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Beiträge von Andreas Wittenburg
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Rezensionen verfasst von
Andreas Wittenburg (Hamburg, Hamburg Deutschland)

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Get the Party Started
Get the Party Started
Wird angeboten von OJS Game Deals
Preis: EUR 6,62

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Netter Versuch, alte songs neu zu verkaufen, 16. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Get the Party Started (Audio CD)
Je länger die Karrieren andauern, desto üppiger schießen die "Best Of"-Alben aus dem Boden. Das scheint die Regel für alle Streisands, Minellis und Ross's zu gelten.
Shirley Bassey, wenn auch Opfer dieser Zweit-Vermarktung, aktualisiert nun schon zum zweiten Mal nach 2000 ihr Material in Form eines Remix-Albums. Auch wenn man sich freuen mag, dass ihr altbekanntes Material wenigstens aufgepoppt wird, kommt doch der Verdacht auf, hier könnte auf Kosten einer großen Stimme noch ein wenig Geld herausgewrungen werden, ohne dass sich die Diva erneut hinter das Mikrophon bewegen muss.
Andererseits hat Bassey mit "The Rhythm Divine" und "History Repeating" bewiesen, dass sich ihre Grandezza aufs Feinste mit zeitgemäßer Musik verbinden lässt, und so ist auch das neue Album überwiegend eine Freude.
Immer für eine Überraschung gut, eröffnet sie mit "Get The Party Started" im Stile eines Bond-Titelsongs, und auch ihr "I will survive" kommt großspurig-elegant daher.
Dazwischen gibt es gern gehörte Klassiker, überwiegend mit großer Verbeugung vor ihrer Monumentalstimme inszeniert. Nach dem ersten Remix-Album, das eher dem Big-Beat fröhnte, sind dieses Mal "Cafe del Mar"-artige Downbeats mit etwas Sixties-Space-Retro dran. Vieles, was im Original sehr geigendickflüssig daher kam, ist nun, entschlackt und verjüngt, deutlich besser zu hören. Andere Versuche, z.B. "Kiss me Honey", klingen jetzt zu sehr nach Easy-Listening-Parodie. Dann doch lieber den leichten Bossa-Touch von "You Only Live Twice", wo wieder die alte Bond-Atmosphäre hervorblitzt.
Am Ende bleibt ein etwas gemischter Eindruck. Die Künstlerin ist zweifelsfrei grandios, die Remixe sind stilsicher und kundig, aber es bleibt der Beigeschmack eines Ausverkaufs. Wenn sie nur aktuelle Popsongs gecovert hätte, oder sich gar von angesagten Künstlern neues Material auf die Stimme schneidern lassen würde - was könnte das werden können.


Palm Treo 750 UMTS / HSDPA Smartphone Handy
Palm Treo 750 UMTS / HSDPA Smartphone Handy

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überzeugender Alleskönner, 12. Juli 2007
Es sind hohe Ansprüche an eine kleine Kiste, MP3-Player, Telefon, PDA und Fotoapparat und Navigationsgerät in einem Gerät zu vereinen. Erst seit kurzem scheinen die All-In-One Geräte die unterschiedlichen Anforderungen ohne größere Kompromisse an die Einzelfunktionen möglich zu machen.
Bestes Beispiel ist der Palm Treo 750, der hier zum ersten Mal die Ehe mit Windows eingeht, und damit ein Stückchen Individualität einbüßt. Trotzdem gelingt es dem Hersteller, durch Erweiterungen und ein sauber konzipiertes Gerät, eigene Akzente zu setzen.

Das Gerät liegt mit seiner gerundeten Form und der wertigen Anmutung gut in der Hand, beult aber die Hosentasche mehr aus als ein Handy. Dafür erhält der Nutzer eine vollständige QWERTZ-Tastatur, die sich trotz ihrer Größe gut bedienen lässt. In Verbindung mit weiteren Funktionstasten lässt sich das Gerät ohne Benutzung des Toucscreens einhändig bedienen.
Die matte, fast gummiartige Oberfläche ist resistent gegen Kratzer und Fingerabdrücke.

Auch die inneren Werte überzeugen. Ein schneller Prozessor garantiert zügiges Arbeiten, und wer Windows von zuhause kennt, wird sich schnell zurecht finden.
Angesichts dieser Leistungsfähigkeit verwundert es nicht, dass die Akkulaufzeit bei reger Benutzung schnell nachlässt. Wer im normalen Maße telefoniert kommt aber ein paar Tage über die Runden. Leider lässt sich das Gerät nicht über den USB-Anschluss aufladen, und auch die Kopfhörerbuchse benötigt einen Adapter für 3,5 Klinkenbuchsen.

Die Telefonfunktionen sind trotz einiger Eingabehilfen wie Kurzwahltasten nicht so intuitiv zu bedienen wie bei einem Handy. Klang und Empfangsstärke sind nicht ganz optimal, aber im Alltag ausreichend.

Einige Probleme sind dem Betriebssystem anzulasten. Viele Funktionen verbergen sich unnötig tief verschachtelt in diversen Einstellungsmenüs (z.B. das Einstellen von MP3-Klingeltönen).
Dazu bleiben Programme häufig unbemerkt geöffnet, bis man sie manuell schließt.
Aber das Mobile Windows hat auch Vorteile: das Betriebssystem lässt sich weitreichend an die eigenen Bedürfnisse anpassen, arbeitet sauber mit einem Windwos-PC, speziell mit Outlook, zusammen und lässt sich mit Tools und Programmen, viele davon Freeware, unendlich erweitern.
Abstürze sind, angesichts der komplexen Funktionen, und trotz Microsoft-Genen, erstaunlich selten. Dafür erhält man deutlich umfangreichere Multimediafähigkeiten als bei Palm-OS.

Besonders hervorzuheben sind die Handbücher, die Website und das Zubehör. Hier zeigt sich, dass Palm sich viele Gedanken um die Servicefreundlichkeit macht.
Ein zusätzliches Bonbon ist ein angekündigtes Update auf Windows Mobile 6 - was einige Probleme bezüglich der Stabilität und Ergonomie beseitigen dürfte.

Alles in allem kenne ich kein Gerät, dass die unterschiedlichen Aufgaben so überzeugend vereint und dabei so kompakt bleibt. Wer mobiles Büro und Multimediamaschine in einem sucht, sollte einen Blick risikieren.


Holding Back the Years
Holding Back the Years

23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Stimme, die einen gläubig machen könnte, 11. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Holding Back the Years (Audio CD)
Es gehört zum Getrommel bei der Vermarktung von Musik, dass Stimmen über den Klee gelobt werden, wenn Jemand gerade mal die Töne halten kann.
Doch wenn all die Sternchen und Eintagsfliegen verglüht sind, wie viele Stimmen bleiben dann, die wirklich außergewöhnlich sind?

Jimmy Scott ist einer dieser Menschen, gesegnet mit einer Stimme, die einen nicht mehr verläßt, wenn man sie einmal hört. Eine seltsame Karriere hat er hinter sich, mit seinem seltsamen Frauentimbre groß geworden in den Sechtzigern, gepusht von Ray Charles, und dann einige Jahrzehnte weg vom Fenster, wurde er, ähnlich den alten Herren aus Argentinien, erst im hohen Alter wiederentdeckt.
Auf diesem Album von 1998, aufgenommen mit 73 Jahren, interpretiert er bekannte Popsongs und offenbart sein erstaunliches Talent:
Reduziert auf die Essenz, von jeglichen Ausschmückungen befreit bleiben nur die Melodien, und selbst die werden durch seine eigenartige Phrasierung verändert, bis man glaubt, er selbst hätte die Stücke erfunden. So sehr scheint er in den Stimmungen aufzugehen, dass man die Originale glatt vergisst.
Die Musiker halten sich dabei mit zart getupftem Jazz im Hintergrund und lassen Scott den maximalen Raum.
Beim Zuhören sollte man darauf gefasst sein, tief im Inneren berührt zu werden, wenn er flüstert, klagt, die Stimme mühelos erhebt und im brüchigen Tremolo endet. Das ist so anrührend, so ehrlich und wahrhaftig, dass man atemlos jeder Nuance, jedem Ton folgt.

Welch großes Glück, dass dieser Künstler im oberflächlichen Musikbusiness wieder gefunden wurde - dass diese Stimme wieder hörbar ist. Diese CD ist ein Geschenk, vor dem man sich erfurchtsvoll verbeugen sollte.


Chefa
Chefa
Preis: EUR 10,92

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amerikanisches Bling-Bling und europäische Schwermut - ein Killerrezept, 4. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Chefa (Audio CD)
Man ist ja daran gewöhnt, dass die großen Musikimpulse aus Nordamerika oder aus England kommen.
Umso erstaunter reibt man sich die Ohren, wenn eine gar nicht magersüchtige Miss Platnum die ersten Töne Ihres Albums "Chefa" anstimmt. So international und gleichzeitig eigenständig klang lange nichts mehr aus hiesigen Landen.
Natürlich könnte man ihr vorwerfen, sie kopiert amerikanische R&B- und HipHop-strukturen. Fette Beats, pumpende Bässe, schneidende Synthies erinnern zunächst an die Standards von Timbaland, Pharell oder Missy Elliott. Doch bevor dieser Gedanke zu seinem Ende kommt zieht Miss Platnum ihren größten Trumpf aus dem Ärmel, ihre rumänischen Wurzeln, und lädt die Songs mit einem verdrehten Folklore-Touch auf.
Plötzlich bekommt "Butter" einen fast orientalischen Ton, und "Come Marry Me" wird lustvoll mit schrägen Trompetensamples und augenzwinkerndem Machorap gespickt.
Dann entsteht im todernsten, auf Charts und Vermarktung gebürsteten Musikbusiness plötzlich eine ungewöhnliche und humorvolle Leichtigkeit, die von Miss Platnums traurigem osteuropäischen Akzent gekrönt wird.
Höhepunkt auf einem Album voller Höhepunkte sind das verschleppte "Life" mit seinen schwermütigen Chören, dass ein wenig an Amy Winehouse erinnert, und dass hochexplosive "Chefa", dass sich mit Geigensample ins Ohr beisst wie dieses Jahr sonst nur "Sexy Back".

So wagemutig und ungebremst kann vermutlich nur ein Debütalbum gelingen, trotzdem bleibt ihr zu wünschen, dass ihr Rezept aus amerikanischer Stromlinie und europäischer Schwermut noch viele Alben wie dieses hervorbringt.


Mr. Lonely
Mr. Lonely
Wird angeboten von Good Buy Music
Preis: EUR 4,94

22 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schau mal an, was Dieter kann, 28. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Mr. Lonely (Audio CD)
Etwas beruhigendes vorweg: Das Album ist, trotz Dieter Bohlen, nicht so schlimm. Der Produzent ist zu clever, seinen neuen Ziehsohn mit dem soften Synthi-Schmu aus den Achtzigern zu übergießen. Bohlen hat durchaus ein Ohr an aktuellen Trends, und so klingt einiges auf "Mr. Lonely" ganz nett nach R. Kelly, z.B "Just Like Heaven", dass mit einem netten geschnipsten Beat unterlegt ist. Bohlen hinkt aktuellen Sounds zwar immer noch um mindestens zehn Jahre hinterher, aber immerhin überfällt einen kein neues "Cherie cherie Lady".

Angetrieben von Medlocks großartiger Stimme holt Bohlen sogar einen richtigen Phillysound inklusive Orgel und Bläsern aus der Schublade ("Relax You Baby"). Das Ergebnis ist über weite Strecken leicht konsumierbarer weißer Soul a la Simply Red oder Lionel Ritchie.

Vieles ist dem Charisma des Sängers zuzuschreiben. Wie man ihn auch als Person einschätzen mag, als Sänger hat er ein angenehmes schwarzes Timbre, und da er während der Show schon auf Streichel-Soul gebürstet wurde lag es nah, auch das Album in diese Richtung zu trimmen.

Wenn man die Stimme und die einigermaßen zeitgemäße Produktion abzieht kommen trotzdem die drei großen Bohlen-Probleme durch. Da wären zunächst die dämlichen Texte; als würde ein Fünftklässler Texte mithilfe eines Übersetzungscomputers schreiben.

Das zweite Problem sind die banalen Songstrukturen zwischen Kinder- und Weihnachtslied, die vor allem die Balladen verzuckern und dafür sorgen, dass man sich die Stücke zu schnell überhört.

Als drittes wäre dieser grauselige Gitarrensound, den er schon in den Siebzigern in die Songs gedrückt hat.

Trotz allem: Möglich, dass Medlock der erste "Superstar" wird, der auch ältere Zielgruppen anspricht. Das würde das Schicksal seiner Eintagsfliegen-Vorgänger möglicherweise vermeiden helfen. Seine Stimme in Verbindung mit richtig guten Songs - man könnte ins Träumen kommen.


Beauty & Crime
Beauty & Crime

14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Selbstbewußtes Meisterwerk mit neuem Biss, 20. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Beauty & Crime (Audio CD)
Offenbar waren die Neunziger kein Jahrzehnt für etablierte Frauen. Um Laurie Anderson, Kate Bush, Tracy Chapmanm, Cindy Lauper und eben auch Suzanne Vega wurde es ruhiger, auch wenn die Künstlerinnen beharrlich gute Alben aufgenommen haben.

Nach einigen Alben mit elektronischen Experimenten, die manchmal etwas aufgesetzt wirkten, schlägt Suzanne Vega mit "Beauty & Crime" einen weiten Bogen zurück zu ihrem größten Erfolg "Solitude Standing", und gewinnt.

Endlich klingt ihre Mischung aus einfachem Folk, dezenter Elektronik und einem neuen Spaß an druckvollem Indie-Rock harmonisch und selbstverständlich.

"Zephyr & I" treibt den Hörer in das Album hinein, und schon der zweite Titel ist ein atmosphärisches Meisterwerk mit schwebenden Gitarrenschichten. Bei "Frank & Ava" wird sie dann überraschend straight und kraftvoll. Eine einfache Ballade wie "As You Are Now" steigert sie selbstbewusst mit Geigen und Trommelschlägen, und sogar ein hipper Beat ist plötzlich kein Fremdkörper mehr (Unbound).

Wirkten die Experimente von ihrem Ex-Ehemann Mitchell Froom (z.b. auf "Nine Objects Of Desire) eher künstlich und aufgestzt, hat sie mit Jimmy Hogarth endlich einen Produzenten gefunden, der die Balance zwischen ihren fragilen Songs und einer zeitgemäßen Produktion findet.

Das schönste: Schon beim ersten Hören ist das Album so vertraut, als hätte man es schon ewig im Plattenschrank, und trotzdem hat sich die Künstlerin hörbar weiterentwickelt.


...aus dem Bauch
...aus dem Bauch
Preis: EUR 17,49

6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Achtung: Künstler, der für den Erfolg sein Talent verbiegen lässt, 18. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: ...aus dem Bauch (Audio CD)
Wie wäre es, wenn man in einer Casting-Show entdeckt wird, wirkliches Talent und eine besondere Stimme mitbringt, und dann nicht so richtig erfolgreich wird?

Bei Max Mutzke ist die Antwort ernüchternd, zeigt sich doch, wohin sich die Vermarktung von Musik entwickelt hat. Frei nach dem Motto: "Bin ich mit dem einen nicht erfolgreich, dann vielleicht mit was anderem." Also wird alles bemüht, was im Moment ankommt. Es wird viel deutsch gesungen, am liebsten im pseudojugendlichen Jargon, den 35-Jährige so gerne pflegen, während sie Bier aus durchsichtigen Flaschen trinken.

Als Einstimmung ein lockerer Sommerhit, in dem Mutzke die Stimme von Jan Delay imitiert, dazu hübsche Frauen als Cross-Vermarktung im Video. Und wenn das nicht zieht? Vielleicht eine Laith Al-Deen Kopie wie "Lass mich nicht gehen."? Und die älteren Semester? Vielleicht mögen die ein "What A Fool Believes"-Remake im Stil von Simpy Red?

Schade, wenn ein Künstler sich so in Marketing-Kalkül verstrickt, obwohl alles zwischen den Rillen wartet, was gute Musik bräuchte. Eine phänomenale Stimme, federnde Grooves, eine entspannte Attitüde und viel Soul. Mehr wie "Wir verliern uns nicht für immer" mit einer Prise Stevie Wonder oder das rhythmisch vertrackte "Tag für Tag", und Max Mutzke könnte doch noch richtig erfolgreich werden; nicht bei Teenies, sondern bei Leuten, die Musik lieben.


Good Girl Gone Bad
Good Girl Gone Bad
Wird angeboten von vis-medien
Preis: EUR 8,77

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen 0815, 14. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Good Girl Gone Bad (Audio CD)
Die schwarzen Damen mit den vielen "A"s im Namen haben es nicht leicht, sich voneinander abzuheben. Wenn dann auch noch andere Stefanis, Furtados und Fergies im gleichen Gehege wildern, wird es doppelt schwer.

Entweder sucht man also seine Nische, oder man macht einfach das, was Alle machen.

Wohlwollend könnte man einen Anfall von Ironie darin vermuten, dass Rihanna über weite in bräsigen Achtziger-Pop a la Taylor Dayne oder Bananarama gekleidet wird, auf Dauer scheint es aber eher fehlende Inspiration zu sein. Songwriting ist sowieso aus der Mode, also reicht es, eine austauschbare Sängerin über scheppernde Drums monotone Gesangslinien singen zu lassen und alle zwanzig Takte einen Akkord anzudeuten.

"Umbrella" und "Push Up On Me" weisen mit Handclaps, dünnen Synthies und einer dürren Produktion ohne Saft den Weg, aber warum nur in einer Epoche wildern. "Push" verwendet dieselbe Blaupause wie Madonnas oder Kylies Eurodisco, während "Shut Up And Drive" eine schlechte Pink-Kopie mit pseudoharten Gitarren ist. Charakter? Persönlichkeit? Stil? Alles scheint unter der Mainstreamproduktionssoße verschüttet zu sein.

Nachdem sich der überspitzte, fast verzerrte Produktionsstil als Quasistandard durchgesetzt hat, bleibt von der Wärme des R&B so gar nichts mehr übrig. Stattdessen denkt man an dürre weiße Jugendliche, die mit neonfarbenen Drinks und Stirnbändern in antiseptischen Discos tanzen, und dieses Deja-Vu bliebe lieber im Schrank.

Jetzt ist es gewiss - die schwarze Musik in den USA tritt nach dem Urknall Missy Elliott auf der Stelle. Man hofft auf den nächsten Befreiungsschlag und endlich wieder inspirierte schwarze Musik. Bis es soweit ist, tröste man sich mit Macy Gray, Kelis oder Amy Winehouse.


We All Love Ella
We All Love Ella
Preis: EUR 17,36

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Angenehme wagnisfreie Hommage an die Jazz-Göttin, 14. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: We All Love Ella (Audio CD)
Den großen Künstlern Tribut zu zollen ist sicher der schönste Weg, alte Musik mit gegenwärtigen Künstlern zu verbinden, auch wenn es immer ein Weg auf dünnem Eis ist. Einerseits soll die Genialität der Originale hörbar bleiben, anderseits sollte die Neuinterpretation den Songs im Idealfall eine neue Perspektive geben.

Bei dieser Hommage an die unerreichte Ella Fitzgerald wurden die Covers mit viel Gefühl und sehr behutsam angegangen und von allerlei Jazzgrößen gesungen. Trotzdem ist das Ergebnis durchwachsen.

Haben bei der kürzlich erschienen "Joni Mitchell"-Hommage die Küstler zu sehr ihre eigene Identität übergestülpt, so ist es hier andersrum.

Durchweg sind Interpreationen geschmackvoll, aber etwas zu brav und zaghaft.

Die besondere Magie der Künstlerin war immer ihr Witz und ihre leichtfüssigen augenzwinkernden Interpretionen.

Wo es gelingt, diese Leichtigkeit aufzugreifen, z.B bei "A Tisket A Tasket", oder bei "Lullaby Of Birdland", überzeugen die neuen Songs. Wenn aber betulicher Barjazz entsteht (The Lady Is A Tramp, Dream A Little Dream Of Me), wünscht man sich die spritzigen Originale herbei.

Lobenswert ist, dass sich die Songauswahl nicht nur an den Klassikern orientiert, sondern auch einige weniger bekannte Stücke enthält.

Der Höhepunkt ist sicher das explosive "Airmail Special". Hier zeigt sich, was aus dem Album hätte werden können, wenn die Interpretionen mutiger und etwas weniger geschmäcklerisch wären.

So ensteht zu oft der Gedanke: "Jetzt lieber das Original." Und das ist schade.


Live in Concert 2006
Live in Concert 2006
Preis: EUR 8,99

7 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Berechenbare Live-CD - auf hohem Niveau aber überraschungsfrei, 14. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Live in Concert 2006 (Audio CD)
Glücklich ist, wer eines der seltenen Konzerte besucht, in denen Barbra all die vielen Stufen aus dem Hyper-Diva-Himmel herabsteigt - auch wenn es ein halbes Jahresgehalt kostet.

Wie bei fast allen Live-CDs bleibt trotzdem die Frage, wieviel von der Magie eines Konzerts auf dem Album übrig bleibt. In diesem Fall fällt das Ergebnis zwiespältig aus.

Im Gegensatz zu anderen Stars, die Konzerte nutzen, um die Songs im neuen Gewand zu präsentieren, sind die Arrangements hier konservativ und folgen bis zum letzten Ton den Original-Noten. Wie üblich von einem großen Orchester begleitet, wird hier eher die große Geste zelebriert. Leider entstehen deshalb, z.B. im Vergleich zu Liza Minellis letztem großen Live-Album, zu wenig intime Momente.

Die Produktion ist natürlich klasklar und in jeder Hinsicht perfekt, aber Live-Atmosphäre ist eben doch mehr als nur ein wenig Applaus am Ende der Stücke, und hier unterscheiden sich die Songs kaum von den Studioversionen.

Unverständlich auch, warum die Songauswahl nicht ein paar Überraschungen mehr bietet. So entstehen etliche Überscheidungen sowohl mit Best-Of-Alben als auch mit früheren Konzert-Mitschnitten.

Am privatesten wird die Künstlerin bei den Zwischenmoderationen, in denen ihr wunderbarer Humor durchschimmert. Glücklicherweise sind sie nicht ganz so gelackt und prätentiös wie bei Ihrem Konzert im Park.

Die einzige wirkliche Neuerung ist ihre hörbar gealterte Stimme. Hat sie früher mit ihrem metallischen Sopran viele Zwischentöne einfach plattgewalzt, so schafft ihr weiches Timbre eine stärkere Intimtität. Das mildert sogar ihre gehegten Manierismen wie das theatralische Ausatmen, das übertriebene Tremolo, oder die übertrieben lange gehaltenen Töne.

Vermutlich kann man von Barbra Streisand kein Konzert in einer Bar mit Klavierbegleitung erwarten, aber wenn die Pauken und Trompeten einen Gang zurückschalten würden könnte das Erlebnis ehrlicher, persönlicher und freier werden.

Es bleibt das Problem vieler großer Künstler: das Korsett, immer nur den eigenen Mythos bedienen zu müssen, anstatt zu neuen musikalischen Ufern aufzubrechen.


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