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Beiträge von Volker M.
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Rezensionen verfasst von
Volker M.
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   

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Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts
Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts
von Charles M. Schulz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Sicht auf das Peanuts-Universum, 22. Januar 2016
Ich habe lange darüber nachgedacht, was eigentlich die Ursache der weltweiten Begeisterung für die Peanuts ist. Was macht die Peanuts zu den Peanuts? Ein halbes Dutzend altkluger Kinder, die über die Welt philosophieren. Klingt auf den ersten Blick nicht nach einem abendfüllenden Programm. Und doch hat Charles M. Schulz, genannt Sparky, daraus fast im Alleingang eine milliardenschwere Comic-Industrie geschaffen, mit Merchandisingprodukten in nie gesehenem Umfang und einer Medienreichweite von bis zu 1600 Zeitungen. Irgendwas muss also dran sein an den Rackern. Ich glaube mittlerweile, dass es das perfekte Zusammenspiel aus Text und Bild ist, das Schulz, Pardon, Sparky mit traumwandlerischer Sicherheit beherrschte. Er lies sich niemals in seine Storys hineinreden und bis hin zum Lettering (dem geschriebenen Text in den Sprechblasen) machte er aus Prinzip alles selber. Echte Gesamtkunstwerke aus einer Hand. Sparky hauchte mit wenigen Strichen seinen Figuren nicht nur Leben, sondern vor allem Gefühl ein. Und die Geschichten pendeln immer zwischen erwachsenem Weltschmerz und kindlicher Albernheit, sodass sich letztlich alle Menschen darin wiederfinden. Ein Blick auf die Welt der Erwachsenen mit den Augen von Kindern. Lucy, die Psychiaterin mit Jahrmarktbude, therapiert so gleich eine ganze Nation mit ihren brachialen Weisheiten und nimmt dabei gleichzeitig die Profession der Psychiater auf die Schippe. Und wo ich gerade davon spreche: Es sind diese Running Gags wie Lucys Psychobude, die auch ein wesentliches Charakteristikum der Peanuts sind. Sparky zeigt uns auf diese Weise, wie unendlich viele überzeugende Varianten ein einziges, gutes Thema liefern kann.

Und damit sind wir bei dem vorliegenden Buch, das eine ganz besondere Sicht auf Charles M. Schulz und sein Universum bietet. Es ist eben nicht die 1001. Zusammenstellung aus den fast 17000 Peanuts-Strips, sondern eine Fundgrube aus den Tiefen des Archivs des Charles M. Schulz-Museums. Fotos von Originalzeichnungen, mit aufgeklebten Korrekturen, Tippex-Spuren und Stockflecken, altersgelbe Zeitungsausschnitte aus den Fünfzigern, Fotos, Peanuts-Spielfiguren aus Plastik, Peanuts-Brettspiele, Peanuts-Werbematerial. Im Vordergrund stehen natürlich die Comic-Strips, aber es sind eben nicht die reproduzierten Druckklischees, sondern Fotografien der Originalzeichnungen, die eine ganz andere Wirkung haben. Vor allem wenn sie in Originalgröße gezeigte werden (jedes Einzelbild hat eigentlich 10x10 cm!). Da sieht man z. B. noch Reste der Bleistift-Unterzeichnung und bekommt damit ganz eigene Einblicke in den künstlerischen Schaffensprozess. Genauso wie bei den gezeigten Entwurfsskizzen und den Notizzetteln mit Dialogideen, die Sparkys Sekretärin in weiser Voraussicht aus dem Mülleimer fischte, ahnend, dass sie irgendwann einmal für die Welt interessant sein könnten. Knitterfaltig geben sie heute noch Zeugnis davon, wo Sparky sie eigentlich hinbefördert hatte. Da die Strips abfotografiert wurden, sind die Texte durchgehend auf Englisch und wurden auch nicht übersetzt (bis auf Teile der Briefe). Es ist jedoch ein leicht verständliches und einfaches Englisch, das keinerlei Probleme macht.

"Kein Strich zuviel" ist ein ungewöhnliches Buch. Es ist gleichzeitig Biografie, Werkstatt-Dokument, und Spiegel des ganzen Schulz-Imperiums. Die Zeichnungen zeigen nicht nur Sparkys künstlerische Entwicklung, sondern sogar, wie es ihm gesundheitlich geht. Die klaren, kraftvollen Linien der Siebziger genauso wie die zittrigen Striche der späten Neunziger. Man hat wirklich den Eindruck, man begleitet einen Menschen durch ein ganzes Künstlerleben und es ist tatsächlich der Mensch Charles M. Schulz, der einem da entgegentritt. Wenn er Freunden kleine Zeichnungen auf Briefumschläge kritzelt, wird seine Persönlichkeit genauso sichtbar, wie sie in jeder seiner Figuren steckt. Ein ausgesprochen liebenswerter Charakter und es ist wirklich kein Wunder, dass seine liebenswerte Schöpfung auch 15 Jahre nach Sparkys Tod noch so lebendig ist wie eh und je.


Dual Radiostation IR 8S Digitalradio im Hochglanzgehäuse (UKW/DAB(plus)/WiFi Radio mit Spotify Connect-Funktion, Remote-App, Senderspeicherfunktion, Fernbedienung) schwarz
Dual Radiostation IR 8S Digitalradio im Hochglanzgehäuse (UKW/DAB(plus)/WiFi Radio mit Spotify Connect-Funktion, Remote-App, Senderspeicherfunktion, Fernbedienung) schwarz
Preis: EUR 244,95

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alleskönner in Lack, 20. Januar 2016
Ich benutze den IR 8S nun seit einiger Zeit und bin mit der intuitiven Bedienung, der Empfangsleistung und dem Klang sehr zufrieden. Die Optik erinnert mich an die besten Beispiele deutschen Designs aus den Sechzigern: Klare Linien, reduziert auf wenige Grundformen (Rechteck und Kreis) und so wenig Schnickschnack wie möglich. Und das alles bei sorgfältiger Verarbeitung und schönen Materialien in Lackoptik.

Die Radiostation vereint alle wichtigen Empfangsmöglichkeiten in einem Gerät. DAB+ und UKW-Radio mit farbiger RDS-Anzeige sowie Internet- & Podcast-Radio (drahtlos über WLAN) sind integriert. Darüber hinaus verfügt das Gerät noch über eine Audiostreaming-Funktion (UpnP) für auf dem PC gespeicherte Musik sowie die Nutzungsmöglichkeit von Spotify Premium über die Spotify-App auf dem Smartphone. Wecker mit Schlummer-Funktion, AUX-Anschluss für externe Audiogeräte und Kopfhöreranschluss (jeweils 3,5mm Klinke) ergänzen das Paket.

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

+ Ausgesprochen gelungenes Design.

+ Hochwertige Verarbeitung: Lackiertes Gehäuse, schönes Material, keine scharfen Kanten und der Drehknopf sitzt passgenau und hat eine präzise Führung.

+ Alle wichtigen Empfangsmöglichkeiten in einem Gerät (s.o.).

+ Einfache WLAN-Installation: Mit Hilfe des Einrichtungsassistenten war der Zugriff auf meinen Router schnell erledigt. Für mich sehr wichtig, da das Gerät bei mir an einer schaltbaren Steckdose angeschlossen ist: Das Gerät behält alle Einstellungen wie WLAN-Passwort, gespeicherte Stationen oder zuletzt gespielter Sender, wenn es zeitweise vom Stromnetz genommen wird.

+ Der Zugriff auf meine Musikdateien, die auf einem Windows-PC gespeichert sind, funktioniert tadellos und zuverlässig.

+ Die Verwaltung der Internet-Radio-Favoriten kann auch auf dem PC über die Webseite wifiradio-frontier[punkt]com vorgenommen werden. Hierzu ist eine einmalige Registrierung notwendig. Die so zusammengestellten Favoriten sind sekundenschnell synchronisiert und auf dem Gerät verfügbar.

+ Intuitive Bedienung über eine funktionale Bildschirmanzeige: Zweimal drei Tasten und ein Drehrad vorne reichen aus, um alle Einstellungen schnell vorzunehmen. Das beleuchtete TFT-Farbdisplay mit 5 x 4 cm zeigt alle wichtigen Informationen gut sortiert und lesbar an. Lediglich bei sehr umfangreichen Auswahllisten dauert es lange, bis man den gewünschten Eintrag per Drehrad erreicht hat.

+ Für die Steuerung des Geräts ist für jeden etwas dabei: Sie erfolgt entweder über Tasten am Gerät, eine Fernbedienung oder die App UNDOK, die es kostenfrei für Apple- und Android-Smartphones gibt. Fast ein bisschen zu viel des Guten…

+ Guter Stereoklang: Klangeinstellungen können über den Equalizer eingestellt werden. Hier stehen verschiedene Voreinstellungen z.B. für Pop, Rock oder Klassik zur Auswahl, aber auch eigene Balancen von Bass, Höhen und Lautstärke können definiert und gespeichert werden.

+ Sehr guter Empfang von DAB+: Das Gerät besitzt eine Teleskop-Antenne statt eines Wurfantennenkabels. Dies ist möglicherweise ein Grund dafür, dass das Radio im Vergleich zu anderen DAB+-Geräten einen signifikant besseren Senderempfang hat - auch in senderschwachen Gebieten (wie bei uns). Die notwendige und tatsächliche Signalstärke bestätigt dies. Der UKW-Empfang mit RDS-Senderkennung ist übrigens auch hervorragend.

+ Neben der Uhrzeit, die automatisch über DAB empfangen wird, kann man noch zwei verschiedene Alarme (z.B. für werktags und Wochenende) einstellen. Geweckt wird man dann mit einem vorgegebenen Programm (DAB, UKW, Internet) oder mit einem Summer. Flexibler geht es kaum.

+ Das Netzteil ist im Gehäuse eingebaut, sodass das Gerät direkt über ein einfaches und platzsparendes Netzkabel angeschlossen wird.

Für mich gibt es bisher nur einen wirklichen Nachteil:

Bei meinem Gerät kann man die Intensität der Displaybeleuchtung nicht ändern. Egal, was ich einstelle ("niedrig", "medium" oder "hoch"), die Helligkeit bleibt immer gleich. Ich nehme an, dass es sich um einen Firmwarefehler handelt und hoffe, dass dieser durch die integrierte Updatefunktion irgendwann automatisch behoben wird. Ein Einsatz im Schlafzimmer kommt daher aus diesem Grund bei mir z. Zt. nicht in Frage.

Aber ich möchte auch noch einige Punkte anmerken, die vielleicht den einen oder anderen stören:

- Die edle Lackoberfläche hat natürlich auch einen Nachteil, da man auf der glänzenden Oberfläche jeden Fingerabdruck sieht. Mit einem weichen, leicht feuchten Mikrofasertuch (ohne Reinigungsmittel) können diese aber schnell beseitigt werden. Dennoch muss man aufpassen, keine Kratzer in die Oberfläche zu reiben.

- Feste Stationstasten sucht man leider vergebens. Stattdessen werden die Sender über die PRESET-Taste und das Drehrad ausgewählt. Dies geht aber sehr schnell und ist daher kein echter Nachteil.

- Für die Benutzung als Radiowecker kann es stören, dass es keine Tastenbeleuchtung gibt - auch nicht auf Tastendruck.

- Kein Batteriebetrieb: Wer allerdings schon mal ein DAB-Radio mit Batterien im Betrieb hatte, weiß, wie energiehungrig solche Geräte sind. Daher vermisse ich den Batteriebetrieb auch nicht wirklich. Lediglich bei einem Stromausfall wäre bei Nutzung als Weckradio eine "Notbatterie" praktisch. Allerdings auch nur, wenn das Gerät zum Weckzeitpunkt ohne Strom ist. Andernfalls merkt es sich die Weckzeit und läuft automatisch mit der dann aktueller Uhrzeit weiter.

- Kein integrierter Bluetooth-Empfänger.

- Es gibt zwar einen Ein- und Ausschalter, aber im Standby ist immer noch das Display an und verbraucht Strom. Wer das nicht will, sollte eine schaltbare Steckdose verwenden. In diesem Zusammenhang noch ein Stromspartipp: Der "Networked Standby-Modus" war bei meinem Gerät (entgegen der Anleitung) anfangs aktiv. Dies bedeutet, dass das Gerät auch im Standby-Modus permanent über WLAN verbunden ist und statt 0,64 W nun 2,2 W verbraucht. Wer dies nicht will, kann die Option einfach deaktivieren.

Fazit: Diese Radiostation ist ein echter Alleskönner, ist hervorragend verarbeitet und hat das Zeug zum Designklassiker.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 26, 2016 12:58 PM CET


Japans Geister (Die Andere Bibliothek, Band 372)
Japans Geister (Die Andere Bibliothek, Band 372)
von Lafcadio Hearn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 42,00

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literarischer Botschafter Japans, 18. Januar 2016
Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die gesamte westliche Welt vom Japan-Virus erfasst. In der bildenden Kunst etablierte sich der Japonisme und auch die Literatur entdeckte das Land des Lächelns für sich. Die Menschen waren fasziniert von der verfeinerten Kultur, den exotischen Umgangsformen und dem perfektionierten Kunsthandwerk. Japan hatte sich erst kurz zuvor (unter Zwang) für westliche Reisende geöffnet, die Herrschaft der Samurai war gerade gebrochen und der Meiji-Kaiser schickte sein Land auf einer Parforce-Tour vom Mittelalter in die Neuzeit. Genau in diese Periode fällt das letzte Lebensjahrzehnt von Lafcadio Hearn, geborener Grieche mit englischen Wurzeln, zeitlebens ein Getriebener, auf der Suche nach Heimat. Die Familie emigrierte nach Irland, in die USA und zwei Jahre verbrachte Hearn auch als Korrespondent auf Martinique, bevor er 1890 nach Japan kam. Hier sog er förmlich die japanische Kultur in sich auf und wurde zu einem ihrer wortmächtigsten Botschafter. Man kann kaum unterschätzen, wie sehr Lafcadio Hearns Bücher die Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu Japan dominiert haben - und das weltweit. In Deutschland wurden seine Werke erst nach seinem Tod 1905 erstmals übersetzt, waren dann aber ein grandioser Erfolg. Zwischen 1905 und 1910 erschienen im Rütten & Loening Verlag wunderschön ausgestattete Ausgaben mit den höchst gelungenen Übersetzungen von Berta Franzos, die bis weit in die Zwanzigerjahre immer wieder aufgelegt wurden. Dann wurde es still um Hearn, was ausgesprochen bedauerlich ist, denn seine Bücher sind auch heute noch sehr lesenswert. Wohl kaum jemandem ist es gelungen, seine Begeisterung für Japan so wunderbar in Worte zu fassen wie Hearn. Vor dem Auge des Lesers entstehen zarte Bilder wie von japanischen Holzschnitten und man spürt förmlich die geheimnisvolle Atmosphäre in Tempeln und Schreinen, die grandiosen Landschaftsbeschreibungen und gefühlvollen Geschichten öffnen einem das Herz. Ich war schon oft in Japan und bin selber vom Japan-Virus infiziert, aber Hearns Beschreibungen lösen bei mir immer etwas wie Bedauern aus, dass ich dieses "Alte Japan" nur noch in Ansätzen gesehen habe. Dabei idealisiert Hearn das Land hemmungslos. Aber es ist eine einfach phantastisch gut geschriebene Hymne, die auch nach über 100 Jahren noch Fernweh und Sehnsüchte weckt. Immer verbindet Hearn seine Erlebnisse und Geschichten mit zahlreichen Details aus der japanischen Geschichte, Religion und Mythologie. Er hat sich mit der japanischen Kultur ausgesprochen intensiv beschäftigt, so sehr, dass er in seinen letzten Jahren sogar eingebürgert wurde. Eine Ehre, die nicht vielen Ausländern zuteil wurde (und wird).

Die Ausgabe der Anderen Bibliothek vereint verschiedene Texte aus den sechs Bänden seines Japanwerks, jeweils in der bewährten und kaum zu übertreffenden Übersetzung von Berta Franzos. Darunter sind eigene Erfahrungsberichte, aber auch fiktionale Geschichten aus dem japanischen Kulturkreis. Leider wurden die wunderbaren Buchillustrationen von Emil Orlik durch weit weniger originelle Grafiken ersetzt, denen in ihrer groben Reduktion auf vermeintliche japanische Bildklischees die subtile Eleganz der Hearnschen Texte abgeht. Nun ja, man kann zum Glück weiterblättern. Da warten wahre Entdeckungen für jeden Leser, der Hearn noch nicht kennt.


Zoo Med Terrarienbeleuchtung ReptiSun® LED / UVB Aufsatzleuchte 35cm / Verlängerung von 40 cm bis 55 cm variabel möglich
Zoo Med Terrarienbeleuchtung ReptiSun® LED / UVB Aufsatzleuchte 35cm / Verlängerung von 40 cm bis 55 cm variabel möglich
Preis: EUR 123,40

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielseitige Beleuchtungsanlage, 16. Januar 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Die Verarbeitung ist sehr robust und macht auf mich einen hochwertigen Eindruck. Bemerkenswert sind die extrem starken 1-Watt LEDs, die ein sehr helles, fast gleißendes Licht abgeben, das meiner Meinung nach auch für größere Terrarien absolut ausreicht. Es hat wirklich Tageslichtqualität. Ich benutze die Leuchte für meine Orchideen, die im Winter eine zusätzliche Lichtquelle benötigen und da sind die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Module sehr praktisch. Man kann die UVB-Leuchte und die LED-Tageslicht-Leuchten separat voneinander schalten und sogar steuern (haben jeweils ein eigenes Netzkabel). Abhängig vom Einsatzzweck lassen sich auch rote LEDs zuschalten, die für Pflanzen wichtige Frequenzen verstärken. Braucht nicht jeder, aber für mich sind sie essentiell. Die Moonlite-Nachtbeleuchtung ist dagegen für die Haltung von nachtaktiven Tieren gedacht, so wie die UVB-Leuchte für Reptilienhalter wichtig ist.

Die LEDs brauchen maximal 5 Watt, wenn die 4 weißen und 2 roten LEDs zusammengeschaltet sind, die UVB Leuchtstoffröhre verbraucht noch einmal 13 Watt. Insgesamt eine sehr energiesparende Lichtquelle, die auch noch den Vorteil hat, dass sie relativ wenig Hitze abgibt. Zumindest für meine Pflanzen ist das von Bedeutung.
Praktisch ist auch, dass man alle Module austauschen kann, bzw. die LED-Module um zwei erweitern kann (sind dann insgesamt 6). Geht eins kaputt, ist nicht gleich die ganze Anlage hin.


Gut versichert: Wie man für sich selbst und die Familie vorsorgt
Gut versichert: Wie man für sich selbst und die Familie vorsorgt
von Isabell Pohlmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Licht ins Versicherungsdunkel - aber Dunkel bleibt's bei Riester, 14. Januar 2016
Die Stiftung Warentest mit ihren Publikationen Test und Finanztest gilt als unabhängige und objektive Institution. In der Buchreihe von Finanztest ist nun die überarbeitete Neuauflage des "Versicherungs-Ratgebers" unter dem neuen Titel "Gut versichert" erschienen, der das doch recht trockene Thema optisch (zweifarbige Darstellung, Textboxen) und inhaltlich gut strukturiert darstellt.

Zu Beginn werden die verschiedenen Versicherungsarten von "bedingt sinnvoll" bis "unbedingt notwendig" klassifiziert. Überflüssige Versicherungen sind in der Neuauflage leider nicht mehr in der Übersichtstabelle enthalten, sondern werden im Folgekapitel separat behandelt. Wer seine aktuellen Versicherungen allein anhand dieser Klassifizierung bereinigt (Krankenhaustagegeld-, Insassenunfall- und Reisegepäckversicherungen lohnen sich beispielsweise meist nicht), kann schnell viel Geld sparen und dieses Geld ggf. in unbedingt notwendige Versicherungen (z.B. in eine private Haftpflichtversicherung) investieren.

Da sich der Versicherungsbedarf im Laufe des Lebens ändert, beschreibt Pohlmann im Folgekapitel, welche Versicherungen in den einzelnen Lebensphasen sinnvoll sind - für Azubis, Studenten, Berufseinsteiger, Selbständige, Paare, Verheiratete, Eltern und Kinder sowie Rentner.

Die gängigsten Versicherungen werden anschließend thematisch sinnvoll gegliedert und ausführlich erläutert: "Schäden bei anderen" (Private Haftpflichtversicherung), "Krankheit und Pflege" (Kranken- und Pflegeversicherung sowie Zusatzversicherungen), "Schutz bei Invalidität" (Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung), "Zuhause und im Alltag geschützt"(Gebäude- und Hausratversicherung, Rechtsschutzversicherung), "Unterwegs immer sicher" (Kfz-Versicherung, Auslandskranken- und Reiserücktrittsversicherung), "Finanziell vorsorgen" (Riester-Verträge, Rürup-Rente, Private Renten- und Kapitallebensversicherung sowie Risikolebensversicherung), um hier nur einen kurzen Überblick zu geben. Wer aber zu einer speziellen Versicherungsart Informationen sucht, steigt am Besten über das Register am Ende des Buches ein.

Die Autorin versteht es, die einzelnen Thematiken mit sinnvollen Überschriften und Fragestellungen zu gliedern, wie z.B. "Ein Muss: Die Privathaftpflichtversicherung" oder "Kapitallebensversicherung: Neuverträge nicht attraktiv". Textboxen mit besonders wichtigen Hinweisen erleichtern ebenfalls das Querlesen oder die Suche nach Informationen. Bei der Riester-Rente habe ich allerdings einen Hinweis darauf vermisst, dass sich "riestern" erst ab einem Einkommen von rund 2.500 €/Monat und bei günstigen Randbedingungen lohnt. Bei geringerem Verdienst freut sich nur der Staat darüber, dass man so eifrig gespart hat, denn die Riester-Rente wird im Alter voll auf die Sozialleistungen angerechnet (und auf Sozialhilfe im Alter sollte man sich bei 2.500€/Monat schon mal einrichten). Ob man spart oder nicht - am Ende kommt das gleiche heraus! Selbst für Besserverdiener lohnt riestern nur, wenn man beabsichtigt, sehr alt zu werden. Mindestens 82 Lenze brauchte man, um auch nur die Beiträge wieder rauszuholen - und die Zahl galt früher für die alten 2,25% Garantiezins-Verträge. Heute muss man schon aus der Familie Heesters kommen, um aus einem Riester-Vertrag noch eine Rendite zu erwirtschaften. Dass diese, vom Staat absichtlich eingebauten Falltüren nicht erwähnt werden, halte ich für einen so großen Lapsus, dass ich dafür einen Stern abziehe. Vor Riester muss aus meiner Sicht ausdrücklich gewarnt werden.

Abschließend gibt die Autorin dem Leser noch wertvolle Hinweise und Checklisten rund um den Vertrag an die Hand, wie z.B. Fehler beim Vermittlergespräch vermeiden, Vorgehensweise im Schadensfall und Kündigung von Verträgen. Auf die übersichtliche Tabelle mit den einzelnen Regeln zur Kündigung von Policen hat Pohlmann in dieser Neuauflage leider verzichtet.

Fazit: Abgesehen vom Thema Riester kann man das Thema "Versicherungen" für Einsteiger kaum besser darstellen. Wer "Gut versichert" gelesen hat, ist auf die Gespräche mit seinem Versicherungsvertreter vorbereitet und kann unterscheiden, ob er gerade beraten oder verkauft wird.


Horizont BHUTAN - Land des Donnerdrachens - Ein Bildband mit über 270 Bildern - STÜRTZ Verlag
Horizont BHUTAN - Land des Donnerdrachens - Ein Bildband mit über 270 Bildern - STÜRTZ Verlag
von Walter M. Weiss
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Land des Bruttosozialglücks, 12. Januar 2016
Bhutan ist ein außergewöhnliches Reiseziel. Alleine die Anreise ist eindrucksvoll wie kaum eine andere. Man fliegt in kleinen Maschinen quer durch den Himalaya, links und rechts begleitet von gigantischen Bergriesen, die den Himmel verdecken. Und der Landeanflug im engen Parotal, wo der einzige Flughafen des Landes liegt, erinnert an eine Achterbahnfahrt, wenn man fast die Baumwipfel an den Hängen streift. Nur eine Handvoll Touristen werden jedes Jahr eingelassen, da die Bhutaner ihre kulturelle Identität traditionell schützen und fremde Einflüsse nicht schätzen. Sie haben immer noch das Beispiel Sikkim vor Augen, das ehemalige Nachbarkönigreich, in dem in den Fünfzigerjahren nepalesische Einwanderer per Volksentscheid die Auflösung des Staates herbeigeführt haben. Die Bhutaner sind ein freundliches und offenes Volk, damit hier kein falscher Eindruck entsteht. Sogar ein sehr freundliches Volk, aber sie wissen, was auf dem Spiel steht: Ihr Bruttosozialglück. Reiche Touristen (und aufgrund des hohen Zwangsumtauschs pro Reisetag sind die meisten Touristen in der Tat verhältnismäßig wohlhabend) säen Begehrlichkeiten in die Herzen der Bevölkerung, der bisher nicht der Sinn nach der Anhäufung von Reichtümern steht. König Jigme Singye Wangchuk prägte das mittlerweile geflügelte Wort vom Bruttosozialglück, das die Maßzahl für das Regierungshandeln sein sollte, statt des westlichen Bruttosozialprodukts. Und so ist Bhutan im Wesentlichen ein Agrarland geblieben, ohne rückständig zu sein. Es gibt Fernsehen (aber erst seit 1999) und Autos, aber die einzige Verkehrsampel, die bis vor ein paar Jahren auf der Hauptkreuzung von Thimphu stand, die hat man kürzlich abgebaut, weil sie eher hinderlich war. Jetzt regelt wieder ein Polizist den spärlichen Verkehr. Bhutan ist aber nicht nur ein faszinierendes Sozialexperiment, sondern auch landschaftlich und kulturell von atemberaubender Schönheit.

Walter M. Weiss hat das Land von West nach Ost bereist und seine Eindrücke in Bild und Text festgehalten. Die farbenprächtigen Klosterfeste ebenso wie die grandiose Natur, die in Bhutan unter besonderem Schutz steht. Kein Land der Erde hat prozentual so viel Fläche unter Naturschutz wie Bhutan. Die Textbeiträge sind gut recherchiert und vermitteln sowohl Geschichte wie auch kulturelle Hintergründe. Manchmal fehlt mir ein wenig der kritische Blick, wenn z. B. das Thema Korruption ausgeblendet wird. Auch in Bhutan ist nicht alles Gold was glänzt, aber die demokratische Reform von 2006 funktioniert erstaunlich gut: 2013 wurde die bisherige Regierungspartei wegen Korruption in einem Erdrutschsieg mit Zweidrittelmehrheit abgewählt. Es gibt noch weitere Aspekte, die man auch kritischer sehen kann und wo das Bild in der Öffentlichkeit ein wenig von der Realität abweicht, aber im Wesentlichen schildert der Autor ein wahrhaftiges Bild vom Leben der Menschen in Bhutan, das geprägt ist von einer tiefen Gläubigkeit und bescheidenen, aber keineswegs ärmlichen Verhältnissen.
Die Fotos zeigen die malerischen Seiten des Landes: prächtige Trachten (in Bhutan gesetzlich vorgeschrieben), bunte Tschechu-Feste mit geheimnisvollen Maskentänzen, atemberaubende Landschaften inmitten des dicht bewaldeten Himalaya, herrliche Klosteranlagen und vor allem die Menschen, denen man die Zufriedenheit ansieht. Es ist ganz sicher etwas dran an diesem Bruttosozialglück. Aber die Fotos haben weitgehend dokumentarischen Charakter und orientieren sich an dem, was man als Gelegenheitstourist zu sehen bekommt und erlebt. Walter M. Weiss scheint nicht sehr lange im Land gewesen zu sein, denn wirklich fesselnde Fotos, die als einzelnes Bild eine ganze Geschichte erzählen oder eine besondere Atmosphäre einfangen, solche Fotos sind selten. Stattdessen wiederholen sich bestimmte Szenen mehrfach, was darauf hinweist, dass insgesamt nicht genug Fotomaterial vorhanden war. Das ist schade, denn so bleibt der Chronist doch etwas an der Oberfläche. Dieser Mangel wird durch die informativen Texte allerdings zum Teil ausgeglichen.


Geformt mit göttlichem Atem - Römisches Glas
Geformt mit göttlichem Atem - Römisches Glas
von Andrea Rottloff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochspezialisierte "Banausen", 10. Januar 2016
Römisches Glas erfreut sich großer Beliebtheit, nicht nur im Antiken-Kunsthandel. Man braucht nur einmal ins Römisch-Germanische Museum in Köln zu gehen und nach den größten Menschenansammlungen zu suchen. Das ist in der Regel vor den Vitrinen mit römischem Glas, dessen unglaubliche Formen- und Farbenfülle von einer sehr ausgefeilten Technologie kündet. Alleine das berühmte Diatretglas mit seinem auf Stegen "schwebenden", hochkomplizierten Dekor aus durchbrochenen Ziermustern ist einen eigenen Besuch wert. Ganz geklärt ist im Übrigen immer noch nicht, wie man vor über 1500 Jahren diese filigranen Meisterwerke überhaupt hergestellt hat. Andrea Rottloff widmet dieser Frage gleich ein ganzes Kapitel. Aber es ist bei weitem nicht die einzige Überraschung, die sich dem Leser bietet. Mindestens ebenso interessant sind die sogenannten Rippenschalen, die eben nicht in eine Form mit radialstrahligen Rippen gepresst wurde. Auch hier ist der Herstellungsprozess nicht geklärt, fest steht aber, dass sich keine zwei Rippenschalen in allen Details gleichen. Die Rippen wurden einzeln "angebracht" - mit ungeheurer Präzision.

Das Buch versteht sich als umfassende Einführung in das Thema "Römisches Glas" und liefert neben dem material- und kunstgeschichtlichen Hintergrund zahlreiche Detailinformationen zu den unterschiedlichsten Formentypen, ihrem regionalen und lokalen Vorkommen, den bekannten oder postulierten Herstellungsorten, sowie der Verwendung in Alltag, Repräsentation oder Ritus. Erstaunlicherweise war Glas im alten Rom ein Gebrauchsgegenstand, der keineswegs nur den oberen Gesellschaftsschichten zur Verfügung stand. Die Forschung geht mittlerweile davon aus, dass in der Spätantike Glas nahezu überall verarbeitet wurde, selbst in den ländlichen Villen der Provinz ("Villa" hat im Lateinischen keineswegs einen luxuriösen Beiklang). Auch waren die technischen Fähigkeiten der "banausos", wie alle an Öfen arbeitenden Handwerker in der Antike genannt wurden, bemerkenswert hoch entwickelt. Nahezu alle Techniken, die auch heute noch Anwendung finden, sind bereits im Altertum belegt, sei es Überfangglas, Goldgläser, Millefiori-Gläser, Glasschliff oder Mosaikgläser.

Andrea Rottloff zeigt anhand zahlreicher Abbildungen typische Vertreter aller wichtigen Formen und Techniken, wobei sie allerdings im Text noch weitaus mehr Beispiele erwähnt, zu denen entsprechende Fotobelege fehlen. Darunter sind auch einige, die laut Autorin von größerer Bedeutung sind, was dann nur noch über eine Internetrecherche geklärt werden kann. Dies und die leider recht zahlreichen orthografischen und syntaktischen Fehler schmälern die Freude über das Buch ein wenig. Dennoch ist die Lektüre sehr informativ, die Sprache ist klar und verzichtet weitgehend auf Fachvokabular, sofern es nicht begrifflich eingeführt ist. Ein Glossar ist vorhanden.

Das Buch richtet sich an den interessierten Laien, aber auch an angehende Kunsthistoriker, wobei die thematische Eindringtiefe bemerkenswert hoch ist. Zahlreiche Hinweise sind auch für den Sammler interessant, wenn es z. B. um die Echtheit der Glaspatina ("Iris") oder um die Unterscheidung von römischem und mittelalterlichem Glas geht. Insgesamt eine spannende Lektüre mit vielen überraschenden Erkenntnissen, die eine hervorragende Einführung darstellt. Wer sich noch detaillierter zu einzelnen Themenkomplexen informieren will, findet im Anhang eine Liste weiterführender Literatur.


Die ganze Welt des Wissens - 2
Die ganze Welt des Wissens - 2
von Ulrike Rückert
  Audio CD
Preis: EUR 63,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Puzzlestücke des Wissens, 8. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Die ganze Welt des Wissens - 2 (Audio CD)
Unter dem Titel "RadioWissen" sendet der Bayerische Rundfunk seit vielen Jahren qualitätvolle Features zu allen Aspekten der Wissenschaft. Ob Archäologie, Geschichte oder Religion, ob Physik, Astronomie oder Kulturwissenschaft - die Redakteure stellen in 15 - 20 Minuten jeweils ein Thema vor und das mit erheblichem Aufwand. Es sind "durchkomponierte" Radiominiaturen, mit Originaltönen von Experten und atmosphärischer Untermalung. Die Beiträge sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, oft sind sie sogar initiiert durch brandneue Erkenntnisse, z. B. aus der Neurologie (s. Themenkomplex "Gefühle" in der neuen Box).

Da ich viel unterwegs bin, habe ich schon seit Jahren die RadioWissen Features als Podcast beim BR heruntergeladen und höre sie regelmäßig im Auto. Auch die bereits erschienene erste Box mit 11 CDs habe ich mit Begeisterung verschlungen, zumal da auch einige ältere Beiträge dabei waren, die ich noch nicht vom Podcast kannte. "Die ganze Welt des Wissens" ist ein Archiv der praktischen Allgemeinbildung. Es wäre eine gute Vorbereitung für Günther Jauch, aber auch wer sich nicht auf den heißen Stuhl bei "Wer wird Millionär" setzen will, hat zweifellos seinen Nutzen daraus. Diesmal sind als außergewöhnliche Schwerpunktthemen "Gefühle", "Rund ums Lesen und Schreiben" oder auch die Mechanismen und Theorien der Ökonomie aufgenommen worden. Viele Beiträge haben mich in der Vergangenheit bereits animiert, mich näher mit den einzelnen Themen zu beschäftigen und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn der BR aus seinem Fundus die nächste Staffel veröffentlicht. So setzt sich mein persönlicher Wissenskosmos langsam wie aus Puzzlesteinen zu einem immer komplexeren Bild zusammen. Wie sagte Mr. Spock so richtig? "Faszinierend..."


Jenseits von Einsteins Universum: Von der Relativitätstheorie zur Quantengravitation
Jenseits von Einsteins Universum: Von der Relativitätstheorie zur Quantengravitation
von Rüdiger Vaas
  Gebundene Ausgabe

23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einstein wohin man blickt, 5. Januar 2016
"Jenseits von Einsteins Universum" erzählt die Geschichte der bisher größten Entdeckung in der Geschichte der Physik und ihren Folgen bis in unsere Gegenwart. Es ist kaum zu überschätzen, was Einstein im Jahr 1905 ins Rollen brachte. Mit der Relativitätstheorie erschloss er sowohl das Universum im Großen als auch den Mikrokosmos im Kleinen. Anfangs kaum beachtet, wird Einsteins Erkenntnis zur Basis einer neuen Physik, tausendfach experimentell überprüft und nie hat diese Theorie bisher versagt. Allerdings gibt es doch einige Beobachtungen, die sich mit dem Standardmodell der Kosmologie nicht erklären lassen. Es sind vor allem Abweichungen in galaktischen Größenordnungen, die durch immer präzisere Messungen erkennbar werden. Es scheint so, dass über besonders große Distanzen eine geheimnisvolle Macht die Bewegungen der Galaxien steuert. Dunkle Materie und Dunkle Energie sind dabei aber nur zwei mögliche Erklärungen (die sich im Übrigen experimentell selber noch im Dunkel befinden). Alternativ gibt es für einige der Dunkel-Effekte auch sehr überzeugende Modelle, die davon ausgehen, dass sich Naturkonstanten über große Distanzen eben nicht konstant verhalten. Rüdiger Vaas erklärt diese Theorien auf einem für den interessierten Laien verständlichen Niveau, ohne die nötige wissenschaftliche Präzision dabei aus den Augen zu verlieren. Gerade im Bereich der Relativitätstheorie und den daraus abgeleiteten Erkenntnissen widerspricht einiges dem gesunden Menschenverstand, was immer wieder zu Fehlinterpretationen und verfälschten Darstellungen in der breiten Öffentlichkeit führt. Die Dinge sind zugegebenermaßen kompliziert, aber Vaas gelingt es, das Komplizierte mit (relativ) einfachen Worten, und dabei immer noch wissenschaftlich korrekt zu erklären. Und eines wird im Lauf der Geschichte klar: Auch wenn phänomenologisch einzelne Aspekte nicht mit der Relativitätstheorie erklärbar sind, so wird die zukünftige Forschung immer auf dem Fundament der Einsteinschen Physik stehen, genauso wie Einstein auf dem Fundament Galileis und Newtons steht. Einstein erklärte minimale Abweichungen von Newtons Gravitationsgesetzen, aber diese verlieren damit keineswegs ihre Gültigkeit. Genauso wird es mit der "Weltformel" sein. Sie wird viele Dinge erklären und trotzdem wird man die relativistischen Effekte in der Satelliten- oder Chiptechnologie ganz sicher weiterhin mit Einsteins Formeln berechnen. Vaas erklärt dieses Grundprinzip der Wissenschaft in seinem Buch sehr anschaulich und überzeugend. Er präsentiert alle derzeit ernsthaft diskutierten Modelle, zeigt Vor- und Nachteile auf und verschweigt auch nicht, in welchen Bereichen die neuen Theorien jeweils versagen. Derzeit kann niemand voraussehen, in welche Richtung es weitergeht und Vaas bezieht auch keine eindeutige Position.

Inhaltlich gibt es viele Parallelen zu Vaas' vorangegangenen Publikationen ("Tunnel durch Raum und Zeit", "Hawkings neues Universum", "Vom Gottesteilchen zur Weltformel"). Neu ist vor allem, dass sich diesmal die Darstellung aktueller Forschungsergebnisse und -theorien durchgängig an Einsteins Relativitätstheorie wie an einem roten Faden orientiert, wodurch sie als die essenzielle Grundlage unserer modernen Physik erkennbar wird. Das sprachliche Niveau ist hoch und erfordert auch einige Grundkenntnisse der wissenschaftlichen Nomenklatur, aber ernsthaft an Kosmologie interessierte Laien werden keinerlei Schwierigkeiten haben, dem Autor zu folgen.
Eine umfassende, teilweise erstaunlich tiefgehende Darstellung der aktuellen Probleme der Physik und ihrer Fundamente. Einstein wohin man blickt.


Dictator (Cicero, Band 3)
Dictator (Cicero, Band 3)
von Robert Harris
  Audio CD
Preis: EUR 16,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Leben wie im Roman, 2. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Dictator (Cicero, Band 3) (Audio CD)
Ich habe schon die beiden Vorgängerbände mit Begeisterung verschlungen und mein Interesse nach den Hintergründen der Geschichte wurde geweckt. Was hat sich Harris ausgedacht und was ist geschichtlich verbürgt? Ich verderbe nichts, wenn ich hier verrate: Fast alles ist genau so passiert und die Hintergrundrecherche des Autors ist ausgesprochen präzise. Ihm hat allerdings in die Hände gespielt, dass keine historische Person des alten Rom so greifbar ist, wie Cicero. Er hat zahlreiche Bücher und unzählige Briefe hinterlassen, war Thema von zeitgenössischen Geschichtswerken und eine der bedeutendsten Figuren der römischen Geschichte. Seine Epoche am Übergang von der Republik zur Kaiserzeit ist die am besten dokumentierte der gesamten Antike und aus diesem riesigen Fundus hat Harris die Details für seine Romane geschöpft. Hier stimmt einfach alles. Die Einrichtung der Häuser (Cicero war bekannt für seinen Hang zum Luxus. Für einen besonderen Tisch aus Citrusholz zahlte er nachweislich 500000 Sesterzen. Zum Vergleich: um Konsul zu werden, musste man ein Vermögen von einer Million Sesterzen nachweisen...), die familiären Verhältnisse (so erfolgreich Cicero beruflich war, so desaströs war sein Familienleben), die ständig wechselnden Bündnisse der Kontrahenten, die internationale Reisetätigkeit, die dramatischen Begegnungen. Sogar der Inhalt vieler Gespräche ist überliefert. Aber es ist eben nicht nur die ausgezeichnete Recherche, die Harris' Romane auszeichnen, sondern seine Fähigkeit, die Figuren auch lebendig werden zu lassen. Sie sind keine leeren Hüllen, in die mit literarischen Versatzstücken ein wenig Atmosphäre eingefüllt wird, sondern es sind Menschen aus Fleisch und Blut, die psychologisch vollkommen durchgezeichnet sind, deren Gedanken und Handlungen nachvollziehbar und schlüssig sind. Es gelingt ihm mühelos, mit wenigen Anmerkungen Szenarien zu entwerfen und Atmosphäre heraufzubeschwören und dabei hat er ein untrügliches Gespür für Dramaturgie und den richtigen Effekt. Vielleicht merkt man es, aber ich bin ein großer Bewunderer dieser Kunst.

Im dritten und letzten Teil kommt es zum Showdown zwischen Caesar, Pompeius und Cicero, in dessen Verlauf alle drei ihr Leben lassen werden. Die Allianzen wechseln, die Finten und Winkelzüge sind oft von machiavellischer Hinterhältigkeit, niemand lässt sich in die Karten schauen und jeder Protagonist hat mehr als nur eine Agenda, nach der er handelt. Es sind Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs, genau wie wir sie heute erleben. Das Ende eines Zeitalters und niemand weiß, was nach den radikalen Umwälzungen auf die Menschheit zukommt. Damals wie heute. Und aus dieser Unsicherheit schöpft der Roman seine Spannung. Ciceros Sekretär Tiro ist stets der aufmerksame und kluge Beobachter, aus dessen Sicht die Geschehnisse beschrieben werden. Erzähltechnisch übrigens ein raffinierter Schachzug, denn Tiro kann im entscheidenden Moment immer an genau den Orten sein, an denen Cicero gerade nicht ist. So wird Tiro zum Augenzeuge aller wichtigen Begebenheiten.

Bemerkenswert ist, dass die Geschichte selbst für diejenigen spannend ist und bleibt, die sich mit römischer Geschichte gut auskennen. Die Figuren rücken viel näher an den Leser als in einem noch so gut geschriebenen Sachbuch und da man sich selbst auf Details verlassen kann, lernt man auch noch jede Menge Authentisches über den römischen Alltag. Herausgekommen ist ein Pageturner genau wie Band 1 und 2. Das tragische Ende Ciceros und die fast schon unglaubliche Schlusspointe ist übrigens auch verbürgt. Manchmal schreibt das Leben eben Geschichten, wie sie sich kaum ein Autor ausdenken kann.

Frank Arnold trifft als Sprecher den richtigen Ton, der viel besser zum Erzähler passt als die immer etwas nuschelige Stimme von Hannes Jaenicke, der den zweiten Band "Titan" gelesen hatte. Tiro ist nun mal kein obercooler Macho, sondern ein verantwortungsvoller Diener seines Herrn. Warum es insgesamt drei Sprecher für die Trilogie gab, wird wohl ein Geheimnis des Verlags bleiben.


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