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Buffalmacco "Buffalmacco" (Florenz)

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Culinaria Russia: Russland, Ukraine, Georgien, Armenien, Aserbaidschan
Culinaria Russia: Russland, Ukraine, Georgien, Armenien, Aserbaidschan
von Marion Trutter
  Gebundene Ausgabe

4 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Russische Küche?, 20. November 2014
Der Verlag ist gut beraten, diese Publikation zurückzuziehen, weil sie, wenn jemandem, dann nicht dem Leser, sondern Russland und dessen Kreml-Herrn Appetit macht, sich die Länder Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbeidschan nach altem Zarenrezept bzw. auf der Grundlage des Landhungers der vormaligen Sowjetunion und nun erneut Russlands wieder einzuverleiben. Wenn Frau Trutter nicht in der Lage war, genügend genuin russische Rezepte aufzutun, dann hätte sie von dieser wohl Auftragspublikation des Könemann-Verlages Abstand nehmen müssen. Wladimir Kaminer und andere Autoren, die den Gegenstand ihres Schreibens kennen, haben bereits vorzügliche und glänzend geschriebene Bücher über die allerdings nicht sehr aufregende russische Küche vorgelegt.

Georgische Freunde sind schier entsetzt, im Untertitel des Buches wie auch im Buch selbst ihr Land Rußland zugeschlagen zu sehen. Der Verlag sollte, wenn schon (und falls er noch liquide ist), hingehen und die Küche der Kaukasus-Staaten und Vorderasiens in einem Band zu versammeln und vorzustellen suchen, aber bitte unter Ausklammerung Rußlands.

Ich vermute mal, Frau Trutter hat einen sehr sehr alten Erdkunde-Atlanten in ihrem Haus liegen, in dem die seit 1989 stattgehabten Entwicklungen nicht verzeichnet sind. Gelegentliche Zeitungslektüre kann in diesem Zusammenhang auch nicht schaden. Dies sage ich auch an die Adresse des Verlages bzw. der Verlage, die sich um die vier genannten Länder und deren Sicherheit vor einem erneuten Zugriff durch Moskau durch diese Publikation absolut unverdient gemacht haben.
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Sie nannte sich Error
Sie nannte sich Error
von Michael J. Stern
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die große Bescherung oder Harmonie lag in der Luft, 16. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Sie nannte sich Error (Gebundene Ausgabe)
Michael J. Sterns Veroeffentlichung mit dem Titel "Sie nannte sich Error" beginnt mit einer Bescherung, wie sie uns allen im Verlaufe unserer Sozialisation untergekommen ist, nichts Neues unter der Wintersonne noch unterm Weihnachtsbaum also, und stellte sich für den Rezensenten schon nach wenigen Zeilen als die überflüssigste Veroeffentlichung des Jahres 2013 dar. Ich habe daher davon Abstand genommen, das Büchlein zu erwerben, sondern beschränke mich auf das, was der, oha, Verlag auf 20 Seiten im Internet zugänglich macht und was vermutlich als Appetithappen gedacht war oder als Koeder, damit der Kunde, darin dem Karpfen gleich, zuschnappen moege, weil es ja ganz uneigennützig um das geheimnisumwitterte Leben unserer deutschen Straßenkinder gehen soll, wie der Autor uns zu Beginn weiszumachen versucht, vergeblich weiszumachen versucht, weil der Autor auf nichts als auf unseren und dann auch seinen Geldbeutel schielt und ein ernstes Thema auf schlimme Weise verhunzt. Simmel und Pilcher et al. sind verglichen mit dem hier Vorgefundenen wahre Schwergewichte, Urheber von beinahe Werken der Weltliteratur, denen der Betrieb a posteriori sämtliche renommierten Literaturpreise dieser Erde antragen sollte - oder auch wieder nicht.

Was dem Rezensenten in der "Verlags"mitteilung bzw. auf der Home Page des - wie ausgeprägt oder unausgeprägt auch immer intellektuell ausgestatteten und jedenfalls wohl als Sozialarbeiter unterwegs gewesenen - Autors übel aufstoeßt und was wohl auch dem Klappentext aufgedruckt sein dürfte, ist die Behauptung des Autors auf seiner mit Sternen nur so gespickten Home Page (nicht dem Europa-Gedanken geschuldet, aber nein, der meint einfach sich und seinen Autorennamen), daß die Hauptfigur "Error" "nicht das vor etwa vier Jahren im Rhein-Neckar-Kreis verstorbene Mädchen 'Erroar' ... darstelle". Indem der Autor genau darauf hinweist, ist es ihm eindeutig darum zu tun, eben doch eine und genau diese Verbindung zu jenem Mädchen herzustellen. Warum? Weil, so Sterns Gedankengang, sein Elaborat mit diesem Hinweis sich besser zu verkaufen verspricht. Es sei dem Verlag angeraten, einen Kassensturz zu machen, weil seine Kriegskasse gefüllt sein sollte, wenn rechtliche Schritte folgen sollten. Ohne dem Autor eine übergroße Intelligenz bescheinigen zu wollen: Ich vermute, er will sogar genau diesen Skandal. Um so schändlicher.

Und dann weist der Verfasser des Büchleins eigens darauf hin, wen immer auch er im Sinne gehabt haben moege, daß er mit seinem 'Werk' (unter der Zuschreibung 'Werk' tut er's ja nicht - Machwerk trifft es besser) "dem Mädchen Error gedenken ... (moechte), ebenso wie allen anderen Opfern" ihrer durch die Bank boesen boesen Familien, so liest sich das, was natürlich eine gewaltige Denunziation der Eltern von Straßenkindern darstellt, die einem Sozialwissenschaftler nicht unterlaufen wäre. Aber hier geht es ja als Genrebezeichnung um ein Romanchen, und da darf schon mal geschmutzelt werden. Es handelt sich aber noch nicht einmal um ein dahingestammeltes Romanchen, sondern um billigste Kolportage, um ein übles Machwerk, wie ich bereits andeutete, das jene Protagonisten, die der Autor zu schützen vorgibt, beschädigt und ihnen noch nicht einmal eine eigene Sprache zubilligt.

Warum billigt dieses Machwerk seinen Protagonisten keine eigene Sprache zu? Dieses hat wesenhaft mit der Person des Autors zu tun. Der mehr als eigenwillige und damit nur gedankenlose Umgang mit der Zeichensetzung gleich zu Beginn deutet für den Rezensenten darauf hin, daß Autor und Verlag nicht alle beisammen haben und kein Lektor, der auf sich hält, dort anheuern moechte (ich tippe ohnehin auf Selbstverlag), und er deutet wie stets in vergleichbaren Fällen darauf hin, daß sich literarisch Grauenvolles ankündigt, das heißt Außerliterarisches, das sich als Literatur verbrämen moechte. Der Autor hatte also voellig berechtigt die (Satz-)Zeichen so gesetzt, wie er sie setzen zu müssen glaubte. Wenn der Autor aber nun schreibt, daß er dem(!) Mädchen xy gedenken moechte, so moechte man ihm zurufen, daß er es mit einem stillen Gedenken hätte bewenden lassen koennen, damit niemand bemerkt, was für einen Sprachverhunzer wir vor uns haben, der aber Kasse machen moechte, denn das ist es, was er moechte, eingedenk einer Finanzklemme, vermutet der Rezensent, und da kam dem Moechtegern-Romancier das tote Mädchen gerade recht. Der Autor moege also der(!) Regeln der Grammatik gedenken, doch indem er dem Mädchen Error zu gedenken vorgibt(,) ebenso wie allen anderen Opfern und nicht des Mädchens Error ebenso wie aller anderen Opfer, hat er gleich schon mal für Klarheit gesorgt und für den GAU eines jeden Autors bzw. dem groeßten anzunehmenden Error des Publikums vorgebeugt, in dem Mann etwa einen luziden Geist zu erblicken oder erblicken zu sollen, und so ringt er denn auch bereits auf den einsehbaren 20 Seiten um die ihm maximal 800 verfügbaren Woerter, um sie immer wieder in neuen Grüppchen zu arrangieren, damit es nicht auffällt. Und so viele Widmungen aber auch. Zweck: Von all diesen so von ihm Angesungenen moechte er gekauft werden. Wie plump.

Nun aber zum, na, Buch?, oder "Butter bei die Fisch", da die Familie beisammensitzt an Heiligabend, "und alle warteten darauf, daß das Essen endlich aufgetischt wurde". Dies dauert aber bis zu Seite 8, weil natürlich vorher die Tischdekoration durchgehechelt, nein, gemütlich durchdekliniert werden werden muß und die beiden allerniedlichsten Kindlein vorgestellt werden müssen und dann die Eltern und dann erst die Großeltern, damit ein jeder weiß, wie langweilig die alle sind und der Autor gleich mit. "Als das Festmahl dann endlich fertig zubereitet war und serviert werden konnte, setzte sich die ganze Familie an den Tisch. Alle faßten sich bei den Händen und sprachen ein Gebet" usw. usf. Was "lernt" uns das? Alles wird haarklein ausgeführt, aber ob es Braten gab oder Fisch?, - der Autor läßt uns im Stich oder ratlos unterm Tannenbaum. Nix Genaues weiß man nicht, sagt man in solchen Situationen gerne, aber mit Frikadellen und Kartoffelsalat liegt der Leser schon mal falsch, und das wird ihm schon mal gleich um die Ohren gehauen, denn edles Porzellan und echtes Silberbesteck lagen bereit, was die Fallhoehe der Familie und mehr noch die des Autors besonders groß macht, und sie hatten sogar einen richtigen "Speiseplan" entworfen, was aber doch schon wieder sehr nach Kantine sich anfühlt in jenem natürlich riesengroßen Architekturbüro des Papa und in dem noch riesenriesengroeßeren Baumaschinenherstellungskonzernbetrieb & Co. KG der Frau Mutter, die es unter einer Chefsekretärin nicht macht. Jedenfalls roch es im ganzen Hause nach Festessen, woraus wir schließen koennen, daß die braven Leute (die Eltern des Autors?, irgendwo muß der das doch herhaben) an den Türen gespart hatten beim Hausbau und daß ihrem Sohn dies nicht gefallen haben kann, weil er's ihnen in seinem Romanchen unter die Nase reibt. In einem Architektenhaushalt würden die Türen nicht gefehlt haben, und beinahe hat auch der Rezensent diesen Essensgeruch in der Nase. Oder nein, vielleicht feierten sie auch in der Karibik, wo die Türen ohnehin beim nächsten Sturm gleich wegfliegen, das wird es sein, denn die vier Großeltern "hatten einen weiten Weg auf sich genommen", beinahe wie die heiligen vier Koenige, die einem Stern gefolgt waren, und so wünscht der Rezensent ihnen alles Gute auf dem weiteren Lebensweg. Sie hatten sich bemüht. Ja, und von selber kommt Essen ja nicht auf den Tisch. Sie warteten darauf, daß das Essen aufgetischt wurde - oder doch würde? Nur ein Vorschlag. Ja, und wenn, von wem denn? Sind wir bei Krupps? Gibt's Dienerschaft? Keine Silbe hoeren wir dazu. Die Mutter wird's halt gemacht haben. Da liegt natürlich Harmonie in der Luft, sogar eine warme Harmonie, wie es gleich zu Beginn heißt, und erst später erfahren wir, daß zu diesem Zeitpunkt bereits die erste Flasche Rotwein entkorkt war. Alle faßten sich bei den Händen. Kein Einander (wegen der bereits im Advent allfäligen Grippeviren, vermute ich), jeder faßte mit seiner je eigenen einen Hand seine je andere eigene Hand und rang dann beide weihnachtlich himmelhoch in Richtung Zimmerdecke, wo die Hoppenstedts zugange waren, aber nein, man wohnt ja nicht zur Miete. Egal, es war ein einziges Ringen, so wie Kassandra wohl ihre Hände rang, als die Griechen ihr Pferd in die Stadt Troja hatten bringen dürfen, oder wie darf der Leser sich das vorstellen?

Auch der Rezensent - und darin stimmt er dem Autor ausnahmsweise zu - findet es nicht schoen, daß die Eltern der Mutter der beiden Kinder, nennen wir letztere mal Julia und Tim, ziemlich verbohrt sind und daß die Eltern des Vaters von Tim und Struppi, 'tschuldigung, Julia, "etwas weltoffener" sind, verglichen mit den anderen Eltern, was immer dies bedeuten mag, also beispielsweise Hemd und Bluse bereits zu dieser frühen Stunde halb geoeffnet habend wegen dieser warmen Harmonie oder, genauer, einer sich früh ankündigenden Überdosis dieses Roten. Es wird das Geheimnis des Autors bleiben, und der Rezensent legt keinen Wert darauf, den Komparativ von 'offen' erklärt zu bekommen. Vielleicht tut gar die Erde sich auf, wenn der Autor dies nur will, und verschlingt seine Widersacher, die boesen Woerter, die er einfach nicht finden will. Manche Autoren aber finden die Woerter, und man nennt es auktoriales Erzählen, welches aber nur funktioniert, wenn der Autor Herr seiner Sprache und seines Themas ist. Dieser Autor ist weder das eine noch das andere und wird es niemals sein. Um das, was der Autor uns sagen will, besser zu verstehen, wenn er uns denn etwas sagen will, müssen wir erst mal die Info schlucken, daß das Mädchen mit leicht gewellten langen blonden Haaren geschlagen ist (eben noch waren sie struppig gewesen, oder irre ich mich?, blonde Haare jedenfalls passen besser ins Klischee) und ein Mädchen mit Charakter ist (genau wie die vier Großeltern vier Menschen mit Charakter sind, worüber sich die Charakterologen zu Lebzeiten gefreut hätten, als es sie und ihre "Wissenschaft" noch als Fach an den Universitäten gab). Das Buch des Autors kommt um Jahrzehnte zu spät. Naja, also alles an dem Mädchen war weiß, und weißbegierig oder wißbegierig war sie auch. Wenn das mal gutgeht... Die Haare des Jungen waren braun, glatt und mittellang, und ich gehe davon aus, daß das später im Text eine Rolle spielt. Wenn nicht, ist es auch egal, und es war einfach nur dahingeschwätzt, um den Text aufzublasen. Irgendwann mit 40 werden auch braune Haare weniger bei den Jungs und sitzt der Scheitel nicht länger gerade. Und wenn einer braune und glatte Haare hat, trägt er auch mit 12 schon am liebsten Anzug, ist doch klar. Genau für diese Kinder werden von der Textilindustrie die Anzüge doch gefertigt. Für rote und schwarze Haare müßte man erst die passende Anzugfarbe finden. Jetzt weiß ich endlich warum, und dies verdanke ich diesem Romanchen. Und daß man Sprachen erlernen kann und sogar die des eigenen Landes, wenn man begabter ist als der Autor, und auch das Spielen eines Instrumentes erlernen kann, leuchtet ein, aber ein Instrument "er"lernen kann man nicht und nicht einmal in der Umgangssprache und auch nicht in der Schriftsprache. Da wir uns aber in einem Milieu bewegen, in dem edles Porzellan und echtes Silber präzise auf dem Tisch angeordnet sind, sollte vielleicht die Präzision der Schriftsprache erwartet werden. Und mit den "zwei malen Musikunterricht in der Woche" sind natürlich weder der Musiklehrer noch die Duden-Redaktion zu beeindrucken.

Auf Seite 8 also, auf der endlich die große Bescherung ansteht, lernen wir, daß, wie es zum wiederholten Male heißt, "die beiden Kinder Julia und Tim" dies und das tun, und koennen somit einmal mehr feststellen, daß sie immer noch nicht hatten erwachsen werden wollen und selbst an Heiligabend, wo doch die Großeltern einen weiten Weg auf sich genommen hatten, kein bißchen gewachsen und Kinder geblieben sind, was die Palette der Gesprächsthemen ("Kind, wie du gewachsen bist...") beeinträchtigt haben muß und sich andererseits wegen des Charakters der Geschenke - jaha, auch Geschenke haben einen Charakter - als mehr oder minder segensreich herausstellen sollte.

Die Kinder werden - wie oft?, ich hab's nicht gezählt - als Kinder vorgestellt, sind also an jenem Heiligabend trotz des Geruchs des Festessens (was genau die Hausfrau zuwegebrachte, werden wir wohl nie erfahren, die ganzen dort versammelten Weinnasen werden jedenfalls nicht in der Küche zu sehen gewesen sein) und ungeachtet all der Harmonie in der Luft und der bevorstehenden Ankunft des Christkindes kein Millimeterchen gewachsen, was jedoch häufiger vorkommen soll. Dem Autor gefällt es, als er uns die Bescherung anrichtet, daß das Mädchen eigentlich "Schlittschuhe laufen" moechte, womit er und nicht das Mädchen, das es nicht hat besser wissen koennen, sich auf Kollisionskurs mit den Regeln der Rechtschreibreform befindet und hoffentlich ausgerutscht und auf die Nase gefallen ist. Und bei Tim ist es ein Gerät als Geschenk, das ihm ein "Oh, danke" entlockt und ein paar hochautomatisierte Bekundungen mehr, was mich an das Evelyn Hamannsche "Ein Klavier! Ein Klavier!" erinnerte, ohne daß der vorliegende Text an irgendeiner Stelle auch nur im entferntesten witzig oder ironisch gebrochen wäre. Entsprechend leidenschaftslos freuen wir uns also mit Tim, der sein Geschenk ohne Zweifel dem Autor und niemandem sonst zu verdanken hat und diesem am liebsten gegen das Schienbein getreten hätte, als er so vorgeführt wurde. Und daß Peggy einen Pferdestall bekam, wobei sich erst allmählich herauskristallisierte, daß Peggy eine Puppe sein soll und kein Stoffpferdchen ist, deutet darauf hin, daß im Kopfe des Autors Zimmer und Stallungen eins sind, war einem doch suggeriert worden, daß diese schwerreiche Familie natürlich irgendwo einen Gaul geparkt haben müsse. Gemeinsam hat die Familie sich "noch einen Film" angesehen (wieviele waren's vorher?, gab's ein Fernsehgerät oder ging's hoch ins Heimkino?), was für Kinder in diesem Alter bestimmt kontraproduktiv gewesen ist, Mr Stern, das haben Sie mit Absicht gemacht, obwohl auch dieses später in der Geschichte vermutlich überhaupt keine Rolle spielt, und dann wurden die Kinder zu Bett "gebracht", wohl weil sie mit 5 Jahren oder 12 Jahren noch nicht hatten laufen koennen oder ihre Beine sie nicht mehr trugen. Von Zähneputzen war auch nicht mehr groß die Rede gewesen. Die Erwachsenen haben dann "noch eine Flasche" Wein gesoffen, das ja, das war mir von Anbeginn klar, und auch der Autor hat wohl eine Flasche Wein gesoffen vor Begeisterung, als er diesen Heiligabend auf einem unschuldigen Blatt rein-weißen Papiers hatte ausklinge(l)n lassen.

Wo der Rezensent die irgendwo gelesene Kindergabel hintun soll, kann er nicht mehr sagen. Eine Kindergabel... Hoffentlich hatten alle an jenem Abend Pantoffeln an, nicht daß einer barfuß reintrat in der Nacht. Vielleicht gehoert solch ein Text in eine Schülerzeitung für die zweite Klasse, damit abends die Kindergabeln durchgezählt werden vorm Schlafengehen und die Zweitkläßler wenigstens das lernen aus diesem für Schulen allerdings unbrauchbaren Text. Freiwillig nachlesen will ich den Verbleib der Kindergabel nicht noch einmal. Oder hatte die Julia tückischerweise die Gabel unter den Tisch geschmissen, damit die Jenny (ob Puppe oder ob Pferd, ist ja voellig egal) hineintreten würde, schon wegen des Charakters. DAS wäre ein Plot gewesen. Stattdessen plätscherten die Jahre nun wohl so dahin.

Und schwupp!, schon ist Kindergeburtstag. Nein, vorher warten die harte Schule des Balletts und eine Show, damit auch die Ballettlehrerin einen Auftritt hat und in die Hände klatschen kann, und als die Aufführung dann vorbei war, stand das Mädchen noch ein bißchen herum. Nein, das gute Kind stand nicht herum, denn als Julia auf Seite 15 "in den Zuschauerraum stehend die verbrauchte Luft des Raumes in sich einsog", statt senkrecht und auf hoffentlich beiden Beinen stehend irgendeine Luft "auf"zusaugen, aber warum gerade diese bestimmt bes******** Luft?, also ich versteh's nicht, "da kam ihr das Wissen". In diesem Augenblick hätte ich der Julia gerne vom Zuschauerraum her eine Zigarette zugeworfen, da hätte sie was Gescheiteres eingesogen als diese verbrauchte Luft, und das ihr gekommene Wissen hätte bedeutet, "zu wissen, es ist eine Marlboro". Oder so ähnlich. Ob mit oder ohne Fluppe: Wahrscheinlich hatte sie so oder so an jenem Abend wieder zu Bett gebracht werden müssen.

Wieder hab' ich was überschlagen... Die Oboe ist ja nur das eine und kann nix dazu, doch die sanften Streicher von Seite 14 hätte ich mir als strenge Streicher gewünscht in Gestalt eines Lektors bei dieser allerdings von vorne bis hinten vermurksten Geschichte, nur ist die Karriere eines Lektors, bevor sie begonnen hat, zu Ende mit einem Verlag wie diesem im CV, der solche Bücher auflegt, und so schwappt die Buchstabensuppe sowohl in diesem Buch wie auch in diesem Verlag hin und her und hin. Ich bin mir sicher, mir nicht erst an Heiligabend wünschen zu dürfen, daß in diesem Verlag "die Lichter" nicht wieder "hell" werden. Der Autor ist es jedenfalls nicht.

Weil die Julia so hart gebeutelt ist mit diesen Eltern und diesen Großeltern und vor allem mit diesem Autor, hat es den Rezensenten nachgerade troestlich gestimmt, daß zu Julias Geburtstag "alle" (mathematisch genau mit der arabischen Zahl abgezählten) 11 Kinder aus der Ballettgruppe eingeladen wurden, also auch Julia. Und die große große Terrasse und der weitläufige Garten und die vielen vielen kleinen Blumenbeete zeigen dem Rezensenten, daß die Eltern von Julia und Tim, der voellig ab- und untergetaucht ist und sich offenbar seit Jahren beim Mikroskopieren systematisch die Augen verdirbt (immer noch besser, als so 'nen Schund über sich zu lesen), sich offenbar auf einer Stufe mit den Krupps und Thyssens und Daimlers und Quandts befinden, schon wegen des edlen Porzellans und des echten Silberbestecks, wovon ein Rezensent natürlich nur träumen kann. Und, logisch, "ein üppiges, heißes Buffet" war aufgebaut im Garten und "große, leistungsfähige Boxen" standen zur Verfügung, schon wegen der Nachbarn, denen es immer und überall gezeigt werden muß, vor allem in Deutschland, und die vielen vielen "kleine(n) Täfelchen Schokolade" schmolzen beinahe dahin auf ihren Tellern und waren nur zu einem da: "auf die Kinder zu warten". Als sich ein jeder zugesaut hatte mit Essen, gab es "lustige Gesellschaftsspielchen", sehr putzig, dürfen wir die Namen erfahren?, und dann gab es auf einmal einen Jungen, der neu war und der "von daher" (verarmter schlesischer Adel?) sowas von herumstand (in den Garten hinein, oder wie muß man sich das vorstellen?) und den kein Schwein hier kannte und der zu allem Überfluß durch den Autor auch noch den Namen Oliver übergebraten bekommen hatte. Zuviel Harald Schmidt geschaut, gell? Das ist nun wirklich ein Verrat des Autors an seinen Protagonisten, aber nicht der erste, also verwundert es nicht.

Der Autor, das hat er fairerweise nicht verschwiegen, nein, das mußte ja gesagt werden, was für ein feiner Kerl er ist, und wenn es sonst keiner sagt, opfert halt er sich auf, der Autor also hat "viele Jahre lang Menschen von der Straße aufgenommen, um die Winter zu überstehen". Daraus schließe ich in korrekter Interpretation dessen, was die Grammatik lehrt, daß der Autor (dies wäre ein moeglicher Grund) keinen funktionierenden Heizofen in seiner Wohnung beherbergte und daß er diese Menschen brauchte, damit er und niemand anders nicht fror.

Ich muß schon sagen: Das Buch hat den Autor bestimmt Unmengen Strom gekostet. So ein Rechner frißt und frißt und muß auch erst einmal zusammengespart sein. Und um das Geld zusammenzukratzen für die kommenden Stromrechnungen und für den Rechner, das erschließt sich mir immer deutlicher, hat der Autor wenigstens an der Eierkohle sparen müssen, und daher auch hatte er wohl diese vielen Menschen um sich geschart. Den Rezensenten wiederum haben schon diese wenigen Seiten Lektüre einige Nerven gekostet. Klischee, ganz ganz groß geschrieben. Wenn das Romanchen zu etwas nütze ist, dann dazu, die Seiten sauber herauszutrennen und auf der nächsten Gartenparty viele viele Papierflieger zu bauen als eines der denkmoeglichen lustigen Gesellschaftsspielchen. Das wäre die allerbeste Verwendung für dieses überflüssige und verlogene und grottenschlechte Elaborat. Eigentlich richtet sich der Text von selbst.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 16, 2013 11:40 AM MEST


Stille und Klang, Schatten und Licht: Gespräche mit Walter-Wolfgang Sparrer
Stille und Klang, Schatten und Licht: Gespräche mit Walter-Wolfgang Sparrer
von Walter-Wolfgang Sparrer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,80

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein uneingeschränkt zu preisendes Porträt des Komponisten Toshio Hosokawa, 30. April 2012
Wie anfangen, wenn ich uneingeschränkt nur loben kann?

Zu reden ist von den uralten künstlerischen Traditionen Japans, zu reden ist genauso auch von der europäischen Moderne, und zu reden ist, wie es dem japanischen Komponisten Toshio Hosokawa aufs Vortrefflichste gelingt, in seinem kompositorischen Schaffen beides zu verschwistern auf eine Weise, dass, wer immer Gelegenheit hat und sie wahrnimmt, zu all jenen Orten - ja - zu pilgern, an denen Hosokawas Werke aufgeführt werden, er jedesmal beglückt und überreich beschenkt den Konzertsaal verlässt.

Um die Musik Hosokawas zu lieben, muss man nicht notwendigerweise wissen, wie er seine Musik versteht, nämlich gleichsam als Kalligraphie, eine jener uralten Kunstformen Japans wie auch Gagaku (die altjapanische höfische und also elegante Musik) oder das No-Theater, deren Topoi und Techniken er sich ebenfalls verbunden weiß und sie aufgreift und folglich auch für die dort verwendeten traditionellen Instrumente (die Koto, die Sho, die Shakuhachi) schreibt. Doch würde es, so empfand ich es seit langem, eine hochinteressante Reise in das Denken von Toshio Hosokawa sein, mehr über seine spezifische Biografie und "seine deutschen Jahre" und seine von ihm sehr verehrten Lehrer und die von ihm schon früh gefundene ganz eigene Klangsprache zu erfahren und damit mehr als nur zu ahnen, warum er so schreibt, wie er schreibt.

Zu hören und zu wissen war zuvor bereits, d a s s er die Traditionen seines Landes mit der modernen Musiksprache des sogenannten Westens oder jedenfalls Europas (und damit einhergehend auch unter Verwendung westlichen Instrumentariums) auf zuvor nie so gehörte Weise zu verschmelzen versteht.

Nun aber hat Walter-Wolfgang Sparrer ein fabelhaftes Buch vorgelegt, das uns den wohl famosesten zeitgenössischen Komponisten ganz Asiens zeigt, der längst in einer Reihe mit seinen Lehrern Isang Yun, Klaus Huber und Brian Ferneyhough (denen er längst in eine Eigenständigkeit entwachsen ist) und Kollegen wie Helmut Lachenmann oder Morton Feldman zu nennen ist.

Es handelt sich bei diesem Buch um ein vorbildlich ediertes, glänzend gestaltetes und überdies mit zahlreichen Notenbeispielen und Graphiken und Schwarz-Weiß-Fotografien versehenes rundum gelungenes Porträt des Komponisten auf der Grundlage von vielen Gesprächen, die Walter-Wolfgang Sparrer über Jahre hinweg mit Toshio Hosokawa führte und die uns den Komponisten, sein Denken, seine Philosophie, den Urgrund seines Schreibens sehr genau und doch auf eine beinahe zauberische Weise vermitteln.

Kurzum: ein wundervolles Buch, das uns den stets bescheiden sich zurücknehmenden Komponisten um Vieles noch näherbringt und uns sein Schaffen und seine Musik bestens erschließt und dem ich viele viele Leser wünsche.

Und noch eines: Walter-Wolfgang Sparrer und dem 'wolke verlag' können wir gar nicht genug danken. Helmut Lachenmann hat das von mir (als Hosokawas Musik seit vielen Jahren liebendem Leser dieses nun vorgelegten Buches) mit meinen doch dürren Worten Gesagte in seinem Geleitwort ungleich treffender in Worte zu fassen verstanden, und insbesondere sein das Geleit beschließender Satz hat mich besonders berührt.

Staffa-M., Trier und Mainz
(auch Buffalmacco)


Culinaria Italien: Küche, Land, Menschen
Culinaria Italien: Küche, Land, Menschen
von Claudia Piras
  Gebundene Ausgabe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zauberhaft, 12. Oktober 2011
Wie anfangen, wo aufhören und überhaupt, warum? Ein unglaublich zauberhaftes Buch mit dem Zeug zum Klassiker. In der Tat eine Kulturgeschichte der italienischen Küche und ihrer Produkte und der Menschen, die sie herstellen im Sinne von Pflanzen und Hegen und Ernten oder Züchten oder Zubereiten oder Veredeln. Gehört in jeden Haushalt, der italienische Küche mag, und das gilt sowohl für den 'buongustaio', also den Feinschmecker, als auch für die 'buona forchetta', also die gute Gabel im Sinne von gutem Esser (ich vereinige beides in mir), oder meinetwegen auch für den 'mangiatutto', den Vielfraß.
Dickste Komplimente an Frau Piras und Herrn Stempell!!! Möge dieses Buch viele viele Freunde und Leser finden. Jede einzelne Seite ist der reinste Augenschmaus, und man möchte "stante pede" den Flieger besteigen und z.B. jetzt, um 16.50 Uhr, sich 'nach Toscana' begeben, ins Herz der Toscana, um ja nur zur Essenszeit an diesem nämlichen Abend in einem gemütlichen Ristorante zu sitzen. Ich kenne da zwei, aber die verrate ich nicht... Und am Wochenende wird wieder aus den 'Culinaria' nachgekocht.


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