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Rezensionen verfasst von
Wolfspeaker

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Sturmbogen: Greatcoats
Sturmbogen: Greatcoats
von Sebastien de Castell
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Glück nicht der letzte Band der spannenden Reihe, 1. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Sturmbogen: Greatcoats (Broschiert)
“Sturmbogen” ist der dritte Band von Sebastien de Castells Reihe um die Greatcoats.

Schon die Gestaltung des Bandes schließt gekonnt an die beiden Vorgänger an – auch wenn ich gestehen muss, erst mit diesem Band die Figuren auf dem Cover richtig einordnen zu können. Tatsächlich ist jeweils einer der drei Helden der Geschichte, Falcio, Kest und Brasti darauf abgebildet. Der dritte Band zeigt den Bogenschützen Brasti, der wie seine beiden Gefährten auf den vorangegangenen Bänden mit wehendem Mantel dargestellt ist. Und wie auf den vorangegangenen Covern zeigt der Mantel eine der düsteren und kriegerischen Szenen aus dem Buch.

Mit dem Tod des Königs begann sich die Ordnung des Reiches aufzulösen und wie die Greatcoats in alle Winde zu zerstreuen. Anschließend geht es auch den ersten Herzögen an den Kragen, werden einzelne Dörfer von sich ehrhaft nennenden Rittern dem Erdboden gleich gemacht. Schwer angeschlagen sind Falcio und seine Gefährten diesen Rittern auf der Spur – aber es ist nicht allein die Suche nach Gerechtigkeit, die sie bei ihrer Jagd antreibt.

Nach einer kurzen Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse hatte ich in “Sturmbogen” einen Start ebenso düster wie das Ende von “Hochverrat” erwartet. Tatsächlich beginnt Sebastien de Castell “Sturmbogen” jedoch mit einem zynischen Prolog über das tristianisches Buch “Über die Tugenden der Ritter”.

Nachdem der Leser so an die “Ehrhaftigkeit” der tristianischen Ritter erinnert wurde, beginnt die Geschichte dort, wo sie in “Hochverrat” geendet hat. Tatsächlich schafft es Sebastien de Castell die Helden (und den Leser) ab hier noch viel tiefer in den Abgrund zu reißen, als ich es je für möglich gehalten hätte.

Und während der Autor die Helden von einem Tiefpunkt zum nächsten führt, weichen die Fronten und Ziele immer mehr auf. Die bis dahin stets beieinander stehenden Gefährten gehen auseinander. Die herzoglichen Königsmörder sind nun die einzigen, die das Reich noch zusammen halten können. Und diese werden von geheimnisvollen Assassinen Herzog für Herzog samt Familie langsam ausgelöscht.

Und damit sind Falcio und seine Gefährten – die einzigen, die offenbar das Land vor einem Bürgerkrieg bewahren wollen – an der Grenze ihres Möglichen. Dem Tode nahe, dem Blutdurst verfallen und von Zweifeln zerfressen haben sie nicht nur mit ihren eigenen Problemen und denen des Landes zu kämpfen, sondern auch mit Verrat, der an jeder noch so ungeahnten Ecke lauern. Ein Kampf, der noch aussichtloser scheint als jeder, den sie bisher gekämpft haben. Und während sie zu Beginn ihre Kämpfe noch mit dem Mut der Gerechten zu schlagen pflegten, müssen sie nun für ihr Ziel jene schützen, gegen die sie einst kämpften.

Mit jeder Seite mehr erkennt man nun an Falcios Seite die Weitsicht (aber auch Härte) des alten Königs – und kann diese nur bewundern. So manch einer seiner Aufträge – und selbst sein Tod – ergibt nun einen Sinn. Und der ein oder andere dieser zu Beginn noch unbekannten Aufträge ist es, der der Geschichte immer wieder eine ungeahnte Wendung zu verleiht.

Mit dem Ende des Buches hat Sebastien de Castell die losen Fäden zu einer wirklich rundum gelungenen Geschichte geknüpft; Andeutungen, Rückblicke und Gedanken aufgelöst und Falcios Quest zu einem Ende geführt. Mich hat der Autor damit schon an ein sehr gelungenes und abgeschlossenes Ende der Reihe glauben lassen. Nach einer kurzen Internetrecherche wurde ich allerdings eines besseren belehrt: Der Nachfolger, der im Original mit dem Titel “Saint’s Blood” erscheint, ist bereits für April 2016 angekündigt – ich hoffe, die Übersetzung lässt auch nicht viel länger auf sich warten, ich bin nämlich wirklich gespannt, wie er die Geschichte weiterspinnen wird.


Die Teppichvölker: Illustriert vom Großmeister höchstselbst und mit umfangreichem Bonusmaterial
Die Teppichvölker: Illustriert vom Großmeister höchstselbst und mit umfangreichem Bonusmaterial
von Terry Pratchett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schöne Erweiterung für die hauseigene Pratchett-Sammlung, 11. Juni 2015
Die erste Auflage des Romans erschien 1971 unter dem Titel “The Carpet People”. 1991 überarbeitete Terry Pratchett die ursprüngliche Version seines Romans zu der aktuellen Ausgabe, die der Piper Verlag nun, als vom Autor höchst selbst illustrierte Sonderausgabe, noch einmal neu herausgebracht hat.

Das Cover der Sonderausgabe ziert eine dieser Illustrationen: Eine versteinerte Statue, an der vermutlich der Held der Geschichte, Snibril, hängt. Es lässt sich darüber streiten ob die Illustration nun wirklich anziehend ist, aber als Zeichnung aus der Feder des Autors, die einen Bezug zur Geschichte hat, ist sie definitiv passend. Und bei dem Namen des Autors ist die Covergestaltung vermutlich eher nebensächlich.

Was, wenn sich unter Fuseln und Staub auf dem Teppich noch weit mehr befindet? Eine Zivilisation, deren Hauptstadt nicht größer als ein Stecknadelkopf ist? Was wäre das für ein Volk? Wie lebt es und mit welchen Schwierigkeiten hat es zu kämpfen?

Mit Seitenhieben auf die tatsächliche und auf so manche fantastische Welt erzählt Terry Pratchett die Geschichte vom Volk der Munrungs, speziell die der beiden Hauptlingssöhne Snibril und Glurk. Als ihr Dorf zerstört wird, beschließen die Munrugs sich einen neue Heimat zu suchen – wer würde hier von einer Flucht sprechen? Die Munrungs jedenfalls nicht (es war eh’ an der Zeit weiterzuziehen).

Auf ihrer Reise treffen sie weitere Völker (oder Vertreter der selbigen), Teppichbewohner mit unterschiedlichen Vorstellungen von Ordnung, Recht und Gesetz. Es gilt Abenteuer zu bestehen, alte mythische Wesen zu bekämpfen und nebenher die Bedrohung aufzuhalten, die das ganze Teppichvolk bedroht.

Dem Inhalt nach klingt “Die Teppichvölker” nach einem mehr oder weniger klassischen Fantasyroman, so gesehen ist es das auch. Die vielen Seitenhiebe, manchmal gut versteckt, manchmal recht offensichtlich und Bezüge zu den Welten jenseits des Teppichs – egal ob im übertragenen oder tatsächlichen Sinne (so manches Überbleibsel aus der Menschenwelt spielt in der Teppichwelt eine wichtige Rolle – ein abgebranntes Streichholz zum Beispiel) machen die Geschichte dennoch zu einem besonderen Lesegenuß.
Die Überraschungen finden sich hier eben nicht im Plot sondern in kleinen Details am Rande der Geschichte.

Die Figuren als solche sind natürlich längst nicht so detailliert und facettenreich, wie es der Leser von Pratchetts späteren Scheibenweltromane gewöhnt ist, nichtsdestotrotz kann man sich eine jede einzelne ziemlich gut vorstellen. Die klischeehaften Charakterzeichnungen und die ungewöhnliche Darstellung (in Wort und Bild) vermitteln den Leser einen guten Eindruck von jeder Einzelnen.

Insgesamt eine nette und sich im Bücherregal recht gut machende Erweiterung der Pratchett-Sammlung. Wer die ursprüngliche Version der Geschichte kennt, wird in dem Buch nicht viel neues Lesen. Dafür hat er die Gelegenheit, einen Blick auf den Ursprung der Teppichvölker zu werfen, die in den Wochen vor Weihnachten 1965 ihr Debüt als Fortsetzungsgeschichte bei der Lokalzeitung Bucks Free Press gaben. Außerdem werden die Teppichvölker in diesem Buch von vielen Zeichnungen des Autors beleuchtet, eine schöne Möglichkeit in die Vorstellungswelt des Autors einzutauschen, auch wenn man sich die unterschiedlichen Wesen selbst vielleicht ganz anders vorstellen würde.
Dem Leser, dem es “nur” um die Geschichte selbst geht, dem reicht sicherlich auch die einfache Taschenbuchausgabe. Und zumindest in diese sollte man durchaus mal einen Blick werfen – mir hat dieser Blick gereicht, um auch das restliche Buch im Nu zu verschlingen.


Die Legenden von Mond und Sonne: Naris
Die Legenden von Mond und Sonne: Naris
von Lucy Hounsom
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bei mir ist der Funke leider nicht übergesprungen, 31. Mai 2015
Das Cover des Buches zeigt eine junge Rothaarige, die von einem von dunklen Wolken umgebenden Hügel auf ein von Sonnenlicht erhelltes Tal hinabblickt. Ob es die junge Kyndra ist, die von dort einen Blick auf ihre Zukunft erhascht?

Die Zeremonie, die die jungen Menschen des Dorfes in die Gemeinschaft aufnimmt, ist mehr als bloß eine alte Tradition. Ein Artefakt zeigt den jungen Menschen, was ihnen die Zukunft bringen wird. Als es an Kyndra ist, ihr Schicksal zu erfahren, zerbricht das Artefakt und Kyndras Welt liegt in Scherben. Gehasst von den Menschen, unter denen sie aufgewachsen ist, bleibt ihr nur eines: Die Flucht. Gerettet von zwei merkwürdigen Fremden begibt sie sich auf eine lange Reise um zu erfahren, was ihr das Schicksal bestimmt hat. Und mit dem, was sie zu sehen bekommt, hätte sie nie gerechnet.

Kyndra ist eine interessante Hauptperson. Sie ist nicht unbedingt jemand, den man mit der ersten Begegnung gern hat, dafür jemand, den man wirklich gut verstehen kann. Sie ist weder perfekt, noch die geborene Heldin, sondern einfach die uneheliche Tochter der Dorfwirtin, die mit den Ereignissen völlig überfordert ist – und entsprechend reagiert: Mit Trotz, Wut und regelmäßiger Unvernunft und Naivität. Eine Figur, die damit ziemlich authentisch ist.

Das, was man von den anfänglich Fremden weiß, ist nicht viel. Sie sind magisch begabt und geheimnisvoll. Warum sie Kyndra gerettet haben ist anfangs ebenso unklar wie ihr Ziel. Ein Ziel, das trotz der hohen Entfernung schnellstmöglich erreicht werden muss. Trotz der großen Strecke, die Kyndra dadurch an der Seite ihrer neuen Gefährten Bregenne und Nediah hinter sich bringt, erfährt man allerdings recht wenig über die Welt, die sie durchqueren. Die durchreisten Städte dienen hauptsächlich der Nahrungsbeschaffung und zum Vorantreiben des Plots und selbst die Luftschiffe, die den Luftraum der Welt durchkreuzen werden zwar genutzt, aber nicht wirklich detailliert beschrieben. Ich bin kein Freund langatmiger Beschreibungen, hier hätten mir ein paar Details mehr aber durchaus gefallen.

Der Hauptteil der Geschichte spielt an dem Ort, an den Bregenne und Nedia Kyndra bringen: Naris. Der Ort, an dem Menschen wie sie leben und lernen. Bregenne ist sich sicher, dass Kyndra ebenso wie sie dorthin gehört. Eine Meinung, mit der sie ziemlich allein dasteht und die Kyndra in Lebensgefahr bringt.

Beziehungen und Gefühle spielen in “Naris – Die Legende von Mond und Sonne” eine wichtige Rolle, sie sind die Motive, die die Menschen vorantreiben. Sei es nun Kyndra, ihre beiden Gefährten oder die Menschen, die in Naris ihren Intrigen und Ränken nachgehen. Gefühle, die ich zwischen den einzelnen Seiten nur begrenzt spüren konnte. Als Leser weiß man von ihnen, kann sie aber nicht mit fühlen. Einzig bei Bregenne und Nediah bekommt man im Verlauf des Buches einen leichten Hauch ihrer Gefühle zu spüren – und das vermutlich nur, weil diese den Leser eigentlich umreißen müssten.

Der Plot und die Handlungsstränge sind gut durchdacht. Als Leser bekommt man trotz Perspektivwechsel und Kyndras Visionen nur langsam hinter das Geschehen, das sich Teilchen für Teilchen zusammensetzt und zum Ende hin tatsächlich ganz auflöst. Die Geschichte ist damit noch nicht vorbei, das recht abgeschlossene Ende allerdings eine Wohltat unter den ganzen Cliffhangern und offenen Enden der meisten anderen Bücher.

Trotzdem konnte mich die Geschichte nicht wirklich in ihren Bann ziehen, vermutlich fehlte es mir einfach an Tiefe. Der Plot ist interessant und schlüssig, die Handlungen der meisten Figuren nachvollziehbar. Dennoch sprang bei mir der Funke einfach nicht über, sind weder Welt noch Gefühle durch die Buchseiten zu mir durchgedrungen. Einen weiteren Band würde ich nur wegen Bregenne und Nediah lesen – wenn ich wüsste, dass sie in diesem noch eine wichtige Rolle spielen (ich befürchte allerdings, dass dies nicht der Fall sein wird).


Dunkeljäger: Roman
Dunkeljäger: Roman
von Alexey Pehov
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnde Fantasy mit faszinierende Persönlichkeiten und jeder Menge spannender Fliegeraction, 9. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Dunkeljäger: Roman (Broschiert)
Das Cover des Buches schreit es quasi heraus: Dieses Buch handelt von einem Elfen. Die sich durch den strömenden Regen kämpfende Person auf dem Cover erfüllt zumindest alle Attribute eines Elfenkriegers. Der Elf, von dem diese Geschichte handelt, hat allerdings mit dem auf dem Cover wenig gemeinsam. Er ist ein Flieger und kein Krieger und trägt daher weder Rüstung noch Schwerter. Nichtsdestotrotz macht das Cover neugierig. Auf die Gründe, die den Elfen in den Regen getrieben haben und die Geschichte, die in diesem Buch steckt.

Um den sinnlosen Tod seiner Kampfgefährten zu vermeiden, wird Lass zum Verräter an der Elfenkönigin und vom gefeierten Luftkrieger zum Flüchtling. Doch seine Verfolger sind näher als gedacht, sodass Lass tatsächlich nur die Flucht in die entlegenste Gegend seiner Welt retten kann – und auch dort bleibt ihm der Ärger stets auf den Fersen.

Schon mit den ersten Seiten zieht Alexey Pehov den Leser gekonnt in seinen Bann, findet man sich doch gleich in einem heftigen Luftgefecht wieder und wird damit ohne viele Erklärungen mitten ins Geschehen hineingeworfen. Wie es zu dem Kampf und Lass Flucht kam, findet man erst im weiteren Verlauf der Geschichte heraus.

Mit seinen Gründen und seinem Verhalten wird einem Lass schnell sympathisch. Noch auf der Flucht steht er einem undankbaren und gefräßigem Fellknäuel bei, das ihm zum Dank auf den Fersen bleibt und manch anderen Charakter mit seiner steten Gefräßigkeit (egal ob Ratten, Schuhe oder Obst) in die Verzweiflung treibt.

Dieser muss sich Lass allerdings nicht hingeben, trotz einigen ziemlich knappen Aktionen – die den Leser immer wieder kurz den Atem stocken lassen – kommt er immer ziemlich gut weg. Wie sein neuer Gefährte landet er stets wieder auf den Beinen. Wenn einer seiner Pläne buchstäblich in Feuer und Rauch aufgeht, findet er schnell einen neuen und geht diesem voller Elan nach. Mit einer guten Portion Glück findet er auch immer wieder Gefährten, Freunde oder auch Geldgeber, die ihn unterstützen. Im Gegensatz zu den klassischen Romanen, wo selbst die Helden sich vor klassischen Vorurteilen nicht retten können, geht Lass recht offen mit anderen Rassen wie Gnomen oder gar Orks um – auch wenn der Autor selbst vor den üblichen Vorurteilen nicht Halt macht – dann hätte der Geschichte auch irgendetwas gefehlt.

Wenn der Geschichte etwas fehlt, ist es vermutlich ein durchgängiger roter Faden. Einzig das Fliegen ist eine stete Konstante in der Geschichte, eine Konstante, die das Buch tatsächlich zu etwas Besonderem macht. Eine klassische Fantasywelt, die Alexey Pehov um Luftschiffe, betrieben mit Dämonenenergie, bereichert hat und den Bewohnern der Welt und den Leser so einiges mehr zu bieten hat als die “alten” Welten. Von Luftgefechten und Flugrennen kann man jedenfalls in den wenigsten fantastischen Romanen lesen und muss dafür eher zum Science Fiction ausweichen.

Lass Flucht aus dem Elfenreich und seine Gründe dafür spielen jedenfalls nur eine kleine Rolle, sind nicht mehr als eine Facette im Hintergrund der Geschichte. Und auch die vielen kleinen Ziele, die Lass sich steckt, machen immer nur einen kleinen Teil der Geschichte aus. Wenn Alexey Pehov mit Dunkeljäger eine neue Reihe plant, hat er die Welt und Figuren allerdings ziemlich eindrucksvoll eingeführt und jetzt jede Menge Potential, um nachzulegen.

Die Figuren sind (ebenso wie die verschiedenen Flugmaschinen) liebevoll und bis ins kleinste Detail beschrieben, sodass es mir zu keiner Zeit schwer fiel, mich in diese fantastische und himmelsverliebte Welt einzuleben und die Figuren mit eigenen Augen zu sehen.

Damit ist die Geschichte trotz des (noch?) nicht durchscheinenden Plots ziemlich interessant und dank der zwischenzeitlichen Action und Flugeinlagen auch spannend genug, um den Leser von der ersten bis zur letzten Seite am Buch zu halten. Tatsächlich könnte ich mir nach dem lebhaften Kopfkino durchaus auch eine gute actionreiche Verfilmung der Story vorstellen.

Mir hat das Buch mit seiner Mischung aus Altbekanntem und Ungewohntem gefallen. Die faszinierenden Persönlichkeiten und jede Menge Fliegeraction tun ihr übriges, den Leser ans Buch zu fesseln.


Rabenschatten / Das Lied des Blutes: Rabenschatten 1
Rabenschatten / Das Lied des Blutes: Rabenschatten 1
von Anthony Ryan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine vielschichtige Geschichte, die weit mehr zu bieten hat als Kämpfe und Tod, 21. September 2014
Schon das Cover des Buches lässt die Geschichte eines Schwertkämpfers vermuten, zeigt es doch den von zwei Händen umfassten Knauf eines Schwertes. Von der Person die das Schwert umfasst kann man nicht viel erkennen, ihre Kleidung lässt jedoch vermuten, dass es sich um einen Ritter oder Edelmann handelt, vermutlich um eben jenen Schwertkämpfer, dessen Geschichte Anthony Ryan im Buch erzählt.

Es soll die letzte Reise des Hoffnungstöters sein, ein Duell, bei dem er sein Leben lassen soll. Und Lord Vernies, der Geschichtsschreiber des Kaiserreiches, soll diesem denkwürdigen Tag beiwohnen. Ein Schiff soll den gefangenen Ordensbruder ans Ziel dieser Reise bringen und Lord Vernies ihn begleiten. Und obwohl Lord Vernies den Hoffnungstöter, Vaelin Al Sorna, hasst, kann er sich dessen Geschichte nicht entziehen.

Es ist ein fast schon klassischer Einstieg, mit dem Anthony Ryan beginnt. Eine Rahmenhandlung, die den Held der Geschichte zurück in seine Vergangenheit führt – nur dass der Erzähler sich noch in der Blüte seiner Jahre befindet und seine Geschichte nicht etwa den Enkeln oder Freunden erzählt, sondern einem Mann, der ihn hasst. Und ebenso wie Vaelin diesen Mann mit seiner Geschichte in den Bann zieht, zieht der Autor den Leser in seinen Bann.

Getragen von den Worten Vaelins selbst wird man an die Seite eines Jungen geführt, dessen Vater ihn ohne Erklärung im Haus des sechsten Ordens zurück lässt. Zu einer Ausbildung, die mehr als einen Jungen den Tod finden lässt und die übrigen fester zusammenschweißt, als es Blutbande je könnten. Bande, die sie und den Leser durch das ganze Buch hindurch begleiten und jeden der Jungen einen kleinen Platz im Herz des Lesers sichern. Denn ohne seine (Ordens-)Brüder wäre Vaelin sicherlich nicht der, der er heute ist.

Schon die Ausbildung der jungen Krieger ist hart und vom Tod überschattet, dennoch bewahrt sich Vaelin stets sein Mitgefühl und seine Ideale – auch wenn er ihnen nicht immer treu sein kann. Es sind allerdings nicht nur Kampf und Tod, sondern auch Intrigen und Machtgier, die den Lauf dieser Geschichte bestimmen. Und während Vaelin noch versucht die Hintergründe zu begreifen, schieben ihn die Mächtigen wie eine Spielfigur über das Feld.

“Das Lied des Blutes” ist damit weit mehr als eine Geschichte von Blut, Tod und Hass. Auch weit mehr als die Geschichte einer einzelnen Figur. Freundschaft, Ehre, Barmherzigkeit und Güte haben in ihr ebenso einen Platz wie jeder der sechs Orden des Reiches. Tatsächlich ist da sogar noch mehr. Etwas, das der Autor gut unter der Struktur seiner Welt verborgen hat: In der Geschichte des Glaubens von Vaelins Volk, in den Grundlagen der sechs Orden, die den Glauben auf ihre Art bewachen (der Weg des Kriegers ist nur einer davon), aber auch in der Geschichte der Ungläubigen, den Anhängern der dunklen Gabe und in den Märchen, die darüber erzählt werden.

Nichtsdestotrotz ist es Vaelins Geschichte. Und mit jedem Abschnitt seines Lebens, den der Lord Vernies erzählt, beginnt man zu ahnen, wie Vaelin dorthin kam, wo er zu Beginn des Buches ist. Denn auch wenn Vaelin weit über sein Land hinaus bekannt ist, ist er doch der Hoffnungstöter, der mehr als einem Mann den Tod brachte. Und wer den Tod seines Liebsten bedauert, wird sich nicht mit den Idealen des Mörders trösten können. Und so wird Vaelin zwar vielerorts Respekt entgegengebracht, der Hass auf ihn wird dadurch jedoch höchstens gemindert (bei manchen Menschen nicht einmal das). Vaelin selbst kann das weit besser verstehen als der Leser, sieht er sich doch selbst trotz all seiner Ideale und Moralvorstellungen als “Mörder” an. Diejenigen, die ihn schätzen und lieben, wissen es weitaus besser.

Es ist eine vielschichtige Geschichte, die Anthony Ryan mit dem “Lied des Blutes” erzählt. Eine Geschichte vom Aufstieg eines Kriegers, die mehr zu bieten hat als Kämpfe und Tod. Eine Geschichte über Kameradschaft und Glaube, ja sogar Liebe – und das, obwohl diese den Ordensbrüdern untersagt ist. Es ist eine Geschichte die mich, einmal in den Bann geschlagen, nicht losgelassen hat, bis ich die letzte Seite des Buches gelesen hatte. Und selbst damit hat mich Vaelins Geschichte noch nicht vollends aus ihren Bann entlassen. Das Ende ist zwar absolut stimmig und passend (eines Kriegers würdig) und tatsächlich sogar ziemlich abgeschlossen, es ist aber auch offen genug, um den Leser über weitere Kapitel nachdenken zu lassen – zum Glück tut dies auch der Autor, sodass man hoffen kann, bald mehr vom “Lied des Blutes” zu lesen.


Missverstandene Monster
Missverstandene Monster

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastische & humorvolle Geschichten über Monster und ihre Probleme, 10. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Missverstandene Monster (Kindle Edition)
Ich muss gestehen, dass mich schon der Titel der Anthologie zum Schmunzeln gebracht hat – und das kleine Monsterchen auf dem Cover sieht tatsächlich eher bemitleidenswert als gruselig oder gar monsterlich aus: Winzig klein, mit der Leine eines zerstörten Luftballons in den Klauen, dazu der starre Blick aus dem roten und gelben Auge. Nicht gerade zum Knuddeln, aber auch ganz sicher nicht zum Davonlaufen, im Gegenteil: Es verleitet den Betrachter dazu, das Buch aufzuschlagen und mehr über dieses und die anderen missverstandenen Monster zu erfahren.

Dazu bekommt man auch sehr schnell die Gelegenheit, denn in ihrem “Protestbrief” an Herrn König (Ludwig der VII., König von Frankreich), nimmt die Drachin Tarasque kein Blatt vor dem Mund und zählt jedes der unlängst passierten “Missverständnisse” auf – bevor sie sehr desillusioniert das Land verlässt.

Danach geht es über kleine und niedliche Monsterchen (je nach Gemütsfassung), Todesfeen und berufliche Schreckgespenster bis hin zum “Großen Grausamen Tod”. Letzterer ist mit seinem Namen nicht wirklich glücklich, führt er doch dazu, dass er sich stets allein in den Ruinen schleunigst verlassener Städte herum treiben muss.

Und während einige Monster nur ein kleines, ruhiges, menschen- und vor allem kinderfreies Eckchen suchen und dafür sogar an Monstertherapien, einem Treffen der “Anonymen Pädophobiker” oder einem einfachen “Monster helfen Monster”-Workshop teilnehmen, hoffen andere wie “Willo, das Irrlicht” aus der Feder von Nina C. Egli, sehnlichst auf Besuch. Ein Ereignis, das trotz allen Einsatzes von Willo wohl nie eintreten wird. Ihn habe ich gegen Ende seiner Geschichte tatsächlich sehr bedauert – trotz der Folgen für die Menschen, die einen Besuch tatsächlich in Erwägung zogen.

Das Zusammentreffen mit Menschen ist in den wenigsten Fällen erfreulich zu nennen: Krux aus “Grässlich bleibt grässlich, da helfen keine Pillen” Zusammentreffen mit einem Menschen endet trotz eines guten Starts in einem Desaster – ihm hätte die nähere Betrachtung eines Pornos vermutlich weitaus mehr gebracht als die Filmromanze, die er zufällig mit anschauen konnte. Dem Leser bringt sein Versuch allerdings ein höchst vergnügliches Leseerlebnis. Und auch die “Arachne organophilia” würde die regelmäßigen Zusammenstöße mit der Putzfrau (und ihrem spinnenwebenzerstörenden Staubwedel) sicherlich nur zu gern vermeiden – und das, obwohl man diese Spinne im weitesten Sinne sogar als nützlich erachten muss.

Wenig monströs ist dahingegen Claire aus Sophia Bergs “Ein Katzenschwanz zum Verzweifeln”, tatsächlich ist sie wohl eher süß als monströs zu nennen – und so ist es kein Wunder, dass sie das Verständnis, das sie sucht, sehr zur Verzweiflung ihrer Eltern nicht unter den Monstern findet. Eine wirklich süße (vielleicht auch ein klein wenig kitschige) Geschichte.

Mein absolutes Lieblingsmonster ist allerdings das kleine Monsterchen aus Tanja Rasts “Das aus dem Keller”. Wenn man ihm nicht gerade im Dunkeln begegnet, oder nur sein Scharren und Schnaufen hört, muss man sich einfach in das Kleine verlieben – mein Herz hat es jedenfalls im Sturm erobert.

Und mit der letzten Seite haben zumindest ein paar der Monster ihr Image merklich aufpoliert. Mit dem Streikberater aus Helen B. Krafts Geschichte würde ich allerdings trotzdem nicht tauschen wollen – wer würde schon gerne an einem Monsterstreik teilnehmen, wenn einige der Monster noch von den schönen Zeiten mit den Dörflern und ihren Mistgabeln träumen? Diese Zeiten sind ebenso vorbei, wie das Image des klassischen Monsters passe` ist – spätestens nach der Lektüre dieser Anthologie. Und mit der letzten Seite wird jeder der Leser mit einem leichten Schmunzeln auch sein Monsterbild überdenken. Dafür ist es auch höchste Zeit!


Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
von Robin Sloan
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderbare Geschichte für Buchliebhaber, Rollenspieler, Programmierer und andere derart seltsame Leute, 30. Juli 2014
Schon das Cover des Buches sollte das Herz eines jeden Buchliebhabers höher schlagen lassen: Es wird von einem riesigen Bücherregal eingenommen, das fast vollständig mit alten Büchern gefüllt ist – nur Buchtitel, Autor und Verlagsname sowie ein alter Computer (mit Diskettenlaufwerk) haben sich ihr eigenes Plätzchen im Regal gesichert.

Nachdem der Webdesigner Clay Jannon weder im Netz noch in den Zeitungen mit seiner Suche nach einem Job erfolgreich war, schaut er sich anderweitig um und landet in der “sonderbaren Buchhandlung des Mr. Penumbra”. Eine kleine Buchhandlung, die bis an die Decke mit alten Büchern gefüllt ist – aber von erstaunlich wenig Käufern frequentiert wird. Tatsächlich scheinen die Stammkunden die Bücher aus dem Laden nur auszuleihen. Ein merkwürdiges Verhalten, dessen Erforschung Clay auf die Spuren eines uralten Geheimnisses führt.

Mich hat Robin Sloan schon mit dem ersten Satz in den Bann seiner Geschichte gezogen, beginnt sie doch auf einer schwankenden Leiter, auf der sich die Hauptperson der Geschichte einem Buch nähert. Die Hauptperson selbst ist eher unspektakulär und ziemlich normal – ganz im Gegensatz zu den Charakteren, die sie umgeben: Sein bester Freund aus Schulzeiten, Leseratte, Rollenspieler und nun Besitzer einer erfolgreichen Softwarefirma, Neel aka Nilric Quarter-Blood; die über eine von Clay geschaltete Werbeanzeige in den Laden gelockte Googlerin Kate, die einen Posten in der Reihe der Projektmanager (PM) von Google anstrebt; und natürlich der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte: Mr. Penumbra und seine seltsame Buchhandlung – wobei ich persönlich eher die Leute, die tagtäglich ein- und ausgehen als seltsam beschreiben würde.

Was die Geschichte vorantreibt sind Neugier und der Durst nach Wissen – Antriebe, die die Menschheit vermutlich schon einige Male vorwärts gebracht haben. Das Geheimnis dieses Buches stammt allerdings aus vergangenen Zeiten – ebenso wie die Methoden, mit denen der Orden der ungebrochenen Buchrücken schon jahrhundertelang versucht, selbiges zu entschlüsseln. Kein Wunder, dass der Einsatz eines Computers dort zu Empörung führt, während manch ein moderner Mensch sich fragt, warum sie darauf verzichten, könnte sich das Problem doch innerhalb eines Vormittages lösen lassen (ganz so einfach ist es natürlich nicht).

Um ans Ziel zu kommen ist nämlich mehr als ein bloßer Entschlüsselungsalgorithmus von Nöten. Kein Wunder, führt doch schon der Weg zum Ziel zu heftigen Diskussionen zwischen Konservativen und Modernen – der Gemeinschaft der Ungebrochenen Buchrücken und der Firma Google. Und zwischen den Fronten steht klein und doch nicht zu übersehen Mr. Penumbra und sein kleiner Buchladen – einer der wenigen Orte, an dem sowohl Modernes als auch Altes gefunden werden kann.

Des Rätsels Lösung offenbart sich erst zum Schluss – und wie das Leben häufig spielt, ist auch diesmal die Lösung so simpel wie einleuchtend. Etwas, das man sowohl im Modernen als auch im Alten finden kann – oder zwischen dem Einband eines guten Buches.

Staubige Bücher gefüllt mit unlesbaren Wörtern, ein Geheimbund auf der Suche nach einem uralten Geheimnis und ein Unbedarfter, der zufällig mitten in diese Suche hineinplatzt – eine Mischung, die eine abenteuerliche, spannende und vielleicht sogar fantastische Reise verspricht. Diese Reise ist jedoch anders, als man anfangs denkt – eine Tatsache, die verwundert, aber nicht weniger zu begeistern versteht. “Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra” ist eine philosophische Mischung aus Historie und Moderne, E-Reader und gebundenem Buch, uraltem Geheimbund und Google. Eine Mischung so seltsam wie die titelgebende Buchhandlung und mindestens genauso fesselnd, wie es eine alte staubige Buchhandlung für Leseratten ist – und so ist auch die Spannung die, die buchstöbernde Leseratten auf Büchermärkten oder in Antiquariaten erwartet. Böse Buben, Schwertkampfduelle oder Schießereien findet man in dieser Geschichte höchstens in den Büchern, die Mr. Penumbra in seinem Laden verkauft.

Vielleicht muss man ein bisschen seltsam sein, um die Geschichte zu mögen: Bücher lieben; mit Freunden, Würfel und Papier in fremde Welten abtauchen oder in Verschlüsselungsalgorithmen oder Programmiersprachen versinken können. Ich bin mir sicher, dass Robin Sloan die Geschichte für derart “seltsame” Leute geschrieben hat – und die werden sie (wie ich) sicher mögen.


Tiefdunkle Nacht (Darian & Victoria #3)
Tiefdunkle Nacht (Darian & Victoria #3)
von Stefanie Hasse
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer die ersten zwei Bände gelesen hat sollte sich diesen Band definitiv auch nicht entgehen lassen, 10. Juli 2014
“Tiefdunkle Nacht” ist der dritte und letzte Teil der Saga um Darian und Victoria.

Wie auch bei den vorangegangen Büchern zeigt das Cover dieses Bandes eine Aquarellzeichnung vor beigem Hintergrund. Diesmal ist es eine Stadt in “tiefdunkle[r] Nacht”. Die dunklen Farben und der fast nicht mehr zu sehende Mond schaffen eine düstere Stimmung, die ziemlich gut zu der Stimmung passt, die zu Beginn des Buches herrscht. Und damit passt das Cover wieder einmal perfekt zur eigentlichen Geschichte.

Mit dem Ruf kehrt Victoria zurück in die Gemeinschaft der Kinder des Mondes und erhält auch ihre Erinnerungen an längst vergangen Ereignisse zurück. Und doch fühlt es sich nicht an, als ob sie nach Hause zurückkehren würde – im Gegenteil: Ihre Mentorin Aurelia ist tot, die Hexe Tabea seit Aurelias Tod verschwunden – und seit dem letzten Vollmond verschwinden immer mehr Kinder des Mondes. Und auch der Rat der Göttin sät eher Zweifel als das er Hoffnung bringt: Victoria soll die Wahrheit suchen und ihre Verbindungen prüfen.

Schon mit dem Prolog werden dem Leser durch Victorias Mentorin, Aurelia, die letzten Ereignisse – unter anderem auch Aurelias Tod – wieder in Erinnerung gerufen. Aber selbst der Tod kann sie nicht von ihrer Aufgabe – über Victoria zu wachen – abhalten.

Schutz hat Victoria aber auch dringend nötig. Diesmal stehen ihr nicht von Beginn an ihre Freunde zu Seite – letztendlich weiß sie nicht einmal, wem sie trauen kann. Ihr Lebensgefährte Alex scheint seit ihrem Ruf nicht mehr derselbe zu sein, aber die Bedenken, die er über Victorias neue Mentorin Sofia hegt, scheinen zumindest teilweise auch vom Rat selbst mitgetragen zu werden.

Die Suche nach den Verschwundenen führt Victoria auf viele Wege – ebenso wie die Suche nach der Wahrheit und den Menschen, die sie dorthin führen. Einige dieser Wege sind noch dunkler als man als Leser befürchtet – glücklicherweise muss Victoria nicht alle gehen (auch wenn Stefanie Hasse dem Leser zwischenzeitlich gekonnt einen anderen Eindruck vermittelt).

Und letztendlich ist Victoria längst nicht so allein wie sie glaubt. Am anderen Ende der Welt kämpft jemand mit allen Mittel darum, an ihre Seite zu gelangen – und der Ruf zurück in die Gemeinschaft der Kinder des Mondes ereilt nicht nur Victoria.

Tatsächlich sind es viele Scharmützel, die gekämpft werden – mehr als ein Schicksal, das auf Messers Schneide steht. Diesmal ist der Kampf unausweichlich, einsamer und härter als je zuvor – und diesmal dringt er sogar bis in die Welt der Menschen.

Mit jeder Seite werden die Schicksale der einzelnen Figuren enger zusammengewebt und lassen vor den Augen des Lesers langsam ein großes Ganzes entstehen; führen ihn zu dem Kampf von Licht und Dunkelheit. Das Ende kommt überraschend – und ist, wenn auch nicht gut, doch weit besser, als man zwischenzeitlich zu hoffen wagte. Eines, das sowohl in unsere als auch in Victorias Welt passt – und mit Liebe und Zeit, Schatten und Licht diese beiden Welten miteinander verbindet.

Und damit hat Stefanie Hasse die Geschichte um “Darian und Victoria” zu einem guten Ende geführt – auch wenn noch einige Fragen offen bleiben und der Epilog weitere aufwirft. Vorbei ist die Geschichte damit wohl nicht – weder die von “Darian und Victoria”, noch die um den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit. Auch wenn der Abschluss recht endgültig klingt, hoffe ich doch auf ein Wiedersehen – und wenn es letztendlich nur eines in meinen eigenen Gedanken ist.

Mir hat die Reihe jedenfalls vom ersten bis zum letzten Band gefallen. Und wer die ersten zwei gelesen hat, wird sich den dritten (schon nach dem gemeinen Cliffhanger am Ende von Band zwei) sicher nicht entgehen lassen – sollte er auch nicht.


Throne of Glass - Kriegerin im Schatten: Roman (dtv junior)
Throne of Glass - Kriegerin im Schatten: Roman (dtv junior)
von Sarah Maas
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Ein spannendes Buch, über Geheimnisse, dunkle Gänge und verborgene Magie, 30. Mai 2014
Das Cover von “Kriegerin im Schatten” ähnelt dem seines Vorgängers, “Die Erwählte”: Bis auf die Farben ist die Titelgestaltung gleich, und auch die Frau auf dem Cover ist die gleiche, allerdings ist sie im Vergleich zum Vorgänger deutlich näher an den Betrachter herangerückt. Aus meiner Sicht eine ziemlich passende Veränderung, zumindest ich habe mich Celaena in diesem Band deutlich näher gefühlt als im Vorgänger.

Celaena hat es geschafft und ist nun tatsächlich von einer Sklavin aus den Minen von Endovier zum Champion des Königs aufgestiegen. Aber auch, wenn sie nun kostbare Kleider trägt und ein nicht unbeachtliches Einkommen hat, ist sie noch immer nur eine Sklavin des Königs. In seinem Auftrag soll sie nun seine Gegner vernichten und seinen Machtanspruch festigen.

Schwer vorstellbar, dass die das Königreich (und den König) verachtende Celaena nun gehorsam die Befehle eben dieses Königs ausführt. Doch genau diesen Eindruck erweckt Sarah J. Mass zu Beginn des Buches. Eine Tatsache, die nicht nur den Leser, sondern auch Celaenas Freunde in Verwirrung stürzt und sie ihre Freundin in Frage stellen lassen.

Aber nicht nur Celaenas Freunde wissen nicht, woran sie sind. In “Kriegerin im Schatten” wimmelt es von dunklen Geheimnissen – selbst zwischen Freunden oder auch Liebenden – geheimnisvollen Rätseln und Fragen, deren Antworten hauptsächlich Gefahren mit sich bringen. Wen wundert es da, dass ein magischer Türknauf in den Katakomben der Burg nicht unbedingt mitteilungsbedürftig ist.

Vor einer langsam erblühenden Liebe verblassen die dunklen Geheimnisse und Rätsel zumindest kurzfristig – auch wenn der vorläufige Bruch aus der in “Die Erwählte” begonnen Dreiecksgeschichte eine Kluft zwischen zwei der Freunde reißt. Die romantischen Szenen lassen jedoch auch den Leser die in der Dunkelheit lauernden Gefahren kurzzeitig vergessen – und an Celaenas Seite von schöneren Dingen träumen. Celaenas Geheimnisse und ihre Gefühle lassen den Leser diesmal deutlich näher an Celaena herankommen. Auch wenn immer noch regelmäßig ihre Arroganz hervorblitzt und sie nahezu unbesiegbar scheint (zumindest im Kampf), wirkt sie menschlicher, jünger (auch wenn sie auf mich noch immer deutlich älter als achtzehn wirkt) und deutlich sympathischer als zuvor. Eine Tatsache, die mich “Kriegerin im Schatten” deutlich mehr hat genießen lassen als den Vorgänger.

Den Leser hält allerdings nicht nur die nun tatsächlich sympathische Hauptfigur am Buch, auch wenn es ihre Gedanken und Gefühle sind, die dem Buch seine Tiefe verleihen. Die Spannung kreiert Sarah J. Mass durch die vielen kleinen versteckten Hinweise, durch Geheimnisse, die langsam aufgedeckt werden und durch Entscheidungen, die Celaena treffen muss. Kämpfe sind in diesem Band eher nebensächlich, Blut und Tote gibt es trotzdem mehr als genug – und auf einige hätte ich durchaus verzichten können. Letztendlich macht die Autorin auch vor liebgewonnenen Figuren keinen Halt – für das große ganze müssen eben Opfer gebracht werden.

Mit den letzten Seiten sind einige Geheimnisse gelüftet und damit auch viele der Fragen aus dem ersten Band (zumindest ansatzweise) beantwortet. Abgeschlossen ist die Geschichte damit jedoch noch lange nicht – ebenso wenig, wie alle Rätsel gelöst sind. Und das, was man als Leser nun weiß, lässt einen bloß umso mehr auf weitere Antworten – und damit auf die Fortsetzung – hoffen.

“Die Erwählte” ist ein Buch über Geheimisse, dunkle Gänge und verborgene Magie. Eine Geschichte über Vertrauen und Enttäuschungen, Intrigen und Verrat. Sarah J. Mass treibt Celaena hier an ganz andere Grenzen als im vorangegangenen Band, diesmal jedoch so, dass man als Leser von Anfang an mitfiebern und fühlen kann. Obwohl weniger actionreich hat mich “Kriegerin im Schatten” insgesamt deutlich mehr mitgerissen als sein Vorgänger und lässt mich auch jetzt noch über einige Fragen und die wohl folgenden Ereignisse sinnieren. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.


Blutrecht: Greatcoats
Blutrecht: Greatcoats
von Sebastien de Castell
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das begeistert, 12. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Blutrecht: Greatcoats (Broschiert)
Das Cover des Buches ist recht blutig, trotzdem ist es einen zweiten Blick wert. Es zeigt einen mit einem Schwert bewaffneten Mann in einem wehenden Mantel. Die komplette Figur ist in dunklen Rottönen gehalten. Die den Mann umgebenden Blutspritzer, die auch vor dem Titel des Buches keinen Halt machen, tun ihr übriges, dem Cover eine blutige Atmosphäre zu verleihen. Der Mantel des Mannes ist es, der den zweiten Blick auf sich zieht. Er zeigt ein kriegerisches Heer, dass noch einiges mehr an Blutvergießen verspricht. Sonderlich passend finde ich es nicht. Die Greatcoats tragen graue Mäntel, und die bevorzuge Waffe der Hauptperson Falcio val Mond ist das Rapier (auch wenn das Cover natürlich auch einen seiner Gefährten darstellen könnte). Und so blutig, wie das Cover es verspricht, ist die Geschichte beileibe nicht, auch wenn durchaus einige Menschen zu Tode kommen.

Falcio val Mond hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und ist zum Anführer der Greatcoats aufgestiegen. Ein Aufstieg, der sich mit dem Tod seines Königs in einen tiefen Fall verwandelt hat. Die Greatcoats werden verachtet, im besten Fall haben die Menschen für die ehemals geachteten Streitern für Gerechtigkeit nur verächtliche Blicke und Spott übrig, “Mörder” und “Verräter” ist noch das netteste, was sie zu hören bekommen. Unschuldig des Raubmordes verdächtigt versuchen Falcio und seine Gefährten dennoch weiter für Gerechtigkeit einzustehen und die letzte Mission, die ihnen ihr König gab, zu erfüllen.

Es ist Falcio val Monds Geschichte, die Sebastien Castell in “Blutrecht” erzählt, von Falcio erzählen lässt. Die Geschichte eines Jungen, der davon träumt, einer der fast schon vergessenen Greatcoats zu werden – und an der Seite eines weitsichtigen Königs die Greatcoats wieder ins Leben ruft. Zu Beginn des Buches ist dieser Traum im Schwinden, der König tot, seine Greatcoats in alle Winde verstreut. Nichts als Verachtung und Spott bleiben denen, die ihre Mäntel weiter offen tragen. Und dennoch steht Falcio noch immer für Recht und Gerechtigkeit ein, ist dem König über den Tod hinaus ergeben und versucht alles, um die letzte Mission seines Königs zu erfüllen. Damit ist er eine Figur, die tatsächlich all das repräsentiert, was einen Helden ausmacht – und dennoch so greifbar, wie es kein Held sonst sein könnte. Mein Herz hat er im Sturm erobert und mich so in jeder todgefährlichen Situation, in die er sich begibt, schrecklich um ihn bangen lassen. Und das, obwohl Falcio mit der Zunge ebenso geschickt umzugehen versteht wie mit seinen zwei Rapieren und damit zumindest jedem ehrlichen Zweikampf und jeder fairen Situation gewachsen sein sollte. Fair sind jedoch die wenigsten Situationen, in denen er sich befindet – ein Grund mehr, warum die Welt eigentlich mehr als einen Helden wie ihn gebrauchen könnte und die Greatcoats mehr den je braucht.

Mit den Ausflügen in seiner Vergangenheit bekommt der Leser ein Gefühl von der Motivation, die Falcio antreibt, aber auch von dem Schmerz, der ihn zu dem Mann macht, der er heute ist: Der oberste Kantor der Greatcoats. Und auch wenn der Orden in alle Winde verstreut ist, die Menschen nur noch Verachtung für die einstigen Streiter für Recht und Ordnung haben, steht er weiter für das ein, an das er glaubt: Gerechtigkeit – selbst dann, wenn es ihn das Leben kosten könnte. Und dieser Gedanke schwebte mir mehr als einmal im Kopf, wenn er sich wieder einmal für die Gerechtigkeit oder auch nur für das Überleben in einen weiteren aussichtlosen Kampf stürzt. Über einen Mangel an Spannung kann man sich damit wirklich nicht beklagen, mehr als einmal blieb mir fast das Herz stehen und weit mehr als nur einmal hat man Falcios Tod oder auch den seiner Gefährten vor Augen. Zum Glück beherrschen sie nicht nur die Gesetzte des Reiches, sondern auch die der Klingenkunst und Strategie weit besser als ihre Gegner – manchmal ist es aber dennoch nur pures Glück, Vertrauen oder auch Verzweiflung, die sie aus diesen ausweglosen Situationen entkommen lassen.

Auch wenn er dazu ausreichen würde ist es nicht allein Falcio, der die Geschichte in dem Kopf des Lesers zum Leben erweckt. Seine zwei Gefährten Kest und Brasti haben mir mehr als einmal ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert – und fast ebenso oft wie Falcio den Schweiß auf die Stirn getrieben. Der im Schwertkampf fast unbesiegbare Kest, dessen Humor tief in ihm begraben zu sein scheint und der lebenslustige Weiberheld und Meister des Bogens Brasti, der keinen Scherz auslässt und seine Klappe weniger oft hält als es gut für ihm ist. Vielleicht nicht ganz so moralisch wie Falcio, zumindest Brasti, sind die zwei ihm dennoch treu ergeben und nur ein ganz kleines bisschen weniger liebenswert als Falcio.

Und auch wenn es Falcio ist, der den Weg bestimmt, den sie gehen, hat man stets das Gefühl, dass es nicht er ist, der die Geschicke lenkt. Die Barone sind es, die die alte Welt zum Einsturz gebracht haben, ihre eigenen Pläne mit der Welt haben und fast durchweg die Gerechtigkeit mit Füßen treten. Ihre intriganten Ziele sind es, die es zu vereiteln gilt. Und auch wenn die Ziele im Dunkeln liegen sind die Greatcoats gut darin, diese zu stören. Es gibt allerdings jemanden auf ihrer Seite, der mehr weiß: Die geheimnisvolle Schneiderin, die Falcio und seine Gefährten an Orten treffen, die sie nie besuchen wollten. Die deutlich mehr weiß, als sie zugibt oder andeutet und fast immer zur Stelle ist, wenn sie gebraucht wird.

Der große Zusammenhang, den man anfangs nie vermutet hätte und der sich nur langsam offenbart, löst sich erst gegen Ende auf. Dann, wenn sich das Mosaik aus Kämpfen, Aufgaben und Verbindungen zu einem großen Ganzen zusammen setzt, jede Figur ins rechte Licht gerückt wird und es umso wichtiger wird, für die Werte der Greatcoats einzustehen.

Schwertkämpfe, Intrigen, ein Hauch von Magie (wenn auch nicht bei den Greatcoats), rechtschaffene Helden und ein fast nicht zu gewinnender Kampf: “Blutrecht” ist ein Buch das begeistert, eines, das zumindest mich von der ersten Seite an in den Bann geschlagen, an manchen Stellen das Herz stocken lassen und schon weit vor dem Ende völlig überzeugt hat. Ein Buch, das sich seinen Platz in meinem Leserherzen gesichert hat.


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