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Beiträge von Michael Krauts...
Top-Rezensenten Rang: 829
Hilfreiche Bewertungen: 3155

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Rezensionen verfasst von
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Neufeld an der Leitha, Bgld)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Mel Brooks - Die verrückte Geschichte der Welt
Mel Brooks - Die verrückte Geschichte der Welt
DVD ~ Dom DeLuise
Preis: EUR 6,79

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein frecher & grotesker Streifzug durch die Geschichte der Menschheit!, 15. Februar 2016
"Die verrückte Geschichte der Welt", das 1981 erschien, zählt bis heute zu den bekanntesten Filmen des schelmischen Drehbuchautors, Regisseurs und Produzenten Mel Brooks und ist neben "The Producers" (für das besagter Herr sogar einen Oscar fürs Drehbuch erhielt) sowie der späteren Star-Wars-Parodie "Spaceballs" einer meiner Lieblingsstreifen des begnadeten Komikers.

Dem Titel entsprechend wird der Zuseher hier durch einen skurrilen, turbulenten Streifzug durch wichtige Stationen der Menschheitsgeschichte geführt, weg von der Steinzeit, bis hin ins Frankreich des 18. Jahrhunderts (vor der Franz. Revolution). Obwohl der Film im Originaltitel das Anhängsel "Part 1" dabeistehen hat und in hiesigem Plot sogar eine etwaige Fortsetzung (also ein Part 2) in Aussicht gestellt wird, gab es - soweit mir bekannt - nie ernsthafte Bestrebungen, tatsächlich eine solche zu drehen (der engl. Originaltitel des Films nimmt auch Bezug auf einen Buchtitel, der ebenfalls keine Fortsetzung erfuhr, weil der Autor & britische Entdecker Walter Raleigh geköpft wurde, bevor er diese in Angriff nehmen konnte.)

Insgesamt ist "Die verrückte Geschichte der Welt" in 5 größere Kapitel unterteilt, wobei man chronologisch korrekt (aber mit Lücken freilich) vorgeht und wie schon zuvor angesprochen mit der Steinzeit beginnt, in der es stinklangweilig ist, bis jemandem ein Stein auf den Fuß fällt und so in weiterer Folge die Musik entdeckt wird...
Im 2. Kapitel übergibt Moses (Mel Brooks) dem jüdischen Volk 3 Gesetzestafeln mit 15 Geboten, doch blöderweise fällt ihm eine hinunter, weshalb es dann doch nur 10 sind...
Abschnitt 3 spielt im antiken Rom, wobei Brooks in die Rolle des Comicus schlüpft, einer Art Stammtischphilosophen (oder eher so etwas wie ein antiker Stand-Up-Comedian). Er erhält die Chance im "Ceasars Palace" (tolles Wortspiel), also im kaiserlichen Palast, aufzutreten, macht sich dort mit seinen Parodien und Witzen jedoch schnell unbeliebt und fällt deshalb in Ungnade. Also flieht Comicus (gem. mit Freunden) und gelangt nacht Judäa, wo er schließlich als Hilfskellner jobbt und auf einen jungen, sanftmütigen Herrn trifft, der mit 12 Freunden im Gasthaus abhängt. Geschäftssinnig versucht Comicus besagten Herren die übriggebliebene Tagessuppe aufzuschwatzen, woraus sich (im Englischen) ein lustiges Wortspiel ergibt, denn Last Supper bedeutet übersetzt auch Letztes Abendmahl... (Auch über die wahre Entstehung des berühmten Da-Vinci-Gemäldes selben Namens wird man hier informiert.)
Nun wird kurz die spanische Inquisition bitterböse aufs Korn genommen und als Musical-Spektakel inszeniert...
Schließlich landen wir am Hof Ludwig XVI., der - samt Gefolge - in Saus und Braus lebt, während das gemeine Volk hungert. (Es ist sogar so arm, dass es sich nicht mal eine eigene Sprache leisten kann.) Um den König vor einer bevorstehenden Revolte zu schützen, tauscht er - auf den Rat eines Beraters hin - kurzerhand mit einem ihm äußerlich ähnlichen "Pisspagen" (Leute, die Abtrittsnäpfe herumtragen und ihre Dienste anbieten) die Rolle, der an seiner Stelle den Kopf verlieren soll...
Am Ende gibt es eine Art Vorschau auf eine Fortsetzung, die Hitler als Eiskunstläufer und Juden im Weltall zeigt. Wie schon zuvor erwähnt, kam es aber nie zu einer Fortsetzung und offenbar war eine solche auch gar nicht beabsichtigt...

Fazit: Mel Brooks "Die verrückte Geschichte der Welt" ist ein herrlich-blödsinniges Spektakel, das eigentlich durchgehend mit starken Pointen und tollem Wortwitz (der im Englischen aber noch viel deutlicher zu Tage tritt) aufwarten kann. Tatsächlich ist dieses 91minütige Werk eine sehr kurzweilige Angelegenheit und empfiehlt sich in erster Linie natürlich für Leute, die mit schwarzem, skurrilem (vielleicht auch absurdem) Humor etwas anfangen können. Wer bereits andere Brooks-Filme gesehen hat und diese mag, wird höchstwahrscheinlich auch vorliegenden Streifen mögen. Eigentlich empfiehlt er sich bei Interesse auch als Erstkauf. Monty-Python-Fans können hier (z.B.) meines Erachtens ebenfalls beruhigt zugreifen!

Hier wird Geschichte - wenigstens auszugs- bzw. abschnittsweise - einmal etwas anders serviert. Freunde schrägen Humors sind hier genau an der richtigen Adresse!

Meine Bewertung: +++++

Prädikat: ZUM SCHIEFLACHEN


Led Zeppelin III
Led Zeppelin III
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 11,73

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heavy Rock meets Folk - ein gewagtes & starkes Drittwerk von LZ!, 14. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Led Zeppelin III (Audio CD)
Nach anfänglichem Hineinhören war auch ich der Meinung, dass vorliegende Scheibe gegenüber seiner starken Vorgänger ("LZ 1" & "LZ 2") ein wenig abfällt. Mittlerweile aber hat sich "LZ 3" so richtig in meinen Gehörgängen festgesetzt und das Album begeistert mich immer wieder aufs Neue!

Der Druck muss für die Band anno dazumal (wir schreiben das Jahr 1970) in der Tat gewaltig gewesen sein. "LZ 2" stürmte weltweit die Charts und "Whole Lotta Love" war zur Heavy-Rock-Hymne schlechthin geworden.
Leicht frustriert darüber, den (starren) Stempel des Hard-Rock verpasst bekommen zu haben (ohne die Vielschichtigkeit (die eindeutig auch auf den ersten beiden Platten heraussticht) der genialen Songwriter und Interpreten zu berücksichtigen, aber so sind Kritiker und Fans manchmal halt), zogen sich Jimmy Page & seine Mannen bewusst zurück und werkelten an neuem Material, das mit bis dato abgelieferten Songs eher nicht so viel gemein hatte. Als die Platte veröffentlicht wurde, schüttelten dann auch viele Fans, die sich so sehr auf das neue Album ihrer Helden gefreut hatten, den Kopf oder waren wenigstens etwas irritiert über den Werdegang ihrer Idole.

Tatsächlich startet "LZ 3" wie gewohnt und liefert mit dem bebenden "Immigrant Song" einen zeitlosen Rocker bester Güte ab. Auch das hierauf enthaltene "Celebration Day" (Track Nr. 3) schlägt in meinen Ohren eigentlich in die Kerbe des bisher Gewohnten (ausgehend davon, dass man bis hierhin lediglich "LZ 1" & "LZ 2" kennengelernt hat). Allerdings - und das ist unüberhörbar - werden auf der Scheibe immer wieder auch ruhigere Töne angeschlagen und Elemente amerikanischer Folk-Music in die Songs miteingewoben (z.B. eine Pedal Steel oder Fidel-Klänge im Hintergrund). Obwohl die Band bereits zuvor offen mit dem Blues (und anderen Einflüssen freilich) geliebäugelt hatte und ihm einen ureigenen Heavy-Rock-Anstrich verpasste, war das Akustikgitarren-Geklampfe auf vorliegender Platte so manchem Anhänger (aus heutiger Sicht verständlicherweise) zu viel und wandte sich beleidigt anderen Acts zu...

Ich persönlich halte "LZ 3" für eines der interessantesten und spannendsten LZ-Alben und bin sogar der Meinung, dass es dem oft überschwänglich gelobten Nachfolger "LZ 4" - im Gesamten gesehen - beispielsweise überlegen ist. Alle 10 hierauf enthaltenen Tracks harmonieren nämlich wunderbar, zudem ist der Sound des Silberlings ein Genuss (klar, offen, voll & knackig). Gewitzt und verspielt, aber durchaus eingängig, versuchten sich Page, Plant, Jones & Bonham an ihrer Version von Folk und schufen dabei ein herrliches Meisterwerk, das neben "LZ 1" und "LZ 2" zu meinen persönlichen Favoriten der Band avanciert ist.

Gute Songs gibt es hierauf viele, doch möchte ich mit "Immigrant Song", "Friends", "Celebration Day" und "Tangerine" meine persönlichen Lieblinge nicht unerwähnt lassen (diese sind allesamt zugleich auch Anspieltipps).

Fazit: "LZ 3" setzte einst beabsichtigt nicht nahtlos dort fort, wo man mit den beiden triumphalen Vorgängerwerken hingearbeitet hatte. Dennoch ist das Album bei genauerer Betrachtung gar nicht so anders, wie ihm oft nachgesagt wird. So sind "Immigrant Song" und "Celebration Day" meines Erachtens doch recht typische Led-Zep-Titel, die ebenso gut auf einem der Chronologienachbarn hätten landen können.
Noch dazu halte ich diesen Ausflug in Folk-Gefilde für durchwegs geglückt. Einmal mehr beweisen - allen voran natürlich Page & Plant - welch großartiges Gespür sie generell für Musik hatten und dass sie zu weit mehr imstande waren, als "nur" brachiale, verspielte Hard-Rock-Hymnen zu komponieren (was jetzt allerdings keineswegs negativ gemeint ist).
Für mich ist "LZ 3" jedenfalls ein sehr zeitloses und hörenswertes Album, das ohne Zweifel zu den Klassikern der Pop/Rock-Geschichte zählt!

Meine Bewertung: +++++

P.S. "LZ 1" und "LZ 2" sind aber ebenso stark (nur etwas anders halt) und gehören in jedem Fall auch in jede ordentlich geführte Rockmusik-Sammlung!

Prädikat: WERTVOLL


Led Zeppelin IV - Remastered Original (1 CD)
Led Zeppelin IV - Remastered Original (1 CD)
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Lieblingsalbum vieler Fans, meines allerdings nicht!, 14. Februar 2016
Vorweg: Wenngleich ich mich nicht als Hardcore-Fan bezeichnen würde, bin ich mit dem Schaffen von Led Zeppelin doch recht gut vertraut und habe zumindest "LZ 1" bis "Physical Graffiti", also die ersten 6 Studioveröffentlichungen, zuhause in meinem CD-Regal stehen, zu denen sich im Laufe der Zeit noch das großartige Live-Doppelalbum "Celebration Day" hinzugesellt hat. Ich bin der Band also durchaus zugetan und höre auch regelmäßig LZ-Scheiben!

Natürlich steht außer Frage, dass Songs wie "Rock & Roll" oder "Stairway To Heaven" (die beide hierauf enthalten sind) völlig zurecht im Olymp historisch bedeutender Rocktracks Aufnahme gefunden haben, die weit außerhalb des erlesenen LZ-Fankreises wohlbekannt sind, allerdings fehlt mir bei vorliegendem Album so ein bisschen die Leichtigkeit und Spritzigkeit der vorangegangenen Alben, die - trotz toller Arrangements und virtuoser Verspieltheit da wie dort - immer zu spüren war. (Anm.: Meine persönlichen Lieblinge sind ja "LZ 1" und "LZ 2", wobei ich "LZ 3" sowie "Houses Of The Holy" auch super finde.)

Abgesehen vom spontan (und natürlich eindrucksvoll) runtergefetzten "Rock & Roll" wirkt vieles auf "LZ 4" ein bisschen angestrengt und konstruiert. Das soll jetzt keineswegs heißen, dass wohldurchdachte Konzepte generell immer schwer zugänglich und mühsam sein müssen, allerdings ist das Album - im Gesamten gesehen - nicht so oft in meiner Stereoanlage gelandet, wie vergleichsweise oben aufgezählte Werke.
Freilich: "Black Dog", "The Battle Of Evermore" oder "When The Levee Breaks" sind auch interessant. Allerdings wirken sie (auf mich) nicht so ausgegoren und makellos wie sämtliche andere Kompositionen der Band, die speziell auf den Vorgängerwerken vorzufinden sind. "The Battle Of Evermore" hört sich so z.B. (in meinen Ohren) ein bisschen unfertig und ziellos an, obwohl es grundsätzlich gut klingt und spannende Teile aufweist. Das unter Fans oft heißgeliebte "When The Levee Breaks" ist eine hochinteressante Melange aus Blues und Heavy-Rock, geht für mein (bescheidenes) Empfinden dennoch nie über den Status eines - freilich hochqualitativen - innovativen Experimentierversuchs hinaus.

Fazit: Trotz großartiger Momente und einem schönen, klaren & druckvollen Klangbild, ist "LZ 4" für mich nicht das LZ-Meisterwerk schlechthin. Ich persönlich greife häufiger zu den drei Vorgängerscheiben oder zum nachfolgenden "Houses Of The Holy", wenn ich in Led-Zep-Stimmung bin. Fans mögen mir diese Blasphemie nachsehen, aber im Ganzen gesehen glaube ich, dass vorliegender Tonträger mit 4 Sternen halbwegs gerecht bewertet ist. Natürlich ist Musik immer Geschmackssache - über nichts ließe sich vortrefflicher streiten ;)
Abschließend möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich LZ grundsätzlich positiv zugetan bin und - nicht zu vergessen - das einfallsreiche Cover-Artwork (tolle Arbeit) ausdrücklich loben!

Mein Urteil: ++++

---- Anspieltipps ----
- Rock & Roll
- The Battle Of Evermore (trotzdem ;))
- Stairway To Heaven


Jabberwocky
Jabberwocky
DVD ~ Michael Palin
Preis: EUR 6,79

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oft übersehen & unterschätzt - für Freunde des Python-Humors unumgänglich!, 14. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jabberwocky (DVD)
"Jabberwocky" ist eine frühe(re) Regie-Arbeit Terry Gilliams abseits der Monty Pythons, wobei einige seiner berühmten Blödel-Kollegen (Michael Palin & Terry Jones) auch hier mit von der Partie sind. Der Streifen stammt aus dem Jahr 1977 und entstand nach den Python- Werken "Die wunderbare Welt der Schwerkraft" und "Die Ritter der Kokosnuss", liegt zugleich aber noch vor Gilliams großen Solo-Erfolgen "Brazil" (1985) , "König der Fischer" (1991) und "Twelve Monkeys" (1995).
Generell erinnert vorliegender Film in vielen Belangen an die britische Kult-Truppe. So einiges ähnelt (wenigstens in meinen Augen) speziell dem vorangegangenen "Die Ritter der Kokosnuss" (von 1974), weshalb "Jabberwocky" fälschlicherweise oft auch als Python-Film aufgefasst wurde. Nichtsdestotrotz ist es ein verhältnismäßig unbekannter Streifen, der sich meines Erachtens mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung verdient hätte und für mich sogar zu den besseren Gilliam-Produktionen zählt.

Erzählt wird hier die Geschichte (die übrigens im tiefsten englischen Mittelalter spielt) von Dennis Cooper (Michael Palin), seines Zeichens Küfergeselle, der sich auf in die weite Welt macht (was ungefähr 5 Meilen entspricht), um Abenteuer zu erleben und Ruhm zu erlangen, womit er vor allem seine Angebetete - die fette Giselda, die sich nur fürs Essen interessiert - beeindrucken möchte.
Tatsächlich bietet sich für den Tölpel, der stets eine (angebissene) Kartoffel bei sich hat, die Gelegenheit als Held in die Geschichte einzugehen. Der schreckliche Drache Jabberwocky treibt nämlich sein Unwesen im Königreich von Bruno dem Fragwürdigen und muss gestoppt werden...

Ähnlich wie bei "Die Ritter der Kokosnuss" - das bekanntermaßen ja auch im Mittelalter spielt - bedient man sich hier einer Art Reisemotiv, wobei die Hauptfigur dabei allerhand skurrilen Gestalten begegnet bzw. Zeuge von schrägen Vorfällen (in bester Python-Manier) wird. Tatsächlich ist der Film die meiste Zeit über sehr unterhaltsam, nur streckenweise ist die eine oder andere (verschmerzbare) Überlange festzustellen. Insgesamt ist "Jabberwocky" mit seinen rund 100 Minuten Spielzeit aber eine kurzweilige Angelegenheit.

Ich denke, dass Python-Fans - sofern sie bereits die 4 "echten" MP-Filme gesehen haben ("Die wunderbare Welt der Schwerkraft", "Die Ritter der Kokosnuss", "Das Leben des Brian", "Der Sinn des Lebens") - hier voll auf ihre Kosten kommen und dem Streifen mit Sicherheit etwas abgewinnen können.
Eigentlich ist es fast eine Schande, dass "Jabberwocky" so selten im Fernsehen gespielt wird und es - so kommt es mir halt vor - mittlerweile ein wenig ins Hintertreffen bzw. in Vergessenheit geraten ist.

Fazit: "Jabberwocky" ist ein schräger und unterhaltsamer Terry-Gilliam-Film, der sehr stark an die tollen Monty-Python-Streifen erinnert. Obwohl vorliegendes Werk tatsächlich eine eigenständige Produktion ist, empfiehlt es sich gerade speziell für Fans der britischen Kult-Blödler. Ich persönlich sehe "Jabberwocky" fast auf einer Ebene mit z.B. "Die Ritter der Kokosnuss" und in jedem Fall deutlich vor "Time Bandits", mit dem ich mir offengestanden recht schwer tue. Naja...

4 Sterne (eigentlich sind's ja eher 4einhalb) sind hier meines Erachtens allemal angebracht!

Sehenswert. ++++/+++++


Pearl
Pearl
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahrer Klassiker einer legendären Künstlerin!, 14. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Pearl (Audio CD)
Die große Janis Joplin, der es leider nur vergönnt war 27 Jahre auf diesem Planeten zu verweilen, hat eine Vielzahl an Hits und unsterblichen Songs geschaffen. Ihr brachiales Stimmspektrum ist ebenso legendär, wie ihre Vorbildwirkung auf eine ganze Generation junger Frauen. Unbestreitbar hat Mrs. Joplin das Ihre zur Emanzipation des (vermeintlich) "schwachen Geschlechts" beigetragen - was aber keineswegs heißen soll, dass man ihren alkoholgetränkten, drogenverrauschten Lebenswandel gutheißen muss.

Albumtechnisch gesehen gilt allgemein PEARL, das als letztes Studiowerk 1971 (wenige Tage nach Janis Joplins Tod) veröffentlicht wurde. Tatsächlich tummeln sich unter den 10 Tracks des Originalalbums einige Perlen der Pop/Rock-Geschichte, wobei "Me & Bobby McGee" sowie das spärlich instrumentalisierte "Mercedes Benz" wohl zu den bekanntesten Aufnahmen der Sängerin hierauf zählen. Aber auch die anderen Titel wissen zu überzeugen und untermauen den fast schon mystischen Status, der der Ausnahmekünstlerin bis heute anhaftet.
Sehr ansprechend finde ich bei hiesiger Ausgabe zudem die 4 Bonustracks "Tell Mama", "Little Girl Blue", "Try (Just A Little Bit Harder)" und "Cry Baby", bei denen es sich um eindrucksvolle, bislang unveröffentlichte Live-Aufnahmen handelt. In meinen Ohren ist das ein löbliches und sinnvolles Bonuszuckerl, das nicht nur Hardcore-Fans (bin ja eigentlich auch keiner) erfreuen wird.

Fazit: Völlig zurecht gilt das spannend-energetische PEARL als Rock/Pop-Musiklassiker einer außergewöhnlichen und begnadeten Sängerin, der es leider nicht vergönnt war, ihre Karriere länger auszukosten.
Musikbegeisterte und Sammler, die stets auf der Suche nach neuen Leckerbissen sind, sind gut beraten vorliegende Scheibe so bald wie möglich in ihre heimelige CD/Platten-Sammlung zu integrieren!

Kurz: Ein echter Klassiker, für sämtliche Käuferschichten empfehlenswert - TOP!

Daher: +++++


Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd
Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd
Preis: EUR 7,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönster Südstaaten-Gitarrenrock. Vermutlich das beste Lynyrd-Skynyrd-Album!, 13. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Obwohl ich zugegebenermaßen kein großer Lynyrd-Skynyrd-Fan bin und ich beispielsweise die Hymne "Sweet Home Alabama" (das hier aber eh nicht drauf ist) spätestens seit der frechen Verunglimpfung durch Kid Rock (wofür die Band freilich nichts kann) wirklich nicht mehr hören kann, ist vorliegendes Werk (übrigens das Debüt von LS) meines Erachtens verdientermaßen als Klassiker der Rockgeschichte geadelt worden und hat sogar Aufnahme unter die besten 500 Alben der Rock/Pop-Geschichte (vom RS-Magazine) gefunden.

Mit dem umwerfend schönen "Simple Man" und dem gut neunminütigen "Free Bird" (beides Anspieltipps meinerseits) enthält vorliegende Scheibe zwei Jahrhundertgitarrenrockballadenklassiker, die sich auch nach mittlerweile über 4 Jahrzehnten nicht totgespielt haben. Tatsächlich ist das gesamte Album sehr hörenswert ausgefallen und verfügt obendrein noch über ein erstklassiges Soundbild, das das Nebenrock-Genre des sogenannten "Südstaaten-Rock(s)" wahrscheinlich überhaupt erst manifestiert hat.

Mit seinen insgesamt 8 Tracks (die teils aber eine überdurchschnittlich lange Spieldauer aufweisen) ist hiesiger Silberling sehr ausgewogen und in sich stimmig konzipiert ausgefallen. Freunde geerdeter klassischer Rockmusik und allgemein Musikbegeisterte können hier beruhigt zugreifen!

Ein reueloses Hörerlebnis, das man sicher des Öfteren wiederholen wird.

Daher: +++++


Im Zeichen des Bösen
Im Zeichen des Bösen
DVD ~ Charlton Heston
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schmuddelig & unbequem - Welles Noir-Demontage..., 13. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Im Zeichen des Bösen (DVD)
..."Im Zeichen des Bösen" (von 1958) zählt gemeinsam mit dem Jahrhundertklassiker "Citizen Kane" und (dem manchmal übersehenen) "Die Spur des Fremden" bis heute zu den bekanntesten und vermutlich auch besten Filmen des Meisterregisseurs.

Erzählt wird eine schmutzige, verruchte Geschichte über korrupte Polizeibeamte (die am Ende trotzdem Recht behalten können), billige Bordells und schmierige Drogenhändler, die mit Charlton Heston, Orson Welles, Janet Leigh, Marlene Dietrich und Zsa Zsa Gabor höchstkarätig besetzt wurde und lange Zeit nur in gekürzter Fassung gesichtet werden konnte.
Erst 13 Jahre nach Orson Welles Tod (also 1998) wurde der - von ihm schon zu Lebzeiten vehement geforderte - Director's Cut freigegeben. Aber gut: Besser spät als nie...

Der Film beginnt mit einer mittlerweile berühmt gewordenen 4minütigen, ungeschnittenen (!) Anfangssequenz an der mexikanisch-amerikanischen Grenze, wo zunächst alles im Lot zu sein scheint. Als dort aber ein Wagen in die Luft fliegt, beginnt ein Wettstreit zwischen dem moralisch aufrichtigen, hageren mexikanischen Drogenfahnder Vargas (Charlton Heston) und dem schmierigen, korpulenten US-Ermittler Quinlan (Orson Welles), der die Grenze zwischen Gut & Böse verwischen lässt und am Ende - so wollen es jedenfalls viele Experten & Cineasten - das gesamte Noir-Genre demontiert. (Anm.: Für mich trifft der Noir-Abgesangs-Charakter auf das im Jahr später erschienenen "North By Northwest" (dt. "Der unsichtbare Dritte") von Hitchcock aber noch stärker zu.)

Der in einer recht ungewöhnlichen Rolle agierende Heston (der wirklich als Mexikaner durchgeht) sowie auch Welles spielen fabelhaft und schaffen es immer wieder in den Bann zu ziehen. Tatsächlich glaube ich hier vielleicht sogar Mr. Hestons stärksten Auftritt vor der Kamera gesehen zu haben - und das ist ja bekanntermaßen nicht gerade irgendwer (man denke z.B. ans Monumentalepos "Ben Hur" oder den SciFi-Klassiker "Planet der Affen").

Mit einem klassischen Noir-Film hat "Touch Of Evil" meines Erachtens tatsächlich kaum etwas gemein, obwohl natürlich typische Elemente des Genres hierin vorzufinden sind (z.B. enge Räume, düsteres Schwarzweiß). Aufgrund seiner (inhaltlichen) Anti-Schwarzweiß-Malerei ist "Im Zeichen des Bösen" bis heute weitgehend vom Zahn der Zeit verschont geblieben. Die Mexikaner (wenigstens nicht alle) müssen hier nicht das Klischee der bestechlichen Faulenzer bedienen, auch US-Beamte können uncool & bestechlich sein und die schmuddelige, schwüle, unbehagliche Rotlicht-/Rauschgiftatmosphäre kommt auch gegenwärtig ungefiltert so rüber.
Generell Fahnder - selbst wenn sie letztlich im Namen des Gesetzes agieren - als unzulängliche, makelbehaftete Menschen zu zeigen, war mit Sicherheit eine sehr clevere Entscheidung, die zur Glaubwürdigkeit und Zeitlosigkeit vorliegenden Streifens beiträgt.

Trotz aller positiver Aspekte, die gerade ausführlich zur Sprache gekommen sind, ist "Im Zeichen des Bösen" keiner meiner persönlichen Filmlieblinge, was - und das ist freilich sehr subjektiv - einfach daran liegen dürfte, dass mir die nüchterne, harte und teils "platte" (bitte nicht falsch verstehen) Inszenierung irgendwie nicht so sehr zusagt.
So gut hier gespielt und mit sämtlichen Saubermannklischees aufgeräumt wird, so lieblos hingerotzt & uncharmant kommt mir manches hierin offengestanden auch vor (selbst, wenn's vielleicht beabsichtigt sein mag).

Fazit: Ohne Frage ist "Touch Of Evil" ein Klassiker, der hochkarätig besetzt wurde und das Milieu, in dem gespielt wird, trocken, kompromisslos und (vermutlich) authentisch wiedergibt.
Mir persönlich gefallen andere Welles-Inszenierungen jedoch besser und Freunden des klassischen Film Noir würde ich raten, sich zuerst vielleicht älteren Genre-Werken (z.B. "Die Spur des Fremden" oder Fritz Langs "The Big Heat") zuzuwenden.

In Summe macht das aus meiner Sicht 4 Sterne. ++++

Natürlich sehenswert, aber in Summe nicht überwältigend brillant!


Im Zeichen des Bösen - SZ-Cinemathek 13
Im Zeichen des Bösen - SZ-Cinemathek 13
DVD ~ Charlton Heston
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 0,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schmuddelig & unbequem - Welles Noir-Demontage..., 13. Februar 2016
..."Im Zeichen des Bösen" (von 1958) zählt gemeinsam mit dem Jahrhundertklassiker "Citizen Kane" und (dem manchmal übersehenen) "Die Spur des Fremden" bis heute zu den bekanntesten und vermutlich auch besten Filmen des Meisterregisseurs. Aus meiner (natürlich subjektiven) Sicht hätte die SZ-Cinemathek-Reihe mit einem der beiden letztgenannten Streifen - Welles betreffend - einen glücklicheren Griff getan, wenngleich vorliegendes Werk freilich dennoch sehenswert und interessant ist. Aber mal eins nach dem anderen...

Erzählt wird eine schmutzige, verruchte Geschichte über korrupte Polizeibeamte (die am Ende trotzdem Recht behalten können), billige Bordells und schmierige Drogenhändler, die mit Charlton Heston, Orson Welles, Janet Leigh, Marlene Dietrich und Zsa Zsa Gabor höchstkarätig besetzt wurde und lange Zeit nur in gekürzter Fassung gesichtet werden konnte.
Erst 13 Jahre nach Orson Welles Tod (also 1998) wurde der - von ihm schon zu Lebzeiten vehement geforderte - Director's Cut freigegeben. Aber gut: Besser spät als nie...

Der Film beginnt mit einer mittlerweile berühmt gewordenen 4minütigen, ungeschnittenen (!) Anfangssequenz an der mexikanisch-amerikanischen Grenze, wo zunächst alles im Lot zu sein scheint. Als dort aber ein Wagen in die Luft fliegt, beginnt ein Wettstreit zwischen dem moralisch aufrichtigen, hageren mexikanischen Drogenfahnder Vargas (Charlton Heston) und dem schmierigen, korpulenten US-Ermittler Quinlan (Orson Welles), der die Grenze zwischen Gut & Böse verwischen lässt und am Ende - so wollen es jedenfalls viele Experten & Cineasten - das gesamte Noir-Genre demontiert. (Anm.: Für mich trifft der Noir-Abgesangs-Charakter auf das im Jahr später erschienenen "North By Northwest" (dt. "Der unsichtbare Dritte") von Hitchcock aber noch stärker zu.)

Der in einer recht ungewöhnlichen Rolle agierende Heston (der wirklich als Mexikaner durchgeht) sowie auch Welles spielen fabelhaft und schaffen es immer wieder in den Bann zu ziehen. Tatsächlich glaube ich hier vielleicht sogar Mr. Hestons stärksten Auftritt vor der Kamera gesehen zu haben - und das ist ja bekanntermaßen nicht gerade irgendwer (man denke z.B. ans Monumentalepos "Ben Hur" oder den SciFi-Klassiker "Planet der Affen").

Mit einem klassischen Noir-Film hat "Touch Of Evil" meines Erachtens tatsächlich kaum etwas gemein, obwohl natürlich typische Elemente des Genres hierin vorzufinden sind (z.B. enge Räume, düsteres Schwarzweiß). Aufgrund seiner (inhaltlichen) Anti-Schwarzweiß-Malerei ist "Im Zeichen des Bösen" bis heute weitgehend vom Zahn der Zeit verschont geblieben. Die Mexikaner (wenigstens nicht alle) müssen hier nicht das Klischee der bestechlichen Faulenzer bedienen, auch US-Beamte können uncool & bestechlich sein und die schmuddelige, schwüle, unbehagliche Rotlicht-/Rauschgiftatmosphäre kommt auch gegenwärtig ungefiltert so rüber.
Generell Fahnder - selbst wenn sie letztlich im Namen des Gesetzes agieren - als unzulängliche, makelbehaftete Menschen zu zeigen, war mit Sicherheit eine sehr clevere Entscheidung, die zur Glaubwürdigkeit und Zeitlosigkeit vorliegenden Streifens beiträgt.

Trotz aller positiver Aspekte, die gerade ausführlich zur Sprache gekommen sind, ist "Im Zeichen des Bösen" keiner meiner persönlichen Filmlieblinge, was - und das ist freilich sehr subjektiv - einfach daran liegen dürfte, dass mir die nüchterne, harte und teils "platte" (bitte nicht falsch verstehen) Inszenierung irgendwie nicht so sehr zusagt.
So gut hier gespielt und mit sämtlichen Saubermannklischees aufgeräumt wird, so lieblos hingerotzt & uncharmant kommt mir manches hierin offengestanden auch vor (selbst, wenn's vielleicht beabsichtigt sein mag).

Fazit: Ohne Frage ist "Touch Of Evil" ein Klassiker, der hochkarätig besetzt wurde und das Milieu, in dem gespielt wird, trocken, kompromisslos und (vermutlich) authentisch wiedergibt.
Mir persönlich gefallen andere Welles-Inszenierungen jedoch besser und Freunden des klassischen Film Noir würde ich raten, sich zuerst vielleicht älteren Genre-Werken (z.B. "Die Spur des Fremden" oder Fritz Langs "The Big Heat") zuzuwenden.

In Summe macht das aus meiner Sicht 4 Sterne. ++++

Natürlich sehenswert, aber in Summe nicht überwältigend brillant!


Die Spur des Fremden
Die Spur des Fremden
DVD ~ Edward G. Robinson
Wird angeboten von diebuntenseiten
Preis: EUR 3,31

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine (manchmal übersehene) Perle des Film Noir!, 12. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Spur des Fremden (DVD)
Orson Welles "The Stranger" ist für seine Entstehungszeit (1946) ein recht kommerzieller Film, der sich damals typischer Erfolgsrezepte bedient.
Edward G. Robinson (Detective Wilson) und Orson Welles (Charles Rankin/Franz Kindler) agieren beide in Hochform und verkörpern in diesem Streifen Jäger und Gejagten, die eine Leidenschaft miteinander verbindet: alte Uhren. Die Kirchturmuhr eines verschlafenes Ortes in Connecticut wird dabei zum mehrmals wiederholten - und gut in Szene gesetzten - Sinnbild, das uns sagt, dass die Zeit unaufhaltsam voranschreitet und die Wahrheit früher oder später immer ans Licht kommt (ja, es gibt also ein Happy-End ;)). Dass der gesuchte, fiktive Nazi-Kriegsverbrecher Franz Kindler ironischerweise die seit 100 Jahren stillstehende Kirchturmuhr wieder zum Laufen bringt und er letztlich sogar von dieser gerichtet wird, nachdem er die Pendeluhr im trauten Heim zerstört hat, ist große Kinokunst, aber mal eins nach dem anderen...

Detective Wilson (Robinson) haftet sich - der Fährte eines ausgesandten Lockvogels (einem ehem. KZ-Kommandanten, der freigelassen wurde) folgend - an die Fersen von Geschichtsprofessor Charles Rankin, der ein beschauliches Leben in einem kleinen Ort führt und frisch mit der Tochter eines angesehenen Bundes-Richters vermählt ist. Als der Lockvogel spurlos verschwindet, weiß Wilson bereits, dass der untergetauchte und gesuchte Nazi-Kriegsverbrecher Franz Kindler nicht weit sein kann, weshalb er länger an besagtem Ort verweilt, um Indizien nachzugehen und Beweise zu finden. Schließlich verhärten sich seine Vermutungen. Der Satz: "Marx war kein Deutscher, er war Jude", der während eines gemeinsamen Tischgesprächs beim Essen (Wilson ist zu Gast beim Vater (also dem Richter) von Rankins Frau, wobei die ganze Familie anwesend ist) von Rankin ausgesprochen wird, verrät Wilson, dass Rankin der gesuchte Kindler sein muss, den er jetzt unter allen Umständen dingfest machen will.
Rankins Spielraum wird im Verlauf des Plots immer enger, während Wilson immer mehr Vertrauenspersonen - angefangen beim frischgebackenen Schwager Rankins - für sich gewinnt. Nur die Gemahlin ist geblendet von ihrem charismatischen Mann, der dieser immer verworrenere und dreistere Lügen auftischt und zugleich immer fordernder und brutaler wird. (Anm.: Welles schauspielerisches Talent kommt bei dieser Wandlung hervorragend zur Geltung, allein seine Mimik und sein Augenspiel sind fantastisch!)
Als schließlich auch die hübsche Richterstochter erkennt, dass sie einen kaltblütigen Kriegsverbrecher geheiratet hat, ist es fast zu spät. In einem filmhistorischen Finale am zuvor kurz angesprochenen Uhrturm kommt es so, wie es kommen muss...

Fazit: Vorliegendem Film vorzuwerfen, er wäre - politisch bzw. moralisch gesehen - ein wenig platt und unausgegoren, halte ich aufgrund seiner Entstehungszeit (ein Jahr nach Ende des 2. Weltkriegs) für unangebracht, wenngleich der böse Deutsche Kindler freilich überzeichnet wirkt. Wichtiger jedoch, als die philosophisch-moralische Botschaft, die der Streifen den Zusehern mitgeben will, sind in meinen Augen die ausdrucksstarken Bilder, die hierin gezeigt werden. Behutsame Einstellungen fangen die durchwegs starken Schauspieler gut ein und machen so jede Szene zu etwas Besonderem. Die mehrmaligen Wechsel zwischen dunklen Noir-Momenten (vielleicht sogar einige der besten der Filmgeschichte) und Aufnahmen am helllichten Tag harmonieren wunderbar und schaffen eine künstlerisch wertvolle, dichte Atmosphäre.
Tatsächlich glaube ich, dass Orson Welles - abgesehen von seiner wirklich starken schauspielerischen Leistung in hiesigem Streifen - selten bessere Regiearbeit geleistet hat. Mir persönlich gefällt "Die Spur des Fremden" jedenfalls besser als z.B. das so oft gerühmte "Im Zeichen des Bösen" (das aber freilich dennoch ein sehenswerter Film ist). Für mich kommt vorliegender Film sogar fast noch vor dem großen Klassiker "Citizen Kane" - den man aber natürlich trotzdem gesehen haben sollte!

Was gibt's sonst noch zu sagen? Ach, ja: Der Film dauert insgesamt gut 91 Minuten und ist - sonst wär's ja kein Noir-Klassiker - in atmosphärischem Schwarzweiß gehalten. Die Bilder sind gestochen scharf und ein Genuss, wohingegen die Tonspur ein wenig zu wünschen übrig lässt (musste die Lautstärke doch deutlich nach oben drehen).
An der großartigen Stimmung, die der Klassiker (auch heute noch) vermittelt und an den tollen Schauspielerleistungen ändert das aber freilich nichts. Übrigens dürfte das hier wohl der erste Spielfilm gewesen sein, bei dem (wenngleich nur wenige) echte Bilder von KZ-Befreiungsfilmen gezeigt wurden (Wilson spielt dem Richter und später der Tochter einen solchen vor, während er schildert, um wen es sich beim Schwiegersohn bzw. Ehemann tatsächlich handelt). Auch dahingehend war man also sehr wagemutig und innovativ.

In meinen Augen gilt "Die Spur des Fremden" völlig zurecht als Klassiker der Filmgeschichte, ich finde den Streifen - verglichen mit Leinwandwerken ähnlicher Art - manchmal sogar etwas unterbewertet, um ehrlich zu sein. Das hier ist vermutlich mein Lieblingsschinken von und mit Orson Welles.
Für Cineasten und Liebhaber unbedingt empfehlenswert. Macht aus meiner Sicht klare 5 Sterne. +++++

Eine echte Noir-Perle - KLASSE!


Live-the Best of
Live-the Best of
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 10,79

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöne Live-Zusammenstellung, die sich für Fans bestimmt bezahlt macht!, 12. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live-the Best of (Audio CD)
Vorliegender Doppeltonträger ist eine der wenigen Live-Veröffentlichungen der Glam/Art-Rockband Roxy Music, die - wie ich finde zu unrecht - mittlerweile ein bisschen aus dem Fokus neuerer Pop/Rock-Musikgeschichte gerückt sind.
Mit zwei CDs und insgesamt 22 Tracks (je 11 pro Scheibe, am 2. Silberling ist zusätzlich noch ein Live-Video von "Both Ends Burning" enthalten) bietet hiesiger Live-Auszug einen breiten und vielschichtigen Auszug der 8 Studioalben umfassenden RM-Chronologie, der natürlich in erster Linie für Fans interessant sein wird.

Hierauf veröffentlichte Songs stammen von der großen Reunion-Tour aus dem Jahre 2001 und wurden - obwohl viele verschiedene Aufzeichnungsorte berücksichtigt wurden, u.a. Wien, Stuttgart, Tokio uvvm. - meines Erachtens sehr homogen, flüssig und gefällig aneinandergereiht. Die Übergänge funktionieren überraschend reibungslos und die Dynamik (im Gesamten gesehen) leidet keineswegs unter dem (vermeintlichen) Flickwerkcharakter. Jene Personen, die sich für die Soundkonzeption hiesiger Silberlinge verantwortlich zeigen, haben also gute Arbeit geleistet - großes Lob diesbezüglich!

Obwohl die meisten der hierauf enthaltenen Tracks für sich betrachtet atmosphärisch gesehen nicht ganz an die Studiooriginalaufnahmen herankommen (wie z.B. der geniale Ohrwurm "Oh Yeah!"), offenbaren sie andererseits häufig einen reizvollen, neuartigen Live-Charme, wie etwa das stark dargebrachte "More Than This" oder "Jealous Guy", um hier nur 2 Beispiele diebez. zu nennen.
Nicht umsonst galten die Briten lange Zeit "nur" als passable Live-Band, was gewiss auch darauf zurückzuführen ist, dass etliche Songs - vor allem vom Sound her (und mit den technischen Mitteln der 70er bzw. 80er-Jahre) - einfach verdammt schwer hinzubekommen sind/waren. (Anm.: Ich persönlich glaube trotzdem, dass etwa die Live-Scheibe "Viva!" auch einige Gustostückerl anzubieten hat, so etwa eine ausgedehnte, stimmige Version von "If There Is Something", das aber auch auf vorliegendem Werk schön dargebracht wird).

Fazit: Diese Live-Zusammenstellung gibt das wieder, was sie verspricht und deckt ein großes Spektrum der durchwegs überschaubaren Gesamtchronologie der britischen Kultband ab. Sound und Konzeption sind völlig in Ordnung und manchmal bietet sich sogar ein neuer Zugang zum einen oder anderen (vorab bekannten) Song.
Fans werden an dieser Veröffentlichung nur schwer vorbeikommen und auch nicht so glühende Anhänger könnten es durchaus hiermit versuchen (wobei ich dennoch zunächst die Studioalben - vielleicht bis auf "Manifesto", das mir persönlich nicht so gefällt - empfehlen würde).

Kurz: Eine tolle Live-Kollektion mit großartigen Songs und schönem Klangbild, daher: +++++

---- Anspieltipps ----

- CD 1 -
- Re-Make/Re-Model
- Ladytron
- My Only Love
- Both Ends Burning

- CD 2 -
- More Than This
- If There Is Something
- Avalon
- Jealous Guy
- Virginia Plain
- Editions Of You
- Love Is The Drug

P.S. Das elegante, optisch ansprechende Digi-Pack ist ein echter Blickfang. Im ebenfalls schön gestalteten Booklet können genauere Informationen zu diversen Spielstätten, Terminen etc. nachgelesen werden.


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