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Rezensionen verfasst von
Sodastra (Wolfsburg)

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Emporia SMART S1 (Android 4.4.2, 4,5" Display, 8MP Kamera, 2MP Frontkamera), Schwarz
Emporia SMART S1 (Android 4.4.2, 4,5" Display, 8MP Kamera, 2MP Frontkamera), Schwarz
Preis: EUR 216,97

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Außen hui - innen pfui, 4. August 2017
Ich hatte nach einem Smartphone gesucht mit dem "gewissen Etwas", irgendeinem Mehrwert im Vergleich mit den normalen Varianten. Meine Ansprüche waren auch nicht sonderlich hoch, da das Smartphone nur zum Telefonieren sowie SMS, Whatsapp und Navi vorgesehen war. Diesen Mehrwert hat das Emporia Smart durchaus - eigenes Menü mit komfortabler Bedienung, die zusätzliche haptische Tastatur, haptische Tasten, Eingabestift, Ladestation, wechselbarer Akku. Das Gerät selbst wirkt auch sehr hochwertig und stabil.

Von Innenleben lässt sich leider nicht Ähnliches behaupten. Abgesehen von den hier schon genannten schlechten Leistungsdaten sorgt insbesondere das Verhalten des Phones für Unmut. Der Wechsel zwischen Apps und Menü erfolgt sehr träge, der Touch-Bildschirm hat Schwierigkeiten, Wisch-Gesten zu erkennen, bisweilen ist überhaupt keine Eingabe mehr möglich. Apps stürzen manchmal laufend ab oder lassen sich gar nicht erst aufrufen, bei Tastatureingaben verschwindet die Bildschirmtastatur nach wenigen Zeichen. Die Probleme lassen sich durch einen Neustart häufig beheben, kehren später aber zurück. Der Empfang des Emporia Smart ist verglichen mit einem jahrealten Samsung äußerst schwach; innerhalb von Gebäuden funktioniert in der Regel nichts mehr.

In diesem Zustand ist das Emporia Smart leider nicht sinnvoll zu verwenden und schon gar nicht Senioren zu empfehlen. Die brauchen nicht unbedingt umfangreiche Funktionen, aber durchaus ein stabiles und zuverlässiges Gerät. Die Idee hierzu ist gut, aber leider technisch unzureichend umgesetzt. Es sieht auch nicht danach aus, dass diese Macken ausgemerzt würden. Daher kann ich den Kauf dieses Smartphones leider nicht empfehlen.


Tassimo Milka, 5er Pack (5 x 8 Portionen)
Tassimo Milka, 5er Pack (5 x 8 Portionen)
Wird angeboten von FROG.coffee
Preis: EUR 36,92

1.0 von 5 Sternen Minderwertige Qualität zu hohem Preis, 14. Februar 2016
Ich hatte mir zuerst eine Dolce Gusto-Maschine gekauft. Da die Tassimo-Discs in vielen Fällen jedoch für eine größere Füllmenge ausgewiesen sind, wollte ich es auf den Versuch ankommen lassen und habe einige Sorten mit der günstigsten Tassimo-Maschine getestet.

Das Ergebnis ist absolut enttäuschend.

Der Milka schmeckt selbst mit der Originalwassermenge wässrig, Kakaogeschmack muss man suchen. Mit viel Wohlwollen ist er geschmacklich allenfalls mit dem "Nesquik" von Dolce Gusto vergleichbar, allerdings ist der nicht wässrig. Mit dem feinen Unterschied natürlich, dass der Milka doppelt so teuer ist, weil nur 8 Kapseln statt 16...


Mittelerde: Mordors Schatten - [PlayStation 4]
Mittelerde: Mordors Schatten - [PlayStation 4]
Wird angeboten von ak trade
Preis: EUR 25,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nemesis-Sandbox, 4. Oktober 2014
Es ist grundsätzlich nichts Schlechtes, auf dem festgefahrenen Spielemarkt Weiterentwicklungen und Neuerungen zu präsentieren. Leider aber läuft das in letzter Zeit meistens darauf hinaus, das einem bereits bekannten Spielprinzip lediglich ein zwar gut ausgearbeiteter, aber dennoch nicht essenziell wichtiger Nebenaspekt hinzugefügt wird. So auch bei Schatten von Mordor.

Mordors Schatten ist im Prinzip nichts weiter als ein Open-World Spiel mit den bekannten Elementen: Eine Handvoll Hauptquests, die zumindest versuchen, einen roten Faden für den Spielfortschritt zu liefern. Dazu Nebenquests und einige spezielle Events, um für Abwechslung zu sorgen. Die Spielwelt selbst hat neben der Sandbox und seinen Gegnern noch ein paar Collectibles zu bieten - und das wars. Um für Spielmotivation zu sorgen, gibt es als Indikator des Spielfortschritts zudem noch eine Portion Rollenspiel, indem nach und nach Spiel- und Steuerungsmechaniken verändert und hinzugefügt werden sowie als Ersatz für ein aufwändiges Itemsystem Runen, welche einige Werte und das Ressourcenmanagement des Spielers verändern.

Im Prinzip hat man im Bereich der Story nicht einmal schlechte Arbeit abgeliefert. Das Setting Mordor ist insofern eine gute Idee, als dass Tolkien diesen Teil am wenigsten ausgearbeitet hat, was eigene Interpretationen erlaubt. Im Rahmen der Collectibles wird zudem Bezug genommen auf alle Zeitalter und damit größere Teile von Tolkiens Geschichten, als dies irgendein anderes Spiel je gemacht hätte. Auch die Storyquests selbst mit ihren Sequenzen wissen zu überzeugen, die Vertonung aller Inhalte ist erstklassig. Handwerklich hervorragend gemacht, verbleibt die Spielimmersion und Geschichte aber leider dennoch auf sehr flachem Niveau.

Das einzige "revolutionäre" Element in Mordor ist das Nemesis-System. Die Gegner kämpfen im Rahmen von Nebenquests sowohl untereinander als auch gegen den Spieler; Aktionen des Spielers haben auf die Ränge der Orks Auswirkung. Dies gilt insbesondere im Fall des Spielertodes; der dafür verantwortliche Gegner steigt im Rang auf und versucht seinerseits den nächsthöheren Ork zu töten oder erinnert sich beim nächsten Zusammentreffen alternativ an die schmähliche Niederlage des Spielers. Um diesen Aspekt möglichst häufig demonstrieren zu können, hat man den Schwierigkeitsgrad insbesondere am Anfang sehr hoch angesetzt, was häufig zu Frust führt. Das Nemesis-System ist ansonsten hervorragend ausgearbeitet, etwas wirklich Neues und motiviert durchaus zum Weiterspielen. Nur: Das alleine ist einfach zu wenig. Im Gegenzug gibt es in Mordor vieles andere nämlich nicht: Die Story ist relativ schwach, es gibt keine NPCs, abseits von Quest-Videosequenzen nur ein paar Kommentare vom Geist des Spielers. Die Runen sind nur ein schwacher Ersatz für ein vollwertiges Itemsystem und machen das Jagen normaler Orks abseits von Erfahrungspunkten völlig bedeutungslos. Und kaum ein Spieler hat ein Interesse daran, häufig zu sterben, nur um die Wirkungsweise des Nemesis-Systems zu demonstrieren.

Worin Mordor brilliert ist abseits des Nemesis-Systems die charakterliche Ausgestaltung der Orks über Sprachkommentare und das Kampfsystem samt diverser Unterstützungsmöglichkeiten in der Umgebung. Auch das Skillsystem weiß zu überzeugen und ermöglicht sowohl die Anpassung an den eigenen Spielstil als auch die konsequente Weiterentwicklung bestehender Spielmechanismen, so dass dieser Teil durchaus zu motivieren weiß. Gleichwohl gibt es keine Möglichkeit, sich grundsätzlich zwischen Nahkampf, Fernkampf und Schleichen zu entscheiden; es sind grundsätzlich alle Aspekte notwendig, da die Gegner gegen ein oder zwei Kampfarten in der Regel immun sind.

Daraus folgt jedoch leider, dass der Kern von Mordor der Kampf ist, während die meisten Basics eines guten Spieles vernachlässigt wurden. Und damit ist Mordor leider kein herausragendes Spiel. Diesen Mix haben andere Open-World Spiele wie z.B. Saboteur weit besser hinbekommen. Denn letztlich wird jede Open World repetitiv und einsilbig, umso schneller wenn es ausser dieser nicht viel zu bieten hat. Mordor hat daher bei mir vor allem eines bewirkt: Den Wunsch, "Krieg im Norden" auf der alten Konsolengeneration trotz aller technischer Minderwertigkeit und fehlender Innovationen doch endlich mal durchzuspielen.


Destiny - Standard Edition - [PlayStation 4]
Destiny - Standard Edition - [PlayStation 4]

63 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 10. September 2014
Die hier bisweilen geäußerte Kritik ist durchaus verständlich, denn Destiny hat das Potenzial, die Spielergemeinde zu spalten.

Im Prinzip handelt es sich bei Destiny um einen weiteren Ableger der in letzter Zeit häufiger erscheinenden Shooter, die neben den seit Jahren bekannten kompetitiven Modi auch kooperative Matches beinhalten. Anders als die Konkurrenz allerdings (noch) nicht mit Ingame-Bezahlshop. Zudem bedient sich Destiny bei anderen Sparten - ein wenig Rollenspiel, eine gute Portion Itemhatz. Das Science-Fiction Setting bringt frischen Wind in die angestaubte COD/Battlefield-Welt und Bungie gelingt es durchaus, das ganze episch zu inszenieren.

Mehr als das ist es aber leider auch nicht. Das macht Destiny nicht zu einem schlechten Spiel, aber den grandiosen Überflieger vermag ich einfach nicht zu erkennen. Dafür fehlt es an spielerischer Tiefe, tiefgründiger Atmosphäre und wirklich neuen Elementen. Ein Lob verdient Bungie aber für die handwerklich sehr solide Umsetzung und den fast unproblematischen Launch, das bekommt heute kaum noch jemand hin.

Kritikpunkte:

- Es gibt pro Planet eigentlich nur eine große Map; die Missionen sind in begrenzten Gebieten davon angesiedelt. Bereits in der ersten Mission wird man per Warnhinweis gebeten, ins Missionsgebiet zurückzugehen. Das Nichtbefolgen dieser Warnhinweise führt zum Tod. Schwach.
- Die Klassen unterscheiden sich nur unwesentlich voneinander. Neben reinen Statuswerten sind dies vorallem Granaten, Nahkampfangriff und die Superfähigkeit. Letztere ist die einzige, die nennenswert unterschiedlich ist, was aber nicht verhindern kann, dass ein taktisches Spiel schlichtweg nicht existiert.
- Beute ist nur sporadisch anzutreffen, der Großteil der Ausrüstung kommt aus Questbelohnungen und vor allem von Händlern. Für diese muss jedoch in nicht geringem Umfang gefarmt/gegrindet werden. Zu viel für meinen Geschmack.
- Für ein MMO gibt es zu wenig Interaktion zwischen Spielern. In der offenen Welt trifft man andere Spieler nur außerhalb der Questzonen, im Turm (interaktive Lobby) gibt es nicht mal einen Chat.
- Die Story ist belanglos, ausgearbeitete Charaktere existieren so gut wie gar nicht. Der eigene Charakter ist dermassen gesichtslos, dass man ihm nicht mal einen Namen geben kann.

Da wäre insbesondere bei diesem Budget deutlich mehr drin gewesen. Es gibt auch im Science-Fiction Setting Marken, die deutlich mehr Story&Charaktere aufweisen (Mass Effect) ebenso wie Fokus auf kooperative Itemhatz (Borderlands) und kompetitiven Hickhack sowieso (CoD, Battlefield). Destiny versucht alle Kunden zu bedienen, köchelt aber auf sehr schwacher Flamme. Obschon sich noch erweisen muss, zu was sich Destiny im Laufe der Jahre und AddOns entwickelt, habe ich dennoch meine Zweifel, dass ein Farmkonzept mit dieser Oberflächlichkeit die Spieler allzu lange bei der Stange hält.

Schade.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 18, 2014 2:34 PM MEST


Star Wars: The Force Unleashed 2 - [Xbox 360]
Star Wars: The Force Unleashed 2 - [Xbox 360]

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kritiken leider gerechtfertigt, 27. Mai 2014
Ich hatte mir den zweiten Teil aufgrund der teils harschen Kritiken lange, lange Zeit nicht zugelegt. Für rund 17 € habe ich ihn nun aber in Ermangelung interessanter Alternativen doch mitgenommen. Leider stellt sich das Machwerk aber genau so dar, wie hier kritisiert. Es geht dabei noch nicht einmal um Spielzeit oder Story. Zwar ist beides schlechter als im ersten Teil, aber noch kein Beinbruch. Vielmehr muss man es als erwiesen ansehen, dass hier versucht wurde, aus einem erfolgreichen Titel mit möglichst wenig Mehraufwand noch einmal ordentlich Profit zu schlagen.

So gibt es lediglich zwei unterschiedliche Welten, die fürs Spiel relevant sind. Die erste wird zweimal verwendet, macht insgesamt stolze drei Level zuzüglich eines kleinen Cutscene-Intermezzos auf Dagobah. Damit die Spielzeit diesen Minderaufwand nicht zu sehr widerspiegelt, werden die Level über Gebühr in die Länge gezogen. Immer wieder die gleichen Plattensets und Gegnergruppen, in deren Platzierung man so etwas wie Immersion gar nicht erst zu suchen braucht. Den Vogel schießt das Endgame ab mit endlos scheinenden Hüpfeinlagen und einem über Gebühr in die Länge gezogenen Endkampf.

Im eigentlichen Gameplay halten sich die Neuerungen in Grenzen und beschränken sich größtenteils auf einige neue Gegner, die sich jedoch zu häufig wiederholen. Alles andere wie Quick-Action Flugszenen, Machtspielereien und Finishing Moves gab es vorher auch schon. Als Ergänzung gibt es neben dem Hauptspiel noch "Herausforderungen" in Form spezifischer Aufgaben, falls einem das Gameplay nicht schon zum Halse heraushängt. Ironischerweise kommt das Spielende letzlich doch recht willkommen, weil sich das Spielpotenzial schon längst erschöpft hat. Und das liegt nicht daran, dass der Erstling da abwechslungsreicher gewesen wäre, sondern an der schlechteren Atmosphäre und Immersion des Nachfolgers; subjektive Einschätzungen schwanken jeweils zwischen "langatmig" und "kitschig". Einzig lobenswert sind wieder einmal die hervorragenden Filmszenen. Aber mal ehrlich: Da wäre man selbst mit der Anschaffung einer Staffel Clone Wars besser bedient.

Fazit

Der zweite Teil hätte als DLC wohl noch getaugt, weshalb ein Preis von 17-18 € noch halbwegs akzeptabel erscheint. Als solcher wäre es aber natürlich nicht nötig gewesen, den Inhalt über Gebühr zu strecken. Und dann hätte man einige Passagen durchaus positiver bewerten können. Als Fortsetzung der Story aus Teil 1 geht es für den Preis auch in Ordnung, nötig ist diese allerdings nicht - denn das Ende von Teil 1 war sowohl emotional genug als auch ohne Bedarf an einem Nachfolger. Folglich ist die Anschaffung dieses Titels selbst für diesen kleinen Preis eigentlich nur für wahre Fans lohnenswert, der Rest ist mit dem Erstling in allen Belangen hinreichend bedient.


Diablo III - [Xbox 360]
Diablo III - [Xbox 360]
Wird angeboten von ak trade
Preis: EUR 11,99

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Konsequente Weiterentwicklung ohne Innovation, 10. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Diablo III - [Xbox 360] (Videospiel)
Es gibt zwei Dinge, die man von einem Nachfolger erwartet: Die Weiterentwicklung des Spiels und das Einbringen neuer Ideen.

Für Ersteres ist Diablo 3 ein Paradebeispiel.

So wurde das Inventar überarbeitet; Heiltränke liegen auf einem festen Timer, Gegenstandsstapel belegen unabhängig von der Gegenstandsgröße immer einen Slot, die Lagertruhe ist mehrfach erweiterbar. Im Endeffekt lassen sich weit mehr Gegenstände lagern als im Vorgänger, der Goldbestand wird zudem von allen Charakteren gleichermaßen verwendet.

Das Crafting wurde stark verbessert; der Horadrimwürfel wurde durch zwei Handwerker ersetzt, die durch Aufwertung jeweils neue Rezepte freischalten können. Zudem lassen sich zusätzliche Rezepte für Gegenstände in der Welt finden - ebenso wie sich in der Welt und durch Verwertung von Gegenständen die für die Gegenstände notwendigen Materialien sammeln lassen.

Das Skillsystem wurde je nach Interpretation vereinfacht oder flexibler gestaltet; feste Skillverteilungen gibt es nicht mehr, da sich die Skills je nach Situation frei austauschen lassen. Zudem ist jede Fähigkeit durch Runen erweiterbar, wodurch sich bisweilen völlig neue Fähigkeiten ergeben, die oft auch anders aussehen. Unterschiedliche Builds sind nach wie vor möglich, ihnen fehlt jedoch das unveränderliche Element.

Das System der unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade wurde beibehalten und ausgebaut; nicht nur gibt es andere und bessere Beute; auch bestimmte Handwerksmaterialien lassen sich nur in höheren Schwierigkeitsgraden finden. Zudem muss das Spiel mehrfach durchgespielt werden, um alle Herausforderungen zu meistern; was einem erlaubt, die eigene Flagge interessanter zu gestalten. Darüber hinaus enthält die Konsolenversion auch die beim PC nachgepatchten Paragon-Level. In Diablo 3 wurde somit erkennbar mehr Fokus darauf gelegt, das Langzeitspiel zu fördern.

Was die neuen Ideen angeht, ist allerdings kaum bis wenig zu erkennen.

Story und Kampagne sind sowohl kürzer als auch schwächer als in Teil 2. Einige der Charaktere sind bisweilen dermassen flach, dass sie schon kitschig wirken - stellenweise werden Fantasy-Stereotype bedient, die schon seit Jahren aus der Mode sind. Zwei der fünf Charakterklassen sind fast identische Kopien der Diablo 2 - Gegenstücke. Sehr viele Gegnertypen sind bereits aus dem zweiten Teil bekannt. Auch die Levelarchitektur hat sich kaum weiterentwickelt. Nachwievor haben diese labyrinthartige Charakteristika, die mit Authenzität nichts zu tun haben. Nachwievor gibt es Plattensets, deren Dungeons quasi in der Luft schweben. Nachwievor kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige Level lediglich eine jeweils unterschiedliche Zusammensetzung immer gleicher Elemente darstellen. Nun sind neue Ideen freilich ein zweischneidiges Schwert, gerade bei Diablo. So ist das Auktionshaus der PC-Version als neue Idee aufgrund der gierigen Umsetzung sehr schlecht angekommen.

Und hier hat Diablo in den Jahren 2012/2013 ein gewaltiges Problem. Anno 2000 gab es keine ernstzunehmenden Spiele, welche den Sammeltrieb so exquisit zu befriedigen wussten. Heutzutage gibt es dafür aber selbst auf der Konsole so einige. Ob es nun der Arcade-Titel Torchlight, Dungeon Siege oder vollwertige Rollenspiele wie Skyrim und Kingdoms of Amalur sind: Sie alle haben Crafting und Itemsysteme mit besonderen Gegenständen. Die meisten von ihnen haben jedoch eine weit interessantere Levelarchitektur, ein richtiges Questsystem, gut ausgearbeitete Charaktere und einige sogar eine frei begehbare Welt. Selbst das dem Spielsystem von Diablo am Nähesten anzusiedelnde Borderlands verfügt in seinem zweiten Teil über eine weit interessantere (und auch längere) Kampagnenstory.

Was im Jahre 2013 übrig bleibt, ist neben dem Onlineaspekt die Itemspirale über mehrere Schwierigkeitsgrade hinweg - und der Eindruck, an vielen anderen Stellen zu kurz gekommen zu sein. Anno 2000 war das Spitzenklasse, heutzutage ist das aber leider nur handwerklich sehr ordentlicher Durchschnitt. Unterm Strich bleibt für mich dadurch folgende durchweg ironisch zu verstehende Empfehlung übrig:

Diablo 3 ist etwas für die Diablo-Fans, die anno 2000 ihren Charakter bis Level 99 gespielt haben. Der Rest bezahlt mit dem Kaufpreis ein Stück Nostalgie, die er in Diablo 3 nicht mehr finden wird.


Defiance - [Xbox 360]
Defiance - [Xbox 360]
Wird angeboten von Playboxx
Preis: EUR 3,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MMO-TPS mit Potenzial, 13. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Defiance - [Xbox 360] (Videospiel)
Defiance ist ein als MMO ausgeführter Third-Person-Shooter mit einigen Besonderheiten. Grundsätzlich beinhaltet der Neuling jedoch bewährte Kost - Levelsystem, Ausrüstungsmanagement (Waffen/Schutzschilde/Kleidung/Fahrzeuge), einen weitreichenden Storyplot nebst zahlloser Nebenmissionen und Herausforderungen und einer umfangreichen Spielwelt. Auf der XBox erhält das Spiel durch den MMO-Charakter bereits ein Alleinstellungsmerkmal, auf dem PC sind derlei Spiele aber zunächst nichts Besonderes - allerdings glänzt Defiance hier mit einigen Unterschieden, auf welche ich mich in dieser Rezension auch beschränken möchte.

Levelsystem

In Defiance gibt es 5000 Ego-Level, mit denen eine Vielzahl von Charakterwerten freigeschaltet werden kann. Diese Level sind jedoch nicht mit den Stufen klassischer RPGs zu vergleichen; Grundwerte wie Leben, Schilde oder Schaden verändern sich durch die Level nicht. Lediglich über die Modifikationen (Perks) sind Änderungen zu erreichen. Hierbei sprechen wir jedoch über Dinge wie 25% mehr Lebensenergie, 9-30% mehr Schaden oder 15% Schadensschutz. Für viele Boni gelten zudem Voraussetzungen - so muss man geduckt sein, sich nicht bewegen oder ungezielt aus der Hüfte feuern.

Sowohl die Höhe der Boni als auch deren Verfügbarkeit ist jedoch weit von der Charakterskalierung entfernt, die in klassischen MMORPGs üblich ist. Selbst die vier Klassenskills, von denen nur einer gleichzeitig aktiv sein kann, können innerhalb des gleichen Charakters beliebig oft gewechselt werden.
Konsequenz: Jeder kann mit jedem zusammen spielen in jeder beliebigen Klassenkombination - und zwar auf der ganzen Karte, da es keine begrenzten Levelgebiete gibt.

Itemskalierung

Es gibt in Defiance zwar die gängigen Unterschiede in Itemqualitäten, was deren Seltenheit betrifft. Diese haben aber so gut wie keine Auswirkung auf die Grundwerte. So bleiben die Schadenswerte das ganze Spiel über relativ auf gleichem Niveau. Über Modifikationen und Itemqualitäten gibt es jedoch zusätzliche Boni - leicht verbesserte Genauigkeit, schnelleres Nachladen, größere Magazinkapazitäten und Ähnliches. Mit steigendem Ego-Level werden zudem Waffen verfügbar, die über Synergieboni unterschiedlichster Art verfügen.
Konsequenz: Durchaus reichhaltiges Optimierungspotenzial vorhanden, aber die Unterschiede zu den Anfangswaffen halten sich derart in Grenzen, dass wiederum jeder mit jedem zusammen spielen kann.

Lootsystem

Erfahrung und Beute hängen unmittelbar von dem verursachten Schaden ab, jeder Spieler sieht grundsätzlich nur die ihm zugedachten Gegenstände. Damit entfällt jegliches Würfeln und Streit um Beute. Bei den großen Archenfällen (die "Raids" in Defiance) wird am Ende eines solchen Events zusätzlicher Loot gar separat verteilt.

Ganz allgemein sind fallengelassene Gegenstände aber eher ein seltener Anblick. Der größte Teil besteht aus Geld, Munition und Ressourcen, die man wiederum zu Erwerb oder Modifikation von Gegenständen einsetzen kann. In Folge hält sich das Mikromanagement sehr in Grenzen.

Spielwelt

In Defiance trifft man Gegner weitaus seltener auf gescripteten Wegen in der Landschaft als vielmehr im Rahmen spezieller Events an: Straßensperren, Entführungen, Überfälle und vieles mehr. Dazu kommen bestimmte Orte wie Minen, Lager und Stützpunkte, die meist Gegenstand einer Mission sind, aber danach beliebig oft als Event wiederholbar sind. Zusätzlich gibt es noch klassische "Instanzen" als kooperative Karten sowie PvP in kompetitiven Karten - und natürlich die Archenfälle als Weltevents.

Fazit

Defiance bricht mit vielen Konventionen, die sich über Jahre eingebürgert haben. Der Zwang zum permanenten Weiterspielen, die ewige Itemhatz und ein möglichst effizienter Levelwahn - es gibt ihn hier nicht. Vielmehr gibt es Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die das Spielerlebnis aber nur minimal beeinflussen. Gleichwohl bleibt noch abzuwarten, wie es um den Reiz am Ende des Spielinhalts aussieht und ob das Streben nach geringen Verbesserungen den Aufwand wert ist.

Am Ende noch ein Wort zum Support: Wie jedes MMO hatte auch Defiance starke Anlaufschwierigkeiten und hat diese immernoch - Lags, Verbindungsverluste, Serverabstürze und eine Vielzahl von Bugs. Kritische Fehler wurden jedoch fast umgehend behoben, Wartungszeiten dauern selten länger als 30-60 Minuten und zu größeren Client Patches gibt es auch im Vorfeld Informationen. Zudem wurden den Spielern als Entschädigung zeitweise besondere Boni gewährt, die andernfalls im spielinternen Shop hätten eingekauft werden müssen - durchaus vorbildlich.


Far Cry 3 - Limited Edition (100% uncut) - [Xbox 360]
Far Cry 3 - Limited Edition (100% uncut) - [Xbox 360]

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Fortsetzung, 20. Dezember 2012
Vorwort

Fortsetzungen haben in den letzten Jahren eine recht unselige Tradition beschritten. Im günstigsten Fall wird das gleiche Spiel mit neuer Story verkauft, in ungünstigeren Fällen vertraut man auf die Marke und spart an Funktionen ein in der Hoffnung, genauso viel Umsatz mit weniger Aufwand machen zu können. Far Cry 3 ist hier eine löbliche Ausnahme - man hat sich fast aller Kritikpunkte am zweiten Teil angenommen, zudem eine neue Welt mit frischen Charakteren geschaffen. Derlei klassische Produktpflege verdient ob ihrer Seltenheit daher durchaus erwähnt zu werden.

Änderungen

Statt gravierender Bugs gibt es nun ein handwerklich fast perfektes Spiel. Respawns halten sich in Grenzen und lassen sich fast komplett unterbinden. Die Waffen haben in Sachen Realismus zu den Genregrößen aufgeschlossen, sind gar in begrenztem Rahmen veränderbar. Es gibt eine lebendige und überaus gefährliche Tierwelt. Die Charaktere sind nicht oberflächlich, sondern mit erheblicher Substanz und gewaltiger emotionaler Tiefe gesegnet sowie durch weitreichende Videosequenzen ergänzt. Zusätzlich zum aus vielen Missionen bestehenden Storyplot gesellen sich diverse Nebenmissionen und -beschäftigungen. Ferner eine Vielzahl an Sammelgegenständen, die ihrerseits spezielle Rezepte und Waffen freischalten. Im Sinne einer offenen Welt lassen sich aus Tierfellen Taschenverbesserungen und aus Pflanzen Medizin und temporäre Verbesserungen basteln. Schleichmöglichkeiten wurden ausgebaut und durch situationsbezogene Actionsequenzen ergänzt. Lediglich die Auswahl an Fahrzeugen ist etwa gleich geblieben - und auch an der Splittung des Spiels in Nord- und Südbereich hat man festgehalten.

Kritik

Auch am dritten Teil gibt es natürlich Kritik - auf recht hohem Niveau. Sei es das viel zu leicht zu verdienende Geld, relativ wenige Waffenmodifikationen, zu hoher Fallschaden oder geringe Gegnervielfalt - da mag ein jeder sein ganz persönliches Haar in der Suppe finden. Ganz anders sieht es aus mit dem Vorwurf einer recht oberflächlichen Spielwelt. In der Tat gibt es außer Gegnern und Sammelgegenständen nicht allzuviel zu tun; eine Vielzahl an Lokalitäten spielt überhaupt keine Rolle bzw. wird im Sammelfieber auch einfach übersehen. Zudem dienen viele Nebenaktivitäten nur dem Gelderwerb - gerade davon hat man aber sowieso immer zuviel. Das hätte man fraglos besser machen können. Ebenfalls wenig begeistert bin ich von dem häufigen Zwang zum Schleichspiel; doch das ist lediglich persönliche Präferenz. Atmosphärisch ergibt diese dichte Verzahnung mit dem Shooterpart durchaus Sinn.

Vergleich mit Teil 2

Es ist fast schon ironisch: Da hat der Entwickler fast alles versucht, um den Wünschen der Community gerecht zu werden und das Spiel radikal geändert, so dass man eigentlich zufrieden sein müsste. Und dann erwischt man sich dabei, sich so einiges ehedem Ungeliebte zurückzuwünschen. Nach Erobern aller Außenposten erscheinen einem die in Teil 2 permanent respawnenden Wachposten durchaus sympathisch, wünscht man sich Tiere zurück, die zur Atmosphäre beitragen statt einen dauernd beim Anschleichen an einen Außenposten anzufallen. Man stellt fest, dass im weitgehend entvölkerten Afrika aus Teil 2 weitaus mehr Zeit zum Genießen der Landschaft verblieb und die Suche nach Diamanten per GPS-Sender weitaus mehr Spaß machte als inflationär herumliegende Beutekisten zu plündern. Tja... Man kann es halt keinem Recht machen.

*** Spoiler ***

Subjektiver Kommentar: Gewaltdarstellung

Ich bin wahrlich kein Freund der sattsam bekannten deutschen Zensur-Attitüde. Aber hier muss die Frage erlaubt sein, ob so einige Darstellungen wirklich nötig sind. Da werden in euphemistisch als "Takedown" beschriebenen Nahkampfmanövern blutige Messerattacken auf verschiedenste Weisen zelebriert, ein ganzer Missionstypus mit der Anforderung versehen, das "Ziel" auf eben diese Weise zwanghaft zu erledigen, im Rahmen eines Storykampfes gar mehrfach auf den gleichen Gegner eingestochen. Dazu gesellt sich eine doch etwas extrem ausgeschmückte männliche Vergewaltigung ("Ich nehm dich blutig") und so einige andere Geschmacksverirrungen. Freilich kann man dies als "erwachsenes Spiel" beschreiben. Ungeachtet des Zielpublikums geht es allerdings auch hier immer noch um ein Unterhaltungsmedium; und sofern derlei Unterhaltung nur durch solche Darstellungen erzielt werden kann, wären die eigenen Ambitionen möglicherweise zu hinterfragen.

*** Spoiler Ende ***

Fazit

Far Cry 3 ist ein handwerklich hochwertiger Shooter, der die bisherigen Grenzen des Open-World Genres maximal ausreizt. Vorzuwerfen ist ihm jedoch, keine nennenswerten eigenen Ideen einzubringen. Das rechtfertigte gar einen Punkt Abzug, wenn da nicht eine hochwertige Story samt erstklassiger Charaktere entgegenstünden. Zudem ist es schlichtweg zu honorieren, dass hier als eine von wenigen Ausnahmen auf Spielerkritik ausgiebig reagiert wurde. Wer hier kein Fallout erwartet, sondern mit einem ausgereiften Egoshooter inclusive Schleicherweiterung mit Elementen aus diversen Third-Person Titeln zufrieden ist, sollte zugreifen.


Kingdoms of Amalur: Reckoning
Kingdoms of Amalur: Reckoning

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimtipp mit kleinen Schwächen, 20. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Kingdoms of Amalur: Reckoning (Videospiel)
Beim Lesen der Rezensionen gewinnt man zunächst einen gemischten Eindruck von Amalur, doch bei einem Preis von 30 € kann man andererseits auch nicht viel falsch machen. Obschon Amalur a priori gar nicht auf meiner Einkaufsliste stand, entpuppte es sich mit einer kleinen Anlaufzeit als absoluter Geheimtipp.

Ersteindruck

Dabei war der erste Eindruck gar nicht so spektakulär. Trotz der Werbung mit einem berühmten Fantasyautor vermochte die Welt nicht wirklich zu überzeugen. Man hat etwas klassische Fantasywelt (Elfen, Menschen, Gnome) vermischt mit einigen Feensagen; garniert mit gnomisch-römischen Legionären und einigen mythologischen Anleihen ergibt sich ein recht konfuses Bild. Spielerisch hat man sich in einem Rundumschlag im ganzen Genre bedient. Ein durchaus taktisch spielbares Hack&Slay kombiniert mit einem Questsystem nach WoW inklusive Sammelmanie nach Diablo-Art. Durchaus gelungen kombiniert, aber wiederum nichts wirklich Neues. Technisch erwarten den Spieler grandiose Landschaften und recht langweilig gehaltene NPCs - die allerdings mit einer grandiosen deutschen Syncro aufwarten können, was allein für sich genommen schon ein Novum darstellt.

Kurzum: Grundsolide, aber wenig Neues und nichts wirklich Besonderes. Doch aus einer Stunde wurden viele und am Ende stellte sich doch Begeisterung ein.

Mitgerissen und begeistert

Das lag vor allem an Qualitäten, die man anhand einer üblichen Checkliste gar nicht erfassen kann. Es ist einfach ungemein atmosphärisch, in Amalur auf Reisen zu gehen. Wunderschöne Landschaften und Umgebungen geben sich ein Stelldichein mit mal mitreissender, mal gekonnt untermalender Musik. Pathetisch inszenierte Festungen, dunkle Verliese, feuchte Höhlen - jeder Geschmack wird bedient. Untermalt wird das ganze noch von speziellen Steinen, die in poetischer Form Sagen der Spielwelt vortragen und zahllosen Büchern, welche die Spielwelt bereichern.

Schon nach wenigen Stunden wird der Spieler mitgerissen; zahllose Haupt- und Nebenquests führen ihn in jeden Winkel von Amalur, oft mit recht kreativen Ansätzen. Unterstützt wird das Abenteuer von je nach Klasse gänzlich anderen taktischen Ansätzen, während das Item- und Craftingsystem gleichzeitig einfach und komplex daherkommt. Je nach Wunsch lässt es sich unterstützend nutzen oder bis zur perfekten Ausrüstung betreiben. Gleichwohl ergibt sich bisweilen der Wunsch, derlei Mikromanagement zu vernachlässigen, da man viel lieber die nächste Geschichte erleben, einen neuen Ort erkunden oder neue Charaktere kennenlernen möchte.

Kritik auf hohem Niveau

Natürlich hat Amalur auch Schattenseiten, doch sind sie recht trivial. So kann das Fähigkeitensystem nicht wirklich als gelungen bezeichnet werden, obschon es genügend Spielvarianten bereitstellt. Einige Archetypen der Fantasy lassen sich damit jedoch gar nicht abbilden und andere nur mit entsprechendem Aufwand, während manche aus Rollenspielersicht undenkbar sind. Ein Krieger in Plattenrüstung, der schleichend mit Dolchen Gegner erledigt? In Amalur kein Problem. Auch die Welt ist natürlich nicht fehlerfrei; manche Quest lässt sich nicht annehmen oder abschließen, auch bleibt man bisweilen hie und da hängen. Gleichwohl gibt es kein Spiel dieser Art, dass diese Fehler nicht hätte.

Fazit

Amalur ist eine gelungende Kombination von Elementen aus WoW, Diablo, Elder Scrolls und wohl noch so einigen anderen Spielen, kombiniert mit einer ungemein dichten Atmosphäre und großen Handlungsfreiheit, ohne zu komplex zu werden. Es ist der Traum mancher vom Zeitaufwand genervter Onlinespieler: Die Realisierung eines weitläufigen Rollenspiels mit spielerischem Tiefgang und Atmosphäre, das sich leicht erlernen und flüssig spielen lässt und so einen einzigartigen Spielfluss generiert. Damit stellt es zweifelsohne eine Alternative zu Skyrim dar; und Bethesda täte gut daran, auf internen Traditionen nicht wieder jahrelang zu verharren.


Battlefield 3 - Limited Edition
Battlefield 3 - Limited Edition
Wird angeboten von Gameland GmbH
Preis: EUR 9,88

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht alles Gold, aber dennoch gut., 4. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Battlefield 3 - Limited Edition (Videospiel)
Battlefield 3 führt aus meiner Sicht beispielhaft vor, warum man auf Amazon-Bewertungen überhaupt nichts mehr geben kann. Bislang konnte man sich wenigstens aus den Mittelwerten eine brauchbare Bewertung basteln, dank des hier stattfindenden Fanboy-Wars zwischen BF- und CoD-Jüngern kann man sich das jedoch vollkommen schenken.

Zur Sache:

Technisch befindet sich BF3 aktuell (04.02.11) in einem sehr brauchbaren Zustand. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass der Spieler hierzu zunächst mal einen "Patch" herunterladen muss, der insgesamt einen Umfang von über 2 GB hat. Es lassen sich daher durchaus Rückschlüsse auf ein gewaltiges Verbesserungspotenzial ziehen, nur: Der aktuelle Zustand zählt und diesbezüglich haben die Nachbesserer gute Arbeit geleistet.

Das Spiel an sich hat primär zwei große Verbesserungen erfahren. Da wäre zunächst die gewaltige grafische Aufwertung durch eine neue Grafikengine und zum anderen die erweiterte Integration in die Netzgemeinschaft. Details hierzu können bei den unzähligen anderen Rezensionen nachgelesen werden, ich möchte der Einfachheit halber mich auf ein paar Kritiken beschränken.

Kritik

Die neue Grafikengine ist detailreich und farbenfroh. Das macht einen recht realistischen Eindruck, nur leider sieht man die Gegner nunmehr nur noch recht schlecht; zahlreiche auf unterschiedliche Farbsettings optimierte Tarnrüstungen machen das Ganze nicht besser. Ebenfalls wenig hilfreich in diesem Zusammenhang ist die Wiedereinführung der Möglichkeit des Hinlegens; ein Fest für Camper und damit sind mitnichten nur Scharfschützen gemeint. Hin und wieder gibts auch mal Ruckler zu sehen, hält sich aber in Grenzen. Insofern war die Einführung einer Kill-Kamera ironischerweise dringend notwendig - weil man andernfalls sich nämlich viel zu oft fragen würde, woran man denn nun schon wieder gestorben ist.

Das Arsenal an Waffen und Fahrzeugen hat sich bis auf ein paar Spezialgadgets eigentlich nicht groß weiterentwickelt. Viel entscheidender ist der Umstand, dass es diesmal viel länger dauern wird, bis man alles erspielt hat, weil für jede einzelne Waffe Erweiterungen seperat erspielt werden müssen. Statt das Spiel dadurch aufzuwerten, erbringt diese Änderung eher den Beweis eines Armutszeugnisses; wenn solche künstlichen Streckungen notwendig sind, kann es mit dem eigentlichen Spielspaß ohne zu erspielende Erfolge ja nicht allzu weit her sein. In die gleiche Kerbe schlagen zusätzliche Aufträge - nichts Neues und gabs bei CoD schon seit längerem, erhöht aber durchaus den Spielspaß, weil es dafür auch Belohnungen in Form von Waffen gibt.

Die Änderungen an den Klassen sind zumindest einmal... fragwürdig. Ein Sturmsoldat, der zusätzlich heilen kann? Tolle Sache, möchte man meinen - wäre da nicht die Preisfrage, wofür man den Versorger (Maschinengewehr) denn noch brauchen sollte. Theoretisch ist der durchaus nützlich - als Munitionsversorger und für Unterdrückungsfeuer. Nur verhält es sich leider so, dass an Munition im Grunde nur bei Sprengstoffen ein Bedarf besteht und er fürs Unterdrückungsfeuer schlichtweg nicht lange genug lebt - jeder Scharfschütze bedankt sich für das Team, das einen Versorger dabei hat. Freilich, dafür bekommt er noch einige Gadgets dazu, Sprengstoff beispielsweise. Ob das am Ende ausreicht, um dieser Klasse einen Sinn zu geben, wird von der eigenen Spielweise abhängen. Besser wärs wohl gewesen, das System aus BC2 beizubehalten, aber das ist nur meine bescheidene Meinung.

Ebenfalls kritisch zu betrachten ist die Änderung, dass Fahrzeuge sich nun bis zu einem bestimmten Grad automatisch reparieren. Bei konzentriertem Beschuss können diese ebenso schnell zu Fall gebracht werden, der einzelne Panzerjäger hats jedoch ziemlich schwer. Dem versuchte man entgegenzuwirken, indem letztgenanntem einfach mehr Munition für die Panzerfaust zugestanden wird. Die setzt er auch ein - allerdings meist weniger gegen Panzer sondern als Spam-Munition gegen Infanterie. Das Problem, das man mühsam in der Chronologie der Battlefield-Spiele ausgemerzt hatte, feiert somit ein Revival - herzlichen Glückwunsch.

Absolut untauglich jedoch ist die mangelnde Spieldokumentation. Als Beilage gibts keine und der im Spiel vorhandene Handbuch-Ersatz erklärt nur das Allernötigste. Informationen zu Waffen und Gadgets halten sich sehr in Grenzen; oftmals nicht mal komplett lesbar, da die Textbox ihre Grenzen hat. Schadensangaben zu Waffen gibts schonmal gar nicht, bei den Waffenaufsätzen fürs Sturmgewehr müssen Waffenunkundige bisweilen auch einfach mal testen, um rauszufinden, welchen Zweck das Item überhaupt erfüllt. Derlei geht besser - und ging bei BC2 im übrigen viel besser.

Battlefield oder CoD?

In Anlehnung an meine Einleitung möchte ich diese Rezension mit dieser provokanten, wenngleich eher rhetorischen Frage abschließen. Abseits aller Änderungen lässt sich sowohl im Single- als auch im Multiplayer der Wunsch vernehmen, sich die Fans von CoD auch noch einzuverleiben. Konsequenterweise gibts im Singleplayer eher blasse Identifikationsfiguren und bewegt sich der Multiplayer weg von offener Action hin zum allgegenwärtigen Camperspiel. Es dreht sich alles nur noch ums Verstecken und Hinterhalte - egal mit welcher Klasse man spielt. Der Scharfschütze lauert auf Infanterie, der Ingenieur auf Panzer. Der Rest belagert intensive Kampfzonen, die jedoch aufgrund der bisweilen komplexen Maps nie eindeutig verlaufen. Dieser Angleichungsversuch ist überaus schlecht verlaufen; im Zweifelsfall bleibt man lieber bei seinen Qualitäten als die anderer Spiele schlecht zu kopieren. Bei einigen Eroberungs-Maps konnte ich nun nicht so den Unterschied zwischen BF-Eroberung und CoD-Hauptquartier erkennen. Ich habe so meine Zweifel, ob das so günstig ist.

Abseits der genannten Kritikpunkte ist BF3 jedoch ein solider Online-Shooter. Wer auf immer schnellere und für die Augen bisweilen anstrengende Action steht und mit Campereien kein Problem hat, ist hier gut aufgehoben. Der Rest muss sich seine Spaßreservate in BF3 schon etwas gezielter aussuchen, wird aber auch hier fündig. Für mich persönlich bleibt BC2 in Sachen Spielspaß Genrereferenz; bedauerlicherweise wird mir das jedoch nix helfen bei zukünftig leeren Servern.

PS: Einzelspielermodus? War da was? Nö, da war nix...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 21, 2012 3:01 PM CET


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