guten besiegt. Dieser Hokuspokus stellt eine der von King am häufigsten gebrauchten "Auflösungen" dar und wirkt meist recht aufgesetzt.
Bezogen auf die Castle Rock-Trilogie dient "Stark", welches die meiste Zeit über nicht in besagtem Ort spielt, der Vorstellung von Sheriff Alan Pangborn. In "Stark" wirkt er noch ziemlich blaß, was aber überwiegend an den dominanten Hauptpersonen liegt.


Jurassic Park
Jurassic Park
von Michael Crichton
  Broschiert

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als der Film - wie alles von Crichton, 23. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Jurassic Park (Broschiert)
Michael Crichton etabliert sich als Ferienparkautor. Nach der Freizeitwelt Delos in "Westword" (Buch und Film sind vom Autor) entführt uns der amerikanische Wissenschaftler, Autor und Regisseur nun in einen Dinosaurierpark. Nicht gerade das, was einen spontan vom Hocker reißt.
Um es kurz zu machen: "Jurassic Park" ist außergewöhnlich gut lesbar. Der Roman verbindet die besten Seiten eines atemberaubenden Thrillers mit kühnen wissenschaftlichen Thesen, die einen noch lange nach der Lektüre des Buches nachdenklich stimmen (er ist also genau das, was viele Romane von A.C.Clarke zu sein vorgeben). Crichton stellt komplexe Zusammenhänge nicht nur verständlich dar, sondern vergißt dabei nie, daß er auch noch eine abenteuerliche Geschichte erzählt. Die Wissenschaft gerät nicht zum Selbstzweck, sondern ist voll in die Handlung eingebunden.
Die Geschichte spielt - und das verleiht dem Ganzen eine gewisse Brisanz - im Jahre 1989. In unzähligen Labors überall in der Welt werden, weitgehend unkontrolliert und unbeachtet, biotechnologische und gentechnische Studien betrieben. Crichton berichtet von einem "Zwischenfall", der einer der Firmen - nämlich "International Genetic Technologies, Inc." - unterlief. Dieser "InGen - Zwischenfall" blieb in der Öffentlichkeit ziemlich unbemerkt, was wohl daran lag, daß nur etwas mehr als zwanzig Personen daran beteiligt waren. Und von denen überlebten ihn nur wenige...
Blicken wir also zurück: Es ist August 1989 und wir befinden uns auf einer kleinen, unbewohnten Insel vor der Westküste Costa Ricas.
Eine handvoll Wissenschaftler und zwei Kinder werden zu einer Besichtigungstour eingeladen - doch niemand weiß, was sie erwartet. InGen ist es gelungen, Dinosaurier wiederauferstehen zu lassen. In Bernstein eingeschlossene, Millionen von Jahre alte Insekten, die kurz vor ihrem Tode Saurierblut aufsaugten, sind die Träger der lange gesuchten DNA. Hieraus konnte man Dinosaurier clonen. Allerdings bräuchten selbst Supercomputer für die vollständige Wiederherstellung und Analyse der gesamten Erbinformation etwa zehn Jahre. So lange konnte aber kein Investor warten. Also programmierte man den Computer, fehlende oder fehlerhafte Teile selbstständig zu ersetzen; auf Deutsch: zu schätzen. Das Ergebnis ist zunächst sehr überzeugend: 238 springlebendige Urzeittiere bevölkern, sorgsam voneinander getrennt und mit modernsten Mitteln überwacht, die kleine Insel, welche zur größten Ferienattraktion der Welt werden soll.
Doch schon die erste Rundfahrt gerät zur Katastrophe: durch die unselige Tätigkeit eines Spions einer anderen Firma fällt die gesamte Stromversorgung aus, und die Dinosaurier bleiben nicht mehr ihn ihren Gebieten.
Einer der Wissenschaftler, ein Chaosforscher, hatte dies vorausgesagt: komplexe, abgeschlossene Systeme neigen zum kurzfristigen Zusammenbruch.
Die Dinosaurier selbst verhalten sich auch nicht so, wie es die Forscher gedacht hatten. Sie sind beweglicher und intelligenter.
Wer einen spannenden Thriller erwartet, wird von dem Buch sicherlich nicht enttäuscht. Wer aber auch Interesse an wissenschaftlichen Themen und außergewöhnlichen Thesen hat, wird aufs angenehmste unterhalten.
Da fällt meiner Meinung nach kaum ins Gewicht, daß der Plot ziemlich bieder konstruiert ist und gelegentlich die Spannung aus reichlich hausbackenen Situationen zieht. Wer ein Faible für Dinosaurier hat und in seinem Herzen ein klein wenig jung geblieben ist, wird das gern verzeihen.


Star Trek, Die nächste Generation, Planet des Untergangs
Star Trek, Die nächste Generation, Planet des Untergangs
von Carmen Carter
  Taschenbuch

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vier Köche, viel Brei - leider nur Einerlei, 22. März 2003
Gleich vier Autoren brauchte es, den 14. Band der NEXT GENERATION - Buchreihe fertigzustellen. Übermäßig dick ist er aber nicht geworden.
Die Enterprise ist mal wieder auf dem Weg zu neuem Leben und neuen Zivilisationen, die die Fernsehserie nie gesehen hat. Diesmal treffen wir auf den Planeten Kirlos. In einer großzügigen Geste verrät uns der Klappentexter gleich zu Anfang, daß der Planet künstlichen Ursprungs ist. Geschaffen wurde er - der Planet - von einem seit Jahrtausenden ausgestorbenen Volk - den Ariantu.
Data, LaForge ("Der mit dem Visor sieht") und Worf werden beauftragt, die Geheimnisse von Kirlos zu enträtseln. Zwar arbeiten die Förderation und die K`Vin-Hegemonie auch schon einige Jahrzehnte an diesem Thema, aber erst den Drei von der Enterprise gelingt der Durchbruch. Im wahrsten Sinne des Wortes. In einem Keller entdeckt LaForge eine Höhle, die in eine unbekannte, mit Technik verbaute Ebene des Maschinenplaneten führt.
Niemand begreift diese fantastische Technik. Trotzdem gelingt es einem Einheimischen, die Geräte einzuschalten.
Dann geht es richtig rund. Ich vergaß nämlich, ein paar Kleinigkeiten zu erwähnen: mysteriöse Bombenanschläge erschüttern Kirlos und die Enterprise-Truppe gerät unter Verdacht. Dann wird sie von den Drahtziehern einer Revolution verhaftet.
Währenddessen hat sich die Enterprise aus dem Sternenstaub gemacht um einen Überfall auf einen anderen Planeten zu untersuchen. Und dann tauchen die totgeglaubten Ariantu auf.
Und am Schluß hat man gerade noch zehn Seiten Zeit, wieder Friede-Freude-Eierkuchen zu machen. Das Ende scheint mir daher ein wenig gehetzt konzipiert. Da geben Völker jahrtausendelang gehegte Eigenarten einfach so auf - und warum? Damit wir endlich zum Schluß kommen können.
Die Damen und Herren der Föderation haben sich wieder als die edlen Retter und Ritter erwiesen, deren Weltanschauung die einzig richtige ist. Ansonsten existieren im Universum scheinbar nur Naturvölker oder Diktaturen.
Zwar mag sich die Sternenflotte infolge der "Hauptdirektive" nirgendwo einmischen - trotzdem bekommen sie immer das, was sie gerne hätten.
PLANET DES UNTERGANGS ist ein Unterhaltungsroman ohne besondere Höhen und Tiefen. Gegen Ende wird er ein wenig spannender - aber das sollte man ja von jedem Roman erwarten können.
Die Charakterisierung von Worf hat mir gut gefallen, die von LaForge weniger.


The Ghost from the Grand Banks
The Ghost from the Grand Banks
von Arthur C. Clarke
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Clarke hebt die Titanik: au weia!, 22. März 2003
Rezension bezieht sich auf: The Ghost from the Grand Banks (Taschenbuch)
Zehn Jahre nach dem unsäglichen Spielfilm "Hebt die Titanic" von Jerry Jameson, in welchem uns ein winziger Studioteich als der große Atlantik verkauft werden sollte, hebt Arthur C. Clarke das Thema wieder aus der Versenkung: Im Jahre 2012, pünktlich zum hundertsten Geburtstag des Untergangs, macht sich eine Reihe von Wissenschaftlern daran, den stolzen Luxusliner aus seinem kalten Grab am Meeresgrund emporzuhieven.
Arthur C. Clarke hat hierzu gründlich recherchiert - und zwar nicht nur das obige Thema, sondern auch etliche andere, die das Buch zwar reichlich aufblähen, zur Handlung aber nichts beitragen. Allein diverse Nachworte und Anhänge machen bereits 10% des Bandes aus.
Clarke erzählt unter anderem die Geschichte von Donald Craig , welcher eine Tochter namens Ada hat. Diese entpuppt sich als eine Art Wunderkind und ist Spezialistin im Umgang mit der sogenannten "Mandelbrot-Menge". Sie experimentiert mit Fraktalen, glänzt mit atemberaubenden mathematisch-geometrischen Berechnungen - und stirbt schließlich, ohne das dies alles die Titanic nur einen Zentimeter bewegt hätte (und den Leser auch nicht).
Da ist ein Unterwasserforscher namens Jason Bradley, der mit einer Mischung aus Unterseeboot und Taucheranzug nach einem riesigen Tintenfisch taucht. Eine Umweltschutzorganisation namens "Bluepeace" verdirbt ihm dabei fast den Spaß. Und die Titanic? Die liegt derweil noch immer da, wo sie vorher auch schon war.
Die Anzahl der "Hauptpersonen" wird in dem Roman nur noch von der der Kapitel übertroffen. Alle drei bis vier Seiten wechselt Clarke nicht nur Orte und Personen, sondern oft genug auch die Handlungszeit.
Clarkes Charaktere eifern der Titanic in vielen Punkten nach: Sie sind starr, kalt und gebrochen. Von ihren Standpunkten rücken sie nicht ab.
Daß in dem schlickigen Untergrund der Handlung keine Spannung aufkommt, liegt aber nicht nur an den unzähligen nebensächlichen Begebenheiten, sondern hauptsächlich daran, daß es Clarke nicht gelingt, die (mehr oder minder) handelnden Personen dem Leser in irgendeiner Weise näherzubringen. Man kann ihre Empfindungen nicht nachfühlen, man zittert mit ihnen nicht ob des hohen Wasserdrucks, man teilt ihre Begeisterung über die kühne technische Idee der Bergung der Titanic nicht, und man ist vom Tod verschiedener Leutchen nicht im mindesten betroffen. Alles, was eine gute Geschichte ausmacht, fehlt hier fast völlig.
Die größte Enttäuschung erlebt der Leser allerdings erst gegen Ende (falls ihm das durch den unmotivierten Zeitsprung und die Vertagung des Themas in die Nebensätze nicht zur Gänze entgeht): Die Titanic wird gar nicht gehoben! Eine rasch herbeigezauberte Naturkatastrophe läßt sie in einer Schlammlawine verschwinden. All die Mühe (des Lesens) war umsonst!
Clarkes kühnste Spekulationen sind in diesem Buch übrigens folgende: Im Jahre 2010 werden aus alten Spielfilmen die Zigaretten elektronisch herausgeschnitten, da niemand mehr Raucher sehen mag... Im Jahre 2000 liegt die gesamte Computerwelt brach, da die Elektronenhirne beim Sprung vom Systemdatum 31-12-99 auf 01-01-00 plötzlich 99 Jahre zurückrechnen(hoho). Überall auf der Welt arbeiten Mathematiker monatelang an einer Lösung des Problems...
Im Jahre 2003 erfindet Roy Emerson den wischerlosen Scheibenwischer: eine feine Vibration der obersten Glasschicht der Autoscheiben schüttelt sämtliche Niederschläge einfach ab... Im Jahre 1990 erfindet Arthur C. Clarke den Sachbuch-Roman, in welchem er sich beharrlich weigert, auf das eigentliche Thema der Geschichte einzugehen und einfach eine Zukunftsprognose an die nächste reiht.
Welcher Eisblock mag den (von mir an sich sehr geschätzten) Autor nur gerammt haben, daß er es fertigbrachte, solch einen Roman zu versenken!


Men's Health: Weg mit der Wampe: Der Guide für eine schlanke Ernährung
Men's Health: Weg mit der Wampe: Der Guide für eine schlanke Ernährung
von Kirsten Thieme
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

151 von 164 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das derzeit beste verständliche Ernährungs-Buch am Markt!, 22. März 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich hab' schon einen ganzen Haufen Ernährungs- und Gesundheitsratgeber gelesen: den "Strunz" (Eiweiß mixen und Walken!), diverse "Oberbeils" (Vitamine und Fett weg!) wie auch GLYX-Bücher. Alle haben sie etwas für sich, manche mehr, manche weniger.
Kirsten Thiemes Buch räumt mit all den "neuen " Weisheiten über das Abnehmen auf. Sie zeigt auf sehr verständliche Weise, auf was es *wirklich* ankommt. Wie man abnehmen und trotzdem genießen kann. Zudem werden viele Vorurteile ausgeräumt: dass Fett fett macht, dass Kohlenhydrate allesamt gut tun, dass mehr Eiweiss die Fettverbrennung ankurbelt - alles wird klar uind verständlich erklärt und auch zum Teil verworfen.
Nachdem ich dieses Buch gelesen hatte, war mir klar: Ich brauche keine weiteren Ernährungsratgeber. Hier steht alles drin.
Freilich ist es mit "Immer nur das richtige Essen" nicht getan - Sport und Bewegung sind unabdingbar.
Wer ein "Diät"-Buch kaufen will und nicht weiß, welches er nehmen soll: DIES. Und die bezahlen mich echt nicht, dass ich dies sage.
Und auch wenn "Men's Health" draufsteht: Das Buch gilt auch für Frauen.


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