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Beiträge von Stefan Baumgartner
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Rezensionen verfasst von
Stefan Baumgartner (Linz)

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Das Leben der Wünsche
Das Leben der Wünsche
von Thomas Glavinic
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,50

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunschlos glücklich ..., 27. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche (Gebundene Ausgabe)
5starJonas bekommt die berühmte Gelegenheit, drei Wünsche erfüllt zu bekommen. Unfähig, alle Fragen und Bestrebungen in drei Wünsche zu packen, lautet seine Antwort schlicht: "Ich wünsche mir mehr Wünsche". Ein märchenhaftes Unding, dass der mephistophelischen Fee mit Goldkettchen allerdings ganz Recht kommt. "Lass deinen Wünschen Zeit und Raum, sich zu entfalten", gibt er ihm noch auf den Weg mit. Und dann beginnt die Veränderung. Und zunächst höchst subtil.

Jonas spricht seine Wünsche nie aus, er denkt sie auch nur am Rande, denkt herum, und bekommt doch auf die eine Weise das, was er sich wünscht. Auch wenn er damit nicht gerechnet hat oder er nicht wusste, dass das wirklich sein Wunsch war. Gerade die unbewussten und triebhaften Wünsche sorgen für Situationen, deren Tragweite seinem Bewusstsein wie der Moral einen gehörigen Schrecken einjagt. Aber es geht auch einfacher. Was gibt es Besseres, als die Schlaflosigkeit mit einem Rudertrip durch die Straßen der Innenstadt zu besiegen. Und schwieriger? Was, wenn man tatsächlich in die Zukunft oder die Vergangenheit blicken kann? Am allerschwierigsten: Was unternimmt man, wenn dem Glück mit seiner Geliebten die eigene Ehefrau im Weg steht?

So braucht man sich auch nicht wundern, wenn nach einer Weile Jonas' Geschichte von einem düsteren, beinah Thriller-artigen Aufbau zunehmend surrealer wird. Präsentiert in Glavinics szenischer und knapper Erzählweise fügen sich entsprechende Bilder in den Köpfen der Leser zusammen. Und doch findet man immer zurück in die Wirklichkeit. In Jonas' Welt und sein Netzwerk an Nebenfiguren, die allesamt einen erfüllten oder unerfüllten Wunsch repräsentieren.

Und so ist es vor allem der Wunsch nach dem Verstehen, dem Sinn, der eigenen Existenz und dem Streben nach Glück der Jonas durch die Geschichte treibt und den er -- je nach Interpretation -- am Ende auch erfüllt bekommt. Genau dort lässt Glavinic den Leser auch mit einigen Fragen zurück, die allerdings schon seit den ersten Seiten existierten. Die Geschichte war nur der Transporter, ein Katalysator um diese Fragen von der Romanfigur zum Leser zu bringen. Beantworten kann man sie nach beliebigem Ausmaß für sich selbst. Und wer es schafft, wird eventuell wirklich "wunschlos glücklich".

Ein großartiges, düsteres Buch für Leute, die gerne nachdenken. Und das gottseidank in einer angenehm zurückhaltenden und eingängigen Sprache. Mich begeistert aber vor allem, wie wandelbar Glavinic in Themen und deren Auseinandersetzung ist. Nach dem verstörenden Psychogramm "Der Kameramörder" und dem satirischen-albernen "Das bin doch ich" dreht sich der Autor zum dritten Mal um 180 Grad, und erreicht wieder ganz andere Erzählsphären. Mein Wunsch: Mehr!


Der Augensammler: Psychothriller
Der Augensammler: Psychothriller
von Sebastian Fitzek
  Gebundene Ausgabe

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fitzeks persönlicher John Kramer, 26. Juni 2010
Berlin zittert vor dem blutrünstigsten Serienkiller, den die Stadt je zu Gesicht bekommen hat: Der Augensammler tötet die Mutter, entführt die Kinder und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit, sie zu finden. Und nicht nur Vater und Polizei suchen danach, auch der Sensationsjournalist Alexander Zorbach -- seines Zeichens die klassisch-fitzeksche gescheiterte Gestalt mit Familienproblemen -- der mehr zu wissen scheint, als ihm selbst bewusst ist. Vor dem Ablauf des vierten Ultimatums bekommt ebenjener Zorbach einen heißen Tipp: Die Physiotherapeutin Alina Gregoriev meint den Augensammler therapiert zu haben und kann Vorgänge schildern, die einzig und allein der Polizei vorbehalten blieben. Warum ihr bislang keiner geglaubt hat? Alina Gregoriev ist blind...

In Fitzeks sechstem Roman treibt nicht nur der Augensammler, sondern auch der Autor seine Spielchen mit uns: Fitzek probiert viel Neues aus und scheint tatsächlich alles richtig zu machen, zumindest für mich funktionieren alle seine neuen Ideen hervorragend. Sei es der ständig bewusste Countdown, der nicht nur im Verstreichen der Zeit zum Ende des Ultimatums präsent ist, sondern auch durch die rückwärts folgende Seiten- und Kapitelnummerierung. So wird einem schon zu Beginn klar: Mit einem Happy End ist diesmal nicht zu rechnen. Und auch sonst ist Fitzek noch rasanter und treibender als in den Büchern zuvor. Er spielt ständig mit den unterschiedlichen Perspektiven, rückt seine Protagonisten vom psychischen Selbstzweifel in die temporäre Antagonistenrolle. Hinterher lässt er nicht nur seine Figuren mit Fragezeichen zurück, wenn wieder neue Hinweise zur Lösung auftauchen.

Und doch erlaubt sich Fitzek diesmal, nicht alles aufzulösen und dem Leser sehr viel Spielraum zur Interpretation zu lassen. Ein nicht zu unterschätzendes Rätsel ist plötzlich nicht mehr wichtig, wenn man die Auswirkungen der Tat erlebt. Und es klappt! Sebastian Fitzek kreiert viel lieber seinen eigenen John Kramer und hat auch vollen Erfolg damit.

Neben all der handwerklichen Thrillerkunst merkt man dem Buch aber auch den ungeheuren Rechercheaufwand an. Gerade wenn es um die Schilderung der Alina Gregoriev und ihren blinden Lebensalltag geht zeigt er eine besondere Liebe zum Detail und bringt viele Dinge mit ein, die mir als sehenden Menschen gar nicht so bewusst waren. Schön auch, dass diese zusätzliche Ebene sich hervorragend in die bestehende Handlung integriert und keineswegs aufgesetzt wirkt. Ganz im Gegenteil! Die Frage nach dem, was man wirklich sieht ist wohl eines der großen Themen in diesem Roman. So ist es mir diesmal wieder passiert, dass ich all die Hinweise auf die Lösung übersehen habe, obwohl sie direkt vor meinen Augen waren. Wohl neben dem "Seelenbrecher" mein Lieblingsbuch von Sebastian Fitzek.


Hummeldumm: Der Hörbuch
Hummeldumm: Der Hörbuch
von Tommy Jaud
  Audio CD

4.0 von 5 Sternen Spaßige Urlaubsklamotte zum Fremdschämen, 26. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Hummeldumm: Der Hörbuch (Audio CD)
Das Schlechte am Gruppenurlaub ist, dass man nicht alleine sein kann. Das denkt sich auch Matze Klein, der mit seiner Freundin Sina und sieben weiteren Gestalten in einem Kleinbus durch Namibia tuckert. Neben Sightseeing gibt's vor allem allerlei Konfrontationen mit den illustren Charakteren und schnell entpuppt sich die Fahrt durch die Wüste als absoluter Horrortrip.

Ist ja auch verständlich, die aus den verschiedenen Klischeeschubladen gezogenen Nebendarsteller in Jauds neuer Urlaubsklamotte können unglaublich nervig sein und zeigen absolut kein Verständnis dafür, dass Matze Klein noch ganz, ganz dringend telefonieren muss. Der Grund: Die überfällige Reservierungsgebühr für die neue Wohnung mit Sina, die von alldem ja nichts wissen soll. Die oberflächlich gut gelaunte Reisegruppe macht ihm da regelmäßig einen Strich durch die Rechnung, und so gelingt es nicht nur der österreichischen Rosinenhexe oder dem großspurigen, deutschen Immobilienmakler Matze zur Weißglut zu bringen. Sehr zum Missfallen seiner Freundin Sina.

Die beiden Wochen Urlaub steigern sich konstant zum absoluten, teils schwarzhumorigen Horrortrip mit gewohntem, jaudschen Kultureneinschlag. Wiener sind wienerisch, die Ossis, Franken, und NRWler entsprechen auch ihrem Landesideal. Und auch wenn man sich durchaus über die fehlende Vielschichtigkeit beschweren könnte, sorgen diese Figuren am Meisten für den nicht ausbleibenden Zwerchfellmuskelkater. Klischees müssen ja von irgendwoher kommen, und als größter, gemeinsamer Nenner kann jeder von uns seinen eigenen Pepi Gruber, Kevin Schnabel oder Max Breitling nennen.

Die bunte Mischung aus diesen Figuren und Matzes bitterböse Kommentare machen auch den großen Reiz an Hummeldumm aus. Seit langem wieder ein (Hör-)buch, bei dem ich richtig herzhaft gelacht habe und mich sogar für die Aktionen von Matze Klein "fremdschämen" konnte -- für mich bei einem Buch eine Premiere! Er stellt sich aber auch dumm an, hummeldumm beinahe, oft hätte er durch ein kleines Gespräch und einen dezenten Hang zur Wahrheit sich aus dem gröbsten heraushalten können. Das ist auch so ziemlich das einzige, was die Charaktere dann am Ende lernen. Mehr muss es aber auch wirklich nicht sein, dazu macht das Buch auch ohne Botschaft Spaß.

Schön ist auch, dass Tommy Jaud tatsächlich gute Arbeit mit seiner Darbietung im Hörbuch leistet. Sprachtalent Christoph Maria Herbst bleibt für die vierte Jaud-Episode leider aus, und auch wenn der Autor selbst nie an den Dialekteakrobat herankommt bringt er trotzdem eine sehr solide und gute Lesung. Hie und da eine Spur übertrieben und ab und an außerhalb der Dialoge wohl zu uninspiriert, aber im Großen und Ganzen tadellos und pointiert vorgetragen. Kann er gerne weiterhin machen. Somit bleibt Hummeldumm das perfekte Spaßbuch für den Strand oder lange Autofahrten in den Süden. Hirn aus und lachen.


Arkadien erwacht: 6 CDs (Arkadien-Reihe, Band 1)
Arkadien erwacht: 6 CDs (Arkadien-Reihe, Band 1)
von Kai Meyer
  Audio CD

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Bestie in dir: Spannende Mafiastory vor großem Fantasy-Hintergrund, 17. Juni 2010
Teenager sein ist heutzutage kein leichtes Los. Vor allem nicht, wenn man wie Rosa Alcantara die meiste Zeit der Jugend unbehütet in amerikanischen Großstädten verbringen musste und obendrein bei der Ankunft in Italien erfahren muss, dass die Familie als sizilianische Mafia im jahrhundertealten Clinch mit den Carnevares liegt, die in ihren Augen anscheinend den einzig brauchbaren Jungen in der Gegend gezeugt haben. Dass es damit allerdings nicht getan ist und die ewig alte Fehde aus dem frühchristlichen Arkadien herrührt (die eine entsprechende Affinität gegenüber Riesenschlagen und Raubkatzen aufweisen), ahnt die gute Rosa ja noch nicht.

Kai Meyers "Arkadien erwacht" hat mich vor allem zwei Dinge gelehrt: Zum einen können Jugendbücher äußerst blutrünstig sein und eine gehörige Dosis an sehr erwachsenen Themen beinhalten. Zum anderen ist es am allerschönsten wenn man in seinen Erwartungen enttäuscht wird und etwas viel, viel Besseres bekommt. So dachte ich bei Titel und Cover an ein klassisches Fantasybuch und wurde dann von einem absolut eigenwilligen Genrecocktail überrascht. Der erste Teil der "Arkadien"-Reihe ist nämlich genau das: Die zugrundelegende und äußerst actionreiche Mafiastory mischt sich gelungen mit Liebesgeschichte und Coming-of-Age Roman. Erst spät wird das Fantasyelement in die Handlung gebracht und fügt sich beinah auf wundersame Weise harmonisch in das Gesamtkonstrukt ein. Wo sieht man schon überlebensgroße Raubkatzen in Mafiakämpfen? Wo sonst versucht die Protagonistin ihre Vergewaltigung in dem politischen Wirrwarr aus Clankrieg, Verrat und Verwandlungsschmerz zu unterdrücken?

Noch dazu Rosa, die als verzogene, arrogante Rotzgöre eingeführt wird und doch schon nach den ersten paar Seiten (bzw. Minuten) absolut die Sympathien des Lesers gewonnen hat. Einzig und allein durch die kühle und kaltschnäuzige Sicht der Dinge, die man manchen Erwachsenen nicht zutraut. Schnell wird einem klar: Rosa hat in ihren wenigen Jahren schon einiges erlebt und muss ständig mit den Dämonen in ihr kämpfen.

All diese Thematiken und charakterlichen Wesenszüge werden spielerisch zu einem großen Epos zusammengeführt, welches genauso abenteuerlich und fantastisch ist, wie man es von einem Fantasyroman erwartet. Allerdings mit Tiefgang und Zeitgeist, den man sich von Jugendbüchern nur wünschen kann. Klar, Alessandro Carnevare und Rosa Alcantara sind trotz all der Sympathie keine Vorbildfunktionen und stellen viele Dinge an, die hoffentlich so nie passieren werden. Allerdings sprechen sie in all der Übertriebenheit sicher so manchen aus der Seele.

Und doch gibt es einen Wehrmutstropfen. Der Sprecher Andreas Fröhlich hat zwar eine äußerst überzeugende Mafiosostimme und bringt die Dialoge hervorragend rüber, allerdings ist es in den Passagen dazwischen unglaublich schwierig bei seinem Vortrag am Ball zu bleiben. Und nichts ist schlimmer als ein Hörbuch, bei dem man sich viel zu schnell ablenken lässt, so schön und faszinierend die Geschichte auch sein mag.


Plötzlich Shakespeare
Plötzlich Shakespeare
von David Safier
  Audio CD

30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aberwitzige Geschichte -- Grandioses Hörbuch!, 2. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Plötzlich Shakespeare (Audio CD)
Die liebeskranke Rosa versucht wirklich alles um ihren Ex-Freund Jan wiederzubekommen. Sie lässt sich sogar auf eine Rückführung per Hypnose ein um zu erfahren was nun tatsächlich die wahre Liebe ist. Bei diesem Experiment hat sie aber nicht damit gerechnet dass sie in einem früheren Leben William Shakespeare war und nun in dessen Körper sich auf die Suche nach ebenjener Erkenntnis begeben muss. Womit sie auch nicht gerechnet hat ist, dass Shakespeare seinen Körper nicht ohne Weiteres hergibt und immer noch als Stimme in Rosas Kopf herum spukt...

David Safier und ich hatten anscheinend einen schlechten Start. "Jesus liebt mich" hatte für meinen Geschmack zu viele flache, unzusammenhängende Witze und eine äußerst überstürzt in die Albernheit abdriftende Handlung, worauf hin ich fürs Erste von Safiers anderen Büchern nichts wissen wollte. Gottseidank änderte ich meine Meinung, denn "Plötzlich Shakespeare" überzeugt mich auf der ganzen Linie. Das Buch strotzt vor aberwitziger Situationskomik und äußerst pointierten, humorvollen Dialogen. Gerade die Gespräche zwischen Rosa und Shakespeare schaukeln sich von einem kleinen Disput zu einem gagreichen Geplänkel auf und gehören zu den Höhepunkten des Romans.

Und dennoch bleibt die Handlung nicht auf der Strecke. Sowohl Rosa als auch Shakespeare haben eine Aufgabe, die es zu erfüllen gilt. Beide versuchen mit der neuen Situation so umzugehen, dass beide an ihr Ziel gelangen. Was zu gegeben nicht immer einfach ist und -- wie auch sonst -- wieder zu weiteren, nicht minder humorvollen Verstrickungen führt.

Neben all dem Witz schafft Safier es aber auch, seinen Hauptdarstellern eine Botschaft mitzugeben und mit einer ganz feinen Klinge auch zum Nachdenken anzuregen. Und genau das hab ich gar nicht erwartet. Tatsächlich ist es nämlich so, dass diese wirklich schöne Botschaft nicht mit dem Holzhammer noch schnell eingeprügelt wird, sondern begleitend zur Handlung immerfort anwesend ist und schlussendlich auch haften bleibt.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass mir "Plötzlich Shakespeare" zwar sicher auch so gut gefallen hätte, ich aber nie so begeistert davon gewesen wäre, wenn nicht Anneke Kim Sarnau und Christoph Maria Herbst das Hörbuch gesprochen hätten. Gerade letzterer stellt sein Stimmentalent eindrucksvoll zur Schau und gibt die Sätze äußerst natürlich und perfekt betont wieder. Hut ab vor dieser Leistung, eine bessere Besetzung könnte ich mir für diesen Roman nicht vorstellen.

So hat David Safier aus einer relativ schrägen Ausgangssituation wirklich einen spaßigen und herzerwärmenden Roman. Ich hab mich mit seiner Schreibe nun versöhnt und freu mich schon auf den nächsten Streich.


Der Trakt (6 CDs)
Der Trakt (6 CDs)
von Arno Strobel
  Audio CD

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Äußerst gelungener Thriller mit bekannter Grundthematik, 2. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Trakt (6 CDs) (Audio CD)
Sibylle Aurich erwacht nach zwei Monaten aus dem Koma und muss feststellen, dass ihre bis dahin unangetastete Welt nicht mehr ihr gehört: Ihr Mann und ihre beste Freundin scheinen sie nicht mehr zu erkennen, auf ihrem Hochzeitsfoto lächelt ihr eine fremde Frau entgegen und ihr Sohn Lukas ist scheinbar nicht einmal existent. Die Suche nach Lukas wird für Sibylle auch die Suche nach dem eigenen Ich: Was ist vor zwei Monaten passiert? Warum passen ihre Erinnerungen nicht mehr mit dem Leben zusammen? Und wer von den Menschen, die nun in ihrer Nähe auftauchen, will ihr wirklich helfen?

Arno Strobel bedient sich in seinem ersten Psychothriller einer nicht unbekannten Thematik, die auch schon bei deutschen Thriller-Autoren des Öfteren Anklang gefunden hat (zuletzt äußerst prominent bei Sebastian Fitzeks "Splitter"). Dementsprechend muss man sich auch darauf einstellen, dass die Auflösung der Geschichte nur einen von zwei Wegen einschlagen kann und dies schlussendlich auch macht. Doch ist bei "Der Trakt" ganz eindeutig dieser Weg das Ziel! Arno Strobel gelingt es nämlich, durch ein zwar leicht klischeebehaftetes aber dennoch einnehmendes Ensemble an Nebencharakteren die Protagonistin durch eine Vielzahl an Situationen zu schleusen, die den Leser immer wieder zwischen diese beiden möglichen Wege hin- und herspringen lässt. Wem kann Sibylle nun wirklich vertrauen? Wer will helfen, wer arbeitet auf der Seite der "Bösen"? Und wer ist eigentlich dieser Hans, der ihr ständig an den Fersen klebt und dessen Sicht der Dinge immer in kurzen Szenen beleuchtet wird. Diese Darstellung des Verfolgers mitsamt seiner eigenwilligen Einstellung zu Befehlen und den Geschehnissen verleiht dem ganzen Roman eine gewisse Würze und trägt sehr zur bedrohlichen und verwirrenden Atmosphäre bei.

Trotzdem läuft die Geschichte ab einem gewissen Punkt zusehends in eine der beiden Richtungen, bis im letzten Drittel alles so passiert, wie man es von der Geschichte auch erwartet. Wahnsinnige Wissenschaftler inklusive. Hier wird für meinen Geschmack etwas zu hoch gegriffen und eine Spur zu viel "Science Fiction" in die Handlung gepackt. Dummerweise reagieren die Charaktere dann auch wie in einem Science Fiction Film der frühen Siebziger, was mir persönlich nicht so geschmeckt hat. Daran muss man sich aber nicht stören. Auch wenn man an der realistischen Wahrscheinlichkeit zweifeln kann ist Strobels Geschichte auf jeden Fall weit nachvollziehbarer als so manch andere Auflösung der gleichen Thematik. Und, Hand aufs Herz, wenn man sich einem derartigen Problem in seinem Thriller widmet muss man auch davon ausgehen, dass das Ende ziemlich abgefahren ist.

Was übrig bleibt ist ein gut geschriebener, spannender Psychothriller. In der Hörbuchfassung übrigens brillant dargeboten von Tanja Geke, deren Stimme absolut hervorragend zu Sibylle Aurich passt. Fans von Sebastian Fitzek und Wulf Dorn sollten einen längeren Blick darauf werfen! Ich freu mich auf jeden Fall auf mehr!


Von Mäusen und Menschen: Roman
Von Mäusen und Menschen: Roman
von John Steinbeck
  Taschenbuch

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Mäusen und Menschen, vom Streicheln und den Folgen, 28. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Von Mäusen und Menschen: Roman (Taschenbuch)
George und sein starker, jedoch einfältiger Kumpel Lennie verdienen sich als Wanderarbeiter auf den großen Farmen ihren Lebensunterhalt. Sie legen so viel es geht auf die hohe Kante, weil sie sich irgendwann ein eigenes Stück Land kaufen wollen. Das klingt einfacher als es ist, da die beiden nie einen Job lange genug halten können. Grund ist vor allem Lennie, der alles Schöne streichelt: Mäuschen, Kaninchen, Hunde ... und sogar die hübsche Frau des Farmbesitzer. Die beiden kommen nach einem Rauswurf zu einer neuen Anstellung. Diesmal wollen sie alles richtig machen...

John Steinbecks Werk ist eindeutig wie ein Bühnenstück konstruiert. Die Kapitel ähneln eher Theaterszenen und kommen mit wenigen, dafür eingängig beschriebenen Schauplätzen aus. Und nachdem die Szenerie steht, lässt der Autor vor allem die Figuren im Dialog leben. Und genau da ist die unglaublich große Stärke des Romans. Die Gespräche unter den verschiedenen Charakteren verleihen denen eine ganz eigene und authentische Persönlichkeit. Bewusst sprechen die Arbeiter im Slang (großes Lob an die Übersetzung), kürzen Sätze ab, wiederholen sich oft und reden bewusst aneinander vorbei, bringen aber dadurch die Dinge auf den Punkt. Das Wechselspiel zwischen Lennie und George und die ständige Neuerzählung ihres großen Traumes gehören hier wohl zu den Highlights des Romans, und haben in jeder neuen Situation eine andere Wirkung, je nachdem welche Figur den beiden gerade zuhört. Ob es nun der farbige Stallbursche Crooks ist, der alte Arbeiter Candy oder auch nur der Leser allein.

Durch die Dialoge lässt Steinbeck auch Platz für entsprechende Charakterentwicklung. Curleys Frau, in gewisser Weise die Femme Fatale des Romans, wird vor allem durch die Beobachtungen der Männer zu Beginn schon sehr scharf gezeichnet, zeigt sich aber im Laufe der Geschichte von einer ganz anderen Seite. Besonders aufgefallen ist mir das auch noch bei Slim und Candy, die ebenso eine entscheidende Rolle spielen. Und natürlich bei den Protagonisten George und Lennie selbst.

Die Gespräche sind teils witzig und humorvoll, teils aber auch sehr spannend und auf die Spitze getrieben. Man merkt, dass die beiden es mit Lennies eigenwilligen Neigungen und seiner Einfalt nicht besonders leicht haben. Und dennoch hält George in allen Situationen zu ihm und versucht, ihn aus allen Schwierigkeiten heraus zu halten.

In den prekären Situationen, in die Steinbeck sein Duo schleift, schafft er es in den Dialogen Themen wie Freundschaft, Einsamkeit, Gesellschaft und Träume zu behandeln und teilt vor allem eines mit: Es ist nicht gut, alleine zu sein. Jeder Mensch braucht jemanden, mit dem er sprechen kann, und sei es nur um des Sprechens Willen. Und jeder Mensch braucht ein Ziel. Und so wichtig die beiden Dinge auch sind, genauso schmerzhaft ist es, wenn man diese verliert.

Eine wunderschön erzählte Geschichte und ein Zeitdokument, dessen Themen auch heute noch ihre Gültigkeit haben. Zu Recht ein Klassiker und absolute Pflichtlektüre!


Der Kameramörder: Roman
Der Kameramörder: Roman
von Thomas Glavinic
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Distanziert und eiskalt, und doch erschreckend emotionsreich, 26. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder: Roman (Taschenbuch)
Der Ich-Erzähler und seine Lebensgefährtin verbringen das Osterwochenende bei einem befreundeten Pärchen in der Steiermark. Was als gemütliches Beisammensein über die Feiertage geplant war entpuppt sich schnell als emotionsgeladene Auseinandersetzungen der vier Protagonisten mit den Medien, die ununterbrochen über einen in der Nähe stattgefundenen, grausamen Mord an zwei Kindern berichten. Der Mörder habe zudem alles mit einer Videokamera aufgezeichnet und -- sehr zum Missfallen der beiden Paare -- befindet sich immer noch in der Gegend.

Es ist absolut beeindruckend, wie Thomas Glavinic es schafft, mit einer reinen und eigentlich sehr emotionslosen Nacherzählung der Feiertage eine dermaßen kühle, bedrückende und bedrohliche Atmosphäre zu schaffen. Nicht nur das. Durch die teils akribische und neurotisch detaillierte Schilderung der Geschehnisse haucht der Ich-Erzähler den Charakteren unglaubliches Leben ein. Da gibt es erwachsenen Lausbuben Heinrich, der bei der Medienflut immer noch nicht genug hat um seine Sensationsgeilheit zu stillen und gerne unangebrachte Witze macht, die bei den Frauen der Runde ganz und gar nicht ankommen. Und doch weiß er, wie in er in gewissen Augenblicken richtig handeln muss, um kein Drama zu riskieren. Dann seine Frau, Eva, anfangs etwas promisk geschildert, wird sie schnell mit der Berichterstattung des Mordes zu einer sehr sensiblen und zerbrechlichen Person, die wohl am meisten mit der Medienpräsenz zu kämpfen hat. Sonja, nach dem ersten Erwähnen nur "meine Lebensgefährtin" genannt, die anscheinend für den Ich-Erzähler unter "ferner liefen" zu verbuchen ist und erst gegen Ende ihren großen Auftritt hat. Und natürlich der Ich-Erzähler selbst, der sich merkt wie viele Wespen er verscheuchen musste, der darauf achtet nicht im gleichen Schritt die Treppen hochzugehen wie seine Lebensgefährtin, der sich an Tischtennisergebnisse erinnern kann und immer wieder weitere, teils nebensächliche Details des Osterwochenendes preisgibt. Immerhin wurde er ja gebeten, alles aufzuschreiben. Wirklich alles.

Und das macht er auch, beinah schulaufsatzartig, mit einem Hang zu überaus hochgestochenen und dadurch sehr kreativen Beschreibungen allgegenwärtiger Handlungen. Wo sonst erfährt man, dass bei einem Auto "dessen erhitztes Blech von der Sonne erheblich aufgeheizt war und Berührungen strengstens verbot"? Für mich als Kurz-Kapitel-Fanatiker war es darüber hinaus sehr erstaunlich, wie gut mich ein Roman doch halten konnte, wenn es nicht auch nur einen Kapitelwechsel im gesamten Stück gibt. Nicht nur das, es existiert nicht einmal ein Absatz. Und dennoch lässt sich das Geschriebene äußerst flüssig und leicht lesen. Und während man die 160 Seiten liest, will man das Buch sowieso nicht mehr aus der Hand legen.

Der Ich-Erzähler pendelt in seiner Nacherzählungen zwischen den Freizeittätigkeiten der Paare und den Berichterstattungen aus Fernsehen, Zeitung und Teletext. Beides wird äußerst distanziert dargestellt und vermischt sich so zu einem ungewöhnlichen, beunruhigenden Gesamten. Vor allem wenn das aufgezeichnete Todesvideo ins Spiel kommt und dazwischen wieder von den Chips und Erdnüssen die Rede ist, die das Publikum beim Betrachten futtert, fällt es oft schwer schnell zwischen den beiden Vorgängen hin- und her zuschalten.

Genau das macht auch den Reiz des Buches aus und lässt dem Leser sehr viel Raum seine eigenen Emotionen in die Geschichte zu packen. Nur soviel: Der Mord, der in diversen Phasen immer wieder neu aufgerollt wird hat es echt in sich und ist trotz (oder gerade wegen) seiner distanzierten Schilderung nichts für zarte Gemüter. Und genau der lebt vor allem von dem, was man als Leser in die Geschehnisse hinein fühlt.

Ein unglaublicher, literarischer Krimi, der nach dem Ende noch sehr lange nachhallt und durch den abrupten Schluss samt noch übereilter Lösung noch viele Fragen offen lässt. Diese kann dann der Leser für sich selbst beantworten.


Die feine Nase der Lilli Steinbeck (4 CDs)
Die feine Nase der Lilli Steinbeck (4 CDs)
von Heinrich Steinfest
  Audio CD

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überzogene Agentenpersiflage - im Hörbuch gesundgeschrumpft?, 23. April 2010
Georg Stranksy, Zoologe mit einem bescheidenen, aber scheinbar perfekten Leben wird eines Tages von einem -- im wahrsten Sinne des Wortes -- Stück Fallobst überrascht, welches in Form eines Apfels das Fenster seiner Stuttgarter Wohnung durchbricht. Ein begleitender Drohanruf sorgt dafür, dass Stranksy einen Bissen davon nimmt, der ihn im Stile von Schneewittchen nicht nur ohnmächtig werden lässt, sondern auch dafür sorgt, dass er spurlos verschwindet. Die österreichische Kommissarin Lilli Steinbeck, eine hübsche Frau mit unmöglich kaputter Nase, wird mit dem Fall betreut und merkt bald, dass es sich hier nicht bloß um eine einfache Entführung handelt sondern weit größere Mächte dahinter stecken, die ihr eigenes Spiel treiben und bei denen Batman eine ganz bestimmte Rolle zu spielen scheint.

Ich muss gestehen, ich bin mit dem Liebling der Kritiker und der Krimipreis-Jury nie wirklich warm geworden. Sein Hang zu unendlichen, teils sehr anstrengenden Ausschweifungen und der Fähigkeit zum Schwafeln bzw. Unfähigkeit den Punkt bzw. Kern der Handlung zu treffen haben gepaart mit dem oft weniger zynischen, mehr intelligent arrogant wirkenden Humor oft dazu beigetragen, dass ich nach wenigen Seiten ein Buch entnervt zur Seite gelegt habe.

Nicht so bei Lilli Steinbeck, diesmal hat's nämlich gefunkt. Ich weiß nicht, ob es an der teils gewollt naiven und überaus lustigen Erzählweise von Dietmar Mues liegt oder an der Tatsache, dass man gewisse Teile für die Hörbuchfassung gekürzt hat (und somit eventuell einen Großteil ebenjener Ausschweifungen eliminierte), aber hier konnte ich mich gar nicht satt hören von den überaus spitzfindigen, pointierten Dialogen und den schrägen aber dennoch amüsanten Weltanschauungen des Erzählers.

Dabei macht es einem Steinfest trotzdem nicht allzu leicht: Wer einen Kriminalroman im eigentlichen Sinne erwartet, wird enttäuscht sein. Das Buch beginnt zwar als Krimi, wechselt aber schon bald in den Bereich des Agenten-Thrillers, wobei bei der Behäbigkeit und Gemächlichkeit der Erzählweise (die im Nebendarsteller Kallimachos wohl den Gipfel findet) "Thriller" eindeutig das falsche Wort ist. Trotzdem, der Autor spielt gekonnt mit dem Klischee des Agentenfilms und erzeugt eine Atmosphäre, die einem frühen James Bond Film wohl am nächsten kommt, wenn auch mit einem sehr eindeutigen Augenzwinkern.

Im letzten Drittel allerdings gibt es einige Szenen, die für manche den Scheideweg zwischen Genialität und Abstrusität bedeuten könnte und in denen Steinfest den Lesern einiges abverlangt. Bei mir hat es funktioniert, spätestens ab dem Ende der dritten CD ging mir der Knopf völlig auf und ich erkannte den eigentlichen Witz bzw. die Persiflage, und konnte so den Rest vollständig genießen.

Nichtsdestotrotz bleibt dann noch die Hürde der Aufmerksamkeit. Steinfest hat eine Sprache, auf die man sich einlassen muss und bei der man auch mit der vollen Konzentration dabei bleiben muss. Wenn man sich aber erst darauf eingelassen hat, dann zündet es!


Die feine Nase der Lilli Steinbeck: 4 CDs
Die feine Nase der Lilli Steinbeck: 4 CDs
von Heinrich Steinfest
  Audio CD

4.0 von 5 Sternen Überzogene Agentenpersiflage - Im Hörbuch gesundgeschrumpft?, 23. April 2010
Georg Stranksy, Zoologe mit einem bescheidenen, aber scheinbar perfekten Leben wird eines Tages von einem -- im wahrsten Sinne des Wortes -- Stück Fallobst überrascht, welches in Form eines Apfels das Fenster seiner Stuttgarter Wohnung durchbricht. Ein begleitender Drohanruf sorgt dafür, dass Stranksy einen Bissen davon nimmt, der ihn im Stile von Schneewittchen nicht nur ohnmächtig werden lässt, sondern auch dafür sorgt, dass er spurlos verschwindet. Die österreichische Kommissarin Lilli Steinbeck, eine hübsche Frau mit unmöglich kaputter Nase, wird mit dem Fall betreut und merkt bald, dass es sich hier nicht bloß um eine einfache Entführung handelt sondern weit größere Mächte dahinter stecken, die ihr eigenes Spiel treiben und bei denen Batman eine ganz bestimmte Rolle zu spielen scheint.

Ich muss gestehen, ich bin mit dem Liebling der Kritiker und der Krimipreis-Jury nie wirklich warm geworden. Sein Hang zu unendlichen, teils sehr anstrengenden Ausschweifungen und der Fähigkeit zum Schwafeln bzw. Unfähigkeit den Punkt bzw. Kern der Handlung zu treffen haben gepaart mit dem oft weniger zynischen, mehr intelligent arrogant wirkenden Humor oft dazu beigetragen, dass ich nach wenigen Seiten ein Buch entnervt zur Seite gelegt habe.

Nicht so bei Lilli Steinbeck, diesmal hat's nämlich gefunkt. Ich weiß nicht, ob es an der teils gewollt naiven und überaus lustigen Erzählweise von Dietmar Mues liegt oder an der Tatsache, dass man gewisse Teile für die Hörbuchfassung gekürzt hat (und somit eventuell einen Großteil ebenjener Ausschweifungen eliminierte), aber hier konnte ich mich gar nicht satt hören von den überaus spitzfindigen, pointierten Dialogen und den schrägen aber dennoch amüsanten Weltanschauungen des Erzählers.

Dabei macht es einem Steinfest trotzdem nicht allzu leicht: Wer einen Kriminalroman im eigentlichen Sinne erwartet, wird enttäuscht sein. Das Buch beginnt zwar als Krimi, wechselt aber schon bald in den Bereich des Agenten-Thrillers, wobei bei der Behäbigkeit und Gemächlichkeit der Erzählweise (die im Nebendarsteller Kallimachos wohl den Gipfel findet) "Thriller" eindeutig das falsche Wort ist. Trotzdem, der Autor spielt gekonnt mit dem Klischee des Agentenfilms und erzeugt eine Atmosphäre, die einem frühen James Bond Film wohl am nächsten kommt, wenn auch mit einem sehr eindeutigen Augenzwinkern.

Im letzten Drittel allerdings gibt es einige Szenen, die für manche den Scheideweg zwischen Genialität und Abstrusität bedeuten könnte und in denen Steinfest den Lesern einiges abverlangt. Bei mir hat es funktioniert, spätestens ab dem Ende der dritten CD ging mir der Knopf völlig auf und ich erkannte den eigentlichen Witz bzw. die Persiflage, und konnte so den Rest vollständig genießen.

Nichtsdestotrotz bleibt dann noch die Hürde der Aufmerksamkeit. Steinfest hat eine Sprache, auf die man sich einlassen muss und bei der man auch mit der vollen Konzentration dabei bleiben muss. Wenn man sich aber erst darauf eingelassen hat, dann zündet es!


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