Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Jetzt informieren Books Summer Shop 2017 Cloud Drive Photos Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Read for free AmazonMusicUnlimited longss17
Profil für Em Ka > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Em Ka
Top-Rezensenten Rang: 829
Hilfreiche Bewertungen: 3580

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Em Ka "Filmfan & Musikliebhaber" (Neufeld an der Leitha, Bgld)
(TOP 1000 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 11-20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31-40
pixel
The 30 Biggest Hits XXX
The 30 Biggest Hits XXX
Preis: EUR 10,34

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgedehnter Karriereüberblick - einfach unwiderstehlich!, 5. August 2015
Rezension bezieht sich auf: The 30 Biggest Hits XXX (Audio CD)
Roxette ist ein Phänomen. Roxette, das sind ausverkaufte Konzerte, unsterbliche Rock-Hymnen, bitterzarte Pop-Balladen, radiotauglicher Mainstream-"Murks" (ist aber nicht böse gemeint) und pure Energie und Leidenschaft für eine der schönsten Sachen auf der Welt: Musik.
Und: Roxette und ich - das ist nicht unbedingt eine innige Liebe. Ehrlich gesagt fühle ich mich normalerweise eher in der etwas alternativeren Musikecke beheimatet und wohl - und trotzdem konnte ich bei diesem Megasammelsurium an Klasse-Tracks einfach nicht widerstehen.

Die Geschichte der Band liest sich wie ein Märchen. Angeblich soll ein amerikanischer Student (Ende der 80er-Jahre), der in Schweden zu Gast war, über "The Look" gestolpert sein und Gefallen daran gefunden haben. Also nimmt er das Band mit über den großen Teich, gibt es einem Bekannten, der gute Connections zu lokalen Musiksendern pflegt und das Ding zischt ab wie eine Rakete mit Atomantrieb. Der Rest ist Geschichte!

Und wahrlich: Man spürt auch heute noch die Energie, die Explosivität in besagtem Track, der die Schweden binnen kürzester Zeit zu richtigen internationalen Rock-Stars von Rang machen sollte.
Ähnlich ging es weiter - es folgten viele weitere Hits, u.a. "Dressed For Success", später "Joyride", "It Must Have Been Love" undundund... Auch die Alben sollten immer und immer wieder kräftig die Charts sämtlicher Länder aufwirbeln.
Es ist wirklich erstaunlich, welche Vielzahl an Hits auf die Adresse der Schweden gehen. Um Tantiemen braucht man sich also ganz bestimmt keine Sorgen zu machen. Auch heute werden Roxette-Songs mit großer Regelmäßigkeit im Radio gespielt und das oft mehrmals am Tag.

Was in den letzten Jahren rund um die Band geschehen ist, liest sich weniger märchenhaft. Gesundheitliche Probleme und Auflösung(sgerüchte) ließen ein Raunen durch die weltweit millionenschwere Anhängerschaft gehen...
Und dann sind sie wieder da: CHARM SCHOOL schlägt ein wie der Blitz - wiederum ausverkaufte Hallen und begeisterte Menschenmassen.
Und wieder ein paar Jährchen später - allen Problemen zum Trotz - quasi die Zugabe: Zwar hat man nun nichts Neues im Köcher, aber notfalls tun es die bisher geschaffenen Perlen ja auch. Allen Widerständen den Kampf ansagend begibt man sich auf eine Best-of-Tour und bringt eine "kleine" Ansammlung namens XXX - THE 30 BIGGEST HITS auf den Markt. Die Konzerte sind abermals ausverkauft, die Songs rufen immer noch Begeisterung hervor! Ist es am Ende also doch wieder ein Märchen mit Happy End?

Wie schon gesagt bin ich nicht unbedingt der größte Roxette-Fan auf Erden. Diese Zusammenstellung jedoch gehört - wie ich finde - in jede ordentlich geführte Musiksammlung (wenn man denn nicht ohnehin schon mehrere oder alle Studioalben der Band besitzen sollte). XXX gibt einen schönen Überblick und versteht es mühelos zu begeistern. Wie so oft bei Zusammenstellungen dieser Art ist es wohl müßig, darüber zu diskutieren, wie die Tracklist am besten aussehen sollte. Freilich werden glühende Fans immer dieses oder jenes an einer Best-of-Ausgabe zu bemängeln haben. Ist ja verständlich und alles andere als neu...

Und trotzdem: Für mich ist diese Veröffentlichung schlichtweg ein Glücksfall. Ich hau die Scheiben - wenn ich in Stimmung dafür bin - in die Stereo-Anlage und ab geht die Post! Bei Bedarf kann der eine oder andere Song ja auch übersprungen werden (ein Hoch auf unsere digitale Musik(un)kultur!). Tatsächlich aber, meine ich, ist XXX eine sehr gelungene Zusammensetzung, die nicht irgendwie x-beliebig zusammengewürfelt wirkt. Ganz bestimmt wurde die Songabfolge mit Herz UND Hirn festgelegt und gerade deshalb funktioniert Roxette eben auch in diesem Best-of-Format so ausgezeichnet.

Fazit: Ich bin kein großer Roxette-Fan und mit dieser Compilation dennoch (oder gerade deshalb) durch und durch glücklich. Eine Fülle von Songs, zu einem, wie ich meine, höchstangemessenen Preis serviert. Noch dazu ist das Ganze super zsammengestellt und klingt einfach fabelhaft (einerseits schön knarrig und schmutzig, bei Bedarf aber auch klar und sauber)!

Am Ende dieser kleinen Lobpreisung möchte ich noch meine persönlichen Anspieltipps mit Ihnen, lieber Leser, teilen:

- CD 1 -
The Look (1)
Dressed For Success (2)
It Must Have Been Love (4)
How Do You Do! (5)
The Big L (9)
Fading Like A Flower (10)

- CD 2 -
Joyride (1)
Sleeping In My Car (2)
Listen To Your Heart (3)
The Centre Of The Heart (Is A Suburb To The Brain) (9)
She's Got Nothing On (But The Radio) (13)

Mehr darf und kann man sich meines Erachtens von einem Best-of ganz einfach nicht erwarten - GROSSE KLASSE!!


Sultans Of Swing - The Very Best Of Dire Straits (CD 1 Of Limited Edition)
Sultans Of Swing - The Very Best Of Dire Straits (CD 1 Of Limited Edition)
Preis: EUR 8,39

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungene Zusammenstellung mit vielen Highlights!, 5. August 2015
Grundsätzlich, muss ich sagen, bin ich bei Best-of-Ausgaben immer sehr vorsichtig und zurückhaltend. Leute, die behaupten, dass man (große) Bands im Grunde nur dann wirklich kennenlernen kann, wenn man sich die Alben einzeln zu Gemüte führt, sind prinzipiell im Recht (oh, was könnte ich da für Geschichten erzählen...). Im Laufe der Jahre habe ich mir eine ansehnliche (und dennoch bescheidene) Musiksammlung zugelegt und bin immer wieder mit der Frage konfrontiert gewesen, ob ich mir - wenn ich Interesse für diese oder jene Band hegte - zunächst mal eine Compilation zum Kennenlernen zulegen oder doch lieber gleich zu ein oder zwei Alben greifen sollte...
Das sei nur einmal vorweg klargestellt: Ich bin sicher niemand, der möglichst viele Best-ofs zusammenhamstert, sondern sammle wirklich mit Leidenschaft Musik von Künstlern, die mich in irgendeiner Weise ansprechen...

Nun ist es aber manchmal trotzdem so, dass es im Falle mancher Bands und mancher karriereüberblickender Veröffentlichungen so geglückte, liebevolle Zusammenstellungen gibt, dass sie im Falle des Falles öfter herangezogen und aufgelegt werden, als so manches vermeintliche Superalbum (mir fielen da momentan u.a. noch die Smashing Pumpkins mit ROTTEN APPLES/GREATEST HITS ein oder etwa die U2-Compilation 1980-1990, um hier zwei ebenfalls sehr geglückte Beispiele zu nennen).
Freilich mag es auch eine Rolle spielen, dass ich zugegebenermaßen nicht der Überdrübermega-Dire-Straits-Fan bin. Zwar habe ich in einzelne Werke auch schon öfter hineingehört und immerhin besitze ich zumindest das wunderbare (nein, ich finde es nicht zu anbiedernd) BROTHERS IN ARMS, das ich ganz offen und ehrlich für eine der bedeutendsten musikalischen Errungenschaften der 80er-Jahre halte (neben anderen Kalibern freilich), aber ansonsten bin ich mit vorliegender Zusammenstellung, nämlich SULTANS OF SWING - THE VERY BEST OF DIRE STRAITS, mehr als glücklich.

Erst kürzlich habe ich die Scheibe wieder mal (nach längerer Pause) aufgelegt, um reinzuhören - und dann konnte ich gar nicht auf die Stopp-Taste meiner Stereo-Anlage drücken, so eingenommen war ich von den zauberhaften, fantastischen Gitarrenklängen, untermalt von Mark Knopflers kratziger Stimme, und den wunderbaren Harmonien, die mir da um die Ohren brausten.

Ich denke, dass man - auch ohne der riesengroße Dire-Straits-Sympathisant zu sein - sehr schnell mit vorliegender Compilation warm wird.
Meines Erachtens ist die gesamte CD - von Track Nr. 1, "Sultans Of Swing" (dem ersten großen Hit der Band), bishin zur Live-Version "Local Hero/Wild Theme" (Track Nr. 16 der CD) - ein Genuss. Die Abfolge der Songs hat teils chronologischen Charakter, aber nicht zwingend. Jedenfalls wurden hier einige Perlen der Band wirklich behutsam und wohldurchdacht aneinandergereiht. Und damit auch Fans auf ihre Kosten kommen, hat man von einigen Hits Live-Mitschnitte hinzugenommen (insgesamt sind's 3 an der Zahl, nämlich "Love Over Gold", das großartige "Your Latest Trick" sowie das zuvor bereits genannte "Local Hero/Wild Theme").
Natürlich werden hartgesottene Fans dennoch bekriteln, dass man statt des einen Songs womöglich besser einen anderen hätte mit dazunehmen können und dass überhaupt die Hälfte aller guten Songs fehlt. Aber unter Musikfreunden und Sammlern sind solche Gesprächsthemen fast schon obligatorisch und längst nichts Neues mehr. Ich für meine Begriffe vermisse auf diesem Silberling absolut nichts. Die Scheibe läuft - als Ganzes heruntergespielt - quasi wie geschmiert und entzückt einfach. Mal ist man mitgerissen oder gar den Tränen nahe, ob der unwiderstehlichen Melancholie eines Songs, mal möchte man am liebsten ganz einfach das Tanzbein schwingen, mal kann man sich ganz einfach mal gemütlich zurücklehnen, abschalten und entspannen. Auf diesem Best-of bekommt man wirklich alles serviert und dazu noch äußerst stimmig und bekömmlich aneinandergereiht.

Fazit: Man hat es hier mit einer der wenigen ganz, ganz großartigen, perfekt zusammengestellten Compilations zu tun, die - um hier eine etwas abgedroschene Redewendung zu bemühen - wie Butter von der Seele geht.
Meines Erachtens steckt diese Scheibe voller Höhepunkte - es gibt immer etwas zu entdecken und garantiert macht dieses Best-of noch Lust auf mehr (andererseits erfüllt es eben aber auch seinen Zweck und gibt einen stimmigen Überblick, der Nicht-Hardcore-Fans durchaus genügen könnte). Hinzu kommt noch, dass vorliegender Silberling ebenso gut leise als auch laut abgespielt funktioniert. Atmosphärisch hat man es hier wirklich - und das, obwohl es sich hier eben nicht um ein Album mit ähnlichen Themen bzw. Sounds handelt - mit ganz großem Kino für die Ohren zu tun. Einfach fabelhaft!

Abschließend möchte ich noch meine persönlichen Lieblinge (Anspieltipps) hierauf bekanntgeben:
- Sultans Of Swing (1)
- Romeo And Juliet (3)
- Twisting By The Pool (6)
- So Far Away (8)
- Money For Nothing (9)
- Brothers In Arms (10)
- Walk Of Life (11)
- Your Latest Trick [Live] (15)

Noch einmal: Ich sage nicht, dass es nicht lohnen würde, sich nicht auch die einzelnen Studioalben der Band zuzulegen. Und es mag durchaus sein, dass Fans der eine oder andere Lieblingssong hierauf abgeht bzw. dass die eine oder andere Kürzung (z.B. wurde beim recht langen Intro von "Brothers In Arms" etwas geschnippelt) ein Dorn im Auge ist.
Insgesamt halte ich SULTANS OF SWING - THE VERY BEST OF DIRE STRAITS aber für einen absoluten Glücksfall!

P.S. Aktuell ist offenbar auch eine 2-Disc-Variante mit einigen zusätzlichen Live-Songs erhältlich. Wohl noch ein Grund mehr, zu hiesigem Werk zu greifen!

Unbedingte Kaufempfehlung. TOP!!


S.T.S: Die Größten Hits aus über 30 Jahren Bandgeschichte
S.T.S: Die Größten Hits aus über 30 Jahren Bandgeschichte
Preis: EUR 15,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein starkes Stück neuerer österreichischer Musikgeschichte!, 4. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zu allererst mutet es für meinen Geschmack eigenartig an, dass es mittlerweile offenbar ebenso viele STS-Compilations (Best-ofs in allen möglichen Varianten) zu geben scheint, als auch Alben.
Wie immer bei großen Künstlern, und das ist das steirische Ausnahmetrio Steinbäcker, Timischl, Schiffkowitz allemal, werden die dekadenüberspannenden Zusammenstellungen dem musikalischen Output letztlich nicht gerecht. Soll heißen: In jedem Fall wird es sich lohnen, sich zumindest einige der Studioalben zuzulegen. Ich für meinen Teil mag z.B. ÜBERDOSIS GFÜHL (1984), GRENZENLOS (1985), AUGENBLICKE (1987) und ZEIT (1995) sehr, auch das 1998 veröffentlichte VOLLE KRAFT funktioniert sehr, sehr gut.

Warum also trotzdem dieses 30-Jahre-Best-of?
Nun, ich besitze eben nicht alle STS-Alben (mein Vater schon) und wollte den hauseigenen Musikkatalog ganz einfach bereichern. Nachdem ich mich durch sämtliche Compilations gekämpft hatte, bin ich bei vorliegendem Doppelalbum gelandet. Abgesehen davon, dass sich hierauf - neben altbekannten und neueren Hits - auch bis dato 3 unveröffentlichte Songs (die ich aber eher nicht als Höhepunkte empfinde, um ehrlich zu sein) befinden, gefällt mir die Mischung hiesiger Silberlinge einfach am besten. Ob dies jetzt lediglich persönlich-subjektivem Geschmacksempfinden geschuldet ist, vermag ich an dieser Stelle nicht zu beantworten...

Jedenfalls hat man mit Erwerb der beiden Tonträger tatsächlich einen großartigen Überblick der gesamten STS-Chronologie in seine Musiksammlung integriert. Einzig die ROSEGGER-Songs (von 1993, glaub ich) bleiben hierauf ausgespart - daran kommt man als Freund von STS aber ohnehin nicht vorbei, würde ich meinen.
Nach den ersten 3 Neulingen, die die 1. Scheibe eröffnen geht es gleich mit den Klassikern los. Es wäre müßig sie jetzt alle aufzuzählen, aber einige meiner persönlichen Favoriten wären da u.a. "Sie Wissen Alls Besser", "Ka Zeit Mehr", "Großvater", "Die Kinder San Dran", "Da Kummt Die Sun", "Kalt Und Kälter", "Fürstenfeld", "Das Feuer", "Irgendwann Bleib I Dann Dort", "Auf A Wort", "I Bin Aus Österreich" sowie "I Hab Di Lebn Gesehn" - um nur einige wenige zu nennen.
Geschickterweise hat man auch den einen oder anderen rareren Song mit auf diese Ausgabe gepackt, wie z.B. "Irgendwo" (eines von mehreren Beatles-Covern der Band, das sich der Melodie von "Nowhere Man" bedient) oder aber auch "Red Ma Uns Des Aus" (ebenfalls eine Beatles-Eigeninterpretation) etc.

Kurzum: Die Zusammenstellung vorliegender Silberlinge ist mit Sicherheit geglückt, abwechslungsreich und vielseitig.
Tatsächlich, ich muss das an dieser Stelle sagen, habe ich, als ich die CDs das erste Mal zuhause durchlaufen ließ, manchmal heimlich geweint. Plötzlich waren die Botschaften (die einerseits sehr persönliche Geschichten erzählen, andererseits politische Themen punktgenau aufgreifen), die STS so klar, kritisch und direkt - aber dennoch wunderbar ästhetisch verpackt - mit ihren Songs vermitteln mitten in mein Herz geschossen. Ich habe - vor allem die bekannteren Lieder - freilich nicht zum ersten Mal gehört. Wie oben schon kurz angedeutet, ist mein Vater immer schon ein großer STS-Fan gewesen, weshalb (damals noch als MC) im Auto auch recht häufig deren Musik gelaufen ist. Allerdings habe ich mir bis vor kurzem schon einige Jahre zuvor keinen STS-Song mehr im Ganzen angehört - und dann waren sie plötzlich wieder da, so klar, deutlich, aufrüttelnd und aufwühlend wie eh und je... Und dann kam da noch das Wissen hinzu, dass STS nun nicht wieder so bald (oder wenn man ihnen selbst glauben darf, tatsächlich nie wieder) gemeinsam an musikalischen Projekten arbeiten würden... Leider, leider hat sich das Trio im vergangenen Jahr ja aufgelöst und angekündigt, einen Schlussstrich zu ziehen... Insgesamt war ich halt irgendwie momentan etwas überrumpelt von meinen Gefühlen - und dafür schäme ich mich keineswegs!

Was ich mit meinen sentimentalen Ausflügen zu erklären versuche ist, dass STS mit ihren Botschaften immer noch Menschen erreichen und dass diese - auch, wenn nun schon Jahre, teils Jahrzehnte, verstrichen sind - nach wie vor nichts an ihrer kritsichen Schärfe oder Aktualität verloren haben. Ja, die Steirer haben wirklich zeitlose Werke für immer geschaffen. Hut ab!

Gerne würde ich nun noch auf einzelne Textstellen eingehen, um die poetisch-lyrische Genialität (neben der ohnehin großartigen Musik) etwas hervorzuheben, Ihrer Lesefreude zuliebe, möchte ich jedoch darauf verzichten. Hören Sie einfach selbst rein und lassen Sie sich selber überrumpeln von diesem bombastischen Liedgut-Nachlass... Vielleicht kommt ja in späterer Zukunft doch noch das eine oder andere neue Stück dazu. Man soll ja die Hoffnung bekanntlich nie aufgeben ;)

Ein kleines Zitat, weil es so schön böse ist, sei mir abschließend jedoch bitte dennoch erlaubt (auch, weil's momentan (leider) so gut zu der heiklen Asylpolitik-Situation und dem ganzen Wirtshausstammtischphilosophenrednergetue in meinem Heimatland passt):
"I bin a feine Mischung - Special-Blend.
Solche wie mi, waßt, wie ma de nennt?
I bin die wilde Sorte, da werdn Braune bleich -
I bin aus Österreich!"

Dazu muss man gar nichts sagen. Ich glaube, dass alleine diese Strophe (eigentlich Refrain) die tollen sprachspielerischen Fähigkeiten des Ausnahme-Trios untermauern. Super - mehr kann ich dazu gar nicht sagen!

Danke für diese wundervolle Musik und diese großartigen Texte. Danke, dass ich wirklich sehr berührt war, nachdem ich nach langer, langer Zeit wieder einmal STS-Songs zuhause aufgelegt habe!
Danke für und an STS!

P.S. Derzeit gibt es wohl kaum vergleichbare Gruppen in Österreich (aber freilich dennoch viele wirklich gute). Am ehesten kommt von den politischen Statements und Botschaften noch Hubert von Goisern an die Qualitäten der Steirer heran (ohne hier aber irgendwelche direkten oder indirekten Vergleiche ziehen zu wollen). Da möchte ich übrigens - aus aktuellem Anlass - dringend das heuer erschienene FEDERN wärmstens empfehlen. Ebenfalls ein großartiges Werk - dazu aber an anderer Stelle gerne mehr ;)

Ein super Songsammelsurium mit einer ansprechenden, abwechslungsreichen Liedgutauswahl, das dem großen Schaffen (aus über 30 Jahren Bandgeschichte) freilich dennoch nicht ganz gerecht werden kann. Wie schon gesagt lohnt es sich in jedem Fall auch hier zu den einzelnen Studioveröffentlichungen zu greifen...
Fast noch besser gefallen mir persönlich ja die Live-Alben, derer meines Wissens 2 an der Zahl erschienen sind, nämlich "Auf Tour" (eine Doppel-CD von 1988, ohne komplette Begleitband) sowie "STS und Band live" (um 2000 herum veröffentlcht, glaube ich). Erstgenannten Live-Mitschnitt besitze ich bereits, den zweiten werde ich mir wohl demnächst zulegen...

Das Höchstbewertungsmaß ist hier wohl selbstredend. Punkt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 2, 2015 8:12 PM MEST


Hefte raus - Klassenarbeit! (Limited Edition)
Hefte raus - Klassenarbeit! (Limited Edition)
Wird angeboten von all my music
Preis: EUR 29,86

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prunkstück des helg'schen Künstler-Kosmos!, 3. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zunächst einmal war es gar nicht so einfach an hiesige CD heranzukommen. Nachdem ich HEFTE RAUS... monatelang auf meinem amazon-Wunschzettel liegen hatte, ergab sich durch eine spontane Rabatt-Aktion endlich die Möglichkeit, mir dieses teils offenbar vergriffene Meisterwerk zu einem halbwegs vernünftigen Preis zu sichern.

Tatsächlich betrachte ich vorliegenden Silberling als besonderes Highlight. Ich habe im Laufe der letzten Jahre mehrere Helge-Schneider-CDs erstanden - eigentlich so ziemlich alles (nur das aktuelle LIVE AT GRUGAHALLE fehlt mir noch) und dabei festgestellt, dass Herr Schneider einer der wenigen Künstler ist, über die ich immer lachen kann/muss. Immer wieder schafft es das Multitalent ein Lachen in mir zu kreieren, sogar dann, wenn mir eigentlich gar nicht so recht danach zumute ist.

Was mir speziell an dieser CD so gut gefällt, ist die tolle Mischung an Erzählkunst, grotesker Komik und musikalischen Leckerbissen. Auf HEFTE RAUS... ist wirklich keine Sekunde vergeudet. Jeder Moment ist mit irgendetwas Interessantem, Hörenswerten, oft völlig Verblödetem infiziert - und gerade das macht es so spannend. Bei den Titeln handelt es sich übrigens (wie bei den meisten HS-Tonträgern) um Live-Mitschnitte.

In der Tat - um auf einen meiner Vorrezensenten an dieser Stelle einzugehen - legte Helge Schneider ab hier (wir schreiben das Jahr 2000) seine pseudo-aggressive Art (die manchmal trotzdem noch sehr passend daherkommt - keine Sorge) etwas ab und ergänzte sein erzählerisches Reportoire um diese nur sehr schwer und unzureichend in Worte zu fassende Schwere, ja fast schon Melancholie - die aber wiederum für Erheiterung sorgt, weil sie so skurril und wunderbar eingesetzt, ja nahezu unwiderstehlich daherkommt.

Es gibt meines Erachtens eigentlich keine heraushebenswerten Highlights, weil alles, was sich hierauf befindet auf seine Weise großartig ist. Als Einstieg gibt Hardcore (die Band) eine Version von "Sunny" zum Besten, ehe Herr Schneider mittels "Klipp Klapp" und der "Vogelhochzeit" das Publikum für sich gewinnt. In der Vorankündigung zu "Vogelhochzeit" (meines Erachtens der erste Höhepunkt auf der Scheibe) meint Herr Schneider: "Das nächste Lied kennt ihr vielleicht aus dem Kindergarten oder aus dem Knast..." Humor von Weltformat kann ich dazu nur sagen.
Weiter geht's mit "Defektes Mikro" - im Grunde nur eine harmlose Blödelei, die aber super ins Programm passt, ehe mit "Vertan" und dem darauffolgenden Lied "Ich habe mich vertan" ein weitere vorläufiger Höhepunkt zum Besten gegeben wird.
"Umschulung" ist ein klassischer Dialog, in dem Helge vom Arbeitsamt eine Stelle als Kranführer angeboten wird.
"Maiden Voyage" ist wieder ein Ausflug in musikalische (Jazz)gefilde.
"Der berühmte Beethoven" ist eine aberwitzige, skurrile helgetypische Erzählung voller abstruser Wendungen und Lachmomente - super!
Mit "Elvis", "Love Me Tender" und "Casenclow" (einer Elvis-Interpretation von "Katzeklo") stellt Helge Schneider seine parodistischen Fähigkeiten unter Beweis - auch musikalisch zeigt er sich hier von seiner besten Seite!
"Spielesammlung" ist fast mein persönlicher Favorit auf HEFTE RAUS,..., weil es den vermeintlich "idyllischen" Abend-Alltag einer kleinen Familie widerspiegelt - freilich wieder heftig überzogen und reichlich zynisch erzählt (und vielleicht gerade deshalb so nah an der unliebsamen Realität dran??)
"Das Kartenspiel" ist wiederum das darauffolgende Lied und passt ebenfalls sehr gut ins Konzept.
"Kreuzworträtsel" enthält vielleicht die nachhaltigste, philosophischste Botschaft der ganzen Platte - macht nicht immer das, was andere von euch wollen! Auch (oder gerade weil), wenn Herr Schneider dies in sehr leicht bekömmlicher Form an seine Zuhörer bringt, so bleibt sie doch im Langzeitgedächtnis haften. Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass ausgerechnet die Worte "Hefte raus, Klassenarbeit!" diese vorletzte Nummer der Scheibe schließen - immerhin ist das ja auch der Titel des Tonträgers.
Den gebührenden Abschluss liefert "Katzenoma", ein sehr eigenwilliges Lied über eine alte Dame, die sich u.a. mit dem Monopolisten "Schlecker" (ohne hier Schleichwerbung betreiben zu wollen) anlegt, indem sie seine fragwürdige Verkaufsstrategie geschickt und unvermutet umgeht... (mehr möchte ich jedoch jetzt nicht verraten).

Fazit: HEFTE RAUS... ist wahrlich ein Genuss, ein herzhafter Spaß, ein Riesenklamauk... Und eigentlich macht Humor in dieser Form immer Spaß und Freude, was beweist, dass Helge Schneider es wirklich geschafft hat eine Form des Humors zu kreieren, der nicht nur Jung und Alt zu begeistern vermag, sondern der darüber hinaus auch sämtliche gesellschaftliche Schichten bestens unterhält.
Wie schon gesagt besitze ich mittlerweile ein ganzes Regalabteil voller Helge-Schneider-Veröffentlichungen und um ehrlich zu sein ist keine einzige dabei, deren Erwerb ich bis dato irgendwann einmal bereut hätte. Ich höre mir sie allesamt immer wieder mal gerne an - im Ganzen, versteht sich!
HEFTE RAUS... ist dabei ganz bestimmt ein ganz besonderes Helge-Juwel, weshalb ich es euch und Ihnen, liebe Freunde des gepflegten Unsinns (nicht zu verwechseln mit NONsense!), auch unbedingt ans Herz legen möchte. Mit vorliegender Scheibe ist man lange Zeit, auch des öfteren, bestens unterhalten. Also - zugreifen, solange der Vorrat reicht! Vielleicht geht der Preis ja demnächst wieder ein bisschen runter...

Spitzenklasse - 5 STERNE


Federn
Federn
Preis: EUR 14,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochambitioniertes & vielschichtiges Crossover-Werk: Blues, Country & Folk made im Salzkammergut!, 3. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Federn (Audio CD)
Gemessen am Vorgänger ENTWEDERUNDODER ist es vergleichsweise ruhig um FEDERN, den Neuling von HvG, geblieben. Zwar wurde werbewirksam ein Film in den kleineren bzw. alternativen Kinos (in Österreich) gestartet, der den Weg des Musikers Hubert von Goisern zeigt (unter dem Titel "Brenna tuats scho lang" - sehr empfehlenswert übrigens) und auch bei "Stermann & Grissemann" war das Alpin-Grunge-Urgestein dienstagabends einmal geladen, um seine CD ein wenig zu promoten, dennoch ist der aktuelle HvG-Studioneuling nie bis ganz vorn in den heimischen Charts durchgeprescht...

Für mich nicht wirklich nachvollziehbar, ist HvG und seiner Band doch allemal ein erneutes Prunkstück gelungen, ein besseres sogar, wie ich meine, als es das vielseits (teils auch zurecht) gelobte ENTWEDERUNDODER war...
FEDERN lag laut eigenen Aussagen der Wunsch zugrunde (so kann man's übrigens auch im anschaulichen Booklet nachlesen), Amerika besser zu verstehen. Und wenn ein Vollblutmusiker wie von Goisern sich auf Spurensuche dorthin begibt, dann ist es klar, dass nur die direkte, universelle Sprache der Musik zum Zwecke der "(Völker)verständigung" herangezogen werden kann. Oder anders gesagt: Auf vorliegendem Album finden sich haufenweise Querverweise auf traditionelle amerikanische Musik, wie etwa Blues (man höre z.B. "Snowdown"), Country (z.B. "Stoasteirisch") oder aber auch Folk-Music. Mit dem gänsehauterregenden "So a Segen" bedient sich der gute HvG (samt Band) sogar dem Traditional "Amazing Grace" - was übrigens wunderbar aufgeht und hervorragend funktioniert.
Aber auch allerlei andere Gefälligkeiten hat FEDERN anzubieten. Weitere Favoriten meinerseits wären da etwa das morbid angehauchte "Schnaps" oder das fast schon mitreißende "Alle 100 Jahr"...

Kurzum: Mit FEDERN dürfte HvG wohl das bedeutendste österreichische Musikprodukt des Jahres geglückt sein, auch (ja, ich weiß), wenn das Jahr erst in ein paar Monaten zuneige geht. Einzig und allein der riesengroße Boom (so wie beim Vorgänger eben) fehlt diesmal ein wenig. Mir persönlich tut es ja offengestanden tief in der Seele weh, wenn ich durch hiesige Elektronikfachmärkte schlendere und z.B. eine Andreas-Gabalier-Veröffentlichung sehe, die in den Wochencharts vor FEDERN platziert ist. Aber, nun ja: Für den Geschmack seiner Landsleute kann man schließlich nichts und bekanntlich ließe sich ja auch über nichts anderes vortrefflicher streiten...

Musikalisch ist FEDERN jedenfalls ganz, ganz weit oben angesiedelt. HvG und Band nehmen zuvor besagte Elemente a la Blues, Country etc. gekonnt unter ihre Fittiche und fügen dem Ganzen noch etwas ganz Eigenes hinzu, was es dann letztendlich unverkennbar zu waschechten HvG-Nummern macht. Textlich trifft HvG für meinen Geschmack nicht immer 100% ins Schwarze (kein österreichischer Bob Dylan also), insgesamt funktioniert das Zusammenspiel zwischen Musik und Text aber großartig und auch an der Soundqualität kann man nichts aussetzen (das ist bei HvG-Produktionen aber eigentlich sowieso nie der Fall). Da braucht man sich auch vor internationalen Musikprodukten nicht zu verstecken - großes Lob diesbezüglich!!

Bleibt eigentlich nur noch zu sagen: Viel Spaß mit FEDERN! Legt es euch zu, liebe Musikfreunde, und lasst es einfach auf euch einwirken und über euch kommen. Eine großartige Scheibe zum Runterkommen - ein herrliches amerikanisch-goiserisches Crossover-Werk voller Leidenschaft, Wut, Energie und Dankbarkeit, handwerklich von der vermutlich aktuell begnadetsten Rock/Pop-Band Österreichs auf wiederabspielbares Format gebannt. Für mich eines der bisherigen heurigen Highlights dieses Musikjahres (auch international gesehen)!

Eine unbedingte Kaufempfehlung an eigentlich alle, die auf gute, erdige Pop/Rock-Musik abfahren - 5 Sterne!!


Werwolf-Attacke! (Monsterball Ist Überall...)
Werwolf-Attacke! (Monsterball Ist Überall...)
Preis: EUR 12,49

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kleiner Lichtblick..., 3. August 2015
Seitdem Spitzer und Eberhartinger allein das große Erbe der einst wirklich großen EAV bedienen, ist vieles vom alten Glanz verloren gegangen. Nicht selten habe ich im Zuge der letzten Veröffentlichungen immer ganz wehmütig an die alten, wirklich großen Alben der Band denken müssen (z.B. SPITALO FATALO, LIEBE, TOD & TEUFEL, NEPPOMUKS RACHE etc.) Wie ich auch schon an anderer Stelle bemängelt habe, ist die EAV mehr als Spitzer und Eberhartinger alleine. In Ur-Besetzung (also mit Eik Breit, Anders Stenmo, Nino Holm, Mario Bottazzi und Günter Schönberger, den einst später hinzugekommen, mittlerweile bereits leider verstorbenen Andy Töfferl könnte man ev. auch noch dazuzählen) hatte die EAV eine gewisse Selbstverständlichkeit, Leichtigkeit und "Magie" (in einem weiteren Sinne) inne, die spätestens seit NIE WIEDER KUNST (1994) bzw. IM HIMMEL IST DIE HÖLLE LOS (1997) kontinuierlich verloren gegangen ist. Schade, dass man sich da offenbar des schnöden Geldes wegen derart zerstritten hatte...

Jedenfalls waren mir sämtliche Errungenschaften der Neo-EAV (wenn ich sie jetzt so nennen darf) mehr oder weniger herzlich wurscht, wenngleich ich freilich am Rande immer ein bisschen über etwaige Hit-Songs usf. informiert war.
Nun, mit WERWOLF-ATTACKE, das zumindest in Österreich die Charts erstürmte, so scheint es, ist wieder etwas gelungen, dass den wahren Qualitäten des begnadeten Blödel-Duos (Spitzer/Eberhartinger) einigermaßen gerecht würde.
Das Album hat einen schönen Aufbau (mit typischen kurzen Zwischensequenzen) und erinnert zumindest in Auszügen auch daran, dass die EAV eine Band, also eine Musikgruppe ist. Zwar bedient man sich hierbei abermals bei Mr. Drumcomputer, Samples und Co, aber für einige Stücke wurden auch echte (Gast)musiker herangezogen, was man dann unbestritten auch merkt.

Die größten Errungenschaften auf dem EAV-Neuling sind für mich "Werwolf-Attacke", "Hunger", "Was ist los?" und "Mrs. Fuckushima". Während erstgenannter Track schön stimmungsvoll einleitet, ist "Hunger" ein wunderbar-böser Abgesang auf gute Nachbarschaft (wobei hier besonders unsere deutschen Nachbarn und die Eidgenossen aus der Schweiz gemeint sind), der im Refrain aber stets an ein friedliches, gemeinsames Europas appelliert. So gut über EU-Politik versus Ansichten des kleinen Mannes hat bis dato in Österreich noch keiner gesungen. Hier offenbaren sich mit einem Mal (endlich wieder) die textlich-pointierten Qualitäten eines Thomas Spitzer, wenn er zur Hochform aufläuft. "Was ist los?" ist musikalisch endlich wieder einmal ein EAV-Highlight. Gepaart mit einem schwarzbösen Text, in dem es um Hektik, Stress, Leistungsdruck und Internetwahn geht, schafft man hier ein kleines Meisterwerk, das an die Tradition der wirklichen großen EAV-Songs anknüpfen kann. Die ersten "metalangehauchten Erfahrungen" der Band sind übrigens nicht erstmals auf diesem Tonträger vorzufinden, wie ein anderer Rezensent behauptet hat. Man höre doch bitte einmal "Eierkopf-Rudi" von NIE WIEDER KUNST oder besser noch die Live-Version vom KUNST TOUR 95-Album - das donnert und kracht noch mehr, als alles, was auf WERWOLF-ATTACKE vorzufinden ist (klingt fast schon nach Metal & Grunge a la Soundgarden). Auch die Live-Version vom Kufsteinlied gibt Einblicke in die rockige Seite der Band. Aber genug jetzt davon...
Das oben angesprochene "Mrs. Fuckushima" bedient sich des bekannten Burli-Themas und lässt textlich keine Zweifel auflkommen, wer hier aktuell die böseste, (politisch) unkorrekteste Band Österreichs ist... Die Ironie an der ganzen Sache liegt allein darin, dass Dinge, für die man vor 25 Jahren noch mit Rundfunk-Boykott bestraft wurde, nun niemanden mehr wirklich aufregen. Ein Hoch auf die Toleranz unserer Rundfunkstationen! Oder andererseits: Nieder mit ihnen! Denn welcher österreichische Radiosender würde sich heutzutage ernsthaft getrauen, einen EAV-Song über den Äther zu schicken?? Eigentlich traurig, was aus unserer einst so bunten, vielfältigen Musiklandschaft geworden ist - auch, wenn es immer wieder ein paar rühmliche Ausnahmen gibt - ich denke da aktuell z.B. an Bilderbuch, Wanda oder Kreisky... (Mit Gabalier und ähnlichen Konsorten bleibt mir bitte vom Hals - schauderhaft! Dazu höre man bitte doch gleich "Lederhosen-Zombies" (Track 14 auf vorliegender Scheibe), das die fragwürdige Vermischung von Kultur und Politik und "Tradition" schonungslos hinterfragt und aufs Korn nimmt!)

Wie auch immer. In jedem Fall hat mich WERWOLF-ATTACKE im Grunde positiv überrascht, wenngleich es freilich dennoch nicht mit Platten wie LIEBE, TOD & TEUFEL usw. gleichgesetzt werden kann.
Für mich ist vorliegender Silberling aber immerhin das beste EAV-Gesamtwerk seit IM HIMMEL IST DIE HÖLLE LOS - und das ist nun auch schon fast wieder 20 Jahre her...

Fazit: Mit WERWOLF-ATTACKE ist Spitzer und Eberhartinger ein musikalisch interessantes, textlich reichlich bissiges Album gelungen, das wenigstens in Auszügen das Können dieses begnadeten Blödel-Duos offenbart. Tatsächlich ist dies die beste EAV-Scheibe seit langem...

Wer unterhalten sein möchte und schwarzen Humor mag, kann bedenkenlos zu dieser Platte greifen! Insgesamt hat die CD meine persönlichen Erwartung (die aber nicht allzu hoch gelegen sind) offengestanden übertroffen, an die großen, großen Glanzzeiten kommt man aber auch dieses Mal (freilich) nicht ganz heran!

Macht aus meiner Sicht 4 STERNE geradeaus.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2015 7:57 PM CET


Kann Denn Schwachsinn Sünde Sein...?
Kann Denn Schwachsinn Sünde Sein...?
Wird angeboten von Empor
Preis: EUR 6,93

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frühes Best-of - die EAV in ihrem Zenit, 3. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit KANN DENN SCHWACHSINN SÜNDE SEIN beging die EAV einst ihr 10jähriges Jubiläum. Und damals, im Jahre 1988, war das eine mehr als dankbare Angelegenheit. Tatsächlich hatten EAV-Kopf und Mastermind Thomas Spitzer und seine Mannen (damals noch in Bestbesetzung) allen Grund dazu ihren ersten runden Geburtstag gebührend zu feiern. Nach ersten Achtungserfolgen (immerhin erreichte die Band schon mit SPITALO FATALO (1983) und A LA CARTE (1984) in Österreich Gold-Status, auch das oftmals übersehene CAFE PASSE von 1980/81 sorgte für ausverkaufte Shows und brachte der Band immerhin den Deutschen Schallplattenkritikerpreis ein) schaffte man mit GELD ODER LEBEN? (1985) und LIEBE, TOD & TEUFEL (1987), die im deutschen Sprachraum (inkl. der Schweiz) praktisch durch die vielzitierte Decke schossen, den großen Durchbruch, was sich bestimmt auch finanziell sehr positiv für die damaligen Bandmitglieder auswirkte...

Langer Rede kurzer Sinn: Es konnte für die Veröffentlichung eines Jubiläumswerkes bzw. den Zeitpunkt des (Zwischen-)Bilanzziehens gar keine günstigere Gelegenheit geben. Interessant ist, dass sich die Comedy-Pop-Truppe dabei aber nicht mit einer schnöden Aneinanderreihung ihrer bis dato bekanntesten Hit-Songs zufriedengab, sondern der Compilation ihr ganz eigenes Konzept verpasste, was meines Erachtens auch der Grund dafür ist, warum man KANN DENN SCHWACHSINN SÜNDE SEIN? auch dann besitzen sollte, wenn man sämtliche Ur-EAV-Alben bereits sein eigen nennt. Anstatt ganz einfach eine neue Playlist mit altbekannten Songs zusammenzustellen, hat man auf vorliegende Scheibe viele Maxi-Single-Versionen, (gelungene) Neuabmischungen und Live-Versionen gepackt. Und das geht voll auf...

Die Scheibe startet mit einem eigens zusammengestellten Medley mit den größten Hits der Band, das dem Album auch seinen Namen gegeben hat. Hierbei hat sich sogar ein ganz altes Stück vom allerersten EAV-Album (dem heute kaum noch erhältlichen VERUNSICHERUNG) miteingeschlichen. Ich glaube, dass es zu diesem Medley auch irgendwo ein Musikvideo gibt (siehe z.B. youtube). Weiter geht es dann mit regelmäßig wiederkehrenden "Rapunzel-Einstreuungen", die quasi den roten Faden vorgeben und unterhaltsame Zwischensequenzen darstellen.
Dazwischen findet man nun die bereits oben angesprochenen Songs - und die meisten davon eben in neuem bzw. "remasterdem" Gewande. Speziell die Live-Versionen zünden dabei wirklich. Das lustig eingeleitete "Only Du", "Schweinefunk", "Küss die Hand, Herr Kerkermeister" sowie "Morgen" funktionieren allesamt tadellos und fügen sich zudem passend auf das Gesamtkonzept dieser Jubiläumsausgabe ein. Sehr gelungen sind vor allem auch die beiden Maxi-Versionen von "Liebelei" (das hier, anders als auf A LA CARTE, Klaus Eberhartinger interpretiert) und "Afrika" (Orig. ist auf SPITALO FATALO zu finden), die meines Erachtens sogar besser als die jeweiligen Originalversionen klingen. Amüsant sind auch die englischsprachigen Versionen "Alp Rap" und "Bankrobbery", die man praktisch als Zuckerl noch draufgepackt hat.
Sehr gut geworden ist vor allem auch "Heimatlied - wir marschieren", das eine Zeit lang fix zum Liveprogramm der EAV gehörte und in dieser Neuaufmachung (samt bösem-bissigem Intro) einfach nur begeistert.
So wirklich neu sind neben sämtlichen Zwischensequenzen (die zuvor schon angesprochenen Rapunzel-Einstreuungen oder z.B. "Der Gourmet" od. "Die Grütze" u.a.) aber eigentlich nur das Medley sowie "Wann ma geh'n muss" - ein bissiger Seitenhieb auf den damaligen österr. Bundespräsidenten (und ehem. UNO-Generalsekretär) Kurt Waldheim (dessen Wehrmachts-Vergangenheit aufgrund von Verleumdungen seinerseits noch unschön aufgerollt werden sollte), untermalt vom treibenden Beat von Falcos "Rock Me Amadeus", das zu jener Zeit ja auch erst gerade mächtig für Furore (sogar in den USA) gesorgt hatte...

Es spricht sehr für die (damalige) EAV, dass man sich zum 10jährigen Jubiläum nicht mit einer bloßen Allerwelts-Best-of-Veröffentlichung zufriedengab, sondern hier etwas ganz eigenes geschaffen hatte.
Das einzige Manko der CD liegt darin, dass nicht alle Titel der originalen Doppel-LP hierauf Platz gefunden haben. Ich kann mich da noch an die beiden Schallplatten erinnern (die meinem großen Bruder gehören) und hab das mal nachrecherchiert. Tatsächlich fehlen die beiden Maxi-Versionen von "Tanz, tanz, tanz" und "Burli", die offenbar ganz einfach keinen Platz mehr auf einem Silberling hatten. Vielleicht nimmt man sich in Zukunft ja einmal ein Herz und bringt auch eine Doppel-CD mit allen Titeln heraus - das wäre toll!

Ansonsten gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen. Wer sich einen Überblick über die frühen EAV-Jahre verschaffen möchte, kann hier besten Gewissens zugreifen, auch wenn man - wie ich meine - dennoch nicht an Platten wie SPITALO FATALO oder LIEBE, TOD & TEUFEL vorbeikommen wird. Umgekehrt können aber auch stolze Alben-Besitzer bedenkenlos zu KANN DENN SCHWACHSINN SÜNDE SEIN? greifen, da man hier durchwegs neuinterpretiertes bzw. bis dato unveröffentlichtes Material serviert bekommt.
Meines Erachtens ist dies nach wie vor die mit Abstand beste EAV-Compilation, die man derzeit am Markt erstehen kann. Wer also daran denken sollte, sich einen EAV-Erstling zuzulegen, der kann es durchaus ebenfalls mit vorliegendem Silberling versuchen...

Tolle Mischung anno 1988 - als die EAV gerade dabei war, die erfolgreichste Popband des deutschen Sprachraums zu sein (nicht mehr und nicht weniger)!!

5 Sterne sind keiner zuviel!


Drones
Drones
Preis: EUR 14,37

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bombastisches MEISTERWERK. Rock-Album des Jahres 2015!, 2. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Drones (Audio CD)
Ja, es gibt sie doch noch... Es gibt sie noch, die großen Bands, die es - manchmal eben auch unerwartet - verstehen mit einem Paukenschlag auf sich aufmerksam zu machen. MUSE, die ohnehin keinem mehr, der etwas auf Musik dieser Art hält, etwas zu beweisen bräuchten, schaffen mit DRONES ein meines Erachtens unerwartet fantastisches Album, das als Ganzes gesehen, vielleicht sogar noch über Kaliber wie ABSOLUTION und BLACK HOLES & RELEVATIONS, um den internen Albenkatalog an dieser Stelle zu bemühen, gestellt werden kann.

Ich für meinen Teil bin zunächst via die im Vorfeld präsentierte Single "Mercy" auf den (Vor-)Geschmack gekommen. Nach dem letzterschienenen THE 2nd LAW, das ich mir nicht zugelegt habe, ist mein Interesse an der Band offengestanden ein wenig eingeschlafen. Zwar habe ich dann und wann einmal ABSOLUTION und Co in meine Anlage gelegt, im Großen und Ganzen war ich zugegebenermaßen aber eher anderen Bands zugetan.
Für mich - einen nicht unbedingt eingefleischten Muse-Hörer also - präsentiert sich DRONES tatsächlich als bombastischer Paukenschlag. Schon der Beginn mit dem unerhört groovigen "Dead Inside" entzückt mühelos. "Psycho" und das zuvor schon angesprochene "Mercy" machen unbeschwert, aber mit Nachdruck weiter. Die Songs sind ausgefeilt, lassen (für meine bescheidenen Ohren wenigstens) liebevolle Querverweise an Queen, U2, AC/DC uvm. erkennen und sind soundtechnisch in der allerobersten Liga des Musikmachens angesiedelt. Umrahmt von angenehm in den Ohren liegenden Synthieorgien präsentiert sich hier geerdeter, ja eigentlich perfekter (aber eben nicht abgehoben-perfekter) Rock & Roll der Extraklasse. Hinzu kommt noch, dass das Album als Ganzes prima funktioniert. Wenigstens musikalisch hört sich DRONES verdächtig nach vollendetem Konzeptwerk an (und das nicht nur wegen der geschickt eingestreuten Zwischensequenzen "Drill Sergeant" und "JFK"). Und ich sage das jetzt nicht als frisch begeisterter Käufer und Hörer, denn ich habe mir die Scheibe bereits kurz nach ihrem Erscheinungstermin zugelegt und bin immer noch am Hören, Staunen, Entdecken, Begeistert sein...

Auffallend ist, dass DRONES gegen Ende hin deutlich ruhiger, ja eigentlich depressiv wird, was aber sehr gut zum Thema der Platte passt. Höhepunkte hat die Scheibe zu Genüge, wobei ich mit "Dead Inside", "Psycho", "Mercy" und "Revolt" hier noch einmal meine persönlichen Lieblinge aufzählen möchte.
Nicht zu verachten, neben der großartigen musikalischen Bandbreite, die DRONES zu bieten hat, ist das tolle Cover-Artwork. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man von DRONES auch in so manch aktualisiertem Rock-Standardwerk (z.B. "Die besten Alben aller Zeiten" usf.) lesen wird.

Fazit: Mit DRONES ist den Ausnahmerockern von MUSE ein gewaltiges, ein eigentlich unerwartetet bombastisches musikalisches Feuerwerk allerhöchster Güte gelungen. Spätestens jetzt hat die Band wieder meine vollste Aufmerksamkeit! Selbst in Anbetracht der Tatsache, dass man mit mit Lob und mit fast schon inflationär gebrauchten Ausdrücken wie "Meisterwerk", "Album des Jahres" usw. sparsam umgehen sollte, ist und bleibt der Muse-Neuling eben genau das, was diesen (Hilfs)ausdrücken am nächsten kommt.
Selbst den Titel "Rock-Album des Jahres" getraue ich mich an dieser Stelle guten Gewissens zu vergeben, auch in Anbetracht der Tatsache, dass da im heurigen Herbst noch einige hochklassige Kaliber erwartet werden dürfen... Dazu gerne später und an anderer Stelle mehr ;)

Beide Daumen hoch und 5 STERNE!

Great Job, Guys!!


Nordkorea: Innenansichten eines totalen Staates
Nordkorea: Innenansichten eines totalen Staates
von Frank, Rüdiger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende & interessante Innenansichten durch einen halb Außenstehenden!, 2. August 2015
Rüdiger Frank, einst 1969 in der DDR (in Leipzig) geboren und selbst im Sozialismus groß geworden, versteht es wirklich einem für die Öffentlichkeit so abgeschotteten, rätselhaften Land auf den Zahn zu fühlen. Der mittlerweile an der Universität Wien tätige Nordkorea-Experte schafft es unangestrengt zu bleiben, wenn er ein Regime unter die Lupe nimmt, das bis heute so unendlich viele Fragen aufwirft - und das, obwohl er selbst mehr Einblicke in diesen sagenumwobenen "weißen" (oder eher "roten") Landflecken nehmen durfte, als vermutlich alle anderen Westeuropäer (oder auch Amerikaner) zusammen.

Von Beginn weg macht der Autor klar, dass es selbst ihm als Fachmann praktisch unmöglich ist objektive Prognosen und Rückschlüsse zu ziehen, weil es einerseits sehr schwer ist, realistische Zahlen zu Wirtschaftswachstum etc. aus diesem Staat zu erhalten und er andererseits auch ein besonderes Verhältnis, speziell zu den Bewohnern dieses Landes, hat. Geschickt unterscheidet Herr Frank zwischen den drückenden Alltagssorgen der gemeinen Bevölkerung, der pragmatischen Scheinanpassung, um halbwegs unbehelligt den ohnehin mühsamen Alltag in dieser sonderbaren Diktatur bewältigen zu können und den fatalen weltpolitischen Entscheidungen durch die Führungsriege(n), die Nordkorea, nicht nur für glühende Bush-Anhänger, nach außen hin als Teil der "Achse des Bösen" erscheinen lässt. Dabei bemüht sich der Autor, die Faszination für dieses Land, die auch der Leser beim Durchschmökern dieser Lektüre verspürt, nie als verklärt-mystisch, unerreichbar oder dämonisch darzustellen. Vielmehr rückt er Fakten, sofern möglich Zahlen und recht nüchterne Vergleiche aus eigenen Beobachtungen in den Vordergrund seiner Ausführungen. Insgesamt entsteht so ein spannender, äußerst interessanter und informativer Einblick in eine Welt, in der die Menschen auch nur Menschen sind. Nicht weniger und nicht mehr. Tatsächlich dürfte es sich bei vorliegendem Werk um eine Pionierleistung zum Thema "Nordkorea" handeln. Auch der Untertitel "Innenansichten eines totalen Staates" könnte nicht treffender gewählt sein.

Die Sprache, der sich Herr Frank dabei bedient ist stets klar, gut verständlich und pragmatisch. Soll heißen: Trotz einer Fülle von Fakten und recht objektiven Ansichten eines geschulten Historikers, wird man beim Lesen nie müde. Rüdiger Frank lässt unschwer erkennen, dass in der Auseinandersetzung mit vorliegendem Stoff auch sein Herzblut steckt (wobei er ja ironischer Weise Anfang der 90er-Jahre eher mit dem Süden der Halbinsel geliebäugelt hat).

Kurzum: Ich denke, dass man Herrn Franks NORDKOREA durchaus als Standardwerk (nicht nur im deutschen Sprachraum) betrachten kann, das aktuell den besten, weitreichendsten Überblick über dieses seltsam erscheinende, abgeschottete Land gibt. Dabei ist das Buch gut und relativ "leicht" (bitte nicht falsch verstehen) zu lesen und man ermüdet nicht an unzählig trocken hingeworfenen Zahlen und Fakten...

Meines Erachtens ist dies eines der besten wissenschaftlich-gesellschaftspolitischen Werke, das ich bisweilen lesen durfte. Deshalb gibt's auch eine ganz klare Kaufempfehlung für Interessierte meinerseits! 5 STERNE * * * * *


Tocotronic (Das rote Album)
Tocotronic (Das rote Album)
Preis: EUR 7,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jungs, wo ist der Masterplan?!, 2. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Tocotronic (Das rote Album) (Audio CD)
Naja... Leicht machen es einem Tocotronic wahrlich wirklich nicht mit ihren neuen Machenschaften.
Dies war auch das erste Mal, dass ich mir ein Tocotronic-Album nicht unmittelbar nach seinem Erscheinungstermin zugelegt habe (na gut, eigentlich das zweite Mal - WIE WIR LEBEN WOLLEN hab ich mir auch nicht gleich gekauft). Zwar habe ich freilich neugierig reingehört, aber nachdem wieder einmal keine radikale Abkehr vom aktuellen Trend erkennbar war, dachte ich mir, dass es da auch noch ein paar andere Platten anderer Künstler gäbe, die ich mir dringender zulegen müsste...

Heute, einige Wochen, ja fast schon Monate später, bin ich nun Besitzer eben besagten Werkes, das - wie könnte es dem Titel entsprechend passender sein - ausgerechnet am 1. Mai dieses Jahres das Licht der öffentlichen Welt erblicken durfte. Da ich jemand bin, der Musik generell immer mehrere Anlaufversuche gönnt, ganz speziell gilt das natürlich insbesonders für Lieblingsbands, wie u.a. eben auch Tocotronic, habe ich selbstverständlich mehrmals versucht mich dieser Neuheit hinzugeben. Ja, ich hab's versucht...

So ganz "Klick" hat es jedoch nicht gemacht. Zwar meine ich gegenüber der Letzterscheinung (WIE WIR LEBEN WOLLEN) eine kleine Steigerung/Besserung vernehmen zu können, insgesamt ist DAS ROTE ALBUM für mich dennoch keine Offenbarung. Man bleibt dem Trend der letzten beiden Alben (SCHALL & WAHN, WIE WIR...) treu - gibt sich fast schon hedonistisch und womöglich ein kleinwenig selbstgefällig vetrackten Soundtüfteleien hin, wenngleich das Album im Gegensatz zum direkten Vorgänger etwas mehr wie aus einem Guss und somit in sich geschlossener klingt, für meine bescheidenen Ohren wenigstens. Auch die verschachtelten Texte machen nicht mehr Spaß als bei den beiden Vorgängerplatten. Es mag sein, dass es immer noch einzelne Verse gibt, mit denen Mastermind Dirk von Lotzow genau ins Schwarze zu treffen vermag, insgesamt aber sehnt man sich als langjähriger Hörer der Band immer wieder (und mit der Zeit auch immer intensiver/sehnsüchtiger) nach den alten, vermeintlich lässig hingerotzten 2-Strophen-Lyrics zurück, die so unzählig viele Jugendliche sicher und halbwegs heil durch die Pubertät und die Adoleszenz geführt/begleitet haben...

Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich sind Tocotronic keine Mitte 20 mehr. Natürlich würde es sich irgendwie blöd anfühlen, wenn die Herren von Lotzow, Müller, Zank und McPhail noch immer Teil einer Jugenbewegung sein wollten. Und trotzdem, so glaube ich, ist ein gewisses Maß an Aussagekraft, Pointiertheit, Spritzigkeit, Elan oder wie immer man es sonst nennen möchte seit dem großartigen KAPITULATION merklich auf der Strecke geblieben. Auch das zuvor schon angesprochene SCHALL & WAHN hat eigentlich (mit geringen Abstrichen), verglichen mit den beiden Letztveröffentlichungen, noch recht gut funktioniert. Aber, Jungs, jetzt mal ehrlich: Soll das allen Ernstes DAS ROTE ALBUM von unseren heißgeliebten Tocotronic sein? Ich will doch hoffen, dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss ist! Ich weiß, dass man sich als Band stetig weiterentwickeln muss und möchte, ich weiß, dass man den Leuten nicht ständig nur einen Abklatsch von bereits Dagewesenem präsentieren kann. Aber offengestanden plagen mich nun doch allmählich ernste Zweifel, ob denn in dieser Truppe aktuell noch genug innovative Energie steckt, um sich selbst - wenigstens teilweise - noch einmal neu erfinden zu können. Alles, was bis KAPITULATION (weg von DIGITAL IST BESSER) so selbstverständlich, ja fast schon mühelos funktioniert hat, ist, wie's scheint, nun tatsächlich zum Problem für die Hamburger geworden. Man tritt ein wenig auf der Stelle. Tatsächlich glaube ich, dass vorliegendes Werk, inkl. dem Vorgänger, ein Stück weit Stagnation markiert. Bitte versteht mich auch jetzt nicht falsch!

Nicht alles, was Tocotronic aktuell darbieten, ist gänzlich schlecht. Wie schon weiter oben erwähnt, gefällt mir der Neuling insgesamt wirklich eine Spur besser als der Vorgänger. Einige Songs gefallen mir mittlerweile recht gut. "Prolog", "Ich öffne mich" (für mich das Highlight der Platte) sowie "Solidarität" (das wahrscheinlich aussagestärkste Lied des Albums) & "Zucker" sind doch recht ordentliche Tocotronic-Songs, die tadellos funktionieren. Auch live (ich hab die Band nun mittlerweile zum 6. Mal live gesehen, zuletzt vor 2 Wochen in Wien) könnte es kaum besser laufen. Tatsächlich merkt man der Truppe ein angenehmes Maß an Live-Routine an, wenn sie Neues, aber auch Altes von der Leine lassen. Auffällig ist aber auch hier, dass die Leute bei den alten "Hadern" deutlich begeisterter mit von der Partie sind, als wenn Neuheiten präsentiert werden... Und - einhören hin, Zeit zum Einwirken lassen her - meiner Meinung nach liegt es schlicht und einfach wirklich daran, dass früher - wenn auch nicht alles - aber Tocotronic (vom Songwriting her) doch besser waren...

Hiermit beende ich meine bescheidenen Erläuterungsversuche zu hiesigem Tocotronic-Neuling und hoffe - trotz aller Kritik - nicht allzu harsch und/oder streng gewesen zu sein. Insgesamt ist es für mich einfach ein bisschen zu wenig, um wirklich begeistern zu können. Und ich kann es mittlerweile ernsthaft nachvollziehen, wenn so manch anderer Rezensent schreibt, dass er mit der Band von nun an nichts mehr anzufangen weiß. Ehrlich gesagt fühle ich mich ähnlich, wenngleich es eben immer noch einige Lichtblicke gibt, die dabei helfen, Tocotronic für die Zukunft wenigstens noch nicht vollends abzuschreiben...

P.S. Das inzwischen zur Gewohnheit gewordene positive Kritiker- und Presseecho in Zusammenhang mit Tocotronic hat spätestens seit der letzten Platte an Glaubwürdigkeit verloren. Ab einem gewissen Status in der Musikszene (den sich die Band aber ohne Frage hart erarbeitet hat), so scheint es, kann man sich fast alles leisten (wenn man nur die richtigen Leute in den richtigen Positionen kennt)...

Wahrscheinlich würde ich mir die nächste Platte, auch wenn sie wieder ähnlich angelegt sein sollte, wieder kaufen, weshalb ich auf eine leere "Drohung" dieser Art (von wegen, die nächste in diese Richtung tendierende Scheibe kaufe ich nicht mehr usf.) an dieser Stelle großzügig verzichten möchte. Dennoch hoffe ich innigst darauf, dass Tocotronic mit dem nächsten Album wieder für Furore sorgen können. Jungs, ich glaube an Euch!


Seite: 11-20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31-40