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Rezensionen verfasst von
Boioteu

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El Hierro: Urlaubsziel & Zuhause
El Hierro: Urlaubsziel & Zuhause
von Emil Francke
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,75

5.0 von 5 Sternen El Hierro erleben - eine schöne Ergänzung zum Reiseführer, 1. Mai 2016
Ich habe das Buch nach einem Urlaub auf El Hierro entdeckt und mich gleich wieder auf die Insel zurückversetzt gefühlt. Franke beschreibt persönlich Erlebtes - er nennt das seine Ein- und Anssichten - mit sichtbarer Liebe zur Insel. Sein Stil bleibt trotzdem nüchtern. Damit setzt er sich wohltuend vom Reisekitschpathos ähnlicher Beschreibungen ab. Nicht nur in seinen Wolken- und Wetterbeschreibungen fand ich vertraute eigene Erfahrungen wieder. Selbst beim Kochen vergisst er nicht den Himmel zu beobachten und brachte mich (Kochen mit Aussicht) unwillkürlich zum Schmunzeln. Beschreibungen der geologischen vulkanischen Phänomene und der strotzenden Vegatation werden durch eine Reihe schöner Farbfotos ergänzt, so dass das Erlebte mir wieder direkt vor Augen steht. - Sollte ich wieder nach El Hierro reisen wird dieses schmale Büchlein mit Sicherheit neben Reiseführer und Karte in meinem Reisegepäck sein.
El Hierro: Erholen und Wandern auf der kleinsten Kanaren-Insel


Fünfzehenland (Oberbayern Krimi)
Fünfzehenland (Oberbayern Krimi)
von Eva Bader
  Broschiert
Preis: EUR 10,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischen Steinberg und Kieswerk - Gilchinger Lokalkolorit, 24. Juni 2015
Dass in der Literaturform Krimi nun schon seit vielen Jahren zwei Handlungsstränge gleichberechtigt nebeneinander herlaufen, also der Mordfall und die Heimat- Orts- oder Ambienteschilderung - und im Idealfall schön miteinader verschlungen werden, das ist inzwischen Allgemeingut. So bringen uns Montalbán sein Barcelona und mein Lieblingsautor Petros Markaris Athen und den griechischen Alltag nahe. Wer nun mit dem Oberbayern-Krimi zu Gilching ein Buch zum eigenen heimatlichen Lebensumfeld aufschlägt, darf berechtigterweise skeptisch sein. Man lebt schließlich hier und kennt sich natürlich besser als jeder andere aus. Ein schwieriges Terrain also für jeden Autor.

Die Autorin schafft es schnell, die Hürde solcher Vorbehalte zu überwinden. Nach wenigen Seiten bereits waren es nicht nur das autentische Lokalkolorit sondern vor allem die gelungenen situativen Schilderungen, die mich frühzeitig mehr als einmal zum Lachen und zu Überraschungsausrufen brachten. Davon gibt es viele Glanzstücke. Z.B. wenn die eigentlich ökologisch bewusste Privatermittlerin nach dem zufälligen Blick auf ein Fastfoodschild dort den unerwartet hochkommenden Junkfoodheißhunger stillt und der darob entzückte und verwunderte Leser anschließend mit der Erklärung einer hormonellen Ausnahmesituation unserer Heldin überrascht wird. Auch der im Grunde übersichtliche Krimistrang baut mit Fortschreiten der Handlung durchaus Spannung auf, versteht es also zu fesseln und endet sogar mit einer unerwarteten Überraschung.

Die Sprache ist angenehm modern, immer knapp und treffend, und verblüfft immer wieder mit einem quasi eingebautem Auslöser für ein Schmunzeln. Eine lohnende Lektüre.


Finstere Zeiten: Zur Krise in Griechenland
Finstere Zeiten: Zur Krise in Griechenland
von Petros Markaris
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das politische System Griechenlands, treffend analysiert, 2. Oktober 2012
Es mag Beobachter der Thematik zunächst etwas enttäuschen, dass das Buch aus einer Reihe bereits zwischen 2009 und Mitte 2012 publizierter Aufsätze und gehaltener Reden zur griechischen Krise besteht.

Allerdings sind Markaris' Analysen so treffend, dass man sie allen, die am Stammtisch unreflektiert über die griechische Misere schimpfen, nur empfehlen kann. Der als Kind eines armenischen Vaters und einer griechischen Mutter in Istanbul aufgewachsene Autor, der sich für Athen als Lebensmitte entschied, ist in der Lage, Innen- und Außensicht in einen Blick zu nehmen. Dabei ist er trotz Liebe zu seinem Land ein unbestechlicher Kritiker der geschichtlich-politischen Gegebenheiten. Seine Analysen sind so erhellend (m.E. besonders die Rede aus Februar 2012), dass sie für alle, die in dieser Zeit über Griechenland schreibend urteilen, Plichtlektüre sein sollten. Spätestens danach wird klar: nicht ständig neue Forderungen nach und Zusagen von Sparpaketen können die Lösung sein, sondern nur eine grundlegende Umgestaltung des politischen Systems. Ob das zu schaffen sein wird, wissen die Götter!

Übrigens: Der Autor dieser Zeilen ist den Griechen und ihrem Land seit einem halben Jahrhundert liebend-kritisch verbunden.


Réina Gilberta: Ein Kind im Ghetto von Thessaloníki
Réina Gilberta: Ein Kind im Ghetto von Thessaloníki
von Nina Nahmia
  Taschenbuch
Preis: EUR 22,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenn die Sprache versagt, 27. August 2010
(*) Um diesem wichtigen Buch gerecht zu werden, muss man es zweimal rezensieren, einmal als Sachbuch bzw. Dokument und einmal als Literatur. Als letztere fällt es durch. Schon nach wenigen Seiten möchte man es wegen seiner gezwungenen, ja schwülstigen und kitschigen Sprache zur Seite legen. Für den deutschen Leser ist schwer zu entscheiden, aber letztlich auch egal, ob dieser Stil der Autorin oder ihrem griechisch-schweizerischen Übersetzer Argyris Sfountouris geschuldet ist.
"... das Schwanenweiß ihres freien Halses spiegelte sich im seidenen Purpur und warf ein astrales Licht auf ihr Gesicht aus Elfenbein." (S. 11). Das geht dann mit "lichterfülltem Lächeln" (S. 12), "liliengleichen Fingern", "Augenstern" und "honigsüßen Vogellauten" (S. 13) immer so weiter.

Es bleibt unverständlich, wie die Südosteuropa-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung in ihrer sonst neugierig machenden Rezension dafür den Satz fand: "Nina Nahmia hat für diese Familienskizze eine zarte, behutsame Sprache gefunden und A.S. hat sie in ein schönes Deutsch verwandelt." Dass die Zitatstellen keine Ausrutscher sind, könnte leider mit vielen weiteren Beispielen belegt werden. U.a. gerät bei der mit Hilfe eines Bauern gelingende Flucht aus dem Ghetto Thessalonikis die Beschreibung der als Verkleidung dienenden Bauerntracht zu einem Folklorebild, wie man es früher in billigen griechischen Urlaubsprospekten finden konnte. Dass man den Schrecken des Holocaust oder südamerikanische Folterkeller auch literarisch überzeugend in Spache bringen kann, haben andere Autoren bewiesen. Ich denke u.a. an Saul Friedländer (Wenn die Erinnerung kommt.) oder Ariel Dorfmann (La Muerte y la Doncella / Der Tod und das Mädchen.)

Man könnte nun fragen, warum eine angemessene Sprache bei diesem Thema so wichtig sein soll. Die Antwort ist einfach: Damit auch schwer erträgliche Schilderungen von Grausamkeiten, die unsere Vorstellungskraft eigentlich übersteigen, vom Leser nicht als übertrieben oder gar unwahr abgetan werden können.

Der Leser, der sich durch solche Hürden nicht abschrecken lässt, begegnet mit diesen Erinnerungen einer griechisch-jüdischen Familie vor dem erschreckenden Abgrund des Holocaust in Griechenland, der bisher noch wenig thematisiert wurde. Vor allem wegen dieser Einsichten lohnt sich die Lektüre trotz ihrer literarischen Schwächen.

Bis hier meine Sprachkritik. Jedoch scheinen mir Inhalt und Ausage außerordentlich wichtig.

(***) Jahrzehntelang war Kalavrita das Synonym für deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland. Erst spät gelangte Distimo in das Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit. Wenn auch die Massaker an der griechischen Dorfbevölkerung und die Judendeportationen nach Auschwitz auf der Schreckensskala deutscher Kriegsverbrechen in Griechenland eine unterschiedliche Qualität haben, bleibt es zunächst verwunderlich, dass das Schicksal der rund 45.000 vernichteten griechischen Juden, überwiegend aus Thessaloniki, in der griechischen Öffentlichkeit keine vergleichbare Erregung wie die mit Vergeltung für Partisanenüberfalle begründeten Morde an der griechischen Zvilbevölkerung hervorgerufen hat.

Nina Nahmias Buch berührt und entsetzt auch den mit aller Art von Brutalität und deren Darstellung vertrauten Leser. Am individuellen Schicksal der Demütigung und Zerstörung einer Familie aus Thessaloniki bewirkt der Blick in den Abgrund der Judenvernichtung erschütternde Eindrücke, die sich viel stärker und länger einprägen als die bloßen Horrorzahlen der Statistik.

Der Buchtitel verdeckt, dass die eigentliche Hauptfigur nicht das Kind Reina Gilberta, sondern ihre Mutter Edda ist. Ihr gelingt es, indem sie sich von der kleinen Reina trennt, ihr Kind zu retten. Sie selbst aber entgeht trotz zunächst gelungener Flucht aus dem Ghetto nicht dem KZ-Schicksal. Die Autorin lässt parallel zu dem Erzählstrang der Familiengeschichte einen historischen Strang laufen. In diesem wird die Geschichte der Juden Thessalonikis seit ihrer Vertreibung aus Spanien, fast 500 Jahre zuvor, bis zu den Leiden des Holocaust und ihrer Vernichtung dargestellt. Wer das so entstehende Bild vor allem um die von der aktuellen Holocaustforschung aufgezeigten politischen Dimensionen vervollständigen möchte, sei dringend auf den Griechenlandteil von Götz Alys "[[ASIN:3100004205 <a href="javascript:" cref="CitaviPicker3100004205"></a> Hitlers Volksstaat: Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus]]" hingewiesen. Diese 30 Seiten sollte man am besten vor der Lektüre Nahmias lesen. Sie vervollständigt den erwähnten Geschichtsstrang um wichtige Fakten.

PT August 2010


Edwina: A MEMOIR OF CHILDHOOD THROUGH THE EYES OF A WOMAN
Edwina: A MEMOIR OF CHILDHOOD THROUGH THE EYES OF A WOMAN
von Jill Hofstra
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,95

3.0 von 5 Sternen How literature may add to family history, 3. Mai 2010
Edwina and her childhood seem to me like scenes of an old film. One of the nostalgic black-and-white ones from the penultimate turn of the century. On the cinema-screen of about 1905 and following years, appear the first trolley trams in Jamaica Plain, a southern suburb of the City of Boston. These streetcars mean danger for little girls like Edwina who are lucky at least, if the cow catcher protects them from being overrun by the electric vehicle. I did not know the term nor did I have a visual imagination. Now I have.

The first Ford T models frighten people in the streets of Jamaica Plain. Of course the neighborhood's women still are not accustomed to buy their clothes in department stores. So Edwina's mother, a widow, is able to earn her living by exercising the profession of a domestic dressmaker, working partly at home, but also for weeks at some families' homes. We get to know many of the neighborhood people. And the most important informations for the family historian are often hidden within dependent clauses. So a young neighbor who travels from Boston to Seattle takes the route round Cap Horn. Amazing! but obviously not extraordinary at that time. Panama Canal did not open earlier than 1914. But why did he not go by train? This enigma keeps to be solved.

The family researcher receives a lot of more wonderful details about daily life at that time. When I discovered this book I was about writing an essay on a branch of my own Bostonian family. Of course it was a special highlight for me, when I learned, that daughter and grandsons of the forty-eighter Frederick B. Teuthorn had been neighbors of Edwina and her mother Clara McNeill. So I could add the contemporaneous local smell to my story.

PT March 2010


Emigrant aus Leidenschaft
Emigrant aus Leidenschaft
von Robert L. Stevenson
  Audio CD

4.0 von 5 Sternen Als Zwischendeckspassagier nach Amerika, 21. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Emigrant aus Leidenschaft (Audio CD)
Das Zwischendeck ist zu einem Synonym für die Massenauswanderung des 19. Jahrhunderts nach Amerika geworden. Zwar sind die ganz schlimmen Zustände auf den Segelschiffen bereits Vergangenheit, als der junge Schriftsteller Robert Louis Stevenson sich 1879 in Glasgow auf dem Dampfschiff Devonia nach New York einschifft. Aber was er anschaulich beschreibt, ist immer noch grässlich genug. Für den Familienforscher ist nicht nur dieser bildhafte Eindruck erhellend, sondern ihm gibt auch die Beschreibung eines Dampfschiffs unter Segeln einen anschaulichen Eindruck aus der spannenden Übergangszeit auf der Atlantikroute. Auch die anschließend Durchquerung Amerikas per Eisenbahn bis Kalifornien ist hörens- bzw. lesenswert. Der Leser dieser Zeilen möge aber berücksichtigen, dass ich aus dem Blickwinkel meines Hobbys urteile. PT


Live!: Ein Fall für Kostas Charitos (detebe)
Live!: Ein Fall für Kostas Charitos (detebe)
von Petros Markaris
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

4.0 von 5 Sternen Kostas Charitos ermittelt von zu Hause., 16. Juli 2008
Markaris, Petros: Live! Ein Fall für Kostas Charitos, Übersetzung aus dem Neugriechischen von Michaela Prinzinger, Zürich 2004, (Diogenes).

Die Lektüre dieses Markaris-Krimis war wieder ein großes Vergnügen und die Spannung der Art, dass ich mich zwingen musste, die 514 Seiten auf zwei Urlaubstage zu verteilen. Wie schon beim Hellas Channel ersetzt der Lesestoff eine Reise nach Athen. Da stellt sich nämlich zwischen Lykabettos, Kolonaki, Syntagma und Omonia einerseits wieder dieses Athen-Feeling ein, andererseits aber auch die Überzeugung, die Smog- und Verkehrshölle des Athener Sommers besser zu meiden.
Da Kommisar Charitos diesmal mit Einverständnis von Kriminaldirektor Gikas während eines Genesungsurlaubs verdeckt ermittelt, werden seine häuslich-familiären Verhältnisse Teil der Bühne. Auf ihr erscheinen Tochter Katerini, die in Thessaloniki Jura studiert, Schwiegersohn in spe Fanis, der Kardialoge und natürlich Frau Adriani. Ihre gefüllten Tomaten, selbstgewickelten Dolmades und Auberginen Imam verheißen alle Köstlichkeiten der griechischen Küche, wenn sie Kriminalwachtmeisterin Koula in die überlieferten Rezepte einweiht.
Kostas Charitos ermittelt im Dreieck von Wirtschaft, Medien und Politik wieder bedächtig aber zielstrebig. Da mich ganz zum Schluss das Mordmotiv nicht so recht zu überzeugen vermochte, erreicht meine Wertung allerdings nur 4 Sterne. Trotzdem, gleich morgen kaufe ich den nächsten Markaris-Band.
PT, Juli 2008


Hellas Channel: Ein Fall für Kostas Charitos (detebe)
Hellas Channel: Ein Fall für Kostas Charitos (detebe)
von Petros Markaris
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,00

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Statt eines Kurzbesuchs in Athen, 25. März 2008
Wenn ich keine Gelegenheit habe, Athen zu besuchen, folge ich gerne den Spuren von Kommissar Kostas Charitos und bleibe auf kurzweilge Art und Weise mit der griechischen Hauptstadt in Verbindung. Dabei erlebe ich kein nostalgisches Erinnern, sondern bin mitten im modernen Griechenland. Auch werde ich mit leichter Hand und auf spannende Weise mit Themen konfrontiert, die sich dem zeitbegrenzt Reisenden nicht so leicht erschließen.
Im Hellas Channel hat Charitos es schwer, seine Ermittlungsarbeit neben sensationslüsternen Fernsehjurnalisten solide zu erledigen. Der zu lösende Fall spielt im Albanermillieu mit dem Hintergrund von Organtransplantations-Tourismus und Adoptionsgeschäft. Mit seinem Vorgesetzten hat Kostas eine stillschweigende Vereinbarung von konstruktiver Aufgabenteilung. Und das ist erfrischend anders als z.B. das entsprechende Klisché deutscher Fernsehserien. Wenn dann der Kriminaldirektor seinem Kommissar durch geschicktes Ausbalancieren zwischen Verwaltung und Ministerien im Mikrokosmos der Athener Politik die Arbeit erleichtert, kommen doch noch eigene Erfahrungen und Erinnerungen hoch. Und mit der Gewissheit, dass lieb gewonnene (Vor-)Urteile wieder einmal bestätigt werden, stelle ich das Buch zufrieden ins Regal meiner Hellas-Literatur zurück.
Und wer ist Markaris? Für etwas mehr Hintergrund zum Autor kann ich den (derzeitigen) Wikipedia-Artikel uneingeschränkt empfehlen.

(PT 03/2008)


Die Welt des Mittelmeeres
Die Welt des Mittelmeeres
von Fernand Braudel
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für Griechenlandliebhaber, 9. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Welt des Mittelmeeres (Taschenbuch)
Braudel, Fernand: La Méditerraneé. L'espace et l'histoire, les hommes et l'heritage, Paris 1985. Deutsche Übersetzung: Die Welt des Mittelmeeres. Zur Geschichte und Geographie kultureller Lebensformen, hrsg. von Fernand Braudel, aus dem Französischen von Markus Jacob, Frankfurt am Main 1990, 5. Auflage Okt. 2000 (Fischer TB, 189 S.)

Endlich gelesen! Dieser schmale Band - gleichzeitig ein gutes Beispiel für die Absichten der Annales-Schule - ist mit großem Vergnügen zu lesen. Für Griechenlandfans Pflichtlektüre, weil es griechische Geschichte und Kultur in den notwendigen Gesamtkontext stellt und damit Abschied nimmt von der so weit verbreiteten unkritischen "Gräkomanie".

PT 2006


Jenseits von Epirus: Roman
Jenseits von Epirus: Roman
von Nikos Themelis
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ethnische Koexistenz vor der kleinasiatischen Katastrophe, 23. August 2007
Eine Lebensgeschichte aus dem neuen Griechenland in den Jahrzehnten bis zur kleinasiatischen Katastrophe. Im Dreieck Lesbos/Mitilini, Manisia, dem alten Magnesia am Sipylos, und Smyrna entsteht ein Bild vom Lebensgefühl und Miteinander von Menschen verschiedener ethnischer Herkunft, Griechen, Osmanen und Armenier, an der kleinasiatischen Küste. Es ist die Welt des grenzüberschreitenden internationalen Handels auf der Basis der regionalen Produkte und der gemeinsamen ökonomischen Interessen der Oberschichten, bis 1921 die Folge der Politik der "Megali Idea" dieser Idylle ein Ende setzt. Dem Autor gelingt es, ein Bild der Koexistenz in der Zeitspanne bis zur Katastrophe zu zeichnen, also bevor die kriegerischen Auseinandersetzung gegen Ende der Nationalstaatsbildung von Griechenland und moderner Türkei diese friedliche Welt endgültig beenden und die unvorstellbar großen Bevölkerungsverschiebungen immenses Leid und eine Abgrenzung von Griechen und Türken bringt, die bis heute nachwirkt. - Ein athmosphärisches, auch spannendes Buch. Ein Beispiel dafür, wie über Literatur Geschichte anfassbar wird.


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