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Rezensionen verfasst von
Klitze

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Helene Fischer - Weihnachten - Live aus der Hofburg Wien (DVD, mit dem Royal Philharmonic Orchestra)
Helene Fischer - Weihnachten - Live aus der Hofburg Wien (DVD, mit dem Royal Philharmonic Orchestra)
DVD ~ Helene Fischer
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Ein Weihnachtsgeschenk für Sinne und Ohren., 19. Dezember 2016
Mit Weihnachtsalben lässt sich nur eine kurze Zeitspanne Geld verdienen. Dieser enge Zeitrahmen ist auch der Grund warum nicht viele Künstler solche auf den Markt bringen. Nur wenn es ihnen eine Herzensangelegenheit ist, nur dann nehmen sich Künstler die Zeit ein solches einzusingen.

Wie sehr eine Person hinter dem steht sieht man beim Livekonzert. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Man sieht und hört ob die Seele hinter dem steht was einst mal als großes Versprechen startete. Zumal man Zweifelt und keine Fan der Künstlerin ist.

Eine solche persönliche Sache war es anscheinend auch für Helene Fischer.

Hier nun beim Konzert in der Hofburg Wien ist es ihr echt gelungen traditionelle Musik mit der Moderne zu vereinen. Was hier das Ohr des geneigten Hörers erreicht ist ein Vollgenuss. Hier werden alte Lieder wieder in einer dem Anspruch angemessenen Art wiedergegeben.

Vor allem ist hier besonders zu vermerken, dass es die Interpretin den ganzen Abend über schafft sich zurück zu halten. Sie übersingt die teilweise sehr alten Song nicht, sondern fügt sich gekonnt in das (eigene) Arrangement ein. Der Abend ist geprägt von einem tiefen Respekt gegenüber dem Anlass.

Besonders positiv fällt es auf, wenn man die modernen englischen Songs neben den alten Liedern betrachtet. Hier schlägt sie gekonnt einen Bogen vom Popp über Jazz bis zur traditionellen Musik. Hierbei geht sie mit einer Professionalität vor, welche ihresgleichen sucht. Manchmal meint man auch einen Touch Musical verspüren. Jedoch ist das überhaupt nicht dominant. Hier fällt mir als Vergleich nur die Bigband-Aufnahmen von Robbie Willliams ein. Auch kann man hier Parallelen zu den beiden großen Cross-Over-Musikern der letzten Zeit, Jon Lord und David Garrett, ziehen.

Zusammen mit den Royal Philharmonic Orchestra und den Wiener Sängerknaben bereitet sie eine Überraschung (Stichwort Bing Crosby, Ricky Martin, Xavier Naidoo, Frank Sinatra und Plácido Domingo) nach der anderen.

Im Großen und ganzen ein fantastischer Auftritt, der mir die längst vergangene Vorfreude auf das Weihnachtsfest zurück gab. Beherrscht vom Kommerz vermisste ich das Gefühl der Freude auf das größte Familienfest, bei welchem es eben nicht nur um das Austauschen von Geschenkten geht.

In einer Zeit, die heute von der Jagt auf die Geschenke bestimmt wird, in der sich Menschen mehr darum kümmern, dass die Geschenke den annähernd gleichen materiellen Wert besitzen, ja da ist dieses kleine Meisterstück eine echte Überraschung. Schließlich braucht man es nicht nur einmal zu nutzen. Jedes Jahr aufs Neue kommt das Weihnachtsfest. Eine Herzensangelegenheit auch für mich.

In diesem Sinne werde ich mir das Studioalbum schnell noch als download holen. Hier gibt es eine dicke Kaufempfehlung.


Rainbow - Memories in Rock: Live in Germany
Rainbow - Memories in Rock: Live in Germany
DVD ~ Ritchie Blackmore
Preis: EUR 16,81

12 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rainbow am Viadukt, 20. November 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Seit dem Ende der Formation mit Doogie White 1995 legte der gute Ritchie die E-Gitarre aus den Händen. Welch ein Verlust für die Welt. Fortan tingelte er mit seiner Liebsten und anderen Mitstreitern durch Burgen und andere Örtlichkeiten. Er gab den mittelalterlichen Musikus.

Am 17.06.2016 jedoch fand diese Periode ein vorläufiges Ende. Da spielte seine Band "Rainbow" in St. Goarshausen (Loreley) und einen Tag später in Bietigheim (Festplatz am Viadukt). Beide Konzerte wurden aufgezeichnet. Die DVD hierzu veröffentlicht. In der Ausgabe mit einem Silberling finden sich Auschnitte beider Konzerte wieder. In den Extras findet man alternative Mitschnitte (nachräglich geändert - siehe Kommentare).

Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe bestellte ich mir ein Exemplar. Gestern wars im Kasten, also raus damit und in den Player. Außer dem Man in Black kannte ich fast keinen der Musiker auf der Bühne. Erschrocken war ich erst über das doch sehr rudimentäre Schlagzeug des Herrn David Keith. Doch was er daraus hervorbringt kann sich sehen lassen. Bob Nouveau spielt aber ansonsten einen munteren und druckvollen Bass. Jens Johansson kannte ich von Yngwie Malmsteen. Der Schwede spielt Gitarre und Keyboard. Warum sich Ritchie gerade ihn ausgesucht hat, einen Grund wird's haben. Mir persönlich spielt er die zweite Hälfte des Konzertes einfach zu unpräzise.

Eine Überraschung jedoch war der Sänger Ronnie Romero. Er singt echt gut und schafft es den Bogen von Purple und Rainbow zu schlagen. Der Gute wurde 1981 geboren, zu einer Zeit, da Rainbow fast schon Geschichte waren. Einen Großteil der Titel die er sang kennt er nur aus der Konserve. Daher auch sein kleines Versehen beim anheizen der Massen beim Song 'Man On The Silver Mountain'. Dort ruft er ins Publikum Ronnie Dio sei dieser Mann. Stimmt nicht ganz; den James hat er unterschlagen. Ich will ja nicht kleinlich wirken, aber ehrlicher wärs halt vollständig.

Ach ja ehrlich und vollständig. Da war ja noch der eigentliche Star des Abends. Der Mann mit der Gitarre und den Zauberfingern. Dieses Mal verteidigte er nicht die rechte (von ihm gesehen die linke) Seite der Bühne. Standhaft steht er in Formation mit den anderen namenlosen. Die grossen Speedattacken am Hals seines Zauberteils jedoch blieb er schuldig. Die langsameren Passagen jedoch die favorisierte er prächtig. Liegt es daran, dass der gute Ritchie in die Jahre kommt, oder wollt er einfach nicht?

Wir werden es nicht erfahren. Selbst beim 'Cild In Time' bricht kein Gitarrengewitter über die Zuschauer herein. Der Herr Romero hat noch nen guten Lauf aber Ritchie.... Gerade als es spannend wird und man vermutet jetzt geht es ab, ja da wird geschrammelt und midtempo gebluest. Keine irren Läufe zum Ohrenschmalz wegschieben. Das ist zu wenig für mich. Zu Tode gespielt, geopfert dem eigenem Anspruch und den Erwartungen des Publikums.

'Mistreated' ist auch so ein Trauerfall. Kennt man das Original, dann fällt man vom Glauben ab. Auch 'Smoke On The Water' wird verhunzt wie zur Rainbow-Zeit. Was soll das rifflose Eingesinge vom Herrn Romero? Und dann der Text! Durfte er Deep Purple nicht erwähnen? Ganze Worte wurden neu hinzugefügt. Kurios; machte Ritchie einst doch genau das Ian Gillan des öfteren zum Vorwurf. Er könne den Song schon manchmal nicht erkennen, so äußerte sich Ritchie damals.

Die Rainbow-Songs jedoch sind gut interpretiert. Keine Frage hier hört man schon irgendwie gewohntes. Der Sänger ist Dio näher als man vermuten könnte. Romero gibt ganz toll den Dio, den Bonnet und einen seltsamen Turner. Bei Gillan bzw. Coverdale jedoch versagt des Sängers Höflichkeit. Man kann die Deep Purple Songs jedoch mit den Versionen der Dio- und Turner-Phasen vergleichen. Da geht es einigermaßen gut aus.

Bleibt die Frage: Was soll das? Geht es ums Geld? Bringt es der Minnegesang nicht mehr? Ritchie spielte mit so erstrangigen Musikern zusammen. Von denen konnte er keinen für diese Konzerte gewinnen? Oder ging es um Eitelkeiten? Wollte er der einzig Geniale auf der Bühne sein?

Nach zweimalige Anschauen bin ich ein wenig enttäuscht. Ich hatte mehr erwartet. Da war keine dominante Ritchie-Gitarre. Viel Rhythmusgeschrammel auf der Zaubergitarre. Da war viel filigrane Fingerfertigkeit, jedoch viel weniger als sonst. Da war kein Geschwindigkeitswechsel im Spiel.

Die Zutaten für ein tolles Konzert waren vorhanden, allein das Quentchen fehlte, welches dieses Event zu einem besonderen Ereignis qualifiziert. Es fehlte nicht an Momenten die verzauberten, nein nur es waren schlichtweg zu wenig von guten Herrn Blackmore.

Der Man In Black ist immer eine Kaufempfehlung wert. Ihn spielen zu sehen ist das Geld ganz sicher wert. Man kann aber auch spüren, dass viele Jahre ins Land zogen, seit jenem Zeitpunkt als die gespielten Titel entstanden. Respektvoll betrachtet ist diese Aufnahme eine liebevolle Reminiszenz an seine Kariere, an Musik die Millionen begeisterte und immer noch begeistert.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 20, 2016 8:02 PM CET


Live At Bush Hall 2007
Live At Bush Hall 2007
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Gary Moore Live und für Immer, 8. Oktober 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live At Bush Hall 2007 (Audio CD)
Der gute Gary ist leider viel zu früh auf tragische Weise von uns gegangen. Ich schätzte ihn und seine Musik ungemein. Er war mit vielen Größen des Geschäftes auf Du und Du. Eric Clapton ließ es sich genauso wenig nehmen mit ihm zu spielen, wie auch Jack Bruce ihn sicher hoch schätzte. Seine bescheidenen Art bescherte ihm hohes Ansehen und wurde so zu manchem Höhepunkt bei vielen Veranstaltung bei welcher er auch nur als Gast auftrat.

Höre ich mir nun die Aufnahmen hier auf diesem Live-Mitschnitt an, so bin ich überwältigt. Ich kenne sehr viele Aufnahmen von ihm, doch keine offenbart hier seinen Glanz. Hier kracht es gänzlich in jeder Minute. Es braust ein Sturm über den Blues her, wie ihn nur dieser Mann aus seinen Fingern in die Verstärker treiben konnte. So trocken und rau klang er an diesem Abend. Wenn man so will kann man es mit geschlossenen Augen sehen wie die Anmut des Blues über die harte Realität der Straße die Oberhand gewinnt. Was für ein Ereignis!

Allein der druckvolle Eindruck beim Hören der Musik versetzt einen mitten zwischen das Publikum. Wenn man ein Beispiel für die Power des Blues sucht, hier hat man es gefunden. Neben den üblichen Verdächtigen 'Still Got The Blues','Walking By Myself' und 'The Blues Is Alright' sind es vor allem die vielen tollen Passagen gerade im Mittelteil des Auftrittes. Hier hört er sich noch härter und rauher an als jemals zuvor (bsp. 'Thirty Days'). Gerade 'Too Tired' und der sich nahtlos anschließende 'Gary's Blues' haben so viel Power, dass einem hören und sehen vergeht. Von Anfang bis Ende jagt ein Höhepunkt den Nächsten. Anspieltip für viel Gefühl: 'I Had a Dream' und 'Don't Believe A Word'.

Einfach klasse was an diesem Abend des 17.05.2007 für die Nachwelt festgehalten wurde. Welch ein Glück, dass sich jemand fand es in dieser Form so druckvoll wieder abzumischen und dann auf den Markt zu bringen. Was für ein Vergnügen sich so an diesen großen Gitarristen erinnern zu können. Mein Dank gilt hier den Toningenieur Dave Wooster und Eagle Records.

Eine wahrlich gelungene Reminiszenz an diesen tollen Menschen, Musiker, Songschreiber und Komponisten. Er hinterließ ein riesiges Loch im Innersten eines jeden Hardrockers und Bluesfan. Auch bei mir starb ein kleines Stück meines Herzens am 06.02.2011 als ich durch die Nachrichten vom unaussprechlichen erfuhr. Hier lebt er nochmals, hier hört man ihn so wie er es wohl am liebsten wollte; hart am Limit und doch im Sinne seiner Musik.


Long Live Rock & Roll (Rmst)
Long Live Rock & Roll (Rmst)
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Rainbow rockt wie eh und je, 22. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Long Live Rock & Roll (Rmst) (Audio CD)
Ronnie James Die war der unangefochtene Mitbestimmer bei Rainbow. Doch die Zeiten ändern sich halt und ab und zu gibt es Überraschungen. Hier jedoch verborgen unter dem Deckmantel des Verschwiegenen. Fein säuberlich wird hier ein Album veröffentlicht, das wohl das Letzte seiner Art war und gleichzeitig den Neustart in eine andere Zeit darstellte.

Tony Carey und Jimmy Bain waren Geschichte und als Ersatz waren David Stone und Bob Daisley angeheuert. Mit neuem Tastenverantwortlichen und dem wirklich nicht unbekannten Bassmann Daisley ging es also in die nächste Runde. Ritchie wollte den kommerziellen Erfolg und Dio den progressiven Rock. Zwei Dinge, welche beide auf Dauer trennten.

Das im April 1978 erschienene Album jedoch war eine tolle Sache. Die Welt dürstete nach mehr Rainbow und die Band lieferte. 'Long Live Rock'n'Roll' ist ein Bandklassiker ohne Frage. Ein Bestandteil jeder gut ausgestatteten Rock-Sammlung. `Kill The King' steht dem Opener in Nichts nach. Alles bester Rock in feinster Ausführung. Das opulente `Gates Of Babylon' ist noch heute ein auf Ronnie zugeschnittener Maßanzug. Auch er nahm dieses Stück - genau wie die beiden erst genannten nie aus seinem Live-Popfolio.

Was für Stücke hier zu hören sind, das versteht man erst nachdem man sich dem Album hinreichend gewidmet hat. Hier passt noch alles, wird Hard-Rock zelebriert. Das waren Rainbow, so wie der Fan sie kannte. Auch das schwermütige `Rainbow Eyes' ist für immer ein Song, welchen nur der Herr Dio so interpretieren konnte. Was für ein Gefühl in der Stimme, welche Hingabe, was für ein Stück. Ein wahrhaft würdiger Abgesang der alten Band. Das war überhaupt nicht negativ gemeint.

Jedoch `Sensitive To Light' zeigte hier schon den ersten Ansatz zum Kommerz. Doch das ist nur vage zu hören. Man hat hier schon ein ähnliches Gefühl wie später beim nächsten Album.

Nach dem Album zerbrach das zarte Geschöpf Rainbow. Ronnie hatte keinen Bock auf Kommerz und wollte lieber von Drachen und ähnlichen trällern. Ritchie dagegen wollte sein Ding durchziehen. Er wollte mehr Erfolg, vor allem überm großen Teich in den USA. Dazu brauchte er leichtere Kost. Keine schweren Riffs und Songs über fiktive Traumwelten.

Hierzu brauchte es Versuche und wieder drehte sich das Kader-Karussell. Rainbow war halt die Band vom schwarzen Mann mit der Schleudergitarre. Ronnie war’s ab da egal. Er ging mit Sabbath für zwei Studio-Alben fremd, bevor er sich mit seiner eigenen Band einen Traum erfüllte. Hier auch wieder als eine Art Alleinherrscher; im Stil vom Herrn Blackmore halt.

Ronnie lernte halt vom Besten und wurde nicht zuletzt deswegen zu einem der größten Sänger der Welt. Gott hab ihn selig.

Das Album an sich ist wohl nicht das Beste was Rainbow in der ersten Phase zu Wege brachte. Es ist vielleicht ein kleines wenig schlechter als der Überbrenner `Rising'. Auf alle Fälle ist es einer Höchstwertung würdig.

In der Deluxe Edition ist die Album-Version vorhanden. Neben dieser gibt es noch eine CD mit dem Rough Mix (mit anderer Titelreihenfolge) und mit diversen Live-Schnipseln. Für Fans und Kenner ein unbedingtes Muß. Für andere reicht sicher auch eine einfachere Variante. Ich entschied mich für die Luxus-Variante und habe es nie bereut.


Difficult To Cure (Rmst)
Difficult To Cure (Rmst)
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen Schwierig zu kurieren, 22. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Difficult To Cure (Rmst) (Audio CD)
Wer war wohl der bessere Nachfolger für den zu ersetzenden Ronny James Dio? Das Rainbow-Album mit Graham Bonnet bewies noch eine gewisse kompositorische Nähe zum alten Stiel. Etwas neues wollte der Man in Black. Er strebte nach mehr Erfolg durch einen kommerziellen Sound. Sang Graham wohl noch eine Tonspur für `I Surrender' ein, so kam in Gänze die Stimme vom Neuen aufs Band des im Februar 1981 erschienen Albums `Difficult To Cure'.

Das Mitglieder-Karussell kam beim guten Ritchie quasi nie zum Stehen. Hier schleuderte es die Herren Bonnet und Powell ins Abseits. Gleich danach nahm es mit Joe Lynn Turner (Gesang) und Bob Rondinelli (Schlagzeug) wieder fahrt auf. So ist das Leben. Einer geht, der andere Kommt.

Die Band war angekommen im Kommerz der Zeit. Das schon erwähnte `I Surrender' startete in eine neue Zeit. Das Album, sowie die beiden Single-Auskopplungen erreichten sehr gute (auch endlich) vordere Plätze in den wichtigsten Chart der Welt. Der furchtlose Fan alter Gemäuer hatte es erreicht - Rainbow waren dort angekommen wo sie hingehörten.

Auf dem Album hört sich Joe Lynn Turner echt klasse an. Er scheint nun die logische Nachfolge angetreten zu haben. Bei allen Titeln auf dem Album wirkt seine Stimme breit aufgestellt und sehr präsent. Er passt gut zum melodiösen Musikstil der neu aufgelegten Band. Rhythmisch geht es über beklatschten Sologesang (`No Release') bis zum gut gerocktem `Cant’t Happen Here'.

Nicht dass sich alles jetzt schlecht anhört! Das Album ist trotz allem Hart und geht kräftig voran. Kein Grund zum Trübsal blasen also. Der Meister der Gitarre wußte damals wie heute was sich hören lässt. Epochales mit leichten Schwerlastanteil in `Magic' wechselt mit dem soliden Rocktitel `Midtown Tunnel'. Gefällig ist irgendwie alles und man kann es ohne von langer Weile geplagt zu werden mit Kopfhörern aushalten.

Die beiden Instrumentalstücke sind aber die eigentlichen Blackmore-Glanzlichter. Am Ende der ersten LP-Seite wird der Hörer von dem langsamen `Maybe Next Time' auf die nächste Seite geschickt. Am Ende der Aufnahme jedoch gelingt dem Herrn Blackmore eine geradezu märchenhafte Verschmelzung von Klassik und Rock. Ist das Ende der Seite 1 noch verspielt so geht es in `Difficult To Cure' im wahrsten Sinne ab. Beethovens 9. Sinfonie in dieser Art auf eine Instrumentarium einer Rockband herunter zu brechen; ja das konnte nur der manchmal ernst schauende Superman in Black. Als ich zum ersten mal diese Läufe im Radio hörte, da dachte ich, das Album muss ich haben. Es gab kein Halten mehr. Ich glaube nach dem ersten Rainbow-Album (Ritchie Blackmore's Rainbow) war das mein zweites großes Rock-Vinyl. Und am Ende das glücklich überschwängliche Gelächter - das war wohl das Größte was man so vom Leben erwarten konnte. Der Hammer an sich und ein Stück Rockgeschichte ohne jeglichen Vergleich.

Wie oft und gern das Stück vom Großmeister gespielt wurde zeigt sich nicht zuletzt in der vielfältigen späteren Verwendung bei Rainbow und Deep Purple. Ian ärgerte Ritchie immer bei Live-Auftritten mit minimalistischen Superlativen. Das nervte Ritchie und darauf kam es dem Ian einst gerade wohl an.

Was am Ende bleibt ist der durchaus gute Eindruck einer neu auferstandenen Band. Das verrückte daran ist, dass viele bis heute finden, es wäre nicht nötig gewesen. Doch Vergangenen nachzutrauern brauchen wir alle nicht. Mit diesem Album hatte der Herr Blackmore schließlich Erfolg und weitere Alben zogen nach. Hier jedoch ist dies der spannende Abschluss einer Mutation, welche bei `Long Live Rock’n’Roll' begann und nun endete. Grandios ist es ganz sicher und wer einmal infiziert war, der ist mit Sicherheit nicht mehr heilbar.


Down To Earth (Rmst)
Down To Earth (Rmst)
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein hörbarer Übergang, 22. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Down To Earth (Rmst) (Audio CD)
Ronnie James Dio hatte keinen Bock mehr auf Rainbow. Kurz entschlossen holte er sich bei Black Sabbath den vakanten Posten des Sängers. Die Lücke im Herzen der Band wurde gefüllt. Graham Bonnet warf 1977 sein erstes Solo-Album auf dem Markt und hatte im Vorfeld einen Hit mit dem Duo `Marbles'. Ritchie kannte es wohl und wollte ihn fürs nächste Rainbow-Album. Und weil wir vom Man in Black ja schnelle Wechsel gewohnt waren, tauschte er noch schnell den Bass-Player (jetzt Roger Glover) und den Tastenbeauftragten (von nun an Don Airey). Allein die Personalia von Roger Glover ist hier bemerkenswert. Schließlich wurde der gute Roger vor ca. sechs Jahren höchst persönlich und ohne Begründung vom bösen Gitarrenflüsterer aus Deep Purple geworfen. Nun gut alles Geschichten von Gestern. Nur der Drummer (Cozy Powell) ließ sich nicht verekeln. Noch nicht - aber das ist eine andere Geschichte.

Von April bis zum Juli 1979 versammelten sich nun die drei neuen Kollegen mit den beiden alten und bastelten an den Songs fürs nächste Album. Es sollte ein Neustart der Band werden. Herr Blackmore wollte mehr Kommerz um so mehr Singles zu verkaufen. Ziel war es so endlich ganz oben in den Charts zu erscheinen. Mit progressiven Rock sollte nun Schluss sein. Produziert wurde das alles durch den Herrn Glover.

Das mit den Chart funktionierte auch ganz gut. Die beiden Single-Auskopplungen `Since You Been Gone' (UK=6, Dutch Charts=47 und USA=57) und `All Night Long' (UK=5) gefielen gut und erreichten erste aussichtsreiche Platzierungen. Aber immer noch nicht war der Super-Chart-Erfolg in den USA in Sicht.

Was zu hören war ist eine Mischung aus dem Rock-Album davor und ein Vorgeschmack auf das nächste Album. Die Musik ist teilweise massenverträglicher Poprock (die beiden erwähnten Singles) und durchaus immer noch progressiven Rock. Hier sei vor allem das Stück `Eyes Of The World' zu erwähnen. Das Stück wäre auch mit dem Herrn Dio gut vorstellbar. Auch `No Time To Lose' ist eines der eindeutig besseren Stücke. Wie gut sich hier der Herr Bonnet in die Band einfügt ist beachtenswert. Auch die beiden Verschnaufpausen `Makin’ Love' und `Love’s No Friend' sind durchaus zwei Stücke der eher progressiveren Seite. Zum Abschluss schließlich knallt es nochmals verbraucherfreundlich in den Hörmuscheln. Mit `Lost In Hollywood' geht es in die neue Zukunft.

Die allerdings dann ohne den Ausnahmesänger Graham Bonnet weiterging. Der startetet später mit `Alcatrazz' (Stichwort Yngwie Malmsteen) neu durch. Er passte - wohl nicht nur wegen seines Kurzhaarschnittes - nicht in das Blackmore-Leitbild der Band. Hört man ihn Live, so war er schon ein würdiger Nachfolger für Ronnie. Er klang nicht so wie er, konnte aber die Titel des Abschnittes davor relativ gut wiedergeben. Sein Nachfolger hatte da leider größere Probleme.

Tja und Cozy Powell war auch gleich mit verschwunden. Bis zu seinem Tode am 05.04.1998 spielte er noch bei verschiedensten Bands (MSG, Whitesnake, Gary Moore …).

Ein Album wie kein anderes, kann man hier doch sehr gut eine Übergangsphase erleben. Mit ein wenig Kenntnisse über die Band und auch über die Bestrebungen des Herrn Blackmore, hört man hier schon Trends, welche die Band dann in den späteren Jahren doch veränderte. Bei Whitesnake wurde `Slide It In' zum selben Zwecke gleich zweimal eingespielt und abgemischt. Wieder einmal zeigt sich hier die Überlegenheit des Herrn Blackmore, der immer genau wußte wie er klingen wollte. Ein Kauftip gibt es auf alle Fälle. Bessere Alben der Band gab es aber auch.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 17, 2016 6:48 PM CET


In the Absence of Pink (Knebworth Live 1985)
In the Absence of Pink (Knebworth Live 1985)
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Deep Purple gut durchgespült, 9. März 2016
Quasi auf der Durchreise besuchten die frisch vereinten Deep Purple das Knebworth Park Festival am 22. Juni 1985. Von Malmö (Schweden am 18.06.) kommend waren sie unterwegs nach Genk (Belgien am 24.06.). Neben Bands wie den Scorpions, UFO, Mountain und anderen spielten sich die Purples in die einbrechende Nacht. Dieser Auftritt wurde durch die BBC mitgeschnitten. Das Label Connoisseur Collection brachte das sonst nur als Bootleg bekannte Material 1991 als semi-offizielle Veröffentlichung auf den Markt. Die Band duldete die Veröffentlichung. Zu dieser Zeit stand man bandintern vor anderen Problemen (der Wechsel zurück zu Ian Gillan zeichnete sich deutlich ab).

Wie schon bemerkt kannte man die Aufnahme nur von Bootlegs. Bei dieser Kategorie von Aufnahmen ist eine schlechte bis ganz gute Tonqualität zu erwarten. Hier muss man eindeutig anerkennen, dass die Aufnahme gerade in den oberen Tonbereichen zu stark betont wurde. Dadurch wirkt der Ton ein wenig kopflastig. Der Bass und die anderen Instrumente sind jedoch klar erkennbar und gut definiert. Das trübt den Hörgenuss etwas, lässt sich aber mit einer Änderung über einen Equalizer ganz gut beheben. Je nach Hörgeschmack sind so Angleichungen möglich, welche diesen kleinen Mangel der Aufnahme spielend korrigieren.

Das was zu hören ist - ja das ist schließlich das Wichtigste. Und hier muss man deutlich zum Ausdruck bringen, hier hört man die Band wie man sie von früher gewohnt war - hart und knackig. Die Tour nach der Veröffentlichung des Albums `Perfect Strangers' gehörte wohl zu den besten Touren der nächsten fünf Jahre. Selten war die Band wieder so gut. Seitdem die Band sich wieder fand waren sie ein Quell von Energie. Ein gutes Beispiel hierfür ist vor allem die Interpretation des Titels `A Gypsy's Kiss'. Ritchie und Jon tragen den Song auf ein meisterliches Niveau. Allein die Abläufe und die Zusammenarbeit der beiden beeindruckt besonders.

Das Set wurde gegenüber dem Start in Australien (Dezember 1984) umgestellt. Einige Titel wurden in der Reihenfolge verändert. Seit dem 1. April 1985 (Auftritt in Toronto/Canada) spielte man Child in Time nicht mehr zwischen `Lazy ' und `Knocking At Your Back Door'. War das ein Verlust? Im guten britischen Landregen fiel es nicht negativ auf.

Einer der Höhepunkte ist das von Ritchie adaptierte `Difficult To Cure' mit der anschließenden Soloeinlage des Herrn Lord. Wie immer brilliert er hier zur vollsten Zufriedenheit und bildet quasi den Übergang zu einem fulminanten `Space Truckin'' - sprich natürlich dem unvermeidlichen Solo des Herrn Blackmore. Hier fühlt man den Geist der guten alten Purple-Jahre und hier wird auf der Bühne noch mit den Instrumenten gerungen. Am Ende quält der schwarze Gitarrenhexer wie wild sein Instrument bis zum scheinbar wahrhaftigen Tod der Saitenstation am Hals des Mannes. Das kennen wir und hören es immer wieder gern. Solche Töne bekommt nur der Man in Black aus dem Hals seiner dem Untergang geweihten Gitarre.

Was für eine Konzert und was für ein Anblick muss das damals gewesen sein. Die Bühne brennt und das geneigte Auditorium davor ist durchnässt vom Dauerregen. Man höre nur dem Song `Speed King' zu. Auch hier beginnt es wieder geordnet und am Ende erscheint es, als ob die Bühne von der Wucht der Interpretation hinweggefegt wurde. Die auf die Orgel ausgebreitete Plane erscheint das einzige zu sein, dass dem von oben strömenden Wasser das Eindringen ins Innere verhindert. Und um vielleicht einzelne Tropfen Flüssigkeit zu verdampfen haut der Jon die Tasten voll durch - bringt die Orgel zum Dampfen - unter wahnsinniger Unterstützung der Herrn Blackmore. Welch eine Szenario; kein Regisseur der Welt könnte es besser.

Zum Ende hin bedankt sich der gute Ian mehrmals bei den im Flutwasser erschienenen Fans. Nicht nur einmal betont er das schlechte Wetter und die damit verbundene Bewunderung der Band. Mit einem für solche Worte unterbrochenen `Smoke On The Water' geht ein Abend zu ende, welcher nie durch die Einflüsse eines Unwetters auch nur im entferntesten gefährdet war.

Wen interessiert da noch der nicht ganz so tolle Klang im oberen Spektrum der Aufnahme oder die teilweise amateurhaften Übergänge der Songs. Hier wurde etwas großes festgehalten, etwas einzigartiges, etwas besonders für die Ewigkeit bewahrt. Auch wenn auf Grund der klanglichen Mängel ein Stern gestrichen werden muss (die BBC hätte es besser gekonnt) bleibt hier eine dicke Empfehlung. Eine Empfehlung nicht nur für Purpler der ersten Stunde sondern für alle die wissen wollen wie Livemusik von Deep Purple klingt.


Aerial Visions
Aerial Visions
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Richtig gut und immer wieder toll, 19. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Aerial Visions (Audio CD)
2003 ersetzte er Michael Schenker an den Saiten der Gitarre bei UFO. Keine leichte Aufgabe. Noch heute gehört er zur Band. Früher trieb er sich auch mal mit Alice Cooper rum. Gerade von 1986 bis 2001 jedoch machte er auch Solo von sich reden. Von Zeit zu Zeit erinnert er sich wieder daran. Seit 2009 ist dieses Album hier der nächste Streich von ihm.

Ich habe es jetzt das erste mal durch den Kopfhörer gejagt und muss zugeben mir gefällt das gehörte ausgesprochen gut. Keine Sekunde kommt beim Hören der Scheibe lange Weile auf. Die Stücke wechseln sich schön ab und ergänzen sich.

Gerade der Hammerstart am Anfang des Albums mit 'Mustang Shuffle' ist besonders gelungen. Was für ein Rhythmus, was für ein Drive. Das Riff fest im Griff so rollt der Mustang wie von 3000 PS getriebenen geradezu auf das Ende der Straße zu. Zusammen mit Dave LaRue und dem superben Drummer Richie Monica nimmt das Stück irre Fahrt auf und geht furios zu Ende.

Ein weiterer Höhepunkt ist dann zweifellos das total neu definierte 'La Grange' von ZZ Top. Es hört sich entstaubt an, wirkt frisch wie noch nie. Und wieder höre ich ein super lebendiges Schlagwerk. Die größte Überraschung ist hier das erstaunliche Ende.

Im Titelstück hört man neben dem irre guten Bass wieder das was Vinnie ausmacht. Schnelle Finger und ein gutes Gefühl für Rhythmuswechsel.

Im letzten Stück des Albums kann man sich der akustischen Gitarre widmen, welche sich dann in einer elektrischen hervorragend ergänzt. Zum Ende explodiert das ganze - quasi im Schlussakkord . So etwas bekommt nur er so hin. Irre das Ganze. Mit dem letzten Song schließt sich der Kreis dann wieder hin zum ersten Ton der Scheibe.

Was bleibt nun nach all der Lobhuddelei? Vergleicht man das Album mit solchen von Joe Satriani so muss man dem Herrn Moore schon eingestehen, dass manche Läufe sich mit dem gleichen was der andere Meistro so für die Nachwelt hinterlässt. Was Vinnie Moore jedoch unterscheidet sind die irren Tempowechsel und die richtig harten Solos in vielen Stücken an Stellen wo diese eher nicht erwartet werden. Hier, wie schon geschrieben, bitte nur den letzten Titel des Albums noch mal rekapitulieren.

Vinnie Moore zählt schon seit langen zu meinen erklärten Lieblingsgitarristen. Sein Stiel gefällt mir eben und ist erfrischend anders. Genau das macht dieses Album so attraktiv. Die Beteiligung von mehreren unterschiedlichen Bassisten (inclusive auch er selbst) gestaltet das ganze noch abwechslungsreicher. Nicht alle davon sagen mir etwas. Einzig David LaRue (Joe Satriani, Dixi Dregs & Flying Colors) ist mir ein Begriff. Den Mann hinter den Drums jedenfalls hat er nicht gewechselt - gut so.

Zwischen den hier geschilderten Höhepunkten liegt gute Instrumentalmusik mit vielen Fassetten. Ein Album welches man wärmstens empfehlen kann.


Fireball-25th Anniversary
Fireball-25th Anniversary
Preis: EUR 7,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr Sterne bitte!!!!!, 17. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Fireball-25th Anniversary (Audio CD)
Vom September 1970 bis zum Juni 1971 dauerten die Aufnahmen des zweiten Albums der Herren Blackmore, Lord, Gillan, Glover und Paice. Was am Ende den Weg in die Läden schaffte war ein Meisterstück aller Beteiligten. Im Juli 1971 erschien es in den US/Canada. In der ersten US-Version wurde allerdings `Strange Kind Of Woman' anstatt `Demons Eye' auf der A-Seite veröffentlicht.

Europa und UK waren im September 71 fällig. Hier in der allgemein bekannten Form. `Strange Kind Of Woman' erschien hier schon im Vorfeld der Veröffentlichung. Im Februar 1971 machte die Single mit `I'm Alone' als B-Seite auf mehr Appetit.

Wie bedeutend dieses Album für die Band war lässt sich leicht nachvollziehen. Bis heute befinden sich Stücke von dieser Scheibe im Repertoire der Band (bzw. Nachfolgebands). Da ist `Fireball' als krachender Opener so mancher Live-Show, `The Mule' als Einsteiger für so manches superbe Trommelereignis des Herrn Paice und da ist das nicht mehr Tod zu kriegende `Strange Kind Of Woman'. Man denke nur an die vielen Liveaufnahmen der Touren danach. Ein Ian Gillan, welcher sich im letzten Teil des Stückes förmlich die Seele aus dem Hals schreit, keucht und im Kehlkopfgesang den Blackmore gibt.

Fünf der sieben Titel sind länger als Fünf Minuten. Sie sind Ereignisse, deren Kommentar sich bis in alle Ewigkeiten auch nur im Ansatz verbietet. Man denke nur an das famose Gitarrenspiel vom Man in Black im Titelstück und in `Fools' und, oder an den genialen Jon Lord im Stück `No, No, No'.

Hier sind die wohl die wohl am progressivsten spielenden Deep Purple ins Vinyl gepresst wurden, die es je gab. Wenn man dem Flehen von Ian zuhört, dem irren Schlagzeug vom anderen Ian, ja dann weiß man was sich gut anhört. Ritchie's Gitarre ist so abwechslungsreich wie sonst selten und verteufelt gut. Der Bass von Roger hämmert zu allem im genau richtigen Moment. Und der gute Jon ist allgegenwärtig zu hören. Herz was willst du mehr!? Ein Höhepunkt jagt den Nächsten.

Das wild gespielte `The Mule' wird vom verwegenen `Fools' verfolgt. `Demon's Eye' ergeht sich in dem schlichten Gitarrenstück `Anyone's Daughter'. Einfach alles ist hier zur musikgeschichtlichen Absolution erkoren.

Für mich ist es das Beste Album der Band und wird es wohl auch immer bleiben. Dieses Album hier steht wie ein immer existierendes Denkmal zwischen `In Rock' und `Machine Head'. Es ist die Steigerung des Vorgängers und gibt dem Nachfolgealbum Raum für neues. Wer das Teil nicht sein Eigen nennt, hat echt was verpasst im Leben.

Zum 25zigsten Jubiläum des Albums erschien dann die remasterte Version. Hier sind vor allem neben dem Single-Material die Bonustitel bemerkenswert. Hier hört man in wirklich guter Qualität Songs wie `Freedom' und auch `Slow Train'. Sie schafften es nicht auf's Original, sind aber nicht unbedingt schlechter. Beachtenswert ist auch die Instrumentalversion von `Fireball'. Wenn man hier gut hinhört, so kann man erst einmal sehen, wie kompakt der Titel eigentlich ist. Mit der Stimme von Ian Gillan obendrauf kommt diese instrumentale Tiefe weit weniger zur Ausprägung.

Auch diese Version ist mit Dringlichkeit eine dicke Empfehlung wert. Schade es gibt nur fünf Sterne zu vergeben. Sieben wären angebracht.


Slaves And Masters
Slaves And Masters
Preis: EUR 5,99

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3.0 von 5 Sternen Fire, Ice & Dynamite, 16. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Slaves And Masters (Audio CD)
Ritchie hatte sich durchgesetzt. Ian Gillan wurde entsorgt - wieder einmal. Roger Glover durfte bleiben. Nach einer längeren Suche und einigen Sessions mit diversen Sängern erinnerte sich der Man in Black an seine Zeit mit Rainbow. Joe Lynn Turner hatte Zeit und ein neues Line-up war geboren.

Joe Lynn Turner ist bei weitem kein schlechter Sänger. Die Mitgliedschaften in diversen Bands (Yngwie Malmsteen's Rising Force, Fandango u.a.) und eine bis heute andauernde Solo-Kariere unter dem eigenen Namen oder zusammen mit Glen Hughes sind bekennendes Beispiel dafür.

Das Album erschien dann im Oktober 1990. `Slaves & Masters' wurde nur verhalten aufgenommen. Lag es am neuen Sänger? Zum Teil wohl schon, denn der Rest der Welt sah in ihm den letzten Rainbow-Sänger. Konnte er auch Purple?

Er konnte es ganz gut und hörte sich auch anders an wie noch einige Jahre zuvor. Irgendwie wirkte er erwachsener und auch stimmlich gewaltiger. Gerade `Furtuneteller', `Wicked Ways' und `Fire In The Basement' sind echte Purple-Songs. Hier dröhnt die Orgel und wird die Gitarre gequält. Wenn man hier Herrn Turner hört fallen Vergleiche zu Rainbow schwer. Diese drei Songs sind die Höhepunkte des Albums.

Eher schon in die kommerziellere Richtung gehen Titel wie `Breakfest In Bed', `Love Conquers All' und `King Of Dreams'. Sie hätten einem Rainbow-Album (späte Phase) sicher auch gut zu Gesicht gestanden.

Die anderen Titel des Albums liegen irgendwie dazwischen.

Ist die Wechselwirkung zwischen Rainbow und Deep Purple nun gut oder schlecht? Darüber lässt es sich trefflich streiten. Ich finde das Album durchaus gelungen. Weder in Rainbow noch bei den Purpletten wurde jemals schlechte Musik gespielt. Auch waren die Mitglieder der Turner-Ära bei Rainbow mit einem großen Teil derer bei Deep Purple identisch. Mir gefällt es bis heute und ich höre es immer wieder gern. Es ist von allem etwas und die Mitglieder Band erfanden sich ja immer wieder neu. Es gab aber bessere Zeugnisse und schlechtere Beispiele im Portfolio der Band.

Unter den Fans kam der Wechsel des Sängers nicht so gut an wie bandintern gern gewünscht. Vor allem Live gingen dann die Sympathien der Fans weg vom ex Rainbow-Sänger. Zu viele Veränderungen gab es zu sehen. `Burn' war als Opener der Konzerte zurück und `Smoke On The Water' verfiel in den Rainbow-Modus. Nicht alles gefiel den Fans und auch mir. Zum nächsten Album holte man sich dann Ian Gillan zurück.

So bleibt dieses Album ganz sicher eines der Besonderen. Nicht nur wegen der Reminiszenzen an längst vergangene Zeiten, sondern auch im Gedenken an so einiges skurriles am Rande. Da gab es viele Interviews mit Turner und anderen Mitgliedern der Band in welchem sie sich gegenseitig und der Band ewige Treue und Einigkeit schworen. Auch gab es eine musikalische Beteiligung an Willy Bogners Ski-Moden-Werbefilm `Fire, Ice & Dynamite'. Die Band komponierte hier extra den Titelsong für das doch eher als kritisch bewertet Unterfangen. Der Film passt übrigens gut zur Schaffensperiode der Band in dieser Zeit.

Wie Feuer und Eis - so unverträglich und doch schön - ist auch dieses Album. Wie Dynamit schlug es nicht ein, eine Kaufempfehlung für jeden Rainbow- und Purple-Fan gibt es trotz allem.


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