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Beiträge von Volker M.
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Rezensionen verfasst von
Volker M.
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   

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Farbige Skulpturen: Bedeutung, Fassung, Restaurierung
Farbige Skulpturen: Bedeutung, Fassung, Restaurierung
von Johannes Taubert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 89,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lange vergriffenes Referenzwerk in aufgewerteter Fassung, 7. Dezember 2015
Das lange vergriffene Buch war und ist ein Meilenstein der Literatur zur Restaurierung von Skulpturen, immer noch aktuell und in seiner Herangehensweise und wissenschaftlichen Ausrichtung weit über seine Zeit hinausweisend. Johannes Taubert verknüpft als einer der Ersten konservatorisch-restauratorische Fragen direkt mit der Kunstgeschichte, ein in den Siebzigerjahren fast schon unerhörter "Grenzübertritt", waren beide Disziplinen damals personell und thematisch doch mehr oder weniger hermetisch voneinander getrennt. Mit Taubert ändert sich das. Aus seiner Schule gingen zahlreiche bedeutende Restauratoren hervor, die sich einem Objekt mit wissenschaftlicher Akribie und hohem dokumentatorischem Aufwand nähern. In allen wesentlichen Aspekten haben Tauberts Strategien bis heute Bestand, lediglich die technologischen Möglichkeiten haben sich deutlich vergrößert (Taubert wäre sicherlich hocherfreut). Vieles von dem, was 1970 nur mit Großgeräten möglich war, passt heute in einen Aktenkoffer, von den Kosten ganz zu schweigen. In einem Punkt weichen heutige Restaurierungsstrategien von Taubert ab, oder sagen wir besser, sie haben sich weiterentwickelt: Während Taubert noch die ursprüngliche Fassung einer Skulptur als die einzig erhaltenswerte ansieht, werden heute in der Regel auch spätere Fassungen konserviert. Das hat einerseits einen Kostengrund, denn die Trennung von alten Farbschichten ist ungeheuer zeitaufwendig, zum anderen enthalten spätere Farbfassungen selbstverständlich auch kunsthistorisch wichtige Informationen und sehr alte Fassungen sind oft nur bruchstückhaft überliefert. Mit den neuen Mitteln der zerstörungsfreien Materialanalyse sind heute viele zusätzliche Daten zu gewinnen, die im Restaurierungsbericht dokumentiert werden.

Das Buch ist zwar eine Neuauflage der 2. Ausgabe von 1983, wurde aber in einigen Teilen verbessert. Zum einen wurden, wo dies möglich war, die Schwarzweißfotografien durch aktuelle Farbaufnahmen ersetzt. Das ist insbesondere deshalb hilfreich, da die Farbfassung ein wesentlicher Aspekt von Tauberts Bemühungen um eine authentische Restaurierung ist. Zum anderen liefert Michele D. Marincola im Anhang zusätzliche Anmerkungen, bringt Taubert auf den neuesten Stand und liefert zusätzliches bibliografisches Material. Es ist bemerkenswert, wie wenige Irrtümer Taubert unterlaufen sind, denn Marincolas Kommentierung ist in der Tat im Wesentlichen eine Ergänzung, keine Korrektur.
Es hat sich allerdings durch das neue Vorwort die Paginierung gegenüber der Originalausgabe verschoben, was leider bei den internen Seitenreferenzen nicht berücksichtigt wurde. Dadurch führen einige Querverweise jetzt ins Leere. Da es nicht viele dieser Querverweise gibt, ist der "Schaden" überschaubar.

Der Aufbau des Buches ist in zwei übergeordnete Themenkomplexe unterteilt. Im ersten Abschnitt werden die kunsthistorischen Aspekte der Farbfassungen von der Romanik bis zum Barock untersucht. Hier dominieren Gedanken zur Form und Funktion sowie die Identifizierung von stilistischen Gemeinsamkeiten, die auch zur Datierung herangezogen werden können. Hier fällt auf, dass Taubert immer wieder technische Fragestellungen in seine Betrachtungen mit einbezieht, die in den nachfolgenden Kapiteln, in denen es um die Restaurierung einzelner Skulpturen geht, wieder aufgenommen werden. Tauberts präzise Beobachtungsgabe und die fast schon reflexhafte Frage "Wie wurde das damals gemacht?" lassen den Leser jeden einzelnen Schritt nachvollziehen. Die übersichtliche Struktur, klare Sprache und der transparente Satzbau tragen ebenfalls sehr zur Verständlichkeit bei.

Der Leserkreis geht eindeutig über die Zunft der Restauratoren hinaus, auch wenn das Buch in erster Linie für sie geschrieben wurde. Das hier vermittelte Wissen sollte aber jedem Menschen verfügbar sein, der sich mit dem Erhalt alter Kunst beruflich oder privat beschäftigt, angefangen von Museumskuratoren über Mitarbeiter von Auktionshäusern bis hin zu Sammlern. Dieses Buch vermittelt allen Beteiligten das nötige Rüstzeug, um auf Augenhöhe miteinander Strategien zu entwickeln, die heutigen Anforderungen an Technik und Dokumentation genügen. Ein Buch, das auch über 30 Jahre nach Erscheinen nichts an seiner Aktualität verloren hat und durch die gestalterische und inhaltliche Aufwertung einen echten Zusatznutzen bietet.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 2, 2016 8:46 AM CET


Creative Sound Blaster Roar 2 Tragbarer Bluetooth-Lautsprecher (NFC-Funktion, AAC, aptX, 5 Treiber, integrierter Subwoofer) schwarz
Creative Sound Blaster Roar 2 Tragbarer Bluetooth-Lautsprecher (NFC-Funktion, AAC, aptX, 5 Treiber, integrierter Subwoofer) schwarz
Preis: EUR 139,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klangwunder 2.0, 5. Dezember 2015
Bei den portablen Lautsprechern hat sich in den letzten Jahren gewaltig etwas getan. Ich erinnere mich noch an die scheppernden, knarzenden Dinger aus der Anfangszeit. Da hat mir im Vergleich der Creative Sound Blaster Roar 2 regelrecht die Sprache verschlagen. Unglaublich, was aus dem Zwerg herauskommt. Das kann man definitiv mit einer vollwertigen HiFi-Anlage vergleichen, nur dass diese in eine Manteltasche passt. Das neue Modell ist sogar noch etwas kleiner als der Vorgänger.

Hier die aus meiner Sicht wesentlichen Vorteile:

+ Hervorragende, solide Verarbeitung mit guten Materialien. Schönes, schlichtes Design - noch schöner und kleiner als das Vorgängermodell.

+ Satter und ausgewogener Klang mit breitem Stereobild, das am besten wirkt, wenn der Lautsprecher ungefähr auf Augenhöhe steht. Hierzu lässt sich der Lautsprecher - im Vergleich zum Vorgängermodell - nun auch hochkant aufstellen.
Noch voluminöser wird der Klang übrigens im "TerraBass"- und Roar"-Modus. Der Unterschied ist deutlich, aber dann saugt der Lautsprecher auch mehr Akkuleistung. Am besten, man nutzt dann die externe Stromversorgung per Steckerkabel.

+ Vielseitiger Lautsprecher: Anschluss per Bluetooth (rauschfrei!), NFC oder Audio-In, Nutzung als Freisprecheinrichtung und Diktiergerät (eingebautes Mikro) sowie als MP3-/WMA-Player über intergierten micro-SD-Kartenslot möglich.

+ Akku-und Netzbetrieb möglich. Je nach Nutzung (Bassfunktion, Lautstärke etc.) hält der Akku bei mir bis zu 9 Stunden durch.

+ Aufladen über Netzstecker (schnell) oder microUSB-Anschluss (langsam) möglich. Ein intelligentes Feature: Über die USB-Schnittstelle kann im Notfall sogar ein Handy/Smartphone u. ä. aufgeladen werden. Dann ist der Lautsprecher eine mobile Ladestation mit 6000 mAh.

+ Die Kopplung mit meinem Windows 8.1-PC über den USB-Bluetooth-Stick von Creative (Modell BT-D1) ging problemlos. Einstecken, Pairing-Tasten drücken und schon erfolgt die Tonausgabe auf dem Bluetooth-Lautsprecher. (Anmerkung: Mein Standard USB-Bluetooth-Stick - ein Noname-Produkt - ließ sich nicht koppeln!)

Hier die negativen Punkte, die mir nicht gefallen haben - allerdings ist dies Jammern auf sehr, sehr hohem Niveau:

- Der Akku ist fest eingebaut.

- Die freien Passivmembranen an der Gehäuseseite sind beweglich und beim Transport in einer Tasche können sich hier Schlüssel o.ä. verklemmen. Eine Transporthülle zum Schutz wird leider nicht mitgeliefert, sie gibt es aber als optionales Zubehör.

- Eine kabellose Anbindung über WLAN ist nicht integriert.

- Ein sinnvolles Feature wäre sicherlich noch die Steuerung des Lautsprechers über eine Smartphone-App, das vielleicht mit der nächsten Version kommen wird.

Fazit: Dieses Gerät ist durch seinen beeindruckenden Klang ein echter Meilenstein in der Kategorie der portablen Bluetooth-Lautsprecher. Das muss erst mal einer nachmachen!


Versicherungswirtschaft: Handbuch für Studium und Praxis
Versicherungswirtschaft: Handbuch für Studium und Praxis
von Hanspeter Gondring
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 79,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassendes Lehrbuch zur Versicherungswirtschaft, 3. Dezember 2015
Die Versicherungswirtschaft gilt als beliebter Arbeitgeber in Deutschland, auch wenn das Ansehen in der Bevölkerung in den letzten Jahren gelitten hat. Die Karrierechancen sind gut und es sind relativ sichere Arbeitsplätze. Aber die Versicherungsmaterie ist alles andere als trivial und die Ausbildung ist z. T. recht anspruchsvoll.

In seinem Buch "Versicherungswirtschaft" hat der Autor Hanspeter Gondring, der an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg lehrt, die verschiedenen Teildisziplinen sowohl in der Tiefe als auch holistisch im Zusammenhang betrachtet.
Das Lehrbuch teilt sich nach einem kurzen Grundlagenkapitel in vier große Abschnitte auf. In "systemische und rechtliche Rahmenbedingungen der Versicherungswirtschaft" werden die Versicherungsaufsicht und das Versicherungsvertragsgesetz behandelt. Das Versicherungsunternehmen mit seinen möglichen Rechtsformen, der Organisation, Führung und Marketing sind Schwerpunkte im Folgeabschnitt. Besonders relevant sind die beiden letzte Teile, die sich auf den Versicherungsbetrieb (Risikomanagement, Prämienkalkulation, Schadenabwicklung...) und ihre Produkte (Sachversicherungen, Private Alters- und Invaliditätsversorge, Krankversicherung) fokussieren. Wie es sich für ein gutes Lehrbuch gehört, werden die Themen sehr strukturiert abgehandelt. Das Inhaltsverzeichnis ist mit 23 Seiten sehr ausführlich und ermöglicht auch die gezielte Suche nach speziellen Themen. Ein umfangreiches Quellen- und Stichwortverzeichnis runden das Buch ab, allerdings hätte ich mir weiterführende Literaturempfehlungen - auch aus dem Internet - gewünscht.

In verständlicher und sachlicher Sprache und mit vielen Tabellen und Grafiken gelingt es dem Autor, die trockene Materie systematisch zu vermitteln. Die Mitarbeit von Gondrings Studenten und Absolventen bei der Bearbeitung der Kapitel hat sich meiner Meinung nach gelohnt, denn sie hat verhindert, dass der Text "im Elfenbeinturm" gelandet ist. Eines sollte dennoch klar sein: Bei dem Buch handelt es sich nicht um einen Versicherungsratgeber, sondern um ein komplexes Fachbuch, das sich nicht an die Allgemeinheit richtet. Als Zielgruppe sind vor allem Studierende dieser Fachrichtung und Berufseinsteiger (Makler, Angestellte in Versicherungsunternehmen, Berater...) zu sehen. Die "Versicherungswirtschaft" hat aus meiner Sicht eindeutig das Potential, Nachfolger des Standardwerks "Versicherungsbetriebslehre" von Dieter Farny zu werden, der 2013 verstorben ist.


Kunsthaus Lempertz: Eine Kulturgeschichte
Kunsthaus Lempertz: Eine Kulturgeschichte
von Werner Schäfke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 78,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Familienunternehmen mit Tradition, 1. Dezember 2015
Das Kunsthaus Lempertz ist in seinen Ursprüngen das älteste existierende Auktionshaus Deutschlands, das noch in Familienbesitz ist. 200 Jahre trennen uns von den Anfängen der Buchdruckerei und des Antiquariats von Johann Mathias Heberle, aus denen nicht nur Lempertz, sondern auch das noch heute bestehende (Buch)Auktionshaus Venator & Hanstein hervorgingen. Die vorliegende Chronik betrachtet allerdings in enzyklopädischer Vollständigkeit nur den Werdegang des Kunsthauses Lempertz und nur wo es genealogische Überschneidungen mit anderen Unternehmensteilen gibt, werden diese einbezogen.

Auf die chronologische Darstellung der Unternehmensgeschichte folgt eine vollständige Bibliografie der Lempertzschen Ausstellungen seit 1953. Eine ausgezeichnete Idee ist die Aufarbeitung der Kulturgeschichte der Auktion seit Mitte des 19. Jahrhunderts anhand der Beschreibung exemplarischer Versteigerungen im Hause Lempertz (bzw. Heberle), die den größten Umfang im Buch einnehmen. Schwerpunkte verlagern sich im Lauf der Zeit und gesellschaftliche, wirtschaftliche sowie politische Veränderungen führen zu völlig neuen Ausrichtungen von Sammlern - und damit auch der Auktionshäuser. Gerade in Köln ist die Säkularisation ab 1802 ein einschneidendes Datum, gelangen doch mit der Auflösung von Klöstern und Kirchen Unmengen an sakraler Kunst auf den Markt. In dieser Zeit werden die Grundsteine für bedeutende Sammlungen gelegt (Schnütgen, Wallraff) und das Kunsthaus Lempertz hat einen nicht unerheblichen Anteil an dieser Entwicklung. Auch die Vermittlung von national bedeutsamer Kunst von Privat in öffentliche Museen zeigt, dass manche Auktionshäuser keineswegs ausschließlich profitorientierte Unternehmen sind (das sind sie natürlich auch, nur damit da hier kein Zweifel aufkommt), sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung tragen. In dieser Tradition stehen auch die Stiftungen, Ausstellungen und regelmäßige Benefizauktionen, die Lempertz seit vielen Jahren durchführt. Den Abschluss des Buches bildet eine Liste der bibliografisch nachweisbaren Auktionskataloge der Firma Lempertz seit 1878. Die Chronik ist reich bebildert und zeigt einen breiten Querschnitt durch das gesamte Portfolio des Auktionshauses. Dem Buch liegt übrigens eine (unsignierte) Originalgrafik Gerhard Richters ("Blattecke", 2015) im Format 19,6 x 25,4 cm bei.

Insgesamt wirkt der Text inhomogen, so als hätte er zahlreiche Revisionen erfahren, die am Ende nicht ausreichend lektoriert wurden. Es gibt einige inhaltliche Dopplungen, es finden sich Zitate, die zwar eingeleitet, aber nicht wieder ausgeleitet werden, und teilweise sind die Bezüge der Sätze unklar. Besonders haben mich die zahlreichen chronologischen Vor- und Rücksprünge innerhalb eines Kapitels gestört, die eine klare Linie manchmal schwer erkennen lassen. Wer den anekdotischen und rhetorischen Unterhaltungswert Henrick Hansteins kennt, der wird sich möglicherweise über die sprachlichen Holprigkeiten dieser Chronik wundern, denn es ist kaum anzunehmen, dass er vorher nicht selber einen Blick darüber geworfen hätte. Andererseits spricht dies auch dafür, dass kein Einfluss auf den Autor ausgeübt wurde. Den Chronisten entlasten ferner die in der Tat nicht ganz trivialen Besitzverhältnisse der Unternehmen, die mit dem Kunsthaus Lempertz historisch verbunden sind. Einige sind im Verlauf der letzten 200 Jahre aufgelöst worden, andere wurden in der Erbfolge aufgeteilt, wieder andere an enge Mitarbeiter verkauft, Firmensitze wechseln zwischen Köln, Bonn und Aachen hin und her. Da die Übersicht nicht zu verlieren, ist wahrlich kein einfaches Unterfangen.

An der Redlichkeit des Kunsthauses Lempertz und der Familie Hanstein während der Nazizeit besteht kein Zweifel. Während andere Auktionshäuser in dieser Zeit mit Raubkunst kräftig Umsatz machten, haben sich die Hansteins von diesen Geschäften ferngehalten und im Rahmen ihrer Möglichkeiten jüdische Sammler unterstützt. Vor diesem Hintergrund habe ich mich gewundert, wie oft der Text in eine sprachliche Verteidigungshaltung rutscht, sobald die Rede von Raubkunst, Zwangsenteignungen und Nähe zum Regime ist. Es fällt umso mehr auf, da der Autor ansonsten im Text auf wertende Adjektive weitgehend verzichtet und ausgesprochen sachlich argumentiert. Niemand in dieser Familie oder der Firma hat Beistand nötig und aus meiner Sicht entwertet die manchmal recht vordergründige Verteidigungsrede die untadelige Haltung.

Trotz der genannten Mängel versammelt die Chronik zahlreiche wichtige Zeitdokumente und liefert eine sehr interessante Darstellung der Kulturgeschichte der Auktion vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.


Basar auf Schienen: Eine Reise um die halbe Welt (Die Andere Bibliothek, Band 365)
Basar auf Schienen: Eine Reise um die halbe Welt (Die Andere Bibliothek, Band 365)
von Paul Theroux
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 42,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gnadenloser Beobachter, brillanter Stilist, 27. November 2015
Reist der Mann eigentlich gerne? Ich muss gestehen, ich weiß es nicht. Paul Theroux liebt es in jedem Fall, die Unzulänglichkeiten, die Mühen und Hürden zu beschreiben, die ihm auf seiner Reise im Zug von London nach Japan und zurück begegnen. Aber seien wir ehrlich, niemand würde behaupten, dass Reisen nicht mühsam und anstrengend seien, oder dass manche fremde Sitte beziehungsweise Unart nicht nur lästig, sondern abstoßend sein kann. Es gibt genug Länder, in denen werden Fremde mit Brieftaschen auf zwei Beinen verwechselt und die kontaktfreudigsten Vertreter einer Nation führen meistens nichts Gutes im Schilde. Außerdem ist Paul Theroux niemand, der seine unbestechliche Beobachtungsgabe unter den Scheffel einer diktatorischen political correctness stellen würde, sondern er verletzt mit seinen messerscharfen Formulierungen gerne auch mal Tabuzonen. Einige haben ihm wegen seiner freimütigen Meinung sogar Fremdenfeindlichkeit vorgeworfen, aber bei Licht betrachtet, sind seine Wertungen vielleicht subjektiv (das liegt nun mal in der Natur einer Wertung), seine Beobachtungen sind aber ausgesprochen präzise, wahrhaftig und oft genug entlarvend. Mit der Unerbittlichkeit eines Psychologen durchdringt er die Persönlichkeiten der Menschen, denen er begegnet, lässt mit kurzen Dialogen ganze Kartenhäuser von Lebenslügen einstürzen, analysiert Mitreisende wie Einheimische gleichermaßen kritisch, ja gnadenlos und legt dabei den Finger oft genug in Wunden, die wehtun. Theroux bleibt dabei jederzeit ein brillanter Stilist, der mit wenigen Sätzen mehr Atmosphäre schafft und tiefer in die Seele der Menschen eindringt, als anderen dies in einem ganzen Kapitel gelingt. Ich habe wirklich schon viele Reisebeschreibungen gelesen, aber nur sehr wenige hatten auf mich eine derartige Sogwirkung wie "Bazar auf Schienen". Und dabei hat Therouxs Reise nicht einmal ein erkennbares Ziel. Es ist vielmehr der Vorgang des Reisens an sich, der Therouxs Motivation ausmacht. Die hermetische Abgeschlossenheit des Zuges während der Fahrt, das kulissenhafte Vorbeiziehen von Städten und Landschaften, die ungewöhnliche Offenheit der Menschen im Abteil, die keinerlei Scheu haben, ihre intimen Lebensgeschichten mit dem unbekannten Nachbarn zu teilen, im sicheren Wissen, diesem niemals wieder zu begegnen. Züge sind ein Eldorado für Schriftsteller. Und Paul Theroux kann solche Schätze auch heben, wenn er auf sie stößt. Die Begegnungen mögen nur kurz sein, die Wirkung, die Theroux hinterlässt, ist jedenfalls lang. Natürlich beschränkt sich der Bericht nicht nur auf die Begegnungen im Zug, sondern mit der gleichen Intensität wird die Gesellschaft in den Städten durchleuchtet, in denen sich Theroux zwischen den Fahrten aufhält. So manche Analyse wirkt dabei fast schon prophetisch und lässt Entwicklungen erahnen, die heute die ganze Welt erschüttern. Schon Theroux spürt die inhärente Gewalttätigkeit und Instabilität einiger Gesellschaften und bekennt auch freimütig seine Abscheu. Ist das fremdenfeindlich? Wohl eher weitsichtig. Therouxs Reise ist heute in weiten Teilen nicht mehr durchführbar.
In den Siebzigerjahren, als das Buch erschien, war es bereits in Deutschland unter dem Titel "Abenteuer Eisenbahn" ein Bestseller (und das nicht nur hierzulande), aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund ist es nun seit mehr als 20 Jahren nicht mehr aufgelegt worden. Angesichts der Qualitäten ist das fast schon ein Verbrechen, schaut man auf das stapelweise Mittelmaß, das jedes Jahr publiziert wird. Da ist es doch schön, wenn solche Sternstunden der Reiseliteratur wieder aus dem Dornröschenschlaf geholt werden.


Die Erforschung der karolingischen Pfalz Aachen: Zweihundert Jahre archäologische und bauhistorische Untersuchungen (Rheinische Ausgrabungen)
Die Erforschung der karolingischen Pfalz Aachen: Zweihundert Jahre archäologische und bauhistorische Untersuchungen (Rheinische Ausgrabungen)
von Frank Pohle
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Referenzwerk zur Grabungsgeschichte der Aachener Kaiserpfalz, 23. November 2015
Der Aachener Dom war nicht nur die erste UNESCO-Welterbestätte in Deutschland, sondern gehört zu der Handvoll Denkmälern, mit denen die Welterbeliste 1978 eröffnet wurde. Das mag eine Vorstellung davon geben, welche kulturhistorische Bedeutung diesem Komplex zukommt. Dabei ist der heutige Dom nur ein Teil der karolingischen Kaiserpfalz. Auf dem Gelände der ehemaligen Aula Regia, der Thronhalle, steht heute das Rathaus, dessen Granusturm noch karolingische Originalsubstanz ist. Vor den Karolingern dominierte eine große römische Thermenanlage das Gelände, übrigens nicht die einzige Hinterlassenschaft dieser Art in Aachen, war doch Aquisgranum der bedeutendste Badeort der Region. Das archäologische Interesse war in Aachen schon früh präsent, besonders im Aachener Bürgertum, aus dem im 19. Jahrhundert verschiedene Geschichtsvereine hervorgingen, die z. T. auch durch Grabungen aktiv wurden. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Achzigerjahre "leistete" sich die Stadt einen Stadtarchäologen und seit einigen katastrophalen Fehlentscheidungen zu Beginn des neuen Jahrtausends, bei dem bedeutende archäologische Befunde durch Inkompetenz und Nachlässigkeit zerstört wurden, ist seit 10 Jahren wieder ein Stadtarchäologe hauptamtlich für alle Bodenmaßnahmen zuständig.

Erstaunlicherweise hat bisher niemand die archäologischen Erkenntnisse aus den verschiedenen wissenschaftlichen Grabungen, Einzelfunden und historischen Quellen zur Kaiserpfalz zusammengetragen. Viele Grabungsberichte wurden nie offiziell veröffentlicht oder sogar durch Kriegseinwirkungen beschädigt. Man bearbeitete höchstens einzelne Aspekte, eine wirklich vollständige Gesamtschau aller verfügbaren Daten hat es aber bisher nicht gegeben und das, obwohl bereits seit den Siebzigerjahren die widersprüchliche Befundlage bekannt und beklagt wurde. Auch die Herstellung der vorliegenden Publikation hat über 10 Jahre gebraucht. Das Resultat hebt sich aber schon alleine dadurch von so mancher Aachen-Literatur ab, indem es einen ausgesprochen interdisziplinären Ansatz wählt, bei dem Fachleute der verschiedensten Disziplinen im Vorhinein bei der schwierigen Quellenbewertung herangezogen wurden. Anders als einige der früheren Publikationen aus dem Umfeld der Kaiserpfalz, die teilweise sehr eigenwillige Ansichten vertreten, ist es also in großem Konsens entstanden und das tut der Debatte sichtlich gut. Diese Zusammenschau wird noch lange Referenzcharakter haben.

Gegraben wird in der Aachener Kaiserpfalz seit deutlich mehr als 200 Jahren, ließ doch bereits 1165 Friedrich Barbarossa die Gebeine Karls des Großen aus der Gruft in der Marienkirche bergen. Das Wort "Archäologie" kann man in dem Zusammenhang zwar nicht verwenden, denn im Zentrum stand der Heiligenkult und nicht der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn, aber es zeigt, wie früh in die Bodenbefunde eingegriffen wurde. Selbst diese gestörte Befundsituation bringt aber immer noch neue und überraschende Erkenntnisse, wie nicht zuletzt die Nachgrabung im Aachener Dom in den Jahren 2009/2010 gezeigt hat.

Die Publikation zeigt deutlich, dass es klare, unumstößliche Erkenntnisse rund um die Kaiserpfalz in vielen Fällen nicht gibt und auch nicht geben kann. Die mangelhafte Dokumentation der frühen Untersuchungen, eine unklare Datierung und (insbesondere bei Schriftquellen) die Vermischung von Legende und Wahrheit machen Schlussfolgerungen oftmals schwierig. Der Autor stellt die Unsicherheiten deutlich heraus und wertet sehr ausgewogen sowohl Irrtümer der Vergangenheit als auch den heutigen Beurteilungsstand.

Der Aufbau des Buches folgt zum einen den einzelnen Baukörpern (Marienkirche, Annexbauten, Aula regia, Verbindungsbauten) und befasst sich anschließend mit der näheren Umgebung der Kaiserpfalz. Umfangreiche Quellenangaben und Fußnoten, Grabungspläne, sowie historische Fotografien, z. T. noch aus dem 19. Jahrhundert, komplettieren den Text. Während zu Marienkirche und Aula recht umfangreiche archäologische Befunde vorliegen, gilt das nicht für Badehaus, die Befestigungsanlagen und die Struktur des als "vicus" bezeichneten Stadtgebiets zu Karls Zeiten. Diese Kapitel stützen sich im wesentlichen auf Schriftquellen. Hier gibt es kaum oder sogar keine archäologischen Belege. Gemessen an der Bedeutung, die die Suche nach dem "Karlsgrab" in der Archäologie insgesamt hatte, ist das Thema im Buch übrigens erfreulich unspektakulär. Vermutungen gibt es viele, gesicherte Erkenntnis dagegen keine. Hier muss man nüchtern feststellen, dass bei den Grabungen zwar das Ziel nicht erreicht wurde, aber die gewonnenen Daten viel wertvoller waren als einen kaiserlichen Grabplatz zu finden.

Eine Nachfolgepublikation ist bereits angekündigt und sie wird insbesondere die Erkenntnisse der neueren archäologischen Forschung beinhalten. Vor allem auf die umfangreichen Bauphasenpläne, die man bei Vorträgen vereinzelt schon im Ausschnitt hat sehen dürfen, wartet die Öffentlichkeit schon länger. Da anzunehmen ist, dass die Sorgfalt und Qualität sich an diesem Band orientiert, darf man ebenfalls annehmen, dass sich das Warten lohnt.


Die Welt des Schattentheaters: Von Asien bis Europa
Die Welt des Schattentheaters: Von Asien bis Europa
von Inés de Castro
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebendige Traditionen, 21. November 2015
Denke ich an Schattentheater, dann denke ich unweigerlich an Indonesien. Obwohl es auch in anderen Ländern eine teilweise sehr alte Schattenspieltradition gibt, ist diese Tradition nirgendwo so lebendig und im Alltag verwoben geblieben, wie im Vielvölkerstaat Indonesien. Man darf auch behaupten, dass nirgendwo auf der Welt Schattentheater auf diesem künstlerischen Niveau stattfindet, ganz abgesehen von der filigranen Kunstfertigkeit seiner Figuren.
Der vorliegende Katalog zur thematischen Ausstellung "Die Welt des Schattentheaters" im Linden-Museum zeigt aber, wie weit verbreitet diese Kulturerrungenschaft ist und in welchen Spielarten sie praktiziert wurde und wird. Fast ausgestorben ist das arabische Schattentheater in Ägypten und das chinesische Schattentheater, das in der Kulturrevolution unterging, andere Schattenspieltraditionen haben dagegen in jüngerer Zeit unerwartet ein Blüte erlebt. In Griechenland war es die Halogenlampe, die mit ihrer punktförmigen Lichtquelle neue künstlerische Ausdrucksformen gestattete und damit eine Renaissance des fast vergessenen Schattenspiels einläutete, und das türkische Karagöz-Theater hatte in den Achtzigerjahren sogar in Deutschland viele Freunde. Vor allem in Südindien ist die Tradition, ähnlich wie in Indonesien, ungebrochen.

Man kann den Eindruck gewinnen, dass überall dort, wo sich ein Land wirtschaftlich entwickelt, wo neue Medien Einzug halten und alte Unterhaltungsformen ablösen, das Schattentheater immer dann in die Defensive gerät, wenn es sich nicht permanent selber neu erfindet. In der Türkei sind es die Geschichten, die zwar traditionelle Erzählformen nutzen, aber neue Themen bedienen, in Griechenland sind es die neuen künstlerischen Ausdrucksformen. In sehr traditionellen Gesellschaften, wie Indonesien oder auch Thailand, erhalten sich die Kunstformen dagegen auch mit ihren überlieferten Geschichten und der Aufführungspraxis weitgehend unverändert. Das Foto einer Wayang-Aufführung aus dem Jahr 1862, die sich kaum von einer modernen unterscheidet, zeigt das sehr eindrucksvoll. Manchmal übersteht das Schattentheater auch tiefgreifende Wandel. So sind die filigranen, stark abstrahierten Figuren des indonesischen Wayang Kulit das Ergebnis des islamischen Bildersturms im 13. Jahrhundert, als die Darstellung von Menschen verboten wurde. Als Kulturtechnik mit indisch-hinduistischem Hintergrund wäre das Schattenspiel damals fast untergegangen.
Neben dem reinen Schauwert sind es auch die Geschichten, die den Reiz des Schattentheaters ausmachen. Manchmal dienen die Figuren dazu, die Obrigkeit lächerlich zu machen, besitzen also sozialkritische Eigenschaften, wie im türkischen Karagöz-Theater, manchmal steht die Religion und ihre Mythen im Zentrum, wie beim Wayang. In Thailand ist die enge rituelle Verbindung des Schattentheaters zum Königshof der Grund dafür, dass es in der Bevölkerung, die überaus königstreu ist, eine so starke Verwurzelung gibt. Und nicht zuletzt hat sich seit den Siebzigerjahren eine internationale Bewegung etabliert, die das Schattentheater als Kunstform sehr kreativ neu denkt.

Vielleicht ist das Thema bei uns in der Öffentlichkeit nicht wirklich präsent, aber wenn man den reich bebilderten Ausstellungskatalog anschaut und die interessanten Beiträge zu den einzelnen Kulturräumen liest, dann habe ich nicht den Eindruck, dass man sich um die Zukunft des Schattentheaters insgesamt große Sorgen machen muss.


Stolz und Vorurteil
Stolz und Vorurteil
von Jane Austen
  Audio CD
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solide Unterhaltung mit nostalgischem Charme (Hörspiel), 17. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Stolz und Vorurteil (Audio CD)
Mr. Bennet hat ein delikates Problem: Er muss seine fünf Töchter schleunigst unter die Haube bringen, denn das merkwürdige britische Erbrecht wird sie alle mittellos hinterlassen, wenn er daeinst das Zeitliche segnet. Vererbt würde der Bennetsche Besitz nur in männlicher Linie an einen entfernten Verwandten. Wie günstig trifft es sich da, dass im benachbarten Anwesen Nettersfield der vermögende Charles Bingley einzieht und auch gleich noch seinen dem Vernehmen nach noch vermögenderen Freund Mr. Darcy mitbringt. Doch was sich so hoffnungsvoll anlässt, mündet schon bald im allgemeinen Liebesleid. Mr. Darcy liebt Elisabeth, aber Elisabeth hält ihn für einen dünkelhaften Schnösel und Mr. Bingley und Jane lieben sich zwar gegenseitig, aber Mr. Darcy überzeugt seinen Freund, dass sie es nur auf sein Geld abgesehen hat. Das sind allerschönste Verwicklungen vor der romantischen Kulisse des englischen Landadels um 1810. "Stolz und Vorurteil" ist Jane Austens bekanntester Roman, zigmal übersetzt, verfilmt und vertont. Ein echter Klassiker und berühmt für seinen in der damaligen Zeit ausgesprochen frechen Witz, seine geschliffenen Dialoge und seinen eleganten Stil. Jane Austen war eine selbstbewusste Frau mit einer präzisen Vorstellung von einer gleichberechtigten Welt. Als Tochter aus landadeliger Familie waren ihr die Türen zum Hochadel verschlossen und in ihren Büchern geißelt sie gerne den adeligen Hochmut und Dünkel. Es ist ihr aber niemals in den Sinn gekommen, die eigenen Türen für das niedere Volk zu öffnen: Das taucht in ihren Büchern nur als Handlanger oder Staffage auf.

Trotzdem gelingt Austen eine überaus lebendige und authentische Schilderung des großbürgerlichen Lebens zu Beginn des 19. Jahrhunderts und ihre bissigen Dialoge sind mustergültige Beispiele für intelligenten Smalltalk.

In der Hörspielfassung von 1959 wurden allerdings größere Veränderungen vorgenommen, die zwar den wesentlichen Handlungsverlauf unangetastet lassen, aber zahlreiche Nebenhandlungen, Schauplätze und Begegnungen stark einkürzen. Auch sind die Dialoge bei weitem nicht so messerscharf, wie ich sie aus dem Roman in Erinnerung habe. Wären die Rollen nicht vorzüglich besetzt (u. a. mit Margot Trooger und Günther Dockerill), sodass es trotz des dramaturgischen Schnelldurchlaufs gelingt, die Entwicklung der Charaktere nachvollziehbar zu machen, ich wäre sicher "not amused". Herausgekommen ist ein Hörspiel, das zwar eine schöne Atmosphäre schafft, in dem es aber auch manchmal unfreiwillig komisch pilchert. Trotzdem: Solide Unterhaltung mit jede Menge nostalgischem Charme.


Die Geschichte des Lebens in 100 Fossilien
Die Geschichte des Lebens in 100 Fossilien
von Paul D. Taylor
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meilensteine der Evolution, 14. November 2015
Es ist immer so eine Sache mit Auswahlen. Was dem einen wichtig ist, mag dem anderen unbedeutend erscheinen und deshalb machen die Autoren von "Die Geschichte des Lebens in 100 Fossilien" auch keinen Hehl daraus, dass ihre Auswahl bis zu einem gewissen Grad subjektiv ist. Ein schönes Beispiel ist das Skelett von Australopithecus afarensis, das unter dem Namen "Lucy" weltberühmt wurde. Es fehlt unter den 100 ausgesuchten Fossilien, aber dafür sind die fossilen Fußspuren der Art aufgenommen, was eben nicht nur die menschenähnliche Gestalt, sondern auch den aufrechten Gang dokumentiert. Auch hier kann man einwenden, dass der aufrechte Gang schon viel älter ist als A. afarensis, aber es geht den Autoren viel mehr darum, wesentliche Entwicklungsschritte der Evolution zu zeigen, als unansehnliche (aber dafür wichtige) Fossilfragmente auszuwählen, aus denen nur noch Experten ihre Schlüsse ziehen können. Die meisten der Fossilien sind als das Lebewesen zu erkennen, das sie einmal waren, in allen anderen Fällen finden sich im Anhang (leider sehr kleinformatige) Rekonstruktionszeichnungen.

Die überwiegende Mehrzahl der Abbildungen zeigt Originale aus den Beständen des Natural History Museums in London und der Sammlung des Smithsonian Institutes, zwei Institutionen, die sich besonders um die evolutionäre Forschung verdient gemacht haben. Einige wenige Abgüsse, insbesondere der Hominidenfossilien sind auch dabei, aber man muss schon genau hinsehen, um das zu bemerken. Die technische Qualität der Fotos ist ausgezeichnet und man erkennt auch problemlos kleine Details.

Kommen wir nun zum Wichtigsten, dem Text. Den Autoren gelingt es sehr gut, die wesentlichen Fakten in einer klaren, leicht verständlichen Sprache zu transportieren. Aus naheliegenden Gründen haben sie eine im Wesentlichen chronologische Abfolge gewählt, angefangen von den ersten Spuren des Lebens, deren fossile Überreste übrigens noch Objekt wissenschaftlicher Debatte sind, über die Sauerstoffkatastrophe im Präkambrium, die Artenexplosion im Kambrium und die nachfolgenden Auslöschungsepisoden, bis hin zu den Zeitaltern der Dinosaurier und der Säugetiere. Aber es geht nicht nur um die große Entwicklungslinie, sondern auch um viele Nebenaspekte der Evolution. Einige Funde geben Hinweise auf neue Verhaltensweisen, wie z. B. die Brutpflege, Spurenfossilien lassen Rückschlüsse auf die Fortbewegung zu, winzige Löcher in Blattfossilien belegen eine bizarre Parasiten-Wirt-Beziehung vor 20 Millionen Jahren. Andere Kapitel befassen sich mit dem Zwergwuchs von Inselpopulationen, dem Vorgang der Fossilisation oder auch mit dem von Kreationisten immer wieder bemühten Argument, dass es so wenige "missing links" gibt, Übergangsformen zwischen den Arten. Ein relativ großer Fokus liegt auf der Entwicklung der Vögel, von denen gleich mehrere Meilensteine aufgenommen wurden. Aber auch die Frage, warum Arten aussterben, ist in vielen Beispielen mit unterschiedlichen Ursachen dokumentiert. So vollzieht der Leser nicht nur eine mehr oder weniger lineare Reise durch die Zeit, sondern lernt ganz nebenbei auch noch die Mechanismen der Evolution kennen.

Die Autoren verzichten vollständig auf die Verwendung von Fachsprache, wodurch sich das Buch auch für ältere Jugendliche eignet. Die Zusammenhänge werden verständlich und klar dargestellt und berücksichtigen auch sehr aktuelle Erkenntnisse der letzten Jahre. Wer danach noch an der Evolution zweifelt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.


Alcatel Onetouch Idol 3 Smartphone (13.0cm (5,5 Zoll) IPS Full HD Display 1920x1080 Pixel Octa Core Prozessor 1,5GHz+1GHz, Dual-SIM, 32GB) Android 5.0, dark grey
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Preis: EUR 301,41

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gutes Mittelklasse-Smartphone mit Einschränkungen beim Dual-SIM, 11. November 2015
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Der Smartphone-Markt ist unübersichtlich und bisher war mir die Marke "Alcatel" - die dem chinesischen Hersteller TCL aus Hong Kong gehört - noch nicht positiv aufgefallen. Vielleicht ändert sich das gerade, denn deren neuestes Mittelklassemodell hat mich (fast) überzeugt. Einfache und ruckelfreie Bedienung (Android 5.0.2), ein sehr gutes und großes Full-HDDisplay und vor allem ein toller Stereosound über die zwei eingebauten Lautsprecher sprechen für das Idol 3 (Modell 6045K). Praktisch ist auch das Dual-SIM für die parallele Nutzung von zwei micro-SIM-Karten (z.B. privat/beruflich). Allerdings gibt es hier eine Einschränkung, die der Hersteller meiner Meinung nach nicht deutlich genug herausstellt: Während der erste Kartenslot 2/3/4G-Netzwerke (GSM, UMTS, LTE) beherrscht, ist der zweite Kartenslot nur für GSM (d.h. 2G) ausgelegt. Für den einen oder anderen sicherlich ein KO-Kriterium. Da ich das Smartphone derzeit nur mit zwei GSM-SIM-Karten betreibe, stört es mich im Moment nicht, aber "zukunftssicher" ist das Ganze trotzdem nicht. Ein wichtiger Hinweis: Legt man eine zweite SIM ein, versucht das Smartphone eine Datenverbindung aufzubauen. Hat man keine Daten-Flat kann dies sehr teuer werden. Daher sollte man die Daten-Option in diesem Fall schnellstmöglich deaktivieren.

Die Verarbeitung ist sehr gut und die Materialien wirken hochwertig. Alles ist passgenau, die Tasten haben einen guten Druckpunkt und mit 137g ist das 5,5-Zoll-Smartphone auch schön leicht.

Von dem Gesamtspeicher von 32 GB stehen knapp 24 GB zur freien Verfügung. Dies sollte für die meisten Nutzer ausreichen, zumal man einige vorinstallierte Apps bei Bedarf auch noch löschen kann. Der Speicher kann bei dieser Modellvariante nicht über Micro-SD-Karte erweitert werden. Dass der Akku fest eingebaut ist, ist leider heutzutage mehr die Regel als die Ausnahme. Allerdings ist er mit 2910 mAh recht ausdauernd und über den mitgelieferten Netzsteckeradapter in rd. 3 Stunden wieder aufgeladen. Auffallend ist, dass Adapter und Smartphone während des Ladevorgangs bei mir recht warm werden.

An der Sprachqualität gibt es nichts auszusetzen und ist vergleichbar mit anderen guten Smartphones. Das im Lieferumfang enthaltene InEar-Headset/Kopfhörer von JBL hat eine gute und ausgewogene Klangwiedergabe und dient beim Radioempfang als Antenne. Wer bereits ein Android-Smartphone besitzt, kommt auch mit der Bedienung auf Anhieb zurecht. Die Weitwinkel-Frontkamera und Rückkamera bieten eine ausreichend gute Bildqualität für gelegentliche Schnappschüsse.

Das Idol 3 ist ein sehr gutes und leichtes Mittelklasse-Smartphone mit großem Display und überzeugendem Stereosound. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist aus meiner Sicht sehr gut. Der leistungsreduzierte zweite SIM-Slot ist aber echt ärgerlich. Was hätte das schon mehr gekostet... Jetzt kostet es einen Stern bei der Bewertung.


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