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BecciBookaholic

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Aufbruch: Partials I
Aufbruch: Partials I
von Dan Wells
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, Genialer, Partials, 18. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Aufbruch: Partials I (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
Nahezu die gesamte Menschheit ist vor 11 Jahren durch einen verheerenden Krieg gegen die Partials, künstliche erschaffene Menschen, ums Leben gekommen. Nur wenige 1000 Überlebende, unter Ihnen die 16-jährige Kira, haben sich auf Long Island zurückgezogen und kämpfen noch immer erbittert um ihr Überleben. Denn nicht nur der Krieg gegen die Partials, die eigens zur Kriegsführung erschaffen wurden, hatte furchtbare Ausmaße, zu allem Übel treibt auch noch eine unheilbare Krankheit ihr Unwesen. Das RM-Virus macht es den verbleibenden Menschen unmöglich gesunde Nachkommen zu zeugen, jedes Baby, was geboren wird, stirbt innerhalb weniger Tage an der schrecklichen Seuche. Das Ende der Menschheit ist Nahe und die Jungmedizinerin Kira hat es sich zur Aufgabe gemacht eine Therapie gegen RM zu finden, sie begibt sich auf eine gefährliche Reise auf Leben und Tod und entdeckt dabei, dass sie nicht die einzige bedrohte Spezies sind. Sie lässt alles hinter sich und stößt auf alles verändernde Informationen…

Meinung
Seit ich dieses Buch entdeckt habe, musste ich es haben. Ich habe viel erwartet und noch mehr bekommen. Wenn ich begeistert bin, strotzen meine „Rezensionen“ nur so vor Subjektivität, ich hoffe ihr verzeiht mir.

Der Schreibstil ist auf eine besondere Art außergewöhnlich. Der Autor vermag es informative Sachverhalte einzuspeisen und zu umschreiben, ohne eine Sättigungsgrenze zu erreichen. Man fühlt sich als Leser zu keiner Zeit zu detailliert informiert, im Gegenteil die Vielfalt der medizinischen Abläufe, gepaart mit Erläuterungen zur Geschichte der Menschheit und Partials, zeigt einem eine Welt, die gleichermaßen beängstigend, wie auch faszinierend ist. Inmitten dieses durchaus denkbaren Zukunftsszenarios werden so viele typisch menschliche Begebenheiten widergespiegelt, dass man förmlich zum nachdenken genötigt wird. Das i-Tüpfelchen setzt ein durchweg genialer Humor auf, der an so mancher Stelle absolut den meinen trifft.

Die Geschichte ist eine jener, die mich über das Lesen hinaus beschäftigt haben. Ich liebe gute Story's, die mir und auch dem Rest der Menschheit eine sinnvolle Botschaft vermitteln, eine Zukunft zeigen, wie sie sein könnte und dies in einer geradlinigen Genialität zum Leben erwecken. Wenn man als Leser beginnt sich selbst zu fragen, was man in dieser Situation tun würde, weiß man meist schon, dass sich etwas Bedeutendes auftut. Dieses Gefühl hatte ich in diesem Buch schon sehr zeitig. Eine gute Dystopie zeichnet sich vor allem durch die Verbindung zur heutigen Zeit aus. Fakt mit der Fiktion zu verbinden und den Leser so in den Tiefen seiner Gefühlswelt zu erschüttern, ist eine Meisterleistung, die Dan Wells an dieser Stelle mehr als gut gelungen ist. Nicht selten habe ich die emotionalen Reaktionen und Handlungsweisen der Protagonisten beinahe selbst gespürt. Die Frage: „Was wäre wenn?“ war mein steter Begleiter. Dieses Buch ist so voller Informationen, Ereignisse und Werte, dass ich keine Sekunde Verschnaufpause hatte. Es ist so unglaublich viel passiert, einmal im Fortgang der Geschichte, wie auch in meinem Kopf zur Verarbeitung der mehrschichtigen Wahrheiten. Hinzu kam ein recht großes Spektrum an medizinischen Abläufen, Forschungen und ein wenig Virologie, was dem Ganzen einen besonders tollen Aspekt verliehen hat.
Herr Wells führt einen in eine Welt, in der es kaum noch Menschen gibt und der Fortbestand unserer Spezies nicht länger gewährleistet ist. Die Überlebenden eines alles vernichtenden Krieges werden nun von einem schrecklichen Virus heimgesucht, der jedes Neugeborene in kürzester Zeit dahinrafft. Schon diese Vorstellung allein ist mehr als grausam, doch der Lösung dieses Problems steht zusätzlich eine absolut unmenschliche Wahrheit entgegen. Jede junge Frau ab 18 Jahren ist verpflichtet schwanger zu werden, immer und immer wieder. Ein Kind zu verlieren ist bereits in unserer Welt, das wohl Schrecklichste, was einer Mutter passieren kann. Doch hier wissen die Frauen vorher, dass jedes einzelne ihrer Babys, welche sie 9 Monate unter ihrem Herzen tragen, sterben wird. Und ihnen bleibt keine Wahl, denn die Obrigkeit schreibt es so vor. Sie sieht in der fortwährenden Fortpflanzung die einzige Chance irgendwann ein gesundes Baby hervorzubringen. Mich hat vor allem dieser Teil der Geschichte sehr ins Grübeln gebracht. Denn ob diese seelische Belastung, die diese unglaublich jungen Frauen erleben müssen, sinnvoll ist, ist fraglich. Der Erfolg und der Nutzen dieser „Prozedur“ gehen gegen null. Gleichzeitig wird den „Übrigen“ die Chance verbaut irgendwann glücklich zu werden und den Rest ihres Lebens in Zufriedenheit zu verbringen. Somit werden nicht nur keine lebenden Kinder mehr geboren, sondern ebenso wird das Leben, der „Übrigen“ unumstößlich ausgelöscht. Warum genau wird stets nach Fortbestand gestrebt? Liegt die Lösung nicht vielleicht darin, das Leben so zu Leben, dass es mit Glück erfüllt ist? Das Hier und Jetzt zu genießen mag egoistisch klingen, doch wenn die Zukunft der letzten Menschheit nicht darin bestehen kann, sich fortzupflanzen, dann sollte doch dem vorhandenen Lebenden der Raum für eine andere Zukunft gegeben werden. So zerstört man die existierende Generation durch seelische Qualen, ohne einen Lichtblick auf Glückseligkeit. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ - dieses „Motto“ macht sich nicht nur diese fiktive Obrigkeit zu Nutzen, nicht selten, wird mit der Hoffnung der Menschen auch in unserer Welt gespielt und fast immer, ist die Zielerreichung in jeder Hinsicht damit gesichert. Denn: „Nur durch die Hoffnung bleibt alles bereit, immer wieder neu zu beginnen.“ (Charles Péguy)

Auch der Protagonistin Kira ist dieses Dilemma mehr als bewusst und ihr gesamtes Inneres sträubt sich gegen die Vorstellungen des Systems. Für sie gilt nur eines: keine Therapie – keine glückliche Zukunft. Sie setzt alles daran ein Mittel gegen das RM-Virus zu finden und wirft dabei nahezu ihr ganzes Leben weg. Sie ist sehr zielbewusst, strebt vehement und beharrlich dem einen Zweck entgegen, diese überlebensnotwendige Therapie für ihre Spezies zu finden. Sie war mir sofort sympathisch. Schon sehr schnell wurde klar, dass sie eine sehr intelligente und zielstrebige Person ist. Mit scharfer Logik und einer stark ausgeprägten Empathie für ihr Umfeld, schlägt sie sich in dieser schweren Zeit durch so manches Hindernis und legt ihr gesamtes Herzblut in die „Rettung der Welt“. Für den Moment klingt dies durchaus abgehoben und unwirklich. Eine 16-jährige Jungmedizinerin rettet die Menschheit mit der fixen Idee einer Therapie gegen einen Virus, der seit über 10 Jahren ununterbrochen von Spezialisten erforscht wird. Größenwahnsinn würde diese Vorstellung sehr gut treffen. Doch der erste Schein trügt. Kira erkennt in den Grundfesten des Systems Lücken und betrachtet das Ganze mit einer Art Emotionalität, die sie zu neuen Ufern treibt. Man möchte ihr folgen, man möchte ihr vertrauen. So ging es mir die ganze Zeit. Sie bricht aus der exakt vorgegeben Geschichte aus, lässt andere Meinungen und Wege zu, erkennt Abweichungen und folgt der Logik, die sich unweigerlich auftut. Manchmal erkennt man erst die Wahrheit, wenn man den Blickwinkel einer anderen Person zulässt. Wer oder was diese Erkenntnis bei Kira ausgelöst hat, solltet ihr unbedingt selbst lesen!!!
Es gibt noch weitere wunderbare Charaktere, die die Geschichte abrunden und absolut lesenswert machen. Von systemtreuen „Dienern“, über Menschen, die es einfach hinnehmen, wie es ist, bis hin zu Verrätern und Rebellen. Jeder hat seine Aufgabe und Dan Wells ist es gelungen an jeder kleinsten Tat einen Aufhänger für das große Ganze zu finden und diese zu einer echten Dystopie der Superlative zu formen. Ich mochte jede einzelne Zeile.

FAZIT
Eine absolut lesenswerte und tolle Dystopie. Ich war von Anfang bis Ende wie gebannt und total begeistert. Dieses Zukunftsszenario birgt nicht nur jede Menge Wahrheit für unsere Welt, sondern viel mehr noch: Stoff zum Nachdenken. Inmitten dieser unglaublich nervenaufreibenden und mitreißenden Story findet man zudem noch wahnsinnig authentische und tiefgründige Charaktere, geformt durch einen wirklich besonderen Schreibstil. Mich hat die Geschichte absolut bewegt und in ihren Bann gezogen. Ich bin jetzt schon furchtbar gespannt auf Teil 2, vor allem auch wegen diesem fiesen Cliffhanger. Möge er bald kommen!!!


Göttlich verliebt
Göttlich verliebt
von Josephine Angelini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioser Abschluss, 18. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Göttlich verliebt (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
Die Prophezeiungen sind eingetreten, die Vereinigung der 4 Häuser der Scions wurde durch die Vermischung des Blutes von Helen, Lucas und Orion besiegelt und nun steht scheinbar ein zweiter Trojanischer Krieg bevor. Niemand kann genau sagen, wie die 12 unsterblichen Götter darauf reagieren, doch eines ist sicher, es wird zu einem großen Kampf kommen. Unterdessen wachsen Helens Kräfte auf unerklärliche Weise an, diese Tatsache zieht die Missgunst ihrer Freunde auf sie. Wie kann Helen Ihnen beweisen, dass sie nur das Beste für alle möchte? Das Vertrauen haben einige schon verloren und die düsteren Vorhersagen der Parzen, die sich Cassandra, dem Orakel, bedienen, lassen nichts Gutes verheißen. Der Tyrann wird kommen und alles vernichten und dabei ist jedem Scion eine notwendige Rolle vorbestimmt.
Doch Helen hat auch wertvolle Verbündete, die alles für sie tun würden.
Lucas und Orion sind zwei von ihnen, die sie im erbitterten Gefecht gegen die Götter des Olymp begleiten und außerdem sehr lieben. Gerade um die Liebe zu Lucas führt sie ihren ganz eigenen Kampf, denn alles scheint falsch, fühlt sich aber so definitiv richtig an. Werden sie diese Barrieren endlich überwinden können?

Meinung
Was habe ich gewartet und gehofft, dass es doch endlich kommen möge. Das Ende von Band 2 war gar nichts für meine unerschöpfliche Neugier und dennoch ist es nun etwa ein Jahr her, seit ich ihn beendet habe und zu meiner Überraschung war ich in Lichtgeschwindigkeit wieder mittendrin statt nur dabei.

Der Schreibstil ist recht einfach und distanziert in gewisser Hinsicht ein wenig von den Protagonisten. Doch gerade dieses Ganzheitliche lässt einen besonderen Einblick in die gesamte Gefühlswelt der Personen zu. Frau Angelini schmückt kaum aus, erreicht dennoch ein Level an Bildlichkeit, das einfach alles absolut stimmig auf die von ihr „erschaffene“ Welt wirken lässt. Da diese schon eine unglaubliche Vielfalt aufweist, wäre ein allzu bildhafter Schreibstil doch eher fehl am Platz gewesen.

Die Geschichte ist absolut nach meinem Geschmack, denn ich liebe die griechische Mythologie, Ilias und Odyssee kenne ich quasi auswendig. Hinzu kommt dieser Hauch von Romeo und Julia. In einem wunderbaren Zusammenspiel der beiden Werke und jede Menge eigener Ideen, ist es der Autorin gelungen eine grandiose Geschichte zu zaubern. Ich war versunken, entzückt, glücklich, verwirrt, wütend, habe beinahe geweint, wenn ein geliebter Charakter nicht unbedingt den Weg beschritten hat, den ich mir gewünscht hätte und ich habe so mitgefiebert. Soweit, dass ich im Kampf für „meine Seite“ gehofft habe. Ich war schon von Band 1 an absolut im Bann der Götter oder in diesem Fall Halbgötter. Wie Josephine Angelini einem Charakter nach dem anderen so viel Leben und Authentizität einhaucht, um sie schließlich im Gleichklang mit der Geschichte passgenau ihren Rollen zuzuordnen, hat mich wahnsinnig fasziniert. Auch gewisse „echte“ Rückblicke auf die Geschehnisse rund um Troja und viele weitere Punkte der griechischen Mythologie haben dem Ganzen ein Krönchen verpasst. Doch nicht nur die tragenden Elemente waren jede Zeile wert, nein, auch der gesamte Storyverlauf konnte mich absolut überzeugen. Es gab so viele unvorhersehbare Wendungen, die nicht immer meiner Vorstellung entsprachen, es aber gerade deshalb noch sehr viel unterhaltsamer gemacht haben. Ich bin durch die Zeilen gehetzt und vor allem auf den letzten Metern glich das Ganze einer Hetzjagd der Emotionen. Ich konnte kaum fassen, welche geniale Vielfalt an Ereignissen auf mich einprasselte.
Wenn es nicht gerade unglaublich spannend, mitreißend oder atemberaubend war, gab es zarte und gefühlvolle Szenen zwischen den Liebenden, die sich im Laufe der Geschichte zuhauf gefunden haben.
Die Liebe kam in Göttlich verliebt also absolut nicht zu kurz, im Gegenteil jede einzelne Pärchenbildung war tiefgründig und auf ihre Art wunderbar. Vor allem das sehnsüchtige Verlangen zwischen Lucas und Helen hat an so mancher Stelle mein Leserherz höher schlagen lassen. Die beiden sind einfach so füreinander geschaffen, dass man es schön finden muss. Von Anfang an waren sie mein persönliches Traumpaar der Geschichte. Doch dann ist da noch Orion, der eine nicht unbedeutende Rolle in Helens Liebesleben spielt und das war in diesem Fall sogar sehr gut. Diese ewigen Dreiecksbeziehungen haben meist einen negativen Teil, doch hier empfand ich in jeder Hinsicht absolute Sympathie. Auch die zarten Bande einer neuen Liebe zwischen so manchem Nebencharakter waren so schön zu beobachten. Wie viel Liebe Josephine Angelini in den unterschiedlichsten Facetten eingebaut hat, ist traumhaft. Liebe kennt keine Grenzen. Sie ist immer wieder einzigartig und unerklärlich, ohne jede Logik. Schön und schrecklich zugleich! Welche Wege die Liebe manchmal geht hat die Autorin nicht nur eingefangen, sondern auch verarbeitet und in einem scheinbar kontinuierlichen Fluss durch die Zeilen transportiert.

Die Personen sind, wie schon kurz erwähnt, wahnsinnig toll gelungen. Helen unterliegt in der gesamten Reihe einer stetigen Entwicklung und bleibt sich dennoch treu. Sie wird stärker, mutiger, trifft schnellere und schwerwiegendere Entscheidungen, baut ihre Fähigkeiten aus und ihr toller Sinn für Gerechtigkeit erreicht ein Höchstlevel. Hier und da scheint auch mal die „alte Helen“ durch, gerade wenn sie in den Gefühlen zu Lucas zu versinken „droht“ oder die Angst um geliebte Menschen den Verstand ein wenig ausschalten. Hier und da geradezu kopflos und unbeholfen, hat sie sich bei mir absolute Zusatzsymapthiepunkte eingeholt, da ich mich auch ein klein wenig selbst wieder gefunden habe.
Lucas spielt ebenso eine bedeutende Rolle, die mich nicht selten in Verzückung gebracht hat. Meine Schwäche für Selbstlosigkeit hat dieser Protagonist natürlich vollkommen aktiviert. Zuviel möchte ich aber nicht verraten.
Gigantisch und das ist eigentlich noch untertrieben sind sämtliche Nebencharaktere. In einer genialen Symbiose mit der Geschichte ist jeder für sich ein Highlight. Mein persönlicher Held ist Hector, mit viel Charme und Witz, hat er sich direkt in mein Herz gekämpft, ein perfekter bester Freund oder großer Bruder. Immer auf Konfrontation, stets einen frechen Spruch auf den Lippen und wenn es darauf ankommt, tritt er jedem Gegner absolut furchtlos für das Wohl der anderen entgegen.
Auch Matt, Ariadne, Jason, Andy und Cassandra sind genial. Aber lest selbst, es lohnt sich absolut. Zum Ende sei noch gesagt, dass es einen schönen Ausgang nimmt und ich kann die Reihe mit einem guten Gefühl im Bauch in meinem Regal platzieren. Alles hat ein Ende, auch wenn ich ein bisschen traurig bin. So musste es ja irgendwann kommen.

FAZIT
Ich bin göttlich verliebt in diese Reihe, ganz und gar, mit Haut und Haar, war ich dabei und konnte es kaum weglegen. Für mich ist die "Göttlich-Reihe" etwas besonderes, sie hat von Anfang an einen einzigartigen Zauber versprüht und ich werde immer wundervolle Lesestunden damit verbinden. Von Band zu Band hat sich Josephine Angelini gesteigert und das fulminante Ende ist der perfekte Abschluss einer wunderbaren Geschichte mit genialen Protagonisten. Von mir gibt es also eine ganz klare Leseempfehlung.


In dieser ganz besonderen Nacht
In dieser ganz besonderen Nacht
von Nicole C. Vosseler
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Eine ganz besondere Liebe, 29. März 2013
„In dieser ganz besonderen Nacht“ hat mich zuerst nicht wirklich angesprochen, doch bald schon wurden positive Stimmen laut. Es sei bezaubernd und habe ein wundervolles, herzzerreißendes Ende. Natürlich kann ich mich solchen Meinungen nicht entziehen und wurde neugierig.

Der Schreibstil ist zwar sehr leicht und flüssig zu lesen, aber mir persönlich viel zu ausschweifend. Es hemmt regelrecht den Fortgang der Geschichte. Mich interessiert eher weniger, wie ein Straßenabschnitt im kleinsten Detail aussieht, sondern viel mehr die Entwicklung der Geschichte. Diese Tatsache hat mich zu Anfang unglaublich gestört und mir somit vorerst den Zugang zur Story verwehrt, die durchaus originell ist. Im weiteren Verlauf hat der Stil dann in gewissem Maße einfach gepasst, um z.B. die unheimlich üppige Emotionalität der Protagonistin darzustellen oder die komplexe Beziehung zwischen Nathaniel und Amber in das Licht zu rücken, was einen schließlich tief im Inneren berührt.

Die Geschichte ist anders. Zugeben die Sache mit den Geistern ist anscheinend nicht ganz mein Geschmack. Das ist quasi meine zweite Geschichte in Folge, die sich um diese Art von übernatürlichen Wesen dreht. Beide sehr verschieden, aber doch gibt es Parallelen. Ganz klar ist zu sagen, dass es der Autorin keinesfalls an Originalität mangelt, lediglich die enorm lange Einführung in Ambers Leben hat mich gestört. Auf den ersten 150 Seiten habe ich mich zeitweise wirklich gelangweilt, es war mir viel zu alltäglich und schlicht. Die Geschichte ging sehr in die Breite und war durch die detaillierten Umgebungsbeschreibungen einfach überhaupt nicht fesselnd. Das hatte aber ein jähes Ende, wann genau es mich dann in die Story gesaugt hat, vermag ich gar nicht mehr zu sagen. Ich war jedoch schon bald hin und weg von den sonderbaren und so zauberhaften Begegnungen zwischen Nathaniel und Amber. Die latente Verzweiflung, die in jeder Berührung steckt, hat nicht nur in den Beiden eine Sehnsucht ausgelöst, auch als Leser blieb man nahezu ruhelos zurück und ich wollte einfach eine Chance für Amber und Nathaniel.
Die Liebesgeschichte ist also durchaus einzigartig, berührend und schmerzhaft zugleich. Anfangs hatte ich noch ein wenig mit der Glaubwürdigkeit zu kämpfen, weil ich generell die Sache mit der Fügung und unausweichlichen Anziehungskraft langweilig beziehungsweise zu häufig finde. Aber auch an dieser Stell kann ich nur sagen, dass einen nicht nur das Ende entschädigt, was der absolute Wahnsinn ist, sondern ebenso die tiefgründigen Gefühlsregungen der Protagonistin, die Entwicklung der Beziehungen, der Personen und Ereignisse. Selbst die Beschreibung der Umgebung passt sich scheinbar den Geschehnissen an. Die Autorin hält in Sachen Liebe allerdings noch einiges für ihre Leser bereit.

Die Personen sind jede für sich sehr gut durchdacht und absolut authentisch. Ich konnte mich allerdings anfangs sehr schwer in Amber hineindenken. Einen solchen Schicksalsschlag möchte ich mir nicht mal Ansatzweise ausmalen, der Tod der Mutter, der Umzug tausende Kilometer weit weg von daheim, Familie und Freunde hinter sich zu lassen und in tiefer Trauer ein komplett neues Leben zu beginnen, hinterlässt definitiv Wunden. Sie wirkt einerseits resigniert, andererseits wütend, ihre Einsamkeit, ihre gesamten Gefühlsregungen bündeln sich, quälen sie nachts und lassen sich mehr und mehr an sich selbst zweifeln. In ihrem Inneren ist etwas zerrissen, sie sperrt ihre Gefühle aus, auch die zu ihrem Vater, den sie kaum kennt und dennoch eine gewisse Sympathie für ihn entwickelt. Sie hegt in jeder Hinsicht, in jeder beginnenden Beziehung Zweifel und säht damit den Samen ihrer Unsicherheit, was auch der Grund ist, warum sie nicht erkennt, was es mit Nathaniel auf sich hat, warum es ihr so den Boden unter den Füßen wegreißt. An dieser Stelle kommt Matt ins Spiel, er hat meiner Meinung nach einen enormen Anteil an Amber’s wachsendem Seelenheil und ihrer positiven Entwicklung. Er steht ihr auf eine Art bei, die einer bedingungslosen Akzeptanz gleich kommt. Er zeigt ihr auf einer humorvollen Schiene, dass es Dinge gibt, die man einfach so hinnehmen muss, wie sie sind. Mit seinem Schicksal und einer liebevollen Art zieht er Amber aus ihren Tiefs. Er ist absolut aufrichtig und weiß dies auch zu untermauern. Jede Sache, die ihm gefährlich für sie erscheint, spricht er auf eine Weise an, die charmant und nicht verletzend ist. Er scheint immer den absolut richtigen Riecher für ihren Gemütszustand zu haben und auch direkt eine Lösung parat. Amber hat allerdings auch ihren eigenen Kopf und wenn es um die Liebe geht, ist sie wohl nicht die Erste, die merkwürdige Dinge tut. Auch Ted, Amber’s Vater, ist eine absolut sympathische und tolle Person. Ich mochte ihn sofort. Seine unglaubliche Geduld, seine liebevolle Art und die Gabe jemanden beizustehen, bis er sich von selbst öffnet. Er ist einfach für sie da, ohne sie unter Druck zu setzen, er lässt ihr Freiraum und versucht dennoch über sie zu wachen. Einen solchen Vater kann man sich wirklich nur wünschen. Er ist jung geblieben, humorvoll, verständnisvoll und absolut geduldig. Auch er ist in dieser Situation nicht zu beneiden, nutzt aber alle Energie für seine Tochter. Ihm liegt nur eines am Herzen, ihr Glück, ihre Gesundheit und das wieder gut zu machen, was er all die Jahre verpasst hat. Ich mochte ihn von der ersten Sekunde an. Es gibt einfach noch so viele tolle Personen, aber lest selbst.

FAZIT
Ein schwacher Start, mit mäßigem Mittelteil und absolut bombastischem Ende. Wundervolle und authentische Personen füllen hier und da die Schwachstellen aus, aber vollends konnte ich nicht überzeugt werden. Wäre das gesamte Buch, wie die letzten 200 Seiten gewesen, hätte es locker die Höchstbewertung erhalten.


Anna im blutroten Kleid: Roman
Anna im blutroten Kleid: Roman
von Kendare Blake
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz und weiß wie Schnee ;), 10. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Anna im blutroten Kleid: Roman (Taschenbuch)
Inhalt
Der wunderschöne und gleichwohl mordlustige Geist von Anna, die vor langer Zeit einem furchtbaren Verbrechen zum Opfer fiel, treibt sein Unwesen in Thunder Bay und sinnt nach Rache. Vor vielen Jahren wurde ihr auf dem Weg zum Schulball brutal die Kehle durchtrennt. Das Blut ergoss sich in Strömen über ihr strahlend weißes Kleid. Seither geistern im Verborgenen die Geschichten und Mythen um Anna im blutroten Kleid durch die Kleinstadt. Ihr wird das Verschwinden von 27 Jugendlichen nachgesagt.
Niemand traut sich, sich der Sache anzunehmen, bis der 17-jährige Cas, seines Zeichens Geisterjäger, auf Annas Geschichte aufmerksam wird.
Er ist vorbereitet, er hat einen Plan, ihn kann so schnell nichts stoppen, doch dieser Geist ist anders als alles, was er bisher kannte…

Meinung
Der Schreibstil ist sehr flüssig und absolut leicht zu lesen. Er enthält ein angenehmes Maß an erfrischendem jugendlichem Humor, schlauen sarkastischen Sprüchen und einem unglaublich losem Mundwerk des Protagonisten Cas. Ich war somit sehr schnell mitten drin, statt nur dabei. Die unheilvolle Stimmung, die im Hintergrund schlummert und die Spannung nach und nach durch die Zeilen sickern lässt, hat ihr übriges getan und mir ein wunderbares Leseerlebnis beschert.

Die Geschichte ist durchaus außergewöhnlich. Ich kenne zwar bisher keine Geschichten, die sich um Geister drehen, empfand den ganzen Aufbau allerdings sehr ausgefallen. Nichts in diesem Buch ist gewöhnlich, es beginnt auch nicht, wie sehr viele Bücher, in einer normalen Alltagssituation, im Gegenteil, man wird sofort in das bizarre Leben des 17-jährigen Geisterjägers Theseus Cassia „Cas“ Lowood geworfen, welcher mit einem einzigen Dolch die gesamte Geisterschaft bezwingt und dieses Vermächtnis für seinen toten Vater ausführt. Als ist das nicht schon merkwürdig genug, ist seine Mutter eine Art Hexe, die sämtliche Geister von ihrem Haus fernhält und der charmant-sarkastische Cas arbeitet durchaus auch als Auftragsgeisterjäger. So nimmt er sich bald schon Annas „Fall“ an und gerät in einen Strudel voller Geheimnisse, Emotionen, unerwarteter Vorkommnisse und jede Menge Abweichungen von seinen sonstigen „Geschäften“. Es läuft einfach alles genau nicht, wie er es sich vorstellt. Die Geschichte trumpft nicht durchweg mit Spannung auf, hat jedoch die unheilvolle Stimmung in der Hinterhand und absolut brutale Beschreibungen im Ärmel. Diese Trümpfe erzeugen einen Sog, dem man sich eher schlecht entziehen kann. Man wandelt auf den Spuren der Vergangenheit, forscht im Hier und Jetzt, lernt Hexerei und Voodoo kennen, es werden Bande geknüpft, ob Freundschaft, Liebe oder seltsame Gefühle, von allem ist etwas dabei. Auch eine Liebesgeschichte kündigt sich an und das schon sehr früh. Leider ist es an dieser Stelle eher als ein Manko zu verbuchen, da es sehr vorhersehbar und wenig überraschend war. Ich wusste es eigentlich von der ersten Sekunde an, die ersten Gedankengänge des Protagonisten in diese Richtung haben den Ausgang bereits verraten, somit wirkte es schließlich auch eher unglaubwürdig und etwas plump. Auch die Gesamtsituation passt einfach nicht zu einer derartigen Entwicklung. Die Zeit des „Zueinanderfindens“ beginnt vorhersehbar und zeichnet sich in ihrem Fortgang nicht sonderlich ab, man kann auch bis auf die Tatsache, dass die Beziehung rein logisch unmöglich existieren kann, keine Besonderheiten erkennen. Es spielt sich alles auf einer recht oberflächlichen Ebene ab, obwohl der Protagonist Cas ein Charakter mit sehr viel Tiefgang ist. An dieser Stelle sei allerdings erwähnt, dass dieser Tiefgang unmittelbar mit dem Beginn der Beziehung einhergeht und man somit dem ganzen doch etwas Positives abgewinnen muss.

Bei den Personen beschränke ich mich auch hauptsächlich auf Cas, weil er den absoluten Großteil der Geschichte einnimmt. Die Dinge werden aus seiner Sicht erzählt und man kann sowohl seine starke Fassade bewundern, als auch eine emotionale, sehr tiefgründige Seite erspähen. Von außen ist er der kühle, berechnende Geisterjäger, der stets zu seinem Vorteil handelt und nur die Leute um sich hortet, die ihm nützlich sein können. Er lässt niemanden an sich heran, plant jeden Schritt und hat scheinbar immer einen Plan B in der Hinterhand. Nahezu sein ganzes Leben verbringt er mit seinem Dolch als Vollstrecker der verirrten und ruhelosen Geister, die im Morden die letzte Vergeltung für ihren Tod suchen. Er wirkt knallhart, professionell, schnell, gewitzt und charmant. Er weiß sich zu verkaufen, bekommt stets seinen Willen und hat immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Auch in ernsten Situationen weiß er durchaus mit Humor zu überzeugen. Er entschärft teilweise die Brutalität, ohne es ins lächerliche zu ziehen. Dann wäre da noch seine sensible Hälfte, die mir genauso gefallen hat, wie die harte „Actionhero“-Seite. Die ersten zarten Risse in der Fassade zeigen sich schon sehr früh, verstärkt wird es mit der Erkenntnis über das Schicksal von Anna. Er sieht sie zum ersten Mal und verspürt schon eine „Andersartigkeit“, er wird neugierig und beinahe zum Ermittler. Bald schon wird es sein Hauptziel die Wahrheit über Annas Schicksal herauszufinden. Hier kommen starkes Mitgefühl, Selbstlosigkeit, Verzweiflung, tiefes Verständnis und jede Menge ungewohnte Emotionen zum Vorschein. Er spürt schnell eine innere Verbundenheit und eine Anziehungskraft, die er sich selbst nicht erklären kann. Er wirkt beinahe schon besessen von der fixen Idee ihr zu helfen. In gewisser Weise lernt er sich auch selbst besser kennen und zeigt eine vielversprechende Entwicklung, die erneut einen tieferen Draht zum Leser zulässt und man so einen Fortgang der Geschichte herbei sehnt. Das Ende ist offen und ich bin gespannt, wie es weiter geht und was man alles noch von Cas zu erwarten hat.

FAZIT
So weiß wie Schnee, so schwarz wie Ebenholz und so rot wie Blut. Passt absolut perfekt auf Anna im blutroten Kleid, sie kann einem als Leser, aber durchaus schlechte Träume bescheren. Mit jugendlichem Humor, viel Charme und nur kleinen Mängel konnten mich Cas und seine Geister durchaus überzeugen.


Soul Screamers 1: Mit ganzer Seele (LUNA)
Soul Screamers 1: Mit ganzer Seele (LUNA)
von Rachel Vincent
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Geniale Idee mit viel Potenzial, 15. Februar 2013
INHALT
Kaylee könnte ein ganz normaler Teenager sein, wären da nicht diese grausamen Vorahnungen, die sie ereilen, wenn ein todgeweihter Mensch in ihrer Nähe ist. Denn sogleich baut sich durch unbändige Macht eine tiefe Trauer in ihr auf, die sie zwingt so laut zu Schreien, wie sie nur kann. Als ihr langersehnter Schwarm Nash plötzlich seine Aufmerksamkeit auf sie richtet, scheint sich ihr Schicksal neu zu ordnen und eine zarte Woge der Freude durchströmt sie. Seine unglaublichen Augen sind nur auf sie allein gerichtet. Wie in einem wunderschönen Traum begibt sie sich in seine Arme auf die Tanzfläche. Doch der Himmel hat sich nur kurz für sie geöffnet, denn es geschieht erneut. Ein fremdes, in schwarzen Nebel gehülltes, Mädchen zieht Kaylee’s Aufmerksamkeit auf sich. Schlagartig packt sie ein schauriges Unwohlsein und reißt sie in eine ungeheure Traurigkeit. Mit aller Kraft unterdrückt sie einen alles durchdringenden Schrei, der sich in gewaltiger Stärke den Weg aus ihre Kehle zu bahnen versucht. Panisch rennt Kaylee ins Freie. Weg von Nash, weg von allen. Spätestens jetzt weiß jeder, dass sie sie verrückt ist und Nash wird sie nie wieder anschauen können. Doch er steht ihr zur Seite und verströmt eine seltsame Ruhe. Seine Arme, seine sanfte Stimme, alles an ihm bringt ihr den Frieden zurück. Sie versteht die Welt nicht mehr.
Der nächste Tag hält die Todesnachrichten des seltsamen Mädchens für sie bereit und sie wird nicht die Einzige bleiben. Weitere mysteriöse Todesfälle suchen die Stadt heim und nur Kaylee allein besitzt die Gabe das nächste Opfer zu erkennen. Es beginnt ein grausamer Wettlauf um Leben und Tod…

MEINUNG
Vor nicht allzu langer Zeit hat diese Reihe „Soul Screamers“ meine Aufmerksamkeit erhascht und das lag im Grunde nicht am Inhalt. Die Cover sind ein echter Augenschmaus, da dies aber meist nicht reicht, bin ich viele Male vorbeigegangen, bis ich Teil 1 und 2 geschenkt bekommen habe und seither wurde ich immer neugieriger und es hat sich durchaus gelohnt es nicht noch länger liegen zu lassen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach zu lesen, man kommt somit spielend leicht in die Geschichte hinein. Die Autorin schreibt erfrischend jugendlich und baut an so mancher Stelle sehr amüsante sarkastische Bemerkungen ein. Sie erzeugt eine alltägliche Atmosphäre, inmitten dieser sich etwas düsteres und geheimnisvolles erhebt. Sie fasst sich teilweise sehr kurz, sodass nur wenige bedeutende Informationen in das Bewusstsein des Lesers sickern. Definitiv ist dies ein sehr gutes Mittel um Spannung aufzubauen.

Die Geschichte ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig und man zweifelt an der Sinnhaftigkeit. Ich empfand die Grundidee erst einmal etwas grotesk und merkwürdig. Ein Mädchen, was schreien muss, wenn sie einen todgeweihten Menschen sieht?!
Natürlich mangelte es mir zu diesem Zeitpunkt an jeglichen Informationen und Hintergrundwissen und damit wollte die Autorin auch nicht besonders schnell herausrücken. Doch gerade das hat mich bald schon so unglaublich neugierig gemacht, dass ich aufgrund diverser Andeutungen und fieser Ereignisse vor Neugier beinahe umgekommen bin. Ich nehme an das hätte die Protagonistin Kaylee allerdings gespürt. ;)
Ich hatte auch direkt am Anfang das Gefühl hoffnungslos überrollt zu werden, denn sofort geschehen so viele Dinge auf einmal. Man konnte sich noch gar nicht wirklich mit den Charakteren anfreunden, die ebenfalls bereits zuhauf in den Fokus rücken, sondern wird sofort mit dem kompletten scheinbar brachliegenden Seelenleben von Kaylee konfrontiert. Zudem tritt in stürmischer Eile der schöne und begehrte Nash in ihr Leben, den sie schon eine ganze Weile von Ferne anhimmelt und Knall auf Fall scheinen die beiden durch eine unsichtbare Anziehungskraft untrennbar vereint zu sein.
Die ganze Lovestory wirkte einfach nur völlig unglaubwürdig und plump. ABER die anfänglichen Probleme haben sich schließlich innerhalb weniger Seiten in Wohlgefallen aufgelöst, denn nach und nach gelangt man quälend langsam an Informationen, die die gesamte Geschichte völlig auf den Kopf stellen und ihr einen wahnsinnig originellen Sinn verleihen. Ich war kurzzeitig total fasziniert von dieser grandiosen Idee. Mit der Erkenntnis kam dann auch noch mehr Spannung auf und ich hatte Mühe und Not das Buch wegzulegen. Es kündigen sich einige verzwickte Nebengeschichten an und kaum ist ein Geheimnis aufgedeckt, begegnet man schon dem nächsten. In diesem ersten Teil wird so unendlich viel Potenzial aufgebaut, dass ich wirklich überzeugt bin, dass die Fortsetzungen sehr viel besser und noch spannender werden. Die düstere, unheilvolle Stimmung gepaart mit leidenschaftlichen Gefühlen versprühen eine derartige Anziehungskraft, der man sich nur sehr schwer entziehen kann. Dieses anfängliche „Im Dunkeln tappen“, dann der lange quälende Weg und die schließlich, wie ein Orkan, über einen hereinbrechende Erleuchtung sind richtiggehend genial. Schade, dass ich den Sinn der ganzen Geschehnisse am Anfang nicht verstanden habe, denn das hätte das Lesevergnügen deutlich gesteigert.
Auch die Liebesgeschichte erhält eine neue Bedeutung und macht absolut neugierig auf mehr, denn in dieser Hinsicht hält sich die Autorin bis zum Ende bedeckt. Jede Begegnung zwischen Kaylee und Nash wird intensiver und einige offene Fragen über diese scheinbar selbstverständliche Leidenschaftlichkeit und Verbindung lassen einen als Leser ruhelos zurück.

Die Personen wirken ebenfalls anfangs sehr oberflächlich und undurchsichtig. Man könnte gerade bei Kaylee meinen, dass sie sich nicht einmal selbst kennt und noch sehr naiv ist. Da man völlig unvorbereitet in ihr Leben geschmissen wird, konnte ich mich erst nach und nach mit ihr anfreunden und ihre Sicht- und Handlungsweisen verstehen. Sie hat einen stark ausgeprägten Hang zur Gerechtigkeit, ist absolut wissbegierig, stur und sehr gewitzt in Verhandlungen in denen es nicht selten um Leben und Tod geht. Sie entwickelt im Laufe der Zeit ein schafsinniges Verständnis für alle Menschen und Begebenheiten in ihrem Umfeld und wird beinahe zur Ermittlerin. Die Suche nach der Wahrheit und Gerechtigkeit scheinen ihr oberstes Ziel zu sein, koste es was es wolle. Sie entscheidet sehr stürmisch und emotional, was nicht selten zu Problemen führt.
Nash tritt so plötzlich und intensiv in Kaylee’s Leben, dass ich gar nicht wusste wie mir geschieht. Er ist sofort mehr als einfühlsam, wahnsinnig hilfsbereit und zum Niederknien schön. Ihm haftet allerdings auch ein Geheimnis an, was er einige Zeit vehement im Verborgenen hält. Er nähert sich Kaylee auch nicht gerade zaghaft an, sondern geht direkt in die Vollen. Ob dieses Verhalten allerdings aus freiem Willen entsteht, wird nicht ganz klar. Es wirkt mit der Zeit so natürlich, dass ich in dieser Hinsicht noch einiges erwarte.
Er ist sehr darauf bedacht nur das Nötigste preis zu geben und den Schaden so gering wie möglich zu halten. Er versucht stets die richtige Entscheidung zu treffen und Kaylee von den grausamen, in der Versenkung lauernden Mysterien zu schützen. Er geht an jede Sache mit einem stark ausgeprägten Optimismus heran und kommt mit einem ebenso hervorstechenden Durchhaltevermögen stets an sein Ziel. Die Art und Weise, wie er mit Kaylee umgeht ist toll, er rückt nicht von ihrer Seite und stet ihr in den schwierigsten Situationen bei. Auch wenn ihre Beziehung anfangs unglaubwürdig gewirkt hat, so entsteht mit der Zeit eine tiefe Bindung, deren Ursprung es noch zu erforschen gilt. Ich bin jedenfalls mehr als gespannt.

FAZIT
Mit einigen Startschwierigkeiten und einem anfänglichen Unbehagen, hat sich diese Geschichte doch noch als ziemlich originell entpuppt. Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Fortsetzungen und kann durchaus eine Leseempfehlung aussprechen. Es lohnt sich wirklich, auch wenn man nicht sofort den Sinn in allem sieht. ;)
Eine ähnliche Geschichte ist mir zumindest noch nicht untergekommen.


Ewiglich die Sehnsucht
Ewiglich die Sehnsucht
von Brodi Ashton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

5.0 von 5 Sternen Es sollte ewiglich weiter gehen..., 9. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Ewiglich die Sehnsucht (Gebundene Ausgabe)
„Nichts ist gewaltiger als die Liebe…“ – diese Worte findet man direkt unter dem Klappentext. Und genau das war lange Zeit der Grund, warum ich es nicht gekauft habe. Ich ging einfach von einer furchtbaren Schnulze aus. Nach und nach habe ich unendlich viele positive Meinungen gelesen und es schließlich doch gekauft. Tja, es stand keine 2 Wochen in meinem Regal, es hat mich angezogen wie die Motte zum Licht. Und es war unglaublich…unsichtbare Hände haben mich bis in die späten Nachtstunden gewaltsam festhalten und mich hineingezogen in diese außergewöhnlich Liebesgeschichte, die mit soviel Emotion versehen ist, dass ich nicht selten um Fassung ringen musste.

Der Schreibstil ist besonders, sogar sehr. Der Autorin ist in dieser Hinsicht etwas gelungen, was ich nur selten erlebe. Ähnlich wie bei Maggie Stiefvater vermag sie unglaublich viel Emotion in und zwischen die Zeilen zu packen und den Leser somit direkt ans Zentrum der eigenen Gefühle „anzuschließen“. Es ist wie ein unsichtbarer Draht, welcher es ermöglicht nicht nur dabei zu sein, nicht mal nur mittendrin, sondern mehr und mehr eins mit der Geschichte zu werden. Hätte ich Zeit gehabt, hätte ich aufgrund dieser Tatsache das Buch mit Sicherheit an einem Tag durchgelesen. Ich konnte es sooo schlecht weglegen und bin auch jetzt drauf und dran sofort zu Teil 2 überzugehen. Allerdings wird mich die Durststrecke bis Teil 3, dann wahrscheinlich völlig fertig machen.
Eine weitere Besonderheit des Schreibstils von Brodi Ashton ist diese Ausdrucksstärke, ich hatte ab und an das Gefühl ein großes literarisches Werk zu lesen. Die Ästhetik, die das Schreiben haben kann, ist mir hier erstmals wieder aufgefallen – feinsinnig, ausdrucksvoll und leicht dichterisch hat sie mich in die Welt von Nikki entführt.

Die Geschichte ist klasse. Ich liebe Mythologie in all ihren Facetten und lese daher auch sehr gerne moderne Bücher, die so manche Mythen wieder zum Leben erwecken. Es hat meist eine düstere, undurchdringliche Seite, die schon vom Ursprung her eine Spannung erzeugt, der man sich schlecht entziehen kann. Hier wird ein relativ geringer, jedoch bedeutender Teil der Mythologie thematisiert, die Unterwelt. Es gibt wohl noch zig weitere Bezeichnungen und es ranken sich Geschichten, Sagen, Mythen usw. darum. Doch eines wissen wir sicher, es ist nichts Gutes. So begegnet man auch hier sehr zeitig der unendlichen Finsternis, der düsteren und doch geheimnisvollen Stimmung. Man wird quasi sofort in die Geschichte hineinkatapultiert und erfährt erst nach und nach die eigentlichen Gründe für die Situation der Hauptprotagonistin Nikki. Komischerweise fand ich das richtig klasse und überhaupt nicht verwirrend. Ich muss allerdings zugeben, dass es mich beinahe aus der Haut fahren lies, ewig nicht zu erfahren, wie es dazu kam, dass sie sich in Coles Arme begeben hat. Dies und die Spannung, die stetig steigt, haben mich förmlich zum Weiterlesen gezwungen. Warum um alles in der Welt verlässt jemand seine große Liebe? Was zwingt einen Menschen dazu sich in die Arme eines undurchsichtigen, geheimnisvollen Ewiglichen zu werfen? Der Handlungsschwerpunkt liegt in dieser Geschichte auf dieser unheimlich tiefen und schönen Liebesgeschichte zwischen Nikki und Jack, basierend auf dem Mythos von Orpheus und Eurydike. Doch ein Happy End scheint es für diese Misere nicht zu geben. Ausweglosigkeit, scheinbar unbändige Hoffnung, diese herzzerreißende Sehnsucht und die starken emotionalen Bande zwischen den Protagonisten, haben mich (beinahe) zu Tränen gerührt. Die Autorin hat zudem durch die verschiedenen Zeitabschnitte, die sich in „Vor der Nährung“ und „Zeit bis zur Rückkehr“ gliedert, eine zusätzliche Spannung erzeugt. Mir lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter, als die Zeit immer knapper wurde und das Fünkchen Hoffnung zu erlöschen schien. Es ist alles so logisch und sinnvoll aufgebaut, dass es mich überhaupt nicht verwirrt hat, wie es oft bei derartiger zeitlicher Unruhe geschieht. Einfach toll!!

Die Personen sind wahnsinnig authentisch und einige Charakterzüge treiben an so mancher Stelle, die Geschichte erst in die Richtung, die sie schließlich ausmacht.
Nikki ist völlig gefühlsleer, als sie sich entscheidet, nach 100 Jahren in der Unterwelt und völlig ausgezehrt, noch einmal zurückzukehren. Diese Kraft bringt sie allein wegen der Erinnerung an Jack’s Gesicht auf. Sie hat keine Tränen mehr, das Lächeln ist ihr abhanden gekommen und auch sonst breitet sich eine unendliche Leere in ihr aus. Doch je mehr Zeit sie in der Oberwelt verbringt und vor allem mit Jack, desto mehr Emotionen kommen zurück und machen sie noch sehr viel sympathischer. Schon von Anfang an, war sie mir sehr sympathisch und ich wurde von heftigem Mitgefühl geplagt.
Jack wirkt zuerst wie der oberflächliche Quarterback, der die ein oder andere Liebschaft, neben seiner steilen Footballkarriere führt. Nahezu jedes hübsche Mädchen hatte wohl bereits nähere Bekanntschaft mit ihm. Doch seine Liebe zu Nikki zeigt etwas ganz anderes und macht ihn einfach wahnsinnig liebenswert. Er ist voller Gefühl und Hoffnung. Keine Sekunde hat er seit Nikki’s Verschwinden ohne einen Gedanken an sie verstreichen lassen. Er beweist Durchhaltevermögen, Kampfgeist und meine Schwäche für Selbstlosigkeit erfüllt er zudem in besonderem Maße, genauso wie Nikki.
Cole war von Anfang an der Störenfried, er stand im Weg und hat mich auch richtiggehend genervt. Er ist scheinbar die gefühlsleere Zerstörung in Person, der sich an anderen „ergötzt“. Doch was schlummert da tief in ihm? Kann er tatsächlich Nichts fühlen? Ist Nikki wirklich nur seine Spenderin? Diese undurchsichtige, geheimnisvolle Fassade, hat mich absolut neugierig gemacht. Obwohl ich normalerweise immer eine Schwäche für die „Bösewichte“ habe, mochte ich ihn trotzdem zu keinem Zeitpunkt. Was nicht heißen soll, dass er misslungen ist, im Gegenteil, er ist sogar wahnsinnig gut gelungen und zudem spielt er eine bedeutende Rolle im ganzen Handlungsaufbau.

FAZIT
Ich bin absolut hin und weg, ich möchte mich gar nicht trennen. Es hat mich wirklich sehr berührt, da es überhaupt nicht kitschig ist, sondern einfach richtig sehr ans Herz geht (und ein bisschen an die Nieren :D). Zum Glück habe ich Band 2 schon bereit liegen. Die Rezension ist mir ungewohnt schwer gefallen, weil man leicht zu viel verrät. Kurzum, ich bin begeistert und vergebe volle Punktzahl.


Ewiglich die Hoffnung
Ewiglich die Hoffnung
von Brodi Ashton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Hoffnung stirbt zuletzt..., 9. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Ewiglich die Hoffnung (Gebundene Ausgabe)
Ich möchte ewiglich weiterlesen. Es war unglaublich, umwerfend, unfassbar und wahnsinnig emotional. Es ist lange her, dass mich ein Buch so derart gefesselt hat, dass ich einfach wirklich nicht aufhören konnte zu lesen. Es ging nicht!!! Nicht einmal unter Zwang. Nun durchziehen dicke dunkle Augenringe mein Gesicht und ich bin noch immer völlig aufgewühlt von der jüngsten Entwicklung. Wer Teil 1 noch nicht kennt, sollte lieber nicht weiterlesen.

Der Schreibstil ist nach wie vor der absolute Hammer. Es ist unglaublich, wie man ohne detaillierte Beschreibungen, eine derartige Emotionalität in Worte legen kann, dass es einem als Leser den Boden unter den Füßen wegzieht. Diese bedrückende, düstere Stimmung, diese nagende Ausweglosigkeit und inmitten dieser Finsternis leuchtet ein helles Feuer der Liebe, aus dem sich ein klitzekleiner Funken Hoffnung nährt und so überwältigend wird, dass man mit Nikki zusammen nur noch das eine Ziel erkennt – Jack’s Rettung – und jede denkbare Handlung auf jene zweifelhafte Rettungsaktion ausrichtet. Ich war ganz und gar mit der Geschichte verschmolzen, so wie Nikki und Cole bei der Nährung. Da sich die Autorin sämtliche Umgebungsbeschreibungen nahezu gespart hat, ist es mir immer noch unbegreiflich, wie nah und real sich das Ewigseits in seiner vollen Pracht angefühlt hat. Angefangen von den Städten, dem Labyrinth und schließlich den grausamen Tunneln der Hölle. Ich war vor Ort und das nicht zu knapp. Brodi Ashtons Schreibstil ist ein wenig poetisch und daher so magisch und intensiv, dass der Übergang von der Realität in die Story verschwimmt.

Die Geschichte ist eine pausenlose Hetzjagd, ich konnte kaum eine Minute verschnaufen. Eine unerwartete Wendung nach der anderen. Mehr Schnelligkeit und Handlungsfortgang hätte man wahrscheinlich gar nicht ertragen können. Zudem wurden nach und nach so manche Geheimnisse, Umstände und Sachverhalte rund um das Ewigseits aufgedeckt. Der mythologische Teil wird nahezu mühelos in die Geschichte eingebunden und erreicht somit ein hohes Level an Vielfalt und Einfallsreichtum. Alte Mythen und Sagen, die dem Leser wohl vorher schon bekannt waren, finden den ein oder anderen Platz in der Geschichte und die Logik hinter jeder „Aufklärungsarbeit“ ist wahnsinnig tiefsinnig.
Dazu diese ständige erdrückende Stimmung, welche mich beinahe um den Verstand brachte. Man landet schon in den ersten Seiten mitten in Nikki’s Alltag und somit in der völligen Verzweiflung, einem Berg von negativen Gefühlen. Schuld, schmerzhafter Sehnsucht, Hass und Zweifel. Der Titel ist hier Programm, der einzige Antrieb ist die scheinbar unerschöpfliche Hoffnung, die wie bereits erwähnt, aus dieser wunderschönen, reinen und tiefen Liebe zu Jack entspringt. Sie will ihn retten, um jeden Preis, doch dies ist nur mit Cole’s Hilfe möglich. Dann ist da noch diese unsichtbare und doch starke Verbindung zu ihm, die aus der Zeit der Nährung stammt und scheinbar versteckt in Nikki’s Innerem sitzt. Sie wirft tiefe Zweifel an den negativen Gefühlen zu ihm auf und versucht ein gefährliches Band des Vertrauens zu knüpfen. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Inmitten dieser sowieso schon starken, vorwiegend negativen Emotionalität, hat die Autorin wieder einige sinnvolle Rückblicke aus der glücklichen Zeit zwischen Nikki und Jack eingewebt. Diese Passagen waren mein persönlicher Anker aus der düsteren Stimmung. Es hat diesen frischen Wind der jungen Liebe verströmt und so genug Futter für zwischenzeitliche Schwärmereien gelassen.
Das Ende bzw. die letzten Seiten haben mich dann völlig aus der Bahn geworfen. Es passieren so viele Dinge auf einmal und zudem so plötzlich und unvorhergesehen, dass ich mit rasendem Herz und weit aufgerissenen Augen, völlig ungehalten das Buch zugeschlagen habe und erst eine unsichtbare Hand mich wieder ins Hier und Jetzt zurück geholt hat. ;)

Die Personen machen allesamt eine starke und vor allem emotionale Entwicklung durch.
Nikki ist zu Anfang ein absolutes Häufchen Elend, was nur von der ewiglichen Hoffnung angetrieben wird. Ihre Gedanken und Gefühle drehen sich ausschließlich um Jack und der fixen Idee ihn höchstpersönlich aus den Fängen der Höllentunnel zu befreien. Trotz der absoluten Hassgefühle Cole gegenüber, regen sich im Laufe der Geschichte auch Emotionen, die sie eigentlich nicht zulassen möchte. Doch die Liebe zu Jack ist überwältigend und macht sie auch in den ausweglosesten Situationen stark. Sie ist eine Person, die man einfach mögen muss. Soviel Mut, Selbstlosigkeit, unbändige Kraft und die allgegenwärtige Hoffnung haben sie nach wie vor wahnsinnig liebenswert gemacht. Sie hat eine Art die Dinge anders zu sehen, sie mit Liebe zu betrachten ohne naiv zu wirken.
Cole ist unmöglich zu beschreiben, ohne die halbe Geschichte zu verraten. Er war mir in Teil 1 zu keinem Zeitpunkt sympathisch, eher berechnend, einnehmend, arrogant und einfach ein Störfaktor. Doch meine Neugier war geweckt und ich wollte hinter die Fassade schauen, was in Teil 2 auch teilweise gelang. Er zeigte tiefe Gefühle zu Nikki und legte eine sympathische gefühlvolle Seite an den Tag. Man hatte das Gefühl einen Blick in seine dunkle Seele zu erhaschen, die gar nicht so dunkel zu sein scheint. Gibt es also doch noch Helden? Ich entwickelte ein zeitweiliges Mitgefühl zu ihm, wollte den Antrieb hinter seinen Handlungen wirklich verstehen. Tja und den Rest müsst ihr selbst lesen.
Zwei Personen rücken ebenso in den Fokus der Geschehnisse Jack’s Bruder Will und Mrs Jenkins, Meredith’s Mutter. Sie spielen eine besondere Rolle in der Oberwelt. In gewisser Weise treiben sie Nikki voran und helfen ihr. Sie sind ihr Halt. Beide handeln im Endeffekt aus Liebe, was sich in unterschiedlicherer Weise nicht hätte zeigen können.

FAZIT
Ein geniales Meisterwerk. Es hat einfach alles. Unglaubliche Spannung mit einem rasanten und logischen Handlungsfortgang. Starke Emotionen, wunderbare Protagonisten, jede Menge unvorhersehbare Wendungen, Originalität und alles gestrickt um eine umwerfende und scheinbar doch so ausweglose Liebesgeschichte, die gleichzeitig herzerwärmend, wie -zerreißend ist. All diese Dinge gepaart mit einem Schreibstil, der besser nicht hätte sein können, wünsche ich mir 1. sofort den 3. Teil und 2. noch viele weitere Bücher von ihr. Der Oetinger Verlag scheint ein gutes Händchen für derartige Meisterwerke zu haben. Ich vergebe nicht nur eine Leseempfehlung, sondern eine Lesepflicht inklusive voller Punktzahl mit Einzug auf meine „Lieblinge-Liste“.


City of Bones: Chroniken der Unterwelt (1)
City of Bones: Chroniken der Unterwelt (1)
von Cassandra Clare
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Geniale Story mit Potenzial..., 9. Februar 2013
Die Chroniken der Unterwelt – City of Bones. Der Titel selbst hat mich so gar nicht angesprochen. Ich hatte direkt Bilder von den Filmen Blake und Underworld im Kopf. Als dann laut wurde, dass die Reihe oder zumindest erstmal der erste Teil verfilmt werden sollen, wurde ich neugierig. Nach einigen Stöbereien und Empfehlungen bzw. absoluten Schwärmereien, habe ich mir die Bücher mal näher angeschaut und nach nur 2 Tagen war Band 1 verschlungen.

Der Schreibstil ist mir zu ausladend, viel zu viele unnötige detaillierte Beschreibungen von Räumen, Gegenständen und Personen füllen scheinbar endlose Seiten. Gerade am Anfang war ich wirklich genervt davon und hatte das Bedürfnis die Geschichte ein wenig anzuschubsen. Diese Detailtreue hat den Fortgang der Handlung derart aufgehalten, dass ich mich gefragt habe, was an diesen Büchern so toll sein soll. Regten sich also in den ersten etwa 150 Seiten noch leise Zweifel, sollte ich spätestens ab diesem Zeitpunkt eines besseren belehrt werden. Kaum hatte ich mich an den Schreibstil gewöhnt, ging es auch Storytechnisch so richtig zu Gange.

Die Geschichte ist keine wirklich außergewöhnliche Sache, allerdings ist das Buch ja bereits 2008 erschienen und zu diesem Zeitpunkt waren derartige Geschichten sicherlich noch nicht so häufig. Wie dem auch sei, ich finde es wirklich super umgesetzt. Sämtliche Schattenwesen sind von wunderbaren und sehr phantasievollen Elementen durchzogen. Der Einfallsreichtum der Autorin ist nahezu grenzenlos. An dieser Stelle kommt ihr natürlich auch der erschöpfende Schreibstil zu Gute. Als die Geschichte einmal an Fahrt gewonnen hatte, konnte ich mich kaum mehr lösen. Es hat mich in einen Bann gezogen, den ich selbst nicht erklären kann. Ich war (und bin) nicht restlos begeistert, aber es entwickelte recht schnell einen gewaltigen Sog, dem ich mich nur schwer entziehen konnte. Viele Geheimnisse, Vergangenheitsgeschichten aus der ein oder anderen Perspektive, Halbwahrheiten, die unterschiedlichsten Charaktere und eine gewisse kampflustige und doch düstere Atmosphäre ließen mich immer neugieriger werden. Ich hatte zeitweise den Eindruck, dass ich erst um die nächste Ecke schauen müsste, ob nicht vielleicht irgendein scheußliches Schattenwesen dahinter lauert. Daraus entsprang wiederum eine ahnungsvolle, beinahe vorfreudige und doch angsteinflößende Stimmung, die eine kribbelige Spannung erzeuge und mich als Leser nahezu von selbst durch die Geschichte zu tragen vermochte.
Es gab einige unvorhergesehene Wendungen, manche waren markerschütternd und ließen mich mit offenem Mund zurück, andere eher enttäuschend. An der ein oder anderen Stelle, fand ich die Geschichte etwas zu vorhersehbar, es gab allerdings genügend dieser Wendungen, dass diese Dinge nicht wirklich ins Gewicht fallen.
Zudem waren einige blutige und rasante Kampfszenen dabei, die dem Ganzen eine Krone aufgesetzt und mich restlos überzeugt haben, dass es die absolut richtige Entscheidung war, diese Reihe zu lesen. Die düsteren Vorahnungen und sich schließlich darin entladenen Gefechte waren so passgenau getroffen, dass ich plötzlich mitten drin, statt nur noch dabei war. Die Autorin versteht es an den richtigen Stellen, die Spannung zurückzuholen und den Leser so an die Geschichte zu binden.

Die Personen sind der Hauptgrund, warum ich die ersten eher holprigen Seiten gern auf mich genommen habe. Jede einzelne von Ihnen, wäre es absolut wert erwähnt zu werden. Da dies leider den Rahmen sprengt, beschränke ich mich etwas.
Clary’s Welt gerät aus den Fugen, als sie erkennt, dass sie keine gewöhnliche Sterbliche ist. Sie erfährt, dass ihr gesamtes Leben auf einer Lüge aufgebaut ist und ihre Mutter schwere Steine der Vergangenheit zu tragen hat. Sie ist eine Schattenjägerin im Exil und wollte Clary vor dieser gefährlichen Welt schützen. Clarissa Fray wird jedoch ohne Umschweife in die Abgründe ihrer Abstammung geworfen und lernt ihresgleichen kennen. Sie ist eine sehr sympathische Person. Sie zeigt Durchhaltevermögen, ist auf eine charmante Art stur und weiß einige Situationen mit jugendlichem Humor zu entschärfen. Sie hat das Mundwerk an der richtigen Stelle und ebenso ihr Herz. Loyal und selbstlos steht sie für die Menschen ein, die sie liebt und schätzt. Sie ist stets fair und nimmt in schwierigen Situationen kein Blatt vor den Mund. Für Wahrheit und Gerechtigkeit steht sie ein und das mit vollem Einsatz.
Simon ist Clary’s bester Freund aus den frühsten Kindheitstagen und steht ihr in dieser schwierigen Zeit mit Witz und Cleverness zur Seite. Er ist absolut liebenswert, loyal und selbstlos. Er begibt sich für sie in größte Gefahr, löst die Dinge aber stets auf eine Art, die man einfach mögen muss. Einen solchen Freund würde ich mir auch wünschen. : )
Jace ist der geheimnisvolle, undurchdringliche Schattenjäger. Er wirkt hart, gerissen, kampflustig und gefühlskarg. Eine harte Schale umgibt ihn und so stellt er sich mühelos seinem Schicksal als Schattenjäger, einer der besten seiner Art und das ist ihm auch mehr als bewusst. Nicht nur seine Fähigkeiten scheinen ihm ein übermäßiges Selbstbewusstsein zu verschaffen, sondern auch sein unverschämt gutes Aussehen. Ich mochte ihn eigentlich sofort. :D Er strahlt eine überhebliche und doch sehr charmante Arroganz aus. Mit viel Witz und einer recht anzüglichen Art, konnte er mich direkt auf seine Seite ziehen. Vor allem aber auch der zarte und weiche Kern, der tief in ihm verborgen liegt und nur selten leicht durchschimmerte, hat es mir angetan. Ich möchte nun gern noch etwas mehr über ihn erfahren. Die Sicherheit derer, die er liebt und schätzt ist ihm wichtiger als sein eigenes Leben. Damit erfüllt er auch meine Schwäche für Selbstlosigkeit und ist somit bisher mein Lieblingscharakter in dieser Reihe.

FAZIT
Nach leichten Startschwierigkeiten und einem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil, bin ich nun auch im „Chroniken der Unterwelt – Fieber“. Es ist eine mitreißende und süchtigmachende Fantasystory, die es auf jeden Fall lohnt zu lesen. Ich freue mich jetzt schon auf die Verfilmung und bin gespannt, was mich in den Fortsetzungen erwartet.


City of Ashes: Chroniken der Unterwelt (2)
City of Ashes: Chroniken der Unterwelt (2)
von Cassandra Clare
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich einfallsreiche Fortsetzung...., 9. Februar 2013
Die Welt der Schattenjäger hat mich gefangen genommen und sie lässt mich jetzt auch nicht wieder los. Es ist mir unbegreiflich, dass ich den Anfang von Teil 1 tatsächlich als die pure Einöde in einem pingelig detaillierten Schreibstils empfand, denn jetzt ist es so unfassbar spannend und mitreißend, dass ich beinahe vergesse zu atmen. So langsam schleicht es sich in meinen Alltag ein, immerzu denke ich von Abend zu Abend, bis ich endlich weiterlesen kann. Böse Böse!!! :D Tja daher nerve ich euch jetzt erstmal mit einer "Chroniken der Unterwelt"-Rezension nach der anderen. ;)

Der Schreibstil ist zugegebenermaßen noch der Selbe. : ) Weiterhin gibt es einige, relativ unnötige Beschreibungen der verschiedensten Dinge und das gleich über mehrere Abschnitte. Allerdings hat es mich einfach nicht mehr gestört, im Gegenteil. Durch die unendliche Fülle von Geschehnissen, war es eine willkommene Abwechslung, dass sich, z.B. ein Zimmer vor meinem inneren Auge so derart real entfalten konnte, dass ich den Zauber auch in den kleinen Dingen wahrnahm. War mir dies in Teil 1 noch verborgen geblieben, so konnte ich in diesem Band in den unendlichen Weiten der Detailtreue schwelgen. Und ja, ich habe es tatsächlich genossen.

Die Geschichte ist einfach genial und nach wie vor voller schier endloser Fantasie. Es prasseln so viele Eindrücke auf einen ein, dass man nahezu atemlos versucht, den Geschehnissen zu folgen und damit in einen rasanten Spannungsfluss hineingerät. Gefühlstechnisch befand ich mich irgendwann also nur noch in einem reißenden Strom der Verzückung, der mich hinab in die dunklen Untiefen gezogen hat, um mich schließlich hier und dort an einen „Fels der Realität“ aufschlagen zu lassen, dass alle Luft aus meinen Lungen gepresst wurde und ich beinahe keuchend wieder zur Besinnung kam. Nicht selten brauchte ich eine kurze schöpferische Pause, um mich von den sich überschlagenden Ereignissen zu erholen. Es war kein Stück vorhersehbar, von absolut kreativen und sinnigen Handlungsfolgen beherrscht und mit einer klaren Logik versehen, dass ich restlos begeistert war und bin. Eine derartig aufwendige und umfangreiche Geschichte in so spielend leichter Klarheit zu gestalten, ist eine wahre Meisterleistung. An dieser Stelle muss ich nochmals die genialen und vor allem dämonischen Gefechte erwähnen. Ich habe jede einzelne, widerwärtige und grausame Schattengestalt vor mir gesehen und mir lief eine kalte Gänsehaut nach der anderen über den Rücken. Ich mag es sowieso, wenn es kampftechnisch zur Sache geht, aber Frau Clare besitzt die Fähigkeit es zum Leben erwecken zu lassen.

Die Personen sind nach wie vor wahre Schätze. Ich würde es begrüßen einige der zahlreichen Charaktere in meinem Freundeskreis zu haben. ;)
Clary war mir bereits in Teil 1 super sympathisch und besitzt nahezu ausschließlich positive Eigenschaften. Im Laufe von „City of Ashes“ entwickelt sie sich weiter, sie wird etwas härter, entwickelt eine scheinbar unbändige Stärke, sehr viel mehr Selbstvertrauen und ihre Selbstlosigkeit nimmt ein Maß an, dass eher an Selbstzerstörung grenzt. Daher tut sie alles Menschen- oder eher „Schattenjägermögliche“, um ihre Lieben vor dem Tod zu bewahren, was sich als nicht sonderlich einfach herausstellt. Sehr interessant ist auch die Entwicklung ihrer Gefühle zu Simon und Jace, denn nur in diesen Dingen ist sie zerbrechlich, zart und sehr zögerlich. Würde sie so enthusiastisch ihre Gefühle vertreten, wie sie Leben schützt, wäre ihr Leben vielleicht etwas leichter. Doch genau das ist es, was sie mir noch sympathischer macht. Sie macht es sich eben in keiner Hinsicht leicht.
Jace ist und bleibt mein Liebling. Die Autorin hat mit ihm einen Charakter erschaffen, der es mir einfach unmöglich macht ihn nicht zu mögen oder zumindest zu schätzen. Er ist so unglaublich selbstlos, er würde lieber sterben, als nicht für die Gerechtigkeit zu kämpfen. Zudem wird er in „City of Ashes“ etwas weicher, er legt seine Gefühlswelt ein Stück weit offen und zeigt weitere Facetten, die sich gepaart mit seiner, nach wie vor charmanten Überheblichkeit, in perfektem Einklang befinden. Die logische und irgendwie auch berechnende Vorgehensweise ist ebenfalls eine Eigenschaft, die er bis zur Perfektion beherrscht und somit die Geschichte nicht selten in eine andere Richtung gedrängt hat, die einem mal mehr oder auch mal weniger gut vorkam. Das wiederum hat die Spannung angeheizt und die vorfreudige, erwartungsvolle Stimmung ist zurückgekehrt, die ich bereits in Teil 1 wirklich überragend fand.
Es gibt noch soooo viele tolle Protagonisten, die absolut erwähnenswert sind, da dies allerdings zu weit führen würde, nenne ich mal die Namen: Simon habe ich ja bereits in der Rezension zu „City of Bones“ näher erläutert. Dann wären da noch Alec und Isabelle, wobei ich für Alec eine besonders starke Sympathie empfinde, er ist einfach in jeder Hinsicht loyal und selbstlos, zudem der Fels in der Brandung, wenn die Gefühle überzukochen drohen. Genauso klasse ist Magnus Bane, der Hexenmeister.

FAZIT
JAAAAAAA….ich kann den Hype jetzt verstehen, ich kann ihn sogar fühlen. Ich möchte jetzt nichts lieber als mir sofort Teil 3 zu schnappen und solange zu lesen, bis ich einfach alles erfahren habe, was es zu erfahren gibt!!!! Ich kann auch dazu nur noch sagen: LESEN!!!!!


City of Glass. Die Chroniken der Unterwelt 3
City of Glass. Die Chroniken der Unterwelt 3
von Cassandra Clare
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Geniale Fortsetzung..., 9. Februar 2013
Ich bin begeistert und gleichzeitig froh, dass ich es erstmal hinter mich gebracht habe. Mir ist schon ganz schwindelig vom vielen Lesen. Aber es musste sein und es hat sich natürlich total gelohnt. Band 3 ist bisher eindeutig der Beste von allen. 717 Seiten pure Spannung, Emotion, Kampfeslust, Finsternis und scheinbar unerschöpfliche Fantasie.

Zum Schreibstil muss ich nicht mehr viel sagen. Er ist mir einfach viel zu ausschweifend und beschreibend. Ich würde nicht mal eine übertriebene Bildhaftigkeit unterstellen, sondern vielmehr das Gefühl, als liest man eine Landschaftsbeschreibung oder einen Bericht. Dennoch ist diese erschöpfende Art keine schlechte Sache, vor allem bei derartigen Geschichten nicht, die sowieso mit einer unendlichen Fülle von Geschehnissen und Informationen gespickt sind. Denn nur dann ist es überhaupt möglich, diese umfassenden Anschauungen zu realisieren.

Die Geschichte ist einfach übermächtig und sehr kreativ. Der Drang, der mich nahezu nötigte weiter zu lesen, entsprang vor allem auch aus der Tatsache heraus, dass man als Leser von den Geschehnissen förmlich erdrückt wird. Um diese „Last“ ablegen zu können, hätte ich am liebsten manchmal bis zum Ende vorgeblättert und geschaut, wie es ausgeht. Es gab einige sinnige und wichtige Verzögerung im Haupthandlungsstrang. Man wurde quasi vom eigentlichen Ziel der Handlung abgelenkt, um schließlich auf hell erleuchtetem Pfad wieder zurückgeführt zu werden. Das kam mir dann teilweise so unwirklich und fremd vor, dass ich kurz überlegen musste, wofür genau das jetzt gut war. Ich bin also ständig auf diese Spielereien der Autorin hereingefallen und musste mich jedes Mal aufs Neue von meinem Schock oder dem wohlwollenden Grinsen erholen. Auch wenn es mich teilweise geärgert hat, war es doch von großem Nutzen, um die Spannung am höchsten Punkt zu halten und damit jegliche lange Weile zu vertreiben, die bei so manchen „nervigen Problemchen“ hätte aufkommen können. Da nahezu das gesamte Geschehen in der Hauptstadt Alicante in Idris stattfindet, lernt man eine andere Seite der Schattenjäger kennen, ihre Heimat, die Welt, die ein jeder von ihnen im Herzen zu tragen scheint. Der Autorin ist damit ein gewisser Umbruch gelungen, es wurde geheimnisvoller, friedvoller und gleichzeitig kämpferischer und eine trügerische Ruhe vor dem Sturm breitete sich aus. Einige wenige Dinge konnte ich mir zusammenreimen und manchmal wollte ich die Protagonisten einfach nur wachrütteln, weil ihnen etwas entging, was einfach völlig eindeutig war. Aber auch das empfand ich eher positiv, da ich immer gespannter und aufgeregter dem Tag der Erkenntnis entgegen gefiebert habe. Der dann schließlich auf äußerst fiese Art und Weise ins unermessliche hinausgezögert wurde. Ich wäre beinahe aus der Haut gefahren.
Die Kämpfe waren wieder erste Klasse!!!! Sie waren eins ums andere ungestüm, wahnsinnig mitreißend, berührend und geprägt von grausamer Authentizität, durchzogen mit beinahe uneingeschränkter Fantasie.

--AB HIER KÖNNTEN VERSTECKTE SPOILER AUFTAUCHEN--
Die Personen muss ich jetzt doch mal im Detail aufführen, denn eine solche Vielfalt von unglaublich tollen Charakteren, die die gesamte Zeit über einer absolut stetigen und wunderbaren Entwicklung unterlagen, ist eine wirklich Meisterleitung. Hier kommen also meine Favoriten:
Clary ist für mich eine absolute Sympathieträgerin. Sie besitzt so viel Gefühl und Tiefe, dass man sie einfach gern haben muss. Zudem entwickelt sie sich von einem eher verunsicherten Menschenmädchen, zu einer Schattenjägerin mit unbändigem Willen, einer Stärke und soviel Durchhaltevermögen, wie es mancher Erwachsener in 40 Jahren nicht aufbauen kann. Doch sie lebt auch von und für ihre Freunde, denn deren Vertrauen in ihre Stärke, lässt diese unbändigen Kräfte aus ihrem Inneren ans Tageslicht gleiten und sich in einer Woge der Selbstlosigkeit entfalten. Dies wiederum führt in gewissenweise beinahe zur Selbstzerstörung, denn sie hängt mehr an den Leben derer, die sie liebt, als an ihrem eigenen. Sie würde es jederzeit für ein anderes eintauschen. So begibt sie sich nicht selten in halsbrecherische Situationen, aus denen sie sich nur selten allein befreien kann. Doch der letzte Hoffnungsschimmer oder der letzte Schlag zwischen Sieg oder Niederlage, gehörte beinahe immer ihr. Sie gibt den Menschen um sich herum soviel, selbst denen, die sie zutiefst verabscheut. Sie steht für Fairness, Gerechtigkeit, Toleranz, Loyalität und die Wahrheit ein. Koste es was es wolle!!
Jace ist einfach toll. Er ist und bleibt mein Liebling und jetzt in Teil 3 sogar noch viel mehr. Er ist kein klassischer Bad Boy, sondern eher ein gebrochenes Seelchen, was sich eine große Mauer errichtet hat, das wiederum auf eine Art, die ich einfach klasse finde. Diese absolut überhebliche Arroganz auf eine derart charmante Art, die er in Teil 1 noch stark zeigt, schwächt zwar etwas ab, aber zurück bleibt ein geheimnisvoller Kämpfer, der voller Emotionen ist und diese nach und nach offen legt. Er wird in „City of Glass“ richtiggehend süß. Die kurzen Momente der emotionalen Offenbarungen waren eine wahre Pracht, allerdings hat mich seine ruhelose Entschlossenheit, gepaart mit dieser wundervollen Ausprägung der Selbstlosigkeit einfach gefangen genommen. Die Autorin hat sämtliche seiner Gefühlsregungen in jedem Detail seiner Gesichtszüge aufgefangen und dem Leser schließlich enthüllt. Er ist also einerseits in seiner gefühlsmäßigen Entwicklung sehr viel reifer und offener geworden, andererseits verschließt er sich mehr und mehr, verbirgt Geheimnisse und startet wahnwitzige Alleingänge. Auch so manche Art der Problemlösung und der Sicherstellung des Schutzes anderer Personen, waren eher undurchdacht. Dennoch ist es gerade das, was seine Entwicklung so toll macht. Er lernt sich auf andere Menschen zu verlassen und diese Stärke zu nutzen, anstatt sich wie ein junger Wilder ins Getümmel zu stürzen. Er lernt zu schätzen, was es bedeutet geliebt zu werden und das aufrichtig.
Simon macht auch eine bahnbrechende Entwicklung durch. Bei ihm würde ich sagen, dass er erwachsen wird. Er lernt in dieser Zeit der Entbehrungen, und die hat er am allermeisten, was es bedeutet ein Leben zu haben bzw. überhaupt lebendig zu sein. Das er in den schwierigsten Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen vermag, wurde schnell klar, aber wofür oder für wen er diese Dinge tut, ist ihm erst später bewusst geworden. Es ist so toll zu sehen, dass er erkennt, dass man manchmal Dinge loslassen muss, um sie zu behalten oder zu schützen. Sein Selbstbewusstsein macht einen riesigen Sprung und dies wiederum führt zu der Art Ehrlichkeit, die ihm selbst das Leben erleichtert. Er kann nun offen seine Gefühle zeigen, ist nicht mehr so kindlich und kann sich so in jeder Hinsicht Respekt verdienen. Er wird Teil dieser Welt und wächst über sich hinaus, ohne seinen jugendlichen Humor zu verlieren. Er ist ebenfalls so unsagbar selbstlos und hat eine starke Handlungstiefe, dass er das anfängliche kindische„nervige Streber“-Image vollends abgelegen konnte.
Alec ist mein liebster Nebenprotagonist und er entwickelt sich, gerade in diesem Band in eine wunderbare Richtung der Selbsterkenntnis und legt seinen ängstlichen Schutzschild ab. Er überwindet seine eingefahrenen Gefühle, wird offener und weniger verbissen. Er war schon von Anfang an ein sehr emotionaler Charakter, der sich aufgrund dieser Tatsache jedoch stark verschlossen hat und eher versuchte Wut zu schüren, als seine wahren Gefühle preis zu geben. Dennoch ist die Art und Weise, wie er seine Geschwister die gesamte Zeit über behandelt, wie er die Stellung des großen Bruder versucht einzunehmen, einfach genial. Ich mochte ihn von der ersten Sekunde an und das hat sich nur verstärkt. Er reißt seine kühlen Mauern ein und lässt diese wunderbare Warmherzigkeit heraus, die schon so lange in ihm schlummert. Er erkennt sich nun selbst an, lernt sich selbst zu schätzen und kommt mit sich ins Reine.
Luke ist eine tragende Figur für Clary. Er ist der loyale Beschützer. Er nimmt nahezu von Beginn an eine väterliche Rolle ein, nicht nur speziell für Clary, sondern für beinahe all seine „Schützlinge“, er opfert sich förmlich auf, hat somit schon immer ein hohes Maß an Selbstlosigkeit aufgebracht und zahlt zudem einen hohen Preis. Er tut wirklich einfach alles, was in seiner Macht steht, um den Schutz seiner Lieben zu gewährleisten.
Isabelle scheint ein stürmischer, wunderschöner und kämpferischer Teenager zu sein. Sie wirkt auf den ersten Blick sehr oberflächlich und unsympathisch. Aber auch bei ihr ist das eine vollkommene Fassade, die nach und nach bröckelt und eine wirklich tolle Art zum Vorschein bringt. Sie taucht in den schwierigsten Situationen auf, um ihr Leben für sämtliche Familienmitglieder zu geben. Sie ist mutig, stark und schreckt vor nichts zurück. Sie geht oft sehr hart mit sich ins Gericht, was ihre Kämpfe und Taten betrifft, umso erfrischender ist ihr Selbstbewusstsein hinsichtlich ihres Aussehens. ;)
Magnus Bane ist genial. Er ist ebenfalls ein Charakter, der sich hinter einer perfekten Mauer versteckt. Er lässt den knallharten Geschäftsmann heraushängen, dem es nur um Geld und Anerkennung zu gehen scheint. Doch das ist absolut nicht zutreffend, er handelt nahezu ausschließlich aus emotionalen Gesichtspunkten und ist durchaus ein Gutmensch. Auch wenn er ständig vorgibt, eine Gegenleistung zu verlangen, hätte er es am Ende sowieso getan. Er ist aufopferungsvoll, glamourös, stark, redegewandt, selbstbewusst und aufrichtig. Er hat eine Schwäche für schöne Männer und macht kein Geheimnis daraus. ;) Egal in welcher Situation der „Lightwood-Clan“ seine Hilfe benötigte, er war stets zur Stelle und das mit Leib und Hexenmeisterseele.
Zum Schluss kommt noch der „Bösewicht“ Valentin, denn auch er ist ein echtes Schmuckstück, was die reine Charakteristik betrifft. Er hat stets diese überraschende und geheimnisvolle Atmosphäre um sich. Finsternis und Furcht breiten sich in jeder Szene aus, in der er auftaucht. Auch ein gewissen Groll und die Angst, die er versprüht, machen ihn zu dem was er ist. Er ist nicht nur skrupellos, sondern auch sehr clever und vor allem berechnend. Keine seiner Handlungen scheint auf einer banalen Ebene abzulaufen, er hat stets etwas Düsteres und Dämonisches in der Hinterhand und verfolgt seinen irrsinnigen Plan so vehement, dass er am Ende vergisst, wie kraftvoll die Liebe und der Hass sein können. Er fühlt sich derart im Recht und versucht stets seine Überlegenheit zu demonstrieren. Er ist ein fehlgeleitetes Genie mit einer guten Grundidee, aber den falschen Idealen. Seine Widerwärtigkeiten gingen mir durch Mark und Bein, dennoch ist seine Rolle von tragender Bedeutung und zudem sehr gelungen.

FAZIT
Diese Reihe sollte wirklich jeder lesen. Es steckt einfach unfassbar viel dahinter. Ein derart aufwendiges und vielseitiges Werk, was von Buch zu Buch besser wird und einen absoluten Lesezwang hervorruft, wenn man einmal begonnen hat, muss einfach jeder gelesen haben. Ich frage mich immer noch, warum ich es nicht eher gelesen habe. Ich hoffe, dass alle Teile verfilmt werden, dann darf ich die tolle Story noch einmal erleben und natürlich bin ich auf sämtliche Fortsetzungen gespannt.


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