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Beiträge von Christiane Peters
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Rezensionen verfasst von
Christiane Peters "chrissieskleinewelt" (Rendsburg)

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Bleed: Ausgeblutet: Horror-Thriller
Bleed: Ausgeblutet: Horror-Thriller
von Ed Kurtz
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,95

4.0 von 5 Sternen Schlägt eine Brücke zwischen klassischem Horror und der neuen Extremwelle, 20. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin selten ein Fan der immer populärer werdenden neumodischen Horrorromane, die sich mit Gore- und Splatterelementen überhäufen, den Porno nicht außen vor lassen und dabei in meinen Augen vergessen, worauf es in einer wirklich guten Geschichte aus jedem Genrebereich ankommt: Auf die Geschichte selbst und auf die Charaktere, die in ihr Leben. Daher hat es mich umso mehr gefreut, dass Ed Kurtz mit “Bleed” genau dies zu erzählen suchte: eine gute Horrorgeschichte.

Was gibt es Schöneres als ein Buch, welches den Leser bereits mit den ersten paar Seiten einfängt und begeistern kann? Nach genau solchen Büchern suchen Leseverrückte doch und mich als Fan des Horrorgenres freut es daher immer sehr, wenn ich auf ein Exemplar treffe, wo ich bereits nach wenigen Zeilen oder Seiten gefesselt bin und sich die Gänsehaut den Arm hinauf bewegt, bevor die eiskalte unsichtbare Hand des Grusels in den Nacken greift.
In “Bleed” passierte genau dies. Der nicht so betitelte Prolog packte mich vollends und konnte mich sehr begeistern. Ich war hin und weg und klebte an den Zeilen fest und sog diese in mich auf. Leider muss man sagen, dass Kurtz dieses Glanzstück vor allem in den ersten Seiten des Buches schafft und dann in der eigentlich zu erzählenden Geschichte an diesen Punkt nicht vollständig anknüpfen kann. Die Story bleibt zwar weiterhin interessant und spannend und wird auch gut erzählt, jedoch verfliegt der Zauber des Beginns und konnte von dem Autor auch nicht wieder eingefangen werden. An diese dargestellte Atmosphäre sollte der Autor definitv in weiteren Werken arbeiten und sie wieder auferleben lassen. Er kann sie schildern, muss dies nur durchgehend bewerktstelligen.

Wie der Klappentext bereits verrät handelt es sich hier nicht um ein Haunted-Haus, sondern um ein Monster, dass aus den Wänden wächst und unstillbaren Hunger verspürt. Im weiteren Verlauf der Geschichte werden die Hintergründe erklärt, das Warum, Wieso, Weshalb geschildert, jedoch befriedigte mich diese Erklärung nur mittelmäßig. Ohne auf den Inhalt eingehen zu wollen, da ich diesen niemandem vorweg nehmen möchte, muss ich leider sagen, dass mir die Logik des Ganzen nicht ganz aufgehen wollte. Warum entsteht genau dieses Monster und warum nicht ein anderes, das viel offensichtlicher und logischer gewesen wäre? Wirklich erschlossen hat sich dies mir nicht, jedoch wird auch im Buch erwähnt, dass man das Warum nicht wisse, es ist eben so.

Walt Blackmore als Protagonist ist zu Beginn ein etwas verschrobener, aber durchaus liebenswürdiger Büchernarr und angehender Lehrer, der mit großen Plänen und Träumen für die Zukunft aufwartet. Als das Monster dann auftritt nimmt sein Charakter einen Wandel an, den ich unzureichend dargestellt fand. Das Thema Hörigkeit spielt hier eine große Rolle, jedoch hätte ich mir dessen Entstehung besser umgesetzt gewünscht, was gleichzeitig den charakterlichen Wandel besser erklärt und dargestellt hätte. Als einigermaßen denkender Mensch versteht man zwar warum, aber es hätte eben besser geschildert und verdeutlicht werden können.

Trotz dieser Kritikpunkte ist “Bleed” ein guter Roman aus dem Bereich Horror, der mich fesseln konnte, der trotz seines Old-School-Charakters auch moderne, sehr blutige Elemente aufweist und spannend erzählt wurde. Es hat einfach Spaß gemacht dieses Buch zu Lesen, den Ekel zu verspüren, wenn es schlimm wurde und ein unfassbares Verhalten einiger Menschen zu begleiten.
Das Monster ist zudem sehr gut beschrieben und wenn man an die Hörigkeit und Liebe von Will denkt, die er diesem entgegenbringt und die Handlungen, die dies mit sich bringt, dann wird es so richtig schön grausig.

“Bleed” ist daher ein Buch, dass sowohl Fans des atmosphärischen Horrors der alten Schule begeistern kann, als auch die Anhänger der immer populärer werdenen “Je absurder, blutiger und pornöser, desto besser”-Gemeinde zufriedenstellen sollte. Es gibt zwar Verbesserungspotential, doch Spaß bringt die Lektüre allemal.


Hell Walks - Der Höllentrip: Roman
Hell Walks - Der Höllentrip: Roman
Preis: EUR 4,99

2.0 von 5 Sternen Gewollt, aber an dem Gekonnt muss der Autor noch arbeiten, 26. Juni 2016
Ich mag Kaiju-Filme. Godzilla schaue ich seit Kleinauf und Pacific Rim konnte mich vor einigen Jahren auch begeistern. Der Kaiju-Roman scheint nun auch auf dem Vormarsch zu sein und da ich mehr von den riesigen Monstern sehen und lesen möchte, für die wir Menschen nur Ameisen sind, war es klar, dass ich “Hell Walks: Der Höllentrip” lesen musste.

In diesem Szenario taucht ein Riesenmonster, genannt Höllengänger, nach einer lokalen Monsternaturkatastrophe in der Arktis auf und beginnt seinen langsamen Marsch Richtung Nordamerika. Alleine durch seine schiere Größe löst er Flutwellen, Erdbeben und ähnliche Reaktionen aus und stürzt die Menschheit so in ein neues Zeitalter der Katastrophen. Genau auf Chicago kommt er dann zum Stillstand und scheint in einen tiefen Schlaf versunken zu sein oder gar verstorben. Aus seinem Laib brechen jedoch die sogenannten Little Ones heraus, die Jagd auf alles machen, was menschlich aussieht oder von Menschenhand erschaffen wurde.

Die Menschheit scheint besiegt, die wenigen Überlebenden fliehen permanent und suchen einen Ort der Sicherheit. In einer dieser von Angst zusammengeschweißten Gruppe lebt Frank. Diese Gruppe hat von der Sage gehört, dass ein Little One gefallen ist und wollen sich dieses Schauspiel wider jeglicher Vernunft mit eigenen Augen ansehen. Sobald sie sich diesem Schauplatz nähern, beginnen bei Frank Visionen aufzutreten, die ihn in Verbindung zum Höllengänger bringen. Ist der kranke Frank eventuell die letzte Hoffnung der Menschheit auf eine Zukunft ohne Höllengänger und Little Ones?

Vorweg das durchaus sehr positiv zu Sehende: Die Kaiju-Kämpfe, die in diesem Buch beschrieben sind, haben es wirklich in sich und können einen begeistern. Brutal, schnell und schonungslos wird hier vorgegangen, schwache Mägen sollten tatsächlich auch etwas in Wallung gebracht werden, wenn sich ein Little One einen Menschen vorknüpft. Zusammen mit einer grundsätzlich soliden und spannenden Story schafft es dieses Buch so Leser gefangen zu nehmen, die genau dies erwarten und haben wollen.

Leider konnte mich persönlich der Rest der Geschichte weniger begeistern. Der Schreibstil ist zwar flüssig und gut zu lesen, erscheint aber gerade zu Beginn gewollt geschwollen und wirkt so umständlich und hemmt etwas das Vorankommen. Zudem hätte die Übersetzung noch ein weiteres Mal durch ein Korrektorat gebracht werden müssen, da die Anzahl der Grammatik- und Rechtschreibfehler leider auffällig war.

Man kann “Hell Walks: Der Höllentrip” grob in vier Teile aufteilen, die jedoch nichts bezeichnet sind. Während der Wechsel der Handlungsorte und während dem Vorankommen in der Geschichte bleiben die beschriebenen Charaktere leider recht oberflächlich. Lediglich dem Protagonisten Frank wurde eine tiefere Geschichte zu verpassen versucht, was in meinen Augen aber leider nur mäßig gelang. Generell sind gewisse Entwicklungen im Charakter und Veränderungen in der Story teilweise nur schwer nachvollziehbar und nicht gut zu verstehen, manche Handlungsauflösungen wirken sogar konstruiert und unlogisch.

Neben den riesigen Monstern gibt es in diesem Buch ebenfalls eine Infektion, die von den Kaiju mitgebracht wurde. Leider erschließt sich mir der Sinn dieser zusätzlichen Bedrohung nicht, da sie keinerlei Zweck für die Geschichte erfüllt und lediglich dem Ende Dramatik zu verleihen versucht, was leider auch nicht gelingt.

Generell bin ich vom Ende dieser Geschichte sehr enttäuscht. War für mich das Buch bis dort hin zwar nicht perfekt, aber durchaus okay und lesbar, so revidierte das viel zu schnelle, unlogische und simple Finale diese Meinung leider. Zudem passiert danach noch etwas, was ich als komplett überflüssig empfand, was den “Helden” der Geschichte in ein jämmerliches, unschönes Licht stellte und was erzwungen dramatisch wirkte. Daher ist meine abschließende Meinung zum Buch doch noch einen Punkt schlechter ausgefallen als eigentlich gedacht.

Ich lese generell gerne Bücher aus dem Luzifer-Verlag, dieses war jedoch leider absolut nicht meins. Gefühlstechnisch kann man es so beschreiben, als ob man als Serienzuschauer mitten in einer durchschnittlichen Serie anfängt zu schauen und dann kein Finale serviert bekommt. Die wenige Spannung, die aufkommt, wird dann zusätzlich durch Stephen-King-typische platzende Spannungsblasen gestört, so nach dem Motto “Er wusste nicht, dass er sie nie wiedersehen würde.”.
Die Ansätze waren gut, die Geschichte grundsätzlich auch interessant und lesenswert, jedoch gab es für mich zu viele negative Aspekte, die für mich persönlich kein Lesevergnügen haben aufkommen lassen.


Omega Days - Die letzten Tage: Roman
Omega Days - Die letzten Tage: Roman
von John L. Campbell
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erinnert teilweise etwas an "The Walking Dead", 25. Juni 2016
“Omega Days – Die letzten Tage” erfindet das Rad des Zombie-Apokalypsen-Buches definitiv nicht neu. Der hier grassierende Omega Virus ist die Grundlage eines typischen Szenarios, welches man schon aus vielen anderen Büchern dieses Genres kennt. Die Welt geht von heute auf morgen unter, weil die Toten wiederauferstehen und nach Fleisch gierend die Seuche weiterverbreiten; gnadenlos, brutal und emotionslos.

Was dieses Buch jedoch von anderen unterscheidet ist die hohe Anzahl der Protagonisten. Aus mindestens sieben verschiedenen Perspektiven geschildert findet sich so für jeden Leser ein sympathischer Charakter und jemand, den man nicht sonderlich leiden kann. Dadurch fällt es einem jedoch auch schwer wirklich in die Tiefe der Geschichte einzutauchen, da sich die Spielplätze einfach immer wieder verschieben. Trotzdem schafft es Campbell seine doch oft stereotypischen Charaktere eine Entwicklung durchmachen zu lassen und nicht auf der Stelle zu treten. Dies fand ich interessant und beeindruckend.

Die Geschichte ist insgesamt in drei große Teile unterteilt. In “Schmutzige Sachen” erleben wir den Ausbruch der Seuche aus den verschiedenen Sichten der einzelnen Charaktere. Eine mehr oder minder heile Welt wird urplötzlich auf den Kopf gestellt und geht unter, geliebte Menschen sterben und verwandeln sich in untote Monster. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass Hilfe nahen wird, dass all dies bald ein Ende haben wird.
Im zweiten Teil “Freier Fall” wendet sich der Fokus von den Protagonisten ab und es werden Episoden aus anderen Leben geschildert, die allesamt in die Hoffnungslosigkeit hineingehen und das neue, ungerechte Weltbild festigen. Gerade in diesem recht kurzen Teil gibt es einige Kapitel, die ich äußerst gelungen und emotional empfand.
Im dritten Teil “Die Asche des Teufels” geht es dann wieder zurück zu den Protagonisten, die sich nun in der neuen Welt zurechtfinden müssen oder daran scheitern.
Wie bereits eingangs gesagt ist dies nicht unbedingt ein Novum in der Zombieliteratur, dennoch konnte Campbell dies alles sehr spannend und fesselnd schildern und trotz der Gewalt und Brutalität auch Platz für Emotionen finden, die man so nicht unbedingt in einem Horrorbuch erwarten würde.

Ich bin ein Fan des Zombiegenres und daher ist für mich auch immer wichtig, um was für untote Monster es sich handelt. Campbell belässt seine Zombies recht klassisch. Es sind untote, recht träge Wesen, bei denen es jedoch auch etwas flinkere, jedoch nie rennende Genossen gibt. Sie gieren nach Fleisch aller Art, können den Virus jedoch nur auf Menschen übertragen. Es gibt ebenfalls Parallelen zum Universum der “The Walking Dead”-Comics.
Was mich sehr gefreut hat ist, dass die ganze Zombiesache sehr realistisch angegangen wird. Es gibt nicht nur die schlanken, jungen Untoten. Es wird jedes Gruppe bedient, ob jung (sehr jung…), ob alt, ob dick oder dünn, ob groß oder klein. Zudem werden auch die Protagonisten nicht geschont und es gibt generell einen hohen Verschleiß, umso weiter das Buch fortschreitet.

Bei einem Protagonisten fiel es mir leider schwer seine Wandlung nachzuvollziehen. Im ersten Teil benimmt er sich gänzlich anders als im dritten und dies konnte ich nicht greifen. Dies ist jedoch wirklich nur bei diesem einen Charakter so, bei allen anderen konnte ich ihre Handlungsweisen gut verstehen und fand ihre Entwicklung realistisch.

Was man zuletzt für interessierte Leser noch anmerken muss ist, dass “Omega Days – Die letzten Tage” der erste Teil einer Reihe sein wird und dies merkt man dem Buch auch sehr an. Erst zum Ende hin zeichnet sich langsam ab warum all die verschiedenen Schauplätze beschrieben wurden, warum es eine derart hohe Anzahl an Protagonisten gibt. Wer eine abgeschlossene Geschichte erwartet, der wird hier herb enttäuscht werden.

Mir hat dieses Buch sehr gefallen. Für Fans dieses Genres ist es meiner Meinung nach ein unterhaltsames, spannendes Buch, dass sich durchaus zu lesen lohnt. Ich für meinen Teil werde diese Reihe definitiv weiter verfolgen.


Das Signal (Sam Dryden, Band 2)
Das Signal (Sam Dryden, Band 2)
von Patrick Lee
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Ein erneuter Actionblockbuster im Buchformat, 29. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Das Signal (Sam Dryden, Band 2) (Taschenbuch)
Patrick Lee steht für rasante Actionthriller ohne lange Einleitung oder Verschnaufpause zwischendurch, denen immer auch ein bisschen Science Fiction anhaften. Auch mit seinem neuesten Werk enttäuscht er diesbezüglich wieder nicht und nimmt den geneigten Leser mit in das zweite Abenteuer des bereits aus “Mindreader” bekannten Protagonisten Sam Dryden. Vorweg muss man aber auch gleich sagen, dass man “Das Signal” auch getrost lesen kann ohne den Vorgänger zu kennen, da beide Romane keinerlei Bezugspunkte haben, sieht man einmal von gleichen Protagonisten ab.

Drei Jahre nach seiner atemlosen Katz- und Mausjagd durch Amerika mit einem gedankenlesenden Kind ist Dryden nun wieder zur Ruhe gekommen. Er kauft alte Häuser an, restauriert diese und bringt sie mit den modernen Richtlinien in Einklang und verkauft sie anschließend gewinnbringend. Diese recht einsame Arbeit fordert ihn körperlich und lässt ihm die nötige Ruhe, die er braucht.

Aus heiterem Himmel ruft ihn eine Kollegin aus Soldatentagen an. Claire wirkt gehetzt und äußert sich nur kryptisch. Sie bittet Sam um ein sofortiges Treffen und die Bedingungen, die sie dabei nennt, lassen bei Dryden alle Alarmglocken höher schlagen. Er kann jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, in was Claire ihn dabei verstricken wird.

Claire ist im Besitz eines Radios, welches in einem geheimen Forschungslabor hergestellt wurde. Dieses Radio ist in der Lage Sendungen aus der Zukunft zu empfangen. Sie nutzt es für gute Zwecke und versucht Unfälle, Gewalttaten und Katastrophen zu verhindern, doch wird sie gleichzeitig gejagt. Ihre ehemaligen Arbeitgeber scheinen nicht alle seriöser Natur gewesen zu sein und wollen die neue Technologie in ihren alleinigen Besitz bringen. Die Folgen dessen wären katastrophal, doch wie entkommt man jemandem, der bereits Stunden zuvor weiß, wo man sein und was man dort tun wird?

Wenn man die bisherigen Bücher von Lee kennt, so wird einen auch dieses nicht enttäuschen. Man bekommt die gewohnte Mischung aus Action, Thrill und SciFi mit sympathischen, nachvollziehbaren Charakteren. Erneut müssen sich wieder Einzelkämpfer in der Manier David gegen Goliath gegen einen dubiosen Konzern erwehren und das Unterfangen scheint aussichtslos. Lee strickt ein Gefüge, dass nicht sofort durchschaubar ist, jedoch auch nicht so raffiniert ausgearbeitet wurde wie beim Vorgänger in der Sam Dryden-Reihe. Es gibt wenige logische Auffälligkeiten, wo der Protagonist scheinbar an alles denkt, dem Leser aber sofort etwas ins Auge springt, das vergessen wurde. Dies ist aber verschwindend gering vorhanden und nur ein kleiner Kritikpunkt.

Neben Dryden als Protagonist und Claire als Nebenfigur gibt es noch eine weitere Person in dieser Geschichte, der recht viel Platz eingeräumt wird. Marnie Calvert arbeitet beim FBI und kommt Dryden auf die Schliche und wird kurzerhand mit hineinmanövriert in sein Abenteuer. Die Zeitspanne, in welcher die Geschichte spielt, ist recht kurz bemessen und mir ist die Zutraulichkeit, die sich zwischen den beiden entwickelt, einfach zu unglaubwürdig. Es entsteht zwar keine Liebesgeschichte, alles bewegt sich auf freundschaftlichen Bahnen, jedoch bezweifle ich stark, dass man sich – gerade in einer Extremsituation – so schnell und so sehr an einen vorher völlig Fremden bindet und diesem derart vertraut, wie es hier beschrieben wurde.

Patrick Lee schafft es auch in diesem Buch wieder eine gute und für viele Leser überraschende Wendung einzubauen, mit welcher sich das eh schon hohe Erzähltempo nochmals steigert und auf ein rasantes Finale zuläuft. Für mich jedoch war das Geschehen an einem bestimmten Punkt klar, so dass die Überraschung ausblieb, mich der Wendepunkt aber trotzdem erfreuen konnte.

“Das Signal” kommt nicht ganz an seinen Vorgänger heran, weiß dennoch zu überzeugen und hat mich in seinen Bann geschlagen. Wer Patrick Lee liest bekommt einen Actionblockbuster in Buchformat. Leser, die einen rasanten Thriller suchen und die eine Prise Science Fiction nicht abschreckt, sollten diesen Autor definitiv eines weiteren Blickes würdigen. Mich kann er mittlerweile getrost zu seinen Fans hinzuzählen.


Willkommen in Night Vale
Willkommen in Night Vale
Preis: EUR 15,99

3.0 von 5 Sternen Ein Leseerlebnis, das nicht jedem gefallen wird., 14. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Willkommen in Night Vale (Kindle Edition)
Allzu oft begegnet einem als Leseratte der gleiche Einheitsbrei. Nach einer Weile kennt man den grundsätzlichen roten Faden der meisten Geschichten und ist stets auf der Suche nach dem einen Buch, dass diese gewohnte Routine bricht. Diese Perlen sind schwer zu finden, doch erhellen sie den Lesealltag ungemein. Deswegen möchte auch ich ein “Willkommen in Night Vale” aussprechen, da dieses Buch seinen geschichtlichen Perlmutt gekonnt zu einem einzigartigen Fremdkörper in der Literaturlandschaft geformt hat.

Basierend auf einer mir leider unbekannten Podcast-Serie gibt “Willkommen in Night Vale” einen Einblick in eine sehr skurille, fanstastische Welt, die der unseren gar nicht so fremd ist. Night Vale ist eine Kleinstadt irgendwo in der Wüste Kaliforniens. Es ist schwer aus Night Vale fortzukommen, da die Straßen aus ihr sowohl heraus als auch in sie hineinführen und sie daher fast wie aus einer anderen Dimension wirkt, die lose mit der unseren verbunden ist. In der Stadt selbst sieht man sich mit ungeahnten Gefahren wie den Gebrauchtwagenhändlern, dem Stadtrat oder gar der gefürchteten Bibliothek konfrontiert, man hat die Existenz der Engel, die alle Erika heißen, zu leugnen und muss sich zudem einer permanenten Beobachtung durch die Geheimpolizei aussetzen.

In dieser Stadt leben die Protagonistinnen Jackie Fierro und Diane Crayton.
Jackie ist eine ewig 19jährige Pfandhausbesitzerin, die sich in ihrer gewohnten Routine ausruht und durch den Besuch und den Pfand eines Fremden aus der Bahn geworfen wird, das Nachdenken und Hinterfragen beginnt und sich mit “King City” auseinandersetzen muss.
Diane Crayton ist eine alleinerziehende Mutter eines gestaltwandelnden Teenagers namens Josh und arbeitet – fast unbemerkt von den anderen Kollegen – in einem Büro, aus dem eines Tages ein Mitarbeiter spurlos verschwindet, von dessen Existenz ab diesem Zeitpunkt niemand außer Diane mehr weiß.
Die Wege dieser beiden Frauen werden sich kreuzen und der Weg nach “King City” scheint vorprogrammiert. Was steckt hinter diesen Mysterien und was genau ist “King City” und was erwartet die beiden dort? “Willkommen in Night Vale” erzählt dies auf unterhaltsame und skurille Art und Weise.

Für mich steht die eigentiche Handlung des Buches eher in zweiter Reihe, den eigentlichen Reiz macht die Aussagekraft jeder einzelnen Seite aus. Night Vale ist derart gespickt mit Interpretationsmöglichkeiten, dass es fast schon eine Untertreibung wäre diese nur auf jede Seite zu beziehen. Der Leser ist angehalten nachzudenken, zwischen den Zeilen zu lesen und Zusammenhänge zu finden, Schlüsse zu ziehen. So surreal das Leben in Night Vale erscheint, so sehr kann man es als Metapher auf die Situationen in unserer Welt auslegen. Zudem schwingt grundsätzlich ein feiner, schwarzer Humor mit, der nie aufdringlich wirkt und gerade deshalb sehr gut zu unterhalten weiß.

Jackie Fierro ist eine junge Frau ohne Vergangenheit und ohne wirkliche Gegenwart, die durch den nicht mehr ablegbaren Pfand, den sie erhält, die Augen geöffnet bekommt. Sie bricht aus ihrer Routine aus und beginnt zu Hinterfragen, zu Kämpfen und entwickelt sich zu einer Frau mit Zukunft.
Diane Crayton ist zufrieden mit ihrer Zweipersonenfamilie und sieht sich eines Tages mit der Vergangenheit konfrontiert, die sie lieber vergessen hätte. Sie muss lernen die Kontrolle abzugeben und zu Vertrauen um weiterhin eine Zukunft mit ihrem Sohn zu haben.
Beide Charaktere sind gut ausgearbeitet, nachvollziehbar gestaltet und dennoch passend für Night Vale. Ihre Entwicklungen sind weder zu flach noch zu drastisch, sondern gut nachvollziehbar und logisch, sofern man dies in Night Vale sagen kann.

Die Handlung ist solide, aber nicht herausragend. Wie ich schon erwähnte liegt für mich der Fokus nicht auf dem Vorankommen in der Geschichte, sondern in den Aussagen, die getätigt werden. Die Storyline an sich kann so auch in vielen anderen durchschnittlichen Büchern gefunden werden und überrascht wenig und kann auch am Ende nur mittelmäßig überzeugen.

“Willkommen in Night Vale” ist definitiv ein Leseerlebnis, das gewiss nicht Jedem gefallen wird, dennoch für mich seinen festen Platz in den Bücherregalen verdient. Wer auf der Suche nach spannender Phantastik oder gar gruseligen Elementen ist, der sollte weiterziehen. Wer ein neues Leseerlebnis erfahren will, welches nicht nur Jackie Fierro die Augen öffnet, der sollte bei diesem Buch ganz dringend zugreifen.


Zombie Inc.: Endzeit-Thriller
Zombie Inc.: Endzeit-Thriller
Preis: EUR 2,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einen derart vielfältigen Roman aus diesem Horrorgenre habe ich selten gelesen., 1. Mai 2016
“Zombie Inc.” von Chris Dougherty ist schwer einzuordnen. Beginnt es sehr humorvoll und könnte aus der Feder von Jeffrey Strand stammen, so wandelt es sich ziemlich schnell zu einer Mischung aus Zombiehorrorroman, Vergangenheitsbewältigung, Gesellschaftssatire in einer dystopischen Form und purer Kritik am reinen Kapitalismus. Einen derart vielfältigen Roman aus diesem Horrorgenre habe ich selten gelesen.

Was macht eine Firma, wenn die Situation in der Welt sich von ihrem Kerngeschäft entfernt? Was tut man, wenn man auf Zombieabwehr spezialisiert ist und es immer weniger Untote gibt und so manch junger Mensch noch nie einen zu Gesicht bekommen hat? Etwas mehr als 30 Jahre in der Zukunft muss sich dies die Zombie Inc. fragen, die bisher das führende wirtschaftliche Unternehmen in den vereinigten fünf Staaten darstellt, dem Überbleibsel der ehemaligen USA.

20 Jahre nach dem Ausbruch der Seuche, die geliebte Menschen in wandelnde untote Kannibalen verwandelt hat, hat sich das Gefüge beruhigt. Die Menschen leben in abgeschirmten, sicheren Bereichen und müssen mittlerweile wieder mehr Angst vor ihrerseits haben als vor den Monstern aus der Vergangenheit. Wer etwas auf sich hält versucht eine Anstellung bei Zombie Inc. zu erhalten. Dies verspricht Sicherheit, ein geregeltes Einkommen und den Rückhalt des Marktführers im Kampf gegen den Untergang. Dafür nehmen die Mitarbeiter tiefe Eingriffe in ihr Leben und ihre Privatsphäre in Kauf, ja sie merken dies sogar kaum. Alles hat sich nach dem Mitarbeiterhandbuch zu richten, der Bibel aller Angestellten, denn jeder Verstoß wird hart bestraft und die sofortige Entlassung droht und damit die Verbannung vom sicheren Firmengelände.

Carl arbeitet schon lange für Zombie Inc. und ist mit der Kundenbetreuung beauftragt. Als einer der wenigen Mitarbeiter muss er das gesicherte Gelände verlassen und zu den Kunden außerhalb fahren um diese mit ihren von der Firma erworbenen Abwehrmaßnahmen zu betreuen. Er ist immer als erster vor Ort, wenn Probleme auftauchen und so hat er seine Pistole stets griffbereit.
Dill wird ihm als neue Praktikantin zur Seite gestellt. Dill war noch ein kleines Kind, als die Untoten die Welt übernommen haben und so kennt sie fast nur die Firma und deren Sicherheit. Carl hingegen hat als junger Erwachsener den Ausbruch leibhaftig erlebt und ist mittlerweile ein erfahrener Mitvierziger, der sich mit seiner verschlossenen, schwierigen Art selten Freunde macht.
Dieses ungewöhnliche Team stellt sich nun den Gefahren außerhalb der sicheren Zone und muss bald feststellen, dass es auch innerhalb der Mauern von Zombie Inc. Gefahren gibt, die immer mehr um sich greifen.

“Zombie Inc.” lässt sich flüssig und gut lesen und hält unserer Gesellschaft von heute einen Spiegel vor Augen. Die Zombies dienen hier mehr als Hintergrundsetting, als Mittel zum Zweck. Purer Kapitalismus und Big Brother werden teils satirisch, teils emotional und teils hart und direkt thematisiert. Was ist mehr Wert: Produkt oder Kunde, Geld oder Mensch? Und wie sehr lässt sich der Mensch freiwillig versklaven, um einem Ideal nach Sicherheit anzugehören, das bereits längst überholt ist?
Das Buch beginnt humorvoll und endet definitiv ganz anders und erschreckender, als man es erwarten würde. Dies macht die Geschichte daher definitiv lesenwert.

Zombiefans kommen natürlich auch nicht zu kurz. Es gibt sie auch hier noch, die verwesenden Leichen, die nach unserem Fleisch gieren. Es gibt Bisse, es gibt Verwandlungen, es gibt Erlösungen und Tode. Das an Ekel und Gedärm gewöhnte Splatterherz wird daher auch ausreichend bedient.

Etwas gestört haben mich die teilweise gezwungen wirkende Slangausdrucksweise mancher Berufsgruppen von Zombie Inc., die zum Schluss zwar ihre Berechtigung bekommt, mich dennoch genervt hat.
Zudem konnte ich nicht nachvollziehen, warum manche aus der älteren Generation die Eingriffe der Firma in ihr Privatleben und ihre Existenz einfach so hinnahmen. Den jungen Menschen kann man dies erlauben, sie kennen es ja nicht anders, aber diejenigen, die den Ausbruch bereits bei vollem Bewusstsein und im reifen Alter begegnet sind wissen von solchen Praktiken. Warum also lässt man sich dies gefallen, wo es schon seit Jahren keine großen Zombieangriffe mehr gab?

Alles in allem kann man definitiv von einem innovativen Buch im Zombiegenre sprechen, dass sich zu lesen lohnt. Es gibt zwar leichte Punktabzüge in der B-Note, doch gleichzeitig bekommt man sehr viel mehr als bei vielen anderen Vertretern aus der verwesenden Ecke der Apokalypse serviert. Wobei, eigentlich kann man hier getrost von Postapokalypse sprechen, denn die wahren Monster sind hier gewiss keine Zombies.


Metro 2035: Roman (Metro-Romane)
Metro 2035: Roman (Metro-Romane)
Preis: EUR 11,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Ende der Reise?, 22. April 2016
Mit Metro 2035 hat Glukhovsky den langerwarteten dritten Teil seiner auch für andere Autoren offenen postapokalyptischen Welt geschrieben, der für so manchen Fan mit unerwarteten Neuerungen aufwartet.

22 Jahre nach der verheerenden atomaren Katastrophe begegnen wir wieder Artjom, dem Protagonisten und Helden aus Metro 2033, an seiner Heimatstation WDNCh. Die Erdoberfläche ist immer noch stark verstrahlt, so dass die Menschen weiterhin tief in der Moskauer Metro ihr Leben fristen. Artjom ist unglücklich verheiratet und hadert mit dem Schicksal der Menschen. Für ihn ist es nicht vorstellbar, dass es außerhalb von Moskau keinerlei Überlebende auf dem gesamten Planeten geben soll und so wirft er sich fast täglich in seinen Schutzanzug und begibt sich in die Häuserruinen Moskaus, erklettert den höchstmöglichen Punkt und versucht Funksprüche zu empfangen – vergebens.
Eines Tages erreicht jedoch ein Reisender die Station WDNCh, der Artjoms Geschichte niederschreiben möchte und den wir aus Metro 2034 bereits kennen. Er nennt sich Homer und berichtet, dass er einen Menschen in einer anderen Station der Metro kennt, der behauptet, er habe Funksprüche von außerhalb empfangen. Dies ist der Startschuss für unseren Protagonisten und seinen schreibenden Weggefährten hinein in eine Geschichte, die beide an ihre Grenzen führen wird – und darüber hinaus.

Wer den Werdegang von Dmitry Glukhovsky in den letzten Jahren beobachtet hat durfte schon feststellen, dass er sich thematisch in seinen Büchern mit immer philosophischeren Themen befasst und auch nicht vor einer kritischen Auseinandersetzung mit den verschiedensten Ideologien zurückschreckt. Dies setzt sich auch in diesem Buch fort und wird die Leser ernüchtern, die wieder mit einem SciFi-Horrorroman voller Monster und Mutanten gerechnet haben, der sich nebenher mit den angesprochenen Themen beschäftigt. Begründet wird es nicht wirklich, jedoch sind alle Mutanten und Monster zwei Jahre nach dem Showdown in Metro 2033 verschwunden. Der Fokus richtet sich im Jahr 2035 ausschließlich auf die Menschen der Metro, was sich diese gegenseitig antun und wie Artjom David-gegen-Goliath-gleich dagegen anzukämpfen versucht – jedoch ohne Steinschleuder.

Die Metro wird hauptsächlich von vier verschiedenen Bewegungen beherrscht. Die kapitalistische Hanse, das faschistische Vierte Reich, die kommunistische rote Linie und die künstlerische Polis, die von dem Orden beschützt wird, dem vor zwei Jahren auch Artjom die Treue geschworen hat. Daneben gibt es noch kleinere Zusammenschlüsse und viele unabhängige Stationen, doch im Grunde hängt alles irgendwie mit diesen vier Gemeinschaften zusammen. Diese verfolgen strikt ihre Ideologien und verschmähen oder bekämpfen gar, was hier nicht hineinpasst. Näher erläutern muss man diese Problematik wahrscheinlich nicht, da heutzutage jeder weiß, was zum Beispiel Nazis tun um ihre Weltansicht durchzusetzen.
Auf der Suche nach dem unbekannten Funker geht Artjom wieder einen ähnlichen Weg wie zwei Jahre zuvor und muss so auch wieder diese vier Hoheitsgebiete durchqueren. Durch die verschiedensten Umstände wird er bereits schnell tief in Machenschaften verstrickt, die ihn immer weiter in einen Sumpf hineinziehen, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Er merkt hierbei selbst, dass sich seine Einstellung, seine eigenen Ideale stark verändert haben. Immer wieder sieht er gewisse Dinge oder erahnt sie, bei denen er früher sofort eingeschritten wäre. Heute jedoch schaut er weg und stellt sich unwissend, nur damit er seinen Weg fortsetzen kann und in keine Schwierigkeiten gerät.
Letzteres klappt natürlich nicht und so entwickelt sich Artjoms Charakter dahingehend weiter, dass er immer weiter erniedrigt und gebrochen wird, bis er sein Leben so gut wie aufgegeben hat. Aus der Asche wiedergeboren kämpft er sich dann schließlich doch wieder hoch und stellt sich seinen Träumen und Idealen und wird sich selbst wieder treu.

Während dieser Zeit deckt er Dinge auf, die unvorstellbar erscheinen. Sein Wunsch nach Kontakt mit Überlebenden von außerhalb trifft wunde Punkte und bald wird Artjom neben den ideologischen Konflikten noch mit Treue und dessen Bruch konfrontiert sowie mit Märchen, die sich als wahrer herausstellen, als ihm lieb ist.

Für mich ist Metro 2035 ein Roman mit viel Substanz, der auch nach dem Lesen viel Potenzial zum Nachdenken mit sich bringt und zur Selbstreflexion anregt. Glukhovsky schafft es hierbei die Menschen real darzustellen. Es gibt keine Beschönigungen, kein strahlender Heldentum, der angepriesen wird. Seine Charaktere begehen auch unschöne Taten. Sie haben Angst, hängen den falschen Werten an oder sind schlichtweg unfähig sich an etwas Neues heranzuwagen.
Zum Ende hin verzweifelt man fast wie Artjom an den Menschen der Metro und versteht als aufgeklärter Leser doch, warum diese so handeln, während man sich gleichzeitig an der Glut und dem Feuer in Artjom nährt, der für seinen Traum kämpft.

Das Buch hat teilweise Stellen, die sich dem Leser nicht zu 100% erschließen und es gibt Abschnitte, die rein in wörtlicher Rede geschrieben sind, was mich irritierte. Zudem hätte es dem Ganzen wahrscheinlich gut getan, wenn es ein paar Seiten weniger gehabt hätte.

Trotzdem habe ich Metro 2035 wie auch seine Vorgänger sehr gerne gelesen. Das Metro-Universum erzählt eine tolle postapokalyptische Geschichte mit sehr viel Tiefgang, aber auch spannenden Szenen und Charakteren, die sich tief in das Leserherz hineinschreiben können. Die Idee ist innovativ und gut umgesetzt und bietet im Laufe der bisherigen Trilogie für jeden Leser Anreizpunkte – sei es nun der Monsterhorror aus dem ersten Teil oder das politisch-philosophische, aber auch grausame Geschehen aus Teil 3. So wie ich es empfinde ist das Ganze immer untermalt mit der typischen Melancholie, die so viele russische Fantasy-Romane begleitet.

Sollte deine Reise weitergehen, Artjom, ich bin gerne wieder mit dabei.


Das letzte Wort: Roman - diezukunft.de-Edition
Das letzte Wort: Roman - diezukunft.de-Edition
von Alena Graedon
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine wortgewaltige SciFi-Gesellschaftsdystopie, 18. April 2016
Wie war das noch in der Zeit, in der es weder Internet noch Smartphones gab? Wissen wurde mündlich und schriftlich weitergegeben, Lexikazyklen thronten in den Wohnzimmerschränken in ihren edlen Einbänden und luden den Wissensdurst zum Nachschlagen ein. Recherche war mühselig und doch konnte man sich das Erarbeitete und Eingeprägte auf Dauer merken. Und vor dieser Zeit? Als man erst Lesen lernte und sich in Büchern vertiefte, bevor man seinen ersten Kinofilm zu Gesicht bekam? Als das schriftliche Wort noch sehr viel mehr Macht hatte und die Phantasie anregte? Wie war das früher, als man sein Gehirn noch trainierte, als Wissen nicht einfach so zur Verfügung stand?
Schaut man sich unsere heutige Zeit an, so werden unsere Gehirne von Jahr zu Jahr, ja gar von Monat zu Monat fauler. Wer kennt schon noch seine eigene Handynummer auswendig oder die der wichtigen Personen in seinem Leben? Will man etwas wissen, dann googelt man es, erfährt die Antwort auf eine flüchtige Frage in knappen Sätzen und vergisst wenig später, was man dort gesehen hat. Wir machen uns immer abhängiger von Technik und verlernen dabei, was uns eigentlich ausmacht und wozu wir eigentlich fähig sind. Wer sein Gehirn nicht trainiert, wird kein leistungsstarkes Denkorgan haben. Wenn ganze Generationen dies unterlassen, so stellt dies für unsere Zukunft eine schlechte Prognose dar.

Zeigen uns Filme wie “Idiocracy” dieses Szenario noch eher lustig auf, so beschäftigt sich “Das letzte Wort” genau mit diesem Thema, jedoch in weitaus ernsterer Art und Weise. Eine Zukunft, die unserer gar nicht so fern ist und in welcher bereits heute auftretende Probleme zugespitzt dargestellt werden. Menschen, ganze Länder, die abhängig von Geräten und Programmen sind, die ihr Leben diktieren und das Denken verlernen lassen. Letztendlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Sprache darunter nicht nur leidet (was sie heute schon tut), sondern gravierende Einbuße aufweist. Doch was sind wir ohne Sprache und Literatur, ohne Worte?

Ohne Worte sind wir Waisen der Geschichte – unsere Leben und Gedanken ausgelöscht. (Zitat aus dem Buch, Seite 11)

Anana Johnson lebt in dieser Welt. Ihr Vater ist ein Relikt und gibt das letzte analoge Wörterbuch Amerikas heraus, legt Wert auf Schrift und Sprache und weigert sich vehement ein Mem zu nutzen. Mems sind Weiterentwicklungen unserer heutigen Smartphones, die ihrem Besitzer das Leben ungemein erleichtern und eine Symbiose mit ihrem Wirt eingehen. Das Mem überwacht und regelt und kümmert sich um Probleme und Gelüste, bevor man diese selbst wahrgenommen hat. Kurz vor der Veröffentlichung der dritten Ausgabe des Wörterbuchs verschwindet Anas Vater spurlos und fast zeitgleich beginnen die Menschen ihre eh schon nur noch simple Sprache zu verlieren und in einem unverständlichen Kauderwelsch zu brabbeln. Ein Virus greift um sich und die Tochter des Herausgebers sieht sich auf der Suche nach ihrem Vater schnell in Machenschaften verwickelt, die den Untergang der Zivilisation bedeuten könnten.

“Das letzte Wort” ist zuallererst wunderschön geschrieben. Als Buchliebhaber ziehen bereits die ersten Seiten ein magisches Augenmerk auf die verwendete Sprache, die vielfältig dargestellt ist und den eigenen Wortschatz anzureichern vermag. Dies wird immer wieder mit Gedankengängen gewürzt, die anschaulich und treffend sind und unserer heutigen Zivilisation mehr als nur ein Problem vor Augen führt. Wer sich an wortgewaltiger Sprache, unterschiedlichen Erzählstilen und philosophischen Anmerkungen erfreuen kann, ist mit diesem Buch in seiner dystopischen Zukunftsversion mehr als gut beraten.

Leider mangelt es diesem doch auch recht umfangreichen Buch jedoch auch an etwas. Die Autorin verliert sich zuweilen in ihrer Sprache und dem Philosophieren und vergisst darüber hinaus Spannung zu erzeugen. Zudem wird gerade die Protagonistin doch sehr naiv und abhängig von den Männern in ihrem Leben dargestellt, was sie jedoch gar nicht nötig hätte. Generell bröckelt der Charakterausbau etwas bis teilweise sehr, so dass der Realismus der Geschichte alleine durch den mahnenden Fingerzeit auf unser selbstverständliches Nutzen der Technik und dem selbstverständlichen Unnutzen unserer hauseigenen Fähigkeiten erzeugt und nicht durch seine Charaktere gestützt wird. Dies fand ich äußerst schade, da die Grundidee mehr als erschreckend und gut ist und spannender umgesetzt ein wirklich gutes Buch ausgemacht hätte.

“Das letzte Wort” von Alena Graedon ist daher meiner Meinung nach durchaus interessant und empfehlenswert für Leser, die sich an Sprache ergötzen können und sich schon heute fremd in der Gesellschaft fühlen, weil diese immer niveauloser und seichter zu werden scheint. Wer keinen Spannungsroman sucht, sondern ein aufmerksam zu lesendes Buch mit wunderschönen Sätzen, einem Science-Ficiton-Anteil, dessen Fiktion fast schon Realität geworden ist, der ist hier goldrichtig.


Wytches Volume 1 (Wytches Tp)
Wytches Volume 1 (Wytches Tp)
von Scott Snyder
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unheimlich und unheimlich gut!, 18. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wytches Volume 1 (Wytches Tp) (Taschenbuch)
Die Zustände, die der Klappentext verspricht, sind zu Beginn der Lektüre bereits eingetreten. Durch Rückblenden erfährt der Leser und Betrachter dieses Werks, wie es zur aktuellen Situation gekommen ist und was genau die Familie in ihre Krise gestürzt hat. Sie hat nicht nur mit den Gerüchten um die Tochter Sailor zu kämpfen, sondern auch mit Unfallfolgen, die die Mutter an den Rollstuhl gefesselt haben. Papa Rock sah daher keinen anderen Ausweg, als irgendwo anders einen Neuanfang zu wagen. Ziemlich schnell ist jedoch klar, dass die Vergangenheit nicht ruht und zudem etwas Anderes, Unheimliches hinter Sailor her ist.

Die Geschichte selbst wird sehr menschlich und intensiv erzählt. Ziemlich schnell kann man sich mit den Charakteren verbunden fühlen und deren Handlungsweisen nachvollziehen. Daher treffen so einige Dinge, die im Lauf der Story passieren, den Leser sehr direkt und schockierend. Die Rückblenden sind nicht störend, sehr ehrlich und runden das Gesamtbild ab, so dass ich hier nichts auszusetzen hatte.
Neben dem Horror, den die Wytches-Wesen verbreiten liegt das wahre Schlimme dieser Geschichte in den Wünschen und narzistischen Verhaltensweisen, in Sehnsüchten und den Taten, die diese befriedigen sollen. Es ist wirklich teilweise sehr hart, was manche Charaktere tun und was sie bereit sind zu opfern. Zum Ende hin sind mir daher auch etwas feuchte Augen gekommen, auch wenn die Entwicklung nicht unvorhersehbar war.

Der Zeichenstil lag mir, war recht realistisch und doch rebellisch. Etwas störend empfand ich das teilweise “verkleckste” Bild, das bestimmt ein graphisches Stilmittel darstellt, jedoch kenne ich mich hierfür zu wenig in diesem Bereich aus, als dass ich dies bewerten könnte. Mich persönlich hat dies eben teilweise gestört, was der Geschichte aber keinen Abbruch tat.

Im Fazit kann ich diese Graphic Novel, die von mir auf Englisch gelesen wurde, die nächsten Monat jedoch auch auf Deutsch erscheinen wird, jedem Horrorfan der alten Schule empfehlen, der Wert auf Geschichte mit Hintergrund, aber auch auf gepflegten Grusel steht und der von Charakteren schockiert werden möchte. Da dieser Band mit “Volume 1” betitelt wurde, hoffe ich sehr auf weitere Bände, die ich mir dann definitiv auch genehmigen werde. Für mich ein wirklicher Lesegenuss, ich bin begeistert!


Basar der bösen Träume
Basar der bösen Träume
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 20 Küsse eines Fremden in der Dunkelheit, 11. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Basar der bösen Träume (Gebundene Ausgabe)
Kurzgeschichtensammlungen sind im Ganzen immer schwer zu bewerten. Kurzgeschichten dienen Autoren oft dazu aus ihrem gewohnten Genre auszubrechen und sich in unsichere Gefilde zu begeben, sich auszuprobieren, sich neu zu entdecken. Auch Stephen King tanzt hier nicht aus der Reihe. Entwickelt er sich in seinen Romanen weg vom Horroraltmeister hin zum Erzähler menschlicher Geschichten, denen oft dennoch ein übernatürlicher Anteil beiwohnt, so probiert er sich in seinen Kurzgeschichten noch mehr aus. So kommt es vor, dass man auf wahre Perlen trifft, aber man bekommt als geneigter Leser auch Storys serviert, die einem eher nicht liegen. Dies gilt für alle Kurzgeschichtensammlungen von King und somit auch für den Basar der bösen Träume. King selbst beschreibt seine Romane als Beziehungen, seine Kurzgeschichten als flüchtigen Kuss eines Fremden in der Dunkelheit. Wir wissen wohl alle, das Küsse von einem Fremden atemberaubend, aber auch unangenehm sein können.

Der Basar der bösen Träume zeigt 20 Kurzgeschichten auf, die sich weniger mit dem klassischen Kingschen Horror beschäftigen, als viel öfter mit Themen, die King in seiner momentanen Lebenssituation heraus wohl sehr beschäftigen. Es gibt Kurzgeschichten, die sehr fies, sehr eklig, sehr unheimlich sind, doch der wahre Grusel liegt bei den Ängsten vor dem Altwerden, bei der Angst vor Verlust und vor dem, was nach dem Tod kommt (oder auch nicht). Diese Situationen beherrschen diese Sammlung und sind teilweise sehr melancholisch geprägt.

Mittlerweile gibt es viele Romane und Kurzgeschichten mit den unterschiedlichsten Themen von King. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Allermeiste davon kenne, jedoch kamen mir manche Themen aus diesem Band bekannt vor, ich möchte nicht sagen aufgewärmt. Bestimmt bei einem Drittel der 20 Geschichten musste ich stark an andere Werke von King denken und dies nicht wegen der geliebten Anspielungen und Verbindungen innerhalb aller Kingschen Geschichten, sondern da das Thema ähnlich war.

Keine Frage, Stephen King ist ein Meister seines Fachs. Wenn man liest, wird man bestimmt schon einmal einen Roman von ihm gelesen haben und wenn man mit der teilweise ausschweifenden Beschreibung und Charaktervertiefung klar kommt, dann baut jeder Roman und jede Geschichte von ihm einen unheimlichen Sog auf. Man liest diese Geschichte nicht, man bekommt sie von King persönlich erzählt. Es ist fast so, als ob man mit ihm zusammen in seiner Bibliothek sitzt und ihm wie ein kleines Kind lauscht und mit großen Augen folgt. Oder vielleicht doch eher draußen am Lagerfeuer, im Dunkeln und die Schatten darin tanzen um einen herum. Dieses Talent habe ich bisher nur bei sehr wenigen anderen Autoren feststellen können.
Dies gilt jedoch für seine Romane und Geschichten. Im Basar sind auch zwei Gedichte vorhanden und wie auch in anderen Kurzgeschichtensammlungen mochte ich diese wieder gar nicht. Vielleicht liegt dies daran, dass die Poesie durch die Übersetzung sehr leidet, vielleicht kann er dies auch nur einfach nicht. Mir liegt es auf jeden Fall gar nicht.

Abschließend sei gesagt, dass Basar der bösen Träume für mich nicht die beste Kurzgeschichtensammlung von King ist, dennoch aber lesenswert für alle, die sich gerne mit gut erzählten Geschichten berieseln lassen möchten und zwischendurch gerne ein bisschen Grusel und Horror mögen.


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