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Rezensionen verfasst von
Paul Darkness - sounds2move.de

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Hybris (Ltd.Edt.)
Hybris (Ltd.Edt.)
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Hartnäckig, ausgefeilt, mitreißend., 16. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hybris (Ltd.Edt.) (Audio CD)
Seit ihrem letzten Langspieler "The Arsonist" gab es bei Deadlock nicht nur einen Labelwechsel zu vermelden und dazu die Veröffentlichung einer aus neu eingespielten Songs kompilierten Best-Of Scheibe, sondern auch zwei einschneidende Ereignisse und Veränderungen. Zu aller erst muss hier natürlich der viel zu frühe Tod von Schlagzeuger und Gründungsmitglied Tobias Graf genannt werden, der Band und Szene 2014 erschütterte. Nachdem man im letzten Jahr außerdem auf Sängerin Sabine Scherer verzichten musste, die zum zweiten Mal Mutter wurde, hat die zierliche Frontfrau ihren Platz mittlerweile komplett geräumt, um sich voll und ganz ihrer Familie widmen zu können. Für die Nachfolge haben Deadlock kurzerhand Scherers Vertretung Margie Gerlitz zum vollwertigen Mitglied befördert, die jetzt auf "Hybris" erstmalig auf einer offiziellen Studioveröffentlichung zu hören ist.

Es gäbe also einige nachvollziehbare Gründe dafür, wenn sich der Sound von Deadlock zumindest ein bisschen verändert hätte, was jedoch nur bedingt zutrifft. Und das soll gar nicht negativ aufgefasst werden, denn vielmehr hat die Band es ohnehin seit Jahren geschafft, ihre Trademarks auch bei wechselnder Besetzung zu erhalten, ohne auf der Stelle zu treten. Da nach dem Shouter (2009 kam John Gahlert für Joe Prem) jetzt auch der weibliche Klargesang neu besetzt wurde, bestand natürlich eine grundsätzliche Chance auf eine neue Ausrichtung, die Vordenker Basti Reichl und Co. jedoch dankend abgelehnt haben. Gerlitz ist dabei zwar kein Klon ihrer Vorgängerin und klingt etwas weniger lieblich, stimmlich haben die beiden Frauen dennoch gewisse Gemeinsamkeiten, die für Vertrautheit sorgen, dabei aber nicht die Neugier auf "die Neue" verwässern. Gut so, denn Margie macht ihre Sache gut und eröffnet Deadlock sogar neue Möglichkeiten. Bestes Beispiel hierfür ist das ungewöhnliche "Ein deutsches Requiem". Dem Titel entsprechend bestimmen zu Beginn nämlich glockenklarer Sopran und eine bombastische Soundtracklandschaft das Geschehen, bevor fette Drums und derbe Grunts die schöne cineastische Traumwelt in die metallische Realität zurückholen. Solche Spiele mit Stilbrüchen und eigentlich unpassenden Genres kennt man als Fan von Deadlock (Hip Hop in "Deathrace", House-Beats in "The Moribund Choir vs. The Trumpets of Armageddon" - beide auf "Manifesto" veröffentlicht), entsprechend ausgeprägt dürfte bei den meisten Anhängern die Toleranz mittlerweile sein. Davon abgesehen ist die Nummer sowieso clever arrangiert und einfach gelungen, allerdings sind die Stärken der Band im Bereich Songwriting längst kein Geheimnis mehr. Ebenso wenig wie die Fähigkeiten der einmal mehr glänzenden Saitenfraktion, die auch die kommerziell deutlich erfolgreicheren Freunde und Kollegen Heaven Shall Burn vor Neid erblassen lässt. Diese sicherten sich deshalb bereits vor Jahren einen Gastbeitrag von Basti Reichl für "Given in Death". Als letztes Gründungsmitglied und kreativer Vordenker, der traditionell auch die Produktion der Alben in die eigenen Hände nimmt, behält der Süddeutsche die Zügel in der Hand und schneidert Deadlock einmal mehr feinste Melodic Death-Hymnen auf den Leib, etwa "Welcome Deathrow" (samt coolem Shout-Part vor dem Chorus) und das zwischen Dampfhammer, mitreißender Emotionalität und stilsicheren Gitarrenharmonien oszilierende "Berserk". Ein ähnliches Wechselspiel zwischen Licht und Schatten ist auch bei "Wrath - Salvation" zu beobachten, bei dem die Rollen zwar von vornherein klar verteilt sind, was der Intensität jedoch keinen Abbruch tut.

Betrachtet man den Titel "Hybris", also die Selbstüberschätzung, dann haben Deadlock damit sicher nicht sich selbst gemeint, denn nicht nur haben sie eine Platte vom Stapel gelassen, die durchaus gegen viele Genregrößen anstinken kann, sondern das Ganze auch noch in einem stimmigen Gesamtpaket zusammengeführt, in dem nicht mal das experimentelle "Ein deutsches Requiem" wirklich aus dem Rahmen fällt. Schon lange wünscht man Deadlock weiter steigenden Erfolg - nicht nur aus persönlicher Sympathie, sondern auch weil ihre beachtliche, konstant hohe Qualität und ihre Hartnäckigkeit es einfach verdient haben. Allerhöchste Zeit, dass dieser Band endlich der nächste Schritt vom Sprungbrett in die vordersten Reihen gelingt. Anlauf genommen und Dreck gefressen hat man längst genug.

Bemerkung: Für die Ltd. Edition mit toller Bonus-DVD (geile Doku über die Arbeiten am Album) darf noch der fehlende fünfte Stern hinzugefügt werden.


Youth Authority
Youth Authority
Preis: EUR 14,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverschämt eingängig: Das perfekte Album für einen Sommer, der bisher noch auf sich warten lässt, 16. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Youth Authority (Audio CD)
Man könnte gegenwärtig durchaus auf den Gedanken kommen, dass die Zeit um die Jahrtausendwende ihr großes Comeback feiert. Während allenthalben auf Smartphones das große Comeback der Pokémon gefeiert wird und gerade eben erst ein absolut hörenswertes Album von Blink 182 seinen Weg zu uns gefunden hat, legen jetzt auch die noch eine ganze Ecke poppigeren Good Charlotte ihren ersten Langspieler seit 6 Jahren vor. In der Tradition seiner Vorgänger erklingt „Youth Authority“ so süffig, das man vor allem eines will: mehr!

Nach einer längeren Auszeit ist das Quintett, dessen Zwillingsduo Joel und Benjamin Madden in der Zwischenzeit u.a. in der Jury der australischen Version von „The Voice“ saß und sich als Produzenten für allerlei andere Künstler verdingt hat, wieder hungrig und zudem keinesfalls gewillt auch nur eine der eigenen Stärken ungenutzt zu lassen. Die 13 neuen Songs quellen jedenfalls fast über vor griffigen Hooklines, gefälligen Melodien und einer fast schon unverschämten Portion Pop-Appeal. Billig oder simpel klingt die Geschichte allerdings nicht, sondern einfach nur verdammt gut gemacht und mit einer Selbstverständlichkeit vorgetragen, um die manch andere Kapelle die Amis insgeheim beneidet, während sie im heimischen Proberaum krampfhaft versucht die geforderte Hitsingle zu schreiben, die sich das Label so sehnsüchtig wünscht. Hier sitzt jeder Chorus punktgenau, trotz variabler Einflüsse will keiner der Songs zu viel, sondern schunkelt sich stattdessen locker-flockig auf direktem Weg ins Langzeitgedächtnis. So ist „Youth Authority“ eines dieser typischen Alben für jeden Tag geworden, eine Platte, die man im Grunde immer auflegen kann und die einem durchaus den einen oder anderen eigentlich mittelmäßigen Tag versüßen kann. Bei aller Poppigkeit vermeiden Good Charlotte es glücklicherweise, dass ihr neues Scheibchen all zu platt und austauschbar klingt. Dabei werden sicherlich auch die einen oder anderen kommerziellen Erfolgsformate bedient, aber bei den meisten dürfte sich rumgesprochen haben, dass Musik nicht zwingend schlecht sein muss, nur weil sie ein breites Publikum anspricht (auch wenn sich Rock- und Metalfans das gerne gegenseitig einreden). Erlaubt ist was gefällt, seien es eine schwelgerische Halbballade im US-Rockradioformat („Stray Dogs“, „Cars full of People“), extrem eingängiger, vor Hooks nur so strotzender Alternative Rock („Rise“, „Makeshift Love“), oder auch mal Pop-Punk mit klebrigen Bon Jovi-Momenten („Life Changes“). „Youth Authority“ hat all das und noch ein bisschen mehr, nämlich den flotten Gute-Laune-Rocker „The Outfield“ oder das mit einer verspielten Pianomelodie und dezenten Synthie-Flächen aufgemotzte (und etwas schmalzige) „Moving on“.

Mit dieser Platte manifestieren sich Good Charlotte einmal mehr als Hitfabrik und machen deutlich, dass Simple Plan und Fall Out Boy nicht die einzigen sind, die die Melange aus Rock, Pop, Alternative und einer Priese Punk perfektioniert haben. Achtung: Suchtpotential.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 27, 2016 2:34 PM MEST


Sony SF32UX2 Class 10 SDHC 32GB Flash Speicherkarte
Sony SF32UX2 Class 10 SDHC 32GB Flash Speicherkarte
Wird angeboten von Low Price Memory
Preis: EUR 24,00

5.0 von 5 Sternen Schnell, zuverlässig, viel Platz, 19. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir die 32GB Speicherkarte für meine Sony Alpha 58 gekauft und habe bisher durchweg positive Erfahrungen gemacht. Die Karte ist flott und zuverlässig und bietet vor allem verdammt viel Stauraum für Fotos und Videos. Ich habe im Urlaub knapp 3 Wochen lang quasi jeden Tag in hoher Auflösung fotografiert und ein paar kleine Clips aufgenommen, ohne dass die Kapazität an ihre Grenzen gestoßen wäre. Und ich mache in der Regel viele Fotos im Urlaub ;). Absolute Kaufempfehlung!


The Brightest Void
The Brightest Void
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein paar Hits, ein paar Coverversionen und viele Fragezeichen - wenigstens die Wartezeit wird verkürzt, 19. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: The Brightest Void (Audio CD)
Also noch mal ganz langsam, irgendwie kommt man ja nicht so recht mit: Tarja Turunen veröffentlicht mit "The Brightest Void" ein neues Studioalbum. Beziehungsweise den Vorboten ihres nächsten "richtigen" Albums, der allerdings auch keine EP ist, sondern ein Sammlung von Tracks, die theoretisch auf das Album hätten kommen können, sollen, dürfen, wozu es letztlich doch nicht kam. Da auch ein Doppelalbum nicht angestrebt wurde, präsentiert die Wahl-Argentinierin uns nun also eine Art "Vor-Album", ein Prequel mit insgesamt neun Tracks, bevor in einigen Wochen mit "The Shadow Self" das reguläre neue Langeisen erscheint. Alles klar? Nein? Macht nix.

"The Brightest Void" jedenfalls hat durchaus Kaufargumente für Fans zu bieten, zum Beispiel das vorab in Videoform gezeigte "The bitter End", das jeden Tarja-Fan mit seinem geschmeidigen, schmeichelnden Chorus schnell in seinen Bann ziehen wird. Keinen Grund zur Beschwerde gibt es auch bei "Eagle Eye", einem schönen Midtempo-Rocker, den Tarja gemeinsam mit ihrem ebenfalls als Sänger aktiven Bruder Toni Turunen intoniert. Doch auch außerhalb der eigenen Blutlinie hat sich die Finnin nach Unterstützung umgesehen: Da wäre zum Beispiel Landsmann und Hanoi Rocks-Frontmann Michael Monroe, der im kräftig dahin rockenden "Your Heaven and your Hell" den stimmlichen Gegenpol gibt. Ob es den akuten Stilbruch samt Break und schmalzigem Jazz/Blues-Zwischenspiel wirklich gebraucht hätte, sei dahingestellt. Als weiterer Gast ist außerdem Chad Smith mit von der Partie, eigentlich in Diensten der Red Hot Chili Peppers - ein Name, den man eher nicht erwartet hätte. Nicht ganz so erfreulich ist die Tatsache, dass auch ein paar potentielle Bonustracks durch die Umverteilung auf zwei Quasi-Alben als reguläre Songs verkauft werden. Ein Recycling-Geschmäckle hinterlässt "Paradise (what about us?)", das bekanntlich eigentlich ein Within Temptation-Song von deren letztem Album ist und hier in einer "Tarja Version" abermals verwertet wird. Im Grunde beschränkt sich diese Version darauf, dass die Gesangsspuren von Sharon den Adel zumeist deutlich nach hinten gemischt wurden, während der Song seltsamerweise auch an Durchschlagskraft verliert - hätte ich persönlich jetzt nicht unbedingt gebraucht. Das Cover des Bond-Titelsongs "Goldfinger" ist gefühlt ebenfalls eher eine B-Seite, selbst wenn die dramatische Umsetzung wenig Wünsche offen lässt und es vor allem gesanglich selbstverständlich rein gar nichts zu meckern gibt. Ebenfalls aus fremder Feder stammt "House of Wax", hier verbeugt sich Tarja vor dem großen Paul McCartney und tut dies auf durchaus stilvolle Art und Weise und in einem pompösen Soundgewand. Trotzdem sehe ich diese Songs in erster Linie als ziemlich klassische Bonustrack-Kandidaten. Hinzu kommt, dass "The brightest Void" zwar absolut gut gemeint ist, aber keinerlei roten Faden aufweist und somit nicht sonderlich stimmig daher kommt. Gedacht ist "The Brightest Void" als Vorgeschmack - die Frage, die sich mir stellt: Vorgeschmack auf was? Ein eingängiges Rock-Album ("No bitter End")? Oder eher düsteren, Tarja'esken Soundtrack-Bombast ("Witch-Hunt", "An empty Dream")? Ein Coveralbum? Diese Frage bleibt leider unbeantwortet. Für Fans und Sammler, die die Wartezeit auf "The Shadow Self" überbrücken wollen, geht diese Scheibe zwar in Ordnung, aber ich freue mich dann doch irgendwie eher auf das "richtige" Album, das unter anderem ein Duett mit Alissa White-Gluz (Arch Enemy, Kamelot) enthalten wird. Am meisten aber freue ich mich auf eine klar erkennbare Marschrichtung.


Seal The Deal & Let's Boogie (Limited Deluxe Edition)
Seal The Deal & Let's Boogie (Limited Deluxe Edition)
Preis: EUR 20,98

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bekanntes Phänomen: Kommt der Erfolg, ist auf einmal alles Scheiße. Naja, wer nicht will, der hat schon., 19. Juni 2016
Die viel zitierte Floskel vom Paukenschlag, mit dem man sich zurückmeldet, findet mal wieder ihre Berechtigung. Nachdem Volbeat sich im letzten Jahr extrem rar gemacht haben in Europa (gerade mal ein mickriges Festival in Dänemark stand neben mehreren US-Tourneen auf dem Terminplan), folgt in diesem Sommer die triumphale Rückkehr von Michael Poulsen und seiner Band. Passend zu den Sommerfestivals und den Headliner-Slots bei Rock am Ring und Rock im Park steigt "Seal the Deal & let's boogie" in den Ring, um die Massen zu begeistern und den Status der Band als Common-Sense-Giganten in der Schnittmenge aus Rock und Metal zu untermauern.

Dies schaffen die Dänen traditionell vor allem durch ihr wohl bekanntes Händchen für Hits, mit dem man sich bereits zuvor ein Arsenal an Rock N Roll-Hymnen anlegen konnte, wie es nur wenige ab 2000 gegründete Bands ihr eigenen nennen dürfen. Den Vorwurf, es aktuell vor allem in Übersee zu etwas bringen zu wollen, müssen sich Volbeat natürlich einerseits gefallen lassen, andererseits kann es ihnen auch keiner übel nehmen, dass sie ein möglichst großes Publikum erreichen wollen. Davon abgesehen ist der Sound des Quartetts, das neuerdings durch Bassist Kaspar Boye Larsen erweitert wurde, der an den Albumaufnahmen allerdings noch nicht beteiligt war, seit eh und je überaus amerikanisch geprägt (Cash, Metallica, Social Distorion), sodass der Erfolg in Nordamerika durchaus vorherzusehen war. Anbiederung jeder Art ist somit überhaupt nicht nötig, und die alte "den eigenen Sound verwässert"-Leier kann man ebenfalls getrost stecken lassen. Das einzige kleine Entgegenkommen ist die Tatsache, dass es von "For Evigt" mit "The Bliss" eine Alternative Version gibt, in welcher der Chorus statt auf Dänisch auf Englisch gesungen wird (in Europa als Bonustrack veröffentlicht und umgekehrt). Erwähnte Nummer steht in der Tradition von "The Garden's Tale" und "Maybellene I Hofteholder", bei denen Vordenker Poulsen seiner dänischen Heimat bereits auf vorherigen Alben Tribut gezollt hat. Der Song an sich ist übrigens ein formidabler Ohrwurm, von denen es auf "Seal the Deal & let's Boogie" eine ganze Batterie gibt. Da wäre das schnell ins Ohr gehende "The Gates of Babylon" zu nennen, bei dem Volbeat auch auf ein paar ungewohnte Gitarrensounds zurückgreifen, dann natürlich die locker-flockige Schunkelnummer "Black Rose" (ein Duett mit Danko Jones) und das bereits seit letztem Jahr live präsentierte "The Devil's bleeding Crown" mit seinem amtlichen Hitpotential. "Battleship Chains" versprüht fröhliches Volbeat-Flair und bietet außerdem unbekümmerten Rockabilly-Singalong. Nicht weniger hartnäckig hält sich "Goodbye forever" im Ohr, und "The Loa's Crossroad" überrascht durch die Hinzunahme eines Dudelsacks, ähnlich wie seinerzeit die Reggae-Note im von den Fans noch heute amtlich gefeierten "Still counting".

Das Hit-Uhrwerk des Quartetts läuft also auch mit nur noch zwei Gründungsmitgliedern (neben Michael Poulsen gehörte auch Schlagzeuger Jon Larsen zur Ur-Besetzung) mit einer unglaublichen Präzision, Ausdauer und Zuverlässigkeit, dass man eigentlich ein reinrassiger Hater sein muss, um tatsächlich in Frage zu stellen warum Volbeat längst die größten Hallen des Kontinents im Handumdrehen ausverkaufen. Der Rest macht sich einfach noch ein Bier auf und lässt sich von "Seal the Deal & let's boogie" gewohnt süffig und mitreißend auf höchstem Rock N Roll-Niveau unterhalten. Feinstes Entertainment!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2016 9:00 AM MEST


Psychic Warfare (Digipak)
Psychic Warfare (Digipak)
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Clutch so eingängig wie nie, aber so gut wie immer!, 2. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Psychic Warfare (Digipak) (Audio CD)
Wenn Clutch eines sind, dann authentisch. Seit mittlerweile 24 Jahren spielen die Amis ihren trendresistenten Stiefel runter und stehen damals wie heute für große Qualität abseits des Rock-Mainstreams, aber doch bekannt genug, um eine amtliche Anhängerschaft hinter sich zu wissen. "Psychic Warfare" ist Album Nr. 11 und punktet neben den gängigen Stärken vor allem mit seiner Vielseitigkeit.

Im Falle von Clutch darf man "ohne jegliche Trends" keinesfalls mit "retro" verwechseln, denn diese schon längst wieder tot gerittene Sau hat das Quartett nie gesattelt. Stattdessen klingt man in erster Linie uramerikanisch, erdig und hatte über die Jahre stets das Bedürfnis, die eigenen Grenzen auszuloten und auch mal ein wenig zu experimentieren. Auch deshalb weiß man heute gar nicht mehr so genau, ob Clutch nun Stoner Rock, Sludge, Psychedelic oder doch irgendwie schnöden Hardrock spielen. Einen Unterschied macht das alles nicht und irgendwie haben alle ein bisschen Recht, die eine der genannten Schubladen verwenden, um das Quartett bzw. dessen Stil greifbarer zu machen. Hinzu kommt außerdem ein Hang zum Blues und sogar eine Prise Funk, vor allem aber hat man sich seine Fans wohl vor allem mit den meterdicken Riffs erspielt, die mit überaus satten Grooves Hand in Hand gehen. Wie geil diese Kombination klingen kann, konnte man unter anderem während der zurückliegenden Festivalsaison hören, wo Clutch bereits "X-Ray Visions" als Vorgeschmack im Set hatten. Nicht weniger schnell schaffen es "Firebird" und "A quick Death in Texas" ins Langzeitgedächtnis, womit "Psychic Warfare" bei vielen Hörern schon in den ersten 15 Minuten gewonnen haben dürfte. Was allerdings kein Grund ist, die Platte wieder aus dem Player zu werfen, denn das hier ist nicht bloß ein "passt schon"-Scheibchen, sondern in der Tat eine der besten Platten des Spätsommers, vielleicht sogar der gesamten zweiten Jahreshälfte. Verantwortlich dafür ist nicht nur die eine oder andere satte Riff-Ohrfeige, sondern auch das, was vermeintlich ein bisschen abseits des eigentlichen Weges passiert. Das kurze Instrumental "Doom Saloon" etwa, das genau so klingt wie es der Titel vermuten lässt und das einen in der Hitze flirrenden Highway vor dem geistigen Auge erscheinen lässt, gleichzeitig aber auch als Ouvertüre zum sich direkt anschließenden "Our Lady of Electric Light" fungiert. Diese Halbballade ist sicherlich irgendwie ein stilistischer Ausreißer, funktioniert aber trotzdem ganz hervorragend und weiß gekonnt eine stimmungsvolle Western/Wüstenatmosphäre aufzubauen. "Noble Savage" setzt da andere Prioritäten, denn hier hat - bewusst oder nicht - wohl die Tour vor einigen Jahren mit Volbeat ihre Spuren hinterlassen. Oder handelt es sich um einen versteckten Gruß an die Kollegen, wenn Neil Fallon und Co. ein Mini-Segment von "Sad Man's Tongue" anreißen (das Michael Poulsen selbst bekanntlich bei Johnny Cashs "Folsom Prison Blues" abgekupfert hat, woraus er allerdings nie einen Hehl gemacht hat)? Wie Clutch dem ganzen dann noch eine ordentliche Prise Motörhead untermischen klingt auf dem Papier erst mal simpel, entpuppt sich aber als genialer Kniff. Nicht weniger gut sind "Behold the Colossus" und "Sucker for the Witch", die ebenfalls zum sehr guten Gesamteindruck beitragen. So schafft es auch "Psychic Warfare" wie schon die meisten seiner Vorgänger auf seine ganz eigene Art zeitlos zu klingen und ohne jede Effekthascherei einfach mal mächtig Eindruck zu schinden.


Higher Truth (Deluxe Version)
Higher Truth (Deluxe Version)
Preis: EUR 13,99

5.0 von 5 Sternen Die Nachwirkungen der "Songbook" Tour - Chris Cornell auf den Spuren großer amerikanischer Songwriter, 2. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Higher Truth (Deluxe Version) (Audio CD)
Gerechtfertigt oder nicht: Für sein letztes Album "Scream" musste Chris Cornell einige Kritik einstecken. Von daher könnte man den Eindruck gewinnen, er wollte erst einmal Gras über die Sache wachsen lassen, was die schlappen sechs Jahre Wartezeit auf "Higher Truth" erklären könnte. Persönlich finde ich beides unangebracht, denn für das, was "Scream" sein sollte, das seinerzeit in Kooperation mit Platin-Produzent Timbaland entstand (der zugegeben vor allem im R'n'B und Hip Hop seine Sporen verdient hat), war die Platte schlichtweg großartig. Dass einige Fans das Album von vornherein mieden wie der Teufel das Weihwasser ist dann allerdings auch ehrlich gesagt deren Problem, denn zum einen sind Soloalben immer auch ein Ventil für Experimente, zum anderen waren genug Hits ("Long gone", "Ground Zero", "Climbing up the Walls") auf der Scheibe zu finden. "Entwarnung" kann man trotzdem geben, denn "Higher Truth" schlägt in eine ganz andere Kerbe.

Die mehrteilige "Songbook"-Unplugged Tour durch die USA und das dazugehörige Live-Album versöhnten nicht nur viele Fans, sondern zeichneten rückblickend betrachtet auch den Weg vor, den Chris Cornell mit seiner neuen Platte nun naheliegenderweise einschlägt. So ist "Higher Truth" nicht nur in Sachen Artwork mit einer schlichten Eleganz ausgestattet, sondern auch die Songs sind deutlich reduzierter als noch auf dem Vorgänger. Ein richtiges Akustik-Album, wie zwischendurch immer mal wieder gemunkelt wurde, ist es dennoch nicht geworden, denn hin und wieder greift der Soundgarden/Ex-Audioslave Frontmann natürlich auch gerne mal zur Elektrischen, wobei in der Tat die Akustikklampfe eine weitaus größere Rolle in den meisten Songs spielt. So ist "Higher Truth" ein im positiven Sinne leichter, dazu noch abwechslungsreicher Longplayer geworden, der gar nicht so sehr ein bestimmtes Genre bedienen will (oder überhaupt kann), sondern vor allem in den Fokus stellt, was für ein begabter Songwriter Chris Cornell eigentlich ist (sollte das irgendjemandem bisher verborgen geblieben sein). Wie zur finalen Absicherung hat sich der charismatische Sänger in die Obhut von Brendan O'Brien (Bruce Springsteen, AC/DC, Billy Talent) begeben, der auch die letzten Zweifel auslöscht, dass hier auch nur irgendetwas schief gehen könnte. Entsprechend wenig überrascht die Sicherheit, mit der tolle Songs wie "Dead Wishes" und "Before we disappear" aus dem Ärmel geschüttelt werden, während "Let your Eyes wander" mit seiner lieblich gezupften Gitarrenarbeit und "Our Time in the Universe" mit einer immer wieder kurz aufflackernden orientalischen Melodielinie aufhorchen lassen. Der Bonustrack "Bend in the Road" (einer von deren vier) versprüht dagegen durch Mundharmonika, Hammondorgel und sehr dezente Gospel-Chöre wohlig warmes Südstaatenflair. Da ist man fast schon ein bisschen irritiert, wenn der Titeltrack "Higher Truth" unerwartet in verzerrten Krachkaskaden endet, die man dieser Platte eigentlich gar nicht zugetraut hätte.

Völlig neu sind diese nachdrücklich zu Tage geförderten Facetten für Chris Cornell-Kenner natürlich nicht (vgl. "Scar on the Sky", "Sweet Euphoria" etc.), im Gegenteil tut er sogar gut daran, seine Hörer nicht wie beim viel diskutierten Vorgänger einfach zu überrumpeln. In Sachen Konsequenz geben sich beide Scheiben hingegen nichts, in dieser Hinsicht ist sich Cornell zweifelsohne treu geblieben. Wirkliche Angriffsflächen bietet die Grunge-Ikone mit ihrem vierten Studioalbum nicht, denn die Songs sprechen für sich, der Klang ist standesgemäß und die Stimme (diesmal mit verhältnismäßig wenig Gebell) ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Wen die Soundgarden-Reunion und deren Comeback-Platte noch nicht versöhnt haben sollten, der wird spätestens jetzt wieder beide Daumen für die musikalischen Pfade unseres Helden heben. Und sogar Fans des belgischen Chartstürmers Milow könnten an "Higher Truth" ihre Freude haben.


Who Disturbs the Water
Who Disturbs the Water
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Abkehr vom Gothic Sound, dafür aufrichtiger, toll inszenierter Pop mit Substanz und einer überragenden Stimme, 2. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Who Disturbs the Water (MP3-Download)
Davon, dass Vic Anselmo eine höchst ausdrucksstarke Sängerin mit einem Händchen für das Komponieren feiner Melodien ist, zeugten bereits ihre ersten beiden Alben. Gleichwohl gelingt es ihr nun auf dem neuen Werk „Who disturbs the Water“, ihre Stärken noch einmal viel effizienter auszuspielen als auf den Vorgängerplatten. Dies liegt vor allem am Mut zur Reduktion auf das Wesentliche. Statt den Liedern noch wie auf „Trapped in a Dream“ und „In my fragile...“ ein komplettes Band-Arrangement überzustülpen, präsentiert Vic Anselmo ihre neuen Stücke in fast schon spartanisch instrumentierten Versionen. Gesang und Klavierspiel der Protagonistin stehen hier ganz klar im Vordergrund und werden nur von einigen Streichern, dezenter Percussion sowie einer gelegentlich in zweiter Reihe hinter dem Piano agierenden Akustikgitarre unterstützt. Das eröffnet der dunklen Stimme Anselmos viel Raum, den sie nutzt, um insbesondere den schwermütigeren Momenten („Say you“, „Daylight“, „Holy Grund“) mit ihrem mysteriösen, dramatischen und sinnlichen Vortrag eine gewaltige Intensität zu verleihen. Aber auch, wenn es einmal etwas beschwingter wird („Every Time you come around“), überzeugt die Darbietung der mittlerweile in Deutschland lebenden Lettin vollends. Passend dazu, dass mit der klanglichen Ausrichtung des neuen Werks der Gothic-Rock-Einschlag der vorherigen Alben passé ist, inszeniert sich die Interpretin übrigens nun auch in ihren Texten und ihrem Image weniger als Kunstfigur, sondern scheint dem Hörer stattdessen einen unverstellten Blick in ihr Innenleben zu gewähren. „Who disturbs the Water“ ist damit ein Album geworden, das aufrichtige, handgemachte, gekonnt umgesetzte sowie einzigartig gesungene Popmusik bietet und das seiner leider etwas sehr kurz geratenen Spielzeit zum Trotz mit vielen wunderschönen Momenten zu gefallen weiß.


Verfallen Folge 1: Astoria (Limited 2CD Edition)
Verfallen Folge 1: Astoria (Limited 2CD Edition)

4.0 von 5 Sternen Asp mehr denn je als Geschichtenerzähler - Packende Vertonung der Geschichte von Kai Meyer, 2. Dezember 2015
Wer im Duden "Arbeitstier" nachschlägt, wird vermutlich auch auf ein Foto von ASP-Mainman Alex Speng stoßen. Und vielleicht ein wenig erschrecken, denn der gothische Märchenonkel trägt neuerdings... äh, Haar. Erstmals seit so ziemlich genau immer, womit wir schon mal die erste, wenn auch trivialste Neuigkeit parat hätten. Wesentlich interessanter ist natürlich das neue Album "Verfallen", ein weiteres Herzensprojekt des Frankfurters, der für die Umsetzung sogar seinen "Fremd"-Zyklus unterbrochen hat.

Statt also wie zunächst geplant den "Maskenhaft"-Nachfolger zu präsentieren, wird nun erst einmal das gemeinsame Kind des Gothic Novel Rockers und des deutschen Autors Kai Meyer in die Tat umgesetzt. Dieser hat extra für seinen langjährigen Freund eine (gar nicht so kurze) Kurzgeschichte geschrieben, die ASP nun in Noten und Musik umgesetzt und auf ihre ureigene Weise interpretiert haben. Dabei muss nicht nur die phantastische, sich um das tatsächlich existierende Hotel Astoria in Leipzig drehende Geschichte und deren Handlung berücksichtigt werden, sondern diese soll und muss auch für den Hörer greifbar bleiben. Somit müssen sich ASP vom hin und her springen innerhalb der Geschichte und auch von all zu vagen Erzählsträngen weitestgehend verabschieden, um der Sache auch wirklich zu dienen und ihr gerecht zu werden. Gleichzeitig ist so alles für den Zuhörer inhaltlich nachvollziehbar, wobei man "Verfallen", das mit dem Zusatz "Folge 1: Astoria" versehen ist, da es sich um einen Mehrteiler handelt, dennoch kaum auf die Schnelle nebenbei erkunden kann. Aber das war schon immer einer der großen Pluspunkte des ASP‘schen Universums, nämlich dass die Musik zwischen den ungezählten Hits stets von willkommener Substanz war und ist. Ohne inhaltlich zu viel zu verraten sei gesagt, dass etwa die Hauptfigur in "Zwischentöne: Ich nenne mich Paul" vorgestellt wird, das musikalisch passend die inhaltlich thematisierte Zugfahrt repräsentiert. Ebenso gibt "Dro(eh)nen aus dem rostigen Kellerherzen" seinen Teil der Erzählung überaus passend und düster wieder, wobei die Nummer mit knapp zehn Minuten auch mehr als genug Zeit eingeräumt bekommt, um sich zu entfalten. Facettenreich wie die Texte präsentiert sich auch deren Klanggewand, das mal von locker marschierenden Toms ("Zwischentöne: Luft") getragen wird, sich an anderer Stelle aber in Form eines mechanisch-angehauchten Grooves manifestiert, der mit lässig geklopfter Bassarbeit daherkommt ("Souvenir, Souvenir"). Neben balladesken bis dramatischen Momenten ("Mach's gut, Berlin", "Alles, nur das nicht!") weiß ASP natürlich auch um die Notwenigkeit von Hits und Hooks, die den ganzen Komplex zusammen und den Fan bei der Stange halten. Denn zwischen all dem Geschichtenerzählen darf auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommen, der besonders mit "Astoria verfallen" und "Fortsetzung folgt" genüge getan wird. Letzteres bewirbt sich mit Nachdruck um den Posten des zukünftigen Standardwerks vor den Zugaben bei Live-Shows. Wer mit solchen klassischen ASP-Hymnen aufwartet, darf sich auch eine zwölfminütige Geschichte wie die Tragödie "Loreley" erlauben, ein Lied über eine käufliche Blume der Nacht, die am Tag Hannelore heißt und nach Anbruch der Dunkelheit als Loreley im viel besungenen Hotel Astoria ihre Dienste anbietet. Ein Bezug zu Kai Meyers gleichnamigem Roman von 1998 besteht übrigens nicht, dieser befasst sich nämlich mit der tatsächlichen Loreley in St. Goarshausen und den dazugehörigen Mythen und Legenden. "Verfallen (Folge 1 - Astoria)" hingegen schreibt seine eigene Geschichte und sorgt selbst für die Mythen, die in Zukunft von ASP noch weiter behandelt werden und durch den realen Bezug zum titelgebenden, seit geraumer Zeit leer stehenden Hotel noch greifbarer werden. Die limitierte A5 Mediabook-Version des Albums kommt übrigens samt Bonus CD daher und enthält außerdem die Kai Meyer Geschichte "Das Fleisch der Vielen", die diesem Longplayer zu Grunde liegt. Es ist also angerichtet und wer mag, kann sich intensiv in "Verfallen" hineinhören und -lesen. Wie immer kann man sich aber auch einfach nur auf die Musik konzentrieren - wer in der Vergangenheit etwas mit ASP anfangen konnte, macht also auch mit dieser Scheibe rein gar nichts falsch.


Sovran (Limited First Edition)
Sovran (Limited First Edition)
Preis: EUR 16,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dark / Doom Metal-Höhepunkt ohne Schwächen oder große Überraschungen (Fans packen einen Punkt drauf)!, 2. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Sovran (Limited First Edition) (Audio CD)
Zwischen Schwermut und Schwerfälligkeit ist es wohl nur ein kleiner Schritt. Bestes Beispiel hierfür sind Draconian, die schwedischen Meister des Gothic Doom Metals. Wie keine andere Band (außer vielleicht My Dying Bride) schaffen sie es, Verzweiflung und Schwermut in Perfektion zu vertonen. Andererseits hat man es in rund 20 Jahren Bandgeschichte gerade mal auf fünfeinhalb Alben gebracht. Das neueste trägt den interpretationswürdigen Namen „Sovran“. Möchte man damit andeuten, dass man – wenn man denn mal aus den Puschen kommt – souverän an der Spitze der Szene steht? Keine Ahnung, aber bei den eher bodenständigen Jungs aus Säffle eher unwahrscheinlich. Fakt ist aber, dass im Hause Draconian seit dem letzten Album „A Rose for the Apocalypse“ (2011) ein potentiell schwerwiegender Einschnitt stattgefunden hat. Mit Lisa Johansson hat die langjährige Sängerin (und optisches Aushängeschild) die Band verlassen. Doch man kann Entwarnung geben. Mit Heike Langhans hat man stimmlich mindestens gleichwertigen Ersatz gefunden (über die Bühnenpräsenz der Dame ist es müßig zu spekulieren, da die Touraktivitäten von Draconian eh gegen Null tendieren). Die Südafrikanerin mit deutschen Wurzeln war bislang in eher elektronisch geprägten Projekten aktiv, passt mit ihrer sanften, unaufgeregten Stimme aber perfekt ins Klangbild. Ähnlichkeiten zu ihrer Vorgängerin sind durchaus vorhanden. Man setzt also weiterhin auf den etablierten Kontrast zwischen einschmeichelnder weiblicher Stimme und den harschen Growls von Frontmann Anders Jacobsson.

„Sovran“ bietet auch ohne Digipack-Bonustrack (der mir bislang nicht vorliegt) über eine Stunde Düsternis. Schon der Opener „Heavy lies the Crown“ zieht einen hinunter in die Untiefen skandinavischer Finsternis. Allerdings gibt dieser Track auch ein wenig die Marschroute des gesamten Albums vor. Man verharrt überwiegend in ruhigen Gefilden. Stücke, die mal ein wenig Tempo machen, die auf dem Vorgänger noch häufiger vertreten waren, sucht man hier mit der Lupe. Wenn, sind es einzelne Parts wie in dem herausragenden, mit Geigen getragenen „The wretched Tide“. Mit einem perfekt arrangierten Break durchbricht hier ein von Heikes Gesang dominierter Uptempo-Part ein paar mal die schleppende Tristesse. Der Auftakt von „Stellar Tombs“ verspricht ebenfalls ein wenig Fahrt aufzunehmen, doch schnell ist man auch hier auf dem Boden der Schwermut angekommen. Wenn man der Scheibe also einen Vorwurf machen kann, dann dass diese neun Stücke zwischen sechs und neun Minuten insgesamt vielleicht doch etwas zu sehr im gleichen Trott angesiedelt sind. Auch die Eingängigkeit hat man im Vergleich zum Vorgänger etwas gedrosselt. Zwar bleiben die „Refrains“ (ob man in diesem Zusammenhang überhaupt von Refrains sprechen sollte, weiß ich nicht) von „Dusk Mariner“ oder „The Marriage of Attaris“ im Ohr, aber ansonsten sind es eher die besonderen Momente, die diese Scheibe auszeichnen. Etwa der gesprochene Dialog zwischen Anders Jacobsson und Heike Langhans in „Dishearten“, der erneut mit einem Break zum Niederknien in einen schnelleren, melodischen Part mündet, in dem Heike Langhans stimmlich mal aus sich heraus geht (und fast ein wenig wie Sharon den Adel klingt). „Rivers between us“ kann mit einem Duett und zweistimmig klar gesungenen Parts aufwarten. Für den männlichen Teil zeigt sich Gastsänger Daniel Änghede von der englischen Alternative Rockband Crippled Black Phoenix verantwortlich. Im Großen und Ganzen bietet „Sovran“ Draconian-Stoff, wie ihn die Fans wohl erwarten konnten: ohne echte Schwachpunkte, aber auch ohne wirkliche Überraschungen. Ob man letzteres positiv oder negativ wertet, sei jedem selbst überlassen.


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