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Beiträge von Volker M.
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Rezensionen verfasst von
Volker M.
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   

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Wunderwesen aus der Tiefe. Ernst Haeckel: Das Pop-up-Buch
Wunderwesen aus der Tiefe. Ernst Haeckel: Das Pop-up-Buch
von Maike Biederstädt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buchtechnisches Wunderwerk, 30. September 2016
Pop-Up Bücher sind derzeit "in" und ich hatte auch schon einige in der Hand, aber so raffinierte, komplexe Faltszenen habe ich noch nirgendwo gesehen. Da spannt sich ein Radiolarium zu einer bizarren Kugel auf, ein Krake greift mit seinen Armen umher oder eine Staatsqualle pumpt durch imaginäres Wasser. Insgesamt sieben Szenen werden dargestellt und alle basieren auf dem stilbildenden Werk "Kunstformen der Natur" von Ernst Haeckel. Leider wird nur ganz kurz und summarisch auf den Autor und sein Buch eingegangen, dabei würde es sich definitiv lohnen, ein paar Worte dazu zu verlieren. Ich hole das hier einmal nach:
Ernst Haeckel war nicht nur ein bedeutender Zoologe der Zeit um 1900, sondern auch ein begnadeter Hobbykünstler, der die Schönheit der Lebensformen, insbesondere der mikroskopischen Fauna des Meeres in einmaligen Zeichnungen festhielt. Ihn begeisterte die Symmetrie genauso wie fließende, pflanzliche Formen und seine zwischen 1899 und 1904 erschienenen "Kunstformen der Natur" wurden zu einem grandiosen Erfolg. Noch heute werden gut erhaltene Exemplare hoch bezahlt, denn sie gelten als das einflussreichste Werk des deutschen Jugendstils. Haeckels Entwürfe dienten als Vorbild für Architektur, Möbel und die Buchgrafik, und das weit über Deutschland hinaus. Ich kann nur jedem empfehlen, der die Möglichkeit hat, einmal einen Blick in die "Kunstformen" zu werfen, dann wird er die zukunftsweisende Ausrichtung sofort erkennen. Wie gesagt, die ersten Lieferungen des Buchs erschienen bereits 1899.

Das Pop-up Buch lässt Haeckels Zeichnungen ein bisschen lebendig werden, ohne die Ästhetik zu zerstören - buchtechnisch hervorragend umgesetzt und selber ein kleines Wunderwerk. Für Haeckel-Fans und Buchenthusiasten gleichermaßen empfehlenswert.


Der Spott des Gemetzels: Kriminalgeschichten
Der Spott des Gemetzels: Kriminalgeschichten
von Gisbert Haefs
  Audio CD
Preis: EUR 12,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sprachakrobatische Fingerübungen, 29. September 2016
Die Matzbachkrimis zeichnen sich durch viel Sprachwitz, einen gewissen Bildungsdünkel und rasante Plots aus, in denen die Hauptfigur Baltasar Matzbach reichlich skurrile Fälle zu lösen hat. Der Arbeit zum Broterwerb durch eigenen Reichtum enthoben, lässt er sich nur durch zwei Dinge zu Ermittlungen hinreißen: Interesse an der Sache oder sehr viel Geld. Bei dieser passiven Haltung ist es erstaunlich, dass man ihm trotzdem die Türe einrennt, denn die Kunden geben sich buchstäblich die Klinke in die Hand - und Matzbach sich meistens nicht mal die Mühe, das Haus zu verlassen. Seine Schlussfolgerungen zieht er aus dem, was man ihm berichtet, ein bisschen wie (die echte) Miss Marple, nur ganz und gar ohne puritanische Lustfeindlichkeit. Matzbach ist ein Fresssack und Säufer vor dem Herrn, und wenn er eine geistreiche Bemerkung zu machen gedenkt, dann kennt er nicht Freund, nicht Feind.

"Der Spott des Gemetzels" ist eine Sammlung von Kurz- und Sehr-Kurz-Geschichten, die auf mich insgesamt ein wenig mit der heißen Nadel gestrickt wirkten, so als habe es nicht für einen eigenen Roman gereicht, wäre aber zu schade gewesen, um die ganzen Stories einfach zu vergessen. Nicht, dass es an lustigen Ideen, schrulligen Charakteren oder witzigen Formulierungen mangeln würde, nein, ganz und gar nicht, aber ein Krimi muss inhaltlich und dramaturgisch "rund" sein und da hapert es aus meiner Sicht ein wenig. Unterhaltsam ist die Angelegenheit alleine schon durchs Haefs geniale Wortakrobatik und seine Verballhornungen von stehenden Redewendungen. "Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als anderswo" ist so ein Juwel, das ich in meinen Sprachschatz aufzunehmen gedenke.

Die Sprecher machen ihre Sache dagegen wirklich gut, insbesondere Anke Engelke mit chinesischem Akzent ist einfach göttlich. Wenn gegenüber dem Fernsehen der visuelle Faktor wegfällt, merkt man erst richtig, wie perfekt sie das hinbekommt. Aber auch Bastian Pastewkas wandlungsfähige Stimme und der unnachahmliche Vortrag von Jochen Malmsheimer sind in jeder Hinsicht hörenswert. Die dialoglastigen Geschichten eigenen sich auch besonders für eine szenische Lesung, wobei es mich persönlich eher stört, wenn der Erzähler eine starke Dialektfärbung hat, wie es bei Kai-Magnus Sting der Fall ist. Das ist aber Geschmackssache.

Insgesamt unterhaltsame zweieinhalb Stunden, bei denen man nicht zu sehr auf die kriminalistische Logik schauen sollte, dafür Sprachakrobatik auf höchstem Niveau serviert bekommt.


Lindbergh: Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus
Lindbergh: Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus
von Torben Kuhlmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Talent, 27. September 2016
Auf Torben Kuhlmann bin ich über "Armstrong" gestoßen, ein wunderbares Kinderbuch über eine raumfahrende Maus. Armstrong begegnet in einer Szene einem uralten Mäuserich, der ihn ermutigt, seinen Traum vom Flug zum Mond weiter zu verfolgen und dieser Mäuserich war Lindbergh, der Titelheld von Kuhlmanns Erstlingswerk. Den habe ich jetzt gelesen und bin wieder hellauf begeistert, mit wieviel Liebe zum Detail und Phantasie Torben Kuhlmann seine Figuren zum Leben erweckt. Das hat Atmosphäre und ist grafisch wunderbar umgesetzt. Kuhlmann ist ein großartiger, nein, ich würde sogar sagen, virtuoser Aquarellist und in seinen Zeichnungen steckt immer ein subtiler Witz, der die Botschaft des Buchs unterstreicht: Du bist nur eine kleine Maus, aber trotzdem kannst du Großes vollbringen, lasse dich nur nicht entmutigen. Dass sowas bei kleinen Kindern gut ankommt, ist wohl klar. Und die Erwachsenen amüsieren sich köstlich über die Maus, die ängstlich vor Dutzenden gespannten Mausefallen sitzt wie ein Angeklagter vor Gericht, oder über die Uhus, die wie gemeißelte Statuen auf den Schornsteinen der Häuser hocken. In den Zeichnungen lassen sich so viele Feinheiten und Ideen entdecken, dass man sie immer wieder gerne anschaut.
Die Geschichte ist bemerkenswert ausgereift und gut umgesetzt, dass man kaum glauben mag, dass es sich um ein Erstlingswerk handelt. Völlig zu Recht hat Kuhlmann dafür bereits eine ganze Reihe Preise bekommen. Nicht schlecht für eine Diplomarbeit... Und wem "Lindbergh" genauso gut gefällt wie mir, dem kann ich guten Gewissens auch "Armstrong" empfehlen. Der ist mindestens (!) genauso gut.


Eierlikörtage: Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre: 8 CDs
Eierlikörtage: Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre: 8 CDs
von Hendrik Groen
  Audio CD
Preis: EUR 15,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mach's Beste draus! (Hörbuch), 26. September 2016
Hendrik Groen ist im Endspurt. Er wohnt in einem Altersheim in den Niederlanden und versucht, meistens sogar erfolgreich, seinem Leben noch etwas Sinn zu geben. Der Anstaltsleitung sind seine Freizeitaktivitäten eher ein Dorn im Auge, denn man bevorzugt Insassen, die möglichst apathisch aus dem Fenster starren und auf den Tod warten, der dann ruhig noch etwas dauern kann, damit die Kasse weiter klingelt. Hendrick ist dagegen alles andere als apathisch und sein "Club", den er zusammen mit einigen Freunden gründet, entwickelt eine unerwartete Anziehung auf die anderen, emotional und auch sonst eher vernachlässigten Heimbewohner.
Das Tagebuch ist in einem Stil, irgendwo zwischen lakonisch, witzig, herzlich und melancholisch angesiedelt. Hendrick ist 83 und ohne Familie. Seine Tochter ist früh verstorben und daher bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich um sich selbst zu kümmern, was ihm dank einer noch akzeptablen Gesundheit auch ganz gut gelingt. Aber seine Beobachtungen der allgemeinen Zustände, die perfiden Strategien der Heimleitung, die knapp am Rande der Legalität mit allen Mitteln Kosten spart und dabei nicht einen Moment an das Wohl ihrer Schutzbefohlenen denkt, die Sorgen und das Sterben der Patienten, die politischen Lippenbekenntnisse und was dann daraus wird, alle diese Beobachtungen hinterlassen beim Hörer eigentlich nur einen Wunsch: Hoffentlich bleibt mir das erspart. Auf der anderen Seite sind Hendrick und seine Fähigkeit, nach seinen Möglichkeiten etwas Farbe ins Leben zu bringen, ein so positives und mutmachendes Beispiel, dass man trotzdem immer wieder Hoffnung schöpft. Hendrick hat einen kleinen aber feinen Freundeskreis, ist in jeder Hinsicht an der Gegenwart interessiert und er macht sich nicht zu viele Gedanken um das Morgen. Vor allem kümmert er sich nicht um Konventionen. Das hält ihn geistig rege und seine phasenweise Griesgrämigkeit verzeiht man ihm gerne, vor allem, wenn man sein nicht gerade rosiges Schicksal bedenkt. Hendrick gelingt es aber immer wieder, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf der Hoffnungslosigkeit herauszuziehen.

Ich habe mich gefragt, ob man dieses Hörbuch auch einem Heimbewohner schenken könnte und würde unter dem Strich sagen: Ja, denn die Grundbotschaft ist durchweg positiv, ohne dass die Probleme des Lebens im Altersheim in irgendeiner Weise unter den Teppich gekehrt würden. Das Sozialsystem in den Niederlanden ist zwar etwas anders gestrickt als bei uns, auch das ist übrigens sehr interessant, aber die Mängel sind diesseits und jenseits der Grenzen im Wesentlichen die gleichen. Nur lässt sich Hendrick eben nicht unterkriegen. Seine Knochen tun ihm weh und die Prostata führt ein Eigenleben, das hindert ihn jedoch nie, mit seinem Freund Evert Dummejungenstreiche auszuhecken und sich gegen die allgegenwärtigen Ungerechtigkeiten und die Gleichgültigkeit aufzulehnen. Immer wieder ist man verblüfft, wie abgeklärt Hendrick seine Situation bewertet und wie geschickt er sich an die Gegebenheiten anpasst, ohne zu viel von sich aufzugeben. Nie trauert er dem hinterher, was nicht mehr geht oder nicht mehr ist, sondern er sucht sich Projekte und Aktivitäten, die er noch bewältigen kann. Das meine ich auch mit der positiven Grundbotschaft. Hendrick ist ein glasklarer Realist und er kann sehr wohl unterscheiden, was er ändern kann und was nicht. An der zweiten Kategorie arbeitet er sich erst gar nicht ab.

Felix von Manteuffel liest den Text ganz hervorragend, ohne die geringsten Schwächen in Stimmführung oder Artikulation. Da sitzt einfach jeder Satz, wie es sein muss und Manteuffel gelingt es, genau die richtige Dosis Emotionen in seine Stimme zu legen. Das kann man nicht besser machen.


Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt: Von der irren Jagd nach dem Geld
Von Krösus lernen, wie man den Goldesel melkt: Von der irren Jagd nach dem Geld
von Sebastian Schnoy
  Broschiert
Preis: EUR 15,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geld ist nichts. Aber VIEL Geld, DAS ist was anderes!, 24. September 2016
Geld ist weder gut noch schlecht, gut und schlecht ist höchstens, was wir daraus machen. Und man sollte eine möglichst vollständige Übersicht haben, bevor man sich eine endgültige Meinung über Gut und Böse bildet. Überhaupt sollte man mit endgültigen Meinungen vorsichtig sein, denn die Oper ist erst aus, wenn die dicke Dame gesungen hat.
Sebastian Schnoy ist hat sich auf die Spur des Geldes gemacht, ist seinem historischen Ursprung auf den Grund gegangen, hat sich Gedanken gemacht, warum wir immer noch dem Konzept "Schulden" folgen, obwohl doch Schulden so viel Unheil anrichten, er sucht vergeblich nach dem grundsätzlichen Unterschied zwischen Raub und Steuern, wirft einen kritischen Blick auf Versicherungen und Konsum und macht einen ziemlich desillusionierenden Ausflug in die lustige Welt des Sozialismus. Gesegnet mit einem ausgeprägten Sinn für Humor und der Fähigkeit, eine Geschichte auf den Punkt zu erzählen, niemals eine Pointe zu versemmeln oder auch nur ansatzweise dünne Bretter zu bohren, nimmt er den Leser auf eine Reise mit, die nicht nur spannend, sondern in vielen Bereichen ausgesprochen erhellend ist. Ich hatte geglaubt, mich in dem Thema einigermaßen auszukennen, aber was Schnoy da teilweise aus den Tiefen der Geschichte ausgegraben hat, das war doch einigermaßen verblüffend. Zwar überspitzt er die Aussagen oft in dem Ausmaß, wie es nur einem Kabarettisten erlaubt ist, aber die Grundbotschaft bleibt stets korrekt. Ein echter Pageturner, denn hinter jeder Ecke lauert wieder eine verblüffende Erkenntnis und Schnoy hat auch ein großes Talent, komplizierte Sachverhalte mit illustrativen Vergleichen und Bildern hervorragend zu erklären. Oft wird erst durch seine Parallelen der wahre Irrsinn der Welt erkennbar.

Ausgesprochen gut gefallen hat mir, wie Schnoy stets die Balance hält und keine abweichende Ansicht grundsätzlich verteufelt. Das, sagt er, ist ein Wesensmerkmal unserer Demokratie und die Grundlage unserer Freiheit. Geld ist zwar auch eine Basis der Freiheit, aber es reicht eben nicht aus, jedem Menschen die gleiche Summe Geldes in die Hand zu drücken und es denen, die mehr haben, einfach wegzunehmen. Solche Experimente gab es mehrfach und sie sind alle gescheitert. Wie bemerkt Schnoy so schön: "Sozialismus funktioniert nur zwischen Staaten, die sich mögen, Kapitalismus funktioniert auch zwischen Staaten, die sich nicht mögen". Es sind solche klugen Beobachtungen, von denen dieses Buch geradezu wimmelt. Leider sind dem Autor dann doch eine Reihe sachlicher Fehler unterlaufen, die zwar im Einzelnen nicht dramatisch sind, aber das schmälert unnötig den guten Gesamteindruck. Um ein paar Beispiele zu nennen: Hausratversicherungen zahlen IMMER bei Leitungswasserschäden, Mikrokredite helfen nachweislich den Menschen nicht aus der Armut heraus (einer der wenigen Nobelpreise, die unberechtigt vergeben wurden!), Geschäftsbanken können kein Schuldengeld aus dem Nichts erschaffen und van Gogh ist auch kein Alter Meister. Manchmal geht eben doch der Kabarettist in Schnoy durch und verkürzt die Tatsachen zum Wohle eines (zugegeben gelungenen) Gags. Davon aber völlig unabhängig steckt in dem Buch jede Menge Wahrheit und je tiefer man in die Materie eindringt, umso nachdenklicher wird man.
Bei allem humoristischen Potenzial hat das Buch einen zutiefst ernsthaften Kern. Wir müssen viel mehr über die wichtigen Dinge reden: Über Konsum, den Fluch und Segen einer kapitalistischen Wirtschaft, über das Schuldenmachen und die Gründe für die großen Geldkrisen, verlockende Auswege, die keine sind, und ungute Entwicklungen der Gegenwart. Unterhaltsam, ja, das ist Schnoy immer, aber niemals seicht.

Wie sagte André Kostolany einmal sehr weise: "Ich bin mir nicht sicher, ob das ganze Finanzsystem nicht ein Riesenschwindel ist. Wenn, dann ist er aber gut gemacht."


Zeit ist Geldverschwendung: Kühle Sprüche (Klassiker der Weltliteratur)
Zeit ist Geldverschwendung: Kühle Sprüche (Klassiker der Weltliteratur)
von Oscar Wilde
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 6,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lieber einen guten Freund als eine gute Pointe verlieren, 22. September 2016
Oscar Wilde gehört zu den scharfzüngigsten Autoren des 19. Jahrhunderts, seine geschliffenen Bonmots sind legendär und sein Werk bietet eine Überfülle an Zitaten, die auch heute noch witzig, klug oder beides sind. Auf 150 Seiten finden sich in dem Bändchen ca. 500 kurze Zitate, im Prinzip zwar ungeordnet, aber über ein Stichwortverzeichnis im Anhang lassen sich auch gezielt Themen recherchieren. Dabei fällt allerdings auf, dass doch einige Sprüche in leicht abgewandelter Form immer wieder auftauchen, entweder, weil Wilde selber Recycling betrieb, oder die Quellen auf unterschiedlichen deutschen Übersetzungen beruhen. Genaue Quellenangaben fehlen leider. Wildes Lieblingsthema waren übrigens Frauen, wobei er aus heutiger Sicht wenig zimperlich ist, wenn es darum geht, die geistigen Fähigkeiten des weiblichen Geschlechts geringzuschätzen und ihre Reize zu preisen. Seltsam genug, denn körperlich fühlte er sich bekanntlich nicht zu ihnen hingezogen. Nun, Wilde war berüchtigt, dass er lieber einen guten Freund als eine gute Pointe verlor.

Insgesamt eine nette Zusammenstellung, der vielleicht ein wenig übersetzerische Politur gutgetan hätte, denn der Satzbau wirkt im Deutschen manchmal ein wenig verstaubt und umständlich. Wildes sprachliche Eleganz blitzt aber dann und wann hervor und dann funkeln seine Bonmots immer noch wie vor hundert Jahren. Es gibt Dinge, die werden eben nie unmodern.


Krups EA860E Kaffeevollautomat One-Touch-Cappuccino Latte Smart, App gesteuert, Milchbehälter, 1,8 L, 15 bar, metall / schwarz
Krups EA860E Kaffeevollautomat One-Touch-Cappuccino Latte Smart, App gesteuert, Milchbehälter, 1,8 L, 15 bar, metall / schwarz
Wird angeboten von eshop-wagner
Preis: EUR 638,07

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr guter und platzsparender Kaffeeautomat mit innovativer Bedienung, 21. September 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Ich habe den Kaffeeautomaten nun einige Zeit im Einsatz und finde folgende Vor- und Nachteile erwähnenswert:

+ Das Gerät passt mit seinen kompakten Abmessungen in (fast) jede Küche. Man sollte aber beachten, dass der Wassertank an der Gehäuserückseite liegt und zum Befüllen nach oben abgenommen werden muss. Das sollte man beachten, wenn das Gerät unter einem Hängeschrank stehen sollte.

+ Der Automat ist hochwertig verarbeitet und sieht - trotz Kunststoffgehäuse - auch gut aus.

+ Die Bedienung ist intuitiv und einfach - sowohl über das Display als auch über die "Latte Smart"-App, die es sowohl für Android (ab Version 4.3) als auch IOS (ab Version 8) gibt. Dennoch sollte man sich aber vorher die gute und verständliche Bedienungsanleitung durchlesen - insbesondere die Kapitel zur Reinigung der Maschine.

+ Die Liste der Zubereitungsvarianten ist lang: Ristretto, Espresso, Kaffee, Kaffee Long, Cappuccino. Ungewöhnlich ist der CappItaliano. Hier kommt zuerst der Kaffee und dann der Milchschaum. Aber auch heißes Wasser ist verfügbar.

+ Alle Kaffeeprodukte können bezüglich Wassermenge, Kaffeestärke und Milchmenge individualisiert werden.

+ Der Kaffee schmeckt vollmundig und hat eine schöne Crema. Bei Bedarf kann man auch die Brühtemperatur anpassen.

+ Der Milchschaum ist feinporig und stabil - so wie es sein muss. Allerdings kann man die Konsistenz nicht verändern. Ein Tipp: Für meinen Cappuccino verwende ich (nicht zu kalte) laktosefreie Milch, die den Vorteil hat, dass sie von Natur aus schon leicht süßlich schmeckt. So brauche ich keinen zusätzlichen Zucker.

+ Beim Einschalten des Geräts wird der Kaffeekreislauf standardmäßig automatisch gespült. Auf Knopfdruck kann der Vorgang jederzeit wiederholt werden.

+/- Das Gerät verfügt über ein automatisches Reinigungs- und Entkalkungsprogramm, das jeweils rd. 20 Minuten dauert und regelmäßig durchgeführt werden sollte. Dies wird durch ein Symbol angezeigt, z.B. alle 360 Kaffeezubereitungen für die Reinigung. Im Gegensatz zu anderen Vollautomaten kann die Brühgruppe allerdings zum Durchspülen nicht herausgenommen werden.

+/- Der Kaffeeauslauf ist höhenverstellbar, sodass Tassen, Gläser und Becher bis rd. 11 cm darunter passen. Ein paar cm mehr wären aber dennoch wünschenswert gewesen.

+/- Der Wassertank ist mit rd. 1,8 l ausreichend groß, aber er liegt an der Gehäuserückseite und muss nach oben herausgezogen werden. Ich finde das unpraktisch.

+/- Die Bedienung per App ist komfortabler und übersichtlicher als über das Gerätedisplay. Allerdings ist dann auch ein Smartphone notwendig, das über Bluetooth mit dem Automaten gekoppelt ist. Um alle Funktionen nutzen zu können, ist allerdings eine Internetverbindung sowie ein Kundenkonto beim Hersteller notwendig, bei dem u.a. der Kaffeekonsum gespeichert wird. Da muss jeder selbst entscheiden, wie transparent er werden will...

- Der Milchbehälter mit seinem Schlauch ist etwas fummelig zu installieren.

- Wie bei allen Kaffeevollautomaten ist Hygiene (vor allem bei der Milchkanne) wichtig und der Reinigungsaufwand nicht zu unterschätzen.

- Der Bohnenbehälter ist mit einer Füllmenge von rd. 275 g etwas klein geraten, sodass man häufiger auffüllen muss.

- Auf besondere Extras wie die Verwendung zweierlei Bohnensorten oder von gemahlenem Kaffee muss man verzichten.

Insgesamt ein sehr guter Kaffeeautomat mit innovativer und komfortabler Bedienerführung, der in einigen Details noch verbesserungswürdig ist.


Bestechend gestochen: Das Unternehmen Hendrick Goltzius
Bestechend gestochen: Das Unternehmen Hendrick Goltzius
von Ariane Mensger
  Taschenbuch
Preis: EUR 39,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Künstler, Stecher und Verleger, 20. September 2016
Hendrick Goltzius gehört zu den führenden Künstlern des Manierismus und besonders seine Druckgrafik setzte in ihrer Zeit Maßstäbe. Der "Goltzius-Stil", der sich durch einen stark taillierten Strich auszeichnet, mit dem eine enorme räumliche Tiefe erzeugt wird, ist schon fast sprichwörtlich und wer das vergrößerte Beispiel auf der Titelseite des Ausstellungskatalogs einmal genau anschaut, der ahnt zweifellos, warum Goltzius von seinen Zeitgenossen bewundert wurde. Seine Stiche sind Meisterwerke an technischer Präzision und künstlerischer Dramaturgie. Auch wenn Goltzius später als Maler Berühmtheit erlangte, aber seine Druckgrafik, die er über ganz Europa vertrieb, machte ihn zu einem reichen Mann.

Die derzeit im Kunstmuseum Basel gezeigte Ausstellung "Bestechend gestochen" sieht Hendrick Goltzius nicht nur als einen herausragenden Künstler, sondern auch als erfolgreichen Unternehmer, dem es gelang, fähige Mitarbeiter an sich zu binden und ein breites Publikum zu bedienen. Die Druckgrafik demokratisiert spätestens seit der Renaissance die Kunst und macht sie allgemein verfügbar. Goltzius ist einer der Protagonisten dieser Bewegung und mit Fleiß und Talent vereint er die Berufe des Künstlers, Stechers und Verlegers in einer Person. Das war absolut innovativ und ungewöhnlich, waren doch zumindest die Verleger in der Regel unabhängig und gaben bei den Künstlern auf eigene Rechnung Werke in Auftrag.

Die Auswahl der Drucke in der Ausstellung bildet ein breites Spektrum ab, angefangen bei religiösen und mythologischen Themen bis hin zu Allegorien und selbst aktuellem Tagesgeschehen. Auch die seltenen Mehrfarbendrucke sind in einigen Beispielen vertreten. Die Abbildungen im Katalog sind zwar meist verkleinert, zeigen jedoch in vereinzelten Ausschnittsvergrößerungen die technische Brillanz der Vorlagen. Neben den bibliografischen Angaben finden sich kurze Beiträge zur Werkgeschichte, den technischen Besonderheiten des Drucks und den ikonografischen Inhalten, die auch für den Laien nachvollziehbar entschlüsselt werden.

Dem Katalogteil ist eine kurze Biografie vorangestellt, die den Werdegang und die Organisation des "Unternehmens Goltzius" beleuchtet, ohne jedoch sehr in die Tiefe zu gehen. Insgesamt erscheint der Begleitband zur Ausstellung inhaltlich (und nicht nur von der Seitenzahl) etwas dünn, auch wenn die Vielfalt der Goltziusschen Bilderfindungen gut repräsentiert wird. Wie Goltzius z. B. in seiner Zeit rezipiert wurde, wie er seine Werke künstlerisch entwickelte, bleibt ein wenig im Dunkel und das ist schade, denn sein Erfolg basiert letztlich darauf, dass er den Zeitgeschmack traf. Goltzius war keine Insel, sondern er war eingebunden in die Gesellschaft und ihre Geschichte. Dieser Aspekt kommt aus meiner Sicht etwas zu kurz.


Marken: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.
Marken: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.
von Sabine Becht
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Informativ und praxistauglich, 18. September 2016
Die Marken sind zwar nicht mehr der absolute Geheimtipp unter Italienfans, aber sie stehen immer noch ein wenig im Abseits. Ich kann aus eigener Erfahrung feststellen, dass ein separater Reiseführer absolut sinnvoll ist, denn in den allgemeinen Italienführern kommt die Region einfach zu kurz. Die Marken sind mehr als Rimini, nein, ich würde sogar sagen, sie sind alles andere als Rimini. Hier gibt es noch unzersiedelte Landschaften mit intakten, mittelalterlichen Städtchen und der Reisende hat auf kleinstem Raum die Wahl zwischen Hochgebirge und Sandstrand. Touristisch sind die Marken größtenteils weniger erschlossen, sieht man von den Hotspots an der Küste einmal ab, dafür bieten sie einmalige Sehenswürdigkeiten, wie die Grotte di Frasassi, deren Tropfsteinhöhle den Mailänder Dom fassen würde, das imposante Urbino und die eindrucksvollen sibillinischen Berge. Abraten würde ich definitiv von San Marco, das ich völlig überlaufen erlebt habe und überwertet finde.

Wir haben im letzten Frühjahr bei unserer Reise die Marken übrigens mit dem benachbarten Umbrien kombiniert, was sich sehr anbietet. Umbrien ist ähnlich ursprünglich und liegt ebenfalls abseits der ausgelatschten Touristenpfade. Insgesamt reichen etwa zwei Wochen für eine umfassende Erkundung der Region Umbrien-Marken und wenn man an 4-5 Orten Station macht, lassen sich alle Sehenswürdigkeiten problemlos erreichen. Ganz so abgelegen wie Kalabrien ist die Gegend dann doch nicht und die Straßen sind in recht gutem Zustand. Ich würde allerdings empfehlen, Unterkünfte vorab zu buchen, denn die Sucherei kann vor Ort ziemlich zeitaufwendig werden. Die ausführlichen Beschreibungen im Reiseführer sind dabei sehr hilfreich, und man kann die Informationen auch noch mit Tripadvisor abgleichen, dann ist man auf der sicheren Seite und erlebt keine böse Überraschung. Bei manchen Unterkünften ist die Qualität und Größe der Zimmer individuell sehr unterschiedlich und dann sollte man vorher genau wissen, was man bestellt. Gerade in diesen Fällen fand ich den Müller-Reiseführer gegenüber Tripadvisor im Vorteil, weil hier nicht ein einzelnes Zimmer, sondern das ganze Hotel/die Pension beurteilt wird. Oft liegen die schönsten Unterkünfte auch ein wenig außerhalb und die würde man ohne einen Tipp erst gar nicht finden.

Die touristische Information ist wie immer auf verschiedenen Ebenen kondensiert. Nach den allgemeinen Reiseinformationen folgen die Kapitel über die einzelnen Provinzen. Eingeleitet werden diese Kapitel mit den jeweiligen Highlights. Jede Stadt, jeder Ort hat einen eigenen Steckbrief mit einer kurzen historischen Übersicht, bei den größeren gibt es auch einen Stadtplan mit eingezeichneten Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels und Parkmöglichkeiten (!). Zu verschiedenen Themen gibt es eigene Infoboxen, das können historische Begebenheiten oder ganz praktische Reisetipps sein. Die Abbildungen sind rein informativ, überladen das Buch also nicht und sollen nur einen ersten Eindruck geben. Ein Reiseführer ist kein Bildband.
Die Orientierung im Buch fällt leicht. Zum einen gibt es die regionale Strukturierung über die Provinzen-Kapitel und die Übersichtskarte am Anfang mit den zugehörigen Seitenverweisen, zum andere findet man über den Index am Ende auch gezielt Orte oder Themen. Gut gefallen hat mir, dass das Layout nicht auf Kosten der Informationsdichte geht. Zu viel grafisches Schischi bedeutet meistens mehr Seiten und die muss man ja auch mit rumschleppen - bzw. muss man eben nicht.


Die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirols: Bestimmen - Beobachten - Schützen (Quelle & Meyer Bestimmungsbücher)
Die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirols: Bestimmen - Beobachten - Schützen (Quelle & Meyer Bestimmungsbücher)
von Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL)
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schon in der Erstauflage bemerkenswert ausgereift, 16. September 2016
Ich habe meinen Augen nicht getraut, als ich das Buch zum ersten Mal durchgeblättert habe. Die Makroaufnahmen sind von einer Brillanz und Qualität, dass ich mich immer noch frage, wie man so etwas mit einer Insektenordnung hinbekommt, bei der die Schreckhaftigkeit bereits im Namen steckt. Alle Fotos sind bis ins letzte Detail scharf und durchgezeichnet und stehen guten wissenschaftlichen Zeichnungen in nichts nach. Aber auch die systematische Herangehensweise des Bestimmungsschlüssels ist dermaßen ausgereift und eingängig, wie ich das offen gestanden bei einer Erstauflage noch nie erlebt habe. Üblicherweise "hakt" es am Anfang immer ein bisschen, bis die Rückmeldungen aus der Anwendergemeinde die Praktikabilität verbessern. Ich bin sicher, das wird es bei diesem Buch nicht geben.
Nun muss man allerdings sagen, dass die Ordnung der Heuschrecken in Deutschland (und Nordtirol) nur 85 Arten umfasst, die auch verhältnismäßig leicht zu unterscheiden sind. Es bot sich daher ein Bestimmungsschlüssel an, der auf der Wiedererkennung von Fotos beruht und weniger auf der textlichen Beschreibung, wie es in der wissenschaftlichen Literatur üblich ist. So entfällt weitgehend die Notwendigkeit, das Fachvokabular zu beherrschen. Mit übersichtlichen und klar gegliederten Flussdiagrammen wird der Leser entweder direkt zur Art (bei sehr charakteristischen Merkmalen) oder aber zu den jeweiligen Artengruppen geführt. Innerhalb der Artengruppen sind die Individuenzahlen dann so klein, dass man die richtige Spezies anhand der Steckbriefe eindeutig identifizieren kann. Dass diese Diagramme über Jahre hinweg in den Kursen der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege entwickelt und getestet wurden, merkt man dem Buch an. Praktischerweise ist der Bestimmungsschlüssel auch noch einmal als laminierte Fassung "für den Exkursionsgebrauch" beigelegt.

Die Steckbriefe zeigen wegen des bei Heuschrecken weitverbreiteten Geschlechtsdimorphismus sowohl Aufnahmen von männlichen und weiblichen Tieren, häufig mit Detailvergrößerungen von wichtigen morphologischen Merkmalen. Gezeigt werden adulte Tiere, das Problem der morphologisch etwas abweichenden Larvenstadien wird in einem separaten Kapitel am Ende des Buches summarisch abgehandelt. Der Leser erhält ausreichende Informationen, um zu erkennen, ob er eine Larve oder ein Imago in Händen hält und im Anhang gibt es auch noch eine Tabelle mit einer Übersicht über Imaginalzeiten und Lebensräume. Neben einer textlichen Beschreibung der Merkmale sind alle wesentlichen Aspekte parallel als Infoboxen mit Pfeilen in das Foto kopiert, sodass es quasi nie zu Missverständnissen kommt. Diese redundante Überprüfung des Bestimmungsergebnisses macht Fehlbestimmungen nahezu unmöglich. Verbreitungskarten mit einer detaillierten textlichen Beschreibung, Hinweisen zur "Flugzeit" adulter Tiere (nicht alle Heuschrecken sind flugfähig), dem Gesang und Besonderheiten, insbesondere beim Verhalten, ergänzen den Steckbrief.

Neben der Identifizierung steht auch die Vermittlung von Wissen über die Biologie und Ökologie der Heuschrecken im Fokus. Auch wenn einige Arten derzeit im Zuge der Klimaerwärmung ihr Verbreitungsareal ausweiten, sind Heuschrecken insgesamt durch die großflächige, intensive Grünlandwirtschaft besonders bedroht. Häufige Mahd, Überdüngung, die Trockenlegung von Feuchtgebieten und der Verlust von vernetzten Biotopen aufgrund der Flurbereinigung (besonders kritisch für nicht mobile Arten) haben viele Arten im Bestand bedroht. Besonders die Individuenzahl hat teilweise dramatisch abgenommen, obwohl sie auch natürlicherweise, je nach Wetter, stark schwankt. In den höchst informativen Einleitungskapiteln erfährt der Leser alles Wissenswerte über die Entwicklungszyklen, die Ansprüche an Lebensräume, aber auch über natürliche Feinde und Parasitismus, sowie über Strategien zum Schutz. Ähnlich wie bei den Schmetterlingen benötigen Heuschrecken teilweise landschaftspflegerische Eingriffe, um zu überleben. Ein Sich-selbst-überlassen der Natur zerstört langfristig die spezialisierten Lebensräume. Die Karte zur Biodiversität identifiziert übrigens Nordbayern und Rheinland-Pfalz als "Hotspots" der Artenvielfalt. Tabellarische Übersichten mit dem Schutzstatus nach Roter Liste, aufgeschlüsselt auf Bundeslandebene, sowie für die Schweiz und Österreich, ergänzen den allgemeinen Teil.

"Die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirols" richtet sich gleichermaßen an den Laien und das Fachpublikum und es gelingt hervorragend, die Bedürfnisse beider Seiten zu befriedigen. Ich prophezeie, dass dieser Bestimmungsschlüssel ganz sicher das Standardwerk zum Thema werden wird. Verdientermaßen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 2, 2016 8:46 PM MEST


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