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Rezensionen verfasst von
Bücherwurm

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Capital in the Twenty-First Century
Capital in the Twenty-First Century
von Thomas Piketty
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 31,95

36 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut lesbar, aber inhaltlich nicht überzeugend, 16. Mai 2014
Ein gut geschriebenes Buch, angenehm zu lesen und mit vielen interessanten Beobachtungen, die zum Nachdenken anregen. Seine Kernaussage: Im Kapitalismus liegen die Kapitalrenditen normalerweise deutlich über dem Wirtschaftswachstum, was ohne staatliches Eingreifen zu einer ständig zunehmenden Wohlstandskonzentration führe. Die Prosperität der Mittelklasse des 20. Jahrhunderts beruhe auf Sonderfaktoren wie starkem Wirtschaftswachstum und kriegsbedingten Kapitalzerstörungen, für die Zukunft sei aber ohne erhebliche Vermögenssteuern eine Rückkehr zur Rentiers-Gesellschaft des 18. Jahrhunderts zu erwarten.

Trotz dieser scheinbar eingängigen Argumente sind die Schlussfolgerungen nicht überzeugend. Zu häufig vollzieht Piketty gedankliche Kurzschlüsse, zu wenig berücksichtigt er Untersuchungen mit anderen Ergebnissen. Um hier nur die wichtigsten Kritikpunkte zu nennen:

Die weltweite Ungleichheit hat während der letzten drei Jahrzehnte nicht zugenommen: Piketty verwendet ab S. 304 viel Platz für die Wiederholung der wohlbekannten Tatsache, dass Ungleichheiten innerhalb der meisten armen und reichen Länder während der letzten gut 30 Jahre deutlich zugenommen haben. Entgegen einem verbreiteten Missverständnis hat aber die weltweite Ungleichheit sogar eher abgenommen: Das schnellere Einkommenswachstum in bevölkerungsreichen Schwellenländern wie China und Indien hat zu einer Konvergenz zwischen ärmeren und wohlhabenden Staaten geführt, die innerstaatliche Entwicklungen mehr als kompensiert hat.

Ein niedrigeres Wirtschaftswachstum hängt nicht mit mehr Ungleichheit zusammen: Kernelement des Buchs ist die Behauptung, eine hohe Differenz zwischen Kapitalrendite und Wirtschaftswachstum führe zu Ungleichheit: Unstrittig ist, dass hohe Kapitalerträge vor allem den bereits Wohlhabenden helfen, damit Pikettys Argument stimmt, müsste aber auch niedriges Wachstum mit mehr Ungleichheit einhergehen. Um letzteres zu belegen, stützt der Autor sich erzählerisch vor allem auf zwei Episoden: Die vorindustrielle Zeit von Jane Austen & Co (niedriges Wachstum, viel soziale Ungerechtigkeit) und das 20. Jahrhundert (hohes Wachstum in Verbindung mit einer prosperierenden Mittelklasse). Zahllose andere Beispiele zeigen aber, dass hohes Wachstum wie etwa derzeit in China sogar eher mit einer zunehmenden Wohlstandsspreizung einhergeht .

Pikettys Vorhersage einer Auseinanderentwicklung von Kapitalrenditen und Wirtschaftswachstum ist zweifelhaft: Ob sich das Weltwirtschaftswachstum langfristig tatsächlich verlangsamen wird, sei dahingestellt, jedenfalls wurden neue Allzeitrekorde für das globale Wirtschaftswachstum ja erst in der jüngsten Vergangenheit aufgestellt und Beobachter wie Matt Ridley weisen darauf hin, dass die Integration der Schwellenländer in die Weltwirtschaft beinhaltet, dass zusätzliche Millionen von Ingenieuren und Managern an Produktivitätsverbesserungen arbeiten. Noch weit fraglicher ist aber Pikettys Annahme einer langfristig relativ stabilen, strukturell bedingten Kapitalrendite von 4-5%. Die von Großgrundbesitzern früherer Jahrhunderte (in einem weitgehendend inflationsfreien Umfeld) erzielten Renditen vergleicht der Autor hier zum Beleg mit den durchschnittlichen Wertzuwächsen großer Anlagedepots in der Gegenwart. Letztere sind aber vor allem auf Einmaleffekte wie die steigenden Bewertungen fast aller Vermögensobjekte zurückzuführen und gerade diese höheren Preise lassen es unwahrscheinlich erscheinen, dass Anleger künftig mit 5% Rendite nach Inflation rechnen können. Wissenschaftler wie Homer und Sylla zeigen eindrucksvoll, wie die Zinsen im Laufe der Menschheitsgeschichte von annualisierten Sätzen um die 100% über die zweistelligen Beträge der mesopotamischen Zeit auf die heutigen Niveaus gefallen sind. Die mit wachsendem Wohlstand einhergehenden Veränderungen der Zeitpräferenzrate und Kapitalverfügbarkeit bedeuten langfristig tendenziell sinkende Zinsen und somit das Gegenteil einer sich öffnenden Schere zwischen Kapitalrenditen und Wirtschaftswachstum wie Piketty sie prognostiziert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 21, 2014 12:07 PM MEST


Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt
Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt
von Susan Cain
  Gebundene Ausgabe

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Flott lesbarer, US-zentrischer Aufruf zu mehr Wertschätzung gegenüber den Stillen, 23. August 2012
Ein gut geschriebenes, unterhaltsames Buch, das auch viele Aspekte behandelt, die so mancher wohl vorher gar nicht mit Introversion in Zusammenhang gebracht hätte. Wer denkt zum Beispiel daran, dass zur Förderung des Gedankenaustauschs eingerichtete Großraumbüros vor allem die Stillen überfordern, weil sie schneller unter Reizüberflutung leiden? Wer vertritt die ruhigen Schüler, für die das gut gemeinte Ersetzen des traditionellen Frontalunterrichts durch Kleingruppenarbeit und Projekte oft das Lernen erschwert? Cain zeigt an vielen Beispielen, wie die wohl unvermeidlich von Extrovertierten bestimmte öffentliche Diskussion immer wieder die Interessen der Stillen übersieht und in den westlichen Ländern während der letzten hundert Jahre ein für sie immer schwierigeres Umfeld geschaffen hat. Statt Tipps geben, wie ruhige Menschen ihre Zurückhaltung 'überwinden' können, ruft Cain Betroffene und Gesellschaft dazu auf, die positiven Aspekte dieses Persönlichkeitsmerkmals wieder mehr zu schätzen und oft gar nicht beabsichtigte Benachteiligungen abzubauen. Zahlreiche Literaturverweise geben dem Leser Gelegenheit, das Thema wissenschaftlicher zu vertiefen, ohne dabei die sehr gute Lesbarkeit des Buchs einzuschränken.

Einen Stern Abzug gibt es aber für die nach meinem Geschmack zu sehr ausgedehnten Fallbeispiele und die Fokussierung auf die USA, im Vergleich zu denen die Situation ruhigerer Mitmenschen in Deutschland derzeit doch noch deutlich günstiger ist. Unerwähnt bleibt bei Cain auch, dass ein stilles Wesen in entsprechenden Untersuchungen fast immer mit geringerer Lebenszufriedenheit einhergeht. Unabhängig vom Nutzen für die Gesellschaft werden daher viele ruhige Menschen weiter versuchen, lebhafter und kontaktfreudiger aufzutreten, wofür andere Bücher wie 'Shybusters' von Leil Lowndes geeigneter sind.


Danke, emanzipiert sind wir selber: Abschied vom Diktat der Rollenbilder
Danke, emanzipiert sind wir selber: Abschied vom Diktat der Rollenbilder
von Kristina Schröder
  Broschiert

7 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intelligentes Buch, das nicht alle Themen abdecken kann, 25. Juni 2012
Kristina Schröder stellt in diesem Buch ihr Konzept einer liberalen Frauen- und Familienpolitik den stärker bevormundenden Auffassungen von Feministinnen und Strukturkonservativen gegenüber. Dabei lobt Sie die Verdienste des Feminismus an verschiedenen Stellen (viele der offensichtlich mit Schaum vor dem Mund geschriebenen Rezensionen übersehen diesen Punkt), kritisiert aber, dass dieser den Frauen heutzutage nicht mehr neue Wahlmöglichkeiten schaffen, sondern die Vollzeitberufstätigkeit zum Leitbild für alle machen wolle.
Dabei argumentiert Sie intelligent und baut zahlreiche Literaturverweise ein. Flotte Schreibe und gelegentlicher Humor machen das Buch zudem sehr gut lesbar.
Ihre Grundidee der staatlichen Neutralität in den Rollenbild-Kriegen erscheint überaus sympathisch, lässt aber natürlich die Frage offen, ob der Staat eigentlich derzeit neutral ist ('Krippensubventionen' vs. Ehegattensplitting?). Zu der Frage, ob fortgesetzte Asymmetrien in der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau nun allein auf unterschiedliche Vorlieben zurückzuführen sind (siehe "Das Geschlechter-Paradox" von Susan Pinker für eine einseitige, aber interessante Diskussion), enthält sich die Ministerin wohlweislich einer expliziten Stellungnahme, auch eine Diskussion von Für und Wider einer Krippenbetreuung sollte man von dem Buch nicht erwarten.


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