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Beiträge von Andre Arnold
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Rezensionen verfasst von
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern)
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Verdi, Giuseppe - Nabucco (GA)
Verdi, Giuseppe - Nabucco (GA)
DVD ~ Leo Nucci
Preis: EUR 13,21

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jenseits des Gefangenenchors, 9. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi, Giuseppe - Nabucco (GA) (DVD)
Die Oper "Nabucco" bescherte dem italienischen Komponisten Giuseppe Verdi den internationalen Durchbruch. Bis heute zählt das Stück, das besonders durch den Gefangenenchor "Va, pensiero" berühmt geworden ist, zum festen Repertoire in den Opernhäusern rund um den Globus.
Das Libretto stammt vom Italiener Temistocle Solera. Das Opus handelt vom babylonischen König Nebukadnezar, der Jerusalem überfällt, den Tempel des Salomo niederbrennt, die Juden ins Exil führt und schließlich aufgrund seiner Hybris fallen muss. Doch die Superbitas seiner vermeintlichen Tochter Abigaille reinigt ihn und lässt ihn selbst zum Juden werden.
Neben dem bereits erwähnten Gefangenenchor bietet Verdi dem Hörer natürlich auch noch zahlreiche andere Leckerbissen. Die leidenschaftlichen Melodiebögen verdischer Musik bergen unter ihrem Gefieder stets einen klaffenden, furchteinflößenden Abgrund. Gerade diese Dualität macht Verdis Musik so packend.

Die vorliegende Einspielung stammt von der veronesischen Arena, einer spektakulären Freiluftbühne. Aufgenommen wurde die Inszenierung 2007, so dass sich der Hörer auf perfekte Bild- und Tonqualität freuen kann. Das Bühnenbild ist schlicht gehalten und vereint in sich etliche Kontraste, insbesondere den zwischen recht `klassischen' Kostümen und einiger nahezu surreal anmutender Requisiten.
Vorrangiges Lob verdienen die hervorragenden Solisten, die nicht nur fehlerfrei und ergreifend singen, sondern auch ihre schauspielerische Klasse unter Beweis stellen durch Empathie und Authentizität; allen voran der wundervoll verbissene Leo Nucci als Nabucco, Maria Guleghina als träumerisch-launische Abigaille und Nino Surguladze als regelrecht gespenstische Fenena. Der Coro dell'Arena di Verona steht ihnen - und auch anderen hervorragenden Interpreten - in nichts nach.
Zuletzt muss der erstklassige Vortrag des Orchesters der Arena in Verona gerühmt werden: Unter der Federerführung Daniel Orens gedeiht das Spiel transparent und differenziert. Niemals fehlt es an schattigen, perlenden Nuancen und treffenden Akzenten. Die musikalischen wie theatralischen Höhepunkte werden punktgenau herausgearbeitet, so dass die Inszenierung zu einem schillernden, in der italienischen Abendhitze flirrenden Ereignis wird, dass im Wohnzimmer genossen werden kann...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2013 2:27 PM MEST


La Cetra Op.9
La Cetra Op.9
Wird angeboten von colibris-usa
Preis: EUR 28,77

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selten gehörter Vivaldi in selten gehörter Qualität, 5. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: La Cetra Op.9 (Audio CD)
Vom umfangreichen Oeuvre des italienischen Barock-Komponisten Antonio Vivaldi (1678-1741) stellen nur einige wenige wie beispielsweise die inflationär aufgeführten und eingespielten "Vier Jahreszeiten" einen festen Teil des zeitgenössischen Konzertrepertoires. Zu wenige, wie die vorliegende Doppel-CD mit der Violinkonzertserie "La Cetra" op. 9 zeigt.
Es handelt sich dabei um dreisätzige Konzerte weitest gehend desselben Zuschnitts: Allegro - Largo - Allegro. Einige der Konzerte sind für zwei Violinen gesetzt. Besonders reizvoll sind die Stücke mit umgestimmter Violine, die diesem altbekannten Instrument durchaus ungewohnte, wenngleich erquickende Töne zu entlocken vermag. Außerdem wird das hörende Gemüt durch den kontinuierlichen, warmen Klang der obligaten Orgel erfreut.
Besondere Erwähnung verdient der trillernde Kopfsatz des fünften Konzertes a-moll RV 358, dem eine langsame Einleitung vorangestellt ist. Das Largo des d-moll-Konzertes RV 238 entrückt regelrecht. Doch auch das sehr sangbare Largo des zehnten Konzertes in G-Dur RV 300 weiß, zu überzeugen.

Obschon die vorliegende Aufnahme aus den 60er Jahren stammt, kann sie klanglich ohne Weiteres mit modernen Einspielungen mithalten. Beachtet man zudem die famose Leistung der Virtuosenvereinigung I Musici mit Felix Ayo und Anna Maria Cotogni als Solisten, darf sie wohl als zeitlos angesehen werden.
Das geradezu familiäre Zusammenspiel und das farben- und kontrastreiche Musizieren ziehen sogleich in ihren Bann. Zahlreiche nuancierte Akzente sowie harmonische Schattierungen leisten ihr Übriges. Es entsteht ein homogenes Ganzes, dem es dennoch nicht an Transparenz und Differenziertheit gebricht. Der Vortrag im kleinen Ensemble - freilich nicht auf historisch "informierten" Instrumenten - begünstigt diesen Umstand.

Fazit: Eine rundum gelungene Doppel-CD, deren Programm zusätzlich durch zwei sehr lesenswerte Essays abgerundet wird.


Johann Strauss - Die Fledermaus
Johann Strauss - Die Fledermaus
DVD ~ Hildegard Heichele

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Federleichte Fledermaus, 9. September 2012
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Rezension bezieht sich auf: Johann Strauss - Die Fledermaus (DVD)
Die Operette "Die Fledermaus" gilt als das bedeutendste und bekannteste Werk des österreichischen Tonsetzers Johann Strauss (Sohn). Es ist ein komisch-burlesker Reigen zahlreicher Tänze und nonchalanter Szenerien. Musikalisch bietet Strauss alles auf, was ihm zu Gebote steht: Walzer, Märsche, Polkas und vieles mehr...
Die Handlung, die auf einem Libretto von Karl Haffner und Richard Genée beruht, ist regelrecht harmlos: Der Lebemann Dr. Eisenstein wird von einem alten Bekannten, der berühmt-berüchtigten Fledermaus, kräftig durch den Kakao gezogen, unter anderem im Rahmen eines Balles bei einem sehr speziellen russischen Gesandten und später - beinahe - hinter schwedischen Gardinen.

Die vorliegende, illustre Einspielung stammt von 1984, erfreut sich aber dennoch sehr guter Bild- und Tonqualität. Das NVC-Arts-Label verzichtet allerdings gänzlich auf ein Booklet.
Das Orchester der Royal Opera Covent Garden vollbringt eine Meisterleistung: Akzentuiertes, farbenfrohes Spiel zeichnet ihren dynamischen, stetweg transparenten Vortrag aus. Unter der Federführung des weltbekannten Placido Domingo gedeiht ihr Spiel zu einer kecken, gelösten Kaskade von Nuancen und Schattierungen.
Auch die Solisten sind nicht nur Sänger, sondern auch Schauspieler der Extraklasse: Hermann Prey als herrlich täppisch-stereotyper Dr. Eisenstein, seine Frau, gemimt von der würdevollen Kiri Te Kanawa, Dr. Falke, dargestellt vom hämisch-schadenfrohen Benjamin Luxon, und zu guter Letzt die liebenswürdige Hildegard Heichele als Zimmermädchen Adele. Ebenbürtig unterstützt werden diese Stars vom Chor der Royal Opera Covent Garden.
Bühnenbild und Requisiten sind konservativ, nahezu klassisch gehalten. Eine andere Art der Aufführung ist für dieses seiner Zeit so verhaftet gebliebene Stück auch schwer vorstellbar...


Debussy, Claude - Pelléas et Mélisande (Glyndebourne Festival Opera)
Debussy, Claude - Pelléas et Mélisande (Glyndebourne Festival Opera)
DVD ~ Christiane Oelze

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ...alles verloren - alles gewonnen!, 5. August 2012
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Als Claude Debussys (1862-1918) Meisterwerk bezeichnen zahllose Kritiker seine einzige Oper "Pelléas et Mélisande". In der Tat handelt es sich jedenfalls um ein außergewöhnliches Stück Musikgeschichte.
Die Geschichte zweier Brüder, die beide dieselbe Frau lieben, ist durchaus ein alter Hut, wurde jedoch von Maurice Maeterlinck, der sowohl Textbasis als auch Libretto lieferte, noch einmal völlig neu und packend erzählt.
Musikalisch besticht die Oper durch die pragmatisch-performative Stringenz, indes es sich der französische Tonsetzer nicht gestattet, impressionistische Ausdruckswelten zu verlassen; außer zum Ende des Werkes hin, wo sich mehr und mehr melodische sowie motivische Dynamik entwickelt. Überhaupt steigert sich das "lyrische Drama", wie Debussy seine Schöpfung nannte, zum Abschluss in taumelnde, flirrende Abgründe.

Auch die vorliegende Inszenierung, die 1999 entstanden ist, sich exzellenter Bild- und Tonqualität erfreut, der allerdings ein Booklet abgeht, steigert sich zum Ende: Die Szenerie ist ins London des Fin de Siécle versetzt, nur erstaunlich rigide - der Fluss, an dem Mélisande zu Beginn des Stückes gefunden wird, ist ein altes Büromöbel - so dass es immer wieder zu befremdlichen, regelrecht lächerlichen Momenten kommt. Doch die Symbolik des Bühnenbildes, das fast durchweg düster gehalten wird, entfaltet im Laufe des Vortrags seine Komplexität und fügt sich schließlich wundervoll in die Handlung.
Die Leistung des London Philharmonic Orchestras unter der Leitung von Andrew Davis ist famos: Die Anforderungen, die jedes impressionistische Stück grundsätzlich stellt, meistern die Akteure mühelos. Besondere Bedeutung erhalten die schattigen Facetten und die perlenden Nuancen, die der plastischen Differenz an keiner Stelle im Wege stehen. Bei derart verwobenen Werken wie "Pelléas et Mélisande" ist führohin Transparenz unerlässlich - Davis' Dirigat leistet auch das.
Richard Croft ist ein wundervoll einfühlsamer und leidenschaftlicher Pelléas. Dahingegen spielt Christiane Oelze die Mélisande unfassbar authentisch: kühl, unnahbar, verstört. John Tomlinson spielt den vergrämten Golaud hervorragend. Besonderes Lob gebührt dem Knabensopran Jake Arditti, der Golauds Sohn Yniold mimt und mit seiner glasklaren Stimme ans Innerste rührt. The Glyndebourne Chorus rundet das Programm gebührend ab...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 24, 2013 4:28 PM MEST


Donizetti: L'elisir d'amore [DVD]
Donizetti: L'elisir d'amore [DVD]
DVD ~ Anna Netrebko
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen L'Elisir di Gioia, 29. Juli 2012
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Rezension bezieht sich auf: Donizetti: L'elisir d'amore [DVD] (DVD)
Die Opera buffa "L'Elisir d'Amore" des italienischen Tonsetzers Gaetano Donizetti (1797-1848) - basierend auf einem Libretto von Felice Romani - zählt als dessen bekanntestes Werk. Sie verzichtet auf Experimente und bietet dem Hörer stattdessen mitreißende, leicht eingängliche Unterhaltung.
Besonders bekannt geworden ist die Arie "Una furtiva Lagrima". Die Geschichte des Quacksalvers Dulcamara, der dem liebeskranken Nemorino Wein als Liebeselixir verkauft, ist weltbekannt. Die musikalische Umsetzung Donizettis muss freilich als meisterlich bezeichnet werden. Seine Melodiebögen phosphoreszieren die darzustellenden Stimmungslagen hervorragend.

Die vorliegende Inszenierung aus dem Jahre 2005 nach einer Bühnenproduktion Otto Schenks von 1980 muss als klassisch bezeichnet werden, jedoch nicht als pompös-überladen. Das darf nicht als Makel betrachtet werden, indes gerade Opere buffe klassischer Flair sehr gut bekommt. Bild- und Tonqualität sind ausgezeichnet. Das Booklet beschränkt sich auf technische Angaben.
Die musikalische Darbietung durch das Orchester und das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper unter der Federfühung Alfred Eschwés ist perfekt. Eschwés Dirigat entfacht seine Orchester zu Höchstleistungen: Perlende Nuancen reihen sich an farbig-akzentuierte Schattierungen, denen es an keiner Stelle an Differenzierung gebricht. Dass es an Transparenz nicht mangelt, muss wohl kaum noch erwähnt werden.
Besonderes Lob gebührt den Solisten, allen voran Rolando Villazón: Man wird wohl selten erleben, dass die männliche Hauptbesetzung einer Oper mehr Beifall kassieren wird als die weibliche; indes, hier ist es der Fall; Villazón darf das berühmte "Una furtiva Lagrima" sogar - völlig zu Recht - noch einmal singen. Anna Netrebko als Adina steht ihm mit ihrem einfühlsamen, bärbeißigen Spiel in nichts nach. Auch Leo Nucci als Belcore sowie der Dulcamara mimende Ildebrando d'Arcangelo müssen ob ihres glasklaren Gesanges gelobt werden - nicht zu vergessen der Chor der Wiener Staatsoper.

Fazit: Alles in allem eine brillante Darbietung einer begeisternden Oper - un l'Elisir di Gioia!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 19, 2013 4:03 PM CET


Monteverdi, Claudio - L'Orfeo (NTSC, 2 DVDs)
Monteverdi, Claudio - L'Orfeo (NTSC, 2 DVDs)
DVD ~ John Mark Ainsley
Preis: EUR 27,87

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stygische Nächte, 20. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Claudio Monteverdi (1567-1643) gilt als der erste Opernkomponist der Musikgeschichte - zumindest hinsichtlich dessen, was wir heute unter einer Oper verstehen... Mit seinem Meisterwerk "L'Orfeo" ist er in die Annalen des Musikschauspiels eingegangen.
Der Rezipient darf keine Oper à la Verdi oder auch nur Mozart erwarten: Es handelt sich um ein Stück, dessen Orchester Gesänge größtenteils in kammermusikalischer Schlichtheit "nur" begleitet. Rezitative gibt es praktisch nicht. Dafür wird das sehr kleine, mit für uns heutige Hörer exotischen Instrumenten ausgestattete Orchester äußerst differenziert eingesetzt. Zahlreiche Ritornelle oder andere rein instrumentale Passagen lassen aber genug Zeit, Orchestermusik von vor dem 30jährigen Krieg zu genießen.
Die Handlung der Oper dürfte hinlänglich bekannt sein: Der Leiermann Orpheus verliert seine geliebte Eurydike. Auf seiner Reise in die Unterwelt erweicht er die Herzen der Tartarus-Fürsten. Das einzige Beding, das ihm auferlegt wird, namentlich sich beim Verlassen des Hades nicht nach Eurydike umzusehen, kann er nicht halten - ein musikalisch wie auch dramatisch sehr effektvolles Moment.

Die vorliegende Inszenierung durch Pierre Audi zeichnet sich durch ihre Schlichtheit aus. Zwar sind die Kostüme in aller Regel recht klassisch gewählt; doch das Bühnenbild ist durchweg minimalistisch gehalten - obschon auf zeitgenössische deus-ex-machina-Effekte nicht verzichtet wurde. Gepaart mit den unwirklichen Lichteffekten entsteht eine Aufführung in regelrecht futuristischem Gewand. Bild- und Tonqualität der 1997 entstanden Einspielung sind zudem tadellos.
Die zwei Ensembles Tragicomedia und Concerto Palatino unter der Federführung Stephen Stubbs' legen eine beeindruckende Leistung ab; denn gerade durch die musikalsiche Schlichtheit der Oper entstehen große aufführungstechnische Schwierigkeiten, indes der Komponist - wie im sehr ansprechenden Beiheft erläutert - kaum Hinweise für die Instrumentierung und Aufführungspraxis hinterließ. Farbige Nuancen und schattiert-abgestufte Akzente garantieren größte Transparenz und absolute Differenziertheit, die dennoch dem Lauschen in längst vergangene Zeiten niemals im Wege stehen.
Einen Chor gibt es nicht, sondern viele einzelne, mit viel Liebe gezeichnete Akteure. Besonderes Lob gebührt John Mark Ainsley, dem Orpheus dieser Darbietung: Der Kahlkopf zeigt uns einen trauernden, beinahe asketischen Musiker, und das voller Inbrunst und Hingabe. Juanita Lascarro als Eurydike, Bernarda Fink als Proserpina sowie Mario Luperi als Charon stehen ihm in keiner Weise nach. Stets zeugen glasklarer Gesang und authentisches Schauspiel von ihren Fähigkeiten. Die ansprechende, moderne Prdouktgestaltung beweist fürderhin, dass eine Opern-DVD nicht zwingend langweilig daher kommen muss...


Wagner, Richard - Tristan und Isolde (GA) [2 DVDs]
Wagner, Richard - Tristan und Isolde (GA) [2 DVDs]
DVD ~ Siegfried Jerusalem
Preis: EUR 20,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ...unbewußt - höchste Lust!, 23. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Freilich muss Richard Wagner als einer der größten deutschen Opernkomponisten überhaupt gelten. Nahezu alle seiner Opern zählen noch heute zum festen Repertoire jedweden Opernhauses. Sein Spätwerk "Tristan und Isolde" nach Wagners eigenem Libretto ist zudem eines seiner progressivsten Werke, das seine Epigonen nachhaltig beeinflussen sollte.
Der überwältigende Orchesterschwall, dessen Gros es dennoch nicht an filigranen Momenten gebricht, nimmt sogleich ein und lässt das vierstündige Stück nirgends langatmig erscheinen, auch wenn die Handlung sicherlich nicht gerade geistreich, pointiert oder umfangreich ist...

Die vorliegende Inszenierung durch Heiner Müller ist äußerst schlicht gehalten. Es wird bewusst auf allzu große körperliche Nähe zwischen den beiden Hauptfiguren verzichtet; auch das Bühnenbild sowie die Beleuchtung sind eher kühl ausgefallen. Allenfalls die Kostüme könnte man als "klassisch" beziehungsweise archaisch bezeichnen, die sich aber bestens ins Gesamtkonzept einfügen. Entstanden ist die Aufnahme, die sich sehr guter Bild- und Tonqualität erfreut, im Rahmen der Bayreuther Wagner-Festspiele 1995. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich leider um keine Live-Inszenierung handelt.
Das Orchester der Bayreuther Festspiele unter Daniel Barenboim leistet Famoses: Glasklare Akzente reihen sich an schattige Nuancen, niemals fehlt es an Liebe zum Detail, Farbe und Kraft. Das perlende Moment bleibt auch nicht aus. Transparenz und Spielfreude sind weitere Markenzeichen des Orchestervortrags. Dennoch übertönen die Akteure niemals die Gesangssolisten.
Der Bayreuther Festspielchor singt tadellos, hell und klar. Ihm gleich tun es nahezu alle Solisten, wobei Waltraud Meier als Isolde besonderes Lob gebührt. Sie spielt ihre Rolle authentisch und liebevoll, während ihr Siegfried Jerusalem als Tristan nicht wirklich gewachsen ist - genauso wie seinem Part. Freilich handelt es sich hierbei um Tadel auf allerhöchstem Niveau, doch eben dieses erfordert eine jede Wagner-Oper. Falk Struckmann als Kurwenal und Uta Priew als Brangäne runden das Gesamtbild stimmig ab. Produziert wird eine Einspielung, die grundsolide ist, aber trotzdem nicht unüberbietbar...
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 12, 2013 5:35 PM CET


Beethoven, Ludwig van - Fidelio
Beethoven, Ludwig van - Fidelio
DVD ~ Gundula Janowitz
Preis: EUR 17,11

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ha, welch ein Augenblick!, 8. Mai 2012
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Rezension bezieht sich auf: Beethoven, Ludwig van - Fidelio (DVD)
Der große Ludwig van Beethoven hinterließ der Nachwelt nur eine einzige Oper, "Fidelio". Der Meister selbst soll von diesem Opus gesagt haben, dass es ihm "die größten Geburtsschmerzen gemacht habe". Und in der Tat oblag es zahlreichen Umarbeitungen, es existieren durchaus auch andere Versionen, die unter dem Titel "Leonore" laufen. Die insgesamt vier Ouvertüren, die Beethoven schrieb, legen noch heute darüber Zeugnis ab. Überhaupt dürfte es den Komponisten verdrossen haben, dass nur wenige seiner Vokalwerke größeren Anklang fanden, indes ihm das gesungene Wort immer sehr am Herzen lag.
Freilich schuf Beethoven mit "Fidelio" keinen radikal neuen Beitrag zum Operngenre, doch ist das Werk allein wegen seiner brillanten musikalischen Darstellung mehr als hörenswert. Und wenn am Ende die Idee der Brüderlichkeit unter allen Menschen - gleich welchen Standes - hervorschimmert, wird der Hörer in denselben Rausch versetzt, wie ihn etwa die sogenannte "Chorfantasie" oder die Neunte evozieren.
Die Handlung nach dem Libretto von Joseph von Sonnleithner ist schnell erzählt. Leonore, als Mann verkleidet und auf den Namen "Fidelio" hörend, gelangt mit Hilfe des Kerkermeisters Rocco zu ihrem vor Jahren verschwundenen Gatten Florestan, der der Willkür Don Pizarros anheim gefallen ist. Der Coup gelingt, wenn auch nicht für alle gleich zufrieden stellend...

Die vorliegende Inszenierung durch Otto Schenk und Günther Schneider-Siemßen entstand Anfang 1978 und kann folglich über einige Mängel, was Ton- und Bildqualität betrifft, nicht hinwegtäuschen. Das angenehme Bühnenbild, die Kostüme sowie die Requisiten sind klassisch-schlicht gehalten.
Die musikalische Umsetzung durch Leonard Bernstein zusammen mit dem Orchester der Wiener Staatsoper ist allererste Sahne. Bernsteins Ausflüge in den Bereich der Oper lassen sich ja an zwei Händen abzählen; doch was er hier leistet, ist aller Ehren wert. Er stachelt die Wiener zu Höchstformen an, lässt das Plenum frisch und transparent erklingen. Perlende Nuancen reihen sich an farbig-schattige Facetten. Es nimmt nicht wunder, dass Bernstein mehrmals von tosendem Beifall empfangen wurde.
Hinzu kommt die brillante gesangliche Leistung des Chors der Wiener Staatsoper. Glasklare Akzente setzen auch die Solisten, namentlich die wunderbar inbrünstige Gundula Janowitz als Fidelio/ Leonore, der authentisch-frische René Kollo als Florestan, der berührend-natürliche Manfred Jungwirth als Rocco sowie die liebreizend-zierliche Lucia Popp als Marzelline. Die anderen Solisten zeigen in eben dieser Perfektion ihr musikalisches wie schauspielerisches Talent in entzückendem Maße und lieferen damit ein Gesamtpaket, das nicht nur technisch, sondern auch menschlich überwältigt...
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 12, 2013 5:27 PM CET


Violin-/Violakonzerte
Violin-/Violakonzerte
Preis: EUR 14,01

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erlesene Katachresen, 26. April 2012
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Rezension bezieht sich auf: Violin-/Violakonzerte (Audio CD)
Der Ungar Béla Bartók (1881-1945) gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Moderne. Vor allem sein Beitrag zur zeitgenössischen Instrumentalmusik, namentlich seine Instrumentalkonzerte, ist unermesslich und unglaublich facettenreich. Am bekanntesten sind seine drei Klavierkonzerte, doch diese Doppel-CD, die preisgünstig in der Serie "GEMINI" erschienen ist, beweist, dass auch andere Konzerte des Meisters hörenswert sind.

Das erste Violinkonzert, das Anfang des vergangenen Jahrhunderts entstand, ist zweisätzig. Es eröffnet mit einem geheimnisvollen Andante, das in elysischen Höhen schwebt. Der zweite Satz ist ein wuchtiges, derb-fröhliches Allegro, das mit einigen spielerischen Extravaganzen aufwartet.
Das zweite Konzert erweist sich als wesentlich reifer, was freilich nicht wunder nimmt, indes es etwa 30 Jahre später entstand. Der Kopfsatz ist von tiefschürfender Komplexität, Bartók zelebriert hier einen wahren Reigen von Emotionen und Impressionen. Das wundervolle Andante knüpft passend an und windet sich in ein feuriges Allegro.

Zwei weitere Werke für Violine und Orchester sind hier dargeboten, nämlich die beiden Rhapsodien, die Ende der 20er Jahre komponiert wurden. Sie sind in der Tradition typisch ungarischer Volkslieder gehalten, beginnen mit einem langsamen, schwerfälligen Teil und steigern sich zu einem burlesken Kehraus. Der zweiten Rhapsodie merkt man deutlich an, dass der ungarische Komponist sie nachmalig überarbeitete.

Eine wahre Kostbarkeit ist das Konzert für Viola und Orchester, das Bartók genau wie sein drittes Klavierkonzert nicht vollenden konnte, das aber trotzdem in einer vervollständigten Version vorliegt. Der einleitende Satz ist von einer derartigen Finesse, dass er sicherlich nicht auf Anhieb zu durchdringen ist. Wesentlich harmloser gebaren sich hingegen Adagio und Finale.

Es gibt zwei Zugaben: zunächst sechs Sätze aus den insgesamt 44 Duos für zwei Violinen. Es handelt sich dabei um eine geschmackvolle Bearbeitung original ungarischer Volksliedmotive - Bartók war leidenschaftlicher Sammler derartiger Lieder.
Fürderhin verdient die Sonate für Solovioline große Beachtung, es ist eigentlich profan, sie nur als Zugabe abzutun. Die einleitende Ciaccona ist deutlich an Bachs monumentale angelehnt. Nach einer bezaubernden Fuge und einer berückender Melodia folgt das regelrecht diabolisch-gehetzte Finale, das durchaus anstrengend ist.

Die vorliegende Einspielung entstand zwischen 1965 und 1975, erfreut sich aber dennoch erstaunlich guter Tonqualität. Die Interpreten sind im Einzelnen Yehudi Menuhin (Violine), Nell Gotkovsky (Violine in den Duos), das New Philharmonia Orchestra unter Antal Dorati sowie das BBC Symphony Orchestra unter Pierre Boulez (Rhapsodien).
Es handelt sich um einen durchweg filigran pointierten und differenzierten Vortrag, sowohl was die Orchesterwerke als auch was die Kammermusiken anbelangt. Menuhin zeigt sich in Topform, spielt seine Parte fein akzentuiert, farbig nuanciert und schattig perlend. Dabei fehlt es ihm niemals an Transparenz bei seiner Darbietung. Auch die Orchesterleistung kann nur gelobt werden, insbesondere Boulez' seziermesserartige Präzision. Jedweder bricht eine Lanze für Bartók, und das zurecht...
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 19, 2013 4:08 PM CET


La Bohème
La Bohème
DVD ~ Mirella Freni
Preis: EUR 18,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Mimi friert..., 13. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: La Bohème (DVD)
Neben "Turandot" gehört "La Bohème" zu den bekanntesten Opern des italienischen Tonsetzers Giacomo Puccini (1858-1924). Sie handelt von der Liebe der armen Leute, die durch Argwohn, Eifersucht und Krankheit zerstört wird. Dennoch zeigt uns das Stück, das auf einem Libretto von Giuseppe Giacosa sowie Luigi Illica basiert, das Kleinigkeiten wie Geldnot und Kälte die Liebe nicht hindern können.
Puccinis musikalische Gestaltung ist wundervoll: Er präsentiert uns einige der schönsten Arien des Fin de Siècle. Filigrane Momente ergeben zusammen mit überschwänglichen Orchesterschwällen ein harmonisches, teils zutiefst berührendes Ganzes.

Die vorliegende Inszenierung stammt aus dem Jahre 1988. Bild- und Tonqualität sind erstaunlich gut.
Die orchestrale Umsetzung durch das Orchester der San Francisco Opera unter der Federführung von Tiziano Severini kann nur gelobt werden. Der Maestro zaubert einnehmende Melodiebögen, lässt es aber an den pittoresken Stellen niemals an Akkuratesse fehlen. Er setzt treffsichere Akzente, die zusammen mit perlenden Nuancen, farbigen Schattierungen und der herrlichen Differenziertheit eine wunderbar transparente Darbietung gewährleisten.
Die gesangliche Leistung der San Francisco Opera steht dem in nichts nach. Doch besondere Anerkennung verdienen die sämtlichen Solisten, vor allem die beiden Hauptpersonen Mimi und Rodolfo. Letzterer wird vom großen Luciano Pavarotti dargestellt, der zweifelsohne als Puccini-Exeget zu gelten hat. Er beweist hier indes zusätzlich, welch großartiges schauspielerisches Talent er besitzt. Mirella Freni, die Mimi mimt, ist ausnehmend anzuhören. Ihr Gesang ist stets glasklar, beseelt und inbrünstig.
Ein letztes Wort zum Bühnenbild: Es kann als schlicht und einfach bezeichnet werden. Lichteffekte werden nur sparsam eingesetzt. Auch wenn es sich durchaus um eine authentische Einspielung handelt, kann man dennoch nicht von historischer Informiertheit in letzter Konsequenz sprechen. Doch das macht die musikalische Finesse locker wett...
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 12, 2013 5:25 PM CET


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