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Rezensionen verfasst von
Michael W.

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The 2nd Law (Limited Edition CD+DVD im Softpack)
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Preis: EUR 13,49

11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gewohnter Rockbombast mit neuen Einflüssen, 10. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rückblende, wir schreiben das Jahr 2002: Zum ersten Mal höre ich ein Livekonzert der damals noch recht unbekannten Band Muse. Eine Band, die ich vorher nur sehr grob kannte. Das was ich sehe, zieht mich sofort in seinen Bann. Die Leidenschaft und Energie, gepaart mit großer Virtuosität, fasziniert mich in einem Maße wie es zuvor kaum eine Band geschafft hat. Ihr damaliges Album "Origin of Symmetry" wird für mich zum vielleicht besten Album des Jahrzehnts. Heute, zehn Jahre später, sehen wir eine etwas andere Band, eine Band die sich verändert hat, aber im Kern immer noch Muse geblieben ist. Nun, was hat sich geändert?

Vieles, neben einigen neuen stilistischen Einflüssen hat sich vor allem die Stimmung der Lieder verändert. Die düsteren, verzweifelten, wütenden, vertrackten Songs sind Liedern gewichen, die im Grundton positiver, weniger fatalistisch sind, ohne ganz den Blick von den dunkleren Seiten der Menschheit abzuwenden. Ein Lied wie "Madness" wäre auf früheren Muse-Alben kaum zu hören gewesen. Die Botschaft des Songs (I need to love...) wird hier, etwas museuntypisch, sehr direkt präsentiert, nicht mehr so subtil wie früher. Das mag auch am Lebenswandel des Sängers liegen, der in Sachen Liebe wohl endlich das gefunden hat wonach er gesucht hat. Liebe war zwar nie das Hauptthema von Muse, aber hier kann man zumindest ein bisschen den persönlichen Reifeprozess der Band erkennen.

Mir ist bewusst, dass viele Fans sich das "alte" Muse zurückwünschen und dem großflächigen "Stadionrock" spätestens seit "The Resistance" skeptisch gegenüberstehen. Doch man sollte jeder Band die künstlerische Freiheit zugestehen sich in die Richtung zu entwickeln in die sie gehen möchte. Und Muse ist nie stagniert oder in einem Sound stecken geblieben. Sie gehören nach wie vor zu den innovativsten, kreativsten und originellsten Rockbands unserer Zeit. Welche Band kommt schon auf die Idee Klassik mit Dubsteb zu vermischen? Ich gebe zu, es scheint so als würde Muse gelegentlich über das Ziel hinausschießen (das platte Lieblingsargument der Kritiker), doch wäre Muse nicht so wie sie sind, wären sie vielleicht nur eine langweilige Band unter vielen. Muse geht an die Grenzen, mehr Bombast, Verrücktheit (im positiven Sinne) und künstlerische Verspieltheit geht kaum. Hier und da hört man Zitate von anderen Bands (allen voran Queen), aber es ist nie so als würden sie einfach nur etwas kopieren. Es entsteht immer etwas eigenständiges, das in erster Linie von der großartigen Stimme Matthew Bellamys getragen wird. Immer wenn man glaubt er hätte mit seiner Stimme die Grenze des Machbaren erreicht, setzt er noch einen drauf.

Das hört man allen voran an seinem Falsettgesang im genialen Opener "Supremacy", ein Song der in seiner komplexen Struktur tatsächlich an früher erinnert. Aber das Album birgt auch untypische Momente, so etwa im Song "Panic Station", das mit seinem Funkrock zunächst so gar nicht zu Muse zu passen scheint, aber nach mehrmaligem Hören durchaus gefällt. Untypisch oder ungewohnt ist auch die Stimme des Bassisten Chris Wolstenholme, der auf zwei Songs zu hören ist (Save Me, Liquid State). Für mich sind das eher die Schwachpunkte des Albums. Seine Stimme klingt zwar melodisch und durchaus gefällig, aber im Vergleich mit Matthew Bellamy kommt er nicht ansatzweise an dessen stimmliche Vielfalt heran und die Songs klingen für Muse-Verhältnisse einfach zu gewöhnlich. Weitere Schwachpunkte sehe ich allerdings nicht. Das Highlight aus meiner Sicht ist "Explorers". Ja, hier kann man geteilter Meinung sein, aber dieser Song ist einfach so schön und wunderbar aufgebaut, dass ich mich frage ob Queen diesen Song auch so gut hinbekommen hätte. Auf jeden Fall ist das einer der schönsten Songs seit "Unintended". Wer eher auf die wütenden Songs à la "Hysteria" steht, wird mit diesem Album vielleicht etwas enttäuscht sein. "The 2nd. Law" ist viel weniger Hardrocklastig als "Absolution" beispielsweise. Trotzdem kommt die Gitarre nicht zu kurz und es sind einige wirklich tolle Gitarrensoli drauf ("BIg Freeze", "Survival"). Am besten gefällt mir das Gitarrenspiel bei "Animals", welches zwar kein prägnantes Gitarrensolo bietet, sich mit seinen virtuos gespielten Riffs aber wunderbar ins Songkonzept einbettet.

Insgesamt gesehen ist "The 2nd. Law" zwar nicht das Karrieremeisterwerk von Muse und im Gesamtkontext vielleicht sogar das "schwächste" Album von Muse (was aber nur daran liegt, dass die Messlatte sehr sehr hoch ist), doch es ist ein weiteres Album das Unterhaltung auf höchstem Niveau bietet und zu keiner Zeit langweilig ist. Muse mögen so populär sein wie noch nie, aber mainstreamlastig sind sie auf keinen Fall. Vielleicht wird es irgendwann nötig sein zu den Wurzeln zurückzukehren, aber wer neuen Einflüssen offen gegenübersteht und kein "Origin of Symmetry 1-5" wünscht, müsste auch dieses Album lieben.


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