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Rezensionen verfasst von
Chrononaut (Berlin)

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Das Science Fiction Jahr 2013
Das Science Fiction Jahr 2013
von Sascha Mamczak
  Taschenbuch

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Science Fiction Referenzwerk, neueste Ausgabe 2013, 19. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Science Fiction Jahr 2013 (Taschenbuch)
Der Umfang des Bandes ist mit 989 Seiten im Vergleich zum Vorjahr exakt gleichgeblieben, der Preis leider nicht. Und nein, man zieht keine Wertungssternchen ab, weil einem der Preis nicht gefällt (das wäre kindisch).

Zum Inhalt also ...

1. die Essays:

- Erik Simon: Das Ende einer Epoche (Zum Tod von Boris Strugatzki, der zweiten Hälfte eines unteilbaren Ganzen, das als "Die Brüder Strugatzki" Literaturgeschichte schrieb)
- John Clute: Der Mann, der überall war (Auch eine absurde Welt verdient unsere Achtung: Zum Tod von Harry Harrison, Autor von "New York 1999" und zahlloser anderer Romane, die einfach nicht zu fassen waren)
- Werner Fuchs: Der Weltendenker (Zum Tod von Jack Vance, Traumschloß- und Spracharchitekt, Erforscher fremder Kulturen auf unserer und anderen Welten, Dichter swingender Namen)
- Karsten Kruschel: Von Liebe und Sauerstoff (War James Tiptree jr. Alice Sheldon – oder war es andersherum? Wie eine der besten und kompliziertesten SF-Autorinnen aller Zeiten dem Genre ihren Stempel aufdrückte)
- Gary Westfahl: Fallstricke des Prophezeiens (Atomgetriebene Rasenmäher, menschheitsvernichtende Katastrophen und digitale Paradiese: Warum es der Science Fiction so oft mißlingt, die Zukunft vorherzusagen)
- Wolfgang Neuhaus:Kritik der phantastischen Vernunft (Wie Stanisław Lem sich einst die "Pseudo-Science-Fiction" vornahm und zu dem Ergebnis kam, dass der Empirismus doch nicht das Maß aller Dinge ist)
- Uwe Neuhold: Obskure Kosmologen (Alternative Theorien zur Entstehung der Welt – auch Science-Fiction-Autoren sagen uns, warum das Universum nicht so ist, wie man es uns erzählt
- Sascha Mamczak: Früher nannte man es Science Fiction (Leben wir in einem neuen Erdzeitalter? Und wenn ja, welche Folgen hat das "Anthropozän" für uns, die Welt – und die Literatur?)
- Bartholomäus Figatowski: Geht jetzt die Welt unter, Mom? (Tödliche Spiele, gefährliche Liebe: In Zeiten globaler Jugendbuch-Erfolge spricht man eher von Dystopie als von Science Fiction, aber Erwachsenwerden ist immer noch ein Risiko)
- David Hughes: Wenn dem Wüstenplaneten der Sand ausgeht (Vor fünfzig Jahren schrieb Frank Herbert eines der größten Epen der Science Fiction – und eines, an dem sich zahllose Filmemacher die Zähne ausbissen)
- Georg Seeßlen: Ich sah C-Beams glitzern (Mit seinen SF-Filmen setzte er Maßstäbe, aber auch seine anderen Werke fühlen sich oft wie Science Fiction an – ein Ausflug in die epischen Bilderwelten des Ridley Scott)
- Christian Endres: Video ex Machinima (Jeder Subkultur kann es passieren, dass aus ihr ein großes Geschäft wird: Wie auf der Games- und Videoplattform Machinima.com die Medien fusionieren)
- Uwe Kramm: Der Dämon im Cyberwald (Ein Gespräch mit Computerspezialist und Science-Fiction-Autor Daniel Suarez über Datensicherheit, bewaffnete Drohnen und warum seine Bücher bald zu den historischen Romanen gestellt werden müssen)
- Cory Doctorow: Digitale Übermütter (Die Zeichen am Horizont sind unverkennbar: Die Frage, wer Besitzer und wer Nutzer unserer Computer ist, wird zu einem globalen Bürgerkrieg führen)

2. die Buchbesprechungen:

- Hartmut Kasper über Ernst Augustin ("Das blaue Haus"), Dietmar Dath ("Pulsarnacht"), Jewgeni Lukin ("Unter dem Räubermond"), Clemens J. Setz ("Indigo") sowie die Anthologie "Die Stille nach dem Ton"
- Uwe Neuhold über Chris Beckett ("Messias-Maschine"), David Brin ("Existenz"), Alan Dean Foster ("Genom"), David S. Gover und Michael Cassutt ("Himmelsschatten"), Joe Haldeman ("Herr der Zeit"), Georg Jansen ("Doppelte Menschen"), Ian McDonald ("Cyberabad"), Robert Charles Wilson ("Vortex") sowie die Anthologien "2112", "Ruf der Sterne" und "Machine of Death"
- Simon Spiegel über Scot Bukatman ("Blade Runner"), Williem H. Patterson jr. ("Robert A. Heinlein")
- Christian Hoffmann über John Scalzi ("Redshirts") sowie die Anthologie "Die Erde und die Außerirdischen"
- Wolfgang Neuhaus über Paul di Filippo ("Mund voll Zungen"), David Marusek ("Wir waren außer uns vor Glück")
- Sascha Mamczak über William Gibson ("Mißtrauen Sie dem unverwechselbaren Geschmack")
- Karsten Kruschel über Michael K. Iwoleit ("Die letzten Tage der Ewigkeit"), Heidrun Jänchen ("Willkommen auf Pandora"), Erik Simon ("Zeitmaschinen, Spiegelwelten") und die Gebrüder Strugazki (Neuausgabe von "Atomvulkan Golkonda","Werkausgabe - Vierter Band")
- Sven-Eric Wehmeyer über Reinhard Jirgl ("Nichts von euch suf Erden"), Benjamin Stein ("Replay") und Ror Wolf ("Die Vorzüge der Dunkelheit")
- Rainer Eisfeld über Franz Rottensteiner ("Im Labor der Visionen")

Die alten Helden der SF-Literatur scheinen wie die Fliegen zu sterben; mit dem letzten Strugazki, Harry Harrison und Jack Vance hat es heuer drei der ganz Großen getroffen (und der abrupte Tod von Iain M. Banks kam wohl zu plötzlich für das 2013er Jahrbuch), und so gibt es gleich mehrere Nachrufe.

Über die Artikel, die ich schon gelesen habe: Erik Simon wie immer äußerst kenntnisreich über Boris S.; Kruschels Tiptree-Artikel ist ein Appetitanreger für die gerade erscheinende Ausgabe der Gesammelten Erzählungen und die große Tiptree-Biografie; Figatowski entlarvt die ganze Young-Adult-Dystopie-Welle mit den Panem-Tributen vorneweg als das was sie sind, nämlich verkappte SF, und kommt zu dem erstaunlichen Schluß, daß das doch nicht alles Schrott ist. Hört, hört.

Nach den Buch-Rezensionen (die mir mit ihren 110 Seiten eiegntlich zu wenige sind) folgen die zu allerlei Comics (über 60 Seiten), Hörspiele (70 Seiten), Filme (120 Seiten; das beste sind die Bildunterschriften der Szenenfotos) und Computerspielen (in meinen Augen völlig verzichtbare 70 Seiten).

Danach die Marktberichte, Statistiken, Preisgewinner und die Heyne-Bibliografie. In der Liste der Todesfälle finden sich einige Namen, die sicherlich in späteren Ausgaben ausführlicher behandelt werden dürften: Richard Matheson, Ernest Callenbach, Marianne Sydow.

Alles in allem also wieder ein Referenzwerk, das in keinem SF-verrückten Haushalt fehlen darf.


Audio Diplomacy
Audio Diplomacy
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen Gefühl und Gefrickel ..., 23. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Audio Diplomacy (Audio CD)
... pendelt diese Debüt-Scheibe der usbekischen Jazzprogger From.Uz (die Schreibweise des Namens variiert). Man stelle sich eine unaufgeregte Version von Liquid Tension Experiment vor, oder eine nicht zugedröhnte Version der Ozric Tentacles - irgendwo dazwischen musizieren From.Uz.

Und das auf technisch höchstem Niveau. Natürlich ist es zu spüren, daß der Gitarrist Vitaly Popeloff Gründer und Mastermind der Band ist ... aber er frickelt nicht permanent herum, sondern weiß sich klug in den Sound zu integrieren ("Gameplay Initiation" ist dafür ein gutes Beispiel). Und er rockt auch gerne mal - aber ohne dabei den Fluß des Stücks aus dem Auge zu verlieren. Spannende, moderne Rockmusik, ohne auch nur das kleinste bißchen Gesang.

Eine Platte, die im Laufe der Zeit wächst. Großartige Musik.

Äh, ja: Auf die beiliegende DVD sollte man keine großen Hoffnungen setzen. Be warned.


Das Science Fiction Jahr 2012
Das Science Fiction Jahr 2012
von Sascha Mamczak
  Taschenbuch

10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Ziegelstein ist wieder da..., 23. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Science Fiction Jahr 2012 (Taschenbuch)
Das dicke SF-Jahrbuch ist aufgeschlagen ... und es ist zwar wieder ein bißchen teurer geworden (die Preise für Papier sind noch schneller am Steigen als die fürs Benzin), hat dafür aber heuer wieder 992 Seiten. Vom Schwerpunkt-Thema-Konzept hat man sich nun verabschiedet; dafür setzt man den Review-Teil mit schwarzem, den Markt-Teil mit grauem Kopfbalken vom Rest des Buches ab. Gewöhnungsbedürftig. Aber man ist ja froh, daß es diese Institution gibt.

FEATURE
Margaret Atwood: Meine Abenteuer im Unfugland (über die alten Wurzeln der SF)
Gary K. Wolfe: Die ewigen Pioniere (SF als Frontier-Literatur)
Rainer Eisfeld: Siedler an einer fremden Grenze (zum Tod von Ray Bradbury)
David Hughes: Die lange Reise zum Mars (wie John Carter auf die Kinoleinwand fand)
Klaus N. Frick: Ein Münchner im Atlan Village (zum Tod von Hanns Kneifel)
Dietmar Dath: Verrückte Vernunft (über Philip K. Dick)
Peter M. Gaschler: Science Fiction aus der Realität (über Rainer Werner Fassbinder und die SF)
Hartmut Kasper: Das Leben der Urzeitkrebse (Gespräch mit Heinrich Steinfest)
Andreas Platthaus: Auf der Spur des aboluten Bildes (über Moebius)
Christian Endres: Your Movie Wants You! (über "Iron Sky" und Crowdfunding)
Carsten Görig: Von Nerds und Raketenbauern (über John Carmack)
Sascha Mamczak, Sebastian Pirling: Der Kompost der Vergangenheit (Interview mit Cory Doctorow)
Uwe Neuhold: Bestehen Delfine den Turing-Test? (Gespräch mit Klaus Mainzer)

REVIEW
- Karsten Kruschel (über Kevin David Anderson/Sam Stall: "Die Nacht der lebenden Trekkies"; Aiden Bell: "Nach dem Ende"; Ben Bennett: "Seestern"; Angélica Gorodischer: "Im Schatten des Jaguars"; Rhaouf Khanfir: "Wittgenstein"; Sergej Lukianenko: "Labyrinth der Spiegel/Der falache Spiegel"; John Niven: "Gott bewahre"; John Scalzi: "Der wilde Planet"; D. W. Schmitt: "Perlamith. Der Graue Berg", Arkadi und Boris Strugazki: "Werkausgabe. Dritter Band")
- Gundula Sell (über Juri Andruchowytsch: "Perversion", Karsten Kruschel: "Galdäa. Der ungeschlagene Krieg")
- Uwe Neuhold (über Paolo Bacigalupi: "Biokrieg"; Greg Bear: "Das Schiff", Cory Doctorow: "For The Win", T. H. Moedriach: "Astrogatia Concordia. Das perfekte System"; Dan Simmons: "Flashback"; Marcel Theroux: "Weit im Norden")
- Christian Hoffmann (über Myra Cakan: "Einmal Proxima Centauri und zurück")
- Sascha Mamczak (über Ted Chiang: "Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes")
- Wolfgang Neuhaus (über Cory Doctorow: "Little Brother"; Matthias Hirth: "Angenehm"; Tobias Hölswitt/Roman Brinzanik: "Werden wir ewig leben?"; Charles Stross: "Du bist tot")
- Hartmut Kasper (über Christopher Ecker: "Fahlmann")
- Sven-Eric Wehmeyer (über Stephen King: "Der Anschlag"; Carsten Stroud: "Niceville")
- Usch Kiausch (über Miriam Meckel: "Next")
- Christian Hoffmann (über Gero Reimann: "Sonky Suizid")
- Sebastian Pirling (über Gary Shteyngart: "Super Sad True Love Story")

Außerdem gibt es einen ausführlichen Comic-Teil, die Hörspiel- und Film-Rubrik, einen wie üblich verzichtbaren Computerspiele-Sektor und die Marktübersichten Hermann Urbaneks.


Strugatzki Gesammelte Werke 4: Fünf Romane in einem Band: Es ist schwer, ein Gott zu sein; Die dritte Zivilisation; Der Junge aus der Hölle; Fluchtversuch; Unruhe
Strugatzki Gesammelte Werke 4: Fünf Romane in einem Band: Es ist schwer, ein Gott zu sein; Die dritte Zivilisation; Der Junge aus der Hölle; Fluchtversuch; Unruhe
von Arkadi Strugatzki
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In der beispielhaften Ausgabe der 4. Band, 9. März 2012
In der Werkausgabe der Brüder Strugatzki ist dies der vierte Band. Er versammelt Texte, die für den Leser herkömmlicher Science Fiction vielleicht noch am leichtesten verdaulich sind, und kann für Leute, die sich an die beiden genialen russischen Autoren heranwagen möchten, vielleicht ein guter Einsteig sein.

!. "Fluchtversuch" - Das ist ein Kurzroman oder eine längere Erzählung (im Russischen gibt es dafür den Begriff "Powest") aus der Welt des Mittags, zuerst 1962 erschienen. Der Text bildete 1976 den Kern der Anthologie "Fluchtversuch. Phantastische Erzählungen" im Verlag Volk und Welt. Hier wird es gelegentlich schon recht finster, wenn die heitere, zukunftsgewisse Zivilisation der "Mittags"-Geschichten auf einen seltsamen Gefängnisplaneten trifft.

2. "Es ist schwer, ein Gott zu sein" - Vielleicht einer der bekanntesten Romane der Gebrüder, auf deutsch auch als "Es ist nicht leicht ein Gott zu sein" erschienen und 1989 mit großem Aufwand von Peter Fleischmann verfilmt. Hier gerät der Held wie schon in "Fluchtversuch" auf einen Planeten, dessen Verhältnisse alles andere als hinnehmbar sind. Aber als er beschließt, einzugreifen, macht er alles nur noch schlimmer... Trotz des ernsten Themas wieder viel russischer Humor.

3. "Unruhe" - Hierbei handelt es sich um eine Vorstufe des Romanes "Die Schnecke am Hang" (der in Band 3 der Werkausgabe erschienen ist). Genauer gesagt, ist es eine frühe Fassung von einem der beiden Handlungsstränge darin, und hat nicht sehr viel mit dem späteren Text zu tun. Eigentlich gar nichts. - Sehr interessant zu sehen, wie die beiden Schriftsteller einen ihrer eigenen Texte so stark umgekrempelt haben, daß man ihn kaum wiedererkennen kann.

4. "Die dritte Zivilisation" - Dieser Roman erschien auf Deutsch auch als "Der Knirps". Rührende Story um ein Kind, das von Aliens gerettet und aufgezogen worden ist. Leider ist es äußerst schwierig, mit ihm zu kommunizieren - er ist so eine Art Zwischending, nicht ganz Mensch, nicht ganz Außerirdischer. Eben die dritte Zivilisation, bestehend aus einem einzigen Individuum.

5. "Der Junge aus der Hölle" - Eine beklemmende Geschichte von einem Rettungsversuch der guten Irdischen, einen Jugendlichen von einem kriegszerrissenen Planeten zum Wahren und Guten zu bekehren. Aber der kennt ja nur den Krieg, und mit allen Mitteln strebt er zurück in das Chaos, das sein Zuhause ist.

Erstmals kann man die Romane so lesen, wie sie ursprünglich gedacht waren. Die Zensur hatte erst in der Sowjetunion zugeschlagen, und dann bei der deutschen Ausgabe nochmal, diesmal die in der DDR. Erik Simon (Sternbilder) hat sich die Mühe gemacht, die ungekürzten und unzensierten Originalfassungen durchzusehen und alles wieder einzufügen, was irgendwelche selbsternannten Weltverbesserer und Zensurapostel verändert hatten. Diese Eingriffe reichen von "entlarvend" über "strohdumm" bis zu "lächerlich". Nun sind alle gestrichenen Stellen neu übersetzt worden und an den richtigen Plätzen wieder eingefügt. Außerdem gibt es das gewohnt informative Nachwort und die Anmerkungen zu rätselhaften Textstellen (wer weiß in Deutschland schon, was die Butterwoche ist?).


Sony MDRXB1000 High-End-kopfhörer (106 dB, 3,000 mWatt) schwarz
Sony MDRXB1000 High-End-kopfhörer (106 dB, 3,000 mWatt) schwarz

7 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ... habe sie wieder zurüchgeschickt, weil..., 31. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
... die Produktbeschreibung - wie üblich - etwas beschönigend ist.

Zuerst das Positive: Der Tragekomfort dieses Kopfhörermodells ist absolut überragend. Die weichen Polster lassen nach kurzer Zeit vergessen, daß man sie aufhat. Und was das Beste ist (war): Die Polster drücken einem die Brillenbügel nicht in die Kopfhaut, wie das so viele andere Modelle tun (denkt eigentlich bei den Designern niemand an die Brillenträger?). Die Verarbeitung ist bestens, da gibt's nix zu meckern.

ABER: Nun der Grund, warum ich das Teil zurückgegeben habe. Den toll klingenden Marketing-Spruch "Besonders tiefer und großer Frequenzbereich" hat man folgendermaßen ins Deutsche zu übersetzen: "Dieses Modell knallt dir die fettesten Bässe ins Hirn, die du dir denken kannt! Laß die Finger davon, wenn du keinen kraß baßbetonten Sound willst!"

Klassische Musik klingt mit diesem Kopfhörer SEHR seltsam - man hört (getestet mit Musik von Philip Glass und Orff) die Celli und die Kontrabässe grummeln, daß es eine Freude wäre ... wenn alle anderen Instrumente nicht am Rand des Baßgewitters vor sich hin japsen würden, als hätte ihnen jemand Lappen ins Tonloch gesteckt.

Rockmusik kommt ebenfalls sehr baßlastig rüber, wobei der Sound umso mehr zu wünschen übrig läßt, je raffinierter die Band bei den tiefen Tönen vorgeht. Rammstein knallt richtig, während die Baßfiguren von John Paul Jones in manchen Led Zeppelin-Stücken schon im Übermaß der tiefen Frequenzen absaufen.

Da überrascht es natürlich nicht, daß diese Kopfhörer bei den Soloplatten von Stanley Clarke den Offenbarungseid ablegen und bei den trickreichen Eskapaden des Herrn öfters nur noch Gebrummel abgeben.

Für Jazz sind sie nicht gemacht, auch nicht für andere, etwas komplexere Musik. Sie sind für fetten, stampfenden Bass. Techno-Jünger, HipHop-Hörer und Elektro-Mucke-Fans können zugreifen ... also Anhänger von Musikrichtungen, bei denen ich schreiend davonlaufe.

(Ausprobiert mit AIFF direkt von CD, verschiedenen Equalizer-Einstellungen, MP3 VBR, Apple Lossless, OGG - alles über Kopfhörerverstärker am iMac.)
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 21, 2012 11:12 PM MEST


Die 7 Original Amiga Alben
Die 7 Original Amiga Alben
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 21,93

20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast das Gesamtwerk, 26. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die 7 Original Amiga Alben (Audio CD)
Diese in Hochglanzoptik daherkommende Schachtel enthält - neben einem an Fotos reichen Booklet - tatsächlich alle sieben Platten der Stern Combo Meißen, jeweils in Mini-Replica-Papphüllen, die exakt das Artwork der alten Amiga-Platten reproduzieren (das Hin und Her mit dem Namen der Band erspare ich mir im Folgenden).

1. Stern Combo Meißen, 1977
Das Verlegenheits-Live-Debüt, nachdem das urprünglich aufgenommene Konzert von ängstlichen Funktionären abgelehnt worden war (das kam dann viele, viele Jahre später auf Live heraus). Die Platte enthielt mit "Kampf um den Südpol" gleich den ersten und größten Hit der Band. Das Achteinhalb-Minuten-Stück wurde trotz seiner Länge im DDR-Rundfunk rauf und runter gespielt und durfte auf keinem Konzert fehlen (auf denen drei Keyboarder von Bass, Schlagzeug und Perkussion begleitet wurden). Das zweite musikalische Highlight der Scheibe sind zehn Minuten "Eine Nacht auf dem Kahlen Berge". Nicht zu vergessen der instrumentale Wahnsinn, in den sich die Schlußnummer "Licht in das Dunkel" hineinsteigert.

2. Weißes Gold, 1978
Das erste Konzeptalbum der Band. Die Texte drehen sich um die Erfindung des Porzellans, sind aber bloß der Vorwand für ein ausladendes Progressive-Rock-Epos (es vergehen tatsächlich über zehn Minuten, ehe der Sänger zum ersten Mal zu hören ist). Emerson, Lake & Palmer lugen aus allen Ecken hervor, an Orffs Carmina Burana erinnernde Chor-Gesänge ertönen, und es bombastet aufs herrlichste. Diese Scheibe enthält die schönsten und mitreißendsten Keyboard-Soli, die Stern Meißen je hingelegt hat, und wurde vorwiegend von Thomas Kurzhals komponiert.

3. Der weite Weg, 1979
Nach dem großen Konzept-Werk wieder was mit Songs - darunter das Epos "Die Saga", eng angelehnt an das Erfolgsrezept der "Südpol"-Nummer. In anderen Stücken kommt zum ersten mal die funkige Seite der Band zum Vorschein. Da wippt der Zeh. Höhepunkt der Platte ist die mehr als zwölf Minuten dauernde Synthesizer-Orgie "Der Frühling", eine Klassik-Adaption von Vivaldis berühmtem Stück. Stern Meißen lassen Schlagzeug und Perkussion ruhen, stellen den Bass in die Ecke und holen die seltsamsten Klänge aus ihren Keyboards. Unglaublich.

4. Reise zum Mittelpunkt des Menschen, 1980
Das zweite und letzte Konzeptalbum. Das pseudophilosophische Textgeschwurbel aus Kurt Demmlers Feder ist der einzige Wermutstropfen auf einer wirklich schönen Progrock-Platte, die musikalisch weit ausholt. Da tobt sogar jemand auf einem Flügel herum, während andere Partien an Yes oder Collegium Musicum erinnern. Glücklicherweise ist es fast eine Instrumentalscheibe, so daß man sich nicht andauernd über den Text ärgern muß. Schade um den charismatischen Sänger, der viel Gefühl und Kraft in seine Beiträge legt. Kurzhals zeichnet hier für sämtliche Musik verantwortlich.

5. Stundenschlag, 1982
Stern Meißen liefern hier so etwas wie eine Progressive-Rock-Funk-Platte ab, die sich von den früheren Aufnahmen vor allem durch die Anwesenheit eines Gitarristen unterscheidet, was die Musik einerseits nicht mehr so außergewöhnlich klingen läßt, andererseits interessante neue Wendungen ermöglicht (man höre das Gitarren-Synthie-Duell in "Der eine und der Andere"). Der Gitarrenmann war übrigens ein gewisser Uwe Hassbecker, später bei Silly (und Ehemann von Tamara Danz). Leider ist ausgerechnet die längste Nummer "Das Paar" der Durchhänger dieses Albums. Dafür gibt's mit dem Titelstück wieder Funkiges, Stevie-Wonder-Ähnliches - genau wie in "El Salvador", dessen Text allerdings grenzwertiger Politschrott ist.

6. Taufrisch, 1985
Was ist denn das?! Ein übel hallendes, stumpf hackendes Schlagzeug. New-Wave-Keyboardgedöns. Statt der strahlenden Stimme Fißlers singt da ein Schlagerstimmchen. Trötendes Saxofon. Nur der Bass ist funkig wie gehabt. - Stern Meißen hatten sich ruckartig vom Progrock losgesagt und waren gewöhnlich geworden. Das einzige Stück vom Stammkeyboarder Thomas Kurzhals ist auch das einzige, das musikalisch überzeugen kann ("Wir sind die Sonne", damals auch ein Radio-Hit). Der Rest ist durchschnittlich bis richtig, richtig schlecht ("Harlekin").

7. Nächte, 1987
Für alle, die dachten, daß es nicht mehr bergab gehen kann, legte das Schlagerkombinat, zu dem Stern Meißen geworden waren, noch einen Gegenbeweis vor. Die musikalische Einfallslosigkeit wurde durch viel, viel Hall hinter der Stimme des Sängers kaschiert. Sogar den funkigen Bassmann hatte man durch einen ideenlosen Nachfolger ersetzt... und Bandgründer Schreier wurde nicht mal mehr auf der Plattenhülle genannt (nur als Ko-Produzent), durfte aber auf dem Bandfoto noch sein Gesicht in die Kamera halten. Der Endpunkt eines Niedergangs.

Fazit: Fünf CDs, die man immer wieder hören kann und nur wenig Ausschuß enthalten, sind den Preis allemal wert. Man kriegt noch zwei Silberlinge dazu, die fast ausschließlich Schrott sind, und die man am besten mit dem Finger über der Skip-Taste mal antestet (und nie wieder auflegt).

Um wirklich alles Wesentliche der Sterne sein Eigen zu nennen, muß man allerdings noch Live kaufen!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 27, 2011 6:29 PM CET


Das Science Fiction Jahr 2011
Das Science Fiction Jahr 2011
von Sascha Mamczak
  Taschenbuch

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachschlagewerk, Schwerpunkt Future History, 24. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Science Fiction Jahr 2011 (Taschenbuch)
Ehe man 29,90 Euro für das gewichtige Buch von diesmal 1307 Seiten ausgibt, sollte man nachlesen, was denn alles geboten wird - in der Hauptsache ist das die Nachlieferung des schon für den Vorjahresband angekündigten, dann aber verschobenen Thementeils zur Future History. Wie kürzlich aus dem Nähkästchen geplaudert wurde, sollen damals wohl einige Texte einfach zu spät abgeliefert worden sein. Interessant vor allem zu sehen, wie die moderne SF ihre eigene Vergangenheit gnadenlos als eine Art Steinbruch für Ideen benutzt, die sich dann als gar nicht mehr so neu herausstellen.

- Stephen Baxter: Von der Entstehung der Zukunft. Future Histories in Literatur und Film
- John Clute: Die helle und die dunkle Seite des amerikanischen Traums. Die Geburt der Future History aus dem Geist der Pulps
- Karsten Kruschel: Vorgebliche Landkarten des Künftigen. Von der Spiegelung der Gegenwart in die ferne Zukunft
- Sascha Mamczak: Der Weg aus Onkalo oder Plädoyer für die Future History
- Karlheinz Steinmüller: Die Spinne in der Badewanne. Olaf Stapledons visionäre Geschichte der Zukunft
- Bartholomäus Figatowski: Am Puls der Menschheit. Ein Streifzug durch Robert A. Heinleins Future History
- Richard Wagner-Glass: Das größte Märchen aller Zeiten. Die Roboter/Foundation-Saga von Isaac Asimov
- Erik Simon: Der Mittag der Menschheitsgeschichte. Anmerkungen zum Zukunftszyklus der Gebrüder Strugazki
- Hartmut Kasper: Unser Mann. Perry Rhodan: Eine vorläufig unendliche Geschichte der Zukunft

Im allgemeinen Teil:

- Gary K. Wolfe: Zurück auf Anfang. Der Weltuntergang in der Science Fiction ... und was danach geschieht
- Uwe Kramm: "Wenn man die Grenzen der Menschlichkeit ausloten will, muss man die Menschen eben zum Äußersten treiben!" Ein Gespräch mit Peter Watts
- Sascha Mamczak: "Es muss auch Autoren geben, die alles den Bach runtergehen lassen!" Ein Gespräch mit Adam Roberts
- David Hughes: Alienated. Wie aus dem SF-Meisterwerk "Alien" ein Franchise wurde
- Peter M. Gachler: Der weite Weg zum Publikum. Fritz Langs Großbaustelle "Metropolis" - die Entwicklungsgeschichte eines Mythos
- Christian Endres: Was kostet die Katze? Was eine Neil-Haiman-Kurzgeschichte und die Zukunft der Filmfinanzierung miteinander zu tun haben könnten
- Peter M. Gaschler: Flash Forward! Die ersten Turbo-SF-Serien des 21. Jahrhunderts
- Peter M. Gaschler: Nummer 6 gibt nicht auf. Die britische Kultserie "The Prisoner"
- Uwe Neuhold: Wie klingt die Zukunft? Eine Reise durch die Soundwelten der SF-Filme
- Hartmut Kasper: Aliens, Nazis, Wunderwaffen und Kim Wilde
- Hartmut Kasper: Über superheldenhafte Gartenarbeit, eine Unterschrift von Wonder Woman und Triumphzüge durch die Kulturgeschichte
- Hartmut Kasper: Superhelden im Superformat
- Christian Endres: Helden für alle. Die Superheldenserie "The 99" als Brückenschlag zwischen westliche und muslimischer Kultur
- Hartmut Kasper: "The Rocketeer" - Eine Hommage mit Raketentornister
- Christian Endres: Tierische Steampunk-Thriller. Ein quasi-viktorianisches Genre goes French in Bryan Talbots Graphic Novel "Grandville"
- Hartmut Kasper: Die Hühnchen-Apokalypse. John Laymans und Rob Guillorys bissiges Comic-Debüt "Chew"
- Thomas Gläser: Hollywoods Benutzeroberfläche. Wie SF-Filme und Interface Design sich gegenseitig beeinflussen
- Julian Koschwitz: Schnittstelle Mensch. Spekulative Szenarien der SF und Entwicklungen im Hybrid Design
- Usch Kiausch: "Vielleicht treffen wir ja irgendwann auch mal außerirdische Europäer..." Ein Gespräch mit Professor Harald Lesch
- Uwe Neuhold: Quantenschwärme. Über die notwendige Revolution des Menschenbildes
- Peter Kempen und Wolfgang Neuhaus: Kommunion in der Unendlichkeit. Eine kosmovirtueller Polylog

Rezensionen von
- Hartmut Kasper über Kage Baker ("Die Frauen von Nell Gwynne's") und Ian McEwan ("Solar")
- Sascha Mamczak über J. G. Ballard ("Das Wunder des Lebens")
- Karsten Kruschel über Iain Banks ("Die Sphären"), Simon Clark ("Vampyrrhic"), Jürgen Domian ("Der Gedenkenleser"), Tristan Egolf ("Kornwolf"), Klaus Middendorf ("Celtic Connexion"), Jürgen Schütz/Christian Barnahazi ("Frauen! Erzählungen über das starke Geschlecht") und James Triptree jr. ("Quintana Roo"), Bastian Wierzioch ("Doch dunkel") und Walter Jon Williams ("Der Fall des Imperiums", "Sternendämmerung")
- Sven-Eric Wehmeyer über Justin Cronin ("Der Übergang"), Joe Hill ("Teufelszeug") und Stephen King ("Zwischen Nacht und Dunkel")
- Franz Rottensteiner über Rainer Eisfeld ("Abschied von Weltraumopern") und Simon Spiegel ("Theoretisch Phantastisch")
- Hermann Urbanek über Edmond Hamilton ("Die Rückkehr von Captain Future")
- Gundula Sell über Karsten Kruschel ("Vilm - Der Regenplanet", "Vilm - Die Eingeborenen") sowie Angela und Karlheinz Steinmüller ("Computerdämmerung")
- Christian Endres über Sergej Lukianenko ("Trix Soldier - Zauberlehrling voller Fehl und Adel")
- Uwe Neuhold über Paul Melko ("Die Mauern des Universums") , Paul Milo ("Your Flying Car Awaits"), Felix J. Palma ("Die Landkarte der Zeit"), Thomas Sautner ("Fremdes Land"), John Scalzi ("Metatropolis") und Karl Schröder ("Planet der Sonnen", "Säule der Welten")
- Simon Spiegel über André Müller ("Film und Utopie")
- Sebastian Pirling über Haruki Murakami ("1Q84")
- Usch Kiausch über Harald Zaun ("SETI. Die wissenschaftliche Suche nach außerirdischen Zivilisationen")

Dazu die gewohnten Überblicks-Rubriken zu SF im Kino und auf DVD, SF-Hörspiel, Wissenschaftsbuch und SF im Computerspiel, Marktberichte und die weltweit vergebenen SF-Preise.


Traveler
Traveler
Wird angeboten von HLRecordsEU
Preis: EUR 24,73

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Electronische Musik - sehr abwechslungsreich, 5. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Traveler (Audio CD)
Dies ist elektronische Musik, die sich oberflächlich so beschreiben läßt: Der junge Jean-Michel Jarre hat zuviel Kraftwerk und Mittsiebziger-Tangerine Dream gehört, ehe er beschloß, eine Platte aufzunehmen, die wie Air ohne Bremspedal und Schlaftabletten klingt.

Das geht mit dem ersten Stück los, das mit der bekannten Star-Trek-Fanfare spielt, ohne sie direkt zu zitieren, und schwelgerische Streicher mit wortlosem Chorgesang konfrontiert, ehe Posaunen dem Stück etwas Pathos hinzufügen. Vintage Science Fiction (allen für den Namen muß man sie lieben) machen gleich zu Anfang klar, daß es hier nicht nur Sequencer-Geblubber geben wird.

"Space Odyssey For Lovers" ist ein hüpfender Tanzflächenfüller mit Vocodergesang und einiger Selbstironie. "Flux Conjunction" vereint leichtverdaulichen Techno mit den Sounds des jungen JM Jarre (wieder ein Tanzflächenfüller). In "Electric Buddah" gibt es Gitarrenklänge, eine groovende Baßlinie und Orchesterklänge, scheinbar aus einem parallelen Universum herüberdringend (aus den Ideen allein in dieser Nummer hätten andere Acts eine ganze LP-Seite geklöppelt).

In "Science We Trust" wartet mit spaciger Atmosphäre und einem - tatsächlich - einem Kinderchor, ehe retroklingelnde Synthis in eine Kraftwerk-Anspielung überleiten. Das Titelstück "Traveler" (mit fast sechs Minuten der längste Track der Platte) sollte, wie alle anderen Stücke auch, mit viel Baß gehört werden, um seine hypnotische Kraft entfalten zu können. Wäre auch eine prima Nummer für einen Space-Night-Soundtrack...

Es folgt eine James-Bond-Filmmusik: "She Has A Spaceship" würde sich da wirklich gut machen - wenn auch eher in jener augenzwinkernden Art, wie es die United Future Organization oder Apollo 440 getan haben.

Fast alle Nummern beginnen gemächlich, führen ihre Ideen nach und nach ein, steigern sich bis hin zu gutversteckten jazzigen Keyboard-Soli, die man auch auf einer verschollenen Return-To-Forever-Platte von 1974 vermuten könnte. Im Sound liegt dabei so was eigenes - eine lässig-ironische Lockerheit, die vielen deutschen Elektronikern abgeht. Die Produktion ist erstaunlich fett, und bei vielen Sachen ist man kaum bereit zu glauben, daß das alles aus Synthesizern und Drummachines stammt.

Eine clevere Gute-Laune-Platte!


Live at the Wetlands
Live at the Wetlands
Preis: EUR 13,89

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bekannte Pink-Floyd-Stücke virtuos mit Blues paniert und auf der Pfanne der Improvisation gebraten, 11. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Live at the Wetlands (Audio CD)
Dies ist NICHT die x-te Scheibe mit möglichst exakt nachgespielter Pink-Floyd-Mucke, sondern ein erfrischendes Live-Dokument, bei dem exzellente Musiker die Nummern dieses Rock-Dinosauriers auf ihre Blues-Wurzeln zurückführen.
Und auf dieser Basis ausgiebig jammen, daß es eine Freude ist.

Dabei kommen erstaunliche Dinge zutage: Etwa eine völlig kitschfreie Neun-Minuten-Version von "Wish You Were Here", deren Gitarrensolo rezeptpflichtig sein müßte.
Siebzehn Minuten "Set The Controls...", wie man sie SO unter Garantie noch nie gehört hat.
"Sheep" beginnt mit Nintendo-Streichern und schnaubenden Pferden - und wer hätte gedacht, daß in "Have A Cigar" ein zwölfminütiger Space-Rock steckt?
Der Gipfel sind dann fast 20 niemals langweilige Minuten "Us And Them".
"Young Lust" war noch nie so bedrohlich.

Das alles ist in ordentlicher Qualität, wenn auch eher rauh, aufgenommen; das Schlagzeug rumpelt gelegentlich, und die gesanglichen Leistungen sind hier und da gewöhnungsbedürftig. Ordentlich psychedelischer Hall ist meistens dabei.

Blue Floyd sind ein "Freizeit"-Projekt mit wechselnden Besetzungen aus Musikern von den Black Crowes und Gov't Mule. Ein paar der angegebenen Namen dürften Pseudonyme sein, denn Berry Oakley ist schon über 30 Jahre tot. Der Name des zweiten Gitarristen ist aus den Namen zweier Kollegen der Allman Brothers Band zusammengesetzt. Und ob der Schlagzeuger tatsächlich der Sohn von Roy Orbison ist, lassen wir mal dahingestellt...

Jedenfalls hatten sie zusammen eine Menge Spaß auf der Bühne!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 21, 2011 11:14 PM MEST


Strugatzki Gesammelte Werke 2: Drei Romane in einem Band: Picknick am Wegesrand; Eine Milliarde Jahre vor dem Weltuntergang; Das Experiment
Strugatzki Gesammelte Werke 2: Drei Romane in einem Band: Picknick am Wegesrand; Eine Milliarde Jahre vor dem Weltuntergang; Das Experiment
von Arkadi Strugatzki
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

56 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frischgebliebene Meisterwerke, 6. Oktober 2010
Dieser Band enthält drei Texte der Strugazkis, die bereits vor Jahren erschienen sind. Der Roman "Picknick am Wegesrand" kam zuerst in der DDR als Hardcover im Taschenbuchformat heraus und wurde berühmt, weil der russische Star-Regisseur Tarkowski es spektakulär verfilmte (Stalker). "Eine Milliarde Jahre vor dem Weltuntergang" - eine Powest, jene typisch russische Erzählform zwischen langer Erzählung und Novelle - erschien in der mittlerweile legendären schwarzen Spektrum-Reihe des Verlages Volk und Welt. "Das Experiment" - der Roman, der mehr als die Hälfte dieses Bandes ausmacht - erschien zuletzt 2003 bei Heyne in der Reihe Meisterwerke der Science Fiction (vorher erschien er unter dem irreführenden Titel "Die Stadt der Verdammten").

Warum diese drei Texte hier, in einem dicken Band versammelt, fünf Sterne kriegen?

Darum:

1. Zwar es es keine Trilogie, aber dennoch hat es durchaus Sinn. diese drei Bücher zusammenzufassen. Alle drei beschreiben die Reaktionen der Menschen auf den Einbruch des Unvorstellbaren. Im "Picknick" haben offenbar außerirdische Besucher allerlei unverständliches Zeug auf der Erde hinterlassen, das die Menschen zwischen Gier und Faszination schwanken läßt. Der zweite Text konfrontiert die Protagonisten mit sehr rätselhaften Eingriffen in die Realität und besteht eigentlich nur aus Gesprächen ... und russischen Gelagen (viel Wodka, viel Essen) ... und noch mehr Gesprächen der schrägeren Art ... und ist dennoch spannend zu lesen. Der dritte Text beschreibt die Erlebnisse von Menschen, die aus allerlei Ländern und unterschiedlichen Zeitepochen zusammengewürfelt in einer offenbar künstlichen Welt gelandet sind - die Sonne z. B. wird an-und ausgeschaltet, eine gelbe Mauer zieht sich durchs Land, und dergleichen mehr.

2. Erstmals kann man die Romane so lesen, wie sie ursprünglich gedacht waren. Die Zensur hatte erst in der Sowjetunion zugeschlagen, und dann bei den deutschen Ausgaben nochmal, diesmal die in der DDR. Erik Simon (Reisen von Zeit zu Zeit) hat sich die Mühe gemacht, die ungekürzten und unzensierten Originalfassungen durchzusehen und alles wieder einzufügen, was irgendwelche selbsternannten Weltverbesserer und Zensurapostel verändert hatten. Diese Eingriffe reichen von "entlarvend" über "strohdumm" bis zu "lächerlich". Nun sind alle gestrichenen Stellen neu übersetzt worden und an den richtigen Plätzen wieder eingefügt.
Unverstümmelt liest sich vieles ganz anders.

3. Punkt 2 trifft nicht (oder nur teilweise) zu für "Das Experiment" - das haben die Gebrüder Strugazki 1969 bis 1972 geschrieben und in der Sowjetunion erst gar nicht versucht zu veröffentlichen (insoweit waren die beiden realistisch eingestellte Menschen). Das Manuskript hat etliche Jahrzehnte in verschiedenen Schubladen überdauert und konnte erst 1988 gedruckt erscheinen - in winziger Auflage und mit seltsamen Einschränkungen.

4. Im Anhang wird ein Aufsatz von Karlheinz Steinmüller (Der Traummeister) abgedruckt, in dem er berichtet, wie ihn die Bücher der russischen Autoren beinflußt haben.

5. In einem Anmerkungsteil erklärt Erik Simon Anspielungen, Begriffe und Querverbindungen, die dem deutschen Leser nicht unbedingt bekannt sein dürften. Daß die Russen gerne alle Erfindungen der Welt auf russische Erfinder zurückführen, weiß der geübte SF-Fan zwar schon seit Pawel Chekovs Vorträgen auf der Enterprise-Brücke, dennoch ist es nett zu erfahren, daß der russische Gutenberg Fjodorow heißt.

6. Äußerst irritierend mutet die Tatsache an, daß die geschilderten menschlichen Abgründe und irrationalen Verhaltensweisen völlig vertraut und gegenwärtig wirken. Auch wenn der Leser keinen Dunst hat von den teilweise wirren Gedankengängen ehemals sozialistischer Vordenker: Man möchte vor den nächsten Laternenmast laufen vor Begeisterung. Auf daß der Schmerz der Erkenntis nachlasse...

Anmerkung: Für alle Menschen, die Bücher nur in gediegener, fest gebunderer Form im regal sehen möchten, gibt's eine textidentische Luxusausgabe im Golkonda-Verlag.


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