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Beiträge von Andreas Wittenburg
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Rezensionen verfasst von
Andreas Wittenburg (Hamburg, Hamburg Deutschland)
(REAL NAME)   

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18th Day
18th Day
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 6,53

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Debüt, wie es sein sollte - mutig und stilbildend, 24. September 2008
Rezension bezieht sich auf: 18th Day (Audio CD)
Nicht nur wirtschaftlich, auch musikalisch scheinen die USA derzeit die Führerrolle einzubüßen: gut für Großbritannien und Skandinavien. Das ausgerechnet bei den uramerikanischen Stilen R&B und Hip-Hop die angesagtesten Künstler von der Insel kommen ist vermutlich ein schwerer Schlag für das amerikanische Ego.
Wer dafür einen Beweis braucht, sollte das Debüt von Estelle versuchen. Selten wurde schwarzer Musik in den letzten Jahren eine derart beherzte und fantasievolle Verjüngungskur verpasst. Statt liebloser Stangenware gibt es hier einen detailverliebten und kreativen Stil-Spagat von einer Künstlerin, die sowohl als Sängerin wie auch als Rapperin überzeugt.
Schon das erste Stück "1980" fesselt mit hymnischen Streichern und wuchtigem Text, und dieses Niveau hält sich fast über das ganze Album. Auch "Don't Talk" und "Dance Bitch" gehen mit verfrickeltem Rhythmus direkt in die Beine.
Im Verlauf des Albums lässt das Tempo nach, nicht jedoch die Qualität. "I Wanna Love You" ist eine ultracremige Ballade, und auch "Maybe" fasziniert mit gedimmter Sexyness.
Besonders interessant erscheint rückblickend die Vorwegnahme des Sechziger-Revivals in den Stücken "Go Gone" und "I'm Gonna Win", das mit Amy Winehouse groß in Mode gekommen ist.
Gott sei Dank herrschen hier noch feiste Beats und warme Samples statt der heute üblichen drahtigen und blutleeren Pseudo-Achtziger-Produktion vor. Überhaupt überrascht die Spannweite der Stimmungen und Einflüsse.

Das Estelle mit dem zweiten Werk "Shine" internationale Aufmerksamkeit bekommt, ergibt sich direkt aus "The 18th Day". So sollte ein Debüt sein: kraftvoll, stilübergreifend, mutig und spannungsgeladen.


Bose ® Triport In-Ear Ohrhörer
Bose ® Triport In-Ear Ohrhörer

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Typisch Bose - intelligentes Konzept, fragwürdiger Klang, 24. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Bose ® Triport In-Ear Ohrhörer (Elektronik)
Das perfekte Produkt zu finden kann eine Lebensaufgabe sein. Dies gilt auch für Kopfhörer, die heute viel mehr leisten müssen als nur im Wohnzimmer gut klingen - sie sollen z.B. im Alltag Geräusche dämpfen, fest im Ohr sitzen und den Sitznachbarn nicht nerven.
Auch Bose, für seine speziellen Lösungen bekannt, hat sich dem schwierigen Thema "mobiler Kopfhörer" gestellt.

Schwierigster Aufgabe bei den In-Ohr-Kopfhörern ist die unterschiedliche Anatomie der Träger. Auch beim "TriPort" gibt es deshalb mehrere Silikonaufsätze. Trotzdem sollte man möglichst selber ausprobieren, ob der Kopfhörer zum eigenen Ohr kompatibel ist.
Wem andere Kopfhörer dieser Bauart unangenehm sind, der findet hier möglicherweise einen guten Kompromiss, denn der Kopfhörer sitzt zwar fest im Ohr, verschließt den Gehörgang aber nicht vollständig. Das autistische Gefühl z.B. der Shure-Modelle bleibt hier aus, und auch Geräusche von außen werden zwar gedämpft, aber nicht völlig vermindert. Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel wird es freuen, dass trotzdem nur wenig Musik nach außen dringt.

Am Ende zählt aber, vor allem bei diesem Preis, der Klang, und der ist gewöhnungsbedürftig. Während andere Kopfhörer eher durch drahtigen und bassarmen Sound auffallen, hat Bose eine völlig andere Charakteristik gewählt. Der Kopfhörer klingt zunächst sehr bassstark, überraschend volltönend und sehr warm. Leider geht dieser "Wumms" auf kosten der Transparenz. Höhen versinken in einem dumpfen Teppich, und auch die Mitten werden breiig. Bei aktueller Popmusik, die eher überbrilliant und höhenlastig produziert ist, kann der Bose den Sound entschärfen. Bei Klassik oder Jazz, aber auch bei akustischer Musik, fehlt es jedoch an räumlicher Auflösung und feinen Details.

Dazu verändert der Kopfhörer seine Charakteristik, wenn er sich im Ohr bewegt - auch das ein bekanntes Problem der In-Ohr-Modelle.

So bestätigt Bose wieder einmal sein Image, interessante, aber nicht unbedingt klangtreue Produkte zu entwickeln. Bei diesem Preis ist es vor allem schade um das gute Konzept, aber der Klang ist immer noch wichtigstes Kaufargument.


Sexy As Hell
Sexy As Hell
Preis: EUR 8,49

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sarah Who?, 29. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Sexy As Hell (Audio CD)
Sarah Connor, auch dank multimedialer Crossvermarktung von der Ein- zur Mehrtagsfliege gereift, hält sich schon überraschend lange im deutschen Pop-Markt.
Ihr letztes Album "Soulicious" war mit seinem traditionellen Ansatz noch überraschend wagemutig, doch schon beim neuen Sexy As Hell fragt man sich, was eine CD wert ist, deren einziger Ehrgeiz im 100%igen kopieren amerikanischer Standards ist?

Gut, bei Sara Connor gibt es keine provinzielle Schlagermiefigkeit, keinen knödelig-deutschen Pathos, aber wäre nicht irgendwo ein Plätzchen für eine musikalische Identität gewesen, alleine schon, um sie von Monrose, Mariah, Gwen, Kylie und Janet unterscheidbar zu machen? Stattdessen gibt es ein top-produziertes Stück Chart-Ware.

Songwriting und Texte sind wie gewohnt zu vernachlässigen, also wird soviel Produktionssoße auf die Songs geschüttet, bis sogar die - eigentlich gute - Stimme der Sängerin zum hauchenden Beiwerk verkommt.

Drängt "Under my Skin" noch mit bräsigen Synthis und schwerem Beat auf die Tanzflächen, klont "Play" unverschämt Rihannas "Please Don't Stop The Music". Überhaupt scheint die Hemmschwelle, fremde Songs quasi tongetreu zu imiteren, ständig zu sinken. So klingt "Touch" zwar lasziv und minimalistisch, aber nach Pussycat Dolls.
Wo Raum für Emotionalität wäre, z.B. bei "I'll Kiss It Away", vermiesen Standard-Akkordfolgen und antiseptisch trommelnde Drumbeats das Gefühl.

Sogar Experimente wie der Achtziger-Nachbau "Beautiful You" hinterlassen einen schalen Geschmack von zuviel Hülle und zuwenig Substanz. Die versprochene Sexyness zeigt sich lediglich im futuristischen Kylie-Klon "Act Like You" und versickert ansonsten in der kalten Produktion.

Vielleicht misst sich gute Musik daran, dass sie Kopf, Herz und Beine gleichermaßen anspricht. Hier wippt höchstens mal ein Fuß - wenn der Groove stimmt. Und sollte Musik nicht etwas mehr können als das?


Soul Bubbles
Soul Bubbles
Wird angeboten von Viktoria-Software
Preis: EUR 32,48

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poetischer und trotzdem fordernder Hochgenuss, 28. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Soul Bubbles (Videospiel)
Je mehr die Spieleindustrie auf Sicherheit setzt und den Markt mit ähnlichen Egoshootern, Autorennspielen und Sportspielen überschwemmt, desto deutlicher leuchten solche Spielekonzepte heraus, die wirklich etwas Neues wagen. Wenn solche ein Spiel dann nur auf einer Plattform erscheint, wie z.B. das wunderbare Loco Roco, seufzt der Innovationssuchende.

Umso schöner ist die Ankunft von "Soul Bubbles" für das Nintendo DS. Selten hat diese Plattform ein poetischeres Spiel gesehen; und wieder zeigt sich, dass eine gute Idee keine High-End-Graphik braucht.

Vom weißhaarigen Meister als Auszubildender ausgewählt, muss man fortan empfindliche Seelen retten, indem man sie mit einer Blase umgibt und diese durch verschlungene Labyrinthe pustet. Für das Fortkommen müssen Feinde bekämpft und Spitzen gemieden werden, bei Engpässen wird die Blase in kleinere Bläschen unterteilt, und um Schalter umzulegen, wird die Blase vergrößert.
Neben der einzigartigen Idee begeistern die organischen Level mit fliegenden Blütenblättern, schwingenden Lianen und der immer dezenten Musik.

Auch die intuitive Bedienung des Spiels begeistert. Endlich wird der Touchscreen wieder sinnvoll und kreativ eingesetzt, ohne dass es aufgesetzt wirkt.
Dabei wird das Spiel trotz der ruhigen Atmosphäre durchaus herausfordernd und hält einige Kopfnüsse bereit.

Bei "Soul Bubbles" entsteht etwas sehr seltenes: man verschwindet völlig in dieser Spielewelt. Ein 100%iger Hit.


Tägliche Landschaft
Tägliche Landschaft
Wird angeboten von Good Buy Music
Preis: EUR 2,57

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geschicktes Versteckspiel eines musikalischen Langstreckenläufers, 11. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Tägliche Landschaft (Audio CD)
Gewitzt, Herr van Dyke, dieses mal so etwas wie eine Band um sich zu scharen, deren Namen so klingt wie ein italienisches Unterwäsche-Label.
Spätestens nach ein paar Takten versagt die Mimikry - zu sehr ähnelt die Musik dem wundervollen letzten Album "Bossa Nova". Schon dort hat der Musiker seinen Sound gefunden - eine schwebende Mischung aus Easy Listening, Chanson, dezenter Elektronik und Schlager.

Auch "Die tägliche Landschaft" hat diese leicht verhangene Atmosphäre und berührt mit ehrlichen Texten, die tiefer gehen als die üblichen Schlagerfloskeln. Offenbar von der Produktion des letzten Jasmin Wagner-Albums beeinflusst, ist hier allerdings der Sixties-Einfluss deutlicher zu hören, was dem Album nicht immer gut tut.

Dieses Mal beginnt er fast schon beschwingt mit "Sinnloses Leiden", das wie der Titelsong zu einer altmodischen Gameshow klingt. Schon hier zeigt er sein Händchen für Ohrwürmer. "Haut" ist wieder eines dieser geigenverhangenen Melancholiemonster, doch auch verhaltener Optimismus findet dieses Mal seinen Platz, so in dem launigen Sixties-Törtchen "Besser jetzt".
Leider sind vor allem diese Stücke etwas leichtgewichtig. Auch seine Beach Boys-Reminiszenz "Wir wollten einmal" gerät etwas dünn.
Am schönsten sind immer wieder die pathosgeladenen Balladen wie "Mitgefühl" oder "Einmal in zehn Jahren".
Leider lässt sich nach längerem Hören nicht leugnen, dass der Bandname die größte Veränderung ist. Über weite Strecken ähnelt das Album dem Vorgänger bis zum Selbstplagiat. Instrumentierung, Akkordfolgen und sogar die Texte lösen einige Deja-Vus aus. Wer den Sound von damals mochte, wird sich darüber freuen, doch auch der geneigte Fan wünscht nach vier Jahren vielleicht neue Perspektiven.
Momentan sei ihm ein zweites melancholisches und vielschichtiges Album gegönnt, bevor das Markenzeichen zur Formel wird.


Crayons
Crayons
Preis: EUR 6,84

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unerwartetes Comeback einer Discodiva, 10. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Crayons (Audio CD)
Vielleicht ist es die generelle Panik der Musikbranche, dass plötzlich den etablierten - und zum Teil fast verblichenen - Größen des Business eine zweite Chance im Rampenlicht gegeben wird. Auch Donna Summer, ähnlich wie Chaka Khan und Grace Jones eine der stilbildenden Ikonen der späten Siebziger, musste sich nach ihren Höhepunkten durch unsäglichen Schrott singen und auf zweitklassigen Paraden zu alten Hits Playback singen.

Um so erstaunlicher ist das Comebackalbum "Crayons". Zwar kein Meisterwerk, und um einige Stücke zu lang, zeigt es doch, dass diese Dame mit einer Produktion, die einen Bogen von modernen Sounds bis zu den Discozeiten der Siebziger spannt, noch einmal richtig aufdreht.

Schon der Opener überzeugt mit lupenreinem Discopop, wie ihn zuletzt Madonna oder Seal zu Gehör gebracht haben. Der Titelsong erinnert an den Jamaica-Crossover von Rihanna und "The Queen ist Back" könnte jedes Fergie-Album schmücken. Das ist sicher nicht sehr innovativ, aber grundsolide und zeigt, das die Künstlerin auch in zeitgemäßen Sounds gut aufgehoben ist.

Richtig gut wird sie bei "I'm On Fire" und "It's Only Love", die an ihre großen Hits erinnert, und das angebluesten "Slide Over Backwards" mit leichtem Tina Turner-Einschlag. Leider ist dies außer "Be Myself Again" der einzige Titel, der die stimmlichen Qualitäten zeigt, während die Vocals ansonsten wie heute üblich sehr in den Hintergrund gemischt wurden.

Wäre bei der Songauswahl etwas mehr gesiebt worden hätte man vermutlich auf flache Stampfer wie "Mr. Music" oder "Fame (The Game)" verzichtet und das Gesamtniveau weiter angehoben. Trotzdem bleibt das Album ein Genuß für Fans und lässt vielleicht sogar den einen oder anderen jungen Fan aufhorchen. Es wäre Donna Summer zu gönnen.


Ms.Kelly
Ms.Kelly
Wird angeboten von A ENTERTAINMENT
Preis: EUR 5,55

3.0 von 5 Sternen Solides Album mit einigen positiven Ausreißern, 9. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Ms.Kelly (Audio CD)
Interessant, die Entwicklung der drei Ex-Destinys Child-Diven zu verfolgen. Während Beyonce in einer Art Hyperdiva-Seifenblase den Orbit verlassen hat und Michelle Williams mit zwei gospelgefärbten Alben trotz hoher Qualität kommerziell gescheitert ist, führt Kelly Rowland am ehesten den Sound der Band fort.
Mit "Ms. Kelly" legt sie im Rahmen heutiger R&B-Standards ein grundsolides Album vor, das sogar an einigen Stellen überrascht. Wie heute üblich versucht sie durch einige illustre Gäste Glaubwürdigkeit zu bekommen, auch wenn einige der Paarungen etwas gewollt wirken.
Sie eröffnet mit einem der besten Songs - dem luxuriösen "Like This" mit einem raffinierten orientalischen Beat und schweren Synthis. Auch "Ghetto" kommt extrem elegant daher. Ihre verführerisch gehauchter Gesang harmoniert wunderbar mit den ultralässigen Raps von Snoop Dogg, auch wenn sich die Ghetto-Attitüde mit dem supercleanen Appeal der Sängerin beisst. Bei "The Show" überzeugt sie in einer aufgeheizten Neunziger-Ballade mit dutzendfach geschichteten Vocals.

Leider haben sich zum Teil Destinys-Child Schwächen mit durchgeschleppt. Auch hier nerven einige dröge vier-noten-Strophen (Every Thought Is You), arg synthetische Streicher- und Klaviersounds (Love), und das starr und metallisch klingende "Come Back".

Dafür gelingen die Balladen auf dem Solowerk größtenteils deutlich persönlicher. "Flashback" setzt einen metallischen Beat gegen mehrstimmige Gesangssätze, während "This Is Love" mit gezupfter Gitarre und Streichern echte Wärme erzeugt.

Stimmlich bleibt die Sängerin im Mittelfeld. Ihr Timbre ist warm und entspannt, aber sie hat weder die Brillianz von Beyonce noch den jazzigen Unterton von Michelle Williams.
Die Produktion wandert zwischen kühler Drahtigkeit und den heute angesagten fetten Analogsynthis. Trotzdem bleibt, anders als bei Beyonce oder Rihanna, genug Wärme zwischen den Noten.

Dieses Album ist deutlich reifer als das Solodebüt, trotzdem bleibt der Künstlerin etwas mehr Mut zu wünschen, ausgetretene Pfade zu verlassen und eine eigene musikalische Identität zu suchen.


Flavors of Entanglement
Flavors of Entanglement
Wird angeboten von CD-DVD-Tonträger Berlin
Preis: EUR 4,78

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erneuter Fluchtversuch vor dem Über-Debüt, 9. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Flavors of Entanglement (Audio CD)
Alanis Morissette hat nach ihrem Sensationsebüt "Jagged Little Pill" eine Achterbahnfahrt hingelegt, die selbst für Fans nicht immer nachvollziehbar- und zum Teil kommerziell nicht sehr erfolgreich war. Vor allem die esoterisch angehauchten Ausflüge ließen die alte Wucht vermissen.

"Flavors Of Entaglement" bringt vieles von der früheren Kraft zurück und zeigt die Künstlerin sehr experimentierfreudig. Das Ergebnis erinnert mit seiner Mischung aus Rock, Elektrosounds und orientalischen Einflüssen an "Faith And Devotion" von Sinead O'Connor, findet aber keine durchgehende Linie und bleibt im Ergebnis unentschlossen.

Einiges ist großartig. Das erste Stück "Ciziten Of The Planet" setzt orientalische Einflüsse gegen brachialen Hardrock, "Moratorium" zeigt Morisette mit treibenden Drum & Bass-Unterbau modern wie selten, und "Giggling Again For No Reason" erinnert als deutliches Achzige-Zitat ein wenig an Blondie.

Leider verfällt sie aber auch in alte Schwächen. "Underneath" und "Straitjacket" lehnen sich um einiges zu weit in Richtung Radio-Mainstream a la Avril Lavigne oder Pink und lassen starke Melodien vermissen, und "Versions Of Violence" klingt zu emo-mäßig nach Evanescence.
Die Balladen, dieses Mal in der Unterzahl, sind zwiespältig. "Not As We", berührt mit seiner Verletzlichkeit, auch wenn hier die Grenzen ihrer Stimme deutlich hörbar sind, während "Torch" zu pathetisch klingt. Erst beim letzten Stück "Incomplete" findet sie wieder die Mischung aus Pathos, Kraft und Zartheit, mit der sie berühmt geworden ist.

Über diesem Album schwebt die Last des Monsterdebüts. Die Produktion sucht wieder diese perfekte Mischung aus roher Kraft und modernen Beats, aus Wut und Traurigkeit, die Morissette nach dem Debüt nie wieder so schlüssig gelungen ist.
Andererseits ist bei wenigen Künstlern die Suche nach neuen musikalischen Ufern so deutlich hörbar. Dafür Respekt.


Hamburgs dunkle Welten. Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt
Hamburgs dunkle Welten. Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt
von Ulrich Alexis Christiansen
  Gebundene Ausgabe

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Großartige Detektivarbeit - zum Teil etwas detailverliebt, 9. Juni 2008
Warum sollte man bei Städten statt auf die Straßen und Prachtbauten unter die Erde schauen? Ein Buch über den Untergrund Berlins zeigt schon seit längerem, dass Städte dort im Verborgenen ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen haben.
Nun hat Ulrich Alexis Christiansen eine bemerkenswerte Recherchearbeit geleistet, um den Hamburger Untergrund "transparent" zu machen.
Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass vieles, was über der Erde längst weichen musste, unter der Erde noch sichtbare Spuren in Form von Kellern, Tunneln, Bunkern oder Fundamenten hinterlassen hat.
Der Autor beginnt, weit vor den Anfängen der Stadt, bei den Eiszeiten, und lässt dann die Entstehung Hamburgs lebendig werden. Seine Perspektive bleibt dabei konsequent unter der Erdoberfläche - bei Brauereikellern, Sielanlagen und Tunnelbauten.

Leider entgleitet dem Autor im Verlauf des Buches die Balance. Vom Thema U-Bahn offensichtlich fasziniert, beschreibt er bis ins Kleinste Planung und Bau der Bahnstrecken, verzettelt sich in übermäßig detaillierten Schilderungen und scheint dabei ein wenig den Leser zu vergessen. Dabei werden zwar Themen wie 2. Weltkrieg und die Erschließung der Stadtteile gestreift, aber die Beschreibung sämtlicher Strecken ermüdet. Sogar der zu Beginn des Buches lebendige Erzählton wird hier zäh. Dazu fehlen Zeitleisten, die den Zusammenhang verdeutlichen, und ein Glossar der häufig verwendeten Fachbegriffe.

Umso beeindruckender ist das z.T. unveröffentlichte Bildmaterial, auch wenn die Abbildungen zugunsten der Textmengen größer hätten sein können.

Es bleibt eine spannende Reise durch die Geschichte, die Hamburgern einen neuen Blick auf Ihre Stadt zeigt. Ob dieses Buch für Nicht-Hamburger dieselbe Faszination ausübt, ist fraglich.


Schizophren
Schizophren
Preis: EUR 7,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geburt einer Plattenbaudiva - jetzt auch auf Silberscheibe, 4. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Schizophren (Audio CD)
Nachdem sich deutsche Comedians (Komiker sagt man ja nicht mehr) inzwischen inflationär auf der Couch fast jeder Fernsehshow herumdrücken, kann man nur aufatmen, dass ein neues Talent die Bühne betreten hat. Ilka Bessin aka "Cindy aus Marzahn" hat mit Ihrem brachialen Humor schnell für Furore gesorgt und spielt seitdem vor ausverkauften Häusern. Statt sich wie z.B. Gaby Köster oder Mirja Boes mit ständigen Fernsehautritten zu verheizen, sieht man Cindy zum Glück noch selten im TV.
Natürlich kann eine CD nur der halbe Spaß sein, wenn man dieses Gesamtkunstwerk nicht vor sich sieht, und trotzdem ist diese CD ein Genuss mit hoher Gag-Frequenz.
Das Konzept ist zunächst gar nicht besonders. Glänzend aufgelegt kommentiert Cindy mit kodderigem berliner Dialekt das Leben als übergewichtige Hartz 8-Empfängerin und arbeitet sich an gängigen Themen wie Schönheitswahn, dem Verhältnis Mann-Frau, Internet und den Spezialitäten der DDR ab. Dass sie die meisten Witze auf Kosten der eigenen Figur (Doppelsinn) macht, und bei all dem Temperament einen präzisen Blick auf die Befindlichkeiten dieses Landes mit all seinen Vorurteilen wirft, macht ihren Auftritt so außergewöhnlich.
Dazu hat sie noch nicht die abgebrühte Routine ihrer bekannteren Kollegen. Immer wieder verlässt sie die eingeübten Texte und reagiert auf das Publikum.

Erst gegen Ende ermüdet der gleichbleibende Ton ein wenig. Dann wünscht man sich zwischen den gewollt cholerischen Ausbrüchen ein wenig feinere Zwischentöne.
Es bleibt zu hoffen, dass sie in dieser Figur noch viel Potential für neue witzige Geschichten findet und nicht wie z.B. Atze Schröder oder Marlene Jaschke in der Figur stecken bleibt. Schon jetzt ist sie eine der witzigsten Komikerinnen Deutschlands.


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