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Rezensionen verfasst von
G. Pechura

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Mr Ghost Takes the Air
Mr Ghost Takes the Air

4.0 von 5 Sternen Vielleicht die beste Swing-Band Europas, 15. August 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mr Ghost Takes the Air (Audio CD)
Der Belgier Fud Candrix hatte einer der besten (vielleicht sogar DIE Beste) europäische Swing Band der Vor- und Kriegszeit. Die vorliegende CD enthält Aufnahmen aus den Jahren 1940 bis 1945.

Der 1908 geboren Tenorsaxophonist Fud Candrix gründete 1936 seine erste eigene Big Band, 1937 entstanden die ersten Aufnahmen für Telefunken. Die ersten Titel auf dieser CD stammen von April 1940, ab Mai 1940 war Belgien dann schon besetzt. Dann begann das üblicher Versteckspiel: Amerikanische Titel wurden eingedeutscht oder ver- bzw ent-französischt. Das ging dann so weit, dass Django Reinhardt’s "Place de Brouckere“ zum "Potsdamer Platz“ mutierte.

Was bei Candrix gegenüber den anderen europäischen Bands jener Zeit auffällt, ist die gute Rhythm Section. Der Schlagzeuger Jeff De Boeck, der Bassist Gene Kempf, aber vor allem der junge Pianist Ivon De Bie, tragen dazu bei, dass dieses Orchester fast schon amerikanisch swingte. Ivon De Bie trägt auch gute Soli bei. Auch die Eigenkompositionen (meist Candrix mit dem Trompeter Deloof) sind zwar riff-basiert, aber viel einfallsreicher als die meisten anderen europäischen Swingstücke jener Zeit. Ansonsten werden viele amerikanische Swingstandards gespielt, von Jimmy Dorsey bis Artie Shaw, Des Leaders kräftiges Tenorsaxophon muss sich ebenfalls nicht verstecken.
Die beiden letzten Titel (chronologisch) "Mr. Ghost Take the Air“ und "Special Delivery Stomp“ vom Juni 1945 sollten nicht unerwähnt bleiben. Statt des großen Orchesters spielt eine kleine Gruppe mit Violine und Accordion und die Titel sind für Europa ein ziemlich moderner Sound.

Candrix verlegte sich nach dem Krieg mehr auf kommerzielle Tanzaufnahmen ohne viel Jazz-Content, und war lange Jahre im Semi-Ruhestand.

Die CD ist Vol. 3 einer Fud Candrix Reihe, die auch die nicht minder empfehlenswerten Scheiben Vol 1 "Swing Serenade“ (1937-1939) und Vol 2 "Fud Candrix lässt bitten“ (1940-1942) enthält.


Live at the Newport Jazz Festival 1959
Live at the Newport Jazz Festival 1959
Wird angeboten von books4alluk
Preis: EUR 1,99

4.0 von 5 Sternen Johnny Dankworth, auf seinem Höhepunkt, 11. Dezember 2016
Johnny Dankworth (oder in späteren Jahren Sir John Dankworth) war über Jahre eine der bekanntesten Figuren des britischen Jazz (insbesondere mit seiner Frau Cleo Laine), und zweifelsohne neben (?) Ted Heath der anerkannteste Bandleader, zumindest was Big Bands anging.

Die CD beinhaltet 48 Minuten vom Auftritt der Johnny Dankworth Band auf dem Newport Jazz Festival 1959 und zwölfeinhab Minuten aus Dankworth’s Soundtrack zum Film "The Criminal“.

Dankworth’s Newport Aufnahmen mögen sehr wohl seine Besten sein. Eine Band, die mit dem Besten, was der britische Jazz zu bieten hatte, gespickt war, plus durchaus eigenwillige und kreative Arrangements des Bandleaders: Statt einer traditionellen Fünf-Saxophon-Section nahm Dankworth eine 5er Frontline aus Altsaxophon, Tenorsaxophon, Baritonsaxophon , Trompete und Posaune, und pitchte diese gegen den Sound des Orchesters. .

Das Repertoire zollt Tribut sowohl an Ellington als auch an Basie mit genügend eignständigen Einsprengseln. Unter den Solisten sind inbesondere der Tenorsaxophonist Danny Moss (ein Schüler des harten aber herzlichen "Texas Tenor“-Stils sowie der Trompeter Dickie Hawdon und der Posaunist Laurie Monk hervorzuheben. Der Chef auf dem Altsaxophon hält sich bis auf wenige Ausnahmen zurück.

Johnny Dankworth hatte sich schon früh in die Richtung Film- und Fernsehmusik diversifiziert. Diese hatte dann mehr oder weniger Jazz Content. Beim Soundtrack zu "The Criminal“ war der Jazz-Aspekt ziemlich hoch. Die Zusammenarbeit mit dem genialen britischen Regisseur Joseph Losey sollte noch drei weitere Dankworth-Werke hervorbringen ("The Servant“, "Modesty Blaise“, "Accident“), aber "The Criminal“ ist am jazzigsten.

Alles in allem: Aufnahmen von einer der besten europäischen Big Bands der 50er/60er Jahre; auf Johnny Dankworth’s Hähepunkt.

Außerordentlich zu empfehlen.


Masters Of Jazz
Masters Of Jazz
Preis: EUR 16,98

4.0 von 5 Sternen Nothing superficial- it all had meaning and it all swung, 12. November 2016
Rezension bezieht sich auf: Masters Of Jazz (Audio CD)
Johnny Hodges war d e r Stylist der Vor-Bird-Zeit auf dem Altsaxophon. Obwohl gute Alsaxophonisten im Swing durchaus nicht rar waren (man denke an Benny Carter oder Willie Smith), so war Hodges doch noch einmal eine Klasse für sich. Schon nach wenigen Noten wusste man: Hier spielt Johnny Hodges.

Das dänische Label Storyville hat hier eine Kompilation zusammengestellt, die von 1943 bis 1964 reicht. Centerstück sind 6 Titel aus dem Jahr 1960, mit Hodges (as) und Ben Webster (ts), sowie eine Rhythmusgruppe mit Lou Levy (p), Herb Ellis (g), Wilfred Middlebrooks (b) und Gus Johnson (dr); mit einem starken Schwerpunkt auf dem Blues, den beide, Hodges und Webster, so exzellent beherrschten, spielten, fühlten. Es gibt übrigens noch sechs weitere Titel von diesem Treffen, alle bei Mosaic veröffentlicht, auch das spanische Re-Issue Label Solar hat die Session komplett herausgebracht.

Auch der Rest der CD ist keine Zusammenstellung von 100mal schon veröffentlichtem Material, sondern bietet eher Seltenes. Darunter ein "Don’t Get Around Much Anymore“ mit Duke Elington‘s Orchester live 1943 aus dem New Yorker Nachtclub "Hurricane“, das sich gewaschen hat. An dem Abend waren die Jungs jedenfalls in großer Form. Weiterhin eine Reihe von Quartet-Radioaufnahmen von Anfang der 50er (wo man somit viel Johnny Hodges zu hören bekommt), bei denen nur die Ansagen des Moderators stören, sonst sind sie perfekt. Außerdem ein Quintet mit Shorty Baker, Lawrence Brown und dem blutjungen John Coltrane. Der sich übrigens sehr lobend über Johnny Hodges und diese Band geäußert hat: "We played honest music in this band. It was my education to the older generation. I really enjoyed that job. (…) Nothing was superficial. It all had meaning and it all swung” (nachzulesen in den Liner Notes). Insbesondere die letzten beiden Sätze gelten für alle Titel auf der CD und für Johnny Hodges' Lebenswerk.

Die CD schließt mit sechs Titeln aus den 60ern, typische Ellington Small Groups sans Duke. Also mit Harry Carney, Ray Nance, Lawrence Brown, Cat Anderson, Paul Gonsalves, Sam Woodyard und Russell Procope. Gute Musik, nicht mehr und nicht weniger.


Jazz At The Philharmonic: The Ella Fitzgerald Set by Ella Fitzgerald (2016-08-03)
Jazz At The Philharmonic: The Ella Fitzgerald Set by Ella Fitzgerald (2016-08-03)

5.0 von 5 Sternen Ella bei JATP: Swingend (with a Capital S), 28. Oktober 2016
Die CD beinhaltet 4 Konzerte aus den Jahren 1949-1954, also aus einer Zeit, als Ella Fitzgerald plattenmäßig noch fest unter Vertrag bei Decca war. Die Aufnahmen hier sind deshalb auch damals nicht veröffentlicht worden. Zwar war Norman Granz zu dem Zeitpunkt schon persönlicher Manager von Ella Fitzgerald, aufnehmen konnte er sie auch, aber veröffentlichen durfte er sie auf seinen Labels nicht. Deshalb sind diese Live-Aufnahmen auch erst sehr viel später herausgekommen, über verschiedene Verve-Alben verteilt.

Die ersten 15 Tracks (alles in allem 45 Minuten) stammen aus zwei JATP Konzerten in der Carnegie Hall vom September 1949 (beide am selben Tag) mit der super Rhythm Begleitung Hank Jones (p), Ray Brown (b) (ihr damaliger Ehemann) und Buddy Rich (dr). Natürlich gibt es halsbrecherische Scat Vocals auf den bekannten Schlachtrössern – "Flying Home“, "Lady Be Good“ und "How High the Moon“, aber: Ella war auch eine der besten Balladensängerinnen der Welt, so z:b auf "Somebody Loves Me“ oder "Black Coffee“; das später durch Peggy Lee weltbekannt wurde. Das beste Lied auf der ganzen CD überhaupt ist für mich "Robbins Nest“, gaaanz langsam und unspektakulär vorgetragen, aber einfach wunderschön. "Flying Home“, "How Hight the Moon“ und "Perdido“ sind übrigens jeweils aus einer Jam Session mit den JATP All Stars, bei der Ella gleichberechtigt neben den Instrumentalisten jamt.

Die verbleibenden 7 Tracks stammen aus Konzerten aus Hartford , CT, aus den Jahren 1953 und 1954. Auch hier wieder eine überzeugende Darbietung eines mittelschnellen Stücks, das Ella unglaublich zum Swingen bringt, George Shearing’s "Lullaby of Birdland“. Wie deutlich zu hören, hat sie dabei mit den Fingern mitgeschnipst.

Will Friedwald (Wall Street Journal) hat dazu sechs Seiten gute Liner Notes geschrieben, und ein paar Bilder und Plakate aus der Zeit gibt es auch noch dazu.

Für alle Ella-Fans, aber darüber für alle Fans guten Gesangs sehr zu empfehlen.


Groovin' With Golson
Groovin' With Golson
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Hardbop von Mitgliedern des Jazztets, 26. Oktober 2016
Rezension bezieht sich auf: Groovin' With Golson (MP3-Download)
Diese 1959er Session des Tenorsaxphonisten Benny Golson ist eine sehr typische Hard Bop Session, nur dass sie statt bei Blue Note bei Prestige aufgenommen wurde. Sowohl Golson als auch der Posaunist Curtis Fuller waren zu der Zeit beim berühmten Jazztet (eine Kooperation Benny Golson – Art Farmer), aber "Groovin‘ with Golson“ hat nicht dieselben strukturierten Arrangements des Jazztets. Andererseits war es eben auch keine pure Blowing Session (egal was Ira Gitler in den originalen Liner Notes schreibt), dafür war Golson einfach zu sophisticated. Golson’s kompositorischer Beitrag sind zwei lange Titel, "My Blues House“ und "The Stroller“, auf denen jeder genug Zeit zum relaxten Solospielen bekommt. Zwei Standards, "I Didn't Know What Time It Was” und “Yesterdays”, vervollständigen das Programm. Erstaunlich, was die Gruppe aus Gene Krupa’s altem Hit “Drum Boogie” macht (übrigens KEIN wilder Egotrip für Drummer Art Blakey).

Die Rhythmus Gruppe (Ray Bryant – p, Paul Chambers –b, und Art Blakey – dr), liefert mehr als solide Begleitung, sie ist ein weiteres Highlight dieser CD.


Dameronia
Dameronia
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Phil Woods in Italy, 31. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Dameronia (Audio CD)
Der italienische Jazzfan Paolo Piangiarelli unterhält ein eigenes Label (Philology), das – wie man anhand des Namens vermuten konnte – Phil Woods gewidmet ist. Auf dem Label sind auch – meist seltene – Aufnahmen anderer Musiker wie z.B. Lester Young, Charlie Parker, Chet Baker und Lee Konitz, sowie eine ganze Reihe italienischer Musiker (z.B. Franco D’Andrea, Stefano Bollani, Gianni Basso) gut vertreten. Höhepunkte sind aber immer die Gelegenhaiten, wenn Piangiarelli sein Idol Phil Woods entweder live oder im Studio in Italien aufnehmen konnte.

"Dameronia“ zählt zu diesen Höhepunkten. Das Album ist Teil einer an 7 Tagen im Mai 2000 aufgenommenen Reihe, bei denen Woods solo oder mit verschiedenen italienischen Musikern im Studio in Mailand war. Eine Anmerkung übrigens zum Studio und der Aufnahmequalität: erstklassig. "Dameronia“ bringt Woods mit den jungen Talenten Rosario Giuliani (as), Fabrizio Bosso (tp), Massimo Moriconi (b), Lorenzo Tucci (dr) sowie dem alten Hasen Franco D’Andrea (p) zusammen. Die gemeinsame Basis ist der Bebop und die Musik Tadd Dameron’s. Besonders gefällt der damals 27jährige Fabrizio Bosso. Woods, damals 69 Jahre, läßt nichts anbrennen und spielt mit Feuer und Hingabe wie eh und je.

Alle Alben dieser "Phil Woods in Italy“ Reihe sind zu empfehlen, Bebop-Fans wird insbesondere eben dieses Album "Dameronia“ gefallen


Complete 1960 European Concerts
Complete 1960 European Concerts
Preis: EUR 31,10

5.0 von 5 Sternen Die beste Big Band des Jahres 1960, 31. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Complete 1960 European Concerts (Audio CD)
Daß es diese 5 Konzerte aus dem Zeitraum Februar bis Juni 1960 überhaupt gab, war eigentlich ein Zufall. Quincy Jones hatte seine beträchtlichen Talente als Arrangeur und Komponist bereits in diversen 1950er Studiogruppen unter Beweis gestellt. 1959 begann er dann mit einer Reihe von Big Band Alben für Mercury, am bemerkenswertesten die LPs "The Great Wide World of Quincy Jones“, "Birth of a Band“ und "Birth of a Band 2“, deren Titel das Rückgrat der hier im 4-CD-Set veröffentlichten Live-Konzerte sind.

1959/60 stellte Jones dann eine Big Band als Begleitorchester für die Harold Arlen – Johnny Mercer Show „"Free and Easy“ zusammen, die damit auf Europatournee ging. Es kam wie so oft – finanzielle Schwierigkeiten (70 Leute, 35 Tonnen Equipment) führten zum Ende der Show und eine phantastische Band war in Europa gestrandet. Quincy Jones nahm seine Band und ging mit ihr (teilweise verstärkt durch einige europäische Solisten) auf Europa-Tournee, was 10 Monate gut ging; danach löste sich die Band auf.

Aus dieser Tournee hören wir auf dem 4-CD-Set 5 Konzerte, die – so das Label – "complete“ sein sollen, also alle auf Tape verewigten Konzerte beinhalten sollen. Ganz scheint das nicht zu stimmen, denn bei Fremeaux gibt es zwei französische Konzertmitschnitte von März und April, die hier nicht vertreten sind. Ansonsten passt der Titel und die Aufnahmen sind durchaus eher selten und waren bisher nicht oder nur bei Spezialisten-Labels veröffentlicht:

(1) Ein Konzert aus der "Alhambra“ in Paris vom Februar 1960
(2) Aufnahmen aus Belgien, ebenfalls vom Februar 1960; diese sind die einzigen, bei denen die Tonqualität zu wünschen übrig läßt und ein gewisser Dumpfheitsfaktor auf Amateuraufnahmen schließen läßt
(3) Ein Konzert aus Göteborg, ebenfalls vom Februar 1960
(4) Ein Konzert aus dem Stadttheater Lausanne vom Mai 1960
(5) Ein weiteres Konzert aus Lausanne, aus dem Theatre de Beaulieu, vom Juni 1960. Dieses Konzert ist auch von TCB in der Reihe "Swiss Radio Days“ veröffentlicht worden

Die Musik ist unglaublich gut, sehr fetzig, die Band war wahrscheinlich die beste Big Band des Jahres 1960 ( und ja, mir ist bewußt, daß in 1960 Basie, Ellington, Kenton und Herman auftraten); dieser Fakt ging in der Jazz-Welt einfach unter, weil sie nur Konzerte in Europa gab. Mit einer weitgehend deckungsgleichen Besetzung nahm Quincy Jones Anfang 1961 das Album "Around the World“ auf, und mit einer ähnlichen Big Band ging er 1961 nochmal auf Europa-Tournee (das SWR/Jazzhaus-Album „"Live in Ludwigshafen 1961“ zeugt davon), doch schon bald verabschiedete sich Quincy Jones in Richtung einer Producer-Karriere (er wurde der erste schwarze A&R Executive einer amerikanischen Plattenfirma) und der Rest, wie man so sagt, ist Geschichte…

Noch ein paar Bemerkungen zu den Arrangeuren: Neben Quincy Jones selbst waren das Leute wie Al Cohn, Melba Liston, Ernie Wilkins, Billy Byers und Budd Johnson, Namen, bei denen man weiß, daß man erstklassige Arbeit erwarten darf. Solisten waren u.a. Clark Terry und Benny Bailey (der sich auf "I Remember Clifford“ buchstäblich die Seele aus dem Leib spielt), Quentin "Butter“ Jackson mit unnachahmlichen "wah-wah“ Soli, ein feuriger Phil Woods, Jerome Richardson, Sahib Shihab (was der auf dem Baritonsaxophone konnte!), Ake Persson und Julius Watkins.

Ein Tip noch: Die 4 CDs nicht hintereinander hören. Das Programm variiert nur leicht von Konzert zu Konzert und somit wiederholen sich viele Titel. Ich habe die 4 CDs über einen Zeitraum von 2 Wochen gehört und war jedesmal begeistert.


Maybeck Recital Hall Series Vo
Maybeck Recital Hall Series Vo
Preis: EUR 17,46

4.0 von 5 Sternen The Mighty Blues Piano, 16. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Maybeck Recital Hall Series Vo (Audio CD)
Gene Harris war ein Meister des Blues-Piano, bzw. des funky-bluesigen Jazz-Piano. Bekannt war er Anfang der 60er mit seiner Gruppe "The Three Sounds“ geworden, in den 70ern und 80ern wurde es ruhig um ihn, bis ihn Ray Brown für das kalifornische Label Concord engagierte und ihm so zu einem Comeback verhalf.

Concord hatte eine Reihe namens "Live at Maybeck Recital Hall“, in der Pianisten Solo-Alben aufnahmen. Harris – kein Wunder – liefert uns drei Blues und eine Reihe von Variationen über Standards. Die härteste Arbeit ist sicherlich der "Elephant Blossom Blues“, an diesem Ouevre arbeitet er sich schweisstreibend ab. Aber auch auf den Standards ist der Blues nicht weit.

Auch wenn mittlerweile schwer erhältlich – gehört auf jeden Fall in die Sammlung.


An Evening With Joe Albany Vol 1
An Evening With Joe Albany Vol 1
Preis: EUR 18,99

4.0 von 5 Sternen Spätes Solo-Werk, 16. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: An Evening With Joe Albany Vol 1 (Audio CD)
Joe Albany lebte ein typisches Beboper-Leben, voller Drogen und Alkohol, und es ist eigentlich ein Wunder, dass er trotzdem 64 Jahre alt wurde (er starb 1988). In den 40ern spielte er mit Charlie Parker und Lester Young, später lieferte er ein brillantes Album mit Warne Marsh ab.

"An Evening With Joe Albany“ wurde 1973 in Dänemark vor einer kleinen Gruppe von Fans und Jazzenthusiasten aufgenommen. Albany war trotz seines wilden Lebens technisch noch ziemlich gut beisammen und er demonstriert das sehr deutlich. Während all der Jahre in der Versenkung hatte er üblicherweise Engagements als Solo-Pianist gehabt, in Hotel Lounges, Bars und was-sonst-noch. Als Resultat gab es kaum einen Standard, den er nicht kannte und auf Wunsch oder Zuruf spielen konnte.

Das stellt gleichzeitig ein bisschen die Schwäche des vorliegenden Albums (und des "Vol 2“-Schwesteralbums) dar: Für meinen Geschmack sind die Stücke zu sehr auf 3-4 Minuten verkürzt, auch gibt es bestimmte Vorlieben, etwa jene für lange, die Melodie durchbrechende Läufe, denen Albany ausgiebig auf jedem Stück frönt.

Aber: Oft genug blitzt etwas von seiner Genialität auf, die ihn in den 40er Jahren zu einem der gefragtesten Pianisten gemacht hatte. Und dieses Aufblitzen des Genies genügt schon für ****. Bei manch Anderem blitzt es halt nie.


Basie Jam No.2
Basie Jam No.2
Preis: EUR 14,66

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Perfekte Jam Session, 1. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Basie Jam No.2 (Audio CD)
Im Grunde genommen ist das eine typische Norman Granz Jam Session, wie sie auch in den 50ern bei JATP oder Granz‘ Clef/Norgran/Verve-Labels hätte entstehen können. Granz griff das Konzept für sein Pablo Label in der 70ern wieder auf, als Jam Sessions auf Platten schon lange nicht mehr in waren. Der Line-Up hier beinhaltet alles, was im Mai 1976 als Mainstream-Musiker gut und bei Granz unter Vertrag war:

• Die wahrscheinlich beste Mainstream Rhythm Section, die man 1976 zusammenstellen konnte: Count Basie (p), Joe Pass (g), John Heard (b) und Louis Bellson (dr)
• An den Saxophonen Benny Carter (as) und Eddie „Lockjaw“ Davis (ts)
• Als Blechbläser der virtuose Al Grey (tb) und der super-virtuose Clark Terry (tp)

Stilistisch waren sich diese Musiker alle recht nahe (anders als z.B. bei manchen JATP Jam Sessions der 50er, wo dann Charlie Parker, Benny Carter und Flip Philips zusammen auftraten), und es wird in den Liner Notes zu Recht darauf hingewiesen, dass diese Musiker alle dieselbe musikalische Sprache, wenn auch mit unterschiedlich Akzenten und Dialekten, sprechen. Wobei man anmerken muss, dass die Musiker aus einer Zeit stammen, wo der persönliche Akzent eben sehr stark ausgeprägt war: Man erkennt Terry, Grey, Carter und Davis nach wenigen Noten. Das findet man heute nicht mehr.

Die vier Titel sind nur das Gerüst für eine Jam Session Improvisation. Herschel Evans‘ "Doggin‘ Around“ stammt dabei aus den 30ern, der großen Zeit der frühen Basie-Band, die anderen drei Stücke sind "on the spot“ konstruierte Jam Session Vehikel.

Jam Sessions waren einmal eine Selbstverständlichkeit und eine Kunst, die Herren hier beherrschten diese Kunst perfekt.


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