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Rezensionen verfasst von
Hamlet
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Französisch backen: Meine Lieblingsrezepte
Französisch backen: Meine Lieblingsrezepte
von Aurélie Bastian
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach dem ultimativen Rezept, 26. März 2017
Die Autorin Aurélie Bastian kommt aus Frankreich, lebt aber mittlerweile mit ihrer Familie in Deutschland und ist eine Köchin aus Leidenschaft. Sie betreibt den wunderbaren Blog „franzoesischkochen.de", veranstaltet Koch- und Backkurse und vertreibt originale Zutaten für alle diejenigen, die nicht das Glück haben, in der Nähe der französischen Grenze zu wohnen und dort einkaufen zu können.

Baguettes hat in Deutschland jeder Bäcker im Angebot, selbst bei den Discountern sind diese erhältlich. Aber wer schon einmal in Frankreich dieses Brot gegessen hat, weiß, dass die deutsche Interpretation desselben mit dem Original in keinster Weise vergleichbar ist. Auf der Suche nach dem ultimativen Baguetterezepte ist mir das neue Backbuch aus dem Südwest Verlag „Französisch Backen“ in die Hände gefallen.

Aber Frankreich hat mehr zu bieten als weißes Brot. Man denke nur an die feinblättrigen Croissants, die süßen Macarons oder die feinen Gâteaus der verschiedenen Regionen. Für all diese Köstlichkeiten hat Aurélie Bastian in „Französisch Backen“ die entsprechenden Rezepte parat.

Zu Beginn des Backbuchs gibt die Autorin jede Menge „Tipps & Tricks“ preis, die von den Zutaten bis zu den Besonderheiten der jeweiligen Gebäcksorten reichen. Die Rezepte sind unterteilt nach Frühstück (Petit déjeuner), Gebäck (Pâtisserie), Kaffeezeit (Goûter) und besondere Anlässe (Grandes occasions), wobei hier nicht nur alle Klassiker sondern auch Spezialitäten der verschiedenen französischen Départements vertreten sind.

Für jedes Rezept gibt es eine Doppelseite. Zum einen zeigt eine ansprechende Fotografie das Endergebnis, zum anderen sind die Zutaten sowie die Zubereitung leicht verständlich und Schritt-für-Schritt erklärt. Ergänz wird diese durch hilfreiche Tipps der Autorin und gelegentlich einen Hinweis auf eine Variationsmöglichkeit.

Ein gewisses Maß an Backerfahrung sollte man aber bereits mitbringen, und, je nach Rezept, auch Zeit und Geduld, denn ein Hefe-oder Blätterteig, der sehr vielen Backwaren zugrunde liegt, ist nun mal nicht im Hauruck-Verfahren fertigzustellen. Aber die fein gefüllten Küchlein sind das allemal wert. Meine Favoriten sind, neben dem Klassiker „Croissants aux amandes“, die raffinierten „Puits d’amour“ und der köstliche „Paris-Brest“.

Und ja, mission accomplie - ich habe das ultimative Rezept für die Zubereitung der knusprigen Baguettes gefunden, die ohne Zweifel mit dem französischen Original konkurrieren können!


Die Geschichte eines neuen Namens: Band 2 der Neapolitanischen Saga (Jugendzeit) (Neapolitanische Saga)
Die Geschichte eines neuen Namens: Band 2 der Neapolitanischen Saga (Jugendzeit) (Neapolitanische Saga)
von Elena Ferrante
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,00

4.0 von 5 Sternen Zwei alltägliche Leben in einer patricharchalischen Gesellschaft, 25. März 2017
Es waren einmal zwei Freundinnen, Lila und Lenù (Elena). Schusterstochter die eine, Pförtnerstochter die andere, die im Neapel der fünfziger Jahre aufwachsen, beschrieben in „Meine geniale Freundin“, Band 1 der Reihe, in dem wir die beiden Mädchen bis zu Lilas Hochzeit im Jahr 1960 begleiten. Obwohl nun gerade erst sechzehn Jahre alt, sind die Kinderjahre nun für beide vorbei, und der Ernst des Lebens beginnt. Mit dem Folgeband „Die Geschichte eines neuen Namens“ nimmt die Autorin Elena Ferrante ihre Leser wieder mit nach Süditalien, und begleitet die Entwicklung ihre Protagonistinnen über einen Zeitraum von sechs Jahren, nämlich von 1960 bis 1966.

Lila ist der festen Überzeugung, dass sie durch ihre Hochzeit mit dem Kaufmann Stefano, endlich auf der Sonnenseite des Lebens angelangt ist. Ein fataler Trugschluss, wie sich schnell herausstellt, denn ihr Ehemann macht Geschäfte mit der verhassten Camorra. Ihre Kritik daran quittiert er mit Faustschlägen, und die Ehe ist bereits gescheitert, noch bevor sie richtig begonnen hat. Aber im erzkatholischen Süditalien kommt eine Trennung nicht in Frage, im Gegenteil. Frauen haben den Mund zu halten und zu dulden, tun sie das nicht, werden sie selbst von ihren Geschlechtsgenossinnen mit Verachtung bestraft. Aber Lila schafft ihre kleinen Alltagsfluchten und beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einem Studenten. Dabei verschwendet sie keinen Gedanken an Elena, die schon seit längerer Zeit heimlich in ihn verliebt ist. Lila will ihn haben, Elena kann ihm ihre Gefühle nicht vermitteln, also verzichtet die und konzentriert sich wieder auf ihre schulische Ausbildung, macht ihren Abschluss und beginnt ein Studium in Pisa, aber bleibt dort die Außenseiterin, der man die Herkunft aus dem neapolitanischen „Rione“ schon von weitem ansieht. Doch für sie wendet sich das Blatt zum Guten, als sie auf ihre Fähigkeiten vertraut und ihr Leben in die eigenen Hände nimmt.

Eine Freundschaft und zwei Frauen, deren Herangehensweise an das Leben verschiedener nicht sein könnte. Die eine verharrt in den vorgegebenen Strukturen, die andere wagt den Ausbruch. Und wieder einmal zeigt sich, dass Bildung und Ausbildung die Tür zu einem selbstbestimmten Leben öffnen kann. Natürlich muss auch Elena Rückschläge einstecken, aber sie ist dafür weit besser gerüstet, und kann sich Schritt für Schritt aus den traditionellen Denkmustern ihrer Herkunft befreien. Obwohl Lila die aktivere der beiden Freundinnen ist, die sich ohne Skrupel das nimmt, was sie haben möchte, ist es doch Elena, die passive, zaudernde, die ihren Weg macht.

Wie bereits in dem Vorgänger legt die Autorin ihre Schwerpunkte zum einen auf die detaillierte Charakterisierung ihrer Hauptfiguren, auf die emanzipatorischen Aspekte, die deren Umgang mit den Herausforderungen des täglichen Lebens hat, zum anderen auf die Beschreibung des alltäglichen Lebens in der patriarchalisch geprägten, italienischen Gesellschaft, was aber auch direkten Einfluss auf die Beziehung der beiden Freundinnen hat. Es ist nicht die Zuneigung , die diese bestimmt, sondern die kleinen Rivalitäten. Und dies realistisch und glaubhaft zu transportieren, gelingt Ferrante sehr gut.

Für mich alles in allem keine große Literatur, sondern ein netter Schmöker für zwischendurch, nicht besonders anspruchsvoll, aber durchaus unterhaltsam.


Eine kurze Geschichte von sieben Morden: Roman
Eine kurze Geschichte von sieben Morden: Roman
von Marlon James
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 27,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Get up stand up, 22. März 2017
Jamaika. Sonnenschein, strahlend blauer Himmel und total entspannte Menschen, die sich zu Reggae-Klängen, mit einem Joint in der Hand, im weißen Sand aalen. Diese Assoziationen werden wohl die meisten Leute haben, wenn sie den Namen dieser karibischen Insel hören. Aber diese Vorstellungen vom Paradies auf Erden haben mit der Realität herzlich wenig zu tun, was spätestens nach der Lektüre des 2015 mit dem renommierten Man Booker Prize ausgezeichneten Roman „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ klar sein dürfte. Der Autor Marlon James wurde 1970 in Kingston geboren, und diese Ende siebziger/Anfang der neunziger Jahre bilden den zeitlichen Rahmen für seine alles andere als kurze Geschichte. Und wenn wir schon dabei sind – die Anzahl der Morde ist mit sieben auch eher tiefgestapelt.

Mitte der siebziger Jahre ist das Leben auf Jamaika geprägt von den Auseinandersetzungen der Anhänger zweier politischer Gruppierungen. Auf der einen Seite die sozialistisch geprägte People’s National Party, auf der anderen die pro-westliche Jamaica Labour Party. Politische Willkür, Korruption und Gewalt sind an der Tagesordnung, und die verschiedenen Gangs mischen munter mit, es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Als die Wahlen bevorstehen, soll auf Initiative der PNP ein Friedenskonzert, bei dem auch die Reggae-Ikone Bob Marley auftreten soll, ein Zeichen für ein friedliches Miteinander setzen. Dazu wird es aber nicht kommen, denn zwei Tage vor dem Konzert dringen Unbekannte in das Haus des Sängers ein und scheißen wild um sich. Sein Manager und Marleys Frau werden schwer verletzt, er selbst trägt nur leichte Blessuren davon und kann seinen Auftritt wie geplant absolvieren. Aber noch immer ist die Karibikinsel vom Frieden weit entfernt.

Rund um dieses Ereignis konstruiert Marlon James das vielschichtige Porträt der jamaikanischen Gesellschaft und nutzt dazu die Stimmen und Perspektiven der unterschiedlichsten Charaktere. Vom Journalisten, über Politiker, Gangster, Ausreisewilligen, Lebenden und Toten, dem Sänger und dem ständigen Sound des Reggae – alles ist vertreten und zeigt auf lebendige Art die verschiedensten Aspekte der Karibikinsel. James schreibt lebendig, aber dennoch ist die Lektüre manchmal zäh und anstrengend, weil man ob der Vielzahl der Personen und Perspektiven sehr konzentriert zu Werke gehen muss.

„Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ ist ein monumentales Werk, allein der Umfang mag den einen oder anderen Leser im Vorfeld schon abschrecken. Aber die 860 Seiten lohnen sich, gerade deshalb, weil man unglaublich viele Informationen und Denkanstöße erhält. Es ist allerdings von Vorteil, wenn man sich zumindest vor dem Lesen Basisinformationen beschafft, damit man die Schilderungen auch korrekt einordnen kann – der Wikipedia-Artikel über Jamaika ist ausreichend.


Operation Rubikon: Thriller (suhrkamp taschenbuch)
Operation Rubikon: Thriller (suhrkamp taschenbuch)
von Andreas Pflüger
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist eine hochtechnisierte, mächtige Bananenrepublik, 21. März 2017
Ist die BRD eine Bananenrepublik? Wie Richard Wolf, einer der Protagonisten im letzten Viertel des Buches zu seiner Tochter sagt: „ Ich habe geschworen, das Recht zu achten. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass ich diesen Satz einmal sagen würde, doch ich weiß jetzt, dass wir in einer Bananenrepublik leben. Es ist eine hochtechnisierte, mächtige Bananenrepublik. Aber sie bleibt, was sie ist.“

Dieser Eindruck bestätigt sich nach der Lektüre des Politthrillers „Operation Rubikon“ von Andreas Pflüger liest, bereits 2004 erschienen und nach dem unerwarteten Erfolg seines zweiten Romans „Endgültig“ glücklicherweise von Suhrkamp neu aufgelegt. Ich sage glücklicherweise, denn ich habe schon lange keinen Thriller mehr gelesen, dessen komplexe Story mich so gefangengenommen hat.

Worum geht es? Natürlich um die Verstrickung von Politik mit der organisierten Kriminalität, um internationale Drogenkartelle und illegale Waffengeschäfte, um Geheimdienste und Maulwürfe, um Verrat und Loyalität, um Leben und Tod und nicht zuletzt um eine gestörte Vater-Tochter Beziehung. Der Vater ist Richard Wolf, Präsident des Bundeskriminalamts, seine Tochter Sophie Wolf eine ehrgeizige Staatsanwältin, die damit beauftragt wird, einen Spezialeinsatz des BKA zu leiten. Mangels Erfahrung und persönlicher Fehleinschätzung geht dieser aber total in die Hose und kostet Menschenleben auf beiden Seiten. Offenbar tragen hier mächtige Drogenkartelle ihre Hahnenkämpfe aus, unterstützt von Insiderinformationen aus dem engen Kreis um den BKA-Präsidenten. Misstrauen macht sich breit und es stellt sich die Frage, wer die Interna weitergibt. Natürlich geht es um Geld, um viel Geld, aber auch um die Möglichkeiten der politischen Einflussnahme zum eigenen Vorteil. Und natürlich ist es nicht verwunderlich, dass nicht nur Mitarbeiter staatlicher Organe sondern auch korrupte Politiker ihren Anteil am Kuchen haben möchten.

Wow, was für ein Buch! „Operation Rubikon“ bietet Hochspannung von Anfang bis zum Ende, und es wundert mich nicht, dass Andreas Pflüger mehrere Jahre an diesem Thriller geschrieben hat. So komplex, so detailreich, so dicht, aber auch im höchsten Maße elegant und logisch aufgebaut – es war mir eine wahre Freude. Dazu die Informationen, die der Autor aus erster Hand von zahlreichen Fachleuten u.a. Herrn Zachert, dem ehemaligen Präsidenten des Bundeskriminalamts, erhalten und in seiner Story entsprechend verarbeitet hat (siehe dazu die Danksagung am Ende des Buches). Nicht zu vergessen die Erläuterungen zu Struktur und Vorgehensweise der diversen bundesdeutschen Sicherheitsorgane. Das alles verpackt in einer intelligenten Story – so muss ein erstklassiger Politthriller sein. Lesen! Unbedingt!


Last Minute Vegetarisch - Richtig lecker kochen in nur 10 bis 20 Minuten
Last Minute Vegetarisch - Richtig lecker kochen in nur 10 bis 20 Minuten
von Anne-Katrin Weber
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schnelle Gerichte für jeden Geschmack, 19. März 2017
Wer kennt das nicht? Da hat man einen langen Arbeitstag in den Knochen, kommt nach Hause und möchte eigentlich nur noch auf die Couch sinken, hat aber einen Bärenhunger. Lieferdienst ist keine Alternative, denn erstens sind die üblichen Pizzas langweilig und zweitens ungesund. Und außerdem sollte ja auch die Abwechslung auf dem Speiseplan nicht zu kurz kommen. Anne-Katrin Webers neues Kochbuch „Last Minute Vegetarisch - Richtig lecker kochen in nur 10 bis 20 Minuten“ bietet hier die Lösung, denn die Rezepte, die sie darin vorstellt, sind schneller realisiert, als die Lieferung einer Pizza dauert. Und hier findet sich auch für jeden Geschmack etwas, ganz gleich, ob herzhaft oder süß, einfach oder raffiniert, kalt oder warm. Ich ernähre mich zwar nicht ausschließlich vegetarisch, habe aber den Fleischkonsum stark eingeschränkt und ernähre mich bewusst, von daher ist dieses Kochbuch genau das Richtige für Gerne-Esser, die neue Anregungen für gesunde Mahlzeiten suchen.

Wie immer, wenn es schnell gehen muss, ist eine gute Planung alles. Man sollte immer einen Vorrat an schnellkochenden Zutaten im Hause haben, ganz gleich, ob Beilagen wie Nudeln, Couscous, fertige Tortillas oder bereits vorgegarte Lebensmittel. Dazu, und das versteht sich von selbst, eine gut gefüllte Salat/Gemüseschublade im Kühlschrank. Und schon kann es losgehen.

Der Aufbau des Kochbuches orientiert sich an den verschiedenen Geschmäckern, und die jeweiligen Gerichte sind entsprechend geordnet: Knackiges, Aufstriche, Leichtes, Pestos, Deftiges, Stullen, Knuspriges, Smoothies und Süsses, wobei die Zubereitungszeiten im Durchschnitt bei jeweils 15 Minuten liegen. Das reicht von Suppen über Pfannengerichte bis hin zu Überbackenem aus dem Backofen und ist ein kunterbunter Mix aus den Küchen der Welt. Meine Favoriten sind die Spinattarte und die Linsenbratlinge mit Tahin-Dip – so lecker!

Pro Rezept gibt es eine Doppelseite, wobei die Zutaten sowie die Zubereitung plus benötigter Zweit separat aufgeschlüsselt sind, und ein appetitliches Foto das Endergebnis präsentiert. An die Töpfe, Achtung, fertig, los!


Trümmerkind: Roman
Trümmerkind: Roman
von Mechtild Borrmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Über das Schweigen, 7. März 2017
Rezension bezieht sich auf: Trümmerkind: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Romane der mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneten Autorin Mechtild Borrmann zeichnen sich durch die Verbindung von Historie und Spannung aus. Auch in „Trümmerkind“ verknüpft sie individuelle Schicksale mit der deutschen Geschichte und nimmt ihre Leser in drei verschiedenen Handlungssträngen mit nach Köln, Hamburg und in die Uckermark, der zeitliche Rahmen sind die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs, die Nachkriegszeit und die neunziger Jahre. Allerdings ist „Trümmerkind“ für mich nur bedingt ein Kriminalroman, denn in erster Linie geht es in diesem Roman um die Suche nach Identität, nach den Wurzeln, um die Frage nach dem „Wer bin ich?“ und „Wo komme ich her?“.

1946/47, der Winter ist bitterkalt, es fehlt an allem. Lebensmittel sind kaum aufzutreiben, selbst das Brennholz ist knapp. Die Väter sind im Krieg gefallen oder werden vermisst, also müssen die Mütter die Familien durchbringen. Und wenn sie Glück haben, gibt es einen halbwüchsigen Sohn, der sie unterstützt. So einer ist Hanno Dietz, der mit Mutter und Schwester in einem ausgebombten Haus in Hamburg lebt und seine Tage damit verbringt, die Trümmerhaufen nach wiederverwertbaren Dingen zu durchsuchen. Auf einer seiner Touren findet er einen weiblichen Leichnam und daneben einen kleinen Jungen, stumm und total verstört, den er kurzentschlossen mit nach Hause nimmt. Informationen zu dessen Herkunft gibt es nicht, und so wächst er quasi als das dritte Kind der Familie Dietz auf.

Im Jahr 1992 macht sich eine Kölnerin in die Uckermark auf, um sich gegen den Willen ihrer Mutter mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Aber was sie dort in Erfahrung bringt, sät Zweifel in ihr, passt es doch so gar nicht mit den Erzählungen ihrer Mutter zusammen.

Als die Rote Armee 1945 auf ihrem Weg gen Westen ist, müssen die Bewohner von Gut Anquist ihre wichtigsten Besitztümer zusammenpacken und sich einem Treck anschließen. Vorbei ist es mit der einstigen Junkerherrlichkeit, das nackte Überleben ist angesagt.

Meisterhaft verbindet Mechtild Borrmann diese drei Handlungsstränge miteinander und enthüllt nach und nach das lange verborgene Geheimnis einer Familie. Sie schmückt nicht aus und verliert sich nicht in Nebensächlichkeiten, sondern bleibt immer eng an den Menschen, von deren Handeln in schweren Zeiten sie uns erzählt. Ob gut oder böse, die Wertung überlässt sie dem Leser. Sie schildert die Menschlichkeit in dunklen Zeiten, die Hoffnung schafft, aber auch die Skrupellosigkeit, die noch nicht einmal vor Mord zurückschreckt. Vor allem aber schildert sie das Schweigen, das Nicht-Wahrhaben-Wollen einer Generation, die sich nicht verweigert hat und dadurch zum willfährigen Werkzeug wurde.


Vegetarisch mit Liebe: 120 Rezepte von Apfel bis Zucchini
Vegetarisch mit Liebe: 120 Rezepte von Apfel bis Zucchini
von Jeanine Donofrio
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inspirationen für die Verarbeitung altbekannter Zutaten, 6. März 2017
Jeanine Donofrio kommt aus Austin, Texas und betreibt seit 2011 gemeinsam mit ihrem Mann Jack Mathews den äußerst erfolgreichen Foodblog „ Love & Lemons“, der bereits von zahlreichen (amerikanischen) Publikationen ausgezeichnet wurde. Und nun ist mit „Vegetarisch mit Liebe“ (Love & Lemons Cookbook) endlich das Kochbuch zum Blog erschienen.

Auf dieses Kochbuch habe ich schon lange gewartet, denn mir geht es ähnlich wie Donofrio und Mathews. Ich ernähre mich nicht ausschließlich vegetarisch, koche und esse aber bewusst und habe meinen Fleischkonsum über die Jahre hin stark reduziert. Meine Art des Kochens ist der der Autorin vergleichbar: ich kaufe bewusst und regional ein und überlege mir erst dann, wenn ich vor dem Kühlschrank stehe, was ich mit den vorhandenen Zutaten zubereiten möchte. Aber manchmal gehen auch mir die Ideen aus, oder ich möchte etwas Neues mit altbekannten Zutaten ausprobieren. Also heißt es einmal mehr, die zahlreichen Kochbücher nach neuen Ideen zu durchforsten, was oft mangels vorhandener Zeit und Hunger der Mitesser nicht immer praktikabel ist. Und hier greift „Vegetarisch mit Liebe“, denn der Aufbau dieses Kochbuchs ist nicht, wie sonst üblich, an der klassischen Menüfolge orientiert, sondern richtet sich nach alphabetischer Sortierung an den Produkten aus. Von A wie Apfel bis Z wie Zwiebel ist somit alles an Obst und Gemüse zu finden, was die Hofläden und Bauernmärkte hergeben, was in der wöchentlichen Biokiste oder aber auch sonst ohne lange Sucherei überall zu haben ist. Am Ende jeden Gerichtes gibt die Autorin noch spezielle Hinweise dafür, wie man, so es denn notwendig ist, die Zutaten durch glutenfreie bzw. vergane Produkte ersetzen kann. Abgerundet werden die Rezepte durch praktikable Tipps zur kreativen Resteverwertung, durch Variationsmöglichkeiten von Altbekanntem und zahlreiche Grundrezepte für Cremes, Soßen, Aufstriche und Beilagen.

Jedem Rezept steht eine Doppelseite zur Verfügung, rechts die Liste der Zutaten und die Anweisung zur Zubereitung (verantwortlich dafür Jeanine Donofrio), links ein ansprechendes Foto des Resultats (von Jack Mathews mit der Kamera ins rechte Licht gesetzt). Hier hätte ich mir allerdings noch die entsprechenden Nährwertangaben gewünscht. Aber das ist auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich an dieser Rezepte-Sammlung habe.

Ein sehr schönes Kochbuch mit kreativen Rezepten für alle Hobbyköche, die nach Inspirationen für die Verarbeitung altbekannter Zutaten suchen, um daraus ein leckeres Essen mit Wow-Effekt zu zaubern.


Straße der Gewalt: Ein Dave-Robicheaux-Krimi, Band 13
Straße der Gewalt: Ein Dave-Robicheaux-Krimi, Band 13
von James Lee Burke
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Klasse für sich, 6. März 2017
Die Lücken schließen sich, dem PENDRAGON Verlag sei Dank. Nachdem nun „Straße der Gewalt“ (Last car to Elysian Fields, 2003), Band 13 der Dave Robicheaux-Reihe von James Lee Burke (erstmals in deutscher Übersetzung von Jürgen Bürger) vorliegt, warten von den mittlerweile zwanzig Romanen „nur“ noch sechs auf die Übertragung ins Deutsche. Da die Veröffentlichungen leider nicht in Reihe erfolgen, ist es bisweilen schwierig für den Leser, mit den Veränderungen der Lebensumstände des Protagonisten Schritt zu halten. Aber nach kurzem Einlesen, bekommt das schon ohne größere Schwierigkeiten sortiert.

„Straße der Gewalt“ setzt an einem Punkt ein, an dem es für Dave Robicheaux gar nicht gut läuft. Sein Haus ist niedergebrannt, die Liebe seines Lebens ist tot, seine Adoptivtochter hat die Koffer gepackt und ist nun am College. Deprimierend, denn alles, was ihm Halt gab, ist nun dahin, und als einzige Konstante ist nur noch sein Kumpel Clete Purcel übrig geblieben.

Jimmie Dolans Hilferuf, Priester und Freund aus alten Tagen, kommt genau richtig und führt Dave und Clete zurück an die alte Wirkungsstätte, mitten hinein in das dunkle Herz des „Big Easy“. Illegale Müllkippen, verseuchtes Grundwasser, ein spurlos verschwundener Blues-Musiker, skrupellose Schläger und Mafia-Killer, drei tote Teenager – und mittendrin Robicheaux und Purcel auf ihrem Kreuzzug. Die unbequemen Kämpfer mit Prinzipien und Moralvorstellungen, die sich nur ihrem eigenen Gewissen verpflichtet fühlen und auch dementsprechend agieren, haben sie doch nichts mehr zu verlieren.

James Lee Burke ist ein begnadeter Geschichtenerzähler, der vollkommen auf diese Fähigkeit vertrauen kann, was er einmal mehr in „Straße der Gewalt“ beweist. Er muss den Leser nicht mit obskuren Täuschungsmanövern in die Irre führen oder auf der Zielgeraden mit billigen Tricks den Täter aus dem Hut zaubern. Stattdessen bietet er seinen Lesern eine komplexe Story mit zahlreichen Handlungssträngen – inklusive eines Exkurses in die Geschichte des Strafvollzugs in Louisiana - und einer Vielzahl an Personen, zu deren Handlungen er aber im Detail die entsprechenden Hintergrundinformationen liefert, was wiederum für die gewünschte Tiefe sorgt. Absolut gelungen. Und natürlich schafft es Burke wie immer mühelos, alle losen Handlungsfäden am Ende stimmig zu verknüpfen. Hier gibt es absolut nix zu meckern – James Lee Burke ist zweifelsfrei eine Klasse für sich!


Street Food international: Frisch & lecker
Street Food international: Frisch & lecker
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Ein schönes Themen-Kochbuch zum kleinen Preis, 5. März 2017
In den vergangenen Jahren hat die Beliebtheit von Street Food weltweit zugenommen, und durch unsere Reisefreudigkeit kennen wir mittlerweile auch genügend Alternativen zu den ewig gleichen „Kleinigkeiten auf die Hand“. Aber nicht jeder wohnt in der Großstadt, und so bleibt meist doch nur die Currywurst, Döner Kebab oder der schnelle Burger. Aber das war gestern, denn nun gibt es mit „Street Food international: Frisch & lecker“ aus dem Naumann & Göbel Verlag ein preiswertes Kochbuch, das die beliebtesten Rezepte aus aller Welt vorstellt, sodass sich jeder, ohne größeren Aufwand, die besten Kleinigkeiten, als Hauptmahlzeit oder Leckeres für zwischendurch, zubereiten kann. Ob „Brüsseler Waffeln“, „Baba-Ganoush-Taschen“, „BLT-Sandwich“, „Quesadillas“, „Bánh Mì oder „Samosas“ – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Der Aufbau des Kochbuches ist nach Regionen gegliedert, die den Esser von Europa, über den Orient, die Vereinigten Staaten bis nach Asien und Indien führen und sowohl die bekannten Schnellgerichte wie Frühlingsrollen oder Fish and Chips, sondern auch Mung Dal oder Churros vorstellen. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Vegetarisch oder mit Fleisch, süß und herzhaft, jeder findet das, wonach ihm gerade der Sinn steht.

Die Rezepte werden jeweils auf Doppelseiten vorgestellt und sind so gehalten, dass auch ein Kochanfänger sie realisieren kann. Die Zutaten sind immer für 4 Personen angegeben, lassen sich aber problemlos auch auf andere Personenzahlen erweitern oder reduzieren. Angaben zur Zubereitungszeit und Nährwert runden die Angaben ab, sodass man mit allen notwendigen Informationen versorgt wird. Und die ansprechenden Fotografien machen Lust aufs Nachkochen.

Ein schönes Themen-Kochbuch zum kleinen Preis – was will man mehr?


Gefrorener Schrei: Roman
Gefrorener Schrei: Roman
von Tana French
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Manchmal ist weniger mehr, 28. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: Gefrorener Schrei: Roman (Broschiert)
Die irischen Autorin Tana French schreibt Kriminalromane der besonderen Art. Genretypisch gibt es natürlich gewaltsame Todesfälle, eine Mordkommission, die in Dublin beheimatet ist und ein Team von Kriminalbeamten, das die Fälle bearbeitet. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn French setzt andere Prioritäten. Es ist zwar die Beschreibung der Polizeiarbeit, die ihr die Folie liefert, vor deren Hintergrund sie das en détail schildert, was ihr am Herzen liegt, nämlich die Psyche ihrer Ermittler. Und so ganz nebenbei reißt sie auch immer wieder gesellschaftspolitische Themen an. In dem aktuellen Fall geht es unter anderem um die Frage, inwieweit sich Frauen anpassen bzw. verbiegen müssen, um Anerkennung zu erlangen und akzeptiert zu werden.

„Gefrorener Schrei“ ist der sechste Band der Reihe, und diesmal geht es um den Tod einer jungen Frau, die in Erwartung eines romantischen Abendessens von ihrem Liebhaber ermordet wurde. So weit, so klar – oder etwa doch nicht? Antoinette Conway und Stephen Moran wird der Fall übertragen, und der Leser begleitet die beiden Detectives in ihrem Arbeitsalltag. Und genau das ist wieder eine der Besonderheiten der Autorin: in jedem ihrer bisherigen Romane steht ein anderes Ermittlergespann im Mittelpunkt, um das herum sie den Fall nach und nach aufrollt. Dabei versenkt sich die Autorin tief in das Seelenleben ihrer Protagonisten hinein und lässt den Leser nicht nur an den Spekulationen und Erfolgen, sondern auch an deren Selbstzweifeln und Rückschlägen teilhaben. Der vorliegende Roman ist aus Conways Sicht erzählt, aktuell die einzige Frau im Team der Mordkommission, die dementsprechend misstrauisch von ihren männlichen Kollegen beäugt wird und von Anfang an die Ellenbogen ausfahren muss, um sich Respekt zu verschaffen. Und obwohl sie einen guten Job macht, verweigern ihr die Kollegen die verdiente Anerkennung. Und da Rache ein Gericht ist, das am besten kalt serviert wird, enthält sie ihnen dafür wichtige Ermittlungsergebnisse vor. Und so kann sie mit ihrem Partner Moran in aller Ruhe der Vermutung nachgehen, die sie seit Beginn der Untersuchung hat: jemand aus dem Team behindert die Aufklärung des Mordes. Wer ist es, und welches Interesse steckt dahinter? Und gab es eine Verbindung zwischen der Toten und einem von Conways Kollegen?

Die ersten vier Romane Tana Frenchs habe ich sehr gerne gelesen, „Geheimer Ort“ (Bd. 5) konnte mich leider nicht überzeugen, was aber vielleicht auch damit zusammenhing, dass mich der Plot immer wieder an Donna Tartts Roman „Die geheime Geschichte“ erinnert hat.

„Gefrorener Schrei“ nun lässt mich zwiespältig zurück. Viel zu viel Nabelschau der Protagonisten, viel zu viele Was-wäre-wenn Szenarien, die unnötige Längen kreieren und so die Geduld des Lesers auf eine harte Probe stellen. Bleibt mir nur zu schlussfolgern, dass die eine oder andere Kürzung die Story mit Sicherheit nicht verfremdet, sondern ihr im Gegenteil eher gut getan hätte.


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