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Beiträge von Stefan Elliot
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Rezensionen verfasst von
Stefan Elliot

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Tour de France: 20 legendäre Anstiege
Tour de France: 20 legendäre Anstiege
von Richard Abraham
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,90

5.0 von 5 Sternen Traumbuch für Rennradler, 9. Juli 2016
Ich bin Rennradler, weniger Tour-Fan. Das Buch habe ich vor allem gekauft, weil ich selber gerne Berge fahre und auch gerne in Frankreich unterwegs bin. Über die Hälfte der 20 Anstiege bin ich schon gefahren, vor allem in den Alpen. Das Buch ist klasse, weil man sich damit so toll reindenken kann in die Anstiege und sich auch gut vorbereiten kann. Vor allem diese Draufsichtkarten find ich klasse. Nicht nur die vielen Angaben zu Höhe und Steigungsgrat, sondern eben auch die naturräumlichen Zusammenhänge. Ich war damit kürzlich in den Alpen und bin insgesamt sieben Pässe abgefahren, dazu noch den Mont Ventoux. Vorher habe ich mir die Karten angeguckt und bekam eine Ahnung von dem, was mich unterwegs erwartet. Toll war es aber auch, NACH der Befahrung noch mal auf der Karte quasi den Anstieg nachzufahren. Das ist wirklich einmalig, und so was gibt es in keinem der anderen (durchaus guten) Bücher über Rennradtouren in den Alpen oder Pyrenäen.
Gelungen find ich auch die vielen kürzeren Texte zu einzelnen Stationen unterwegs, durch die man einen schönen Bezug zur Gegend bekommt. Außerdem erzählen sie nicht dröge was einen hinter jeder Kurve erwartet, sondern geben eher ein größeres Bild ab, was mir wirklich hilfreiche Tipps für den Anstieg liefert - bei meinem absoluten Liebling Col de la Croix de Fer heißt es zum Beispiel völlig korrekt "es sind diese abrupten Steigungswechsel, die den Aufstieg zum Croix de Fer zu einem gefürchteten Unterfangen machen".
Ich find es jedenfalls klasse und kann es jedem Hobbyradler wirklich empfehlen. Und nun will ich endlich auch mal in die Pyrenäen, um da die großen Gipfel abzufahren. Das Buch kommt ganz bestimmt mit (natürlich nicht auf dem Rad, das wartet dann auf dem Campingplatz ;-)


Ich radle um die Welt. Hier in 2 Bänden komplett ! Bd 1: Von Düsseldorf bis Burma. Bd 2: Burma - Indochina - Japan - USA - Grüne Hölle.
Ich radle um die Welt. Hier in 2 Bänden komplett ! Bd 1: Von Düsseldorf bis Burma. Bd 2: Burma - Indochina - Japan - USA - Grüne Hölle.
von Heinz Helfgen
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Zeitreise, 2. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin selber Langstreckenradler und hatte schon viel von diesen beiden alten "Bibeln" der Weltenbummler gehört. Nun bekam ich sie in der Originalausgabe und muss sagen, dass ich wirklich begeistert bin. Helfgen schreibt in einem tollen Stil und schafft es damit, sowohl den Zeitgeist der 1950er gut rüberzubringen als auch diesen Pioniergeist, der uns Radabenteurer offenbar auch früher schon angetrieben hat. Dass er mit einem vergleichsweise schweren Rat zu völlig anderen Zeiten quasi um due Welt geradelt ist, mag man sich heute kaum noch vorstellen können. Und so sind diese beiden Bände irgendwie ein ganz vielschichtiges Abenteuer. Wer sich für Radfahren, Weltbummler und kulturelle Veränderungen interessiert sollte zugreifen. Es gibt von den beiden Büchern auch eine Neuauflage, die wohl weitestgehend deckungsgleich mit den Originalwerken ist. Neben den fünf Sternen für die Bücher wurde ich gerne Heinz Helfgen noch fünf Sterne für seinen Mut und seine tolle Schreibe geben.


Scott Manson / Der Wintertransfer: Thriller
Scott Manson / Der Wintertransfer: Thriller
von Philip Kerr
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schlecht konstruiert, ohne Spannung: kein echter "Kerr"!, 1. Dezember 2015
Philip Kerr gehört zu den renommiertesten Thriller-Autoren und hat packende Werke wie „Game Over“ oder „Das Wittgenstein-Programm“ verfasst, die ich mit Begeisterung verschlungen habe.
Umso gespannter war ich als Fußball-Fan auf sein neuestes Werk, das im Fußball-Business spielt. Und bin umso enttäuschter; ja geradezu entsetzt. „Der Winter-Transfer“ ist eine leere Buchhülle aus lauter Klischees ohne wirkliche Spannung, die irgendwo zwischen dem Versuch, einen Krimi mit Fußballbezug zu schreiben und dem Jammern über die Entwicklung im hyperkommerzialisierten Profifußball schwankt.
Kerr, laut Klappentext „begeisterter Anhänger von Arsenal“, arbeitet alles ab, was im Zusammenhang mit dem „großen Fußball“ so auf der Tagesordnung steht. Katar 2022 und Investoren, Plastikklubs (es geht um einen Verein namens London City), einen exzentrischen Trainer portugiesischer Herkunft, einen russischen Oligarchen, bis ins Mark verwöhnte Jungprofis, Affären ohne Ende, homosexuelle Fußballer, Modedrogen, aggressive Medien undsoweiter undsofort.
Zu keiner Zeit „packt“ die Story, wird man als Leser ins Buch gezogen. Stattdessen seitenlange philosophische Ergüsse über Fußball sowie ausufernde Spielberichte, die, obwohl gut geschrieben, befremden und ermüden, zumal der eigentliche Kriminalfall nur nebenher plätschert. Schon bald wird klar: Kerr will eigentlich vom Fußball erzählen und bastelt eine notdürftige Story drumherum.


Bier selbst gebraut. Mit Rezepten für 100 Sorten
Bier selbst gebraut. Mit Rezepten für 100 Sorten
von Klaus Kling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Einführungs- und Praxisbuch, 1. Dezember 2015
Mit dem Aufkommen der vielen kleinen, regionalen Brauereien wurde meine Neugierde auf den Bierproduktion geweckt. Nachdem ich das in Freundeskreisen immer wieder betonte, bekam ich schließlich dieses Buch geschenkt. MIt dem Auftrag, es auszuprobieren und dann gemeinsam zu testen. Ich habe keine Ahnung von Chemie, und so musste ich mich erstmal einlesen. Das geht gut mit dem Buch, denn es erklärt erstmal, wie sich das mit dem Bier überhaupt so entwickelt hat. Das fand ich schon sehr spannend. Das mit dem Ausprobieren dauerte dann etwas länger, denn man sollte wirklich erstmal einiges lesen, um zu verstehen, was man tun muss. Der Autor hat das sehr anschaulich und praxisnah geschildert, so dass es manchmal richtig vergnüglich war, von Hopfen und Hefe zu lesen oder zu lernen, wie Maischen geht. Die ersten Ergebnisse waren dann durchaus schmackhaft, und auch meine Bekannten waren begeistert. Das Buch ist wirklich hilfreich. Außerdem sind über 100 Rezepte enthalten, da kann mal also ordentlich ausprobieren. Ich kann das Buch jedenfalls sehr empfehlen.


Spieltage: Die andere Geschichte der Bundesliga
Spieltage: Die andere Geschichte der Bundesliga
von Ronald Reng
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das etwas andere Buch zur Bundesliga, 23. November 2015
Über Ronald Rengs „Spieltage. Die andere Geschichte der Bundesliga“ muss man eigentlich keine Lobeshymnen mehr verfassen. Das Buch ist zum Fußballbuch des Jahres 2013 gewählt worden, und nie zuvor herrschte wohl so eine Einigkeit unter Fußballfans wie Schriftgelehrten, dass es die richtige Wahl war. Jedem, der sich für die „echte“ Geschichte der Bundesliga interessiert und nicht nur Zahlen und Fakten fressen will, kann ich daher schon jetzt eine eindringliche Kaufempfehlung aussprechen.

Wer aber noch Gründe braucht, darf nun natürlich auch gerne meinen Schwärmereien folgen. Reng hat mit dem Buch eine Gratwanderung unternommen, die ebenso gewagt wie bemerkenswert ist. Er schildert 50 Jahre Bundesliga entlang der Biografie von Heinz Höher, einst als Spieler in Duisburg-Meiderich selbst am Bundesligaball, dann als Trainer in Bochum und Nürnberg trendbildend. Das klingt auf den ersten Blick schräg und unvorstellbar, doch Reng gelingt es mit großem Feingefühl und zugleich straffer Hand, Höhers persönliche Biografie mit den einschneidenden Ereignissen in 50 Jahre Bundesliga zu verbinden und so quasi eine biografisch gefärbte Bundesligahistorie zu schreiben, die einen schon auf der ersten Seite packt und erst nach der letzten Seite wieder loslässt.

Das liegt zum einen an der herausragenden schriftstellerischen Leistung des Autors, zum anderen aber auch an Heinz Höher, mit dem Reng ein exzellentes Objekt für sein mutiges Projekt gefunden hat. Wobei „gefunden“ eigentlich falsch ist – denn tatsächlich fand Höher ihn. Er rief den in Barcelona lebenden Autor des Robert-Enke-Buches „Ein allzu kurzes Leben“ eines Tages an, stellte sich kurz vor und reiste wenig später kurzentschlossen in die katalonische Metropole, wo das gemeinsame Projekt rasch konkrete Formen annahm.

Höher ist nicht nur ein Kind der Bundesliga, sondern liefert zugleich eine typische Biografie jener Epoche. 1938 geboren und somit unter dem Hakenkreuz bzw. der verschämten Nachkriegszeit sozialisiert, wird er während des Wirtschaftswunders in Leverkusen zum lokalen Fußballhelden, dem die (kleine) Welt des beginnenden Wohlstandes offen steht. Aber Höher entspricht auch dem typischen Männerbild jener von Krieg und straffer Erziehung geprägten Generation, zu der auch das Schweigen gehört. Nach außen cool und souverän auftretend, ist Höher in sich verschlossen und zerrissen; fast labil. Schon früh taucht die Formulierung „Zwei Bier, ein Klarer“ in Rengs Beschreibung auf, die sich durch das gesamte Buch zieht, wobei sie sich später allerdings in „vier Bier und zwei Klare“ verwandelt. Wie in vielen Fußballer- und Trainerbiografien bilden Alkohol und Fußball auch in Höhers Leben eine Einheit.

Mit feinem Gespür und viel Respekt arbeitet Reng die Zerrissenheit Höhers heraus, liefert Informationen, ohne aufdringlich zu sein, vermittelt Gefühl, ohne in Sentimentalitäten abzugleiten, bleibt auch bei schwierigen Themen wie der sich abzeichnenden Alkoholkrankheit mit dem Höhepunkt des Zusammenbruches beim ersten Training in Lübeck nüchtern-sachlich und zugleich emphatisch. Das zeichnet ein unaufgeregtes und zugleich „spürbares“ Gesamtbild Höhers, der sich im Übrigen über seine Spieler- und Trainerkarriere hinaus als zerrissene und labile Persönlichkeit entpuppt, zwischendurch ein Kinderbuch schreibt und später als Talentförderer in Fürth weiter an der Bundesligageschichte mitstrickt.

Ich will nicht zu viel verraten, denn dies ist kein Sachbuch, das man sich „erarbeitet“, dies ist ein Sachbuchroman, den man sich „erfühlen“ sollte. Verraten will ich aber, dass keines der vielen Bücher zum Bundesligajubiläum mir auch nur annähernd so viel Neues über die Geschichte der Bundesliga erzählt hat und mir „aha“-Erlebnisse lieferte, wie Ronald Rengs „Spieltage“. Es ist diese besondere Perspektive, die Reng durch die Person Höher und dessen Insiderwissen auf die Ligageschichte werfen kann. Dadurch wird auch der enorme Wandel in 50 Jahren Bundesliga aus Sicht der Aktiven anschaulich nachgezeichnet. In den 1970ern beispielsweise wuschen die Spieler (bzw. deren Frauen) ihre Trikots noch selber, erwarteten die Lokaljournalisten, dass sich Trainer nach dem Spiel bei ihnen meldeten. Und dass die enormen Summen nach dem Aufkommen des Privatfernsehens im Nachwuchsbereich seit der Millenniumswende alles auf den Kopf stellte, schildert Reng anschaulich an Höhers Entdeckung Juri Judt.

Prädikat: absolut lesenswert. Kaufen und verschlingen!


Buenos Aires: Die Welthauptstadt des Fußballs
Buenos Aires: Die Welthauptstadt des Fußballs
von Reinaldo Coddou H.
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,80

4.0 von 5 Sternen Tolle Bilder aus der Fußballhochburg Buenos Aires, 23. November 2015
Die vielleicht feurigsten Fans weltweit weist Argentinien und vor allem die argentinische Hauptstadt Buenos Aires auf. Dort hat der Berliner 11Freunde-Fotograf Reinaldo Coddou seinen zweiten Wohnsitz, und dort hat der Arminia-Bielefeld-Fan auch sein Fußballherz verloren. Nun legte er mit „Buenos Aires. Die Welthauptstadt des Fußballs“ einen Bildband auf, der die ganze Faszination - und den ganzen Wahnsinn - um die Fußball- und Fankultur in Buenos Aires widerspiegelt.

Auf 320 Seiten finden sich 250 Fotografien, die den besonderen Blick Coddous unterstreichen. Der Wahl-Berliner weiß, wo das Fanherz schlägt, und er hat das seltene Geschick, die besonderen Momente im Fandasein mit der Kamera einzufangen. Damit transportiert er die Liebe der Argentinier zum Fußball und vor allem zu ihren Vereinen, von denen es im Großraum Buenos Aires gleich ein ganzes Bündel gibt. 60 Vereine weist der Autor in der beigefügten Übersichtskarte für die ersten vier Spielklassen aus – nirgendwo sonst gibt es eine vergleichbare Dichte an Profivereinen und Stadien. Die meisten von ihnen hat Coddou für seinen Bildband besucht.

Häufig geht das Flair der Vereine von ihren Stadien aus, die in einem mehr oder weniger guten Zustand sind. Coddou zeigt uralte Holztribünen voller Charisma, flüchtig verputzte Wände mit Pissrinnen, moderne Arenen mit VIP-Logen. Das macht Lust auf Entdeckungen und lässt einen im Internet rasch mal nach günstigen Flügen in die argentinische Hauptstadt googeln. Aber Coddou fängt auch die düstere Seite des Fußballs in Argentinien ein. Gewalt ist dort an der Tagesordnung. Und so zeigen seine Bilder wutverzerrte Fangesichter, Spieler, die unter Polizeischutz das Spielfeld verlassen, stacheldrahtbewehrte Spielfeldzäune. Der tägliche Wahnsinn des argentinischen Fußballs eben.

Eine herrliche Bilderreise, die eine emotionale Annäherung an Argentiniens Fußballkultur erlaubt. Einziges Manko: Der Textanteil ist (zu) knapp gehalten, und manchmal wünscht man sich erläuternde Texte zu den großartigen Fotografien.


Arbeiterfußball in Berlin und Brandenburg: 1910-1933
Arbeiterfußball in Berlin und Brandenburg: 1910-1933
von Christian Wolter
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Detailliertes und kompetentes Werk, 23. November 2015
Männer wie Christian Wolter können gar nicht genug gelobt werden. Sie gehen an Themen, die vom Mainstream ignoriert werden, kramen aufopferungsvoll und mit viel Sachverstand in der Vergangenheit und schenken uns Bücher voller Einblicke und Überraschungen.
Christian Wolter, der 2012 ein hochgelobtes Buch über die Geschichte der Berliner Fußballstadien vorgelegt hat („Rasen der Leidenschaften“), hat sich nun mit dem Arbeiterfußball in Berlin und Brandenburg der Jahre 1910 bis 1933 beschäftigt. Ein in vielfacher Hinsicht schwieriges Thema. Die Quellenlage ist dünn, überlebende Zeitzeugen rar, überlieferte Anekdoten schwer auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen und politisch ist das Ganze ein brisantes Minenfeld.
In seinem 230-A4-Seiten Werk absolviert Wolter diese komplizierte Gratwanderung mit Bravour. Er führt den Leser gefühlvoll und mit viel historischem Sachverstand in die komplizierte Gemengelage des Arbeitersport in Deutschland, skizziert die Lebensbedingungen des Proletariats und erweckt die sportlichen Erfolge von unbekannten Berliner Fußballgrößen wie BFC Nordiska und Alemannia 22 zum Leben.Erfreulicherweise isoliert Wolter dabei den Sport nicht vom Alltag, sondern bettet ihn ein in die Lebensumstände. Das betrifft die politischen Kämpfe der Arbeiterbewegung im bürgerlichen Deutschland bzw. dem angehenden „Tausendjährigen Reich“ ebenso wie die interne Spaltung der Arbeiterbewegung in einen sozialdemokratischen und einen kommunistischen Flügel. Der wurde auch im Fußball vollzogen, als 1932 die Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit entstand.
In zahlreichen Beispielen zeigt Wolter auf, wie Vereine mit diesen Herausforderungen umgingen. Wie mitunter auch die Seite gewechselt wurde: DFB-Klubs gingen zum Arbeiter Turn- und Sportbund, Arbeiterklubs nahmen an DFB-Meisterschaften teil. Oft aus pragmatischen Gründen. Ideologie und Lebensalltag passen eben nicht immer zueinander. Der Schlusspunkt des Werkes ist der brutalen Auslöschung der Arbeitersportbewegung durch die Nationalsozialisten und dem Schicksal der Vereine und Funktionäre gewidmet. Schon im Mai 1933 war der Arbeitersport Geschichte, saßen die führenden Köpfe in den Konzentrationslagern.
Wer sich für Geschichte des deutschen Fußballs interessiert kommt an diesem Werk nicht vorbei.


Ayia Napa!: Fußballreisen nach Südeuropa
Ayia Napa!: Fußballreisen nach Südeuropa
von Jörg Pochert
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht, Reisefieber droht!, 1. November 2013
Jörg Pochert ist einer von diesen verrückten Typen, über die wir alle den Kopf schütteln und auf die wir alle gleichzeitig unglaublich neidisch sind. Jörg Pochert ist Groundhopper und verbringt jede Gelegenheit damit, irgendwo auf der Welt Fußballstadien zu besuchen und Fußballkultur zu goutieren.

Das klingt aufregend, ist in der Realität aber häufig auch anstrengend, denn in der Welt der Groundhopper gibt es selten gemütliche Linienflüge und an Flughäfen wartende freundliche Taxifahrer, die einen in schicke Nobelherbergen bringen. Statt dessen muss man als Groundhopper akribisch planen, schlägt sich vor Ort mit gewieften Taxifahrern herum, die einen übers Ohr hauen wollen und blendet abends in der rudimentären Unterkunft die Bilder von Schaben und anderem Ungeziefer, das sich in derartigen Herbergen so aufhält, aus.

Lohn sind tolle Erlebnisse und tolle Begegnungen, auf die unsereins nun wieder neidisch ist und Lust entwickelt, selber in den Flieger zu steigen. Insofern ist es angemessen, vor dem Genuss von „Ayia Napa!“ zu warnen, denn es weckt das Reisefieber, und das nicht zu knapp. Das liegt vor allem daran, dass Pochert keiner dieser etwas fanatischen Groundhopper ist, die ein Stadion nach dem anderen abhaken, alles über die Anzahl der Stehtraversen und den Geschmack des Bieres erzählen können, vom Drumherum aber nichts mitbekommen. Bei Pochert geht es nicht vordringlich um Länderpunkte, Saufgelage und dumme Sprüche über die Attraktivität der weiblichen Stadionbesucher, sondern um Zusammenhänge, Einbettungen und zwischenmenschliche Dimensionen. Seine Fähigkeit zu Selbstironie verleiht Pocherts Buch zudem eine Lockerheit, die es höchst lesenswert macht und durch die man häufig ins Schmunzeln gerät.

Wenngleich Pochert fast überall auf der Welt unterwegs ist, beschränkt er sich in seinem Buch auf vier Touren, die er zwischen September 2012 und März 2013 in Südeuropa unternommen hat. Sie führten ihn in die Türkei, nach Portugal und nach Zypern, wo er neben packenden Duellen wie APOEL Nikosia gegen AEL Limassol oder Galatasaray gegen Besiktas auch Spiele unterklassiger Ligen sah, die aber häufig ihren ganz eigenen Reiz haben. Spannend auch seine Schilderung vom Heimspiel Fenerbahces, bei dem er zwischen fast ausschließlich weiblichen Stadionbesuchern saß – nach Ausschreitungen waren die einheimischen Männer vom Stadionbesuch ausgeschlossen.

Das Highlight aber ist sein Besuch des Derbys zwischen Esteghal und Persepolis Teheran, zu dem er in einem Kurzausflug von der Türkei aus in den Iran jettet. Schon frühmorgens sind die Tribünen prall gefüllt, und man fühlt mit Pochert, wenn er die langsam anschwellende Stimmung beschreibt. Spätestens zum Spielbeginn ist er dann auch wieder da: der Neid, selbst an Pocherts Stelle im Stadion sitzen zu wollen. Doch dann müsste man eben auch all die Schwierigkeiten und Herausforderungen meistern, mit denen sich Pochert vor und nach dem Spiel so herumzuschlagen hat – und da wiederum fühlt man sich dann ganz wohl, dass man sie gemütlich „erlesen“ kann und schmunzelt, wenn er von seinen schwierigen Tarif-Verhandlungen mit einem vermeintlichen Taxifahrer berichtet.

Wer neugierig ist auf Fußball, Fußballkultur und nationale Ausprägungen von Fußballkultur, wird mit diesem Buch bestens bedient. Aber auch wer schlicht Lust hat, seinen Jahresurlaub irgendwo an der anatolischen Küste oder sonst wo mal mit einem Stadionbesuch aufzupeppen, kann beruhigt zu „Ayia Napa!" greifen, denn neben guter Unterhaltung liefert es wertvolle Tipps und macht garantiert neugierig. Ich habe Euch gewarnt!


Karneval am Bruchweg: Aufstieg zur Fußballstadt: Mainz 05 in der Ära Jürgen Klopp
Karneval am Bruchweg: Aufstieg zur Fußballstadt: Mainz 05 in der Ära Jürgen Klopp
von Reinhard Rehberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,90

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Unterhaltung, 4. Dezember 2008
Normalerweise sind Geschichtsbücher über Fußballvereine ja immer etwas trocken. Das Buch über Mainz 05 fällt da völlig aus dem Rahmen. Die beiden Autoren haben eine sehr lockere und unterhaltsame Schreibe, die das Umblättern leicht macht. Ihr tiefes Fachwissen über das Spiel zieht sich durch das gesamte Buch und schafft ein hohes Maß an Verständnis für die Gründe der Erfolge von Mainz 05 unter Jürgen Klopp. "Kloppo" war offenbar nicht nur ein großer Motivator, sondern auch ein echter Visionär. Dass sich die Autoren auf die erfolgreichen Jahre seit 2001 konzentriert haben, ist nachvollziehbar. Die kurze Einführung über die fast 100 Jahre davor gibt einen ausreichenden Einblick. Ein klasse Buch!


Enzyklopädie Tour de France
Enzyklopädie Tour de France
von Bürte Hoppe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super!, 21. November 2008
Super!
Endlich DAS Buch über die Tour, das ich schon lange vermisst habe. Jede Tour ist ausführlich geschrieben, und die Statistik ist wirklich klasse. Endlich werden mal nicht nur die zehn besten genannt, sondern alle Fahrer, die mitgefahren sind und wo sie gelandet sind. Sogar, die die ausgeschieden sind! Mit den Texten kann man die Tour prima nacherleben und ich konnte mich an viele Tage erinnern, an denen ich selber an der Strecke stand oder vor dem Fernseher saß. Dazu gibt es jedes Jahr ein Fahrerporträt - 1956 sogar von meinem persönlichen Helden Roger Walkowiak! Klasse auch der Statistikanhang, in dem alle Berge und alle Fahrer drin sind. Alles in allem ein grandioses Buch, in dem ich alles nachschlagen kann. Blöd nur, dass es so dick ist. Aber vielleicht kommt der Verlag ja bald mit einer E-Book-Version "für die Strecke".


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