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Rezensionen verfasst von
P-Man "acousticshock.de" (Rodgau)
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

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The Best of Keane
The Best of Keane
Preis: EUR 8,84

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geduld ist eine Zier, 8. November 2013
Rezension bezieht sich auf: The Best of Keane (Audio CD)
Bekannt geworden als "Band ohne Gitarren", stellen Piano und Keyboard die tragenden Säulen in ihrer Musik. Dieser Umstand unterscheidet sie von den meisten Rockgruppen, wobei ihnen gerade deswegen zu Beginn der Ruf anhaftet ein einfaches Plagiat von "Coldplay" zu sein. Der Erfolg ihrer Alben "Hopes and fears" und "Under the Iron Sea", sowie daraus resultierenden Singles wie "Is it any wonder?" oder "Somewhere only we know" verschafft ihnen ein eigenes Gesicht und lässt die Musiker aus East Sussex aus dem Schatten der Londoner Kollegen treten. Ab diesem Zeitpunkt müssen sie selbst als Vergleich für stilverwandte Bands herhalten. Im Mai 2008 wählen die Leser des Q Magazins die beiden Langspieler unter die Top 20 der besten britischen Alben aller Zeiten, was darüber hinaus in gleicher Stärke nur den "Beatles", "Oasis" und "Radiohead" gelingt. "Perfect Symmetry" (2008) und "Strangeland" (2012) öffnen sich neuen Einflüssen, weisen teils komplexere Songstrukturen auf und geben den Gitarrenklängen mehr Raum. Dabei die helle Stimme von Tom Chaplin unverkennbares Markenzeichen.

10 Jahre nach der Veröffentlichung ihrer ersten kommerziellen Single "Everybody's changing" werfen "Keane" den diskografischen Blick zurück und fassen die gesammelten Eindrücke und Werke zusammen. "Keane hatten schon immer die seltene Gabe, Songs zu schreiben, die sich so anfühlen, als ob sie uns schon das gesamte Leben lang begleitet hätten." (Peter Key). Dabei werden die beiden ersten Alben mit insgesamt 12 Songs (H&F 5/ UTIS 7) berücksichtigt. In diesem Zusammenhang von einer Best Of zu sprechen, wäre fast schon anmaßend. Vielmehr versteht sich "The Best Of Keane" als sehr ausführliche Aufstellung ihrer Singleauskopplungen und für die Band maßgeblichen Stücke - losgelöst von den jeweiligen Erfolg bzw. der Chartperformance. Die Begleitbiografie hält zu jedem Titel eine Geschichte bereit. Sie berücksichtigen mit dem zu Beginn leise gehaltenen und später in Stadion Rock Gefilde abdriftenden "My shadow" auch die 2010er EP "Night Train". Darüber hinaus enthält die CD zwei neue Songs (Higher than the sun, Won't be broken), die spätestens im Refrain wieder die bekannte "Keane" Dramatik und Dynamik erhalten. Piano, Keyboard und Gesang bleiben die Eckpfeiler einer Band, die große und kleine Hits geschaffen hat, für die eine Best Of aber, gefühlt, noch ein Album zu früh* erscheint.

*Tim Rice-Oxley sagt es selbst: "Ich glaube schon, dass man die Qualität dessen, was wir bis dato erreicht haben, nicht von der Hand weisen kann. Aber ich bin nun mal so veranlagt, dass ich eher darauf schaue, was wir noch alles erreichen könnten. Eines dieser absoluten Meilenstein-Alben aufzunehmen, die man erst schätzen lernt, wenn man schon älter ist, weil es einem vorher einfach an Erfahrung mangelt. Ich habe viele Höhen und Tiefen durchgemacht, und ich glaube, dass ich jetzt erst so langsam an den Punkt komme, an dem ich ein derartiges Album schreiben könnte. Diese Fülle an Erfahrungen, die kommt jetzt erst so langsam an die Oberfläche."

Anspieltipps: "Somewhere only we know", "Spiralling" und "My shadow"


James Arthur (Deluxe)
James Arthur (Deluxe)
Preis: EUR 5,99

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fernab von Castingshow-Stangenware, 5. November 2013
Rezension bezieht sich auf: James Arthur (Deluxe) (Audio CD)
England ca. 53 Millionen Einwohner - Deutschland rund 80,5. Man sollte meinen, daß sich Talente unter vielen leichter finden lassen. Und Talente möchte man beiden Seiten auch gar nicht absprechen. Dennoch unterscheidet sich die Qualität der musikalischen Outputs um ein Vielfaches. Und daran ist nicht allein die Sprache Schuld. Während sich hier viele mit dem "Bohlen/Andrea Berg/Naidoo Kosmos" begnügen, werden bei unseren Nachbarn bewusst Songs und Künstler mit internationalem Format geschaffen. Dieser Umstand macht sich auch bei den jeweiligen Castingshows bemerkbar. Während "X-Factor" im deutschen Fernsehen eher als Mitläufer zu bezeichnen ist und selbst die Gewinner erfolgreicherer Ausgaben wie DSDS und The Voice nur national bestehen, landen auf der Gegenseite selbst vermeintliche Verlierer wie Olly Murs in den vorderen europäischen Chartregionen. Die britische "The X-Factor" Version verhilft Sängerinnen wie Leona Lewis und Alexandra Burke zum Durchbruch. Zuletzt kann der aus Middlesbrough stammende James Arthur die Show für sich entscheiden. Seine Debütsingle "Impossible" verkauft sich allein in England über 1,2 Millionen Mal und erfährt über die eigenen Landesgrenzen hinaus immensen Zuspruch.

Nun folgt der selbst betitelte Langspieler des 25-jährigen. Angeführt von der Soul getränkten Rock Nummer "You're nobody 'til somebody loves you", bei der er sich im Stile eines Lenny Kravitz Gehör verschafft, kredenzt er ein höchst unterhaltsames Album, das seine Stärken im Gesang beinahe voll ausspielt. Beat lastige (Get down, Lie down), funkige (New Tattoo) Tracks im Wechselspiel mit (Halb-)Balladen (Is his love?, Smoke clouds). Gelungen, das von Streichern untermalte Duett mit Emeli Sandé (Roses), bei dem beide Stimmfarben sich wunderbar ergänzen. Ebenso wie das atmosphärisch gehaltene "Certain things", bei dem er vom britischen Singer/Songwriter Duo "Chasing Grace" begleitet wird. Zum Abschluß zeigt James Arthur noch seine Fähigkeiten als MC und schafft mit "Flyin'" einen knackig gehaltenen, Hip Hop verliebten Rausschmeißer. Abgesehen von "Emergency", das auf Stevie Wonders Pfaden wandert, fungiert die zweite CD als schmückendes Akustikbeiwerk bereits gehörter Originalversionen. Gelungenes Debüt fernab von Castingshow-Stangenware.

Anspieltipps: "You're nobody 'til somebody loves you", "Roses" und "Suicide"
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 19, 2013 11:11 PM CET


Stein vom Herzen
Stein vom Herzen
Preis: EUR 5,29

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pop Poet, 25. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Stein vom Herzen (Audio CD)
Das Alter lernt Zynismus, in manchen Fällen schenkt es Weisheit, doch zumindest häufig eine gewisse Selbsterkenntnis. In seinen über 30 Jahren als Musiker und Schriftsteller hat sich Heinz Rudolf Kunze vielen Einflüssen hingegeben. Politisch, gesellschaftlich und sozialkritisch so manch Finger in offene Wunden gelegt. Ein Liedermacher mit philosophischem Hintergrund. Dabei trotzdem immer wieder der Popmusik verbunden und für funktionierende Hits wie "Dein ist mein ganzes Herz", "Lola" oder "Finden sie Mabel" verantwortlich. Wutbürger und Mutmacher, der sich seiner und menschlicher Schwächen bewusst ist und die hiesige Musiklandschaft seit der Neuen Deutschen Welle mitprägt.

Im Alter von 56 Jahren fällt dem Mann aus Espelkamp-Mittwald ein "Stein vom Herzen". Auch wenn er sich mit Songs wie "Europas Sohn", "Schämt ihr euch nicht" oder "Weltweit Feuer frei" mit breitem (Rock-)Banner vor die lethargische Masse stellt, Waffenschiebereien anprangert und sich für ein gemeinsam starkes Europa ausspricht, lässt er sich auch immer wieder zu liebevollen, versöhnlichen Titeln hinreißen. Die Single "Hallo Himmel" als musikalisch fröhlich verpackte Begrüßung des letzten Lebensabschnitts, "Küsse unterm Kleid" und "Wenn Du sie siehst" als Hommage an die einstige bzw. währende Liebe. "Es kommt drauf an, dass man das Beste draus macht" heißt es in "Es wird ein gutes Leben". Es ist die Kunst brisante Themen aufzunehmen, unser Sein gleichermaßen kritisch und romantisch zu betrachten und dabei wunderbare Melodien für die entsprechende Untermalung zu finden, die Heinz Rudolf Kunze auch nach so vielen Jahren zu etwas Besonderem macht.

Anspieltipps: "Hallo Himmel", "Küsse unterm Kleid" und "Wenn Du sie siehst"
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 5, 2013 3:05 PM CET


Fire Within (Deluxe Edition)
Fire Within (Deluxe Edition)

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Higher Ground, 5. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Fire Within (Deluxe Edition) (Audio CD)
Als Tochter einer Konzertpianistin und mit dem frühen Willen eigene Songs zu schreiben, gewinnt sie im Alter von 12 Jahren den Musikwettbewerb "Open Mic UK 2008". Der Plattenvertrag mit 14th Floor Records (Biffy Clyro, Damien Rice) folgt auf dem Fuße und fortan werden die spartanisch inszenierten und gefühlvollen Lieder der Jasmine van den Bogaerde in die Welt getragen. Ihr selbst betiteltes Debütalbum wird von Coverversionen bestimmt. Dabei misst sich Birdy mit Indie Schwergewichten wie "Phoenix" (1901), "The Postal Service" (The district sleeps alone tonight) oder "The xx" (Shelter). Deutlich reduzierter, entkleidet sie die Titel bis auf ihr emotionales Zentrum und verleiht ihnen eine überwiegend melancholische Grundnote.

Noch keine 18 und schon mit dem zweiten Langspieler auf Ohrenfang. "Fire Within" geht dabei die nötigen Konsequenzschritte weiter, um die junge Sängerin im engeren Wahrnehmungskreis zu halten. Elf Songs, die allesamt von Birdy selbst komponiert bzw. mitgeschrieben wurden. Namhafte Songwriter wie Ryan Tedder (OneRepublic), Dan Wilson oder Ben Lovett (Mumford & Sons), die sie auf ihrem künstlerischen Weg begleiten. Dazu eine Erweiterung des musikalischen Spektrums. Auch wenn das Piano (neben der zarten Engelsstimme) weiterhin ein Kernelement bleibt, sind es nicht mehr allein die reduzierten Klänge, die ihre Musik bestimmen. Die Single "Wings" als Metapher für den Wandel. Aufkeimender Minimalismus, der sich über den Verlauf in höhere Instrumentalsphären schwingt. "Light me up" überrascht mit ungewohnten Elektroausflügen und geht als astreine Popnummer in den Radioorbit. "Maybe" begegnet aufkommender Melancholie mit leichtfüßiger Gangart und Mitklatschambitionen. Natürlich bleiben die intimen Momente nicht aus. "No Angel", "Words as weapons" oder das leise, fast schon zerbrechlich vorgetragene "Shine" leben von ihrer besonderen, sehnsüchtigen Atmosphäre. Phasenweise (und das ganz ohne negativen Beigeschmack) fühlt man sich an eine verjüngte Ausgabe einer Florence Welch erinnert. Ohne Zweifel, mit dieser jungen Dame ist auf Dauer zu rechnen.

Anspieltipps: "Wings", "Light me up" und "Shine"


Behalt die Nerven
Behalt die Nerven
Preis: EUR 14,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Straßenhits für Straßenkids, 21. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Behalt die Nerven (Audio CD)
"Ich will nicht nach Berlin" heißt es im gleichnamigen Song der Chemnitzer Indie Rock Formation "Kraftklub". Und doch scheinen sich viele ambitionierende Musiker dem Charme und den Möglichkeiten dieser Stadt nicht entziehen zu können. Von der saarländischen Provinz über Trier in die Hauptstadt. "Mega! Mega!" suchen nicht nur mit ihrem Bandnamen die Superlative. Als Gegenteil von Shoegazing wählen sie den lauten, rotzigen Weg. Indie der gleichermaßen kantigen wie tanzbaren Ausprägung.

Mit ihrem Debüt "Behalt die Nerven" gehen sie dem Motto getreu voll in die Offensive. Schlagzeug und Bass als Rhythmusmotor für eine Gitarrenverliebte Band, die es sich nicht nehmen lässt manch Spielereien in ihre Songs aufzunehmen. Radio kompatibel ist hier wenig. Dafür ist der Gesang von Antonino Tumminelli zu aufgekratzt und die Musik zu unangepasst. Frech, mit viel Humor vorgetragen, werden reihenweise Zitate (Loriot, Werbung, Lebensweisheiten, etc.) versponnen und selbst eine Huldigung an die Mitnahmefunktion einer Monatskarte unterhaltsam aufbereitet. "Wenn du es fühlst, kann es nicht falsch sein." Zwischen Punk Attitüde, Indiekante, Rapvocals (u.a. ein netter Gastauftritt von Afrob) und einer Aufbruchsstimmung der Marke NDW schaffen es die Vier, trotz vieler sperriger Elemente, ein funktionierendes Ganzes zu schaffen, das - durch die Leidenschaft getragen - insbesondere live zahlreiche Schweißdrüsen stimulieren wird.

Anspieltipps: "Behalt die Nerven", "Strobo" und "Monatskarte"


Cave Rave
Cave Rave
Preis: EUR 7,49

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Universal Feelings, 6. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Cave Rave (Audio CD)
Die Begegnung von Traditionelle und Moderne. Eine musikalische Zeitreise, die folkloristische mit progressiven Dance Elementen kombiniert. Spanish Pop, Punk, Dubstep, Basque Folk und Electro(nica). Nichts scheint den "Crystal Fighters" fremd. Die englisch/spanische Formation hat sich spätestens mit der Veröffentlichung von "Star of love" (2010) auf die internationale Bühne gehoben und in den letzten Jahren als eine der beliebtesten Live Bands Europas etabliert.

Für das Songwriting zum Nachfolger hat man sich in die baskischen Berge zurückgezogen, um anschließend, gemeinsam mit Produzent Justin Meldal-Johnson (Beck, Air, Paramore), das Album "Cave Rave" in Los Angeles aufzunehmen. Synthetische Hippie Klänge der Marke "MGMT" & "Empire Of The Sun" (Wave, Are we one) treffen auf Afrobeat/Indie Rock Muster der Reihe "Vampire Weekend" (LA Calling, You & I). Als Soundtrack für den Sommer geben sich "Crystal Fighters" eingängiger, gelassener - gleichzeitig ungemein euphorisierend. Auch wenn ein Song wie "Seperator" mit starken Drums und Beats aufwartet und "Love Natural" auf die Tanzfläche lädt, überwiegen die tragenden, weichen Momente. Diese werden, wie z.B. im Falle von "These nights" mit Breakbeats, durchaus gerne mal gebrochen, aber das ändert nichts am Bedürfnis dieser Platte unter freiem Himmel, am Strand und in der Sonne lauschen zu wollen. So schmeckt der Sommer.

Anspieltipps: "Wave", "LA Calling" und "Love natural"


Together Alone
Together Alone
Preis: EUR 9,04

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Don't bury her, 22. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Together Alone (Audio CD)
Alex Hepburn darf ruhigen Gewissens als Newcomerin bezeichnet werden. Das Internet verrät noch nicht wirklich viel über die Londonerin. Tochter schottischer Eltern, teilweise in Frankreich aufgewachsen. Eigentlich wollte die Sängerin mal Meeresbiologin werden. Die Liebe zur Musik und Künstlern wie Jimi Hendrix, Etta James oder Billie Holiday siegt jedoch. Bereits mit ihrer EP "Pain Is" gelingt ihr der Sprung zur iTunes "Single of the Week". Insbesondere Frankreich zeigt sich von ihr angetan. Ihre Stimme markant wie ein guter alter Whiskey. Zwischen Bluesröhre und sensibler Pop-Songwriterin.

Schnell kommen einem Vergleiche mit Künstlerinnen wie Janis Joplin, Beth Hart oder P!nk in den Sinn. Geprägt von einer gewissen Heiserkeit und emotionaler Tiefe. Es überrascht somit nicht, daß sich Co-Writer und Producer wie Linda Perry, Gary Clark oder Jimmy Hogarth im Booklet von "Together alone" wiederfinden. Ein Debüt, das mit einer wunderbar eingängigen Single wie "Under" auf Ohrenfang geht, sich in seiner Gesamtheit jedoch die Zeit nimmt sich entfalten zu dürfen. "Miss Misery" eröffnet mit lockerem Rhythmus und catchy Hookline. Doch schon "Bad Girl" bringt verrauchten 60s R&B ins Spiel - irgendwo zwischen New Orleans und New Yorker Nachclub. Deutlicher reduzierter fallen "Broken record", "Pain is" oder "Two point four" aus. Dazu genügt oft nur ein Piano oder die Akustikgitarre als Begleitung. Ihre Stimme trägt das Album ohnehin fast allein. Ergänzt durch kantigere Nummern wie "Get heavy" oder das aufregend stampfende "Angelina" präsentiert sich die Platte als gelungener Einstieg ins Popgeschäft.

Anspieltipps: "Miss Misery", "Angelina" und "Under"
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 23, 2013 7:52 PM MEST


Watching Movies With The Sound Off
Watching Movies With The Sound Off
Preis: EUR 15,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Return of the Mac, 21. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Watching Movies With The Sound Off (Audio CD)
Nachdem Hip Hop lange in einer Identitätskrise gesteckt hat und vom Ableben eines Genres die Rede war, darf man mittlerweile wieder darüber nachdenken, ob man nicht ein weiteres CD Regal anbauen soll. Tyler, The Creator, Macklemore, A$AP Rocky, Wiz Khalifa, Kendrick Lamar, Drake und viele weitere als junge Heilsbringer neben wiedererstarkten Größen wie Jay-Z oder Kanye West. Der aus Pittsburgh, Pennsylvania stammende Rapper Mac Miller hat dabei einen nicht unwesentlich Anteil zu verzeichnen. 2011 klettert er als erster Independent-Künstler seit 1995 an die Spitze der US Billboard Charts. Sein Album "Blue Side Park" begleitet von immensem Zuspruch - insbesondere bei der Internet Gemeinde.Schnell ist, wie so häufig bei weißen Rappern, vom neuen Eminem die Rede. "One of the top freshmen" (XXL Magazine), "Rap Posterboy" (Complex Magazine), "real thing" (URB), doch gerade mal Anfang 20 scheint eine weitere Steigerung jederzeit möglich. Die MTV 2 Reality Show "Mac Miller and The Most Dope Family" tut ihr Übriges.

Überraschend persönlich und weniger selbstdarstellerisch fällt sein Nachfolgewerk "Watching Movies With The Sound Off " aus. Er macht es weder sich noch den Hörern einfach und gibt sich über weite Stellen nachdenklich, detailverliebt und verschroben. Seine Freestyle Skills und Live Qualitäten ohnehin schon über jegliche Zweifel erhaben. Nun sammelt er ausgewählte Albumgäste wie Earl Sweatshirt, Tyler, The Creator oder Action Bronson um sich und gewinnt sie für seinen Low Trip. Songs wie "I'm not real", "Objects in the mirror", "Suplexes inside of complexes and duplexes" oder "Youforia" geben sich a-rhythmisch, atmosphärisch, sperrig, anspruchsvoll, bisweilen auch auffallend melodisch, während mit "Matches" (feat. Ab-Soul), "Gees" (feat. Schoolboy Q) oder dem Diplo-fizierten "Goosebumpz" heimliche Clubbanger am Start sind. Kein Hitalbum im herkömmlichen Sinne, sondern in seiner Gesamtheit dem Storyteller Mac Miller zuträglich. Gereift. Gewachsen. Enden wird seine Erfolgsgeschichte an dieser Stelle noch lange nicht.

Anspieltipps: "Bird Call", "Gees" und "O.K."


Yeezus
Yeezus
Preis: EUR 17,49

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Future School of Hip Hop, 21. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Yeezus (Audio CD)
Man sollte meinen, daß die (anstehende) Geburt eines Kindes für eine gewisse Demut sorgt, doch Kanye West zeigt sich von Privatem unbeeinflusst und gibt sich großkotziger denn je. "At this point I don't really give a f*** about outside opinion." Da täuscht auch die groß angelegte Promoaktion "Taking it back to the streets", bei der zeitgleich an 66 Häuserfassaden in 11 Metropolen (Berlin, Malibu, New York, Paris, etc.) der Welt das neue Video zur Single "New slaves" präsentiert wurde, nicht darüber hinweg. Back to basics (selbst das Cover darf man sich selbst malen/denken), dabei abgehobener denn je. Aus West wird "Yeezus" begleitet von einem Soundgewand, das, trotz bisheriger Experimente, überraschen und fordern wird. Von Industrial Hip Hop und Acid House ist die Rede. Songs wie der Opener "On sight", "Black Skinhead", "I'm a god" und "Send it up" sind progressiv, provokativ und übersteuert. Die Mitwirkung von "Daft Punk" zu spüren, wenn auch im krassen Gegensatz zum entspannten 70s Disco Groove ihres letzten Albums. West als Vocal-Dompteur in einem Käfig voller elektronischer Raubkatzen und aufgewühlter Stimmung. Dennoch gelingt ihm immer wieder der Bogen hin zum Melodischen, fast schon Hymnischen. So werden "New slaves", "Hold my liquor", "Blood on the leaves" oder "Bound 2" immer wieder von Soul und R&B Samples bzw. Gesangspassagen "interrupted". Sexistisch bekommt man es dann mit "I'm in it", atmosphärisch gut hingegen mit "Guilt trip" - kaum ein Kid Cudi Feature, das seine Wirkung verfehlt. "Yeezus" bricht ständig mit Harmonien, Beatmustern und Richtungen. Aufgewühlt, kämpferisch und phasenweise an Wahnsinn grenzend, definiert Kanye West seine ganz eigene Version der Future School of Hip Hop. Und damit wird er ganz bewusst polarisieren.

Anspieltipps: "Black Skinhead", "Hold my liquor" und "Guilt trip"


Reincarnated (Deluxe Version)
Reincarnated (Deluxe Version)
Preis: EUR 6,79

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Smoke w**d everyday, 22. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Reincarnated (Deluxe Version) (Audio CD)
Calvin Cordozar Broadus, Jr. a.k.a. Snoop Doog gehört zu den wenigen Originalen, die bis heute nicht nur Chart- und Clubperformance abliefern, sondern darüber hinaus regelmäßig neben Newcomern und gestandenen (Pop) Größen eine gute Figur machen. Unter der Führung von Produzent und Entdecker Dr. Dre wird er zum Aushängeschild der G-Funk Ära - einem Ableger des West Coast Gangsta Rap. Sein Debüt "Doggystyle" (1993) schreibt Hip Hop Geschichte. Doch insbesondere seine Wandlungs-/Anpassungsfähigkeit hält ihn im Spiel. Abgesehen von Ausflügen als Schauspieler, Entertainer und (Pornofilm) Produzent, wildert er sich durch alle Musikgenres, zeigt sich angesagten Trends offen und stellt sich u. a. an die Seite von Katy Perry (California Gurls), Ian Carey (Last Night) oder David Guetta (Sweat). Eigene Singles werden mal mit 70s Funk (Sexual Eruption), R'n'B (Signs, Beautiful) oder Dirty South aufgepeppt. Die Wurzeln mit Features wie "Kush" (Dr. Dre) und "Swagger" (Grandmaster Flash) bestätigt.

Nun erfindet sich der US Rapper nicht nur musikalisch, sondern namentlich neu: Snoop Lion. Aus dem (Straßen-)Hund wird der stolze Löwe. Unter der Regie von Diplo bzw. Major Lazer widmet sich der Kalifornier Reggae und Dancehall. Als bekennender Marihuanakonsument, war die Umstellung von "Weed" auf "Ganja" wohl noch die kleinste. Doch spätestens nach Ablauf des gesprochenen Intros sollte dem Hörer auch der musikalische Wandel vor Augen und Ohren geführt sein. Der Reise nach Jamaika - auf den Spuren der Rastafari Bewegung - folgt ein zurückgelehntes Album, das sich spirtueller Gelassenheit, Frieden und der Gemeinschaft widmet. "Cause, no guns are allowed, in here tonight, we're gonna have a free-for-all, no fights, I wanna get lost in the crowd, in here tonight, I need to hear my thoughts, turn the music up loud". Verstanden? Alle sind Freunde, so lasset den ***** kreisen. Etwas Tanzflächen-offensiver geht ein "Get away" nach vorne, bei dem man stilistisch des Majors "Pon De Floor" wiederaufleben lässt. Gleichförmig wirkt die Platte keineswegs. Die Laid Back Nummern werden mit wiederkehrenden Dancehall, teils Dub Elementen, belebt. So lässt es sich also auch bei "Fruit Juice" (feat. Mr. Vegas) oder "Remedy" (feat. Busta Rhymes & Chris Brown) zu wummernden Bässen bewegen. Neben bereits aufgezählten Features fällt die bunte Mischung zwischen Pop, Hip Hop und Reggae /Dancehall Musikern auf: Miley Cyrus, Drake, Mavado, Angela Hunte oder Akon. Letzterer geht erneut mit unauffällig bis unspannender Beteiligung unter. Songs wie "Rebel way", "So long", "Smoke the w**d" und "La la la" sind deutlich näher an Gentleman oder Bob Marley und weit weg von G-Funk Sound. Seine weiche Stimme hilft ihm beim Einstieg, auch wenn er natürlich kein neuer Jimmy Cliff wird. Es stellt sich natürlich die Frage in wie weit man einem Snoop (nach bewegtem, sicher nicht abgeschlossenem Leben) diese Läuterung abkaufen kann (ich bin da skeptisch). Aber als unterhaltsamer Soundtrack für die anstehenden Sonnentage eignet sich "Reincarnated" allemal.

Anspieltipps: "Rebel Way", "Lighters up" und "Remedy"


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