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Beiträge von Claus Solcher
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Rezensionen verfasst von
Claus Solcher "Lilo Leseratte" (Augsburg)
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M: Ein Tabor Süden Roman (Ein Fall für Tabor Süden)
M: Ein Tabor Süden Roman (Ein Fall für Tabor Süden)
von Friedrich Ani
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Süden im braunen Sumpf, 27. Dezember 2013
Es ist eine vogelwilde Geschichte, die Friedrich Ani seinem Tabor Süden da zumutet, eine Geschichte, die manchmal auch der Logik entbehrt. Aber auch eine Geschichte, die Angst macht und – wütend. Tabor Süden, der nachdenklich Detektiv mit den grünen Augen, der im Gespräch mit den Toten die besten Ideen hat und der in der Detektei Liebergsell eine Heimat gefunden hat, watet diesmal tief im braunen Sumpf. Und Edith Liebergsell wird mit den Geistern ihrer Vergangenheit konfrontiert. Nicht genug damit, die ganze Detektei gerät in Gefahr. Und alles nur wegen einer Vermisstensuche, mit der Mia Bischof, eine Lokaljournalistin, das Büro beauftragt hat. Süden, der Mann mit dem Sinn für das, was sich hinter der Oberfläche verbirgt, ahnt von Anfang an, dass dieser Auftrag schwierig werden könnte. Zu wenig gibt die Auftraggeberin preis, zu verschwommen ist die Beschreibung des Gesuchten.
Doch das, was ihm und den Kollegen bevorsteht, ist auch dem versierten Ermittler nicht einmal ansatzweise bewusst. Sie bewegen sich auf vermintem Gebiet, im Bereich des Staatsschutzes, der V-Männer und der Lügen. Keiner traut dem anderen. Auch der Mann, der sich als Freund des Verschwundenen outet, gibt immer nur so viel preis wie er meint, dass ihm nützen könne. Und so taumelt Süden durch eine Schattenwelt, die ihn und die ganze Detektei zu verschlingen droht. Keine Hilfe in Sicht, auch nicht von der Polizei. Dem Detektiv ist klar, dass seine Gegner schwer zu fassen sind, weil sie nicht in den Computern der Ermittler existierten, „vermutlich nicht einmal in deren Köpfen“. Und doch gibt es sie, in einer braunen Parallelwelt, die mit Geldströmen aus kriminellen Quellen versorgt wird. Dass diese Kräfte auch hinter der Entführung und dem Tod des Sohnes von Edith Liebergsell stecken, passt ins Bild einer aus den Fugen geratenen Gesellschaft. Am Ende bleiben ein paar Menschen auf der Strecke, doch trocken gelegt ist der braune Sumpf deswegen noch lange nicht. Im Gegenteil. Ani gelingt es, die hinter rechtschaffenen Fassaden lauernde Gefahr präsent zu machen und mit wuchtigen Sätzen Ausrufezeichen zu setzen. Dass sein Buch gerade jetzt erscheint, zu einer Zeit, da dem NSU in Gestalt der harmlos wirkenden Beate Zschäpe der Prozess gemacht wird, ist sicher kein Zufall. Richtern, Staatsanwälten und Verteidigern sei M als Lektüre, vielleicht auch als Kommentar zu ihrem Prozess unbedingt empfohlen.


Burma / Myanmar
Burma / Myanmar
von Jaroslav Poncar
  Gebundene Ausgabe

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Land der Fülle, 20. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Burma / Myanmar (Gebundene Ausgabe)
Burma, heute Myanmar, ist der Shootings-Star im weltweiten Tourismus. Das Land, das lange Zeit unter einer Militärdiktatur litt, erlebt derzeit einen nie gekannten Ansturm. Doch fasziniert hat Burma schon immer. Von der „liebenswerten Schlichtheit und beneidenswerten Kultiviertheit“ der Bevölkerung, von „einzigartigen Gepräge buddhistischer Religiosität“ und den „vom Dschungel umhüllten Landesgrenzen“ schwärmt denn auch der Asien-Kenner John Key im Vorwort zu dem grandiosen Bildband von Jaroslav Poncar „Myanmar – Reisefotografien von 1985 bis heute“. Poncar, in Prag geboren und in Köln lebend, hat die asiatische Welt fotografierend bereist und sich mit seinen herausragenden Fotos einen Namen gemacht. Der emeritierte Professor am Institut für angewandte Optik und Elektronik hat keine Strapazen gescheut, um den Objekten seiner Leidenschaft – fernen Ländern und fremden Kulturen – so nahe wie möglich zu kommen. Das gilt auch für Burma. Und gerade der lange Zeitraum, über den Poncar das Land beobachtet hat, macht den Reiz dieser Fotografien aus. Man sieht die Veränderungen, die das Land erlebt hat, sieht aber auch voller Staunen, wie sich die Bilder der betenden Mönche gleichen und die Tempelfelder von Bagan, wie die tiefe Frömmigkeit die Jahre überdauert hat. Der Fotograf hat die Gegensätze im Yangon von heute ebenso eingefangen wie die unvergängliche Faszination, die von den riesigen Buddhafiguren ausgeht oder von den Tempelzeremonien. Ja, die Autos auf den Straßen haben sich vermehrt, haben die Pferdekarren an den Rand gedrängt. Die Kleidung vor allem der jungen Frauen ist modischer geworden, westlicher und doch strahlen auch die neuesten Fotografien etwas aus, das für Burma so typisch ist – eine gelassene Ruhe, die der beseelten Fülle zu verdanken ist, der Verbundenheit der Menschen mit der Natur, vor allem aber der tiefen Religiosität, die alle politischen Wirren überlebt hat. Wer schon einmal in Burma war, wird vieles wieder erkennen in diesem Bildband. Wer noch nicht da war, wird einen Hauch von Fernweh verspüren und Lust auf dieses schöne, rätselhafte Land.


Total alles über Österreich The complete Austria
Total alles über Österreich The complete Austria
von Sonja Franzke
  Gebundene Ausgabe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Österreichische Eigenheiten, 16. Dezember 2013
Bei Österreich, da fallen den meisten gleich ein paar Klischees ein: Schnitzel und Salzburger Nockerln, Hofrat und Kammersänger, Berge und K.u.K., die Trapp-Familie und Operettenseligkeit, Wien und Walzer. Sie alle stimmen, aber die Alpenrepublik hat auch noch ein paar andere Seiten. „Total alles über Österreich“ verspricht Sonja Franzke in ihrem übersichtlichen Infographic-Buch, das ähnlich funktioniert wie sein Vorgänger „Total alles über Südtirol“. Auch hier kann man auf spielerische Art so einiges über das Nachbarland erfahren: Wo die meisten Hofers wohnen etwa oder dass Schloss Schönbrunn sagenhafte 1441 Zimmer hat. Man erfährt, dass die legendäre Sisi gerade mal 45 Kilogramm auf die Waage brachte, fünf Kilo weniger als allein ihre Haarpracht wog. Man kann nachschauen, wie lange ein Industriearbeiter wofür arbeiten musste und muss und lernt dabei, dass sich der Gang zum Friseur deutlich verteuert hat, während der Farbfernseher günstiger geworden ist. Man kann sich im Mehlspeisenhimmel umsehen und die Walzerschritte üben, kann sich über exhibitionistische Autoschilder amüsieren und Traditionen auf die Spur kommen. Man kann ein Wiener Schnitzel nachkochen und nachblättern, welche Autoren aus Österreich kommen. Zum Schluss gibt’s noch 100 Jahre Österreich im Zeitraffer. Wer bis dahin durchgekommen ist, weiß tatsächlich einiges mehr über Österreich – von der Höhe der Berge bis zur Zahl der Goldfische. Auch wenn’s vielleicht nicht „total alles“ ist, was man wissen möchte, diese österreichische Innenschau, die mit Schmäh‘ serviert und durch einen eher freundlichen Blick von außen ergänzt wird, ist ebenso vergnüglich wie informativ.


Silent Space: Salzburg
Silent Space: Salzburg
von Wolfgang Danzmayr
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Salzburg menschenleer, 5. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Silent Space: Salzburg (Gebundene Ausgabe)
„Endlich frei von Menschenmassen“ zeigt Jens Rieke in dem bemerkenswerten Bildband „Silent Space“ Salzburg, das kommerzielle Zentrum der Festspiele. Wo sich sonst Besucher gegenseitig auf die Füße treten, herrscht gähnende Leere. Vor dem Mozarthaus, auf dem Rathaus- und dem Domplatz, ja sogar im Hauptbahnhof. So hat man Salzburg noch nie gesehen. Wie der Fotograf es wohl geschafft hat, Getreide- oder Goldgasse zu entleeren? Egal, das Ergebnis ist unglaublich, es verfremdet die allseits bekannte Stadt, lässt Schatten wieder zu ihrem Recht kommen und nächtliche Schrecken aufleben. Leere auch in Hellbrunn, in der Vorstadt, auf dem Mönchsberg. Kein Auto auf den Straßen, keines in der Parkgarage. Dafür Pfützen, in denen sich Häuser spiegeln, Sonnenflecken auf dem Mönchsberg, der Lüpertz-Mozart vereinsamt auf seinem Sockel, Friedhofsruhe. Unglaublich, plötzlich kommen Häuser zu ihrem Recht, die man bisher immer übersehen hat. Sieben Literaten haben den außergewöhnlichen Fotos einer entleerten Stadt lesenswerte Texte zur Seite gestellt. Im besten Fall schaffen sie in den Köpfen der Betrachter das, was Karl-Markus Gauß zum Ritzenbogen schreibt: „So bringt der Fotograf das Kunststück zuwege, mich an das zu erinnern, was auf seinem Bild ausgespart ist“.


Oben ist besser als Unten: Eine literarische Expedition in die Alpen
Oben ist besser als Unten: Eine literarische Expedition in die Alpen
von Andreas Lesti
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von der Zauberkraft der Alpen, 5. Dezember 2013
„Wenn heute etwas für das Ehrliche und Echte – für das Analoge, könnte man auch sagen – steht, dann sind es die Berge“, schreibt Andreas Lesti im Prolog zu seinem Buch „Oben ist besser nach unten“, das er als „literarische Expedition in die Alpen“ verstanden sehen will. Der gebürtige Augsburger und Wahl-Berliner hat viel gelesen, ehe er sich auf den Weg gemacht hat und den Büchern, die ihn beeindruckt hatten, durch die Berge gefolgt ist. Entstanden ist nicht nur die übliche literarische Spurensuche – die natürlich auch, sondern eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Berg“ und der Literatur darüber: Über das Oben und das Unten, über exzentrische Engländer und schrullige Älpler, über die Sucht des Städters nach Ausgesetztsein und die Überwindung des inneren Schweinehunds, über Realität und Fiktion und darüber, was fiktive Wahrheit ist. Dabei ist Lesti trotz aller Mühen der Berge nie der Humor abhandengekommen. Und so stellt er die Bezwingung des Rum Doodle, „eine wunderbare Parodie auf all die nationalistischen Bergsteiger-Heldengeschichten“, gleichberechtigt neben die Eroberung des Matterhorns oder die Erstbesteigung des Mont Blanc. Lesti hat viel gelesen, bevor er zu seiner eigenen Expedition zum Mythos Berg aufgebrochen ist; da bleibt es nicht aus, dass er viel zitiert, dass er Parallelen herstellt zwischen den zitierten Schriftstellern bis hin zum eigenen Erleben. Auch das schildert der Autor mit einem sympathischen Augenzwinkern. „Die beste Methode, um mit der Tragik der Bergwelt klarzukommen, ist die Komik“, ist Lesti überzeugt. Und so serviert er seinen Lesern zwar durchaus schwere (literarische) Kost, die er aber mit netten Episoden, mit komischen Elementen und einer optimistischen Sicht der Dinge so delikat würzt, dass man sie mit Genuss konsumiert. Am Ende kehrt er dahin zurück, wo alles seinen Ausgang genommen hat - in eine Hütte im Hornbachtal. Hier will er den Mann treffen, der ihn mit seinen Büchern auf den Weg geschickt hat. Vielleicht um ihn zu fragen: „Weißt du, was du angerichtet hast?“ Wir wissen es jetzt und sind dem Alois dankbar für ein Buch, das nicht nur Bergfexe angeht.


San Miguel: Roman
San Miguel: Roman
von T.C. Boyle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Unglücksinsel, 5. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: San Miguel: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Stück Land ins Meer geworfen, eine unwirtliche Insel, rau und lebensfeindlich. San Miguel vor der Küste Kaliforniens. Stürme statt Sonne, Schafe statt Menschen, Nebel statt Weitsicht. Hier im Nirgendwo am Ende der bewohnten Welt braucht man Kraft zum Überleben. Kraft, die Marantha nicht hat. Und doch lässt sie sich von ihrem Mann, dem Bürgerkriegsveteranen Will Waters dazu überreden, mit ihm und der Adoptivtochter Edith auf die einsame Insel zu gehen, um ein neues Leben anzufangen.
Für die Tuberkulosekranke der Anfang vom Ende. Das Haus, das sie erwartet, ist kaum mehr als eine Hütte, schäbig und verdreckt, die Toilette ein Abtritt. Mit Sehnsucht denkt Marantha an dem Komfort ihrer Wohnung in San Francisco, an die Freunde, die Feste. Auf der Insel leisten ihr nur der wortkarge Knecht, der junge Jimmie und die Hausangestellte Ida Gesellschaft. Wind und Wetter setzen ihr zu und Marantha grollt ihrem Mann, der sie auf das gottverlassene Eiland gebracht hat, um seinen Pionier-Traum zu verwirklichen. Sie entzieht sich ihm immer mehr, auch Edith droht ihr zu entgleiten. Aus purer Langeweile lässt sich das Mädchen auf gefährliche Liebesspiele mit dem schwerfälligen Jimmie ein, mal ist er ihr Heathcliff, dann der Caliban aus Shakespeares „Sturm“. Marantha betrachtet das Treiben mit Sorge und merkt dabei nicht, wie ihr Mann sich ihr entfremdet.
Schließlich wird ihr Leiden so schlimm, dass sich Will widerwillig bereitfindet, zurückzugehen nach Santa Barbara. Marantha atmet auf, Edith besucht ein Mädcheninternat wie es sich gehört. Doch nach dem Tod seiner Frau hält Will nichts mehr in der Stadt, er will zurück auf die Insel und zwingt Edith dazu, ihn zu begleiten. Ida und sein ungeborenes Kind hat er verstoßen. Die bisher verwöhnte Adoptivtochter soll ihre Rolle übernehmen und die Männer versorgen. Grollend fügt sich das Mädchen in die neue, ungewohnte Rolle – nur der Gedanke, bei der ersten Gelegenheit dieser Gefängnisinsel zu entfliehen, hält sie aufrecht. Sie investiert sogar ihre Jungfräulichkeit, um einen tapferen Mann zu finden, der sie mitnimmt übers Meer – vergeblich. Es ist auch kein edler Ritter in goldener Rüstung, der sie schließlich befreit, sondern ein Guano-Sammler, der sie auf seinem mit Vogeldreck beladenen Boot in die Freiheit fährt. Fern der Insel kann Edith das Leben leben, das sie sich erträumt hat.
Die Insel jedoch scheint den Frauen kein Glück zu bringen. Aber viele Jahre später kommt Elise, frisch verheiratet mit dem charmanten Herbie, einem Weltkriegs-Veteranen. Elise ist tatendurstig, fröhlich und voller Optimismus. Was kann es Schöneres geben, als mit dem Geliebten etwas aufzubauen, allein ohne jede Hilfe. Die beiden richten sich auf San Miguel ein so gut es eben geht. Sie leben ihr Leben fern von dem, was in der Welt geschieht. Der immer gleiche Rhythmus der Tage wird nur unterbrochen durch die Ankunft des Postboots oder die der Schafscherer und manchmal den Besuch des Freundes, der das Insel-Projekt finanziert. Zwei Mädchen machen das Familienglück perfekt, und Elise kann sich bald nicht mehr vorstellen, anderswo zu leben. Die Presse feiert die kleine Familie als Pioniere und für eine kurze Zeit sind Elise und Herbie berühmt.
Doch der zweite Weltkrieg wirft seine Schatten auch auf die einsame Insel. Und schnell verändert sich die Atmosphäre. Zwei junge Navy-Soldaten werden zum Schutz der Familie abgestellt. Herbie fühlt sich entthront und, nachdem er sich beim Holzhacken schwer verletzt hat, als Krüppel. Der glühende Patriot glaubt, zu nichts mehr nutze zu sein und setzt seinem Leben ein Ende. Er, der sich gern als König von San Miguel sah, will niemandem zur Last fallen. „Le roi est mort“ schreibt er in seinem Abschiedsbrief, der König ist tot. Tot fühlt sich auch Elise, als sie auf der Insel alles zurücklässt, was ihr am Herzen lag. Doch das Leben geht weiter, auch wenn das Glück sie verlassen hat. Sie muss sich um ihre zwei Töchter kümmern.
T.C. Boyle hat einen Roman über amerikanische Pioniere geschrieben, die aus der Zivilisation in die Wildnis fliehen und vergeblich versuchen der Natur zu trotzen. Es ist ein Roman über drei Frauen, die tatsächlich gelebt haben. Es ist aber vor allem ein Roman über die große Illusion der Männer, jemals ein Paradies auf Erden schaffen zu können. Die Natur, in diesem Fall die Insel, stutzt sie zurecht, macht sie klein.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 23, 2015 10:14 AM CET


Edward: Wie ich zum Menschen wurde
Edward: Wie ich zum Menschen wurde
von Roy Lewis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Affenstark, 15. November 2013
Einen Daniel Düsentrieb der Steinzeit nannte ein Kritiker begeistert Edward, den Affenmenschen, der mit seiner Sippe zum Vorläufer des Menschengeschlechts wurde. Und Edward ist in der Tat ein genialer Erfinder, er stiehlt den Vulkanen das Feuer, erfindet Pfeil und Bogen und macht seine Sippe sesshaft. Ganz ohne Feinde können sie sich anderen Dingen zuwenden wie der Liebe, der Malerei, ja sogar der Kochkunst. Edward ist unser aller Adam, der Urvater. Sein Schöpfer Roy Lewis, der 1996 im Alter von 83 Jahren starb, hat ihn uns hinterlassen, um uns den Spiegel vorzuhalten. Einen Spiegel aus dem Pleistozän.
Jetzt ist das Buch, das im englischen Sprachraum ein Riesenerfolg war, auch auf Deutsch erschienen – und es hat nichts von seinem Biss verloren. In diesem Edward erkennen wir uns wieder, unsere Hoffnungen, unsere Sehnsüchte auf Steinzeitmaß. Wie alle Eltern will Edward, dass es seine Nachkommen einmal besser haben sollen. Deshalb arbeitet er unermüdlich daran, die Lebensverhältnisse zu optimieren. Und das Ende vom Lied? Der alte Patriarch, der nicht rechtzeitig abtreten will, wird abgesägt – von den Söhnen, die nach vorne drängen. So ist das Gesetz der Wildnis bis heute. Und das der Menschen? Wie weit haben wir uns wirklich entwickelt seit unseren Anfängen?
Aber keine Angst, Roy Lewis hat kein moralinsaures Buch geschrieben, sondern einen Roman der manchmal zum Brüllen komisch ist, was vor allem an den Passagen mit hohem Wiedererkennungswert liegt. Allzu weit, das lehrt uns diese kluge Satire, haben wir uns von unseren tierischen Vorfahren nicht entfernt.


DuMont Bildband Weltwunder
DuMont Bildband Weltwunder
von Christopher Westhorp
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Menschenwerk für die Ewigkeit, 8. November 2013
Ist Schloss Neuschwanstein ein Weltwunder vergleichbar mit der Inka-Festung Machu Picchu in Peru oder der Tempelstadt Angkor in Kambodscha? Und kann sich das korsische Bonifacio mit Persepolis im Iran oder Pekings Verbotener Stadt messen? Solche Fragen stellen sich, wenn man den unglaublich schönen Bildband WeltWunder durchblättert. Kann man überhaupt auf gerade mal 206 Seiten die Schätze der Menschheit bündeln? Ist es nicht eine Anmaßung, aus all den wunderbaren Bauwerken, die unsere Vorfahren und Zeitgenossen in aller Welt erstellt haben, 200 auszuwählen? Den Anspruch auf Vollständigkeit kann wohl kein Bildband erheben. Aber die Kriterien für die Auswahl wüsste man schon gerne. Warum so viel Tunesien und überhaupt kein Jemen? Warum gleich zwei Doppelseiten Eiffelturm und kein Bild von Prag? Ja, der Bogen reicht vom steinzeitlichen Stonehenge und den Höhlenmalereien von Lascaux bis zum Opernhaus von Sidney und dem himmelstürmenden Burj Khalifa in Dubai, von den rätselhaften Nazca-Linien in Peru bis zur Skyline von Manhattan. Und der Band stellt religiöse Bauwerke ebenso vor wie solche, die politischen oder militärischen Zwecken dienten oder einfach nur der Prachtentfaltung. Aber eine echte Ordnung ist nicht erkennbar. Weder geographisch noch historisch, weder kultur- noch baugeschichtlich. Aber genug der Mäkelei: Die großformatigen Fotos machen große Lust, sich diese von Menschenhand geschaffenen Wunderwerke näher anzuschauen und die kurzen Texte am Bildrand sind informativ genug, um Interesse zu wecken. Ein Buch für kalte Winterabende am Kamin, zum Schmökern und Träumen.


Wiedersehen in Hannesford Court: Roman
Wiedersehen in Hannesford Court: Roman
von Martin Davies
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hinter der Fassade, 7. November 2013
Der Titel klingt nach Groschenroman und die Handlung auf den ersten Eindruck auch, dreht sich doch alles um das noble Gut Hannesford, wo die Stanfords gerne Hof halten. Margot und Harry, die beiden ältesten Sprösslinge, strahlend schön, charmant, sind die Sonnen, um die sich alles dreht. Vor ihnen verlassen alle anderen. So zumindest hat es Tom Allen immer empfunden, der sich nie so ganz als gleichwertig begriffen hat und auch unsterblich verliebt war in die schöne Margot.
Doch nun, fünf Jahre später, ist alles anders. Der Krieg ist dazwischen gekommen. Zwar wirkt das Haus noch gastfreundlich wie früher, aber Harry ist tot – gefallen, und der jüngere Bruder Reggie ein Krüppel. Auch Tom war im Krieg, er hat ihn überlebt. Es dauert eine Weile, bis er sich wieder wohl fühlt da, wo er einmal das Paradies vermutete. Und dann ist es Anne, die frühere Gesellschafterin der Dame des Hauses, die Gefühle in ihm weckt. Immer mehr wird ihm bewusst, wie sehr alles in Hannesford Fassade ist, und er ahnt, dass sich dahinter schlimme Dinge verbergen, Familiengeheimnisse, die so manches, was Tom ihm Krieg erlebt hat, in den Schatten stellen. Es ist eine schwere Last, den schönen Schein aufrechtzuerhalten - um der Überlebenden willen. Doch Tom stellt sich ihr, vielleicht auch, weil er ein anderer ist als der, der in den Krieg aufgebrochen war. „The year after“ heißt der englische Titel, das Jahr danach. Das trifft die Geschichte, die alles andere ist als ein Groschenroman.


Brücken der Welt
Brücken der Welt
von Iris Lemanczyk
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 78,00

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Inspirierende Brückenkunstwerke, 31. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Brücken der Welt (Gebundene Ausgabe)
Brücken bringen Menschen näher zusammen, sind Symbol der Versöhnung und - oft auch monumentale Bauwerke. Sie überqueren Schluchten, Flüsse, Meeresbuchten und verbinden sogar Kontinente. Es gibt Hängebrücken und solche aus Holz, Brücken aus Eisenbeton, schwimmende Brücken, Klapp- und Bogenbrücken, moderne Schrägseilbrücken und uralte Viadukte aus Stein. Es gibt Brücken, die Kunstwerke sind und einfache Zweckbauten. Der opulente Band „Brücken der Welt“ versammelt Beispiele aus allen Kontinenten. Die spektakulären Fotos werden mit kundigen Texten unterfüttert. In einem davon geht es auch um die Brücke in Literatur, Philosophie und Kunst, in einem anderen um Brückenbau und Zivilisation. Doch mehr noch als die interessanten Texte inspirieren Bilder, die drastisch vor Augen führen, wie brüchig so eine Brückenverbindung sein kann aber auch wie grenzenlos optimistisch.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 23, 2014 5:27 PM CET


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