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ReadForTheThrill

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Rattenkinder: Thriller (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Rattenkinder: Thriller (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von B.C. Schiller
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen B.C. Schiller: Rattenkinder, 7. Februar 2016
Zum Buch:

"Rattenkinder" ist Band 6 der Tony-Braun-Reihe des Autorenduos B.C. Schiller. Für mich war dies das erste Buch des Ehepaares und ich habe mich dummerweise vorher nicht darüber informiert, ob es sich hier um einen Band einer Reihe handelt, oder nicht. Aber das ist bei solchen Reihen ja auch nicht sooo dramatisch. Wesentlich ärgerlicher finde ich es, dass die Mehrheit der vorherigen Bände lediglich als eBooks erschienen sind und somit alle, die die Reihe komplett lesen möchten, aber nicht über einen eBook-Reader verfügen, einfach Pech haben - sofern die Bände nicht nachträglich noch als gedruckte Bücher veröffentlicht werden.

Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

Eine junge Mutter wird grausam zugerichtet auf einer Parkbank gefunden, neben sich ihr quicklebendiges Baby und ein Rattenschädel. Das ist nicht der einzige geheimnisvolle Hinweis, den Chefinspektor Tony Braun erhält: Ausgerechnet Viktor Maly, ein Insasse der Psychiatrie, scheint mehr über den Fall zu wissen. Doch er hat seit über einem Jahr keinen Kontakt mehr zur Außenwelt. Wurde die Frau Opfer eines lange geplanten Komplotts? Da geschieht eine weitere Bluttat. Und es gibt nur einen Zeugen: Viktor Maly...

Der erste Satz: In einer stürmischen Regennacht schaufelten sie mein Grab.

Meine Meinung:

In einem Park wird die Leiche einer Frau aufgefunden. Neben ihr ein Rattenschädel. Ihr Baby liegt in einem Kinderwagen - es lebt. Der einzige Zeuge heißt Viktor Maly - und dieser sitzt seit über einem Jahr in der geschlossenen Psychiatrie, abgeschottet von der Außenwelt. Auf Inspektor Tony Braun macht er den Eindruck, als wisse er sehr viel mehr über die Tat, als er preisgeben will. Als mache es ihm geradezu Spaß, seine Spielchen mit der Polizei zu spielen. Was steckt also hinter dem geheimnisvollen Maly?

Die Inhaltsbeschreibung klang für mich außerordentlich spannend und vielversprechend. Die Umsetzung hatte dann jedoch leider in einigen Punkten deutliche Schwächen. Ich muss gestehen, dass ich ganz schön Probleme hatte, in das Buch hineinzufinden und vor allem auch, mit den Charakteren warm zu werden, wobei mir das auch bis zum Ende nicht richtig geglückt ist.

Besonders Inspektor Tony Braun, der Protagonist dieses Thrillers, war mir persönlich sehr unsympathisch. Er erfüllt so ziemlich jedes Klischee, das ein tougher Ermittler zu erfüllen hat: er ist dem Alkohol verfallen, da er in ihm seine gescheiterte Ehe und die Probleme mit seinem Sohn zu ertränken versucht, Regeln und Vorschriften spielen für ihn eine untergeordnete Rolle, usw. Darüber hinaus ist er einfach unglaublich arrogant, sieht aber andererseits den Wald vor lauter Bäumen nicht. So versucht er penetrant einen Verdächtigen dingfest zu machen, der ein wasserdichtes Alibi hat und verbeißt sich hoffnungslos in eine Spur, die ins Nichts führt. Auch Brauns Kollegen konnten nicht mit überdurchschnittlicher Sympathie oder übermäßigem logischen Verständnis punkten, wodurch ich auch zu ihnen keinen richtigen Zugang finden bzw. keine tiefere Verbundenheit aufbauen konnte.

Das ist wirklich schade, denn die Grundidee, die hinter diesem Buch steckt, ist durchaus interessant und vielversprechend. Im zweiten Drittel fand ich dann langsam besser in die Geschichte hinein und hatte ein Gefühl für den zunächst etwas gewöhnungsbedürftigen Schreib- und Erzählstil entwickelt und die letzten beiden Drittel haben mir dann auch besser gefallen. Dennoch spielt für mich die Sympathie zu den Charakteren eines Buches eine nicht zu vernachlässigende Rolle, eine gewisse Tiefe sollte dabei nicht fehlen und auch die logischen Schwächen muss ich in meiner Bewertung berücksichtigen.


Mix it!: 120 vegane Rezepte aus dem Mixer
Mix it!: 120 vegane Rezepte aus dem Mixer
von Lena Suhr
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lena Suhr: "Mix it" - 120 vegane Rezepte aus dem Mixer, 16. Januar 2016
Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

Vegan, roh, gesund - gemixt!

Natürlich wissen wir es alle: 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag sollten es eigentlich sein - da kommt uns der Hochleistungsmixer doch wie gerufen! Rein mit Obst und Gemüse, nach Belieben ein paar Superfoods dazu, gut pürieren - und so ruck-zuck kleine Vitaminbomben zaubern. Nutzen Sie die Power Ihres Mixers, denn der kann so allerhand: von der gebrannten Mandelmilch über den Heidelbeer-Smoothie mit Kombucha bis hin zu cremigen Cashewriegeln oder rosa Overnight-Couscous mit Erdbeeren. 120 leckere und abwechslungsreiche Anregungen gibt es in diesem tollen Buch - Ihr kleines Powerpaket für jeden Tag.

Meine Meinung:

Viel Obst und Gemüse ist gesund und wichtig, um unseren Körper mit ausreichend Nährstoffen und Vitaminen zu versorgen. Das dürfte wohl jedem bekannt sein. Wem es jedoch schwer fällt, die täglich angeratene Portion Obst und Gemüse in seine Mahlzeiten zu integrieren, oder wer kreative Ideen sucht, schnelle und gesunde Rezepte mit dem Mixer zu zaubern für den dürfte dieses Buch eine große Hilfestellung sein - das gilt übrigens für Veganer, Vegetarier und Fleischesser gleichermaßen.

Von der Aufmachung her gefällt mir dieses Buch wirklich sehr. Das Format ist schön handlich, die Einteilung der Rezepte sinnvoll und ihre Beschreibung übersichtlich. Was ich etwas schade finde, ist, dass es nicht zu jedem Rezept ein Bild gibt. Gut, für Smoothies, Dressings und Ähnliches braucht es vielleicht auch nicht unbedingt ein Bild, da weiß man ja ungefähr, wie das Endergebnis aussehen soll, trotzdem gefällt es mir immer am besten, wenn ich zu einem Rezept auch ein Bild habe. Die Bilder, die jedoch enthalten sind, sind aber sehr schön und appetitanregend.

Auf knapp 20 Seiten Einführung geht Lena Suhr zunächst einmal auf die Basics, die beiden wichtigsten Aspekte für ihr Kochbuch ein. Das wären zum einen natürlich der Mixer, wobei sie selbstverständlich die Vorteile eines Hochleistungsmixers anführt (Zeitersparnis, das Aufbrechen der pflanzlichen Zellulosewände, wodurch die Nährstoffe besser vom Körper aufgenommen werden können, usw.), aber - und das finde ich sehr gut - sie besteht nicht darauf, dass es ein Hochleistungsmixer sein MUSS. Sie betont, dass man die meisten Rezepte auch problemlos mit einem herkömmlichen Standmixer oder sogar unter Zuhilfenahme eines Stabmixers zubereiten kann, was dann allerdings möglicherweise etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt oder ein vorheriges Einweichen der Zutaten erfordert. Was die Zutaten betrifft, bevorzugt Lena Suhr möglichst frische Zutaten und ergänzt ihre Kreationen auch gerne durch Superfoods, deren Verwendung in ihren Rezepten jedoch nicht obligatorisch ist. Zudem stellt sie auch Zuckeralternativen wie Ahorn-, Reis-, Kokosblüten-, Dattelsirup usw. kurz vor.

Damit ist auch schon das Fundament gelegt, um zum Herzstück des Buches zu kommen: die Rezepte. Die 120 Rezepte sind in 7 Kategorien eingeteilt: "Smoothies, Säfte & Co", "Milchalternativen & Getränke", "Aufstriche & Pestos", "Suppen", "Salate & Dressings", "Süßes" und "Dies & Das". Die Rezepte sind wirklich sehr kreativ und abwechslungsreich, fast ausnahmslos glutenfrei, oft auch roh und überwiegend in kürzester Zeit zubereitet. Darüber hinaus gefällt es mir sehr, dass Lena Suhr sich (abgesehen von den Superfoods natürlich) fast ausschließlich an "normale" Zutaten hält und ich nicht das Gefühl habe, erst einmal eine halbe Weltreise unternehmen zu müssen, um die 327 exotischen Zutaten zusammenzutragen, von denen man dan jeweils 1/5 g benötigt. Dies ist natürlich eine etwas überzogene Darstellung, für mich aber der triftigste Grund ein Kochbuch schon beim ersten Durchblättern sofort wieder zurück ins Regal zu stellen. Ich bin eine eiserne Verfechterin einfacher Rezepte, die mit wenigen Zutaten auskommen, welche ich in jedem gewöhnlichen Supermarkt erstehen kann.

Wer also nach einfachen, schnellen, dabei dennoch unheimlich gesunden, kreativen und abwechslungsreichen Rezepten sucht, ist mit diesem kleinen aber feinen Büchlein gut beraten! Da ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei. Sehr sympathisch fand ich darüber hinaus übrigens, dass Lena Suhr auch an den vierbeinigen Begleiter gedacht hat. Ein wirklich toller Mix - im wahrsten Sinne des Wortes ;)


Die stille Bestie: Thriller (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 6)
Die stille Bestie: Thriller (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 6)
von Chris Carter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Chris Carter: Die stille Bestie, 31. Dezember 2015
Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

Du vertraust ihm. Erzählst ihm deine schlimmsten Geheimnisse. Doch er ist nicht, was du denkst…

Profiler Robert Hunter vertraute immer nur wenigen Menschen. Eigentlich nur einem: Lucien Folter, seinem Freund aus Studientagen. Bis dieser plötzlich verschwand. Jahre später kommt ein Anruf: Die Körperteile unzähliger Mordopfer sind aufgetaucht, grausige Trophäen. Angeklagt ist Lucien Folter. Und er will nur mit einem reden: Robert Hunter…

Der erste Satz: “Morgen, Sheriff. Morgen, Bobby”, rief die rundliche, dunkelhaarige Kellnerin mit dem kleinen Herz-Tattoo am linken Handgelenk von ihrem Platz hinter dem Tresen.

Meine Meinung:

Dieser sechste Fall ist der wohl persönlichste Fall für Robert Hunter, denn er beleuchtet eine bisher nicht bekannte Episode aus der Vergangenheit des Profilers des LAPD. Gleichzeitig ist er aber auch der bisher ungewöhnlichste Fall der Reihe, denn Hunter ermittelt dieses Mal fast vollständig im Alleingang. Dies war für mich ein kleiner Wermutstropfen, da ich auch das Team um Hunter – allen voran seinen Partner Carlos Garcia – sehr gerne mag. Hunter wird vom FBI um Hilfe gebeten, denn der Mordverdächtige Serienkiller weigert sich mit irgendjemand anderem als Hunter zu reden. Wie sich herausstellt handelt es sich bei dem Verdächtigen um Lucien Folter, Hunters besten Freund aus Studienzeiten. Und dieser ist nur bereit, Details über seine Taten preiszugeben, wenn Hunter ihm im Gegenzug seine persönlichsten Geheimnisse enthüllt.

Dieser Fall unterscheidet sich neben dem ungewohnten (fehlenden) Umfeld auch insofern von allen anderen Fällen, als dass sich die Handlung zum Großteil “in den Köpfen” und Verhören von Hunter und Folter abspielt, was für mein Empfinden der Spannung aber keinen Abbruch tut. Ich war vielmehr sehr gefesselt von den Einblicken in die Vergangenheit des sonst so undurchschaubaren Profilers und dem”Duell der Giganten”, das sich die beiden brillanten Ausnahmepsychologen liefern.

Die Kapitel sind wie immer sehr kurz gehalten und überwiegend mit Cliffhangern versehen, der Schreibstil gewohnt genial, wodurch die Seiten nur so dahinfliegen. Wie für Chris Carter üblich gibt es auch in diesem Thriller wieder sehr blutige, detailliert geschilderte Beschreibungen und Szenen, die nicht für jedermann geeignet sind. Lediglich das Finale kam für meinen Geschmack ein wenig abrupt, worüber ich aber getrost hinwegsehen kann, da es bei all den positiven Punkten kaum ins Gewicht fällt.

Darüber hinaus hat schon allein der Hinweis, dieses Buch basiere zum Großteil auf Tatsachen und Personen, mit denen Chris Carter während seiner Zeit als forensischer Psychologe zusammengearbeitet hatte, sofort mein Interesse geweckt. Ich freue mich generell immer, wenn ein Autor von der Materie Ahnung hat oder sogar – wie Carter – Experte auf dem Gebiet ist, da mich die wissenschaftlichen Aspekte der Forensik, Psychologie, Pathologie und Kriminologie im Allgemeinen sehr interessieren; der Hinweis, das Buch basiere auf tatsächlichen Ereignissen bringt jedoch nochmals ein gewisses Extra an Gänsehautfeeling, da man sich fragt, welche konkreten Schilderungen dieses Thrillers wirklich passiert sind und wie diese mit dem Leben des Autors zusammenhängen.

Insgesamt kann ich auch diesem Band (trotz kleiner Schwächen) nicht weniger als fünf Sterne geben. Ich liebe die Robert-Hunter-Reihe einfach und freue mich schon sehr auf den nächsten Band, in dem Hunter bei den Ermittlungen dann hoffentlich wieder von seinem Team unterstützt wird.


Der kleinste Kuss der Welt: Roman
Der kleinste Kuss der Welt: Roman
von Mathias Malzieu
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Mathias Malzieu: Der kleinste Kuss der Welt, 6. Dezember 2015
Zum Buch:

“Der kleinste Kuss der Welt” ist bereits der dritte Roman des gefeierten französischen Autors Mathias Malzieu, der mit “Die Mechanik des Herzens” (2012) und “Metamorphose am Rande des Himmels” (2013) in Deutschland und auch auf internationaler Ebene unzählige begeisterte Leser fand. Die drei Romane beinhalten jeweils eine eigenständige Geschichte, können also problemlos unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Mit ihren wunderschönen und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Covern passen sie aber im Regal wunderbar zueinander.

Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

Ein romantisches Märchen über die Suche nach Liebe und die Zerbrechlichkeit des Glücks

Ein melancholischer Erfinder trifft bei einem Tanzabend auf die atemberaubend schöne Sobralia. Doch als er allen Mut zusammennimmt und ihr einen flüchtigen Kuss gibt, wird sie unsichtbar. Mithilfe eines magischen Papageis gelingt es ihm, die unsichtbare Schöne wiederzufinden. Doch Sobralia wagt nicht, ihrem Verehrer ihr wahres Gesicht zu zeigen…

Der erste Satz: Der kleinste je verzeichnete Kuss.

Meine Meinung:

Zum Inhalt des Buches möchte ich gar nicht mehr sagen, da die Inhaltsbeschreibung den Grundriss der Geschichte schon gut darstellt und jedes weitere Wort zu viel von der ohnehin sehr kurzen Geschichte verraten würde. Wie für Mathias Malzieu typisch, hat auch sein neustes Werk wieder einen sehr eigenen, sehr speziellen Charakter. Es wird teilweise wieder sehr skurril und außergewöhnlich, magisch und märchenhaft und natürlich erstrahlt auch dieses Buch wieder geradezu vor Poesie und Metaphorik.

Ich mag diese fantasievollen Geschichten, den wundervollen Schreibstil, wie der Autor mit einer Leichtigkeit ausdrucksstarke Bilder heraufbeschwört und den Leser in einen sanften Sog zieht, dem man sich nicht mehr so leicht entziehen kann. Gleichzeitig lässt der Schreibstil aber auch sehr viel Raum für den Leser, seine eigenen Ansichten und Gefühle mit in die Geschichte einfließen zu lassen, eigene Schlüsse zu ziehen und Interpretationen anzustellen. Es geht in seinen Büchern eben nicht darum, das “Plumpe”, Offensichtliche zu lesen und gewissermaßen “hinzunehmen wie es ist”, sondern das Magische hinter den Dingen, allen voran natürlich der Liebe zu finden.

Auf Malzieus Geschichten muss man sich einlassen können. Es wird mit Sicherheit viele Menschen geben, für die die zahlreichen übersinnlichen, fantastischen und skurrilen Elemente sehr befremdlich sind, und die dann mit seinen Büchern auch nichts anfangen können. Ich zähle für gewöhnlich auch zu den Menschen, die sich nicht immer mit skurrilen Büchern anfreunden können, doch in den Romanen des französischen Autors stellt diese Extravaganz und Verrücktheit für mich absolut kein Problem dar. Im Gegenteil: “Der kleinste Kuss der Welt” konnte mich aus meinem momentan sehr von Stress dominierten Alltag in eine Welt der bildgewaltigen Fantasie und der Suche nach der Liebe entführen.

Fazit: Wieder ein sehr schöner, fantasievoller Roman, der mit dem gewohnt poesievollen und metaphorischen Schreibstil des Autors verzaubert, aber gerne etwas länger hätte sein dürfen.


Morgen früh, wenn du willst: Thriller (Ein Marina-Esposito-Thriller, Band 5)
Morgen früh, wenn du willst: Thriller (Ein Marina-Esposito-Thriller, Band 5)
von Tania Carver
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Tania Carver: Morgen früh, wenn du willst, 16. Oktober 2015
Zum Buch:

“Morgen früh, wenn du willst” ist der fünfte Fall für Polizei-Profilerin und Psychologin Marina Esposito und ihren Ehemann Kommissar Phil Brennan. Mich reizt diese Reihe schon seit langem und entgegen meiner Präferenz, Reihen in der richtigen Reihenfolge zu lesen, wollte ich nun doch die Gelegenheit nutzen, und einfach mal testen, ob mir diese Serie zusagt, oder nicht. Und ich kann jetzt schon verraten, dass dies für mich nicht das letzte Buch des Autorenduos sein wird. Hinter dem Pseudonym “Tania Carver” verbirgt sich das Ehepaar Waites aus Südengland. Linda Waites ist renommierte Kostümbildnerin, ihr Mann Martyn Waites ein (dort) erfolgreicher Krimiautor.

Das Cover ist sehr schlicht gehalten und haut mich persönlich gestaltungstechnisch nicht übermäßig vom Hocker. Schrift, Haarsträhne und Klebeband sind sowohl auf dem Cover als auch auf dem Buchrücken mit Glanzlack überzogen und das Klebeband ist von der Struktur her sehr schön realistisch nachempfunden.

Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

Ein unauffälliges Haus in den Vororten. Innen ist es wie ein Puppenhaus. Und am Tisch scheint eine Puppe zu sitzen, in Lebensgröße, mit blonden Zöpfen und in einem rosa Kleidchen. Es ist ein Mann, blutverschmiert und tot. DI Phil Brennen ist von dem Tatort verstört und noch mehr von dem Toten. Der hatte sich den Tod gewünscht. Phil bittet seine Frau, Polizei-Profilerin Marina, um Hilfe. Jagen sie einen Einzeltäter, einen “Puppenspieler”?

Der erste Satz: Alles war perfekt.

Meine Meinung:

Wie bereits erwähnt ist dies der fünfte Band einer Reihe, ich hatte jedoch – trotz der Tatsache, dass ich noch kein einziges Buch der Reihe gelesen hatte – überhaupt keine Probleme, in das Buch hineinzukommen. Erleichtert wurde mir der Einstieg zudem dadurch, dass auch für die beiden Protagonisten in diesem Buch ein neues Kapitel beginnt, denn Marina Esposito und Phil Brennan sind gerade erst nach Birmingham umgezogen, wo Marina eine Stelle als Dozentin an der Universität angenommen hat, und Phil seinen Dienst als Detective Inspector antritt. Das neue Team, das ihm dabei zugeteilt wurde, muss er selbst natürlich auch erst kennenlernen. Und dies gestaltet sich nicht gerade als einfach, denn seine neuen Kollegen sind nicht alle von ihrem neuen Teamleiter begeistert.

Da hilft es auch nicht gerade, dass Phil an seinem ersten Arbeitstag an einen Tatort gerufen wird, der allen Anwesenden in mehrerer Hinsicht auf den Magen schlägt. In diesem von außen betrachtet unscheinbaren Haus finden DI Brennan und sein Team eine mehr als grotesk inszenierte Leiche vor: in einer nachempfundenen Puppenstube sitzt eine lebensgroße, menschliche “Puppe” an einem gedeckten Tisch. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei dem verstümmelten Leichnam entgegen dem Anschein nicht um eine Frau, sondern um einen Mann handelt. Doch was steckt hinter dem Mord? Wird der Mörder getrieben vom Hass auf Transvestiten? Und was hat es mit der Inszenierung auf sich?

Die Inhaltsbeschreibung zu diesem Thriller klang für meinen Geschmack unglaublich spannend und vielversprechend. Und genau das hält der Fall an sich auch, denn er ist wirklich sehr außergewöhnlich. Die Grundidee des Falles ist meiner Meinung nach wirklich absolut genial, und auch die Umsetzung ist meiner Meinung nach größtenteils sehr gelungen.

Erzählt wird das Geschehen aus vielen verschiedenen Perspektiven (unter anderem Phil, Marina, sowohl seine als auch ihre Kollegen, Täter, Opfer usw.), wodurch die Geschichte sehr viele Facetten bekommt. Der Fokus liegt in diesem Fall jedoch trotz allem auf Phil, der mit dem bestialischen Mordfall betraut wird und nebenbei noch versuchen muss, sich auf seinem neuen Posten zu behaupten und einen Draht zu seinen skeptischen und teils abweisenden Kollegen aufzubauen, der zumindest eine einigermaßen respektvolle Zusammenarbeit ermöglicht. Marina muss sich ihrerseits mit einem unsympathischen und sehr aufdringlichen Kollegen herumschlagen, und wird im weiteren Verlauf des Buches ebenfalls noch in den Fall verwickelt, den ihr Mann mit seinem Team zu lösen versucht.

Der Schreibstil hat mir ebenfalls gut gefallen. Er ist leicht zu lesen und weist wenige Schnörkel auf. Vielmehr ist er überwiegend sehr kurz gehalten und direkt, mitunter auch hart und vulgär, was unter anderem der Feindseligkeit gewisser Kollegen gegenüber Homosexuellen und Transvestiten geschuldet ist. Damit wird die Realität – leider – sehr realistisch dargestellt.

Ein paar kleine Schwächen gab es dann allerdings doch, besonders am Ende, wo das das Autorenduo leider ein wenig übertrieben hat, was in unlogischen Handlungsweisen der Personen resultierte. Manchmal ist weniger dann doch mehr und für einen wahren Showdown braucht es meiner Ansicht nach auch keine hollywoodreife Action, sondern lieber eine raffiniert ausgearbeitete und vor allem logische Auflösung des Falles, die ihre Spannung in den Abgründen der menschlichen Psyche findet.

An dieser Stelle möchte ich noch kurz eine Warnung aussprechen, denn dieser Thriller enthält viele detaillierte und blutige Beschreibungen, die teilweise wirklich sehr eklig sind und dem einen oder anderen durchaus auf den Magen schlagen könnten. Wer mit derart bildlichen Darstellungen von Gewalt und Verletzungen ein Problem hat, sollte von diesem Buch lieber die Finger lassen.

Alles in allem ist “Morgen früh, wenn du willst” meiner Meinung nach ein überaus gelungener Thriller, mit einem unglaublich spannenden und außergewöhnlichen Fall! Für mich wird dies definitiv nicht der letzte Thriller des Autorenduos bleiben und ich freue mich schon auf die “alten” und neuen Fälle für Marina Esposito und Phil Brennan.


Der Krankheitsermittler: Wie wir Patienten mit mysteriösen Krankheiten helfen
Der Krankheitsermittler: Wie wir Patienten mit mysteriösen Krankheiten helfen
von Jürgen Schäfer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jürgen Schäfer: Der Krankheitsermittler - Wie wir Patienten mit mysteriösen Krankheiten helfen, 6. Oktober 2015
Zum Buch:

In “Der Krankheitsermittler” hat Professor Dr. Jürgen Schäfer einige der kniffligsten Fallgeschichten zusammengetragen, die er und sein Team im “Zentrum für unerkannte und seltene Erkrankungen” in Marburg lösen konnten. Der “deutsche Dr. House” ist für viele verzweifelte Patienten, die von ihren Hausärzten schon längst aufgegeben wurden oder deren Beschwerden auf ein psychosomatisches Problem geschoben wurden, die letzte Hoffnung auf Besserung oder gar Heilung.

Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

Für Patienten ist Professor Jürgen Schäfer oft die letzte Hoffnung. Viele kommen nach einer Odyssee durch Praxen und Kliniken todkrank zu ihm. Wie er und seine Kollegen mit den Methoden und Möglichkeiten der modernen Medizin sowie detektivischem Spürsinn den Krankheiten auf die Spur kommen, das erzählt “Deutschlands Arzt des Jahres” am Beispiel dramatischer Fälle.

Der erste Satz: Es ist faszinierend zu beobachten, welch eine Dynamik manch noch so kleines Projekt entwickeln kann.

Meine Meinung:

Oftmals nehmen die echten Spezialisten die Vorgehensweise ihrer Serien-Kollegen aufs Korn oder regen sich über die unrealistische Darstellung ihrer Arbeit auf. Zurecht, wohlgemerkt, auch wenn ich persönlich solche Serien trotzdem unglaublich gerne anschaue. Professor Dr. Jürgen Schäfers Idee, im Zeichen von “Dr. House” ein freiwilliges Seminar für Medizinstudenten anzubieten, in dem anhand der Serie mysteriöse Fälle und seltene Krankheiten analysiert werden, hat sich hingegen als wahrer Volltreffer herausgestellt. Ihm verdankt er nicht nur seinen Spitznamen als “deutscher Dr. House”, sondern auch die Entstehung des “Zentrums für unerkannte und seltene Erkrankungen” (ZusE) der Universitätsklinik in Marburg, welches er leitet.

In diesem Zentrum arbeiten Dr. Schäfer und sein Team tagtäglich daran, die Fälle aufzuklären, an denen ihre Kollegen bisher gescheitert sind. Gemeinsam suchen sie nach den Antworten, die ihren Patienten bisher niemand geben konnte, denn sie haben sich darauf spezialisiert, auch die seltensten und ungewöhnlichsten Krankheiten zu ermitteln. Diese reichen von ungewöhnlichen Allergien über Borreliose und selten vorkommende Syndrome bis hin zu Vergiftungen.

Dr. Schäfer betont die großartige Zusammenarbeit seines Teams, das aus hochqualifizierten und engagierten Ärzten und Spezialisten besteht. Gleichzeitig appelliert er aber auch an ein Überdenken bzw. eine Umstrukturierung des gegenwärtigen Gesundheitssystems, denn was neben der genannten erfolgreichen Zusammenarbeit in den allermeisten Fällen noch mehr fehlt, ist Zeit. Zeit, für eine gründliche und umfassende Untersuchung und Anamnese und vor allen Dingen Zeit für den Arzt, gründlich nachzudenken. Denn eine Diagnose ist von großer Bedeutung. Sie kann der Anlass dafür sein, dass zahlreiche Ärzte in verschiedenen Einrichtungen (sofern diese die Erstdiagnose nicht anzweifeln) eine völlig falsche Spur verfolgen und demnach auch zu keinem hilfreichen Ergebnis kommen.

Darüber hinaus macht Dr. Schäfer deutlich, wie wichtig es ist, das Leben, die Arbeit usw. des Patienten zu berücksichtigen und näher zu beleuchten, denn oftmals liegt der Schlüssel zur “Aufklärung des Falles” in etwas verborgen, das der Patient selbst überhaupt nicht damit in Verbindung gebracht hat. Manchmal hilft jedoch auch der Zufall, beispielsweise, wenn eine Kollegin gerade erst auf einer Fortbildung etwas zu ebenjener seltenen Krankheit erfahren hat, von der der Patient betroffen ist. Ein bisschen Glück kann eben jeder ab und an gebrauchen ;)

Ein wirklich hochinteressantes Buch, das sehr verständlich geschrieben und leicht zu lesen ist, da sowohl die Hintergrundgeschichten (Leben und Umfeld der Patienten) als auch der Krankheitsverlauf (oder vorangegangene Untersuchungs-Marathon) und die letztendliche Aufklärung des Rätsels wirklich schön und lesenswert aufbereitet wurden. Und wer weiß, vielleicht gibt dieses Buch den Anstoß, weitere solcher Zentren zu eröffnen oder ein Umdenken/eine Umstrukturierung des Gesundheitssystems in Erwägung zu ziehen und den Ärzten mehr Zeit einzuräumen. Dies wäre bestimmt ganz im Sinne von Herrn Dr. Schäfer, dessen Kapazitäten aufgrund des großen Andranges verzweifelter Patienten so langsam an ihre Grenzen kommen.


Der Totenzeichner: Thriller (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Der Totenzeichner: Thriller (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von Veit Etzold
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Veit Etzold: Der Totenzeichner, 18. September 2015
Zum Buch:

“Der Totenzeichner” ist der vierte Band einer Reihe, was mir leider erst nach Erhalt des Buches aufgefallen ist. Das ist aber nicht schlimm, ich lese Reihen zwar am liebsten in der richtigen Reihenfolge, aber bei Thrillern ist es auch nicht tragisch, wenn man die Reihenfolge mal nicht zu 100% einhält. Die Covergestaltung ist sehr schlicht, mir gefällt sie aber sehr gut. Der Schnitt ist zudem nicht aufgedruckt, sondern tatsächlich ausgeschnitten.

Den Autor, Veit Etzold, hatte ich schon seit einer ganzen Weile auf dem Schirm, von ihm wollte ich schon lange mal einen Thriller lesen und so habe ich mich sehr gefreut, als sein neustes Werk bei mir eingetroffen ist. Ebenfalls interessant ist, dass Veit Etzold Michael Tsokos bei seinem ersten Buch, “Dem Tod auf der Spur” (2009) als Co-Autor unterstützt hat und zudem noch mit der Rechtsmedizinerin Saskia Guddat (jetzt Saskia Etzold) verheiratet ist, die ebenfalls gemeinsam mit Michael Tsokos ein sehr schockierendes Sachbuch, das den Titel “Deutschland misshandelt seine Kinder” (2014) trägt, veröffentlicht hat. Beide Bücher sind übrigens sehr empfehlenswert.

Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

Er sieht die Angst
in ihren Augen.

Er spürt den letzten
Schlag ihrer Herzen.

Und wenn sein Werk
vollendet ist, hinterlässt
er sein Zeichen.

Das Zeichen des Todes …

Der erste Satz: Es war Sommer in der Stadt der Engel.

Meine Meinung:

Als in Berlin eine grausam zugerichtete Leiche aufgefunden wird, sind Clara Vidalis, Expertin für Pathopsychologie am LKA Berlin, und ihr Team schockiert. Der Mörder war ausgesprochen brutal, er hat das Herz des Opfers entfernt und seltsame Zeichen in den Leichnam geschnitten. Diese Zeichen sind es, die Claras Kollegen, Doktor Martin Friedrich, genannt MacDeath, an einen Fall erinnern, an dem er 10 Jahre zuvor in Los Angeles mitgearbeitet hatte, und der nie aufgeklärt werden konnte. Ist es möglich, dass dieser Fall ebenfalls auf das Konto des Serienkillers geht, der damals in den USA im “Blutsommer” gewütet hatte?

Wie bereits erwähnt war dies für mich mein erster Thriller von Veit Etzold und dementsprechend auch der erste Fall, bei dem ich Clara und ihr Team begleiten durfte. Trotzdem hatte ich keinerlei Probleme in die Geschichte und das Team hineinzufinden. Sicher wird das ein oder andere Detail aus Claras Privatleben vorgegriffen, aber das ist nicht weiter schlimm und hält sich wirklich in Grenzen. Auch die Anspielungen auf ehemalige Fälle sind sehr dezent gehalten. Ganz allgemein steht aber auch eindeutig der Fall im Vordergrund, Claras Privatleben nimmt hingegen nicht sehr viel Raum ein.

Was die Erzählweise anbelangt, so gibt es sehr viele Perspektivenwechsel. Man verfolgt neben Clara und ihren Kollegen, auch Täter und Opfer und sogar die Ermittler aus den USA, als diese 10 Jahre zuvor zu einem ebenso grauenhaften Tatort gerufen werden. Das Buch ist in drei Teile gegliedert und die Kapitel sind überwiegend kurz gehalten. Der Fall selbst ist wirklich sehr, sehr spannend aber auch sehr brutal. Die Morde und Leichen werden sehr detailliert und sehr blutig beschrieben, weswegen dieser Thriller mit Sicherheit nicht für jeden etwas ist. Die Auflösung des Falles nimmt unerwartete Dimensionen an, mit denen wohl wirklich niemand gerechnet hätte. Unerwartete Auflösungen sind für Thriller natürlich immer ein großer Pluspunkt, auch wenn ich mir in diesem Fall nicht ganz sicher bin, ob mich diese außergewöhnliche Auflösung begeistert oder ob sie mir nicht doch ein wenig “zu groß” ist.

Den einen oder anderen Punkt muss ich allerdings auch kritisieren. Beispielsweise gab es sehr viele (oft wortwörtliche) Wiederholungen, mit denen der Autor gerne hätte etwas sparsamer umgehen können. Natürlich ist es manchmal sinnvoll, gewisse Dinge zu wiederholen, besonders wenn die Perspektiven oft wechseln, wodurch es dem einen oder anderen Leser manchmal vielleicht ein wenig schwerfällt, der Handlung zu folgen, vor allem wenn er oder sie das Buch zwischendurch mal aus der Hand legt, aber in diesem Fall hat es Herr Etzold für meinen Geschmack ein bisschen zu gut gemeint. Seine Ermittler tappen auch recht lange im Dunkeln, bzw. verfangen sich in ausschweifenden Theorien, die im Endeffekt überhaupt nichts mit dem Fall zu tun haben. Hier muss ich jedoch sagen, dass ich es durchaus zu schätzen weiß, dass die Ermittler zur Abwechslung mal nicht alles auf Anhieb herausfinden, da ich es für wesentlich authentischer halte, dass verschiedene Spuren verfolgt werden oder eben unterschiedliche Theorien aufgestellt werden. Übertreiben muss man das “Im-Trüben-Fischen” dann aber trotzdem nicht ;)

Insgesamt hat mir dieses Buch aber sehr gut gefallen und ich werde mir mit Sicherheit auch die anderen Bände der Reihe noch mit Freuden zu Gemüte führen.


Freedom's Child
Freedom's Child
von Jax Miller
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jax Miller: Freedom's Child, 5. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Freedom's Child (Broschiert)
Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

Niemand weiß, dass ich noch lebe.
Mein Name ist Freedom.

Sie raucht, sie flucht, sie trinkt. Und lässt sich von niemandem was sagen. Jeder in der Stadt schätzt – oder fürchtet – Freedom Oliver. Keiner kennt ihren wahren Namen, ihr altes Leben: ausgelöscht. Das Leben, in dem sie ihren Mann erschoss, den Schwager ans Messer lieferte und ihre Kinder verlor. Das Leben, das sie für das Zeugenschutzprogramm hinter sich ließ. Nur spät in der Nacht verfolgt Freedom per Facebook, wie Mason und Rebekah erwachsen werden.
Und dann kommt der Tag. Der Tag, an dem ihre Feinde Rache schwören. An dem Rebekah verschwindet. Und Freedom weiß: Sie kann sich nicht länger verstecken, sie muss handeln …

Eine Heldin wie keine andere.
Eine Geschichte von Liebe, Rache, Schuld und Tod.

Der erste Satz: Mein Name ist Freedom Oliver, und ich habe meine Tochter getötet.

Meine Meinung:

Mir fällt es recht schwer, meine Meinung zu diesem Buch in Worte zu fassen. Wieso? Weil mich das Buch sehr zwiegespalten zurückgelassen hat. Das Cover erscheint vielleicht recht unspektakulär, mich hat es aber direkt angesprochen. Als ich mir dann den Klappentext durchgelesen hatte, war meine Neugierde erst recht geweckt. Ich mag toughe, unkonventionelle Protagonisten – und wenn Freedom Oliver eines ist, dann wohl unkonventionell. Um dies zu erkennen, reicht ein Blick auf ihre Lebensgeschichte, die doch sehr ungewöhnlich anmutet: Mutter zweier Kinder, deren Leben sie nur über Facebook verfolgen kann, da diese in der Obhut eines Paters und seiner Frau aufwuchsen, nachdem Freedom in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde, das sie vor der Rache der Familie ihres Schwagers beschützen soll, dem sie vor beinahe 20 Jahren den Mord an ihrem Mann in die Schuhe geschoben hatte. Den Schmerz über den Verlust ihrer Kinder ertränkt sie in Alkohol, sie lässt niemanden an sich heran und ihr derber Umgangston und die Tatsache, dass sie gerne mal austeilt, ist in der ganzen Gegend bekannt. Als Freedom erfährt, dass ihr Schwager wieder auf freiem Fuß ist, wird die Angst um ihre Kinder übermächtig und sie beschließt, dass sie dieses Mal nicht wieder weglaufen wird.

Der Großteil des Geschehens wird aus Freedoms Sicht erzählt, wobei jedes dieser Kapitel mit “Mein Name ist Freedom, und…” eingeläutet wird. Die zweite Hälfte dieses Satzes wird dabei jeweils situationsgemäß ergänzt. Neben Freedom kommen aber auch einige Nebencharaktere zum Zuge, wodurch der Leser die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln verfolgen kann. Hinzu kommen Rückblenden in die Vergangenheit, was damals wirklich geschah, sowie Briefe, die Freedom an ihre Kinder geschrieben hatte, in denen sie sie über einige Dinge aufklärt. Diese Erzählweise fand ich im Grunde genommen durchaus gelungen, muss aber dazu sagen, dass ich so meine Schwierigkeiten hatte, in die Handlung hineinzufinden und mit Freedom warm zu werden.

Der Schreibstil der Autorin hält sich nicht mit ausschweifenden, ausschmückenden Beschreibungen auf, sondern ist sehr direkt und ebenso derb, wie die Protagonistin selbst. Ich habe im Allgemeinen nichts gegen eine derbe Sprache oder schwarzen Humor, bin mir aber sicher, dass sich viele Leser daran stören würden. Ich habe mich daran aber wie gesagt nicht gestört. Was mich hingegen sehr gestört hat, war die Tatsache, dass man im Buch beinahe den Eindruck erhält, Freedom habe nur ein einziges Kind, nämlich ihre Tochter Rebekah. Diese steht eindeutig im Mittelpunkt, während ihr Sohn weitaus weniger Beachtung erhält. Das konnte ich persönlich nicht wirklich nachvollziehen, da ich mir denke, dass sich eine Mutter um ihre Kinder gleichermaßen Sorgen macht, zumal diese ja beide nicht bei ihr aufwuchsen und beide in Gefahr schweben.

Insgesamt war das Buch vollkommen anders, als ich es erwartet hatte. Ich hatte mir in Anbetracht der Inhaltsbeschreibung etwas ganz anderes vorgestellt – oder eher versprochen. Es hat durchaus gute Aspekte, spricht düstere und komplexe Themen an und auch die Umsetzung ist nicht schlecht. Trotzdem bin ich mit Freedom bis zum Schluss nicht recht warm geworden und auch meine allgemeinen Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden, kann ich bei der Bewertung nicht außer Acht lassen. Ja, Freedom ist eine ungewöhnliche Protagonistin, ja, die Liebe folgt keinen festen Regeln und treibt Menschen zu unüberlegten Handlungen und manchmal auch zu schwer nachvollziehbaren Kurzschlussreaktionen und dennoch hat dieses Buch für mich leider einfach nicht zu 100% ins Schwarze getroffen. Sehr schade, denn die Grundidee birgt ungemein viel Potenzial, das aber leider nicht zur Gänze ausgeschöpft wurde (zumindest nicht gemäß meinen Erwartungen).


Zwei fürs Leben: Roman
Zwei fürs Leben: Roman
von Julia Hanel
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Julia Hanel: Zwei fürs Leben, 31. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Zwei fürs Leben: Roman (Taschenbuch)
Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

“Du musst es ihnen sagen!”
“Was soll ich ihnen denn sagen? “Ich höre Stimmen”? Dann komme ich hier nie wieder raus.”
“Eine Stimme.”
“Was?”
“Du hörst nur eine Stimme. Meine.”
“Klar, das ändert natürlich alles. “Herr Doktor, ich höre eine Stimme seit dem Unfall.” “Ach, nur eine? Na dann…””
“Das ist nicht witzig.”
Nein, dachte ich, es ist nicht witzig, plötzlich aufzuwachen und eine Stimme in seinem Kopf zu hören, die einem fremden Mann gehört…

Als Anni nach einem schweren Unfall im Krankenhaus erwacht, hört sie eine fremde Stimme in ihrem Kopf. Sie gehört zu Ben, einem jungen Architekten, der behauptet, im Koma zu liegen und ihre Gedanken zu hören. Anni ist anfangs skeptisch und versucht, Ben mit allen Mitteln loszuwerden. Doch schon bald werden die Gespräche mit Ben zum Höhepunkt ihres Tages. Die fremde Stimme lässt sie nicht mehr los, und Anni fragt sich, ob man sich wirklich in einen Unbekannten verlieben kann…

Der erste Satz: “Hast du es ihnen jetzt endlich gesagt?”

Meine Meinung:

Da die Inhaltsangabe doch recht umfangreich ist, möchte ich an dieser Stelle gar nicht großartig viel mehr zur Handlung sagen, sondern mich gleich dem Aufbau des Buches widmen. Die Kapitel sind allesamt sehr kurz gehalten, zudem wird ein Großteil des Geschehens in Dialogform erzählt, wodurch das Buch sehr locker und leicht zum Weglesen ist. Diese oft witzigen, teilweise aber auch nachdenklichen Dialoge sind es auch, die den besonderen Charme des Buches ausmachen. Ergänzt werden die Dialoge durch “gewöhnliche” Textpassagen, teilweise aus Annis, teilweise aus Bens Sicht, wodurch der Leser beide Charaktere kennenlernt.

Die Dynamik zwischen Anni und Ben ist wirklich erfrischend. Hier passt das Sprichwort “Was sich liebt, das neckt sich” wirklich wie die Faust aufs Auge, denn die beiden ziehen sich gerne gegenseitig auf. Zunächst einmal empfindet Anni diese Stimme in ihrem Kopf (verständlicherweise) geradezu als störend und unangenehm. Wer möchte schon, dass eine andere Person – noch dazu ein Fremder – wirklich alles, was einem gerade so im Kopf herumgeht, mitbekommt? Sie hat keinerlei Einfluss darauf, wann dieser fremde Mann in ihrem Kopf auftaucht und dementsprechend auch nicht, was er mitbekommt. Doch irgendwie gewöhnt sie sich daran und bald wartet sie schon regelrecht darauf, dass er wieder kommt und sie ihr Gespräch fortsetzen können. Nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft und tiefe Zuneigung. Gleichzeitig wächst die Angst: Was, wenn sie bald nicht mehr miteinander in Kontakt treten können?

Die Grundidee finde ich wirklich toll. Sie birgt meiner Ansicht nach wirklich viel Potenzial. Dieses Szenario könnte man geradezu endlos weiterspinnen. Doch auch in diesem mit nicht ganz 300 Seiten recht kurzweiligen Umfang hat es mir gut gefallen. Ich hatte jedenfalls Spaß beim Lesen, auch wenn die Umsetzung meiner Ansicht nach kleine Schwächen hatte. So war das Ende für meinen Geschmack ein wenig überstürzt. Es wirkt fast so, als hätte die Autorin ihr Werk schnell zu Ende bringen müssen, um die Deadline einzuhalten. Ein etwas ausgeschmückteres Ende bzw. einfach eine ruhigere Überleitung hätte meiner Meinung nach besser in das Gesamtgefüge gepasst. Auch die Aufklärung des “Problems” hat mich nicht wirklich überzeugt.

Fazit: Ein kurzweiliger Roman, der durch die zahlreichen Dialoge zwischen den beiden Protagonisten einen besonderen Charme erhält. Eine süße Liebesgeschichte für (in meinem Fall) sommerliche Lesestunden.


Heimweh: Thriller
Heimweh: Thriller
von Marc Raabe
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Marc Raabe: Heimweh, 13. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Heimweh: Thriller (Broschiert)
Zum Buch:

“Heimweh” ist nach “Schnitt” und “Der Schock”, welche beide mehrere Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste standen, Marc Raabes dritter Thriller. Dabei erzählen alle drei Bücher eine jeweils eigenständige Geschichte und sind nicht Teil einer Reihe.

Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

SIE GEHÖRT DIR NICHT.
DU MUSST SIE VERGESSEN.

Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über die Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen.

Um Isa zu finden, kehrt Berg zurück ins Heim Adlershof, hinter dessen Mauern ein düsteres Geheimnis begraben ist. Ein Geheimnis, das ihn in seiner Jugend beinahe das Leben gekostet hätte. Doch für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen.

Der erste Satz: Noch war reichlich Luft zum Atmen da.

Meine Meinung:

Da mir die beiden ersten Werke des Autors ausgesprochen gut gefallen haben war ich sehr gespannt, was mich in seinem neusten Thriller erwarten würde. In diesem Buch treffen wir auf Jesse Berg, einen erfolgreichen Kinderarzt in Berlin und Vater einer kleinen Tochter. Nach der Scheidung von seiner Frau, Sandra, lebt die kleine Isa die meiste Zeit bei ihrem Vater, was augenscheinlich auch ganz ihren Wünschen entspricht, da sich Jesse liebevoll um das kleine Mädchen kümmert. Jesse und Sandra sind beide im Heim Adlershof in Garmisch-Partenkirchen aufgewachsen, doch an diese Zeit kann sich Jesse kaum erinnern, da seine Erinnerungen seit einem Unfall im Heim praktisch ausgelöscht sind. Er weiß nur das, was die anderen Heimkinder ihm erzählt haben, und dabei handelt es sich teils um nicht allzu erfreuliche Dinge. Als er seine Exfrau ermordet auffindet und feststellen muss, dass der Mörder seine Tochter entführt hat, muss sich Jesse seiner Vergangenheit stellen und herausfinden, was damals tatsächlich vorgefallen ist.

Wie bereits in seinen beiden ersten Thrillern gibt es auch diesmal keine polizeiliche Ermittlungsarbeit. In Marc Raabes Büchern steht immer eine Privatperson im Vordergrund, die sich ohne Hilfe von öffentlichen Behörden auf die Suche nach der Wahrheit macht. Die Kapitel sind gewohnt kurz gehalten, was ich persönlich ja sehr gerne mag, und auch der Schreibstil ist wieder flüssig zu lesen.

Marc Raabe verknüpft geschickt zwei Erzählstränge, einmal die Gegenwart, in der sich Jesse auf die Suche nach seiner Tochter macht, der andere besteht aus Rückblenden aus Jesses Jugend im Heim Adlershof, die den Leser immer wieder zu Spekulationen bezüglich des Täters bewegen. Bisweilen stammen einzelne Szenen aus den Rückblenden sogar aus Jesses Kindheit, der Zeit, bevor er ins Heim kam. Zudem werden die Geschehnisse nicht nur aus Jesses Sicht geschildert (auch wenn dieser zweifelsohne als Protagonist fungiert), auch einige der anderen Beteiligten kommen zu Wort, was der Geschichte noch zusätzliche Tiefe und Spannung verleiht.

Allerdings hatte dieser Thriller für mich ein paar kleine Schwachstellen. Zum einen bin ich mit Jesse als Protagonist und seinen Handlungsweisen nicht 100% warm geworden, was ich sehr schade fand. Die größte Schwachstellen war allerdings eine Szene am Ende des Buches, die meiner Ansicht nach mehr als unwahrscheinlich ist. Alle, die in keinster Weise gespoilert werden wollen (und keine Sorge, ich werde keine Details verraten), sollten jetzt zum nächsten Absatz springen, für alle, die sich daran nicht stören oder die das Buch schon gelesen haben erkläre ich kurz, welche Szene ich dabei meine: Und zwar geht es um die Szene am See, in der Jesse seinem Kontrahenten gegenübertritt und ins Eis einbricht. Ich finde es mehr als unwahrscheinlich, dass ein Mensch, der sowieso nicht schwimmen kann, minutenlang im eisigen Wasser eines Sees herumplanscht, noch einen kleinen Tauchgang einlegt und sich dann auch noch strategisch kluge Vorgehensweisen ausdenkt, sein Gegenüber auszuschalten. Dieses ganze Szenario halte ich für mehr als zweifelhaft.

Trotz dieser kleinen Schwächen bleibt “Heimweh” für mich ein solider Thriller, der besonders für diejenigen Thrillerliebhaber geeignet ist, die mit Vorliebe auf polizeiliche Ermittlungsarbeit verzichten. Es gibt viele spannende Wendungen und Spekulationen und die Auflösung ist nicht frühzeitig erkennbar. Noch eine kleine Anmerkung: “Heimweh” spielt im tiefsten Winter, in dem die Straßen unter einer riesigen Schnee- und Eisdecke versinken. Wer auf so etwas Wert legt, sollte sich dieses Buch also für die kalte Jahreszeit aufheben.

Fazit: Ein guter Thriller der meiner Meinung nach aber kleine Schwächen hat und leider nicht ganz an seine beiden Vorgänger herankommt.


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