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Beiträge von Michael Krauts...
Top-Rezensenten Rang: 811
Hilfreiche Bewertungen: 3160

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Rezensionen verfasst von
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Neufeld an der Leitha, Bgld)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Crosseyed Heart
Crosseyed Heart
Preis: EUR 9,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Souveränes Alterswerk mit interessantem Sound, aber stilistisch für meinen Geschmack nicht konsequent genug!, 28. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Crosseyed Heart (Audio CD)
Vorweg: Es freut mich, dass Steine-Seele "Keef" Richards nach über 2 Jahrzehnten wieder einmal Solo-Pfade beschreitet. Es freut mich generell endlich wieder einmal etwas Neues aus dem Stones-Umfeld zu hören! Offenbar werkelt man ja demnächst sogar wieder gemeinsam an einem echten Stones-Album, wenn an den neulich ausgesandten Gerüchten wirklich etwas dran ist! Nun aber eins nach dem andern...

Mit dem offensiv und intensiv beworbenen CROSSEYED HEART legt der Riffmaster sein insgesamt 3. Solo-Studiowerk vor (wenn man die Wingless Angles, die dem Reagge frönen, mal außen vor lässt), dem anno 1988 das erdige TALK IS CHEAP und 1992 MAIN OFFENDER vorangegangen waren. Beide eben genannten Werke wurden gemeinsam mit den X-Pensive Winos aufgenommen, einer Schar auserwählter Musiker mit gutem Gespür für Groove und rotzigen Rock 'n' Roll. Aktuelles Werk hat mit den mittlerweile legendären Winos an sich nicht mehr allzu viel zu tun - sieht man mal von Drummer und Co-Producer Steve Jordan ab, der gemeinsam mit Chef Keith hier am Sound herumgetüftelt hat.
Und apropos Sound: Der ist meines Erachtens - und das ist jetzt keineswegs abwertend gemeint - das Innovativste und Aufregendste an vorliegendem Keith-Neuling. Tatsächlich haben alle Tracks eine ganz eigene, lebendige Atmosphäre inne - auch ich meine da etwas (gewissermaßen) sehr "analoges", "fleischiges" herauszuhören. Der entschlackte, straight-trockene Klangcharakter tut den Tracks hierauf jedenfalls spürbar gut. Lob diesbezüglich also einmal.

Wären wir schon bei den Songs selbst und die - naja - rufen bei mir eher nur gemäßigte Begeisterung hervor, um ehrlich zu sein! Ja: Natürlich ist der sehr traditionell angelegte Blues-Opener "Crosseyed Heart" ein Hochgenuss und freilich könnte "Heartstopper" ebenso gut als äußerst passabler Stones-Titel durchgehen. Auch das zuvor schon ausgekoppelte "Trouble" find ich hübsch und sexy und - nicht zu vergessen - das bitterzarte "Goodnight Irene" steht dem mittlerweile würdig ergrauten Rhythmusgitarrenmeister ebenfalls sehr gut...
ABER: Ein bisschen inkonsequent find ich die Richtung bzw. den Leitfaden des Albums trotzdem. Nicht, dass ich mir etwa allen Ernstes ein modellhaftes Konzeptalbum oder dergleichen erwartet hätte... Mich persönlich hätt's aber (noch) mehr gefreut, wenn Mr. Richards überhaupt auf eine - mehr oder minder - "konservative" Blues-Platte gebaut hätte. So, wie sich die Scheibe nun tatsächlich darbietet, kommt sie für meinen Geschmack etwas zu sehr nach jedermanns Geschmack daher - eine Art Everybody's Darling, wenn man so möchte. Und genau das ist es - dann hör' ich mit den unguten Vergleichen zur "Hauptband" aber eh schon auf - was die Stones z.B. auf den letzten beiden Studiowerken (zur Erinnerung: BRIDGES TO BABYLON und A BIGGER BANG) auch verpasst haben (die Jubiläums-Single "Doom & Gloom" finde ich hingegen richtig gut). Langer Rede kurzer Sinn: Ich glaube, dass etwas mehr Engstirnigkeit - Stilistik der Songs betreffend - sogar gut getan hätte. Wie schon weiter oben zart angedeutet, wäre es mir persönlich lieber gewesen, wenn man konsequenter auf Blues-Hadern gesetzt und nicht noch Rock, Reagge und Funk-Elemente mit dazu gemischt hätte. Freilich ist mir schon bewusst, dass Mr. Richards auf diese Weise womöglich auch die Bandbreite seines musikalischen Outputs und Könnens präsentieren will, allerdings bräuchte er dahingehend eigentlich ja niemandem auf der Welt noch etwas zu beweisen - oder? Es gibt im Grunde kein musikalisches Neuland mehr, das ein Keith Richards betreten könnte, mal abgesehen von Rave- oder Techno-Musik (aber bitte lass das um Himmels Willen bleiben, Keith!).
Soll heißen: Innovation bedeutet in meinen Ohren nicht unbedingt das Abdecken eines großen musikalischen Spektrums, sondern eher das Bestmögliche aus sich und einer Reihe von (eben auch ähnlich angelegten) Songs herausholen zu können - und das ist dem guten Keith - bei aller offenen Sympathie, die ich ganz ehrlich für das weisheitszahngrinsende Knautschgesicht empfinde - nur teilweise gelungen.
Tja, muss man halt auf die nächste Stones-Platte warten, die höchstwahrscheinlich aber auch wieder breitgefächert angelegt sein wird, so dass für jeden ein bisschen was dabei ist...
Vielleicht ist es auch so etwas wie "Altersmilde", die man gegenüber einer breiten Hörerschaft walten lässt. Soll heißen: Man bietet ganz viele kleine Stücke vom großen Kuchen - sodass jeder einen Happen findet, der ihm wohl bekommt.

Fazit: Liebe Fans - bitte nicht böse sein, aber ich für meinen Teil wundere mich - trotz aller Vorfreude und den durchaus positiven Aspekten, die ich hier heraushören kann und will - über die vielen sehr hochgegriffenen Lobeshymnen, die dem Keith-Neuling hier zuteil werden (und ja: ich hab die Scheibe schon öfter gehört und mir mit meiner Rezi absichtlich sogar ein wenig Zeit gelassen). Natürlich: Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und es freut mich, wenn Menschen sich so sehr für Musik begeistern können - bitte, bitte, nur zu!
Ich selbst halte aber - nüchtern betrachtet - einzig das Klangbild der Scheibe für wirklich innovativ und überraschend genug, als dass dieses Album zu einem wahren Klassiker avancieren könnte. Freilich sind Songs wie "Crosseyed Heart", "Heartstopper", "Trouble" oder "Goodnight Irene" schöne Appetizer, die Keith- als auch Stones-Freunde wenigstens kurzzeitig zufriedenstellen dürften, insgesamt aber ist CROSSEYED HAERT ein bisschen zu sehr nach jedermanns Geschmack geschneidert und ein bisschen zu "anbiedernd" (aber bitte jetzt auch nicht falsch verstehen), als dass es tatsächlich dauerhaft in die Hall Of Fame des Rock eingehen könnte. Ist halt MEINE Meinung!

P.S. Den einen Vergleich mit Bob Dylan (weiß jetzt nicht mehr, welcher Rezensent das war, sorry!) kann ich so ganz und gar nicht stehen lassen. Die Dylan-Alben der letzten Jahre - vor allem TEMPEST, TOGETHER THROUGH LIFE oder MODERN TIMES - waren aus meiner Sicht allesamt deutlich besser als etwa CROSSEYED HEART. Von einem Keith Richards, der dann und wann einmal Solo-Wege beschreitet, um Kreativballast loszuwerden, erwarte ich mir offengestanden aber auch kein Dylan-Album (textlich sowieso nicht)! Und auch hier gilt: Geschmäcker sind verschieden und das ist gut so! Jedem seine Meinung...

Für mich ist der Keith-Neuling in Summe nicht mehr (aber immerhin auch nicht weniger) als 3 Sterne geradeaus wert! Ein Kauf, den ich keineswegs bereue - es wird aber schon in naher Zukunft bestimmt einige Scheiben geben, die ich mir öfter anhören werde, als etwa CROSSEYED HEART. Bemüht man den internen Keith-Albenkatalog, so würde ich eigentlich auch weder TALK IS CHEAP noch MAIN OFFENDER wirklich schlechter einstufen als den Neuling (wobei das beides natürlich keine schwachen Platten waren)...

Mag sein, dass ich noch die eine oder andere Entdeckung hierauf machen werde, die ganz große Innovation - vor allem die Kompositionen betreffend - ist die Scheibe allerdings nicht geworden. That's it - +++

Nicht schlecht, aber letztendlich (meines Erachtens) nicht konsequent genug!

Sollte der gute Mr. Richards noch einmal alleine ins Studio gehen, dann kann er sich von mir aus auch gut und gerne traditionellen Blues-Stücken u.Ä. annehmen. Buddy Guy und/oder Bob Dylan machen's ja vor, wie's gehen könnte (obwohl beide Vergleiche selbstverständlich hinken müssen)...

Trotzdem freilich: Thanks Keith - und jetzt rock dich mit den Steinen ordentlich weg!! ;)


Virtual XI
Virtual XI
Preis: EUR 5,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein weithin unterschätztes Maiden-Album. Auf die inneren Werte kommt es an!, 15. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Virtual XI (Audio CD)
Eher gemischte Gefühle ruft das 11. Studioalbum namens VIRTUAL XI (der Titel bezieht sich aber auch auf 11 Spieler, die zu einer Fußballmannschaft gehören) bei der breiten Maiden-Hörerschaft hervor. Selbst - und gerade - unter eingesessenen Fans der Band ist diese Scheibe nicht unumstritten, was wohl nicht zuletzt daran liegen dürfte, dass Blaze Bayley hier zum zweiten Mal - nach THE X FACTOR - in die überdimensional großen Fußstapfen eines Bruce Dickinson tritt und er diesen "Kampf" eigentlich nur verlieren kann. Aber: Bruce Stimmumfang ist eben etwas Besonderes und die "Sirene" ist nun mal Markenzeichen der Eisernen Jungfrauen. Die ersten beiden Maiden-Alben, also IRON MAIDEN und KILLERS, bei denen Paul Di'Anno die Vocals bediente, sind hingegen interessanterweise kein Problem für treue Anhänger - wohl auch deshalb, weil es da in diesem Sinne ja noch keine Lücke diesbezüglich zu schließen galt... Egal.

Tatsächlich habe auch ich im Zuge meines Maiden-Sammelfiebers (hab mir nach und nach sämtliche - aber nicht alle - Alben der Band gekauft) VIRTUAL XI immer gemieden. Nicht nur die eher verhaltenen Kritiken hier auf amazon, sondern auch viele (sogenannte) "Experten" stellen dieser Scheibe kein gutes Zeugnis aus. Nicht wenige bezeichnen hiesigen Tonträger sogar als schlechtestes Maiden-Album aller Zeiten...

Ganz ehrlich: Diesen undankbaren Titel hat sich dieser Silberling mit Sicherheit nicht verdient. Schon klar: Man muss sich zunächst an die ungewohnte Stimme Bayleys gewöhnen, was gar nicht so einfach ist, wenn man Mr. Dickinsons Organ stets im Hinterkopf hat. Dennoch würde ich dem vielgescholtenen Bayley durchwegs passable Gesangskünste zugestehen. Für hiesiges Songmaterial (insgesamt befinden sich 8 Tracks auf der Scheibe) passen sie meines Erachtens sogar recht gut!

Zweites höchstumstrittenes Thema bezüglich dieses Albums ist sein angeblich dürftiger Sound. Hier kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen, gab's doch davor tatsächlich einige Alben der britischen Metal-Legenden, die durchaus satter und wuchtiger daherkamen. Und trotzdem: So richtig schlecht ist das Klangbild vorliegenden Werkes nicht. Eher würde ich es (wie schon die zuvor besagte Stimme) als ungewohnt bezeichnen. Die Songs auf VIRTUAL XI kommen allesamt recht ruppig und kratzig daher und werden manchmal von recht (die Band betreffend) ungewöhnlichen Keyboardsounds untermalt. Was soll ich dazu sagen? Nun: Vielen Tracks hierauf steht dieses Klangkorsett eigentlich sehr gut, nur teilweise sehnt man sich nach etwas mehr Raum und Atmosphäre diesbezüglich. Alles in allem ist dieses von Chef-Basser Steve Harris produzierte Album aber klanglich eine befriedigende Angelegenheit - selbst für verwöhnte Maiden-Jünglinge. Ironischerweise - aber auch das dürfte ganz einfach am Veröffentlichungszeitpunkt liegen - loben hartgesottene Fans z.B. den sehr dünnen, ruppigen Sound am Debütalbum (IRON MAIDEN, 1980), wohingegen sie für dieses andersartige Klangbild keinerlei Verständnis entgegenbringen können. Tja, Geschmäcker sind nun mal verschieden - soll so sein...

Wären wir schon bei den Songs (eben 8 an der Zahl), die - und das mein ich ernst - größtenteils positiv überraschen und teilweise sogar begeistern (mir ist's halt so gegangen). Mag sein, dass es vermutlich auch an der eher geringen Erwartungshaltung meinerseits liegen kann, dass mich VIRTUAL XI schon am Anfang ziemlich mitgerissen hat. Aber auch jetzt - nach vielen intensiven Hördurchgängen - mag ich den Großteil an Songs hierauf immer noch.
Schon der straighte (und mit 3 Minuten recht kurze) Opener "Futureal" ist beglückend. Der Song passt gut zu Blyleys Stimme und leitet wunderbar und kurz und knackig ein - so soll's sein!
Vor allem aber das darauffolgende (Achtung ihr Kritiker, jetzt kommt's) "The Angel & The Gambler" begeistert mich nach wie vor. Ja, es ist ein sehr langer Track und ja, hier wird vor allem der Zwischenpart uerhört oft wiederholt. Dennoch - und vielleicht aber eben auch gerade deswegen - zieht mich diese Nummer in den Bann. Die eigentlich sehr vordergründige Keyboarduntermalung gefällt mir hier auch sehr gut, wenngleich ich es in gewisser Weise nachvollziehen kann, wenn da so mancher Metal-Jünger beleidigt die Nase rümpft. Ist wohl eher so ein bisschen ein Maiden-Song aus der Hardrock-Ecke und für meinen Geschmack funktioniert er ausgezeichnet!
"Lightning Strikes Twice" hat einen wunderbaren Anfangspart und würde - üppiger produziert - auch auf BRAVE NEW WORLD (dem großen Dickinson/Smith-Comeback von 2000) gar keine schlechte Figur machen. Lediglich die Mittelteile sind etwas unausgegoren und wirken nicht sauber aufeinander abgestimmt. Insgesamt dennoch eine passable Sache.
Das vom Film 'Braveheart' inspirierte "The Clansman" (Track Nr. 4 hierauf) ist - nicht nur für mich - ein Maiden-Klassiker, der auch nach Bayleys Abgang eine Zeit lang im Live-Programm der Eisernen Jungfrauen erhalten blieb (böse Zungen behaupten ja, dass dies lediglich der äußerst passenden Kulisse (Schotten-Eddie-Maskottchen usf.) geschuldet sei). Wer wissen will, wie sich dieser Song mit Bruce am Mikro anhört, der kann diesbez. beruhigt zum grandiosen ROCK IN RIO 2001 greifen, das übrigens im Ganzen ein grandioses Live-Album ist (Tipp!).
Die B-Seite des Albums entzückt mich zugegebenermaßen nicht mehr so sehr, enthält aber mit "The Educated Fool" und "Don't Look In The Eyes Of A Stranger" zumindest zwei durchwegs gelungene Tracks, die überwiegend Spaß machen. Erstgenannter Song begeistert vor allem mit den toll phrasierten Strophenteilen (gute Arbeit, Herr Bayley!), wohingegen letzterer mit einem hochinteressanten Rockriff aufwarten kann, das - nicht allzu weit entfernt, wie ich meine - an Neil Youngs legendäres "Rockin' In The Free World" erinnert - und das in nicht unangenehmer Weise, würde ich meinen...

Fazit: Das Schlechteste an vorliegendem Album sind die insgesamt eher miesen und zurückhaltenden Kritiken, die der Scheibe nun wirklich nicht gerecht werden. Ja: Bayleys Stimme ist gewöhnungsbedürftig - dennoch schlägt er sich hier ausgezeichnet, manchmal kann er sogar auftrumpfen! Und ja: Der Sound ist nicht so prall und voll wie z.B. jener des nachfolgenden BRAVE NEW WORLD, allerdings passt er meines Erachtens letztlich gar nicht so schlecht zu hierauf enthaltenem Songmaterial.
Die Tracks selbst halte ich persönlich für sträflichst unterschätzt und schlechtgeredet. Ehrlich: Versucht einmal möglichst unvoreingenommen (auch, wenn's nicht leicht sein mag) hier hineinzuhören und gebt euch voll und ganz den wirklich alles andere als schwachen Kompositionen hin - es lohnt sich garantiert, liebe (aufgeschlossene) Freunde guter Musik!

Ironischerweise könnte sich VIRTUAL XI vor allem auch all denjenigen erschließen, die ansonsten eher nicht so viel mit Iron Maiden anfzufangen wissen.

Schlussendlich vergebe ich hier wirklich hochverdiente 4 Sterne - sogar mit leichter Tendenz nach oben!

P.S. Das Cover-Artwork ist interessant, aber teils wirklich furchtbar. Man sollte sich von diesem äußeren Makel aber nicht beirren lassen und - wie immer (aber nicht ausschließlich) bei Musik - auf die inneren Werte zählen!

Eigentlich ziemlich stark und sehr lässig - deshalb auch: ++++

Try it, buy it und - nicht zu vergessen - UP THE IRONS!

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Nachtrag ' Anspieltipps meinerseits:
- Futureal (1)
- The Angel & The Gambler (2)
- The Clansman (4)

So, und jetzt viel Freude damit ;)


Elvis 30 No.1 Hits
Elvis 30 No.1 Hits
Preis: EUR 5,49

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles, was man (als Sammler) so braucht!, 14. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Elvis 30 No.1 Hits (Audio CD)
Alle Menschen, die - wie meine Wenigkeit - ebenfalls mit Begeisterung und Leidenschaft Musik hören und sammeln und der Meinung sind, dass Compilations bestenfalls immer nur Kompromisslösungen sind, da sich wahre Herzenszugänge eben nur mit den Originalalben bewerkstelligen lassen, möchte ich an dieser Stelle einleitend schon einmal wissen lassen, dass sie im Grunde vollkommen recht haben. Auch ich würde das grundsätzlich so sehen.

Dennoch gibt's dann und wann so hervorragende und sinnvolle Zusammenstellungen, dass man als Sammler manchmal ganz einfach am besten mit einer Compilation beraten ist. Und in diesem Falle ist das ganz einfach so!
Bitte nicht falsch verstehen: Keineswegs soll das jetzt heißen, dass es nicht lohnen würde, sich näher mit dem KING zu beschäftigen und sich auch mal einzelne Alben zu Gemüte zu führen. ABER: Diese wunderbare Best-of-Ausgabe (mit fast 80 (!) Minuten Spielzeit) ist ein selten geglücktes Prachtexemplar.
Es spricht ja schon Bände, wenn man sieht, dass dieser Elvis-Sampler auch nach über einem Jahrzehnt seiner Erstveröffentlichung (2002 war das, glaub ich) nach wie vor die Nr.1 (auf diesem Gebiet) der Käufer ist. Und das hat schon seine Gründe...

Vorliegende Zusammenstellung bietet einen sehr breiten Auszug mit den wohl wirklich wichtigsten Hits des KING, wobei die Songs (insgesamt sind's ganze 31 an der Zahl) so aneinandergereiht wurden, dass sich ein sehr flüssiges und kompaktes Hörfeeling einstellt. Vielleicht kommt Elvis' Songs dabei ein bisschen zugute, dass er (soweit mir zumindest bekannt) im Grunde keine Konzeptalben im herkömmlichen Sinn fabriziert hat. Bei anderen Bands/Musikern ist es ja immer ein bisschen problematisch, wenn Songs, die in einem bestimmten Konzept/Kontext prima funktionieren, dann eher unüberlegt und lieblos irgendwohin auf eine Best-of-Ausgabe gepresst werden - Musikfreunde werden wissen, wovon ich hier rede (man denke z.B. ans letzte Pink-Floyd-Best-of oder z.B. an diverse Rolling-Stones-Sampler (wobei's da auch ein paar gute gibt) etc.) Jedenfalls macht die Trackabfolge hierauf wirklich Sinn und Freude - danke dafür!

Zweiter riesengroßer Pluspunkt ist der tolle Sound der Scheibe. Hier wurde wirklich mit Liebe, Bedacht und großem Knowhow gearbeitet - bravo! Alle Songs versprühen die ihnen eigene Atmosphäre und sie wirken wirklich zeitlos und machen wohl auch in 100 Jahren noch Spaß. Mehr kann und darf man diesbezüglich meines Erachtens ganz einfach nicht erwarten... Superb!

Nicht unerwähnt lassen sollte man darüber hinaus das tolle Cover-Artwork sowie das liebevoll gestaltete Booklet, das man während des Hörens gerne zur Hand nimmt, um darin nachzuschmökern...

Man sieht: Vorliegende Compilation macht Sinn und erfüllt 1000%ig ihren Zweck. Da kann man als möglicherweise unentschlossener potenzieller Käufer wirklich nichts falsch machen - schon gar nicht beim derzeitigen Schnäppchenpreis!

Quasi als Zuckerl gibt's als 31. Track die Remix-Version von "A Little Less Coversation", die ja anno dazumal (also eben 2002, wenn ich nicht irre) rauf- und runtergespielt wurde und nicht unerheblich zum neuerlichen Elvis-Boom, der so wieder eine neue Generation befiel, beitrug.
In diesem Zusammenhang ist es lediglich ein bisschen schade, dass man die Originalversion dieses Tracks nicht mitdrauf gepackt hat - das ist sich aber wohl aufgrund der tatsächlichen Fülle an Songmaterial hierauf wahrscheinlich wirklich nicht mehr ausgegangen... Ich kann mich erinnern, dass bei der Single (des Hit-Remixes) auch die alte Version drauf war, die unglaublich groovt...

Es ist wohl müßig im Falle dieses Ausnahmekünstlers irgendwelche Lieblingslieder aufzuzählen oder darüber zu diskutieren, was man vielleicht doch besser weglassen oder mitdazunehmen hätte können/sollen. Das ist bei Samplern/Compilations halt ganz einfach mal so. Allerdings ergeben sich solcherlei Diskussionen aufgrund der tollen Zusammenstellung dieser Scheibe eigentlich gar nicht - und das mag schon was heißen, vor allem, wenn man bedenkt, welche Fülle an großartigen Songs ein Elvis Presley doch geschaffen hat. Hut ab, liebe "Macher" dieses Silberlings!

Abschließend möchte ich aber - sozusagen als Appetithappen für Interessierte - dennoch ein paar persönliche Lieblinge (sprich Anspieltipps) hierauf bekanntgeben, die da wären:
- Hound Dog (3)
- Jailhouse Rock (8)
- (Marie's The Name) His Latest Flame (19)
- Can't Help Falling In Love (20)
- Return To Sender (23)
- (You're The) Devil In Disguise (24)
- Suspicious Minds (27)
- A Little Less Conversation (31) - hier aber bitte unbedingt auch den Originaltrack einmal anhören!!

Das Höchstbewertungsmaß ist an dieser Stelle wohl selbstredend, wobei es sich hier ja eigentlich um ein 6-Sterne-Werk handelt!

Prädikat: ÄUSSERST WERTVOLL
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 22, 2015 12:31 AM CET


For Those About to Rock We Salute You
For Those About to Rock We Salute You
Wird angeboten von dodax-shop
Preis: EUR 4,28

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Meines Erachtens ein ziemlich überschätztes Album!, 11. September 2015
So sehr ich AC/DC schätze und ich mich speziell mit bis dahin erschienenen Alben der Band (das hier ist, chronologisch gesehen, übrigens Scheibe Nr. 8 der australischen Hard-Rock-Blueser, die Ende 1981 veröffentlicht wurde) anfreunden kann (bis hierhin ist wirklich nichts Schlechtes dabei), so sehr werde ich mit vorliegendem Werk einfach nicht warm.

Natürlich: Der bombastische Opener "For Those About To Rock", der auch heute noch die Live-Shows obligatorisch schließt, ist ohne Zweifel ein waschechter AC/DC-Klassiker, der vor allem mit seinem tollen Intro begeistern kann.
Ansonsten aber - und ich möchte mich hier wirklich nicht mit eingesessenen Fans verfeinden oder dergleichen - halte ich hierauf vorhandenes Songmaterial bestenfalls für mittelmäßig. Man möge das bitte nicht falsch verstehen - freilich bekommt man hier mehr oder minder typische, solide (Hard-)Rock-Arbeit geboten, die eindeutig ihre Urheber erkennen lässt. Dennoch fehlt mir bei diesem Album das vielzitierte gewisse Etwas...

Es mag auch sein, dass FTATR insofern einen schweren Stand hat, als dass praktisch alle Vorgängerplatten im guten bis sehr guten Niveaubereich - bez. Songwriting - angesiedelt waren. Ich denke da z.B. ans von mir heißgeliebte POWERAGE mit seinem tollen, erdigen Bluestouch oder aber auch an den direkten Vorgänger und AC/DC-Klassiker schlechthin - das berühmt-berüchtigte BACK IN BLACK, das dem damals neu hinzugekommenen Brian Johnson einen Einstand nach (Über)maß ermöglichte.

Letztendlich ist aber vielleicht auch das eine Art kleiner Knackpunkt! Vielleicht wäre FTATR mit Bon Scotts Stimme eine Spur eingängiger geworden - wenngleich sich eine solche Frage aufgrund tragischer Gegebenheiten natürlich nicht ernsthaft stellt. Tatsächlich ist es in meinen Ohren gerade Mr. Johnsons "höhenlastiger" Gesang, der die Scheibe als Ganzes - wenigstens stellenweise - ein bisschen mühsam macht...
Aber bitte versteht auch das nicht falsch, liebe Fans - es ist keineswegs so, dass ich irgendetwas gegen Brian Johnson hätte oder so, zumal ich ja auch das legendäre BACK IN BLACK wirklich, wirklich lieb hab.

Für mich persönlich - und ich bin keiner, der in erster Linie mit AC/DC als musikalischem Background aufgewachsen ist (was schlicht meinem Geburtsjahrgang, nämlich 1985, geschuldet ist) - endet mit vorliegendem Album die erste große Glanzperiode der australischen Hardrocklegenden...
Zwar ist es zugegebenermaßen schwer, die Songs hierauf generell schlechtzureden, allerdings zündet bis auf den Titeltrack nichts so wirklich - und ich habe die Scheibe mittlerweile schon so oft am Laufen gehabt - und das auch mit größeren zeitlichen Zwischenabständen immer und immer wieder...

Kurzum: FTATR ist für Komplettisten und AC/DC-Sympathisanten wohl mehr oder weniger eine Pflichtanschaffung. So gut, wie es der eröffnende Titelsong verspricht, ist das Album letztlich aber (leider) nicht. Sound und Klangcharakter sind meines Erachtens in Ordnung, obwohl es mir so vorkommt, als ob andere Scheiben, wie z.B. (eben speziell) POWERAGE, HIGHWAY TO HELL oder eben auch BACK IN BLACK diesbezüglich ein Stück weit wärmer, nahbarer und erdiger klingen. Für meine Ohren ist bei diesen Meisterstücken mehr Bluesurgewalt drinnen (und das mag ich halt) - ist aber wohl wieder einmal (mehr) nur Geschmackssache...

Angehenden Sammlern und Neugierigen würde ich deshalb zunächst zu den Vorgängerwerken von hiesigem Tonträger raten, wenn sie AC/DC für sich entdecken möchten. Speziell oben angesprochene Alben bieten sich zum Einstieg und Kennenlernen eher an, würde ich meinen.

Fans, seid mir bitte nicht böse - ich verehre AC/DC durchaus, aber so recht vermag der berühmte Funke nicht auf mich überzuspringen, weshalb vorliegendes Album aus meiner Sicht mit 3 Sternen halbwegs gerecht bewertet ist.

Insgesamt OK und solide plus überragendem Titeltrack - mehr aber auch schon nicht!

Also: +++

P.S. Das Cover ist natürlich eine Augenweide und kommt im eleganten Digipack noch schöner daher (generell - also alle Alben betreffend - hat da die Marketingabteilung gute Arbeit geleistet). Auch über den Preis braucht man hier wohl nicht zu diskutieren!
Wer hier zugreift, wird es also nicht bereuen ;)


The Book of Souls (limited Deluxe Edition)
The Book of Souls (limited Deluxe Edition)
Preis: EUR 25,36

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auszugsweise sehr stark, aber nicht gänzlich überwältigend. Ein positives Lebenszeichen..., 8. September 2015
...haben die britischen Metal-Legenden nach überlanger Wartezeit (ganze 6 Jahre) und Genesung des Frontmanns (nach überstandener Krebstherapie) mit dem ersten Studio-Doppelalbum der Bandgeschichte allemal von sich gegeben. So gesehen kann ich's auch absolut nachvollziehen, wenn getreue Maiden-Fans den Neuling THE BOOK OF SOULS (TBOS) entsprechend abfeiern. Etwas irritierend hingegen finde ich, wie hier mit manchem Kritiker (ich meine hier in erster Linie die 3-Sterne-Bewerter) umgegangen wird, indem man ihn mit zahlreichen Nicht-Hilfreich-Klicks abstraft. Offengestanden habe ich mir da im Maiden-Fanblock (und ich bin ja schließlich auch großer IM-Sympathisant) etwas mehr Offenheit und Toleranz erwartet. Engstirnige Aburteilungen gegenüber jenen, die TBOS nicht so sehr in den Himmel loben, finde ich persönlich etwas befremdlich und ehrlich gesagt auch fehl am Platz. Aber gut, sei's wie's sei...

Ich mach's mir jetzt "einfach" und reihe mich nun keck zwischen die Lobeshymnenverfasser und die nicht so begeisterten Albumkritiker ein.
Ohne Frage versprüht TBOS - trotz mancher Länge - eine angenehm-knackige Frische. Vom Sound her ist man tatsächlich gar nicht so weit vom letzten großen Meisterwerk BRAVE NEW WORLD (von 2000) entfernt, was wohl daran liegen dürfte, dass man vorliegendes Songmaterial in den selben Studios - in Frankreich nämlich - wie einst eingespielt hat. Vom Sound her gefällt mir der Maiden-Neuling jedenfalls wirklich gut und Kritiken diesbezüglich kann ich ehrlich gesagt nicht so recht nachvollziehen. Meines Erachtens verfügt TBOS über ein klares, definiertes und frisches Klangbild, das - wenn es das grad braucht - auch genug Punch und Power mittransportiert.

Sehr gut gefällt mir zudem das äußerst ansprechende Cover-Artwork. Es macht richtig Spaß im üppigen Booklet nachzublättern und Musik und Aufmachung passen thematisch für meine Augen & Ohren perfekt zusammen. Das gewählte Maya-Thema ist diesbezüglich sicher eine exzellente Wahl gewesen und ich bin mir sicher, dass das Bühnenbild der kommenden Live-Shows (nächstes Jahr hoffentlich) da um nichts nachstehen wird. Großartig!

Wären wir schon bei den Songs und die machen durchwegs Freude, sind aber dennoch nicht makellos, wie ich finde. Tatsächlich habe auch ich - nach vielen intensiven Hördurchgängen - die eine und andere Länge feststellen müssen. Leider übertreibt man es für meinen Geschmack auch mit den Solos immer wieder, wodurch an sich gelungene Kompositionen unschön in die Länge gestreckt wirken. Am deutlichsten macht sich das meines Erachtens beim Harris-Epos "The Red & The Black" bemerkbar, das fast 7 Minuten durchgehend begeistert, dann allerdings - aufgrund ausufernder Soliertätigkeit der Gitarristen - einfach nur unnötig in die Länge gezogen wird. Nichts für ungut, liebe Fans da draußen - aber so seh ich das halt...
Ähnlich geht's mir beim Schlusstrack der ersten Scheibe, dem Albumnamensgeber "The Book Of Souls", der sehr gute, herzerfrischende Parts anbieten kann, dann allerdings auch ein bisschen langatmig daherkommt.
So richtig in sich geschlossen, kompakt und auch von der Komposition her begeisternd finde ich bislang eigentlich lediglich den Dickinson-Opener "If Eternity Should Fail" (wo ich das Intro nicht zu lange finde, sondern sogar sehr passend) sowie das gleich darauffolgende "Speed Of Sound" mit seinem umwerfenden Gitarrenriff, das ja im Vorfeld auch als Single erhältlich war (gute Wahl)...

Am zweiten Silberling hat mich bislang eigentlich nur das eher balladeske "Tears Of A Clown" (das sich angeblich dem im letzten Jahr auf tragische Weise verstorbenen Schauspieler Robin Williams annimmt) so richtig überzeugt. Die keineswegs schlechten "Death Or Glory" sowie "Shadows Of The Valley" sind - verglichen mit anderen Großtaten der Metalhelden - in meinen Ohren eher nettes, solides Beiwerk, denn nachhaltige Songklassiker - aber bitte, über nichts anderes (als Geschmack) ließe sich wohl vortrefflicher und ausführlicher streiten...
Der fast schon zur Mini-Oper ausgeartete Schlusstrack auf CD 2 - nämlich "Empire Of Clouds" (ebenfalls eine Dickinson-Komposition) - hat schon seine lichten Momente, ist im Großen und Ganzen aber ganz einfach zu lange geworden und macht auf mich ehrlich gesagt keinen besonders inspirierten Eindruck... Naja.

Bevor ich's vergesse:
Was ich grundsätzlich sehr an TBOS mag, ist die Tatsache, dass man stellenweise wieder öfter Keyboards und Synthies zu hören bekommt. Als Maiden-Freund fühlt man sich da angenehmst an vergangene Glanztaten a la SOMEWHERE IN TIME oder SEVENTH SON OF A SEVENTH SON erinnert. Von mir aus hätten Harris und Co. sogar noch stärker und konsequenter auf ihre Maschinchen bauen können - mir macht das jedenfalls Spaß.
Auch nicht bekritelnswert finde ich, dass TBOS hauptsächlich (fast ausschließlich sogar) aus Midtempi-Nummern besteht. Wenn's ordentlich groovt und schnauft und rockt (und das tut's) - so why not?

Fazit: Mit TBOS ist den Eisernen Jungfrauen ein erquickendes, spannendes und hörenswertes Lebenszeichen geglückt, das meines Erachtens freilich in jede Maiden-Sammlung gehört. Kritisch dagegenhalten kann man dem optisch und soundtechnisch hervorragend umgesetzten Monsterwerk (mit über 90 (!) Minuten Spielzeit) aber - und da muss ich Kritikern schon zustimmen -, dass es durchaus seine Längen hat, die auch nach mehreren Hördurchgängen und mit jeder Menge guten Willens nicht einfach so wegschwärmbar sind - wenigstens geht's mir so (und bitte, bitte versteht das jetzt nicht fälschlicherweise als Angriff oder dergleichen, liebe 5-Sterne-Bewerter da draußen).
Objektiv (und dennoch aus meiner subjektiven Sicht freilich) gesehen kommt TBOS an Bandklassiker wie THE NUMBER OF THE BEAST, SOMEWHERE IN TIME, SEVENTH SON OF A SEVENTH SON oder auch BRAVE NEW WORLD nicht ganz heran - was ja aber auch beileibe keine Schande ist - oder??
Für mich persönlich ist der Maiden-Neuling insgesamt in etwa auf einer Stufe mit POWERSLAVE oder (dem offenbar schon wieder vergessenen) A MATTER OF LIFE & DEATH, die in meinem subjektiven IM-Album-Ranking auch ziemlich weit vorne angesiedelt wären. (Natürlich soll das jetzt aber keinen direkten Vergleich/Bezug zu eben genannten Alben implizieren!) Generelle Anm. meinerseits noch dazu: Mir gefallen ja auch die oft gescholtenen NO PRAYER FOR THE DYING und FEAR OF THE DARK eigentlich sehr, aber das ist ja wiederum eine andere Geschichte...

Kurzum: Meines Erachtens ist TBOS mit 4 Sternen einigermaßen gerecht bewertet. Es gibt durchaus bessere Maiden-Werke, aber ganz bestimmt auch schwächere. Mich freut's, dass die Eisernen Jungfrauen wieder da sind! Hoffentlich machen sie im nächsten Tour-Jahr (mit dem ja gerechnet werden darf) wieder Station in Österreich :)

Abschließend möchte ich noch kurz auf die einzelnen Songs des Doppeltonträgers eingehen und so einen - freilich subjektiven - Kurzüberblick bieten. Die Bewertung der Tracks erfolgt in Anlehnung an die bewährte amazon-Skala (1-5 Sterne). (!) sollen andeuten, dass es sich hierbei jew. um einen Anspieltipp für Interessierte & Neugierige handelt.

- CD 1 -

1. IF ETERNITY SHOULD FAIL +++++ (!)
Der mit mystisch angehauchtem Intro eröffnete Opener erfüllt in meinen Ohren alles, was ich mir von IM wünsche - groovige Parts, Dickinsons eindringlich schöner Gesang und tolle Songteile, die wunderbar zusammenfinden und sich prima ergänzen. Hier ist ein Auftakt nach Maß gelungen!

2. SPEED OF SOUND +++++ (!)
Die Vorab-Single-Auskopplung besticht nach kurzem Tom-Tom-Intro (thanks Mr. McBrain) vor allem mit dem superrauhen Gitarrenrockriff, das anfangs noch stimmig mit einer Cowbell unterstützt wird. Auch gesanglich und kompositionstechnisch ist hier wieder alles im grünen Bereich. Mit gerade mal 5 Minuten ist dieser Track interessanterweise recht kurz geraten (was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich längere Songs generell nicht mögen würde)... Well done!

3. THE GREAT UNKNOWN +++/++++
Macht nach mehrmaligem Hören mittlerweile richtig Spaß. Der Track hat einen schönen Aufbau mit toll aufeinander abgestimmten Teilen und er stampft, schnaubt und groovt gefällig dahin. Lediglich der etwas gar abrupt und unmotiviert eingeleitete Schlussteil (der teils den grundsätzlich gelungenen Anfangspart wiederholt) kommt ein bisschen sperrig und hinkonstruiert daher. In Summe jedenfalls eine ordentliche Angelegenheit, die durchwegs Freude macht...

4. THE BLACK & THE RED ++++ (!)
Wie oben schon angesprochen, hätte dieses Harris-Epos durchaus das Zeug zum Klassiker. Vom Intro weg (das ich super finde) bishin zu den geschmeidig ineinanderlaufenden Parts macht hier eigentlich alles Spaß. Besonders schnell wird man sich vermutlich in den Oh-oh-oh...-Zwischengesang verlieben können. Leider geht's nach rund 7 Minuten aber nur mehr darum, ein Solo nach dem anderen aneinanderzureihen, was für meinen Geschmack weder inspirierend noch innovativ wirkt, sondern einfach nur lähmt. Schade - mit kürzerem Schlussteil (Solo und Outro muss natürlich schon sein) wäre das ein bombastisches Aushängeschild geworden... In Summe dennoch freilich gut!

5. WHERE THE RIVER RUNS DEEP +++
Ist neben "Speed Of Sound" eigentlich die flotteste Nummer am ersten Albumteil und kommt - wie aber alle Tracks hierauf - auch ordentlich dargebracht und gemixt daher. Letztlich handelt es sich für meinen Geschmack hierbei aber bestenfalls um eine insgesamt passable, solide Maiden-Komposition, die wohl eher nicht im Musiklangzeitgedächtnis haften bleiben wird...

6. THE BOOK OF SOULS ++++ (!)
Der - leider ebenfalls etwas zu lange geartete - Titeltrack liebäugelt am mutigsten mit Synthesizern und Co. und mir macht das richtig Spaß! Trotz vieler guter Songteile und einer insgesamt tadellosen Komposition fehlt am Ende aber ein bisschen was, weshalb der Track letztlich (für mein Empfinden) halt nicht das Zeug zum echten Maiden-Klassiker hat. Dennoch ein Anspieltipp und eine erfreuliche Angelegenheit :)

- CD 2 -

1. DEATH OR GLORY +++/++++
Ja, der Opener von Scheibe 2 hat schon einen gewissen Reiz, allerdings kommt er aus meiner Sicht über gutes Mittelmaß nicht hinaus - so sehr der Refrain auch hängen bleiben mag. Wie schon bei "Aces High" (Opener von POWERSLAVE) oder dem schändlich unterschätzten "Tail Gunner" (Opener auf NO PRAYER FOR THE DYING) dreht sich hier thematisch alles ums Fliegen (im Krieg), wobei Mr. Dickinson ja bekanntlich ein leidenschaftlicher Pilot und Fluggeräte-Fan sein soll ;)

2. SHADOWS OF THE VALLEY +++
Wiederum beileibe kein schlechter Song, aber irgendwie reicht's für mich auch hier nicht für mehr als das Prädikat "Passabel". Passt natürlich recht gut aufs Album und ist sicher kein schwacher Track. Das feurige Synthie-Intro könnte ebenso gut vom fantastischen SOMEWHERE IN TIME (von 1986) sein. Begeisternde Maiden-Feuerwerke hören sich im Ganzen aber anders an...

3. TEARS OF A CLOWN ++++ (!)
Hab ich oben ohnehin schon angesprochen und macht duchwegs Freude. Mehr noch als die (solide) musikalische Untermalung finde ich hier vor allem den Text interessant. Ich find's schön, dass man hier einen Bezug zur letztjährig tragisch verstorbenen Schauspielerlegende Robin Williams herstellt. Für mich einer der stärkeren Tracks auf TBOS...

4. THE MAN OF SORROWS +++
Harkt - wenigstens atmosphärisch - ein wenig beim vorangegangenen Titel ein. Wiederum ein eher besonnener, ruhigerer Track und wiederum kein schlechter Song. Alles in allem aber ist auch der hier kein Glanzstück... OK.

5. EMPIRE OF CLOUDS +++
Wird fast endlos lange mit schlichten (und durchwegs "schönen") Pianoklängen eingeleitet und befasst sich mit dem tragischen Luftschiffunglück der britischen R101, die GB einst mit seinen Kolonien verband. Wenn Bruce Dickinson tatsächlich (sinngemäß) gesagt haben soll, dass TBOS eben ein Doppelalbum hat werden wollen, dann würde ich ihm an dieser Stelle entgegenhalten, dass weniger manchmal trotzdem mehr ist - so inflationär und abgedroschen jene Redewendung nun mittlerweile auch schon sein mag.
Mit über 18 (!) Minuten Spielzeit dürfte es sich hier wohl um den bislang längsten Maiden-Song überhaupt handeln. Naja - Quantität bürgt bekanntermaßen nicht automatisch für Qualität... Schlecht ist der Schlusstrack insgesamt trotzdem nicht!

Noch einmal:
Ich verehre Iron Maiden und freue mich ungemein über dieses längst überfällige Comeback! Fast noch mehr freue ich mich auf die bevorstehende Tour, für die ich mir bestimmt Karten besorgen werde.
Insgesamt ist den britischen Metal-Heroen mit ihrem üppigen, teils auch ausufernden ersten Doppelalbum der Bandhistorie ein erfreuliches Lebenszeichen geglückt, das mit einigen echten Leckerbissen aufwarten kann. Stellenweise jedoch habe ich durchaus einige Überlängen wahrgenommen, die auch nach mehreren (geduldigen) Hördurchgängen nicht schwinden wollen...

Letztlich hat das Comeback des Jahres aus meiner Sicht nicht zuviel versprochen. Etwas weniger hätt's für meinen Geschmack - die Kompositionen betreffend - dann und wann halt sein können. Soundtechnisch als auch optisch ist TBOS auf ganz, ganz hohem Niveau angesiedelt - so wie man's von IM aber ohnehin meist gewohnt ist!

Für Fans unverzichtbar, für allgemein musikinteressierte Menschen jedenfalls eine (oder auch zwei) Überlegung(en) wert.
Ein wahrer Maiden-Klassiker wird vorliegendes Monsterwerk meines Erachtens (aus heutiger Sicht) aber eher nicht werden. Aber ok - gut Ding will ja bekanntlich Weile haben...

Mein Gesamturteil lautet daher: ++++


The Futureheads
The Futureheads
Preis: EUR 7,61

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, aber Nachhaltigkeit sieht anders aus!, 6. September 2015
Rezension bezieht sich auf: The Futureheads (Audio CD)
Tatsächlich hätte es für das poppig-erfrischende Debütwerk der Futureheads keinen besseren Zeitpunkt geben können!
2005 schossen junge, mehr oder minder innovative, Britpoprock-Bands wie Pilze aus dem Boden (u.a. brachten in diesem Jahr auch die Kaiser Chiefs ihren durchwegs begeisternden Erstling EMPLOYMENT heraus), woran vor allem Franz Ferdinand Schuld sein dürften, wobei manche später wiederkehren sollten und manche in Vergessenheit gerieten...

Vorliegende Scheibe, die vom Sound her wie eine glattgebügelte Garagenrock-Session daherkommt, gehört zur letzteren Sorte, obwohl ich Kritiker ehrlich gesagt etwas zu hart finde, wenn sie mit Begriffen wie "Schülerband" und dergleichen um sich werfen. Zwar bin auch ich der Meinung, dass der zappelige, fast schon hyperaktive Gesamteindruck, den dieser Silberling schon nach wenigen Hördurchgängen hinterlässt, am Ende es wirklich fast schafft, die Oberhand zu gewinnen, insgesamt aber präsentieren sich die Futureheads - wie ich finde - als durchaus passable Musiker und Komponisten, die mit (zu) viel Leidenschaft und frischem Wind am Nektar des Ruhms bzw. der Aufmerksamkeit, der bzw. die damals vielen aufkommenden UK-Neulingen (sei's zurecht oder nicht) zuteil wurde, mitnaschen wollten - was ihnen ja offenbar - trotz geteilter Kritiker-Meinungen - durchaus gelungen sein dürfte. Kommerziell gesehen ist dieses Debütalbum jedenfalls kein wirklicher Flop geworden, soweit ich informiert bin (immerhin ein beachtlicher 11. Platz in den UK-Charts).

Und wie schon gesagt: Auch künstlerisch finde ich diese Scheibe offengestanden gar nicht soooo schlecht, wenngleich ich z.B. das Debüt der zuvor schon angesprochenen Kaiser Chiefs (die mich mittlerweile aber auch schon lange nicht mehr interessieren) um einiges besser und nachhaltiger finde. Jedenfalls nehme ich EMPLOYMENT auch heute noch dann und wann zur Hand und leg's auf, während THE FUTUREHEADS über einen längeren Zeitraum unbeachtet im Regal vor sich hinverstauben...

Sie sehen: Es ist gar nicht so leicht, am Ende ein halbwegs faires, objektives Bewertungsmaß für vorliegenden Silberling zu finden! Freilich ist den Burschen damals der Brit-Pop/Rock-Hype nicht unwesentlich zugute gekommen. Freilich sehen allzeitbeständige Soundinnovationen und musikgeschichtlich bedeutende Platten am Ende anders aus, als dieses Werk hier. Dennoch versprüht THE FUTUREHEADS in meinen Ohren auch heute noch ein Stück weit Unbekümmertheit, Spielwitz und Freude am gemeinsamen Musizieren, weshalb ich mich hier weder den Lobrednern noch den (über)kritischen Nörglern anschließen möchte/kann und mit 3 Sternen letztlich ein einigermaßen haltbares Bewertungsmaß gefunden zu haben glaube.

P.S. Offengestanden haben mich die allseits hochgelobten Franz Ferdinand auch nie so richtig in den Bann ziehen können - weil die hier irgendwo als Vergleichsmaßstab herangezogen wurden. Tatsächlich haben sich fast alle der damaligen UK-Superbands (Kaiser Chiefs, Maximo Park, Franz Ferdinand usf.) in meinen Ohren totgespielt, wenngleich ich mir damals - als musikalisch unbefangener Jungspund - mit Begeisterung ihre CDs gekauft und angehört habe.
Lediglich EMPLOYMENT (,das Debütalbum) von den Kaiserchiefs (,) find ich eigentlich immer noch gut. Das ist aber sowieso eine andere Geschichte...

Tja, Geschmäcker sind halt - Gott sei Dank - verschieden. Also, nichts für ungut, liebe Fans ;)

Mein Gesamturteil: +++


From The Vault: Hampton Coliseum 1981 (Ltd. Deluxe Boxset DVD & 2-CD)
From The Vault: Hampton Coliseum 1981 (Ltd. Deluxe Boxset DVD & 2-CD)
DVD ~ The Rolling Stones
Preis: EUR 17,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentisches & energetisches Live-Dokument - endlich in VOLLER Länge & mit einigen Gustostückerln an Bord!, 1. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit den Tonträgerveröffentlichungen der From-The-Vault-Serie richtet sich die clevere Marketingabteilung der Steine in erster Linie an Fans, die sehnsüchtig nach kompletten Konzertmitschnitten Ausschau halten. Tatsächlich - und hier ist durchaus Tadel angebracht - ließ die dienstälteste Rock&Roll-Band ihre treue Anhängerschaft diesbezüglich lange warten. Natürlich soll das jetzt aber nicht heißen, dass sämtliche "Konzertfragmente", mit denen bis dato vorlieb genommen werden musste, deswegen allesamt schlecht od. dergleichen wären. Veröffentlichungen wie FLASHPOINT (auch, wenn das unter Stonologen nicht unumstritten ist), STRIPPED (das mindestens zur Hälfte im Studio aufgezeichnet wurde), GET YER YA-YAs OUT, SHINE A LIGHT, SWEET SUMMER SUN (die ja ihrerseits eigentlich vollständig sind, allerdings nicht ausschließlich mit Aufnahmen bestückt sind, die von ein- und demselben Abend stammen) usf. sind dennoch besitzenswert und aus keiner halbwegs vollständigen Steine-Sammlung wegzudenken.

Als Mp3-Download standen (und stehen) sämtliche Vault-Ausgaben schon länger zur Verfügung (siehe die offizielle Band-Homepage). Die ebenfalls dort bereits erhältlichen LIGHT THE FUSE - LIVE IN TORONTO 2005 (das ich Fans wärmstens ans Herz legen möchte) oder TOKYO DOME 1990 dürften vermutlich alsbald im Tonträgerformat (hoffentlich) nachgereicht werden.
Freilich: Echte Überraschungen sehen wahrlich anders aus - da kann ich einem hiesigen Kritiker eigentlich nur beipflichten. Und noch etwas ist vielen glühenden Anhängern ein kleiner (eher großer) Dorn im Auge: Die legendäre Bootleg ATLANTIC CITY '89, die mittlerweile schon lange vergriffen ist, wird, wie's aussieht, wieder nicht herausgebracht. Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass man neben der TOKYO-DOME-Veröffentlichung noch eine weitere Liveaufzeichnung aus jener Dekade (der Steel-Weels bzw. Urban-Jungle-Tour) auf wiederabspielbares Tonträgerformat bannen wird - was, wenn man ATLANTIC CITY '89 kennt (angeblich gibt's das irgendwo inoffiziell zum Downloaden :)), aus Fan-Sicht natürlich sehr schade ist. Vermutlich ist das DIE Steine-Bootleg schlechthin - sehr energetisch & zugleich authentisch (weil auch ein paar unüberhörbare Fehler dann und wann dabei sind). Aber das ist ja eigentlich eine andere Geschichte...

Nun aber zu HAMPTON '81: Ähnlich wie ATLANTIC CITY '89 kursierte auch hiervon lange Zeit eine hochbegehrte Bootleg durch diverse Kennerkreise, die sich mit der verstümmelten, unliebsamen, offiziellen Kurzversion STILL LIFE (dazu aber später ohnehin noch mehr) nicht zufriedengeben wollten. Mit anderen Worten: Auch bei vorliegender Nachreichung (die eh viel zu lange gedauert hat) handelt es sich um eine einst legendäre Schwarzpressung (die meines Wissens nur kurz auch offiziell zu erwerben war).

Für mich - und ich bin wirklich mit Herz & Seele Stones-Fan - birgt jene Veröffentlichung ein Stück weit auch Ironie in sich, was ich so verstanden wissen will: Ich habe mir im Vorfeld alle 3 (bis dato) veröffentlichten Vault-Ausgaben (die beiden anderen wären LIVE AT THE MARQUEE '71 sowie LA FORUM 1975) mit gespitzten Ohren aufmerksamst (und genüsslich) zu Gemüte geführt (im Elektronikfachgeschäft meines Vertrauens) - eigentlich nur, um mir selbst zu beweisen, dass LA FORUM 1975, das ich ob des Datums und der Setlist schon als Fixkauf eingeplant hatte, dabei als Sieger hervorgehen würde. Zu meiner eigenen Überraschung aber hat mich HAMPTON '81 derart fasziniert und beglückt, dass ich von zuvor besagtem, eben ursprünglich eingeplanten Album nahezu (etwas übertrieben formuliert) enttäuscht war.
Obwohl ich gerade die Dekade, die vorliegendes Paket abdeckt, nicht für die rühmlichste der Band halte und ich weder SOME GIRLS (ja, das mein ich ernst), EMOTIONAL RESCUE oder auch TATTOO YOU wirklich ganz stark lieb hab (besitzen tu' ich alle genannten Studioscheiben freilich dennoch), ist meine Wahl letztendlich auf HAMPTON '81 gefallen. Dies mag wohl mehrere Gründe haben...

Zum einen haben mir Klangcharakter und Spielweise hiesiger bzw. auf hiesiger Ausgabe - gegenüber der beiden anderen Vault-Pakete - am meisten zugesagt. Die Stones klingen hier sehr authentisch (die letzte große Tour ohne riesige Bläsersätze und Backgroundformationen) und erdig - und das mag ich einfach! Zudem spielt die Band tadellos - nicht durchgehend virtuos, aber zugleich nicht störend schlampig und/oder unkonzentriert (wie beim eher unrühmlichen LOVE YOU LIVE etwa) - passt also!
Die beiden Pianisten (konkret der legendäre Ian Stewart und Vornamensvetter Ian McLagan) sind (wie schon bei so manch anderer Aufzeichnung, wie z.B. SOME GIRLS LIVE IN TEXAS) verhältnismäßig leise mitdazugemischt worden, was zwar gegenüber den beiden großartigen Musikern als Frechheit gesehen werden kann/muss, insgesamt jedoch den Mix nicht wirklich schlechter macht, der dafür umso gitarrenbandlastiger ausfällt, was ja durchaus reizvoll sein kann!
Der großartig agierende Ernie Watts und Bobby Keys, die (manchmal jew. alleine, manchmal zusammen) mit ihren ausgedehnten und gut hörbaren Saxparts die atmosphärische 80er-Jahre-Stimmung nahezu perfekt machen, waren auch noch mit von der Partie.
Und wie sah's mit den Urgesteinen selbst aus? Ja, auch die waren an jenem Abend in guter Verfassung, würde ich meinen. Vor allem Keith spielt beherzt auf (lag das womöglich an seinem 38. Geburtstag, den er an jenem Abend beging?), was er teils auch muss, um den manchmal strauchelnden (unkonzentrierten?) Ronny aufzufangen, der insgesamt aber dennoch eine ganz passable Leistung abliefert. Die legendäre Gitarren-Webmühle der Steine läuft jedenfalls die meiste Zeit über wie geschmiert. Nur beim übermotivierten Finale mit "Satisfaction" setzt der Riffmaster kurz aus - als er einem auf die Bühne verirrten, unberechenbaren Fan eins mit seiner Stratocaster überzieht, was Keith später dazu veranlasst die Firma Fender ausdrücklich zu loben (siehe Booklet-Zitat), da sich die Gitarre, trotz zwischenzeitlicher Zweckentfremdung, angeblich nicht verstimmt haben soll. Auf der DVD ist diese "Prügelszene" tatsächlich auch zu sehen. Welch herrlich-amüsante Anekdote ;)
Mick ist offenbar ebenfalls ganz gut drauf und liefert eine dementsprechend energetische (und wie am Bildträger zu sehen ist auch extravagante) Performance ab. Seine Stimme hat stellenweise einen ungewöhnlich kratzigen Touch, der aber sehr angenehm ist. Vielleicht hatte sich der Frontmann bis dahin auch schon "(über)tourreif" gesungen. Immerhin war dies die finale Show...
Wären wir schon bei der alteingesessenen Rhythmus-Fraktion der Stones: Charlie groovt (wie heute noch) lässig und kraftvoll und harmoniert perfekt mit Bill Wyman, der, glaube ich, eine womöglich viel gewichtigere Rolle im Bandgefüge bzw. Zusammenspiel einnahm, als man ihm heute zugestehen möchte. Tatsächlich verspielt sich der stoische, stets in sich ruhende Schlaks (so gut wie) nie und wirkt höchstunspektakulär, wobei der gute Mann am Bass wirklich was los hat - hören Sie mal genau hin!

Hiesige Aufzeichnung (die übrigens zwei CDs und eine DVD umfasst) stammt vom Ende der damaligen Tour, die seinerzeit als die bis dato größte und aufwändigste galt (und für heutige Verhältnisse "gerade" mal lächerliche 50 Mio. Dollar einbrachte). Interessant dabei ist, dass es sich bei vorliegendem Mitschnitt aber nicht um ein Stadionkonzert handelt, die bei ebendieser Tour eigentlich obligatorisch waren (und aufgrund technischer Gegebenheiten tagsüber stattfanden, was auch das kunterbunte Bühnenbild und Jaggers grelle Klamotten erkärt), sondern um eine verhältnismäßig kleine Hallenkonzert-Aufzeichnung vor "bescheidenen" 10 000 Zuschauern, die - laut Credits - am 18. Dezember 1981 im Hampton Colisseum vonstatten ging. Den Mitschnitt nicht im Freien gemacht zu haben, war wohl eine kluge Entscheidung. Stadionkonzerte sind - abgesehen von der schwerer einzufangenden Atmosphäre - auch heute noch mitunter eine ganz schöne Herausforderung für die lieben Herren Tontechniker - und anno dazumal vermutlich umso mehr...
Langer Rede kurzer Sinn: Man hat gut daran getan eben diesen Abend für diverse spätere Live-Veröffentlichungen mitzuschneiden (das TV war ja auch live dabei, angeblich war dies das erste Konzert, das man per Pay-TV mit der Mattscheibe empfangen konnte - also auch hier waren die Steine Vorreiter). Die aktuelle Bearbeitung lässt für meinen Geschmack bez. Mix und Mastering keine Wünsche offen. Live ist halt live - aber das will man ja hoffentlich auch, wenn man sich dazu entschließen sollte HAMPTON '81 zu erwerben. Lob an Stephen Marcussen und Bob Clearmountain, die sich hierfür verantwortlich zeigen...

Wären wir schon (endlich) beim Set - also den hierauf vorzufindenden Songs, derer - ohne das Keith-Geburtstagsständchen sowie Band-Intro - gleich ganze 25 an der Zahl wären, weshalb HAMPTON '81 auch ein Doppeltonträger geworden ist. Quantität ist also schon einmal zur Genüge vorhanden. Und wie schaut's mit der Qualität aus?
Hier möchte ich kurz beim weiter oben kurz angesprochenen STLL LIFE einhaken, das mich persönlich ja noch nie so sehr in den Bann ziehen konnte und darüber hinaus auch unter Fans nicht unumstritten ist! Auch hierzu gibt's meinerseits eine kurze, ironische Anekdote: Obwohl eben genanntes Live-Exemplar bestenfalls einen Grobumriss des dargebrachten Songmaterials bietet (gerade mal bescheidene 10 Songs plus (exklusivem) Intro und Outro), enthält es, rückblickend betrachtet, wenigstens größtenteils, die echten Höhepunkte der Show, was bedeutet, dass nicht so glühende Set-Komplettisten auch damit ganz gut beraten wären (Schande über mich, dass ich das so lange übersehen habe)... Lediglich "Black Limousine", "Neighbours", "Hang Fire" und das unwiderstehlich interpretierte "Brown Sugar" (das man z.B. anstelle des hektisch-schlampig gespielten "Satisfaction" hierauf hätte veröffentlichen können) gingen mir hierauf, im Gegensatz zu vorliegender Extended-Version (wenn man so will), persönlich ab. Denn: "Under My Thumb" (das mit Ansage und gut einminütigem Intro-Teil grandios eröffnet), "Let's Spend The Night Together" (bei dem ausnahmsweise mal die Gitarren im Vordergrund stehen) sowie die beiden supergroovigen und spritzigen Covers "Twenty Flight Rock" und "Going To A Go-Go" sind (und bleiben) auch im Gesamtkontext gesehen die Aushängeschilder jenes Abends!
Auffällig ist, dass sich die Stones mit einem Nr.1-Album und einer Nr.1-Single im Rücken (TATTOO YOU bzw. "Start Me Up") sehr selbstbewusst präsentierten und verhältnismäßig viele (damals) aktuelle Songs ins Set integrierten. Immerhin sind von TATTOO YOU (das im September desselben Jahres herausgekommen war) mit "Neighbours", "Black Limousine", "Waiting On A Friend", "Little T&A", "Hang Fire" und "Start Me Up" (das gar als vorvorletzte Nummer gespielt wird) gleich 6 Tracks mit dabei - aus heutiger Sicht eine ungewöhnlich hohe Zahl an "Premierensongs". Auch EMOTIONAL RESCUE (zu dem es ja keine eigene Tour gab) ist mit 2 Songs vertreten: "Let Me Go" und "She's So Cold". So gesehen sind's strenggenommen ja sogar 8 "Premieren"...

Die obligatorischen - auch heute noch oft dargebotenen - Live-Klassiker a la "You Can't Always Get What You Want", "Tumbling Dice", "Miss You" (das ich ja nicht sooo mag), "Honky Tonk Women", "JJF" und Co. funktionieren im Großen und Ganzen (mal besser, mal schlechter freilich) ganz gut und runden dieses hochinteressante, stimmige Set gefällig ab. Letztlich bleiben meines Erachtens jedenfalls keine Wünsche offen. Die Songs im Einzelnen möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt aber ohnehin noch extra (im Rezi-Anhang) besprechen...

Fazit: HAMPTON '81 ist ein authentisches, ordentlich abgemischtes Gesamt-Live-Set, das auffällig viele (damals) aktuelle Songs beinhaltet, die größtenteils auch Spaß machen. Für wahre Fans ist es eigentlich Ehrensache hier zuzugreifen, zumal der derzeitige Kaufpreis wirklich mehr als einladend ist. Man darf nicht vergessen, dass man hier in einem Aufwasch 2 randgefüllte CDs sowie eine DVD, die dasselbe Konzert in Ton und Bild wiedergibt (inkl. einer kurzen Einstimmung), erwerben kann. So gesehen können eigentlich auch nicht ganz so eingefleischte Interessenten bedenkenlos zugreifen! (Die DVD sehe ich für meinen Teil ja sowieso als (sehenswertes) Extra-Zuckerl...)

Für mich ist HAMPTON '81 bislang (unerwarteter Weise) der herausragendste Auszug der Vault-Serie, die - so hoffe ich - alsbald würdig fortgesetzt wird. Vielleicht überraschen die Steine bzw. deren Marketingabteilung ja doch noch mit einer unvorhersehbaren Veröffentlichung, abseits der bereits jetzt im Mp3-Format vorliegenden Vault-Ausgaben (die aber auch gut sind), die da demnächst noch auf Tonträger gepresst zu erwarten sind. Ich habe ja die Hoffnung - trotz TOKYO DOME 1990, das wohl nicht mehr lange auf sich warten lässt - auf eine offizielle ATLANTIC-CITY-Ausgabe noch immer nicht aufgegeben. Ja, ja - Fans und ihre Hirngespinste ;)

Obwohl natürlich nicht jeder Song auf vorliegenden Exemplaren sprichwörtlich vom Hocker haut (weil bei Live-Konzerten halt auch mal Fehler bzw. Schlampereien passieren können), hat mich HAMPTON '81 insgesamt positiv(st) überrascht. Vor allem Songs, die mir in ihrer ursprünglichen Studiofassung bisher eigentlich nicht so viel bedeutet haben, üben jetzt einen ganz neuen Reiz auf mich aus. Schon allein deshalb kann ich nur zu diesem hochauthentischen Live-Dokument raten!

Für Stonologen ein Pflichtkauf, für allgemein musikbegeisterte Menschen wenigstens interessant und durchaus empfehlenswert. Meines Erachtens (freilich subjektiv gesehen) ist dies die bislang geglückteste/gelungenste Vault-Veröffentlichung!

Randnotiz: Das Booklet (mit seinem tollen Begleittext) sowie die Gesamtaufmachung des Doppel-Digi-Packs sind liebevoll gestaltet und optisch sehr ansprechend, wie ich finde. 5 Sterne dafür!

------------------ANHANG für Fans & Interessierte-----------------------

Abschließend möchte ich - wie oben versprochen - noch auf die einzelnen Songs hiesiger Veröffentlichung eingehen und so einen kurzen, freilich subjektiv gefärbten, Überblick anbieten. Die Bewertung der einzelnen Tracks erfolgt im Sinne der bewährten amazon-Skala (1-5 Sterne). (!) sollen andeuten, dass es sich beim jew. Song um eine für Fans unentbehrliche (weil womöglich sogar einzigartige) bzw. sehr gelungene Live-Aufnahme handelt.

- CD 1 -

1. UNDER MY THUMB +++++ (!)
Nach kurzer Ankündigung beginnt die Band mit einer fast eineinhalbminütigen Einleitung, bei der das gut gelaunte Publikum begeistert mitklatscht. Schließlich kommt Mick auf die Bühne legt einen souveränen Show-Start hin. Tatsächlich ist dies eine sehr groovige, lebendige und dadurch eben begeisternde Live-Interpretation des Klassikers von AFTERMATH. Sollte man unbedingt gehört haben!

2. WHEN THE WHIP COMES DOWN +++
Keith leitet nach dem bombastischen Start im Stile eines Punk-Musikers direkt zu diesem Track über, der auch schon bei der vorangegangenen Tour ein Fixpunkt im Live-Set war (man höre und sehe SOME GIRLS LIVE IN TEXAS). Ein wunderbar-schmutziger Stones-Gitarren-Rocker, ruppig vorgetragen, der zum Ende hin aber auch seine Längen hat.

3. LET'S SPEND THE NIGHT TOGETHER +++++ (!)
Passt wunderbar hier in die Anfangsphase des Sets und wird von Mick auch entsprechend angekündigt. Im Gegensatz zur Studiofassung, die ich aber auch sehr mag, stehen hier die Gitarren viel mehr im Vordergrund, was eben sehr reizvoll ist. Die Steine geben sich hier keine Blöße und geben (wiederum) richtig Gas, sodass Charlie sogar den Schluss verpasst ;). Ist, wie übrigens auch "Under My Thumb", auf STILL LIFE vertreten und gilt zurecht als damaliges Tour-Highlight.

4. SHATTERED +++/++++
Energetisch geht's weiter. Offenbar hatte man schon damals eine gewisse Liebe zum einst ja noch gar nicht so alten SOME GIRLS (von 1978) entwickelt und zollte der Platte Tribut, indem man einige ihrer Songs zum Besten gab. Ich persönlich mag ja das Album nicht sooo gern, wie offenbar der größere Teil der Fangemeinde, obwohl ausgerechnet "Shattered" einer meiner Lieblingssongs darauf ist.
Am Ende bremst das bisschen Zuviel an Energie den Track sogar ein wenig. Die Interpretation auf SHINE A LIGHT (Track Nr.2 auf CD 1) ist um einiges überzeugender. Dennoch ok.

5. NEIGHBOURS ++++ (!)
Mit dem damals aktuellen TATTOO-YOU-Track gibt's vorerst einmal kein Verschnaufen für Band und Publikum. Gefällt mir offengestanden besser als die Studioversion und passt ganz gut hierher. Vor allem die Sax-Parts begeistern. Am insgesamt nicht übermäßig begeisternden LIVE LICKS (das dennoch seine Höhepunkte hat) ist eine neuere Live-Interpretation zu finden, die auch ok ist. Diese hier ist aber besser! Hätte unbedingt auf STILL LIFE gehört.

6. BLACK LIMOUSINE ++++/+++++ (!)
Und es folgt gleich noch ein hochaktuelles Stück, das den energetisch-punkigen Anfangspart hinter sich lässt. Hier hat man es mit einem lässig hingegroovten Blues-Track zu tun, der wie am Schnürchen rennt und, im Gegensatz zur Studiovariante, sehr erdig und warmherzig daherkommt. Tatsächlich eine überraschend starke Live-Nummer und auch einer der Kaufgründe für HAMPTON '81, weil es nicht auf STILL LIFE gelandet ist. Wäre anstelle des obligatorischen (und freilich dennoch tollen) "Midnight Rambler" ein dankbarer Ersatzblueser, der sich wohl in so ziemlich jedem Set, auch heute noch, wohl fühlen dürfte.

7. JUST MY IMIGINATION +++/++++
Funktioniert im Live-Format - wie auch SHINE A LIGHT beweist - einfach besser, als am unterkühlten SOME GIRLS. Der Track wird souverän vorgetragen, wirkt aber auch etwas zu sehr in die Länge gezogen. Die Konzertbesucher und Mick lassen sich den Spaß aber trotzdem nicht verderben. Insgesamt ok.

8. TWENTY FLIGHT ROCK ++++/+++++ (!)
Ein ungemein spritziges, knackiges und freches Rock&Roll-Cover (das nicht einmal ganz 2 Minuten dauert), mit dem die Steine im Handumdrehen eine schwüle, aufgeheizt-intime Clubatmosphäre in der vollgestopften Großhalle schaffen. Ein toller Track, der mir nur in hiesiger Live-Form im Stones-Format bekannt ist und mit dem die Band ihre Wurzeln wieder aufleben lässt. Den Song hat man interessanterweise auf STILL LIFE gepackt - eine sehr kluge Entscheidung übrigens.

9. GOING TO A GO-GO +++++ (!)
Dieses unwiderstehliche Miracles-Cover hat man - Gott sei's gedankt - auch während der Fourty-Licks-Tour (2002/03), wenigstens das eine oder andere Mal, zum Besten gegeben (man sehe das Paris-Konzert in der FOUR-FLICKS-DVD-Box). Charlie steigt mit einem verführerischen Tom-Tom-Beat ein, den das Publikum dankbar annimmt. Besonders schön sind auch hier die Saxofonpassagen und die abgehackt gespielten Zwischenteile. Passt hervorragend in die eben geschaffene, eher intime Clubatmosphäre, die man, trotz 10 000 begeisterter Leuten im Hintergrund, auch heute noch förmlich spüren kann. Könnte ich mir in riesigen Stadien dargeboten ehrlich gesagt nur bedingt vorstellen. Für mich ist dies tatsächlich DER Glanzpunkt auf HAMPTON '81! Ist übrigens auch auf STLL LIFE vertreten.

10. LET ME GO +++ (!)
Mit kratzigem Enthusiasmus in der Stimme brüllt der bereits etwas heisere Mick "Pleeeeasee let me gooooo!" ins Mikro, ehe sich die Band mächtig ins Zeug legt und an den punkigen Beginn des Sets anzuschließen scheint. Offengestanden kann ich mit diesem Song nicht allzu viel anfangen, wenngleich mir diese Darbietung um einiges besser gefällt, als die Studiofassung am (meines Erachtens insgesamt eher verunglückten) EMOTIONAL RESCUE. Ich kenne hiervon nur diese eine Live-Version.

11. TIME IS ON MY SIDE +++/++++ (!)
Wirkt fast ein bisschen wie ein Fremdkörper im Set und leitet eher unschön (in einem übergangsästhetischen Sinn halt) den sanften, ruhigeren Teil der Show ein. Freilich ist's dennoch ein früher Stones-Klassiker (wiederum eine Cover-Version), der aber nie so ganz an die atmosphärerische, insgesamt stimmigere Studioversion herankommt. In gewisser Weise ein mutiger Live-Song, der mir ansonsten auch noch nicht auf einer anderwertigen Live-Veröffentlichung der Steine untergekommen ist.

12. BEAST OF BURDEN +++
Und nochmal gibt's etwas von SOME GIRLS. Diese Ballade wurde generell eine Zeit lang sehr regelmäßig live gespielt. Funktioniert eigentlich auch recht gut. Störend finde ich hier aber den wiederum zu lange gearteten Schlussteil, der mitunter ein bisschen ziellos und uninspiriert wirkt, wenngleich Ronnie und Keith hier solide Gitarrenarbeit leisten. Auch der fast schon penetrante 80er-Jahre-Flair, der dieser Interpretation unangenehm anhaftet, tut dem Track letztlich nicht gut. Ist auch auf LIVE LICKS zu finden, dort allerdings ebenfalls kein Höhepunkt. Die SOME-GIRLS-LIVE-IN-TEXAS-Version gefällt mir in Summe etwas besser.

13. WAITING O A FRIEND ++++ (!)
Obwohl ich den Schlusstrack von TATTOO YOU ehrlichgesagt im Allgemeinen für ziemlich überschätzt halte, gefällt mir hiesige Version ausgeprochen gut. Das ausgeprägt mitwirkende Saxofon verleiht dem Titel eine angenehme, smoothe Atmosphäre, die wunderbar zur dargebrachten Darbietung passt. Die Live-Version auf NO SECURITY finde ich nicht so gelungen wie diese hier.

14. LET IT BLEED +++
War damals mit ziemlicher Sicherheit eine Überraschung im Set, was die freudige Zuseherreaktion erklären dürfte. Tatsächlich weiß auch ich, wie viele Stonologen, den Track grundsätzlich zu schätzen. Das Studiooriginal (LET IT BLEED) und die STRIPPED-Variante gefallen mir aber trotzdem besser.

- CD 2 -

1. YOU CAN'T ALWAYS GET WHAT YOU WANT ++++
Chillige Eröffnung des zweiten Silberlings, der die Atmosphäre der ersten CD aber ungestört weitervermitteln kann. Das Intro wird - nach Micks Publikumsanimation ("Can you really sssing?!") - nur mit Gitarre eingeleitet und Chor ist freilich auch keiner zu hören (was ja erstmals live auf SWEET SUMMER SUN umgesetzt wurde). Das Publikum macht auch hier brav mit, allerdings kommt man dabei atmosphärisch nie an meine Lieblingsversion von FLASHPOINT heran. Die Darbietung auf LIVE LICKS ist eigentlich auch nicht schlechter. Freilich ein Klasse-Song, aber live gab's den schon besser.

2. BAND INTROS (keine Bew.)
Mick stellt die Band zügig vor. Gehört zu einem vollständigen Konzerthörerlebnis halt auch mit dazu. Ggf. kann man's ja auch überspringen.

3. HAPPY BIRTHDAY KEITH (keine Bew.)
Mick fordert das Publikum auf, Keith ein Ständchen zu singen, der an jenem Tag tatsächlich seinen 38. Geburtstag (ja, so jung war der mal) feierte. Natürlich macht man begeistert mit. Im Video (DVD) sieht man, wie zu diesem feierlichen Anlass Cocktails in Plastikbechern auf der Bühne serviert werden.

4. LITTLE T & A +++/++++ (!)
Obwohl ich auch diesen Track grundsätzlich nicht so sehr mag, ist diese Darbietung nicht übel. Keith, der vielleicht ob der netten Publikumsgeste von vorhin ein wenig gepusht ist, legt sich hier wirklich ins Zeug. Vielleicht liegt das Geheimnis des Funktionierens aber auch darin, dass es ein damals aktueller Keith-Beitrag (von TATTOO YOU) war, den der Held der Rhythmusgitarre einfach gern spielte... Und ja: Charlie groovt hier natürlich (einmal mehr) wunderbar.

5. TUMBLING DICE ++++/+++++ (!)
Ein toller Song vom grandiosen EXILE, der immer noch regelmäßig live gespielt wird. Hiesige Interpretation kann durchwegs überzeugen - der Track groovt gemächlich-hinkend dahin und entwickelt eine lässige Atmosphäre (allerdings freilich ohne Gospelchor-Hintergrund). Alles in allem eine runde und gefällige Sache, wenngleich ich die Darbietung auf SHINE A LIGHT für ebenbürtig halte. Lässig!

6. SHE'S SO COLD ++/+++
Schade! Dabei kann der Track (der beste auf EMOTIONAL RESCUE) gerade live so richtig Fahrt aufnehmen, wie z.B. auf der BIGGEST-BANG-DVD-Box (ich glaube beim Austin-Konzert) zu sehen und zu hören ist. Auch am Download (der wohl noch als Vault-Tonträgerveröffentlichung nachgereicht werden wird) LIGHT THE FUSE - TORONTO 2005 hat dieser an sich begeisternde Song besser funktioniert. Hier ist schon der Einstieg ein bisschen holprig und auch das Tempo (höher-weiter-schneller-besser) lähmt den Track am Ende letztlich, weil er so nie Atmosphäre entwickeln kann. Wiederum eine punkige Interpretation, die leider so ziemlich jeglichen Charme vermissen lässt. Das Studiooriginal ist sowieso besser. Ein bissl murksig, aber wenigstens authentisch - naja.

7. HANG FIRE ++++ (!)
Hiervon ist mir nur diese Live-Version geläufig und die hört sich schon recht gut an. Eigentlich finde ich die Nummer auch auf TATTOO YOU nicht so schlecht, aber ohne das nervige Hineingesäusle (das bei dieser Live-Darbietung eben entfällt) ist sie gleich noch besser. Ziemlich cool, trocken und schmissig - auf eine angenehm-passende Weise halt. Ein knackig-erfrischender Garagenrocker mit stets knurrenden Gitarren. Könnte man, neben "Neighbours" (CD 1), vielleicht als eine Art Geheimtipp hierauf betrachten, wenn man so will.

8. MISS YOU +++
Immer und immer wieder "muss" das mit dabei sein. Und dabei gehöre ich zu jenen Steine-Sympathisanten, die mit dem SOME-GIRLS-Opener nicht so viel anzufangen wissen. Dennoch kommt die Nummer hier noch ganz passabel weg, vor allem, weil Micks nerviges Kopfstimmenherumgegröle entfällt. Insgesamt gar nicht so schlecht. Die Darbietung auf FLASHPOINT ist trotzdem gefälliger, wie ich finde.

9. HONKY TONK WOMEN ++++
Gab's schon etliche Male, mal besser, mal schlechter. Hiesige Interpretation würde ich durchaus als gelungen bezeichnen, wenngleich ich der Live-Version auf LIVE LICKS mehr abgewinnen kann. Der Song an sich ist freilich jedem Zweifel erhaben. Ein wahrer Stones-Klassiker mit erdigem Bluescharakter.

10. BROWN SUGAR +++++ (!)
Interessant erscheint mir, dass sich der obligatorische Schlussblock (der aber eigentlich schon mit vorigem Track eingeläutet wurde) bis heute nur unwesentlich geändert hat (mal so oder so variiert). Einer der meistgespielten Live-Tracks überhaupt. Hiesige Darbietung macht von vorne bis hinten Spaß, wirkt spritzig und freudvoll interpretiert und zudem ist das Tempo für meinen Geschmack hervorragend gewählt. Läuft prima und macht auch ohne überlanger Schlussfudelei Freude. So stell' ich mir das vor! P.S. Den Track hätte man auf STILL LIFE unbedingt draufpacken müssen bzw. ihn z.B. gegen "Satisfaction" austauschen sollen.

11. START ME UP ++++
Es spricht ohne Zweifel für das Selbstbewusstsein der Band, wenn sie den damaligen Neuling so weit hinten im Set präsentiert. Der letzte Nr.1-Hit der Stones wurde von da an zum Fixbestandteil jeglicher Sets, weshalb's da mittlerweile auch eine Menge an Live-Interpretationen gibt. Mir persönlich gefällt der Track als Opener (auch, wenn's ein bisschen abgedroschen sein mag) besser, wie z.B. auf FLASHPOINT oder SWEET SUMMER SUN. Trotzdem freilich ein Klassiker, den ich, im Gegensatz zu so manch anderem Fan, immer noch mag und wohl auch immer mögen werde.

12. JUMPIN' JACK FLASH ++++/+++++
Einer meiner Alltime-Favourites, zum gefühlten 100. Mal auf einer Live-Scheibe der Stones vertreten. Hiesige Interpretation kann durchaus begeistern. Ron und Keith spielen hier für meine Begriffe sehr gut, Bill und Charlie sowieso. Der bei Livedarbietungen obligatorische, teilimprovisierte Schlussteil wird eigentlich nie langweilig, irgendwann gen Ende beteiligen sich Ron und Keith sogar als Backgroundsänger. Insgesamt nicht ganz so gut wie (als Opener) auf SHINE A LIGHT, der noch herrlich-knarriger daherkommt, dennoch eine insgesamt gelungene Darbietung seitens der Steine.

13. (I CAN''T GET NO) SATISFACTION +++
Eine Legende von einem Song. Werde ich immer mögen und gehört einfach mit dazu. Tatsächlich aber drücken die Steine hier derart aufs Gas, dass man den Eindruck gewinnt, Jagger und seine Mannen möchten den Song nur schnell hinter sich bringen, um endlich hinter der Bühne verschwinden zu können. Die Nummer wird hier sehr gedrungen, hektisch und unschön runtergewürgt, als sei die Zugabe ein notwendiges Übel. Der gute Mick kommt sogar einige Male ins Stocken und muss zwischendurch ein bisschen Luft holen. Das Publikum ist trotzdem bester Laune. Keith setzt hier übrigens deshalb einmal kurzzeitig aus, weil er einem aufdringlichen Fan, der die Bühne erstürmt hat, eins mit seiner Gitarre überbrät (was man auf der DVD auch tatsächlich sehen kann)... Insgesamt ein eher unrühmlicher Schlusspunkt. Vielleicht ist dies sogar die schlechteste Live-Interpretation des Songs ever.

Schlussresümee:
Auf HAMPTON '81 präsentieren sich die Rolling Stones als gut aufgelegte und selbstbewusste Gitarrenrockband mit entsprechend ruppig-authentischem Sound im Gepäck. Das damals aktuelle TATTOO YOU ist ja (interessanterweise) das bis heute meistverkaufte Album der Band und enthält mit "Start Me Up" darüber hinaus den letzten richtig großen Steine-Superhit.
Dies war außerdem für lange Zeit (Gott sei Dank nicht für immer) die letzte große Tour der Stones, die erst gen Ende jenes Jahrzehnts - nach schwerer Midlife-Krise - wieder die Bühnen und Arenen der Welt (in noch pompöserer Form) rocken sollten. Auf diese Veröffentlichung haben Fans, wie ich, die Gesamtkonzertmitschnitte sehr zu schätzen wissen, tatsächlich schon lange sehnsüchtig gewartet. Schön, dass man sich nun, nach vorangegangener Internet-Veröffentlichung, auch im (Doppel-)Tonträgerformat daran erfreuen darf!

PRO:
+ Es handelt sich hier um einen Gesamtkonzertmitschnitt
+ tolles Live-Feeling, stimmige Atmosphäre
+ authentisches, recht natürliches Klangbild
+ interessante Setlist, die neben obligatorischen Klassikern auch ausgefallenere Songs enthält, vor allem damals aktuelles Material
+ fantastisches Preis-Leistungs-Verhältnis (2 CDs und eine DVD mit jew. über 2 Stunden Spielzeit!)
+ die Stones touren hier ein letztes Mal ohne Backgroundsänger & ohne kompletten Bläsertrupp, woraus eine abgespeckterer, giarrenrocklastigerer Sound resultiert
+ schöne optische Aufmachung des Digipacks und nettes, liebevoll gestaltetes Booklet mit tollem/informativem Begleittext

CONTRA:
- Klassiker wie "Honky Tonk Women", "Satisfaction" und Co gibt es bereits auf zig anderen Live-Veröffentlichungen der Steine zu hören

Viel Freude damit!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2016 10:21 PM CET


Imagine (the Movie)
Imagine (the Movie)
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 15,38

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überlegte & gelungene Zusammenstellung mit Beatles- und Solo-Songs!, 31. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Imagine (the Movie) (Audio CD)
Tatsächlich ist vorliegende Compilation eigentlich der Soundtrack zum gleichnamigen (Doku-)Film von 1988 und selbstverständlich kann sie in keinster Weise Vollständigkeit oder dergleichen für sich beanspruchen. Aber das ist halt das ewige, Musikfreunden nicht unbekannte, Dilemma mit Veröffentlichungen dieser Art...

Trotzdem halte ich IMAGINE auf seine Weise für genial, was nicht zuletzt - zugegebenermaßen - auch daran liegen dürfte, dass ich die CD einst meiner großen Schwester abgehamstert hatte und sie ständig laufen ließ. D.h., dass vorliegender Silberling wohl in gewisser Weise für meine musikalische Geschmacksentwicklung (bis heute) von nicht zu unterschätzender Bedeutung gewesen sein dürfte. An dieser Stelle: Danke, liebes Schwesterherz!
Was ich - abgesehen von diesen Sentimentalitäten - noch sehr an dieser Veröffentlichung schätze, ist die meines Erachtens überaus gelungene, liebevolle Song-Auswahl, die in meinen Augen wirklich Sinn macht und einen tollen (freilich groben) Überblick über John Lennons musikalisches Schaffen bietet. Die ersten 10 Tracks stammen aus der Beatles-Ära (obwohl das eröffnende "Real Love" stark nach Solo-Song klingt, aber wurscht), die restlichen 11 sind Lennon-Solo-Songs. Im ersten Teil, den ich als eine Art chronologisch aufgebauten Mini-Beatles-Kosmos betrachte, sind Frühmeilensteine der Fab Four a la "Twist & Shout" oder "Help" ebenso vertreten, wie spätere Klassiker (z.B. "In My Life", "Strawberry Fields Forever" oder "Don't Let Me Down" als überaus passender Schlusspunkt). Mal ehrlich: Versuchen Sie mal anhand 10 ausgewählter Beatles-Songs einen authentischen und gleichermaßen breitgefächerten Grobüberblick über die an Glanzstücken so reiche Beatleshistorie zu geben! Umso beachtlicher und lobenswerter, dass dies auf erstaunliche Weise geglückt zu sein scheint!

Der zweite Teil beinhaltet - für meine bescheidenen Begriffe - so ziemlich die wichtigsten und auch besten John-Lennon-Tracks. Hier sind Songs wie "Mother", "Give Peace A Chance", "Jealous Guy" und (eben) "Imagine" vertreten - letzterer sogar in zweifacher Ausführung (Demo-Version und Originalfassung), die als Nicht-Hardcore-Fan durchaus genügen könnten, wie ich finde.
Wie oben schon gesagt halte ich es für müßig an dieser Stelle Diskussionen über die Titelauswahl anzustellen...

Fazit: Für mich ist IMAGINE eine schöne Jugenderinnerung (obwohl ich eh noch nicht soooo alt bin mit meinen 30 Jährchen :)), andererseits halte ich es aber tatsächlich für eine durch und durch gelungene und liebevolle Zusammenstellung, die einen gefälligen Überblick über Lennons Schaffen - als Beatle und Solo-Künstler - bietet. Etliche andere John-Lennon-Compilations, die ich mir freilich auch schon zu Gemüte geführt habe, kommen an den tollen Charakter dieser Zusammenstellung (Vollständigkeit hin oder her) meines Erachtens nicht heran...

Ich werde meiner lieben Schwester die CD wohl endlich einmal zurückgeben (die wird überrascht sein) und mir IMAGINE selber nachkaufen ;)

Sehr empfehlenswert für alle, die sich nicht sämtliche Lennon-Alben nachkaufen möchten! Der gefällige Beatles-Kurzauszug macht sowieso Spaß (auch ohne die essenziellen Harrisson-Beiträge - die kann man sich aber eh auf dessen Best-of bzw. auf den Beatles-Alben anhören...).

SUPER ZUSAMMENSTELLUNG und empfehlenswertes Einstiegsprodukt für angehende Musik-Sammler - SPITZE!!


The Buddy Holly Story - Der Pionier des Rock'n'Roll
The Buddy Holly Story - Der Pionier des Rock'n'Roll
DVD ~ Gary Busey
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehenswerte Spielfilmbiografie über den Musiker (weniger den Menschen) Buddy Holly!, 31. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das im deutschen Sprachraum lange vergriffene THE BUDDY HOLLY STORY, das Ende der 70er-Jahre sogar eine Oscar-Nominierung erhielt (genauer gesagt wurde Hauptdarsteller Gary Busey nominiert), beschäftigt sich in erster Linie mit dem Musiker Buddy Holly, der um 1956 in seiner Heimat (Lubbock, Texas) mit Countrymusik erste lokale Erfolge feiern konnte. Erste Versuche den Rock & Roll bzw. R&B-Music in der amerikanischen Provinz salonfähig zu machen, stießen vorläufig nur auf wenig Gegenliebe. Der junge Buddy, an der Schwelle zum "seriösen" Erwachsenenleben stehend, sieht sich in einer Zwickmühle, fordern seine bis dato geduldigen Eltern und dessen damalige Freundin doch, dass er sich endlich Gedanken um seine Zukunft machen solle, was u.a. auch bedeuten würde, dass Buddy seine heißgeliebte Musik aufgeben oder zumindest einschränken müsste...
Trotzig beschließt der junge Mann weiter zu machen. Mit seinen beiden treuen Musikerkollegen gründet er im Zuge einer Garagenprobesession - ganz der Legende nach - The Crickets, wobei das Zirpen einer Grille demnach eine entscheidende Rolle gespielt haben soll. Unerwartet werden an einen lokalen Radiosender versandte Demobänder zum musikrevolutionären Zündstoff, als diese in weiterer Folge bis nach New York kommen, wo man Buddy Holly und seine Crickets unbedingt unter Vertrag nehmen möchte. Also begeben sich die jungen Herren in die große Ostküstenmetropole und lernen eine viel offener, inspirierendere Atmosphäre und buntere Gesellschaft kennen, als sie das von den heimatlichen Südstaaten her gewohnt sind. Es folgen Auftritte, von denen einige später Legendenstatus haben sollten (u.a. im legendären Apollo-Theatre, das bis dahin eigentlich schwarzen Künstlern vorbehalten war). Buddy Holly & The Crickets (die in Wahrheit, soweit mir bekannt, aber tatsächlich eine Zeit lang zu viert gewesen sein dürften, was in diesem Film allerdings keine Berücksichtigung findet) werden berühmt, geben Konzerte und verkaufen vor allem abertausende von Platten (in erster Linie damals freilich noch Singles). Noch dazu verliebt sich Buddy und macht seiner Angebeteten den Hof...
Nach anfänglicher Euphorie lässt vor allem bei Schlagzeuger und Heißsporn Jerry Allison der Enthusiasmus spürbar nach, den offenbar ein wenig das Heimweh plagt. So kommt es in weiterer Folge - nach einem legendären Fernsehauftritt, den man noch gemeinsam absolviert - zum Bruch zwischen Mastermind Holly und den Crickets, die die Namensrechte (also für "The Crickets") aber behalten dürfen.
Schließlich richtet sich Buddy häuslich ein, heiratet und schreibt weiter Songs. Der werdende Vater verspürt, obwohl er sich das zunächst nicht eingestehen will, jedoch riesengroße Sehnsucht nach der Bühne und möchte endlich auch wieder einmal live spielen. Also begibt er sich - im Einvernehmen mit seiner schwangeren Frau, die ihm sogar zur Tour geraten hat - mit The Big Bopper und dem blutjungen (erst 17jährigen!) Ritchie Valens (dessen La Bamba-Interpretation Weltruhm erlangte) auf eine mehrwöchige Tour, die sehr vielversprechend beginnt, von der das 22jährige R+R-Idol allerdings nie mehr zurückkommen sollte...
Anm.: Ob die bevorstehende Reunion mit den Crickets (die tatsächlich in die Wege geleitet worden war) so "dramatisch", also zu einem derart denkwürdigen Zeitpunkt (Holly gibt gerade unwissend sein allerletztes Konzert) beschlossen wurde - die beiden Bandkumpanen überraschen zuhause seine Frau mit dieser Nachricht - darf wohl angezweifelt werden. Tatsächlich dürfte diese Entscheidung bereits vor jener Tour (die eben noch ohne The Crickets stattfand) gefallen sein...

Natürlich weiß man, als Musikfreund, schon im Vorfeld wie die Geschichte ausgehen wird und es ist bestimmt auch nicht die Aufgabe vorliegenden Films mittels unerwarteter Spannungsmomente/Plotwendungen seine Zuseher zu fesseln. Nein, THE BUDDY HOLLY STORY ist eine Art biografischer Spielfilm, der - gekonnt inszeniert - die wichtigsten Stationen der Musikikone zeigt und dabei mit toller Musik (wie könnte es denn auch anders sein) unterhält. Grundsätzlich ist die Story sehr geradlinig erzählt und sie enthält eigentlich kaum Anspielungen bzw. tiefergehende Andeutungen auf Buddy Hollies Charakter, der bestimmt eine vielschichtigere und auch schwierigere Persönlichkeit war, als dies in vorliegendem Streifen gezeigt wird...
Dennoch ist der Film durch und durch liebevoll gemacht, besticht durch tolle Darsteller (die Oscar-Nominierung hat sich der gute Gary Busey redlich verdient) und vor allem auch - wie oben bereits lobend erwähnt - mit seinem super Soundtrack.

Ich glaube, dass der Streifen in erste Linie Musikfreunde und Fans begeistern wird. Wer sich ein detailreiches Psychogramm über die Person Buddy Holly erwartet, der sollte jedoch besser die Finger davon lassen!

Ich habe THE BUDDY HOLLY STORY jedenfalls sehr gemocht und sie mir mittlerweile sogar schon zwei Mal angeschaut. Schade, dass das Musical BUDDY nicht auch in Wien Station gemacht hat...

Gelungene und liebevolle Spielfilmmusikerbiografie zum Immerwiederschauen - 5 Sterne dafür!


Wilde Erdbeeren - Ingmar Bergman Edition [Blu-ray]
Wilde Erdbeeren - Ingmar Bergman Edition [Blu-ray]
DVD ~ Victor Sjöström
Preis: EUR 10,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das größte Filmvermächtnis des schwedischen Meisterregisseurs - ein zeitloser Klassiker!, 31. August 2015
In meiner persönlichen ewigen Bestenliste der größten Filme aller Zeiten, würde Ingmar Bergmans WILDE ERDBEEREN jedenfalls sehr weit oben zu finden sein. Ich glaube sogar ganz oben...
Mit (wie so oft in Bergmans Fall) brilliant besetzten Rollen hat der Filmkönig ein besonderes Meisterwerk geschaffen, das bis heute nichts an seiner Kraft und Ästhetik verloren hat.
Sogar ein gewisser Herr Spielberg konnte sich seine Bewunderung nicht verkneifen und ließ sich zu folgendem Satz, den ich hier zitieren möchte, hinreißen: "Ich habe ihn [Bergman] immer bewundert und wünschte, ich wäre ebenso ein guter Filmemacher wie er." Selbst, wenn man kein eingefleischter Steven-Spielberg-Fan ist, muss man diesen Worten eine gewisse Gewichtung beimessen, würde ich meinen...

Bergman wusste - wenn man diversen Quellen glauben darf - genau, wen er für die Hauptrolle dieses Streifens haben wollte. Der zu dieser Zeit bereits betagte Victor Sjöström, der schon 36 Jahre zuvor im Stummfilmklassiker DER FUHRMANN DES TODES (das ich Filminteressierten übrigens ebenfalls wärmstens ans Herz legen möchte) die Hauptrolle bekleidet hatte, und den Bergman überaus schätzte, durfte hier einen glanzvollen Auftritt hinlegen. Obwohl der alte Herr angeblich nicht immer leicht bei Laune zu halten war, drückt er dem Film zweifelsohne seinen Stempel auf...
Daneben sind u.a. die "üblichen Verdächtigen" zu finden, die des öfteren in Bergman-Filmen zu sehen sind, wie etwa Bibi Andersson, Ingrid Thulin oder auch Max von Sydow.

Kurz zum Plot (Achtung: Spoilergefahr!):
WILDE ERDEBEEREN beginnt - nach kurzer Einführung und Vorspann - mit der stärksten Anfangssequenz aller Zeiten. Der angesehene 78jähriger Professor Isak Borg (V. Sjöström) hat einen Albtraum: Er findet sich inmitten einer verlassenen Stadt wieder, blickt auf das zeigerlose Ziffernblatt einer Uhr vor einem Geschäft und stellt beim Versuch die Zeit herauszubekommen beklommen fest, dass die Uhr, die er bei sich trägt, auch keine Zeiger hat. Schließlich erblickt er eine steif dastehende, dunkle Gestalt, der er sich nähert und auf die Schulter klopft (vermutlich möchte er auch sie nach der Zeit fragen). Diese erweist sich jedoch als gesichtslos und bricht bei der ersten Berührung regungslos in sich zusammen - sehr zum Erschrecken des Professors. Nun biegt ein von Pferden gezogener Leichenwagen um die Ecke, der sich mit der Hinterradachse in einem Laternenpfahl verheddert. Unter unangenehmen Getöse versuchen die Pferde das Hindernis zu überwinden. Das Ganze gipfelt darin, dass der Wagen letztlich auseinanderfällt, wodurch der darauf befindliche Sarg von der Ladefläche rutscht, sich öffnet, und dem geschockten Professor sein Ebenbild zeigt... Die bedrückende Atmosphäre wird durch beklemmende Stille (nur Schritte zwischendruch und eine dezente Geräuschuntermalung, abgesehen von der Laternenverfangszene, sind zu hören) und Bergmans typisches, oft verwendetes Schwarzweiß zusätzlich verdichtet, was jede einzeln oben beschriebene Einstellung für sich schon einzigartig macht. Hut ab!
Doch jetzt beginnt der Film eigentlich erst. Borg soll zum 50. Jahrestag seiner Promotion an der südschwedischen Universität Lund geehrt werden. Also begibt er sich mit seiner Schwiegertochter Marianne (Bibi Andersson) dorthin. Die Reise im Auto wird schließlich zur Metapher für Borgs bisheriges Leben, ein Trip in die Vergangenheit sozusagen... Marianne erzählt ihrem Schwiegervater von ihrer schwierigen Ehe (mit dessen Sohn) und er muss erkennen, wie viel sein eigener Egoismus und seine Herzenskälte damit zu tun haben. Man trifft unterwegs auf junge Menschen, die man auflest und mitnimmt sowie - aufgrund eines kleinen Unfalls - ein länger verheiratetes Pärchen, das sich ständig zankt, wobei Gedanken auch hier ganz offen ausgesprochen werden. Der ernüchterte Borg zieht sich in Tagträume und Erinnerungen zurück, die man mittels Rückblenden als Zuseher veranschaulicht bekommt. Kindheits- und Jugenderinnerungen (wo dann übrigens die wilden Erdbeeren auch vorkommen) erscheinen atmosphärisch (teils) aufgelockert und vermitteln schon alleine ihrer filmischen Inszenierung wegen einen angenehm-erleichternden Kontrast zum ansonsten eher nüchtern dargebrachten Bildmaterial. D.h. WILDE ERDBEEREN ist nüchtern und schwer, aber zugleich auch leichtbekömmlich und stellenweise sogar mitunter heiter (wofür u.a. auch schon zu Beginn Borgs Haushälterin sorgt, aber z.B. auch witzige Dialoge mit den jungen Leuten, die man per Anhalter mitnimmt). Eine bravouröse Mischung ist Ingmar Bergman da gelungen - alle Achtung auch hier!
In einer späterenTraumsequenz, in der sich Borg für sein Leben rechtfertigen muss (quasi als Prüfling), findet der Film zu einem weiteren, unvergesslichen Höhepunkt, der filmgeschichtlich ebenso beeindruckend ist, als auch wegen seiner bloßen (wiederum bedrückend-beklemmenden) Atmosphäre, die auch heute noch unverfälscht beim gebannten Zuschauer ankommt.
Letztendlich ist der starrsinnige, dem Zuseher aber nie unsympathische, Professor ein geläuterter Mann.
Am Schluss findet die feierliche Auszeichnung des Professors statt und der Streifen endet mit der positiven Erkenntnis, dass es nie zu spät ist, sich begangene Fehler einzugestehen und mit sich selbst ins Reine zu kommen. In einem finalen Traum bzw. Vorstellung beobachtet Borg seine Eltern, die entspannt an einem Flussufer sitzen (wobei der Vater angelt) und ihm zuwinken. Der gelöste, zufriedene Gesichtsausdruck des Professors, der daraufhin groß eingeblendet wird, spricht Bände. Hier endet der Film.

Tatsächlich halte ich Bergmans WILDE ERDBEEREN für den größten Film aller Zeiten. Und ja: Natürlich gibt es viele sehr gute Filme, denen man ein solches Prädikat zugestehen könnte. Mit diesem Meisterwerk, so glaube ich, aber ist dem schwedischen Filmemacher ein gänzlich begeisterndes, vielschichtiges und gutbekömmlich-philosophisches Ausrufezeichen gelungen, das auch in ferner Zukunft noch ein Begriff sein dürfte.
Filmfreunde sämtlicher Genres, aber auch Leute, die sich generell gerne gewichtige Streifen zu Gemüte führen, sollten hier unbedingt zugreifen!

Dass im selben Jahr (1957 nämlich) ausgerechnet auch DAS SIEBENTE SIEGEL veröffentlicht wurde (das ebenfalls von Bergman stammt) ist ein Zufall, wie ihn sich Filmgourmets wohl nur erträumen können. Auch den möchte ich Ihnen herzlichst empfehlen - aber das ist ja wiederum eine andere Geschichte...

Fazit: Völlig zurecht nimmt WILDE ERDBEEREN bis heute ungebrochen einen ganz hohen Stellenwert in der Geschichte des Films ein. Der vielleicht größte Regisseur aller Zeiten erzählt auf filmischem Höchstniveau in bildlichen Metaphern die zeitlose und brilliant besetzte Geschichte vom Alt- und Einsichtigwerden. Dabei erschafft Ingmar Bergman einen atmosphärisch bis dato unerreichten Spannungsbogen, der Beklemmtheit, Angst, Missgunst und Sterben ebenso gekonnt widerspiegelt, als auch die unbekümmerte Einfachheit reiner (kindlicher) Lebensfreude. Insgesamt wirkt die Inszenierung dabei nie unerträglich depressiv, andererseits aber auch nicht unschön kitschig - weshalb man hier mit größtem Respekt von einer meisterhaft gelungenen Gratwanderung diesbezüglich sprechen kann. BRAVO!

5 Sterne sind in Wahrheit zu wenig. Dieser Film muss ganz einfach sein! Punkt.

P.S. Technische Randnotiz: Bild- und Tonqualität sind für meine Begriffe absolut in Ordnung und gewährleisten einen entspannten, beeindruckenden Filmgenuss allerhöchster Güte.

TOP!!


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