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Beiträge von hermann heinri...
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Rezensionen verfasst von
hermann heinrich schmidt

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Heinz Flohe - Der mit dem Ball tanzte: Ein Leben zwischen Triumph und Tragik
Heinz Flohe - Der mit dem Ball tanzte: Ein Leben zwischen Triumph und Tragik
von Frank Steffan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über einen der ganz großen deutschen Fußballer, 26. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch über Heinz Flohe wird seiner herausragenden fußballerischen Begabung in Text und Bebilderung absolut gerecht. Es arbeitet seine besonderen Begabungen als einer der technisch brillantesten deutschen Fußballer seiner Zeit heraus und würdigt auch den Menschen Heinz Flohe in angemessener Weise. Die Zeitzeugnisse seiner Mitspieler, Trainer, Freunde und Bekannten sind beeindruckend, auch weil sie im wesentlichen in ihren Darstellungen des fußballerischen Könnens und des charakterlichen Wesens dieses eher zurückhaltenden und bescheiden auftretenden Menschen übereinstimmen. Nebenbei erfährt man auch viele interessante Begebenheiten aus der großen Zeit des 1.FC Köln und über das seinerzeit europaweit wohl einzigartige Mittelfeld-Duo Overath-Flohe. Das Buch ist sehr empfehlenswert, nicht nur für Fans der Geißböcke, und der Preis ist (auch wegen der tollen Fotos) absolut in Ordnung.


Magdalena: Eine Familiengeschichte
Magdalena: Eine Familiengeschichte
von Maarten 't Hart
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch zum Lachen und zum Weinen, 4. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Unter allen Büchern, die ich bisher von Maarten 't Hart gelesen habe (es sind 16 oder 17), gehört die jetzt von Gregor Seferens übersetzte Lebensgeschichte der Mutter des niederländischen Autors nach meiner Einschätzung zum Besten, was er zu Papier gebracht hat. Und das will schon etwas heißen, angesichts der Vielzahl großartiger Erzählungen und Romane dieses Meistererzählers.

" Magdalena, Eine Familiengeschichte" ist eines der wenigen gegenwärtig erschienenen Büchern aus dem westeuropäischen Raum, das auch in fünfzig Jahren noch gelesen werden dürfte. Das 2015 in den Niederlanden erschienene und nun noch im gleichen Jahr ins Deutsche übersetzte Buch findet seinen äußeren Rahmen in der Geschichte der Familie 't Hart, deren einzelne Mitglieder in den vorausgegangene Romanen des Autors immer wieder einmal porträtiert wurden.
Im Mittelpunkt dieses Rückblicks steht nun die Mutter des Erzählers. Magdalena 't Hart, geborene van der Giesen, wurde im Jahr 1920 in Poeldijk als zweitältestes von neun Kindern geboren. Über die ersten zwanzig Lebensjahre seiner Mutter erfährt der Sohn vor allem aus den Erzählungen seiner Oma. 't Hart schreibt, dass er dennoch mehr über Mozarts Jugend weiß, als über die frühen Jahre seiner Mutter, die als Kind an Tuberkulose erkrankt war und überlebte, weil sie auf Anraten des "Harnschauers" Bijsterfeld jeden Tag einen halben Liter Petroleum als Medizin zu sich nahm.

Solche und andere schier unglaublichen Ereignisse reiht 't Haart als Miniaturen aneinander, die sich zu einem unverwechselbaren Großen und Ganzen, diesem einzigartigen Roman zusammenfügen: Die Ängste der Mutter vor "Getier" in Haus und Garten, deren wahnhafte Eifersucht auf ihren ersten Mann, dem sie ständig unterstellte, scharf auf andere "Miezen" zu sein, die zunächst strikte Ablehnung den begabten Sohn zum Realgymnasium gehen zu lassen und ihr dennoch und immer wieder alles überstrahlendes, unerschütterliches und fröhlich-naives Gottvertrauen.
Zugleich entwirft Maarten't Hart im Fortgang seiner Erzählung einmal mehr Portraits seines Vaters, seiner Großeltern - und ein eindrucksvolles, farbenprächtiges Panorama gesellschaftlichen Lebens in der calvinistisch geprägten Gemeinde von Maassluis, in dem, neben dem Bild der Mutter, sich mehr und mehr auch die eigenwillige Persönlichkeit des heranwachsenden Autors herauskristallisiert .

Marten 't Haart ist ein großartiger Geschichtenerzähler. Eher beiläufig werden wir gewahr, wie sich der junge Maarten aus dem Kindglauben seiner Umgebung davonstiehlt. Sein Hinterfragen biblischer Inhalte wird durch Rechenbeispiele anhand der Anzahl der Tiere in der Arche Noah nachdrücklich vor Augen geführt.
Das Geschehen um eine vermeintliche Entführung seiner selbst und seiner Geschwister durch einen Fremden, der bei den 't Harts an der Haustür klingelt und zum Friedhof gebracht werden möchte, weil er dort ein Grab aufsuchen will, und den der kleine Maarten mit seinen Geschwistern dorthin führt, entpuppt sich als Besuch des Sohnes eines ehemaligen Bürgermeisters. Die Eltern 't Hart hatten ihn zunächst irrtümlicherweise für einen Sittenstrolch gehalten. Dieses Kapitel beginnt der Autor in seiner einzigartigen poetischen Sprache: " Wenn die Sonne im Sommer strahlend an einem wolkenlosen Himmel über Rozenburg ihre heißeste Glut verlor, dann gab es eine kurze Zeit , während der sie die Patijnestraat genau in Längsrichtung beschien. Dann funkelte die Straße vom Jokweg bis zum Damplein im gleißenden Schein, und die Häuser warfen keinen Schatten..."

Aus heutiger Sicht kaum zu fassen ist die Enge der Welt in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in der der kleine Maarten im winzigen Haus der Familie 't Hart neben seiner Mutter, seinem Vater und seinen Geschwistern aufwächst. Als ein Zirkus in die Gemeinde kommt, warnt die Mutter, dass die Zirkusleute mit dem Satan unter einer Decke stecken. Eines der mütterlicherseits geäußerten Argumente, den Sohn nicht auf eine weiterführende Schule zu schicken ist, dass man vom vielen Lernen rasende Kopfschmerzen bekommen könne. Als er dann doch auf dringenden Rat seiner Lehrer das Gymnasium besuchen darf, wird dort vom Biologielehrer empfohlen, regelmäßig die Zähne zu putzen. Die Mutter will das mit allen Mitteln verhindern und fragt ihren Sohn, ob er verrückt geworden sei, der Vater stellt angesichts der geplanten täglichen Zahnpflege fest, dass sie nun wohl in Vlaardingen "total bsecheuert" seien. Aber Maarten setzt sich durch. Er geht sogar mit seiner Schwester, die schlechte Zähne hat, zum Zahnarzt und hebt vorher Geld für die Behandlung von seinem Sparkonto ab.

Als der Autor längst erwachsen ist, heiratet die Mutter nach dem Tod ihres ersten Mannes noch ein zweites Mal und zieht zu Jaap Lock in Zorgvlied. Der Stiefvater besteht darauf, dass Maarten, der "Gottesleugner" sein Haus nicht betreten darf. Deshalb treffen sich Mutter und Sohn nun konspirativ an einem einsamen Weiher.
Und einmal mehr erzählt Mutter Magdalena immer neue und immer andere Wahngeschichten von angeblichen Betrügereien des Vaters, die schon in der Verlobungszeit ihren Anfang genommen hätten. Er sei in die Kirche gegangen, um anderen "Miezen" (so die Ausdrucksweise der Mutter) in die Augen sehen zu können. Trocken stellt der Erzähler fest, dass sein Vater alles andere als ein "Womanizer" gewesen sei: " Er war wild auf Pferde, nicht auf Frauen."

Maarten 't Harts neuestes Buch ist ein Buch zum Lachen und zum Weinen, und deshalb hier noch einige Zeilen aus dem letzten Abschnitt: "Mein Schwager brachte uns zurück nach Warmond. Im Auto sah ich beständig diese Hände vor mir. Es war beinahe so, als bildeten diese Hände das Zentrum des Universums, um das alles andere rotierte. An einem stinknormalen sonnigen Donnerstag des Jahres 2012 flogen wir über die Autobahn, aber es kam mir so vor, als wäre ich aller Zeit und Ordnung entrückt, als läge ich selbst unter der Erde und dürfte zusehen, wie der Verkehr, unberührt vom Tod meiner Mutter und irgendwann auch unberührt von meinem Tod, unerbittlich weiterraste, hin zu allerlei Zielorten, die zu kennen nicht der Mühe wert war. Und ich dachte wieder, was ich so oft denke, wenn ich mir vorstelle, ich seit tot: Weiterleben muss nicht sein, in welcher Form auch immer..."


Teichzaun Unterbogen (Komplett-Set - 5 Elemente)
Teichzaun Unterbogen (Komplett-Set - 5 Elemente)
Wird angeboten von Gaardi UG
Preis: EUR 39,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt!, 9. August 2015
Den Teichzaun Unterbogen nutze ich auf dem Campingplatz für meinen kleinen Hund (Mops). Der Zaun ist extrem leicht aufzubauen, flexibel und für kleine Hunde perfekt geeignet. Der Service der Fa. Gaardi ist tadellos. Das Preis-Leistungsverhältnis ist absolut in Ordnung.


Als Deutschland noch nicht Deutschland war: Eine Reise in die Goethezeit
Als Deutschland noch nicht Deutschland war: Eine Reise in die Goethezeit
von Bruno Preisendörfer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein lebendiges Geschichts- und Geschichtenbuch, 1. Juni 2015
Die Lektüre dieses Buches ist eine Entdeckungsreise in die Welt der Goethezeit. Damit ist zwar der zeitliche Rahmen dessen erfasst, was Autor Bruno Preisendörfer hier beschrieben hat und uns unter Verwendung historischer Zeugnisse vor Augen führt, doch die vergleichsweise überschaubare Zeitspanne deutscher Geschichte, lässt den Leser kaum erahnen, welche Schätze an nützlichem (und manchmal auch nutzlosen aber unterhaltsamen) Wissen auf den rund 500 Seiten zusammengetragen wurden.
Wahrscheinlich werden vor allem Leserinnen und Leser zu dem Buch greifen, die (wie ich) ein eher oberflächliches Wissen über die gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse des 18. Jahrhunderts und den folgenden Jahrzehnten haben, und die sich etwas umfassender informieren möchten.
Peisendörfers Buch ist lebendiger und spannender Geschichtsunterricht vom Feinsten. Es war für mich ein Buch voller Überraschungen und neuer Erkenntnisse. Die Anekdoten , Quellen, Berichte von Zeitzeugen, das Geschick des Autors, dies zu einem Ganzen zusammenzufügen und seine fesselnde Art des Erzählens, machen die Welt jener Jahre lebendig und führen vor Augen, wie sich die Welt in gut 200 Jahren gewandelt hat. "Als Deutschland noch nicht Deutschland war" macht die Dimensionen der sozialen Unterschiede jener Zeit deutlich. Es zeigt in vielerlei Beispielen die ungeheuere Armut der niederen Stände, die Privilegien der herrschenden Klasse und vermittelt eine realistische Vorstellung damaligen Lebens und Zusammenlebens. Es geht um den Alltag der Menschen in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten auf dem Land und in der Stadt, die Beschwerlichkeiten und Gefahren des Reisens, es geht um Familie, Sexualität, Natur und Tod.
Manche Ereignisse, von Preisendörfer entdeckt oder wiedergefunden, sind so eindrucksvoll erzählt, dass sie noch lange in Erinnerung bleiben: so zum Beispiel der Konflikt Goethes mit der Köchin Charlotte Hoyer und das daraus folgende Zeugnis des Geheimrats für seine Bedienstete, oder auch der "Ortstermin im Armenhaus" , das Kapitel über das Licht und die erzieherischen Grundsätze in der Dorfschule. ( Auszug Seite 189: " Schon die Frage, ob der Landmann lesen können soll, ist nicht ohne Risiko zu beantworten. Wer die Bibel liest, schlägt womöglich bald die Zeitung auf. Aber: Ist das Zeitungslesen auch dem Landmann zu verstatten?")
"Als Deutschland noch nicht Deutschland war" ist ein faszinierendes und lehrreiches Geschichts-und Geschichtenbuch, dem man viele Leserinnen und Leser wünscht.


Wer erfand den Übersteiger?: ... und andere lebenswichtige Fußballfragen
Wer erfand den Übersteiger?: ... und andere lebenswichtige Fußballfragen
von Ulrich Hesse
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kurzweiliges, lehrreiches und amüsantes Lesevergnügen, 23. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Uli Hesse und Paul Simpson haben ein unterhaltsames Buch mit vielen überraschenden und (zumindest mir) zum Teil völlig neuen Episoden aus der Welt des Fußballs zusammengetragen. "Wer erfand den Übersteiger "ist ein Leckerbissen für alle Freunde der wichtigsten Nebensache der Welt. Man möchte das Buch gar nicht aus der Hand legen, weil es immer neue "Highlights" aus der Geschichte des Fußballsports aneinanderreiht. Hesse und Simpson beantworten Fragen, auf die man erst einmal kommen muss. Es sind zum Teil lustige Erkenntnisse aus der Welt des völlig unnützen Wissens über Fußball. Die Sammlung hält kuriose und immer wieder erstaunliche Fakten bereit. So manche als gesichert geltende Fußballweisheit wird über den Haufen geworfen. Es ist ein großes Lesevergnügen, wenn die Autoren hintergründig und süffisant den Wandel in der Kleiderordnung der Trainer Revue passieren lassen, oder wenn sie auf die die fußballerische Karriere von Jack White alias Horst Nussbaum eingehen. Unter Überschriften wie z.B. "Rekorde", "Stars", "Trainer", "Kultur", werden schier unglaubliche und amüsante Geschichten und Geschichtchen erzählt. Am schönsten und rührendsten finde ich den Abschnitt über den "einzigen Fußballer auf dem Cover von Sgt.Pepper`s Lonely Hearts Club Band",- und enttäuscht bin ich nun davon, dass entgegen noch nicht lange zurückliegender Meldungen unter den Beatles wohl leider doch kein Fußballfan war (immerhin hatte sich Paul Mc Cartney zum FC Everton bekannt, und das Solo Album "Walls and Bridges"von John Lennon zeigt auf dem Cover eine Zeichnung Lennons mit Fußballspielern). Man lernt nie aus, vor allem nicht da, wo es um Fußball geht.


Das große St.-Pauli-Buch
Das große St.-Pauli-Buch
von René Martens
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen FUSSBALL AM MILLERNTOR: VERSTEHEN UND LIEBEN LERNEN, 17. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Das große St.-Pauli-Buch (Taschenbuch)
René Martens ist ein profilierter Journalist, der unter anderem für die führenden, eher links der Mitte orientierten deutschen Zeitungen arbeitet. Auch als Autor von Fußballbüchern hat er sich einen Namen gemacht. Seine Veröffentlichungen über den FC St. Pauli gehören zu den besten unter den inzwischen sehr zahlreich erschienenen Büchern des Vereins vom Millerntor. Ein Vorzug seiner Bücher gegenüber anderen dieser Art liegt darin, dass er nicht ein bereits erschienenes Werk aus seiner Feder als Steinbruch für das nächste Buch oder Taschenbuch benutzt.
So ist auch "Das große St. Pauli Buch" ein Unikat. Es unterscheidet sich von vergleichbaren Veröffentlichungen nicht nur dadurch, dass es offensichtlich die wichtigste Leserzielgruppe im Bereich von Kindern und Jugendlichen ab dem Alter von 10 Jahren anspricht. ( Das Buch ist meines Erachtens gleichermaßen auch für Fans und Sympathisanten jeglichen Alters geeignet). Einen Vorzug des "großen St. Pauli Buches" sehe ich darin, dass es sich auf alle wesentlichen Besonderheiten des Clubs vom Millerntor konzentriert. Es ist einfühlsam und verständlich geschrieben, und es geht in diesem hervorragend bebilderten, großformatigen Band vor allem um Fußball, und die Menschen, die ihn beim FC St. Pauli vorbildlich gespielt und oft auch "gelebt" haben.
René Martens Buch ist geeignet, jungen Menschen das Phänomen FC St. Pauli zu erklären und nahezubringen, ohne dass dabei der Fußball und die Liebe zu diesem Spiel durch überhöhte und zuweilen selbstgefällige Darstellungen des "Anderssein" in der St. Pauli-"Szene" an den Rand gerückt wird.
"Das große St. Pauli Buch" ist ein schönes und unterhaltsames Geschenkbuch für junge Menschen, die sich für Fußball und den FC St. Pauli interessieren. In der Sammlung eines erwachsenen FCSP-Fans sollte es nicht fehlen.


Was ich noch sagen wollte
Was ich noch sagen wollte
von Helmut Schmidt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

112 von 124 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Helmut Schmidt. Ein Vorbild an Gelassenheit, Mut und Weisheit., 17. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Was ich noch sagen wollte (Gebundene Ausgabe)
Unter all den Büchern, die Helmut Schmidt geschrieben hat, und die über ihn geschrieben worden sind, ist diese Veröffentlichung diejenige, die mich am meisten beeindruckt hat.
Es ist ein ganz persönliches, für Schmidt`sche Verhältnisse fast intimes Buch.

Zugleich ist es ein Skandal, wie sich die Medien auf einen einzigen, nicht einmal zwei Seiten umfassenden Abschnitt seines ganz persönlichen Lebens stürzen, um eine Debatte über die Moral eines Menschen zu entfachen, der zu den ganz großen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts gehört, und der- über jeden Zweifel erhaben- ein Vorbild ist. Die betreffende "Geschichte" ist seit Jahrzehnten bekannt und nicht nur deshalb als "Geständnis" im Gesamtkontext des Buches eher nebensächlich. Über vergleichbare Episoden anderer Politiker, Kanzler, Oberbürgermeister, Journalisten, Verleger, Autoren vergangener Jahre ließen sich ganze Bände füllen. Wer die eigene Scheinmoral befriedigen möchte oder einfach nur sensationsgeil ist, der muss dieses Buch nicht kaufen.

Schon das erste Kapitel "Vorrede" in "Was ich noch sagen wollte" gehört zum prägnantesten und klarsten was ich in den letzten Jahren als Zusammenfassung über den gegenwärtigen "Zustand" in der Welt, und wie man sich darin noch zurechtfinden kann, gelesen habe.

Seine Kindheit, seine Schul-und Jugendzeit beschreibt Schmidt authentisch und nichts beschönigend. Er erzählt von seinen Freunden in Fischerhude und seiner Begeisterung für die Maler des Expressionismus, und er beschreibt schnörkellos die Widersprüche seines Lebens im aufkommenden Nationalsozialismus und als Soldat. In sehr persönlichen Porträts so unterschiedlich wirkender Persönlichkeiten wie z.B. Ida Ehre und Fritz Erler verdeutlicht Schmidt, welche Menschen ihn beeindruckt und geprägt haben. Die ausführlichste und persönlichste Darstellung dieser Art gilt seiner Frau Loki. Dieses Porträt kommt einer Liebeserklärung gleich.

Der zweite Teil des Buches konzentriert sich auf Menschen, denen Schmidt im Laufe seines politischen Lebens begegnet ist, und auf historische Persönlichkeiten, die Schmidt bewundert und von denen er gelernt hat. In der Auswahl dieser "Vorbilder" wird deutlich, was den Hamburger Helmut Schmidt zu einem der herausragenden politischen Gestalterder zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gemacht hat: Er hat sich nie für eine orthodoxe Lehre vereinnahmen lassen. Er hat Position bezogen und Entscheidungen getroffen. Er ist nie dem Zeitgeist gefolgt.

Er war ein Sozialdemokrat im allerbesten Sinne, auch wenn das von Besserwissern gerne bestritten wird.

Kompass seines politischen Handelns war für ihn der klare Menschenverstand, und die von ihm in seinem neuen Buch abschließend genannten drei Tugenden der Gelassenheit, des Mutes und der Weisheit hat er praktiziert, perfektioniert und gelebt wie kaum ein anderer seiner Zeitgenossen.
Helmut Schmidt ist ein Vorbild.
Das neue Buch von ihm bestätigt das eindrucksvoll.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 23, 2016 7:47 PM CET


Vorabend: Roman
Vorabend: Roman
von Peter Kurzeck
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Zauberbuch voller Poesie und eine Liebeserklärung an das Leben, 29. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vorabend: Roman (Taschenbuch)
Aus "landsmannschaftlicher" Verbundenheit hatte ich kürzlich ein anderes, weit dünneres Bändchen von Peter Kurzeck gekauft, dann aber nicht zu Ende gelesen. Dass ich mit dem nun in Taschenbuch vorliegenden "Vorabend" einen zweiten Versuch wagte, betrachte ich als einen der ganz großen Glücksfälle in meinem Leben als Leser. "Vorabend" ist ein so wunderbares Buch, ein so faszinierendes Zauberwerk, ein Eintauchen in die kostbarsten Augenblicke der eigenen Kindheit in Oberhessen, dass man es kaum fassen kann. Peter Kurzeck hält den Alltag der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre wie in einem Fotoalbum, wie in einem Film, der immer wieder angehalten wird, fest und er beschreibt minutiös die Menschen, die Tiere, die Dinge, die Jahreszeiten, die Natur meiner hessischen Heimat auf eine Weise, die einem manchmal die Tränen in die Augen treiben kann. Kurzeck hat in diesem Buch die Zeit angehalten, in dem er sie aufgeschrieben hat. Und er hat nichts ausgelassen und nichts vergessen. Was für ein Buch! Was für ein Schriftsteller! "Vorabend" ist große deutsche Literatur. Es wird kein Bestseller werden, das Buch und sein leider verstorbener Autor aber werden bleiben.


Damals auf dem Waldsportplatz ...: Der VfB 1900 und der Fußball in Gießen
Damals auf dem Waldsportplatz ...: Der VfB 1900 und der Fußball in Gießen
von Christian von Berg
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Aufstieg und Niedergang eines Fußballvereins, 23. September 2014
Christian von Berg hat ein Buch über einen Fußballverein geschrieben, der einst zu den besseren Adressen im hessischen Fußball gehörte, jahrzehntelang neben dem VFL Marburg den Fußball in Mittel- und Oberhessen dominierte, und nun, genau wie der Nachbar aus der etwas kleineren Universitätsstadt, schon seit einigen Jahren der Vergangenheit angehört: den VFB 1900 Gießen.
Wer die hessische Fußballszene kennt und ein ganzes Leben lang beobachtet hat, den muss es mit Wehmut erfüllen, wenn der Autor noch einmal alle Lokalrivalen und großen Gegner Revue passieren lässt, und an Spieler und Spiele erinnert, die den jüngeren Lesern gänzlich unbekannt sein dürften, und selbst bei manch älterem Fußballinteressierten längst in Vergessenheit geraten sein mögen.
Obgleich meine Sympathien, als ich ein kleiner Junge und später Jugendlicher war, in der Hessenliga dem VFL Marburg (und nicht dem VFB Gießen) galten, habe ich beim Lesen und Stöbern im Buch viele Spieler wiedergefunden, die ich seinerzeit bewunderte.
Christian von Berg beschränkt sich in seiner umfassenden Darstellung der Vereinsgeschichte nicht darauf, die ganz großen Namen wie etwa Jürgen Himmelmann, Peter Reichel, Willibald Kreß, Volker Münn, Rolf Birkhölzer, die mit dem VFB 1900 verbunden sind, noch einmal ins Rampenlicht zu rücken. In zahlreichen Spielberichten und Mannschaftsaufstellungen des Buches tauchen auch weniger bekannte Namen auf, die ganz persönliche Erinnerungen an bessere Zeiten des Fußballs in Mittel- Ober- und Nordhessen wecken. Das Buch ist eben nicht nur eine umfassende Geschichte des seinerzeit "ewigen Hessenligisten".
Neben der Dokomentation der Vereinshistorie entwirft der Autor mit zahlreichen Anekdoten und Begebenheiten aus dem Fußballgeschehen, das über die Stadt Gießen hinausgeht, ein lebendiges Bild über die Bedeutung des Fußballs in der Gesellschaft innerhalb eines Zeitraums von hundert Jahren.
Dass nichts bleibt wie es war, auch im Fußball nicht, zeigt die ausführliche Schilderung des Niedergangs des Vereins VFB 1900 Gießen. Christian von Berg legt die Ursachen für diese Entwicklungen offen. Das Buch steht exemplarisch für die Veränderungen im deutschen Fußball innerhalb der letzten sechs Jahrzehnte. Es ist eine lesenswerte und liebenswerte Reminiszenz an die Zeit, in der Wirtschaft und Geld im höherklassigen Amateurfußball noch nicht an erster Stelle standen.


Ein ganzes Leben: Roman
Ein ganzes Leben: Roman
von Robert Seethaler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, ein Buch für EIN GANZES LEBEN, 9. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein ganzes Leben: Roman (Gebundene Ausgabe)
Schon nach wenigen Seiten des Lesens habe ich mir gewünscht, dass dieses Buch so schnell nicht enden möge.

Denn sowohl das, was Seethaler erzählt, mehr aber noch wie er es erzählt, das gehört zum Schönsten, was in den letzten Jahrzehnten in deutscher Sprache geschrieben worden ist.

"Ein ganzes Leben" ist eine Kostbarkeit, und Seethaler ist ein Dichter, dessen Werke Bestand haben werden. Die Klarheit und Reinheit der Sprache verleihen der Lebensgeschichte des Seilbahnarbeiters Andreas Egger eine Faszination, die wir sonst nur aus den in die Weltliteratur eingegangenen Werken der großen deutschen Dichter längst vergangener literaturgeschichtlicher Epochen kennen.

In unvergleichlich schönen und manchmal traurigen, immer aber realistischen Bildern, schildert Rudolf Seethaler das Leben seines Titelhelden, der von allem Anfang an durch seine Herkunft benachteiligt ist, und dem es dennoch gelingt, aufgrund seiner Geradlinigkeit ein aufrichtiges und erfülltes Leben zu führen.

In diesem schmalen Erzählband des Robert Seethaler sind Szenen und Bilder enthalten, die vermutlich niemand, der das Buch gelesen hat, je wieder wird vergessen können: So zum Beispiel die Episode vom todgeweihten Hörnerhannes, den Andreas Egger in einer Holzkraxe zu Tal trägt, und der ihm dabei entwischt, so die Geschichte von seinem Pflegevater und prügelnden Peiniger Kranzstocker, die zauberhafte Schilderung der ersten Annäherung zwischen ihm und seiner Frau Marie, bis hin zu der Tragödie, in der seine geliebte Frau durch eine Lawine zu Tode kommt, oder einer Begegnung mit einem russischen Soldaten in der Einsamkeit der kaukasischen Bergwelt. Wie der Autor die einzelnen Begebenheiten seiner Erzählung im letzten Drittel des Buches wieder aufgreift und zusammenführt, das ist kein schriftstellerisches Handwerk mehr, sondern ganz einfach große Kunst.
Naturschilderungen dieser Intensität erinnern an die Sprachkraft des großen Adalbert Stifter. Das Buch ist (nebenbei) auch eine Liebeserklärung an die Welt der Berge in den Alpen.

"Ein ganzes Leben" ist ein Buch, das zu Herzen geht: ganz große deutsche Literatur.


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