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Rezensionen verfasst von
Art Hirtman "ARTHIRTMAN"

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Afterparty
Afterparty
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Ja, es gibt eine schwierige Phase, 7. August 2017
Rezension bezieht sich auf: Afterparty (Kindle Edition)
Vage geschätzt im dritten Sechstel des Romans hängt er etwas durch. Für einen Moment dachte ich schon: Böhmert, watt hamse uns denn da übersetzt und empfohlen? Ist man damit aber durch, gefällt das Ganze.

Zu den Inhalten verweise ich mal großzügig auf die anderen Rezensionen.


Dunkelheit
Dunkelheit
von Connie Willis
  Taschenbuch
Preis: EUR 20,00

5.0 von 5 Sternen Dunkelheit und Licht, in fünf Tagen, 19. Juli 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dunkelheit (Taschenbuch)
Mich packte dieser Großroman - "Dunkelheit" und "Licht" - absolut, nachdem ich das erste Augenrollen über die doch sehr studentoiden Akteure hinter mir hatte lassen können (ein durchaus gewünschter Effekt, wie mir scheint). In fünf Tagen war ich mit beiden Büchern durch, obwohl mir mehr Lektürezeit als ein Wochendtag und die Abendstunden nicht zur Verfügung stand.

Wenn unter den Produktkommentaren hier oder im Leserforum von "Science Fiction & Fantasy" im "Standard" (Josefson/Jürgen Doppler) moniert wurde, wie unbeholfen die Studenten in der 120 Jahre zurückliegenden Vergangenheit des Zweiten Weltkriegs agierten oder wie böse der Zufall in manchen Szenen greift - ich denke, diese Kritik verkennt, wie gut Willis es damit gelingt, Menschen auf Augenhöhe einer mehrfach verzweifelt erscheinenden Situation zu beschreiben, jener Lage der britischen Bürger in Zeiten des Krieges wie auch jener der gestrandeten Zeitreisenden.

Nichts tun können, nur sehr bedingt vom überlegenen Wissen zu profitieren, Effekte gedehnter Zeit (die mich etwas an den Spruch erinnert, wonach Soldaten im Krieg vor allem damit zu kämpfen haben, nichts zu tun) - ich finde das, nach anfänglichem Aufstöhnen über die Akteure, alles ausgesprochen großartig. Und schließlich liegt auch noch Liebe darin, die weder verkitscht auf der Handlungsebene greift noch eine verschmonzte schwarzlochüberwindende Matthew-McConaughey-"Interstellar"-Liebesmetaphysik bedient.

Diesen zweibändigen Roman hat eine verdiente Fantastik-Autorin mit der reifen Intelligenz einer 70-Jährigen geschrieben und eine gescheite Übersetzerin und SF-Autorin, Claudia Kern, ins Deutsche übertragen. Ich bin geneigt, jedem, der hier weniger als drei Sterne vergibt, anzuraten, doch noch einmal übers eigene Urteilsvermögen kritisch nachzudenken (und ich meine das nicht unfreundlich, es gab auch für mich Hürden, siehe oben).


Die Stadt der tausend Treppen: Roman (Die göttlichen Städte, Band 1)
Die Stadt der tausend Treppen: Roman (Die göttlichen Städte, Band 1)
von Robert Jackson Bennett
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergänzende Anmerkungen, 9. Juli 2017
Ich schließe mich im Wesentlichen der Rezension von Flaventus (Stand von heute) und gebe hier nur ein bisschen Senf dazu.

Generell: Die Fantasy-Welt des Romans erinnert mich an das schmutzig-magische Setting von Fritz Leibers "Mausling"-Erzählungen (Die Herren von Quarmall: Die Abenteuer von Fafhrd und dem Grauen Mausling, Band 2 (Phantasia Paperback Fantasy) hier: der Kontinent der alten Götter), in das eine neue Welt mit Automobilien, Eisenbahn, plüschige Fin-de-siècle-Elemente hineingesetzt sind (Saypur, vgl. Grand Budapest Hotel [Blu-ray]). Normalerweise würde ich bei einem solchen Grand-Hotel-Budapest-Setting innerlich auf die Barrikaden gehen, aber irgendwie wirkt die Komposition doch sehr stimmig auf mich.

Damit bin ich beim Punkt · • Unstimmigkeiten • · (siehe Flaventus)
Dass die Welt "nur" im Zusammenhang mit der Handlung dargestellt wird, finde ich angenehm. Fantasy, die mit einer onkelhaften Weltbeschreibung nach Art von Tolkiens ethnologischer Einleitung daherkommt, gibt es m.E. im Bereich von Fanfiction mehr als genug.

Es kommt hinzu, dass dies hier erzähltechnisch eine kluge Lösung ist. Ich male mir die Leerstellen z.B. lieber mit Fritz Leiber und Grand Hotel Budapest aus (Universitätserinnerungen, Herrenclub-Eindrücke sind hier, denke ich, aber auch ausführlich genug). Andere werden vielleicht eher an Warehouse 13 denken, wieder andere Assoziationen aus eher für junge weibliche Leser geschriebener Fantasy aktivieren (nicht mein Feld). Abgesehen davon, ist es auch konsequent, Dinge in der Handlung auftauchen zu lassen und nicht zu behaupten.

· • Anspruchsvoll • ·
Ich muss zugeben, dass ich schon als kleiner Junge in einen Kessel voller Lexika und Fremdwörterbücher gefallen bin, so dass mich schon meine Sekundarstufe-I-Lehrerinnen nicht mehr verstanden haben - aber im Ernst: Es gibt Begriffe magischer Entitäten (das kommt aus dem Lateinischen ens, entis = Wesenheiten), für die Menschen ohne Kesselsturzerfahrung ein Fremdwörterbuch heranziehen könnten.
Da die Dinge aber eher in der Handlung entwickelt werden - die bösen Wörter also nicht im Infodump auf den Leser einprasseln - kann man über vereinzelt mal nicht einleuchtende Begriffe auch hinweglesen und schauen, ob sie noch zum Leben erweckt werden.

· • Fazit • ·
Nach gefühlt zehn Jahren George-R.-R.-Martin-Anbeterei in Fantasy-Fandoms und allgemeiner Fantastik-Leserschaft(bei dem man nie weiß, warum die Eiserne Bank dem ganzen inzüchtigen Adelsgesindel überhaupt jemals Geld geliehen haben soll, dafür brauche es doch schon bei den Fuggers gewaltig gute Gründe) ist das hier ein angenehm "realistisches" Buch, in dem Machtverhältnisse, Okkupation, Wiederaufbau, religiöser Fanatismus etc. plausibel erzählt und nicht allein daherkommen, um noch eine Queste in Bewegung zu halten.

Tolle Sache. Und "anspruchsvoll" ist kein Wort, das abschrecken sollte. Grausliche Wahlkaiser, mafiöse Neo-Sultane, die in der säuglingsartigen oder frömmlerischen Sprache der einfältigen Anspruchslosigkeit ihre Anhänger bei Laune halten, haben wir im realen Leben schon mehr als genug.


Das Buch der verbrannten Bücher
Das Buch der verbrannten Bücher
von Volker Weidermann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dünn wie eine Weidermann-Sendung, 11. Juni 2017
Das Dreisterne-Verdikt heißt offiziell "nicht schlecht" und ist in seiner freundlichen Seite den von Weidermann vorgestellten Autoren zu verdanken. Einige aus diesem Kreis durfte ich als Teenager ohne germanistisches Fachinteresse dank der Bibliothek der verbrannten Bücher kennenlernen, die der Fischer-Verlag in den 1980er Jahren herausbrachte. Zu manchen war mir zumindest eine der kleinen biographischen Rowohlt-Monographien bekannt. Aus der Asche gilt es noch viel wiederzuentdecken, vertriebene oder ermordete Autoren haben im Lauf meiner inzwischen 35 Leser-Jahre den einen oder anderen Meter im Regal eingenommen. Ein Land, das seinen Leo Perutz nicht ehrt, wie andere ihren H.P. Lovecraft, hat hier erheblichen Nachholbedarf.

Selbst wenn man Weidermann zugute hält, dass er ein Überblickswerk schreiben wollte, ist es für meinen Geschmack vielfach deutlich zu dünn geraten. Gerade einmal zwei Seiten über Egon Erwin Kisch - ich bin da kein spezifischer Fan, ohne Bias also, las aber u.a. ausführlich zu seiner kakanischen Laufbahn und zur abenteuerlichen australischen Fluchtgeschichte - sind in meinen Augen einfach zu wenig. Das Beispiel lässt sich ohne Mühe für nahezu jeden anderen der von Weidermann präsentierten Autoren durchführen.

Da ich konventionelles Fernsehen praktisch gar nicht mehr wahrnehme - meine 17 Euro Rundfunkkopfsteuer könnten also ungekürzt an die Sender des Deutschlandradios fließen - ist mir die Weidermann'sche ZDF-Literatursendung erst viele Monate nach ihrem Start als Online-Videokonserve begegnet. Die grausliche Vermittlerrolle des Gastgebers zwischen den wirklich schlimmen Trivialitäten einer Frau Westermann und den etwas gehobeneren, formatbedingt aber ebenfalls flach bleibenden Einlassungen Maxim Billers hat vielleicht meinen Blick auf Weidermanns "Buch der verbrannten Bücher" getrübt: Als hätte hier jemand ein Werk schreiben wollen, mit dem sich - als Zeitungsjournalist -.im Verlagsbetrieb ein Name machen lässt, von dem sich Lektorinnen und - wichtiger noch - PR-Damen angesprochen fühlen (der frühere BGH-Richter Thomas Fischer sitzt mir da mit seinen Worten über Carolin Emcke und ihr Milieu im Kopf, das auszuführen, hieße aber gehässig werden), ohne dabei allzu viel Hirnschmalz und Recherchefleiß an den Tag legen zu müssen - wie eines jener Bücher, mit denen sich Fernsehmoderatorinnen und -toren ihre hübschen, bekannten Gesichter vergolden lassen, bloß dass dieses Büchlein hier eben ausnahmsweise einmal vor der TV-Karriere auf den Markt kam.


Der Verdacht des Mr. Whicher - Der Mord von Road Hill House / Der Mord in der Angel Lane
Der Verdacht des Mr. Whicher - Der Mord von Road Hill House / Der Mord in der Angel Lane
DVD ~ Paddy Considine
Preis: EUR 12,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenn die Schauspieler ihre Arbeit nicht gescheit verrichteten ..., 1. Juni 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
... gäbe es hierfür überhaupt keinen Stern. Die Leistung der Darsteller bringt es meines Erachtens durchaus und entspricht dem, was sie zu spielen haben. Mr. Whicher ist ein durch Scheitern und Vorgeschichte depressives Kerlchen (ihn als "dröge" abzutun, verkennt m.E. seine Rolle), was an den Künsten von Peter Capaldi der Rolle so unangemessen sein soll, wie es hier ein anderer 2-Sterne-Kommentator moniert, erschließt sich mir auch nicht.

Der Plot der beiden Geschichten ist allerdings auf eine Art öde, wie ich es lange nicht erlebt habe. Immer wieder gibt es eine Wendung zu viel - was für sich genommen nicht ins Gewicht fiele, würde man nicht jedes Mal schon vorher wissen, dass nun exakt dieser kleine, vergebliche Versuch folgen wird, der Geschichte Spannung zu verleihen. Ungefähr so: Ein Anwalt steht im Gerichtssaal und erklärt, dass im nächsten Augenblick der angeblich Ermordete zur Tür hereinkommen werde, und dann passiert exakt ...

... __________. Ich sage es mal nicht, um nicht mit Blick auf eine Szene zu spoilern, die, anders als die uralte Gerichtssaalnummer, tatsächlich vorkommt: Hier wird mal hoch dramatisch mit sermonierendem Anglikanerpriester ein Grab geöffnet, es passiert exakt ... ______________. Ironisch gebrochen haut derlei hin, hier aber laufen derlei Drehungen in vollem Ernst.

Mag sein, dass Mr. Whicher mit seinen einfältigen dramatischen Drehungen die Erzählweise viktorianischer Literatur nachahmen soll. Mir erschließt sich dies - sollte es denn zutreffen -, mangels Vertrautheit mit dieser Literaturepoche nicht. Kann sein, dass Jane-Austen- und Charles-Dickens-Fans hier auf ihre Kosten kommen, ihnen soll hier nicht mit einer 1-Sterne-Bewertung der Appetit verdorben werden, daher deren zwei.


Arkwright
Arkwright
von Allen Steele
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,37

5.0 von 5 Sternen Gut zu lesen, 29. Mai 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Arkwright (Taschenbuch)
Wie sich die Geschichte eines - fiktiven - Gründervaters der modernen Science Fiction mit einem himmelwärts strebenden Vorhaben verbindet, liest sich für meinen Geschmack nicht nur von der Story gut, sondern ist auch eine feine Sache für Leute, die wie ich, ein bisschen mit englischen Originalen fremdeln.

Ich vermute, für Hardcore-Science-Fiction (oder gar für diejenigen, die sich nur die Weltraumvariante der Kampfgruppe van der Leyen ausmalen möchten) gibt das eher putzige Arkwright weniger her. Ohne etwas sentimentale Stimmung, die von eigenen Kindheits- und Jugendleseerfahrungen herrührt, dürfte das weniger zugänglich sein.


Der Amboss der Welt
Der Amboss der Welt
von Kage Baker
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen Ganz wunderbar, 13. April 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Amboss der Welt (Taschenbuch)
Enthalten sind drei, durch ihr Personal zusammengehaltene Geschichten - eine Art Roadmovie (mit mechanisch betriebener Wagenbahn), eine Whodunnit-Geschichte sowie eine Art Indiana-Jones-dringt-in-den-Tempel-ein-Plot.

Die Figuren, ihr Zusammenspiel - ich möchte mal sagen, das ist etwas für Leser, denen Fritz Leibers Mausling-Geschichten ein bisschen zu brav, aber Uwe-Post-Geschichten zu überdreht sind, wohldosierte Komik, die das Personal nicht vorführt. Ganz wunderbar.

Leider ist aus Wiki & Co. nicht recht zu erkennen, ob die Schmied-Geschichten damit abgeschlossen sind oder ob da a) noch Stoff vorliegt, für deren Übersetzung b) sich dann noch ein Verlag erbarmen müsste.


Narrenopfer
Narrenopfer
von Ian MacDonald
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Original erschien vor fast 20 Jahren, 18. März 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Narrenopfer (Taschenbuch)
Unter den Sub- und Subsub-Genres der Science Fiction zählen Geschichten, die vom Kulturkontakt zwischen dem Homo sog. sapiens und außerirdischen Fahrensleuten handeln, inzwischen zu einer meiner Lieblingskategorien.

Ein solches Geschehen deutlich außerhalb der Steinwurf- bzw. Kampfbomber-Reichweite des Weißen Hauses anzusiedeln, erfreut sich, wenn ich es recht sehe, zunehmender Beliebtheit - MacDonald lässt die Handlung, darin avantgardistisch (wie ich vermute), um die Jahrtausendwende in einem Nordirland unter britisch-irischer Kooperationsregierung spielen, mit deutlichen Rückgriffen auf die närrische Geschichte der Bürgerkriegszeit dieser Provinz zwischen Wilhelm dem Trumpantlizfarbenen und Charles dem Henkelohrigen - vielleicht ein bisschen arg, aber doch nicht so viel, dass es mich gestört hätte.

In den 2000er Jahren spielend, ist der Roman ganz gut gealtert, die zeitliche Verortung verhindert, dass die Technik allzu neben der Spur wirkt, z.B. wenn die Polizistin einen Film zum Entwickeln trägt.

Ein bisschen leidet die Geschichte - basierend auf einer Krimihandlung - meines Erachtens darunter, dass den Außerirdischen, die sich in Millionenzahl auf der Erde angesiedelt haben, etwas mehr Platz hätte eingeräumt werden sollen - etwas weniger an Nordirlandspezifika hätte dem Raum gegeben. Auch hat sich unsereins erstaunlich schnell mit der Anwesenheit der Außerirdischen arrangiert.

Ich glaube, wenn MacDonald den Roman 1996 in Sachen Witz und Humor etwas stärker in die Doctor-Who-Tradition (meint: dieses britische Print- und TV-Leute-Netzwerk) gestellt oder die handlungsstarke Polizistin in der Art entwickelt hätte, die Ben Aaronovic mit den Rivers-of-London-Romanen unseres Jahrzehnts an den Tag legt, wäre aus ihm ein enorm reicher SF-Autor geworden. In der vorliegenden Form bleibt die Lokalkolorit-Nummer aus Nordirland ein Nischenprodukt der SF.

Alles in allem bin ich froh, dass ich mein Geld und meine Lesezeit statt in richtig dumme Science Fiction (Perry Rhodan Neo, ab circa Band 100 pi mal Daumen - bin da eigentlich nur wegen Frank Böhmerts Perry Rhodan Neo 76: Berlin 2037: Staffel: Protektorat Erde 4 von 12 (Perry Rhodan Neo Paket)" noch mal gelandet) in diese Perle der Kulturkontaktliteratur gesteckt habe.


Die siebte Sprachfunktion
Die siebte Sprachfunktion
von Laurent Binet
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Mythos der Mineralwasserflasche, 7. März 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die siebte Sprachfunktion (Gebundene Ausgabe)
Seit mir in den 1990er Jahren an einem Bildungsinstitut zu Düsseldorf ein kahlhäuptiger Nach- oder Wiedergänger der neueren Franzosenphilosophie begegnete (Professeur Alban Sänger), las ich eifrig u.a. Roland Barthes - und schrub darüber zunächst eine etwas pennälerhafte Analyse der alltagsmythologischen Qualitäten der gläsernen Mineralwasserflasche.

Den Thriller Binets habe ich daher mit einigem Vergnügen lesen können. Dass beispielsweise, bei aller Sympathie, die kritisch-rationalistische bzw. analytische Partei viel schlechte Laune in sich trägt, war mir schon länger klar, Binet setzt u.a. dies in einer sehr hübschen Szene ziemlich lustig um (wie Camille Paglia eingeführt wird - ich musste kichern).

Am Ende meiner Schulzeit hatte ich nicht nur eine pennälerhafte Karikatur einer Barthes-Analyse geschrieben, sondern mir auch ein satirisches Bestiarium des Lehrerzimmers einfallen lassen. Mit dieser Sorte Humor muss man vielleicht gestraft sein, um "Die siebte Sprachfunktion" vollständig goutieren zu können.

Einen Punkt ziehe ich nur ab, um gutbürgerliche, humorös normalbegabte Seelen vor einem "hat fünf Sterne, muss also gut sein"-Kauf zu warnen.


Der Durst der Stadt
Der Durst der Stadt
von Norbert Stoebe
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Freunde gut geerdeter SF-/Cyberpunk-Geschichten, 14. Februar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Durst der Stadt (Taschenbuch)
Es handelt sich hier um eine erfreulich finstere Sammlung von Geschichten kürzerer und mittlerer Länge, die zu einem Gutteil die unmittelbare Vernetzung von Gehirn und technischen Systemen behandeln. Sie sind durchgängig lebendig erzählt und kommen ohne zwanghafte Pointen-Konstruktion aus.

Als gebürtiger Troisdorfer profitiert Stöbe offenbar davon, selbst in den postapokalyptischen Landschaften westlich von Köln gelebt zu haben. Wer die zerschundenen Ortschaften dort kennt, kann offenbar vom Fortschritt verheerte Zukünfte besonders gut zeichnen.

Bei aller Liebe zur Kartoffel bin ich zwar kein Fan des Slogans: "Deutsche, kauft deutsche Bananen!", aber bei der Lektüre von "Der Durst der Stadt" habe ich mich gelegentlich schon gefragt, warum etwa Ramez Naams "Nexus" ordentlich in den Markt gedrückt wird, Stöbe diese thematisch teils ähnlich gelagerten Stories aber bei der durchaus renommierlichen, aber eben kaum marktmächtigen p.machinery herausbringen musste.

Neben Frank Hebben und Claudia Kern war Norbert Stöbe in meinem Lektürejahr 2016 eine der erfreulichsten (persönlichen) Neuentdeckungen. Der Mann kommt mir, mit aktuellen und antiquarischen Werken, gewiss noch auf seine 20 Regalzentimeter ins Haus.


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