Fashion Sale Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos OLED TVs Strandspielzeug Learn More Slop16 Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für Hank Schrader > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Hank Schrader
Top-Rezensenten Rang: 254.038
Hilfreiche Bewertungen: 2185

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Hank Schrader

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Schuld
Schuld
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Heute ein seltenes Beispiel für gute deutschsprachige Musik!, 20. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schuld (Audio CD)
Gleich vorweg: Eigentlich mache ich in den letzten Jahren einen großen Bogen um "Deutschsprachige" Musik. Nicht weil ich was gegen diese habe, aber wenn ich mir mal die aktuelleren deutschen Bands so anhöre kommt mir oft das Grausen! Vor allem was da so an der "Gefälligen" Masse so kommt! Nein, ich kann es nicht haben - das was sich neue Revolution des deutschsprachigen Indie/Alternative Rock nennt. Das finde ich in 99% der Fälle unfassbar unerträglich und schon meistens kann ich mir diese langweiligen Texte genannter Konsorten nicht geben! Durch Zufall habe ich dann Ende letzten Jahres die Band TÜSN kennengelernt und zwar als Support Band auf der letzten Marilyn Manson Tour. Nun - mit Manson haben sie musikalisch nicht viel gemein aber ich persönlich finde es ja immer toll wenn die Vorband musikalisch nicht den selben Sound macht wie der Main Act. TÜSN ragten an diesem Abend schon alleine dadurch heraus das sie ihre Songs in Deutsch vortrugen. Leider habe ich TÜSN an diesem Abend jedoch nicht mein volles Gehör geschenkt was jedoch daran lag das ich teilweise so lange an der Theke stand um Getränke zu ordern. Also bekamen TÜSN dann auf CD dann eine nochmalige Chance von mir.
Und auch wenn ich gleich sagen muss das TÜSN musikalisch gesehen weder das Rad neu erfinden, noch einen Revoluzzer Preis gewinnen mit ihrem Debut Album, aber ihr erstes Album ist schon eine "kleine" Perle im derzeitigen deutschen Musik Kosmos bei den ganzen Kantereits, den Stiller und Flachpfeifen wie Revolverheld sowie Silbermond und Co.

Auf den ersten Blick kommen TÜSN rüber wie eine Retro Synthie Pop Band - aber auch nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick könnte man denken (wenn man nur die Titel der jeweiligen Songs sich anschaut!) das man es mit einer Art Rammstein oder OOMPH! Klon zu tun hat, aber wenn man dann die ersten Töne des Openers "Humboldt" hört, merkt man schnell das dieses nicht der Fall ist. TÜSN sind Pop! Soviel steht fest.Aber wenn Deutsche Pop Musik so ehrlich und ergreifend rüberkommt, dann darf man das ruhig sein! Auch wenn TÜSN musikalisch gelegentlich am düsteren "Schlager" Pop kratzen wie bereits beim zweiten Song "Ewig Allein" deutlich zu hören ist: Es funktioniert ohne kitschig zu sein! Und das zieht sich durch das gesamte Album denn die Texte sind über alles Erhaben und wirklich durchdacht und sehr nahe an der Poesie dran! Hier gibt es durchaus liebliche Melodien die auf leichten Elektro Pop mit organischen Einschlag zu finden und wie gesagt: Musikalisch ist das nun nicht die Revolution aber dank der wirklich großartigen Stimme des Sängers (selten in heutigen Tagen so eine kraftvolle und ergreifende Stimme mit passender Gesangstechnik gehört!) sowie der ebenfalls ergreifenden, sensiblen und ehrlich wirkenden Texte mit leicht kryptischen Einschlag ergibt das in der Summe ein wirklich überzeugendes und stimmiges Werk. Mit Songs wie "Zwang" und "Schuld" liefert die Band flottere Beispiele ihres Könnens ab um mit lupenreinen Pop und Ohrwurm Melodien wie etwa bei "In Schwarzen Gedanken" wieder dafür zu sorgen, das einem diese Melodien und Texte nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Bei alle dem schimmert auch eine gewisse rotzige aber dennoch dezente 80 er Jahre Stimmung mit.

SCHULD ist ein wirklich gut funktionierendes deutschsprachiges Debut Album geworden einer wirklich interessanten jungen Band denen man hoffentlich noch mehr Gehör schenkt und die es eigentlich verdient haben von einer größeren Hörerschaft erreicht zu werden. Aber dafür haben TÜSN einen vielleicht zu eigenwilligen Stil um jetzt auch Leute anzusprechen, die sich eher an Trivialen Deutschen Pop Rock orientieren und Gefallen finden. Letztendlich wäre das auch zu verkraften, aber ich befürchte das somit eine der wenig überzeugenden Bands aus deutschen Landen wieder keine Chance gegeben wird! Und spätestens bei einem Song wie etwa "Hannibal" hört man die großartige Poesie die in den Texten dieser feinen, (noch?) kleinen Band steckt! Hier macht sich jemand Gedanken und liefert somit textlich ganz großes Kino ab!

TÜSN erinnern an die goldenen Zeiten deutscher Musik als man noch vom New Wave geredet hat und transportieren dieses Feeling in die Neuzeit - hier wirkt nichts lächerlich (Nein, hier gibt es kein "Applaus Applaus für Deine Worte"!) sondern schlichtweg "mit Sinn und Verstand" und wie bereits gesagt: Wenn "Pathos" dann so ergreifend rüberkommt wie es hier der Fall ist, dann kann "Pathos" auch sehr angenehm sein!

Am Ende stellen TÜSN mit "Ihr Liebt mich Jetzt" dann eindeutig fest das wir es tun - und treiben einen trotz allem Pop die Tränen in die Augen. Wirklich Gelungen!


This Is Where Death Begins (Deluxe 2CD Digipak)
This Is Where Death Begins (Deluxe 2CD Digipak)
Preis: EUR 16,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Metamorphosen Chance eindeutig nicht genutzt!, 6. Juni 2016
Ja - was ist denn da passiert??? Und damit meine ich jetzt nicht, das Combichrist die einstigen Kult Electro Berserker seit einiger Zeit zunehmend ihren Sound mehr in eine metallischere Ausrichtung manövrieren. Immerhin war dies auch beim letzten Studio Album WE LOVE YOU schon nicht mehr von der Hand zu weisen. Aber genau letzteres Studio Album war durchaus "Catchy" und hatte Biss und konnte überzeugen. Ironischerweise gefielen mir die deutlich rockigeren Tracks auf letzten Album besser als die noch wenig vertretenden Electro Stampfer. Letztere finden wir hier nun mal gar nicht mehr (außer vielleicht bei einem Song) - aber nun mal im Einzelnen:

An Combichrist scheiden sich seit Jahren die Geister und ich konnte der Band auch erst mit deren zweiten Album WHAT THE F+++ IS WRONG WITH YOU PEOPLE was abgewinnen. Combichrist waren noch nie die Meister innovativer und außergewöhnlicher Klänge gewesen sondern eher die Fraktion "Ich hau Dir gepflegt die Beats und Krachorgien um die Ohren" - aber in diesem Bereich waren (und haben sie sich in den letzten Jahren dazu entwickelt!) sie immer eine Größe. Soviel steht fest. Zudem erspielten sich Combichrist einen Ruf als ausgezeichnete und Spaßbringende Live Band (auch wenn manchmal die jeweilige Technik auf manchen Konzerten und Festivals sie schon mal in Stich gelassen hatten ... aber lassen wir das) ... Entweder kann man Combichrist was abgewinnen oder nicht. Ich kann sie mir durchaus geben und auch wenn mir ihr 2010 er Album MAKING MONSTERS bisher am wenigsten gefiel, mit besagten WE LOVE YOU hatten sie mich wieder mehr auf ihrer Seite. Da gab es Knaller Nummern drauf und somit war ich gespannt auf das neue Werk der Band.

TIWDB hatte die besten Voraussetzungen das die Metamorphose Electro der derberen Art mit garstigen Gitarren und Baller Drums in Vollendung einhergeht.
Aber leider "verkacken" Combichrist hier auf höchsten Niveau und liefern ein Album ab, welches so furchtbar langweilig und stellenweise wirklich schlecht geworden ist!
Den Anfang macht der Opener "We are the Plague" und joa ... hier dominiert der gewollte Metal Rock und bereits nach wenigen Hörminuten fragt man sich: "Kommt da noch was?". Also Song 2 "My Life My Rules" - und auch wenn dieser im Kern vermehrt an alte Tagen erinnert bleibt unterm Strich nur ein fader Rock Bolzen übrig. Track 3 "Glitchteeth" ist absoluter Quark und wirklich entbehrlich und nichtssagend und wurde beim zweiten Durchhören auch gepflegt übersprungen. Danach folgt "Exit Eternity" und Ansatzweise denkt man beim ersten Hören, das hier alte Wunden angeritzt werden. Dennoch kann auch dieser Song nicht überzeugen denn die eingefügten Electro Schnipsel wirken aufgesetzt und motivationslos und nach einer gewissen Zeit hört man, wie schlecht dieser Song produziert wurde. Dann aber kommt etwas Klasse auf und zwar mit "Skullcrusher" - und auch wenn der Song ebenfalls eher Rockig ausgerichtet ist: Der Song macht durchaus Spaß! Sicherlich auf seine Weise etwas zugänglich aber dieser Song hat wieder diese "Kick Ass" Attitüde" von der es auf dem letzten Album dann doch einige gab und die man von Combichrist in der Vergangenheit kannte (und schätzte!)
Doch das war es dann auch schon wieder und dann wird es richtig belanglos bis schlecht! 08/15 Rock Metal wird nun aneinander gefügt ("Time Again,Destroy Everything) bis man mit dem Intermezzo "Tired of Hating You" stellenweise am rotzigen Punk kratzt (und das einigermaßen gut beherrscht!). Doch dann gibt es noch eine (und die definitiv letzte Überraschung auf diesem schwachen Album) überzeugende Nummer: "Don't Care How you Feel about it" ist der wohl einzige Track der an die Electro Vergangenheit der Band erinnert und dieser Song gefällt wirklich und lässt einem etwas wehmütig an frühere Zeiten denken. Wirklich guter Track der vollkommen überzeugt! Der Rest der dann folgt ist teilweise so unterirdisch schlecht bis gewollt hingerotzt das es wirklich keinen Spaß macht sich den Kram zu geben und findet spätestens in dem (in norwegisch vorgetragenen!) "Slakt" seinen endgültigen Tiefpunkt - einen Song der so unnötig und lieblos daherkommt und man sich echt an schlechten norwegischen Metal Kapellen erinnert fühlt und noch nicht mal als schlechter Witz funktioniert!

Natürlich darf man auch mal ein schlechtes Album abliefern und daher kann ich Combichrist solch einen Fehltritt verzeihen ... Jedoch was sich diese hier geleistet haben ist mir unerklärlich und ich frage mich wieso sie ihren Electro Rock Stil des letzten Album's nicht dazu genutzt haben ihren Stil weiter zu perfektionieren anstatt hier mit einer Ansammlung echt langweiligen Möchtegern Bolzen Metal sich alles zu vergraulen!

FAZIT: Nee Jungs - das hier ist echt ein Schuss in den Ofen und auch wenn ich immer ein Ohr für Weiterentwicklungen habe und jemand bin der diesen aufgeschlossen gegenüber steht ... Wenn es sich so anhört wie eben hier dann kann ich wirklich nur darüber lachen! Somit bleiben glatt mal 3 Songs von insgesamt 15 (!) die gefallen ... der Rest ist - Naja! Zudem klingt dieses Album stellenweise so etwas von schlecht produziert (zudem ist die Tonqualität der CD sehr bescheiden!) an einigen Stellen riecht es echt billig und nach schlechten Trash! Schade und somit Metamorphosen Chance eindeutig nicht genutzt! Das ist hier keine Weiterentwicklung sondern ein Versuch altes neu aufzuwärmen - nur das manch andere Bands das schon 1992 gemacht haben (siehe Ministry zu ihren Hochzeiten!) ... und das wesentlich besser (und dabei sind die auch nur noch ein Abklatsch ihrer selbst!) ... Aber das ist ein anderes Thema.

Und was soll eigentlich die zweite CD mit einer Live Ansammlung der ganz alten Songs aus den Electro Zeiten? Ich denke ihr wollt jetzt Metal sein und nach vorne schauen? Ich glaube Combichrist wissen derzeit nicht, was sie eigentlich sein wollen. So schlecht wie auf TSWDB will ich euch aber sicher nicht!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 9, 2016 7:50 AM MEST


Risveglio
Risveglio
Preis: EUR 18,84

4.0 von 5 Sternen Elektronische Klänge für Non Konformisten (oder so), 21. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Risveglio (Audio CD)
Alessandro Cortini ist einigen sicher als Mitglied von Ladytron und Nine Inch Nails bekannt. Das er auch Solo arbeitet wissen jedoch nur die wenigsten was vielleicht auch daran liegt, das seine Solo Arbeiten mit oben genannten Bands eher wenig gemein haben (oder wenn dann nur zum Teil).

Cortini hat sich bei seinen Solo Sachen dann eher der minimalistischen Elektronik zugewendet und hat bereits mit dem großartigen Vorgänger Album SONNO bewiesen, das er ganz andere Ziele verfolgt. Deutlich beeinflusst von Künstlern aus dem Dark Ambient Bereich aber auch von Elektronik Pionieren wie etwa Tangerine Dream schafft Cortini eigenwillige Soundlandschaften die sicherlich alles andere als zugänglich sind und meilenweit von Club Atmosphäre entfernt sind. Aber für Freunde die den vielen Facetten der elektronischen Musik ( und vor allem der anspruchsvollen Klänge des Genres!) was abgewinnen können und nicht unbedingt auf die gängigen Strukturen festgefahren sind, seien die Arbeiten von Alessandro Cortino ans Herz gelegt.

Cortini macht mit RISVEGLIO dort weiter wo er mit SONNO aufgehört hat: Atmosphärische, kalte und düstere Instrumental Soundlandschaften die teilweise bizarr anmuten und den Hörer in eine fremde Welt entführen findet man auch hier. SONNO war in seiner Summe ein ahrlich perfektes Album und auch RISVEGLIO begeistert auch in diesem Punkt und steht dem großartigen Vorgänger sehr gut gegenüber. Dennoch begeistert der Vorgänger einen Tacken mehr, denn Cortini wiederholt stellenweise das bereits erlebte vom Vorgänger doch sehr offensichtlich, wenn auch auf einem hohen Niveau. Stellenweise gibt es aber hier leichte "Erneuerungen" und man fühlt sich an manchen Stellen an Bands wie Pankow und aber auch DAF erinnert, wenn auch nicht mit Gesang denn wie beim Vorgänger gibt es diesen auch hier nicht zu hören. Aber insgesamt wirken die fragmentarischen Tracks auf diesem Album stellenweise (grob gesehen!) schon deutlich "Tanzbarer" als auf SONNO - aber nicht im herkömmlichen Sinne denn tanzbar ist das ganze hier immer noch nicht. Vielleicht könnte man es so eher nennen, das stellenweise hier mehr "Groove" zu finden ist (Aber auch das nur im groben Sinn!). Unterm Strich bleibt auch das hier vorliegende Material eine Mischung aus kalter, fremder Düster Elektronik mit sphärischen Anteilen welche in schlechten Momenten den Zuhörer labil echt runterziehen kann. Dies ist der Soundtrack für Nebelverhangene Graue Tage an denen man eine Flasche Rotwein auf den Tisch stehen hat und mal in aller Kälte und Stille der Melancholie frönen möchte.

RISVEGLIO ist nicht für die breite Masse - nicht's für Electro Hipster und oberflächliche Dark Electro Zappler die eh nur auf der Suche nach dem nächsten Bass sind - RISVEGLIO verlangt vom Zuhörer wesentlich mehr ab und lebt von seiner Stimmung. Eine gelungene Fortsetzung zu SONNO.


Crazy Eyes
Crazy Eyes
Preis: EUR 14,99

0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Joa ..., 19. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Crazy Eyes (Audio CD)
In den 90 ern gab es nicht viel bahnbrechendes was die Musik bereichert hat. Der Euro Dance erlebte seine Hochphase und auch Grunge war sicher nicht das Non Plus Ultra an musikalischer Revolution gewesen (wenn auch von der Musikindustrie und Presse anders gesehen). Nein: die 90 er Jahre waren Mau und mal abgesehen von musikalischen Revoluzzern und wirklichen Innovatorischen Helden wie Nine Inch Nails kam nicht viel gescheites. Okay, der Manson war zu mindestens noch richtig Schocke und gute, aber wenig erfolgreiche Bands wie etwa die sträflich unterschätzten Stabbing Westward hatten nur eine kurze Haltbarkeit und verschwanden wieder. Und auch Filter sind ein Produkt der 90 er. Gerne schmückt sich Filter Frontmann Richard Patrick damit mal eine kurze Zeit bei Nine Inch Nails als Live Mitglied dabei gewesen zu sein. Nach dem Patrick dann bei NIN nicht mehr gebraucht wurde, gründete er Filter und versprach damals schon das Industrial Rock Genre (übrigens auch eine Bezeichnung die durch die Musikindustrie in den 90 ern geschaffen wurde!) auf ein neues Level zu befördern. Und 1995 erschien mit "Short Bus" das erste Filter Album. Doch schon damals merkte man das Filter mehr am US Rock angelehnt waren als eben die deutlich elektronischeren und experimentierfreudigeren Nine Inch Nails. Trotzdem war das erste Filter Album gar nicht mal so schlecht. Knarzige Gitarren trafen auf Rock Vocals und alles hatte einen Noisigen Touch. Aber nach nur einem Album nahm die Qualität bei Filter zunehmend ab. 1997 erschien mit "Title of Record" das zweite Album welches kommerziell das bisher erfolgreichste Album der Band blieb. Aber schon mit dem zweiten Album merkte man jeder Note an das man auf die Charts schielt. Und dann gab es dann noch die unsägliche Mädchen Nummer "Take A Picture" die sogar im Nachmittagsprogramm von Muddi's Lieblingsradiosender hätte laufen können. 2002 folgte dann mit dem dritten "The Amalgamut" dann noch ein halbwegs gutes Album und das war es auch gewesen. 2006 kehrten Filter mit "Anthems for the Damned" - einem Album welches so seicht und anbiedernd gewesen ist und mehr an U2 und Nickelback angelehnt gewesen ist. Daher verpuffte der Stern von Filter und man war zu mindestens in Europa auf den besten Weg in der Versenkung zu verschwinden. Auch das 2009 er Album "The Trouble with Angels", welches zwar sicher wieder etwas härter gewesen ist, war in der Summe nur kalter Kaffee gewesen. Lediglich mit dem letzten Studio Album "The Sun comes out at Midnight" kristalisierte sich etwas wieder heraus was Filter eigentlich mal sein wollten. Dennoch brach man sich dabei musikalisch auch keinen Zacken aus der Krone mit besagten Werk. Der Filter galt als verstopft.

Und dann machte Richard Patrick Nägel mit Köpfen, finanzierte das hier vorliegende Album über eine Crowdfunding Kampagne, produzierte das Teil wieder selber, rührte massig die Werbetrommel und versprach mit CRAZY EYES wieder deutlich Back to the Roots zu gehen.

Und jetzt ist es da: Das Album welches Filter die verlorene Credibility wieder bringen soll. Und die große Frage hier: Kann es das?
Also mit dem ersten Song "Mother E" geben sich Filter so spritzig und schmissig wie einst, als sie mit The Crystal Method den Song "Trip Like I Do" für den Spawn Soundtrack herausgebracht haben: Vorbei die Zeiten als Filter mehr vom Mainstream Kuchen abhaben wollten und gerne so geil wie NIN sein wollten aber es nie waren! Durchaus überraschender Brecher der Opener. Aber dann war es das auch schon, denn auch wenn CRAZY EYES in seiner Gesamtheit wirklich das "Bollerigste" und "Krachigste" Album der Band seit Jahren ist: Sobald Patrick die Refrains rausschmettert wird es teilweise unerträglich beliebig. Bereits Track 2 "Nothing in my Hands" der durchaus (für Filter Verhältnisse!) experimentierfreudig und elektronisch daherkommt versinkt in einem schlechten Chorus der den anfänglichen spannenden ersten Teil des Songs alles nimmt. Auch das selbe Problem bei "Pride Flag" ist da wieder zu finden - sobald der Refrain einsetzt ist alles verloren und verkommt zu Tralala Rock der Massenklasse! Okay, Filter waren noch nie so originell wie der ewig große Bruder NIN, nie so dreckig Dark wie der Manson zu seinen besten Zeiten oder so herrlich Sleazy wie Rob Zombie oder so elegant düster Poppig wie die bereits erwähnten Stabbing Westward - Filter waren irgendwie immer so die Marke "Wir wollen gerne, aber wir trauen uns nicht". Filter waren die Schnittmenge zwischen Alternative, Stadion Mädchen Rock und einen Hauch "Elektro" Rock. CRAZY EYES ist sicher kein Totalausfall geworden! Aber dieses Werk als den Überflieger überhaupt zu titulieren wäre auch etwas zu hoch gegriffen. Somit beschränke ich mich darauf, das CRAZY EYES in der Geschichte von Filter das überzeugendste Album seit vielleicht 2002 geworden ist. Das sollte reichen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 20, 2016 4:21 PM MEST


Hyena (2lp/Coloured/Poster) [Vinyl LP]
Hyena (2lp/Coloured/Poster) [Vinyl LP]
Preis: EUR 33,99

5.0 von 5 Sternen Großartiger OST von einer (fast) längst vergessenen Band!, 19. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
The the - das war mal in den 80 er Jahren eine kurzzeitig recht erfolgreiche Band die sich irgendwo im Fahrwasser des New Wave angesiedelt hat und ihren Stil mit Elementen aus den Bereichen Rock und Blues verfeinerten. Mit den zunehmenden Jahren verließen The the (welches dazu auch noch mehr eigentlich nur noch aus dem Frontmann und Songwriter Matt Johnson als einziges konstantes Bandmitglied und mit wechselnden Gast Musikern bestanden hat) die Stilrichtung des New Wave und entwickelten sich immer mehr zu einer regelrechten Rock Band mit einem großen Underground und Avantgarde Flair und wurden zu wahren Kritiker Lieblingen. Erfolgreich war das ganze dann nur noch begrenzt und The the waren weniger Charts Gäste als wie es am Anfang der Karriere zu der Hochzeit des New Wave gewesen ist. Dennoch brachten The The mit den Alben "Mind Bomb, Dusk" und "Hanky Panky" Anfang bis Mitte der 90 er überzeugende Alben heraus. Im Jahr 2000 erschien auf Trent Reznor's (Nine Inch Nails) damaligen Label Nothing Records das Album "NakedSelf" und unterstreichte nochmals die Klasse dieser Band bzw. das Können von Matt Johnson. Aber dann verschwanden The the in dieser Form und nach einer Best of Compilation folgte lange Zeit gar nichts mehr.

Um so überraschender dann das Erscheinen eines Soundtracks zu einem englischen Cop Thriller namens "Hyena". Dem Film, der 2014 erschien, wurde kein großer Erfolg wenn er auch gute Kritiken bekommen hat (ich selber habe ihn auch noch nicht gesehen) und daher nahm man auch kaum Notiz von dem Soundtrack der dann eben von Matt Johnson bzw unter dem Banner The the erschienen ist.
Natürlich ist "Hyena" nicht der einzige Soundtrack gewesen denn Johnson gemacht hat, denn in der Zeit als The the durch Schweigen glänzten veröffentlichte er, jedoch ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit, bereits zwei Soundtracks. "Hyena" jedoch fiel mir auch nur deshalb auf weil ich ein Fan des Soundtrack Labels Death Waltz bin und als ich dann auf deren Homepage schaute, erblickte ich eben diesen OST von The the zu besagtem Film. Da die Veröffentlichungen von Death Waltz immer durch liebevolle Vinyl Veröffentlichungen begeistern und mich das Cover zu "Hyena" sehr angesprochen hat sowie die Tatsache, das es anscheinend neues von The the gibt habe ich blind zu gegriffen und dann kam diese Vinyl und lag dann schnell auf dem Plattenteller und es präsentierte mir ein unaufdringlicher, ruhiger, düsterer und sehr atmosphärischer Instrumental Score der vom Anfang bis Ende perfekt ist!

Wenn man sich "Hyena" anhört, merkt man die Spannung und die Bedrohlichkeit, ohne von billigen und plakativen "Grusel/Suspense" Elementen zugekleistert zu werden! Dieser OST ist ähnlich wie die Soundtrack Arbeiten eines Trent Reznor auch gut als Album zu sehen und schafft eine ähnliche, wenn auch etwas anders abgestimmte Atmosphäre von eben Reznor`s großartigen Soundtrack zu "Gone Girl". Auf "Hyena" steht die Atmosphäre im Vordergrund und auch wenn sich hier natürlich an den Richtlinien eines Scores gehalten wird, wird man schnell beim Hören in den Bann gezogen und bekommt dadurch auch gleichzeitig echt mal Lust die Bilder zu den Klängen zu sehen sprich: Der Score macht Lust auf den gleichnamigen Kino Film. Aber auch enn man den Film nicht kennt und gesehen hat, ist hier genau die Stärke eines Scores auszumachen denn beim Hören kann man sich auch seine eigenen Bilder durch den Kopf mit Unterstützung der Musik schaffen und daher gehört "Hyena" für mich zu einem der überzeugendsten und spannendsten Soundtracks überhaupt.

"Hyena" ist perfekt produziert und schlichtweg großartig arrangiert. Unbedingt anhören für Freunde die nicht immer das gleiche hören wollen und guten Soundtracks eh was abgewinnen können (abseits vom Mainstream Einheitsbrei!). Gerechtfertigte volle Punktzahl für dieses Kleinod und für eine (fast) vergessene Band (oder was auch immer!)

Anmerkung zu der Vinyl Ausgabe: Wie gesagt: Death Waltz haben auch hier wieder eine äußerst liebevolle und geschmackvolle Veröffentlichung auf den Markt gebracht, welches durch das Film/Coverartwork bis hin zu den Gimmicks in Form von Poster und Text und der Tonqualität der Vinyl Scheiben,begeistert!


An Overture:Collection
An Overture:Collection
Preis: EUR 26,25

3.0 von 5 Sternen Teilweise macht es wirklich Spaß ..., 19. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: An Overture:Collection (Audio CD)
... die Betonung liegt aber auf "Teilweise"!

Seit einiger Zeit kursiert unter Anhängern der harten, düsteren elektronischen Szene dieser Name der Formation und Youth Code sind langsam aber sicher zielstrebig dabei, im Bereich der elektronischen Underground Szene "The Next Big Thing" zu werden.
Dabei pfeifen YC auf musikalische Erneuerungen und Innovation und ballern der Hörerschaft ungebremst einen aggressiven Cocktail um die Ohren das es sich gewaschen hat. Und dieser Cocktail besteht aus folgenden Zutaten: Einen Hauch Old School EBM, eine Prise alte Skinny Puppy und eine ordentliche rotzige Attitüde die schon sehr nahe am Hardcore Punk dran ist. Doch so ganz ohne Exoten Bonus kommt auch YC nicht aus und dieser besteht in der Form das hier kein männlicher Schreihals am Werk ist sondern diesmal eine Frau ... und die kleine zierliche blonde Puppe macht ihren Job recht überzeugend und schreit sich die Seele aus dem Leib was dann künstlerisch teilweise auch noch übel verzerrt unterstützt wird. Daher stimmt es schon das bei YC ein rotziger Punk Stil nicht von der Hand zu weisen ist.
Aber es muss ja auch nicht immer alles auf Teufel komm raus Innovativ sein und eine Erneuerung des Genres sein, wenn es dann mit Überzeugung und mit Liebe zum Detail gemacht ist ... ja, dann kann man schon mal einfach nur die Keule rausholen und sich auf die gute alte Sache beschränken.

Tja, klingt ja alles ganz positiv bisher und wieso bin ich dann so zaghaft mit der Bewertung? Ist es die minimalistische Art die sich hier präsent zeigt? Ist es doch der fehlende Innovationsbonus? Nein, weder noch. Ohne große Umschweife ballert dieses Album (welches zum einen aus dem regulären YC Debut Album besteht sowie aus den beiden bisherigen EP's "A Place to Stand" und "Keep Falling Apart" und somit aus insgesamt 16 Tracks besteht) recht krass und laut los und fegt mal in dem knapp 3 minütigen Opener "Consuming Guilt" alles weg. Das haut rein, macht Lust auf mehr aber ehrlich gesagt bekommt dieses Album spätestens nach Track 7 "Carried Mask" leichte Ermüdungserscheinungen! Denn auch wenn die weiteren Songs nicht wirklich schlecht sind: Es wird anstrengend eintönig auf der gesamten Länge. Irgendwann fragt sicher der Hörer welches Lied man denn nun hört, denn eigentlich klingt alles ziemlich gleich und trübt etwas die Freude dieser Album Compilation. Sicher: Wenn man die drei Veröffentlichungen die ja hier auf eine CD gepresst wurden einzeln betrachtet und sich zu Gemüte führt funktioniert das ganze sicherlich besser, aber unter dem Aspekt das man hier 16 fast gleich klingende Krawall Songs geballt vor die Ohren geknallt bekommt ist man der Sache schnell über. Daher habe ich für mich ein paar Abstriche machen müssen, wenn auch das Gesamtergebnis wirklich Bock auf "mehr" macht.
Großen Gefallen haben auch Skinny Puppy selbst an YC gefunden, denn YC durften bereits zweimal als Vorband während einer SP Tour agieren und eben durch diese Auftritte und der ungeschminkten, rohen und rotzigen Art von YC hat man sich schnell einen Namen gemacht und die Aufmerksamkeit der Hörerschaft dieser Musikrichtung auf sich gezogen.

Fazit: YC machen Spaß wenn man laute, aggressive Electro/Industrial Musik mag und sich etwas von dem Dark Mainstream abhebt. Wie ich vor wenigen Tagen erfahren habe wird es demnächst das zweite reguläre Studio Album von YC geben welches unter der Riege von Rhys Fulber (Frontline Assembly) entstanden ist. Vielleicht gibt das ja YC einen Hauch mehr den "Produktions technischen" Drive und somit etwas die hier noch fehlende Abwechslung? Ich bin da ganz optimistisch. Bis hierhin nur drei Sterne - wenn auch sehr gute!


Metanoia [Digipack]
Metanoia [Digipack]
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 13,00

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Juwel!, 13. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Metanoia [Digipack] (Audio CD)
War das letzte IAMX Album "The Unified Field" für mich persönlich das schwächste Album in der Historie von Chris Corner's bisherigen Schaffen,so war meine Erwartung an dem neuen Album METANOIA sehr hoch gewesen.
Bereits bei dem Vorgänger Album TUF war,nach dem grandiosen Album "Volatile Times",meine Erwartung ebenso hoch gewesen und besagtes letztes Album hat mich dann doch enttäuscht. Zum einen gab es einige spannende und gute Songs auf TUF - auf der anderen Seite blieb das Album jedoch weit hinter seinen Möglichkeiten (meiner Meinung nach) zurück und wirkte insgesamt "Bemüht angestrengt".
An die Klasse der ersten vier Alben kam letztes Album in Sachen Atmosphäre und Kreativität nicht wirklich ran und dümpelte stellenweise nur so vor sich hin und wirkte abgehackt und leicht verworren.

In der letzten Zeit gab es dann von IAMX auch nicht wirklich viel neues und wenn es Neuigkeiten gegeben hat, dann nur diese Meldungen das es Mastermind Chris Corner in der letzten Zeit gesundheitlich nicht all zu gut ging.
Nun ... jetzt ist es aber soweit und METANOIA ist da - das insgesamt 6. Studio Album und natürlich ist jetzt erst einmal die wichtigste Frage, was dieses Album denn kann?

Soviel vorab: Die depressive Phase die Mr. Corner in der letzten Zeit durchstehen musste hat dem neuen Album keinen Abbruch getan und scheint IAMX wieder zur alten Stärke verholfen zu haben.

METANOIA ist aber kein "Depressives" Stück geworden - ein schwarzes Stück Musikgeschichte sicherlich, aber noch nie war Schwermütigkeit so schön wie eben auf diesem Album.
Und in der Schwermütigkeit lag schon immer die Stärke von IAMX die hier zur Höchstform aufläuft!

Klangen die Songs auf dem letzten Album TUF teilweise gewollt schroff, so merkt man bereits beim Opener dieses Albums "No Maker Made Me" das es hier wieder weitaus elektronischer zu geht. Und auch wenn es in den meisten Songs modern "zirpt" und "fiept" und man sich oft irgendwo zwischen niveauvollen "Krach" und "Art Pop" bewegt, steht eines wieder voll im Vordergrund: Epische Melodien treffen auf Breitwand Sound - sprich: die perfekte Art heute Pop Musik zu machen, ohne Anbiedernd und Massenkonform zu wirken.
Anfangs wirkt (zum Beispiel) ein Song wie "Happiness" wie eine Ladung "Süßer Pop der mal eben dick in den Honig Topf" gefallen ist, um dann spätestens beim Refrain klar zu machen, das hier gerade eben dieser erste Eindruck in all seine Bestandteile zerlegt wird. Am Ende dieses Songs wirkt man nicht von lieblichen Melodien eingelullt und man könnte fast sagen, das man doch etwas verstört ist. Aber dennoch bleibt auch ein Song wie "Happiness" in den Ohren hängen - trotz (oder gerade?) wegen seiner sperrigen Attitüde.
Aber auch mit weiteren Songs wie etwa "North Star,Say Hello Melancholia" oder "Insomnia" laufen IAMX wieder zur Höchstform und somit zur alten Stärke auf. Spätestens mit dem schon fast Arsch Kickenden "Oh Cruel Darkness Embrace Me" zeigen IAMX das sie regelrecht richtig abrocken können (und Live könnte eben dieser Song auf der kommenden Tour zum absoluten Knaller in der Setlist werden!).
Und auch wenn Mr. Corner bei einem Song wie "Aphrodisiac" schon fast übertrieben hysterisch die sprichwörtliche Diva raushängen lässt - spätestens bei den zwei nachfolgenden Tracks "Surrender" und "Wildest Wind" frönt man wieder dem epischen und hymnischen Schmerz den man schon mögen muss wenn man IAMX was abgewinnen möchte!

Somit bleibt zu sagen, das METANOIA ein Juwel von dunkler Schönheit in Sachen Pop Musik geworden ist, die eigentlich gar keine ist. Nach wie vor sind IAMX nicht unbedingt geeignet für die breite Masse - fühlen sich anscheinend sehr wohl dort und kriegen den Spagat zwischen Art Pop, düsteren Electro Gestampfe und niveauvollen Diva Größenwahn erneut perfekt hin. Das ist nach wie vor was besonderes und hat einen eigenen Stellenwert und Platz im Bereich der "dunklen" Pop Musik - weit weg vom Szenen Einheitsbrei des abgelutschten Synthie Pop und auch meilenweit entfernt von dem was man als "gefälligen" Schrott empfindet (und davon gibt es mittlerweile viel zu viel von) ... METANOIA ist definitiv ein Anwärter für das Album des Jahres. Ein Anwärter? Nein. Es ist das Album des Jahres.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 16, 2015 9:14 AM CET


Skills in Pills (Special Edition)
Skills in Pills (Special Edition)
Preis: EUR 15,98

54 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Auf das es ganz viele negative Kommentare gibt ..., 22. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Skills in Pills (Special Edition) (Audio CD)
... und soll ich euch mal was sagen? Das ist mir herzlich egal!

Der Till - ja, DER Till von Rammstein. Mittlerweile schon fast ein Opa aber immerhin ist es der Till von Rammstein. Man mag von Rammstein halten was man will, aber Fakt ist es nun mal, das Rammstein irgendwie alles dürfen. Ob das nun immer gut ist, sei dahin gestellt. Ich persönlich bin kein "Die Hard" Fan, aber ich finde immer noch, das Rammstein mit ihrem 95 er "Herzeleid" Album eines der imposantesten und wichtigsten Alben der deutschen "Rockmusik" (sagt man das so?) abgeliefert haben. Ja, damals hat mich der Till und seine Jungs damit auch begeistern können (und ich mag das gelegentlich heute noch hören, denn es war damals schon was erfrischendes gewesen, das "Herzeleid" Dings). Was danach kam war dann nicht mehr so mein Ding, aber ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn andere Leute auf eben diese Band stehen. Da ich mich durchaus als Musik begeisterter Konsument sehe, habe ich auch irgendwie alle nachfolgenden Rammstein Alben verfolgt - (daher kann ich schon sagen das mir alles nach dem ersten Album immer weniger gefiel) ...

Aber wir wollen ja nicht über Rammstein reden sondern über das mit Spannung erwartete Solo Dings von good old Till.
Das nennt sich (sehr kreativ!) schlicht und einfach: Lindemann. Joa - soviel dazu. Naja, so ganz ein Solo Ding ist das ja nicht denn der Till hat sich Hilfe geholt von dem Metal Derwisch der auch Hypocrisy und dieses Pain Ding macht. Und somit treffen sich zwei Giganten des Brettharten Düster Metal und fusionieren.

Doch was ist das? Der Till singt ja Englisch auf seinem Solo Album. Hui! Na, das haben Rammstein beim Depeche Mode Cover zu "Stripped" auch schon gemacht. Hörte sich damals ja noch witzig an. Und jetzt darf der Till in fast schon "Denglisch" ein ganzes Album machen. Ist vielleicht auch besser so, denn somit hört man nicht ganz so schnell welch unterirdischer Lyrik zwischen Kinderprovokation und Alt Rentner Phantasien sich der Till hier bedient. Sei es nun bei so tollen Songs wie "Fat,Golden Shower,Praise Abort,Ladyboy" und wie sie hier auch alle heißen mögen - der Till macht Ernst und haut nur mit tiefgehender und schonungslos provozierenden Lyrics um sich, das einem die Nudel flattert. Wie gesagt: Es mag sein das so manch Fan der Truppe (ich erwähne den Namen jetzt nicht nochmal, ihr wisst wer gemeint ist!) sowie von Till damit genau angesprochen wird - mich zwingt es einfach nur zum Lachen,Kopfschütteln (nein, ich bange nicht!) und sehe mich gezwungen ganz schnell die Eject Taste des Players zu drücken. Wieso kauft sich der Depp dann dieses Album? Tja, das frage ich mich auch (jetzt) aber vielleicht deshalb, weil ich ja mitreden möchte und nur wer dieses "Manifest an debilen Schwachsinn" einmal durch gehört hat, der weiß wovon ich spreche. Ich kann jetzt wenigstens mitreden und zu Recht eine ebenso unterirdische Rezension abgeben zu diesem Produkt.

Und was gibt es sonst noch hierüber zu sagen? Das sich hier alles anhört wie tausendmal durchgekaut - Rammstein in Englisch trifft auf Klimper Electro Sprengsel der Marke Pain, garniert mit Brett Gitarren (irgendwo zwischen Rammstein und ... ach was weiß ich) - sprich: Es ist das, was man als Fan von Till erwartet. Absolut Belanglos, Absolut Innovationslos aber wenigstens absolut komisch.
Kommentar Kommentare (21) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 15, 2016 4:01 PM MEST


Soft Moon
Soft Moon
Preis: EUR 18,17

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nice!, 27. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Soft Moon (Audio CD)
Eigentlich kann ich mit diesem ganzen Post Punk Gedöns nicht wirklich was anfangen - meiner Meinung wurde in dem Bereich alles in den 80 ern gesagt was auch heute noch anhält. Daher habe ich für "Neue" Formationen wie zum Beispiel die (meiner Meinung nach) sehr überbewerteten Editors nicht viel übrig und kann damit auch die Meinung vieler anderer nicht teilen.

Aber es gibt ja auch noch mehr wie die Editors und auch an den meisten anderen kann ich keinen Gefallen finden weil es mir alles zu vordergründig erscheint und in der Summe zu langweilig ist. Bei The Soft Moon ist das aber anders - irgendwie und irgendwie auch nicht. TSM werden ebenfalls zum Post Punk Revival gezählt. Ich finde jedoch, das TSM da eigentlich nicht ganz hingehören denn während Editors und Co so unsagbar Mainstream sind und gefällig daher kommen, überrascht TSM mit einer Kälte und Schwärze wie man es von den einstigen Helden aus den 80 ern kennt und sich diese Eigenschaften von den neuen wünscht. Ich würde TSM eher als eine Art Cold Wave bezeichnen und wenn es eine Band neueren Datums gibt, zu der diese sich gesellen können dann ist es Cold Cave die mit ihrem 80 er Jahre Düster Electro Pop in die gleiche kalte, monotone und schwarze Kerbe schlagen wie eben TSM.

Auch wenn TSM tief im Sound der 80 er stecken und monotone Bassläufe mit ganz viel Nebel Atmosphäre und fiependen Industrial Passagen vermengen und das ganze nicht modern klingt oder gar "Neu" - das ganze hat Charakter. Die meisten Songs auf diesem Album sind Instrumental und wenn dann Gesang zu hören ist wie beim Opener "Breathe the Fire" dann ist dieser verfremdet und textlich sehr begrenzt gehalten was vielleicht auf den ersten Blick abschreckend wirken mag, aber durchaus Sinn macht und der düsteren Gesamthaltung des Albums und Sound gut tut. Beim Durchhören des Albums fühlt man sich wirklich an die alten Zeiten erinnert. Zeiten als Underground Partys noch wirklich in Kellergewölben stattgefunden haben, das Publikum mit Iro's auf dem Kopf und Lederjacke stoisch zu solchen Klängen getanzt hat, mehr Nebel auf der Tanzfläche war als Tanzfläche vorhanden gewesen ist und das macht TSM zu einer angenehm überzeugenden Alternative des unsäglichen Post Punk Revivals. Ach, lassen wir doch den Begriff Post Punk und einigen wir uns darauf das TSM einfach so sind wie sie sein wollen: Pechschwarz nämlich.


Reset
Reset
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 11,64

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider ziemlich Zahnlos, 27. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Reset (Audio CD)
Ich habe lang mit mir gerungen, wie viele Sterne ich dem neuen ATR Album doch geben werde, Fakt ist für mich das es sich bei Reset um das wohl schwächste Album handelt was die Kings of Cyberpunk (oder auch Electro Punk oder Noise Punk, was auch immer) je gemacht haben.
Das Alec Empire ja auch nicht jünger wird ist mir klar und das man auch nicht immer den musikalischen gleichen Weg gehen möchte ebenso. Daher erkenne ich den Anspruch von ATR schon, sich etwas von den durchaus brachialen vergangenen Jahren zu lösen und auf ihre Weise eine etwas "gemäßigtere" Version ihres "Digital Hardcore Sound" zu präsentieren.

War das letzte Album "Is this Hyperreal?" schon etwas anders als die vorherigen, aber dennoch mit genügend Schmiss und Druck versehen, gehen ATR mit Reset sehr zahnlos zur Sache. Dabei habe ich ansonsten kein Problem damit wenn einer der einstmals lautesten und wildesten Bands des Genres sich (ich nenne es mal vorsichtig so), poppigen Soundstrukturen bedient. Wenn es aber so herrlich unaufgeregt und teilweise auch gewollt und nicht gekonnt daherkommt wie es hier der Fall ist, merkt man schon das hier ein äußerst laues Süppchen gekocht wurde.

Angefangen beim Opener "J1M1" wo man bereits nach knapp einer Minute denkt das dieser Song einfach alles verloren hat von der einstigen Radikalität und Klasse der Band, über weitere enttäuschende Nummern wie "Reset" oder "Modern Liars" - das alles hat kaum bis gar nicht "Drive" oder "Druck" den man von ATR kennt und nervt einfach nur bei längerem Hören. Ansatzweise aber können ATR mit einem "Street Grime" oder "Transducer" dann schon wieder erkennen lassen was ATR eigentlich ausmacht, jedoch funktionieren diese genannten Songs auch nur bedingt da sie bei der Fülle der unaufgeregten Songs (die leider hier überwiegen!) eher so wirken, als hätte man sich gedacht das diese sein müssen um das Album nicht ganz zum lahmen Ausfall werden zu lassen. Interessanterweise gibt es meiner Meinung nur einen Song der zwar für ATR Verhältnisse ziemlich poppig geraten ist, aber in seiner Art am meisten überzeugt und zwar das von Nic Endo vorgetragene "We are from the Internet", welches Live auch sehr überzeugt. Letzterer ist auch das Schlusslicht des Albums und somit kämpft man sich durch knapp 40 Minuten unspannende Tracks bis man am Ende eine kleine Perle auf diesem Album findet, welche mich zu mindestens überzeugt hat. Das reicht aber alles nicht aus um dieses ATR Album mehr als zwei Sterne zu geben denn am Ende kommt die Gewissheit und die lautet, das "Reset" eine ziemlich zahnlose Angelegenheit geworden ist - ohne Biss und ohne jemanden weh zu tun. Schade.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 9, 2015 4:42 PM MEST


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20