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Rezensionen verfasst von
Rasmus (Mountain View, CA USA)

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Strange Attractor
Strange Attractor
Preis: EUR 9,99

22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutig, fordernd und mit tollem Sound, 8. April 2017
Rezension bezieht sich auf: Strange Attractor (MP3-Download)
Alphaville bleiben nicht stehen. Wer nach dem recht enttäuschenden vorigen Werk "Catching Rays on Giant" dachte, die Band um Marian Gold würde wie beinahe alle Helden der 80er von nun an sanft die Retro-Welle surfen, bis sie bricht, wird von "Strange Attractor" geschockt: Alphaville erfinden sich hier so vehement neu wie seit "Prostitute" (1994) nicht mehr.

Alte Fans werden einiges an Coolness mitbringen müssen, um diesen Wandel zu verdauen - und selbst Menschen, die Alphaville erst über "Strange Attractor" entdecken haben es nicht einfach: das Album beherbergt eine solche Bandbreite an Stilen, dass es weder leicht zu greifen ist noch leicht verdaulich sein will. Während das düstere, meditative "Giants" solche ansprechen könnte, die sonst für Tool oder Puscifer schwärmen, verbeugen sich "Sexyland" und "Marionettes with Halos" vor Bowie, winken "Enigma" und "Beyond the laughing Sky" gar nicht so schüchtern in Richtung später Pink Floyd, scheint "Heartbreak City" mit Muse und Prince zugleich auf die Tanzfläche stürmen zu wollen, wo "Nevermore" zunächst EBM-Herzen höher schlagen lässt, nur um ihnen hinterrücks soliden Rock unterzujubeln, dieweil "Rendezvoyeur" allen ernstes Western Rock mit Electronica verheiratet und "Fever!" den Mainstream-Pop-Stil des Vorgängerwerkes beinahe karrikiert, in dem die Euphorie auf dem Discobeat bis zum Limit übersteigert wird, wo der experimentell-progressive Ambient-Electro-Killer "Mafia Island" Moderat und Nicolas Jaar neidisch machen dürfte. Verhältnismäßig klassisch Alphaville sind am Ehesten noch das nonchalant-synthpoppige "House of Ghosts", die melancholischen große-Geste-Popballaden "Around the Universe" und "A Handful of Darkness".
Geht jede Wendung auf? Das sei dem indiviuellen Geschmack überlassen (die Glamrock-Anklänge finde ich persönlich etwas (zu) retro und wo es episch werden soll ist mir der Pathos mitunter ein wenig viel, während Songs wie "Giants", "Nevermore", "Heartbreak City" und vor allem "Mafia Island" für mich ganz oben auf dem Olymp stehen) - doch völlig unbestreitbar ist das unvorstellbar hohe Niveau des Albums:
Ob man es mit Alphaville verbindet oder nicht, ob man es mag oder nicht - jedes Lied des Albums ist in sich schlüssig und rund, Gesang, Instrumente und Arrangements sind allerallererste Sahne und die Produktion ist auf einem derart herausragenden Level, das man nicht nur im Mainstream ihresgleichen sucht...Mördersound mit irrer Detailversessenheit, so dass sich die Investition in eine gute Stereoanlage allemal gelohnt hat.
Ich bin ehrlich baff, wie hungrig und radikal sich hier eine so altgediente Band zeigt - unbedingter Wille zu neuen Ufern statt Ruhen auf den Lorbeeren, technisch und performance-mäßig maximale Höhe der Zeit statt ausgetretener Pfade, und schon beinahe dreistes Widersetzen der Erwartungen von Genrehörern und Formatradio. Das kann auch grandios schiefgehen, aber Alphaville bekommen die Quadratur des Kreises musikalisch allemal hin. Ob ihnen die Hörer dorthin folgen, wird sich zeigen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 18, 2017 12:07 AM MEST


Heartbreak City
Heartbreak City
Preis: EUR 1,29

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alphaville zurück in Topform, 14. März 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heartbreak City (MP3-Download)
Endlich gibt es wieder ein neues Studio-Lebenszeichen von Alphaville - und endlich hat die Band wieder richtig Hunger und Feuer, spielt so auf, wie sie all jene kennen, die nicht bei Forever Young und im Sound von 1984 hängengeblieben sind:

Alphaville war immer schon spleenig und hat mit jedem Album auf Risiko gespielt, neue Sounds ausprobiert und nicht auf die Charts geschielt...von Musical (Afternoons in Utopia, 1986) über Jazz (The Breathtaking Blue, 1989), verschiedensten progressiven Rock-Facetten (Prostitute, 1994), EDM bis EBM (Salvation, 1997) bis Singer/Songwriter und gar Triphop (CrazyShow, 2003) wurden die Vintage-Synthesizer und Marian Golds ausdrucksstarke Stimme mit jeder Veröffentlichung wieder auf ganz neue Missionen geschickt. Das letzte Album, Catching Rays on Giant (2010) war in dieser Hinsicht ein Bruch - hier schwelgten die Band und Fans der ersten Stunde in (teils sehr gelungenen, teils äußerst platten) retro-Reminiszenzen, tief in 80er-Jahre Synthpop im große-Hallen Format watend. Damit ist es jetzt vorbei - nun werden wieder neue Horizonte gejagt.

Zumindest wenn man der Vorabsingle glaubt (die vom Plattenlabel mit sträflich wenig Werbung und ohne jedes Bonusmaterial veröffentlicht wird...schade und ärgerlich) - denn was hier auf den Hörer losgelassen wird, ist herrlicher Wahnsinn mit Methode: ein fieser Sub-Bass und grummelnder Elektrobeat eröffnen schon beinahe EBM-mäßig, nur um den Hörer konsterniert in funkige, cleane Gitarrenriffs und nonchalanten Falsettgesang zu führen - bevor man sich wundern kann, hauen Bass und Distortion rein, es wird rough und rockig bis sich in einem typischen Alphaville-Refrain der Pathos Bahn bricht und die Synthies zusammen mit fiependem Gitarrenfeedback und allerhand Effekten wieder aus der Deckung kommen. Und so geht es weiter - wer denkt, er habe das Lied nach der ersten Hookline durchschaut, wird überrascht! Durch all diese Wandlungen hindurch begeistert nicht nur die pure Spielfreude, sondern auch die absolut grandiose Produktion - soweit ich weiß eine Eigenleistung der Band: irrsinnig tight, enorm detailreich und mit grandioser Dynamik!

Bevor jetzt die ganzen alten Nostalgiker wimmern, das sei ja nun wirklich nicht mehr Synthpop - so freue man sich doch bitte schön, dass hier eine Band einmal mehr etwas wirklich Neues wagt und sich traut, die kommerziellen Schubladen zu verlassen (und das bei einem Majorlabel-Vertrag!), um etwas radikal Eigenes zu machen, das sich nicht so einfach klassifizieren lässt. So waren Alphaville schon immer...also, zumindest schon seit 1986. Wem das nicht passt, der kann ja immer noch Depeche Mode hören ;)
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 5, 2017 10:02 PM MEST


Glen Grant Single Malt Scoutch Whisky The Major`s Reserve - 0.70 l
Glen Grant Single Malt Scoutch Whisky The Major`s Reserve - 0.70 l
Wird angeboten von ewhisky
Preis: EUR 24,05

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kann man kaum Scotch nennen, 23. Januar 2017
Glen Grant ruiniert sich seine Marke mit soetwas: dünn, säuerlich, sprittig und ohne jeden Nachgeschmack, man könnte es auch als einen schlechten Bourbon verkaufen und es würde kaum jemand den Unterschied merken. Selbst zum Mixen in Cocktails nur begrenzt geeignet. Der Preis ist für einen Single Malt natürlich ein Pluspunkt, aber für nur 4-6 Euro mehr gibt es etwas Anständiges und für dieselbe Liga oder weniger Blends, die zumindest nicht schlechter sind.


In the Now
In the Now
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unerwartet und überwiegend beachtlich, 13. Januar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In the Now (Audio CD)
Mit einem dritten Solo-Album des inzwischen 70-jährigen BeeGees, der seit den 80ern auch für viele andere Künstler Hits geschrieben hat, hätte man wirklich nicht mehr gerechnet - das letzte BeeGees-Album ist 15 Jahre, das letzte Solo-Album ganze 28.

Neugier und Freude halten sich da die Waage mit der Befürchtung der Selbstdemontage. Doch zu Unrecht: In the Now bietet nicht nur hervorragende Arrangements und Produktion, sondern kann auch musikalisch häufig überraschen und meist überzeugen: Das ist nicht ein müder Appendix zum früheren Schaffen, sondern Gibb gelingt mit seiner neuen Band (inklusive seiner Kinder Steve und Ashley), einen eigenen Sound zu definieren, den man von ihm nicht erwartet hat. Klar erkennt man seine Songwriting-Signatur wieder, aber der Großteil der Lieder klingt markant anders als die BeeGees-Songs oder frühere Solowerke (an denen die anderen beiden BeeGees in der Regel doch mitbeteiligt waren). Auch die Texte sind deutlich direkter und pointierter als im Großteil der früheren Veröffentlichungen, auf den Punkt und teils regelrecht ironisch oder gar bissig.

Wer beim - in sich absolut gelungenen - Opener und Titeltrack noch fürchtete, die Platte würde retro, kann so danach aufatmen: Bei etlichen Songs schwimmt sich Barry Gibb regelrecht frei von seinem eigenen Erbe und all den Erwartungen und Klischees, die darauf liegen - Amy in Colour, Grand Illusion, Diamonds und Soldier's Song sind Paradebeispiele dafür und durch und durch grandiose Kompositionen, die musikalisch hochwertig und originell und auch gesanglich hevorragend umgesetzt sind. Dass der Versuch, in andere Genres zu gehen, bei Blowing a Fuse oder Home Truth Song nicht wirklich zündet, kann man da verschmerzen.

Andere Kompositionen rufen eine zeitlose und dennoch heute beinahe vergessene Tradition der Entertainer-Ballade (von Armstrong über Sinatra bis Jones) mit großer Geste hervor - ohne den Schmalz, der hier zu befürchten wäre: Shadows, The Long Goodbye und End of the Rainbow treffen bei allem Pathos doch ohne Peinlichkeitsfaktor ins Schwarze und haben echte Größe, auch wenn Barry sein Tremolo im letzten Lied arg überstrapaziert.

Es sind ausgerechten die klassischen soften Barry-Balladen, die den vergangenen Bee Gees Sound heraufbeschwören wollen, die in diesem Konzept nicht aufgehen: Star Crossed Lovers, Meaning of the Word, Cross to Bear und tendenziell auch Daddy's Little Girl baden zu vordergründig im textlichen und gesanglichen Kitsch und klingen Musikalisch eher wie ein zweiter Aufguss aus vergangenen Dekaden.

Macht nichts, möchte man Barry da zurufen: Neustart / Neuerfindung geglückt, so wünscht man sich noch viele Alben - nur eben mit noch konsequenter abgeschnittenen alten Zöpfen.


Mirage
Mirage
Preis: EUR 17,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchkalkulierte Großraumdisko auf hohem Niveau, 22. Oktober 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mirage (Audio CD)
Ich bin großer Fan der vorigen beiden Digitalism-Alben - sie lieferten eine enorm bestechende Balance zwischen einem Händchen für Popmusik und ungewöhnlichen Sounds und Wendungen mit Ecken und Kanten. Viel Kopfkino, aber eben nicht wie ein typischer Blockbuster, sondern wie ein Indiefilm, der zum Überraschungserfolg wird. Mirage hingegen ist wie die Fortsetzung einer Marvel-Comicverfilmung mit bekanntem Rezept und Riesenbudget: Man bekommt sofort eine Idee, was einem erwartet, Überraschungen bleiben weitgehend aus. Die Sounds sind grandios und Gänsehautmomente garantiert, aber die Songs sind zum Großteil sehr berechenbar, alles wirkt durchgeplant und kalkuliert, um mit bewährten Formeln den gewünschten Effekt zu erzielen. Die Lyrics sind oft platt, die Beats bewegen sich zu häufig in simplen Four-to-the-Floor Bahnen, ohne dass wenigstens unerwartete Breaks oder Fills den in Trance getanzten Hörer wieder aufwecken. Digitalism sind soundtechnisch auf der Höhe ihres Schaffens, aber die Ecken und Kanten sind weg - was dann bleibt, ist enthusiastische gute-Laune-Tanzmusik, die einem in der Großraumdisko einen prima Abend bescheren kann und dort vermutlich mit links die anderen Acts auf der Playlist mit ihren Skills übertrumpft.


Further Deeper
Further Deeper
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 17,74

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Späte Renaissance, 5. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Further Deeper (Audio CD)
The Church wirkten auf den letzten Alben ihrer über 30-jährigen Geschichte etwas schlaff geworden...Motive kehrten immer wieder, alles klang schön und stimmungsvoll, aber wirklich nicht mehr überraschend, und irgendwie war der Schwung verloren gegangen. Dann zerbrach das Gründungsduo. Klassischer Anlass für ein Ende. Hier aber stattdessen die Wiedergeburt: mit neuem Gitarristen und neuem Elan gehen die Australier auf Further Deeper in der Tat weiter und tiefer - zwar können sie es nicht lassen, Songs einzustreuen, die auch schon von Starfish oder Forget Yourself hätten stammen können (ein, zwei davon kratzen auch bis zur Peinlichkeit am eigenen Klischee), aber insgesamt ist das hier ein enorm spannendes Album, das ganz neue Nuancen anschlägt: der Opener "Vanishing Man" wirkt, als hätte die Band in einer Gewitternacht mit Martin Gore gesoffen, Toy Head ist saumäßig tight und richtig gemein - und das ohne jede Effekthascherei, "Love Philtre" schwebt minimalistisch in einer Trance ohne kiffige Sentimentalitäten...um nur drei Tracks zu nennen, die ich auch als langjähriger Fan dieser grandiosen Band nicht mehr zugetraut hätte. Wie gesagt: nicht jedes Lied hier muss man in Erinnerung behalten (keines ist schlecht, aber manche sind eben zu gefällig und Kategorie "alles schon gehört"), aber relativ viele der Songs bekommt man auch nach Monaten nicht aus dem Kopf. Das ist nicht nur ziemlich geiler Stoff für Fans, sondern auch geeignet, dieses Urgestein neu zu entdecken.


Escape from Evil
Escape from Evil
Preis: EUR 14,95

3.0 von 5 Sternen Gute Laune ist gar nicht so einfach, 5. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Escape from Evil (Audio CD)
Lower Dens hatten offenbar keine Lust mehr auf das Shoegaze-Label - nach dem melancholisch-epischen Meisterwerk "Nootropics" hat die Band mit "Escape from Evil" eine Scheibe herausgebracht, die nicht nur im Titel Erlösung verspricht und auf dem Artwork Konfetti versprüht - auch die Musik möchte gute Laune verbreiten. Leider funktioniert das nur zum Teil, weil die eingefleischten Melancholiker den Frohsinn eher planmäßig aufbauen, als ihn wirklich zu empfinden. Zumindest ist das der Eindruck, wenn klischeehafte 70er/80er-Jahre-Synthiemelodien über flaumweiche Beats joggen und auch die Texte immer wieder am Klischee Kratzen. Das wirkt etwas wie John Maus ohne die verrückte Stimme und Ironie oder wie Trust ohne die mitreißende Hingabe. Und es bietet keinerlei Ecken und Kanten, an denen man sich reiben könnte, wenig, was hängen bleibt. Natürlich bleibt sehr gut gemachte, angenehme Musik mit einer charismatischen Sängerin - keine Sekunde der CD ist verschwendete Zeit beim ersten Hören. Danach läuft sie aber eher im Hintergrund. Schade, denn Lower Dens hat es drauf, die Hörer wirklich zu fesseln und in andere Sphären zu entrücken - wenn sie nicht versuchen, seine Stimmung zu heben.


Hexagon
Hexagon
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Eine Band erfindet sich neu - beim zweiten Album, 5. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hexagon (Audio CD)
Das berühmte zweite Album. Wer mit der ersten Scheibe einen fetten Plattendeal ergattert hat, geht normalerweise auf Nummer Sicher, zeigt dass er künstlerisch etwas mehr in petto hat als auf der ersten Scheibe und bleibt sonst bei Bewährtem. Nicht Abby. Die wandeln sich von emotionalem Indie-Rock zu experimentellen New-Wave-Balladen. Eine völlige Neuerfindung, mit der sie riskieren, die gerade erst erspielte Fanbase zu verprellen. Der Mut zum Risiko lohnt sich: Waren sie vorher eine grandiose Live-Band, deren Songs man auf CD zwar genoss, aber auch wieder vergaß, frisst sich Hexagon in die Gehörgänge, um dort nachhaltig hängen zu bleiben: überraschende Songstrukturen, die mit den gängigen Schemata brechen, innovative und ungewöhnliche Sounds zwischen betörend und beklemmend, ein Gesang, der aus den gängigen Schubladen von Rock-Röhren, Pathos-Klagen und Balladen-Säuseln ausbricht und die zwischen Falsett und Burlesque Grenzen auslotet...und jedes Lied auf der Scheibe klingt anders, teils so anders, dass man sich die Augen reibt. Nicht jeder Schuss ist ein Treffer, manches zündet für meinen Geschmack auch nicht wirklich oder schießt übers Ziel hinaus, aber hey - wenn ein Album etwas wagt und vielleicht hier und da zu weit geht, ist mir das tausendmal lieber als Mainstream-Langeweile und Vorhersehbarkeit. Zumal einige wirklich tolle Songs die Platte erheben. So ist Hexagon ein teils wunderschönes, teils ganz schön forderndes Album, angesiedelt irgendwo zwischen Joy Division, den mittleren Editors, Bowie, den frühen Polarkreis18 und...naja, eben Abby, weil das Ganze einen wirklich eigenen Sound hat, der zwar die genannten Parallelen erkennen lässt, aber völlig unverwechselbar bleibt.


Death Magic
Death Magic
Preis: EUR 14,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Sound ist recht nice, doch es fehlen Ecken und Kanten, 5. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Death Magic (Audio CD)
Wenn eine Band mit so dicken Rock-Credentials wie Health einen auf Wave macht, sollte man Spannendes erwarten können - schließlich sind zwischen fiesen Gitarren, treibenden Drums, quietschenden Synthesizern und getragenen Vocals schon einige Meisterwerke der jüngeren Musikgeschichte entstanden. Hier aber geht die Formel nicht auf - die Band scheint sich in der ungewohnten Umgebung nichts zu trauen: das Album klingt zu gefällig und harmlos, von Rock oder Industrial merkt man nicht viel, die Songs gehen gut ins Ohr, sind aber auch bald wieder vergessen und kratzen am Klischee. Kann man gut hören. Muss man aber auch nicht.


Eating Snow
Eating Snow
Wird angeboten von pb ReCommerce GmbH
Preis: EUR 10,61

5.0 von 5 Sternen Ruhige, stimmungs- und fantasievolle Electro-Songs aus Thüringen, 5. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eating Snow (Audio CD)
Schon gemein: Ich habe 7 Jahre lang in Jena gelebt und es gab keine Spur einer Electro-Szene. Und kaum bin ich weg sprießt dort im Umfeld von "Freude am Tanzen" ein buntes Beet an Kreativität, dessen vielleicht prächtigste Blume Eating Snow sind. Das Album kommt nicht nur mit sehr schönem Artwork und Booklet, die Musik hält auch mindestens, was die Optik verspricht: sehr stimmungsvolle Electronica, teils instrumental, teils mit Gesang - melancholisch, deep, aufs Wesentliche reduziert und bei aller Besinnlichkeit durchaus groovy. Die Produktion ist deteilverliebt und sehr effektiv, da zündet jeder Hall und jeder Filtergang, die Texte sind lyrisch ohne Kitsch, die Vocals bringen die Stimmung gut rüber - lange hat mich kein deutsches Album aus dem elektronischen Kosmos mehr so begeistert. Beinahe hätte ich einen Punkt abgezogen für 2-3 Tracks, die sich etwas zu seicht ans Poppige herantasten...in diesem stilsicheren Umfeld beinahe eine Geschmacksverirrung. Aber das Album insgesamt ist ein Erlebnis, das nicht weniger als 5 Sterne verdient.


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