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Rezensionen verfasst von
Philipp (Baden-Württemberg)

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Tagebuch des Verführers (Reclams Universal-Bibliothek)
Tagebuch des Verführers (Reclams Universal-Bibliothek)
von Søren Kierkegaard
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über die radikalisierte Ästhetik, 6. November 2005
Das „Tagebuch des Verführers“ sollte keinesfalls als belletristische Abhandlung mit philosophischem Unterbau verstanden werden, sondern als philosophische Abhandlung in (Brief-) Romanform, das ist wohl der wichtigste Punkt im Verständnis dieses durchaus kontroversen Werkes. Ursprünglich stammt der Text aus Kierkegaards erstem Hauptwerk „Entweder / Oder“ (1843) und ist, wenn er sich auch als autarker Text lesen lässt, Teil einer existenzphilosophischen Abhandlung, in der zwei Lebensformen beschrieben werden: die Ästhetische und die Ethische. Die Gestalt des Verführers dient nun als Paradigma radikaler Ästhetik, d.h. ein hedonistisches Lebensmodell wird dargestellt und kritisiert. Sicherlich hat Kierkegaard auch eigene Erfahrungen in der Beziehung mit Regine Olsen in dem Text verarbeitet, aber man darf nicht vergessen, dass Kierkegaard die ästhetische Lebensform und damit die Verführergestalt in keinster Weise guthieß, was auch aus dem fiktiven Erzählervorwort zu Beginn des Textes hervorgeht.
Bemerkenswert ist Kierkegaards stilistische Gewandtheit und souveräne Ausdrucksform, ebenso wie eine konsequente Charakterzeichnung. Das „Tagebuch des Verführers“ soll nachdrücklich eine unethische, abzulehnende Lebensform zeigen und zwingt dazu, sich mit dieser radikalen Philosophie des Verführers kritisch auseinander zu setzen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 1, 2013 12:59 AM MEST


Prisoners in Paradise
Prisoners in Paradise
Wird angeboten von Medienvertrieb & Verlag
Preis: EUR 4,95

0 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Man hört den Unterschied..., 4. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Prisoners in Paradise (Audio CD)
Europe waren für mich eine der besten Rockgruppen der 80er und Songs wie „Ninja", „Rock The Night" und „Dreamer" sind auch heute noch hörenswert. Umso bedauernswerter ist es, dass der letzte Longplayer der fünf Schweden nicht an die alten Erfolge anknüpfen kann: „Prisoners In Paradise" ist Zeugnis fehlender Kreativität und verbrauchtem musikalischem Elan. Der überwiegende Teil der 12 Lieder schleppt sich leider ohne Höhepunkte konzeptionslos dahin; das beginnt schon beim Opener „All Or Nothing" und zieht sich über fast die gesamte Spieldauer. Nur selten scheint alte Klasse durch, wenn stimmige Melodien auf gute Produktion treffen wie etwa bei der Ballade „I'll Cry For You", dem epischen Titelsong sowie dem melancholischen „Homeland" und „'Til My Heart Beats...". Auch wenn das die besten Songs dieses Albums sind, im Vergleich mit den alten Hits hört man den qualitativen Unterschied. „Prisoners In Paradise" fehlt der kreative Druck, welcher die anderen Europe-Alben hervorhob. Es verwundert nicht, dass die Band bis auf ein „Greatest Hits"-Album mit dem Titel „1982-1992" musikalisch nichts mehr produzierte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 4, 2010 5:59 PM CET


Lebenszeichen-Live
Lebenszeichen-Live
Wird angeboten von BestSellerRecordshop
Preis: EUR 7,49

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das großartige Album der "Leuchtfeuer"-Tournee, 29. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Lebenszeichen-Live (Audio CD)
Alle Jahre wieder geht Reinhard Mey auf große Tournee, um das letzte Studioalbum würdig zu präsentieren und einen Abend lang den Gaukler zu geben. Die „Lebenszeichen"-Tournee war der Pendant zum Studiowerk „Leuchtfeuer" und ist im wesentlichen aus dessen Liedern zusammengesetzt, angefangen vom politisch-imperativischen „Sei Wachsam" bis zur ironischen Abrechnung mit dem Bohrmaschinen Wahn „Irgendein Depp bohrt...". Alle Songs wie gewohnt nur durch Akustik-Gitarre (und am Ende Klavier) intoniert und versetzt mit Meys kultig-eloquenten Erzählungen. Die Songauswahl gewohnt souverän, die Klassiker „Die Homestory" und „Komm, Gieß mein Glas noch einmal ein" sind besonders schöne Zugaben und zudem von Seltenheitswert. Ein Novum ist zudem, dass Mey ein Live-Album mit einer Studioaufnahme garniert wie hier das elegische „Lilienthals Traum" in einer Neuenspielung mit den Berliner Philamonikern.
„Leuchtfeuer" ist Reinhard Mey pur: Wer seine Musik mag, wird dieses Album lieben.


Die Zweite Aufklärung
Die Zweite Aufklärung

5.0 von 5 Sternen Warum die Aufklärer heute noch aktuell sind, 29. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Zweite Aufklärung (Audio CD)
„Der Schlüssel zum 21. Jahrhundert könnte in den Erkenntnissen des 18. Jahrhunderts liegen!": In prägnanter Weise formuliert der amerikanische Soziologe Neil Postman (Wir amüsieren uns zu Tode, Da Ende der Kindheit) seine These, wie die sich im neuen Jahrhundert stellenden Probleme angegangen werden können. Folgende Themenfelder nimmt Postman genau unter die Lupe: Fortschritt, Technologie, Sprache, Information, Erzählungen, Kinder, Demokratie, Erziehung. Der Ansatz des Autors besteht darin, Erkenntnisse der Aufklärer unter Bezug auf aktuelle Probleme in die Moderne zu übertragen und damit aufzuzeigen, dass die großen Denker des 18. Jahrhunderts auch heute noch gültige Ansätze für gesellschaftliche Probleme lieferten. Beispielsweise erörtert Postman, wie die Erziehungsprinzipien Rousseaus und Lockes als Gegensatz zur multimedialisierten Kindheit moderner Prägung verstanden können und warum Demokratie in der Informationsgesellschaft Wandlungen unterworfen ist, die sich bereits während der Aufklärung andeuteten.
Das Fazit Postmans lautet: Wir sollten jede neue Technologie von verschiedenen Seiten betrachten und jeden Neuerungsprozess kritischer Betrachtung unterwerfen, so wie es die Aufklärer einst taten. Denn nicht jede Neuerung ist auch eine Verbesserung und kann unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen.
Die Hörbuch-Version bietet keinen Anlass zu Kritik. Peter Matic beweißt sich als profunder Erzähler mit einer angenehmen Stimme, die langfristigen Hörgenuss verspricht.


Angst bei SØren Kierkegaard: Eine Einführung in sein Denken
Angst bei SØren Kierkegaard: Eine Einführung in sein Denken
von Arne GrØn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,00

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zugang zu Kierkegaards komplexer Philosophie, 27. Oktober 2005
Ich bin zugegeben kein ausgewiesener Kierkegaard-Experte und kann darum nicht differenziert beurteilen, ob der Autor Kierkegaards philosophischem Werk in jeder Nuance gerecht wird. Was ich dagegen definitiv sagen kann, ist, dass Gron in kompetenter Weise in Grundzüge von Kierkegaards Denken einführt, weil er Komplexes nicht ungerechtfertigt vereinfacht, sondern Probleme verständlich aufzeigt und deutlich macht, wie vielschichtig Kierkegaards Denken war. Auf Biographisches wird verzichtet, da es in diesem Buch allein um das philosophische Denken geht.
Den Hauptteil nimmt dabei die Analyse des Angstbegriffes ein, da die Angst eine Grundlage der Kierkegaard'schen Philosophie ist. Des weiteren analysiert Gron den Existenz, Verzweiflungs- und Freiheitsbegriff Kierkegaards sowie die Bedeutung von Ethik und Religion. Alle wichtigen Werke, von „Der Begriff Angst" über „Die Krankheit zum Tode" bis zu „Entweder/Oder" werden zitiert und gedanklich verbunden, um die Philosophie Kierkegaards, die ausdrücklich nicht als System konzipiert waren (Kierkegaard war der Überzeugung, dass dies nur Gott zukommt) als gedankliche Einheit nahe zu bringen.
Wem nützt also diese Einführung? Vorrangig jenen, die schon Zugang zu Kierkegaard gefunden haben und mit Grundzügen seiner Philosophie vertraut sind. Als Einstieg ist das Buch ebenfalls geeignet, jedoch durch den Rückgriff auf viele Werke Kierkegaards vergleichsweise komplex und ohne biographischen Bezug. Schade auch, dass die Nachwirkung Kierkegaards, der zu Recht als Begründer des Existenzialismus gilt und Denker wie Sartre beeinflusste, nicht beschrieben wird.


Erläuterungen und Dokumente zu Theodor Fontane: Effi Briest (Reclams Universal-Bibliothek)
Erläuterungen und Dokumente zu Theodor Fontane: Effi Briest (Reclams Universal-Bibliothek)
von Walter Schafarschik
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,00

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für verstehendes Lesen in hohem Maße hilfreich, 26. Oktober 2005
Der kundige Leser weiß kommentierte Ausgaben seiner liebsten Werke über alles zu schätzen und es ist umso diffiziler, ein mit vielen Anspielungen versehenes Werk wie „Effi Briest" aus der Feder des altmärkischen Dichters Theodor Fontane allein durch Intuition in all seinen verspielten Nuancen zu erfassen. Abhilfe schaffen Walter Schafarschik's knapp 170 Seiten dicke „Erläuterungen und Dokumente", welche den Anspruch erheben, kommentierendes Wörterverzeichnis und historische Quellensammlung in einem zu sein. Was den ersten Teil angeht, so lässt sich bestimmt sagen, dass der Autor detailgetreue, profunde Arbeit geleistet hat. Allusionen wird kompetent nachgegangen, veralteter Wortschatz verständlich gemacht. Ebenfalls positiv fällt die Bewertung des zweiten Teils aus, der Autobiographisches und Historisches beinhaltet. In hohem Maße hilfreich sind Fontanes Briefe über das Werk, ebenso wie der Abdruck der wichtigsten frühen Rezensionen des Werkes. Die Nachwirkung im 20. Jahrhundert wird dargestellt anhand zweier äußerst kompetenter Zeitgenossen, nämlich Thomas Mann, der Fontane zwei Essays widmete und dem marxistischen Kritiker George Lukacs. Fragwürdig erscheint dagegen das Kapitel „Texte zur Diskussion": Fontanes Auseinandersetzung mit dem Frauenbild Schopenhauers und seine Ibsen-Rezeption entfernen sich doch überaus weit vom Kontext des Werkes und sind im Sinne eines erweiterten Kausalverständnisses der Romanthematik nicht essentiell. Sinnvoller scheint mir an dieser Stelle eine Wiedergabe von Auszügen aus anderen Ehebruchsromanen Fontanes wie „L'Adultera" oder „Unwiederbringlich", anhand derer ein literarischer Vergleich sowohl der Personencharakteristika als auch der Problemstellung innerhalb der Romanthematik plausibel wäre. Dies ist jedoch als persönliche Anmerkung zu sehen und weniger als Schwäche des Werkes selbst, dass wohl ein unverzichtbarer Zusatz zur Lektüre von Effi Briest sein dürfte.


Hooterization-a Retrospective
Hooterization-a Retrospective
Wird angeboten von CAC Media UK
Preis: EUR 42,66

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hebt sich wohltuend von anderen Samplern ab, 24. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Hooterization-a Retrospective (Audio CD)
Die Anzahl an Best-Of-Samplern der Hooters hat in den letzten Jahren ein unüberschaubares Ausmaß angenommen. Sampler wie „All You Zombies", „Greatest Hits" oder „Definitive Collection" ähneln sich in der Auswahl der Songs äußerst stark.
Ein Grund mehr, die Unterschiede dieser Retrospektive hervorzuheben. Gleich vorweg: Von den großen Hits fehlt keiner, von „Satellite" bis „500 Miles" sind alle großen Hits lückenlos vorhanden. Umso schöner, dass es auch ein paar Raritäten auf das Album geschafft haben, die auf vergleichbaren Samplern nicht zu finden sind. Da wären z.B. die beiden Live-Versionen von „Lucy In The Sky With Diamonds" (Original von den Beatles) und Cindy Laupers „Time After Time", beide im charakteristischen Hooters-Sound neu arrangiert und echte Raritäten. Außerdem erwähnenswert: Die beiden Songs „Heaven Laughs" (Ballade) und „Beat Up Guitar" (Gitarren-Pop), die beide nie als Single erschienen, aber unbestritten zu den besten Liedern der Band zählen. Einziger Wehrmutstropfen: Vom letzten Album „Out Of Body" hat es kein Song auf das Album geschafft, bei der „Definitive Collection" sind wenigstens „25 Hours A Day" und „Shadow Of Jesus" enthalten.
Insgesamt einer der besten Best-Of-Sampler der Hooters, der vier sehr gute Songs enthält, die unter die Raritäten-Schublade fallen und auch für Fans interessant sind. Alle großen Hits sind ebenfalls enthalten, weshalb ich an dieser Stelle eine Empfehlung aussprechen kann.


Effi Briest. Roman.
Effi Briest. Roman.
von Theodor Fontane
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,60

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Scheitern des Individuums am Gesellschaftsantagonismus, 21. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Effi Briest. Roman. (Taschenbuch)
Die tragische Geschichte der jungen Frohnatur Effi Briest, welche aus individualistischer Verzweiflung zur Ehebrecherin und später zum Opfer einer restriktiven Gesellschaftsordnung wird, hat auch durch einen zeitlich bedingten veränderten Erwartungshorizont des heutigen Lesers nur wenig an ihrer Faszination verloren. Fontanes Gesellschaftsroman reiht sich ein in die Tradition der großen Ehebruchsromane des 19. Jahrhunderts und auch wenn dem Werk zu keinem Zeitpunkt die gleiche Anerkennung wie Flauberts „Madame Bovary" und Tolstois „Anna Karenina" zuteil wurde, so ist es doch eines der ganz großen Meisterstücke des späten bürgerlichen Realismus und machte den alten Fontane zum Antizipator einer neuen Epoche, deren Veränderung mit dem Niedergang des preußischen Königreichs erst ihren Anfang finden sollte. Effi ist literarisches Paradigma eines Individuums, das den Antagonismus von gesellschaftlicher Erwartungshaltung und individuellem Glücksanspruch nicht zu amalgamieren vermag. Die Scheinehe mit der pflichtbesessenen Karrierenatur Innstetten bringt einen Automatismus zum Vorschein, der das subversive Individuum letztendlich ebenso Scheitern lässt wie den Träger der Gesellschaftsordnung. Wo die Gesellschaft nicht mehr für den Menschen da ist, kommt es unweigerlich zum Verlust einer existenziell wichtigen Grundlage für die eigene Verwirklichung.
Thomas Mann wusste dieses Spätwerk des alten Fontane schon nicht genüg zu würdigen und auch über einhundert Jahre nach Fertigstellung ist der Roman ein nicht mehr wegzudiskutierender Teil der Literaturhistorie geworden, der seinen Autor auf dem definitiven Höhepunkt seines erzählerischen Schaffens zeigt und immer daran erinnern wird, dass individuelles Glück immer auch ein soziales Umfeld voraussetzt, das Grundlage für eine dessen Verwirklichung schaffen kann. Dieser Roman steht für sich alleine und es würde weder Fontane noch seinen schriftstellerischen Zeitgenossen gerecht, unangemessene Vergleiche anzustellen, die doch qualitativ nichts aussagen.


Lektürehilfen Theodor Fontane 'Effi Briest'
Lektürehilfen Theodor Fontane 'Effi Briest'
von Hanns-Peter Reisner
  Broschiert

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Grundsolide, aber keine erste Wahl, 21. Oktober 2005
Die Lektürehilfe zu „Effi Briest" ist eine grundsolide Interpretation, die den Schwerpunkt auf die inhaltliche Analyse legt und auf 85 Seiten Inhaltsangabe plus Charakterisierungen enthält. Zu Kritisieren ist dieser Umstand jedoch weniger wegen der Quantität der Analyse als vielmehr aufgrund der Tatsache, dass es dieser Lektürehilfe prinzipiell an kompakter Formulierungsweise mangelt. Vor allem die Personenporträts sind strukturell alles andere als stringent auf einen Interpretationsansatz hin aufgebaut, was doch stellenweise zu arg viel Leerlauf führen muss. Überzeugend jedoch die gesellschaftliche Analyse des preußischen Obrigkeitsstaates sowie die relativ komplette Darstellung der Symbolik.
Ob eine Darstellung der epischen Fassbinder-Verfilmung für eine Interpretation des Romans essenziell ist, sein an dieser Stelle einmal dahingestellt. Einer Inhaltsangabe des kompletten Romans hätte es meines Gutdünkens nach jedenfalls nicht bedurft, jedenfalls nicht für all jenige, die fähig sind, ein Buch tiefgründig zu rezipieren.
Diese Sekundärliteratur ist vor allem für denjenigen sinnvoll, der weniger akademische als vielmehr verstehenstechnische Hilfestellungen benötigt. Anspruchsvolleren Lesern sei die profundere „Oldenbourg"-Interpretation von Elsbeth Hamann sowie der Sammelband „Interpretationen Fontanes Novellen und Romane" (Reclam) empfohlen.


Oldenbourg Interpretationen, Bd.11, Effi Briest
Oldenbourg Interpretationen, Bd.11, Effi Briest
von Klaus M Bogdal
  Taschenbuch

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erzähltheoretischer Schwerpunkt, 21. Oktober 2005
Wenn man die aktuelle Sekundärliteratur zu Fontanes „Effi Briest" überschaut, so schleicht sich alsbald eine latente Konfusion ein aufgrund einer unübersichtlichen Angebotspalette, von der jede einzelne Interpretation eigene Schwächen und Stärken besitzt.
Die „Oldenbourg"-Reihe gehört fast durchweg zu der besseren Sekundärliteratur, da sich diese Bücher stärker an Studenten und Pädagogen ausrichten. Elsbeth Hamanns Analyse des Fontan'schen Gesellschaftsromans weiß denn auch über weite Strecken durch präzise Verweise auf den bisherigen Forschungsstand und Sprachkompetenz zu überzeugen, vor allem in den sprachbezogenen Thematiken (Zeitgestaltung, Erzähler, Sprachliche Merkmale).
Hier gelingt es der Autorin, sowohl umfassend wie präzise zu argumentieren, was einen kompetenten Einblick in die Materie evoziert. Ebenfalls empfehlenswert ist der topographische Interpretationsansatz mit überzeugenden Ergebnissen vor allem im Bezug auf die Eingangsszene in Hohen Cremmen.
Die Schwerpunktsetzung liegt hier im Vergleich zu den „Lektürehilfen" von Reisner/Siegle nicht auf der historisch-gesellschaftlichen Ebene und somit fällt dieser Themenbereich im Vergleich dazu stark ab, ebenfalls wie die (mit Ausnahme der Protagonistin) sehr komprimierten Charakterisierungen. Weiterer Kritikpunkt ist, dass sich die Zitate auf eine sechs Jahre alte Ausgabe des Romans beziehen und nicht auf die aktuelle Standardfassung von Reclam.
Die Stärken dieser Interpretation liegen deutlich im erzähltheoretischen Bereich, während der gesellschaftlichen Problematik vergleichsweise wenig Raum eingeräumt wird. Insgesamt aber eines der empfehlenswertesten Produkte der neueren Sekundärliteratur. Empfohlen seinen daneben noch Reclams „Interpretationen Fontanes Novellen und Romane" mit einer sehr profunden Analyse des Romans von Christian Grawe.


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