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Rezensionen verfasst von
Hamlet
(TOP 500 REZENSENT)   

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Glut und Asche: Thriller
Glut und Asche: Thriller
von James Lee Burke
  Broschiert
Preis: EUR 17,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz großes Kino, Mr Burke!, 23. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Glut und Asche: Thriller (Broschiert)
Der Kampf Gut gegen Böse, in einer Landschaft, die der heimliche Protagonist des Romans ist – „Glut und Asche“, Band drei der Hackberry Holland-Reihe des amerikanischen Schriftstellers James Lee Burke.

In einem Alter, in dem seine Altersgenossen ihren verdienten Ruhestand genießen, im Schaukelstuhl auf der Veranda sitzen und in den Sonnenuntergang schauen, ist Hackberry Holland noch immer als Sheriff im texanischen Grenzland unterwegs und versucht, in seiner Gemeinde Recht und Ordnung zu bewahren. Außer kämpfen hat der Koreakrieg-Veteran nichts gelernt, aber das hat er bis zur Perfektion entwickelt.

Als Danny Boy Lorca, ein abgehalfterter Ex-Boxer und Säufer, in der Wüste unterwegs ist, wird er Zeuge eines brutalen Mordes. Zwei Männer sind auf der Flucht, einer wird von einer mysteriösen Gestalt getötet, der andere kann fliehen. Zutiefst schockiert und voller Angst setzt er Holland von seiner Beobachtung in Kenntnis. Dessen Nachforschungen ergeben, dass es sich bei dem Toten um einen Informanten der DEA handelt. Und auch die Identität des Flüchtigen ist bald geklärt. Ihm sind einige dunkle Gestalten auf den Fersen, da er im Besitz brisanter Militärgeheimnisse ist, für die sich verschiedene Gruppierungen interessieren.

Bleibt nur noch die Frage nach dem Killer: war es Antonio Vargas, genannt Krill, oder aber der ihm hündisch ergebene Negrito? Und welche Rolle spielt die Asiatin „La Magdalena“, der Engel der Illegalen, die im Zuge der Ermittlungen immer wieder Hackberry Hollands Wege kreuzt? Aber auch ein alter Bekannter taucht wieder auf, den Holland bereits im Reich der Toten wähnte - Jack Collins, der „Preacher“ ist zurück, der Albtraum des Sheriffs…

Bildgewaltig und atmosphärisch dicht wie eh und je baut James Lee Burke seinen Roman auf, und natürlich eignet sich die karge Landschaft im Südwesten von Texas perfekt als Hintergrund für die Geschichte, die er zu erzählen hat. Es sind die Herausforderungen der amerikanischen Gegenwart, mit denen die Protagonisten speziell in dieser Gegend konfrontiert werden, denn die mexikanische Grenze ist nah. Schlepper und Immigranten, Drogendealer und Junkies, große und kleine Fische, alle sind vertreten und ständig im Kampf, um ihre Pfründe zu sichern.

Wie immer bei Burke passt die verwendete Sprache nicht in die Sonntagspredigt. Sie ist hart und direkt, oft an der Grenze, aber immer sowohl zur Person als auch zur Situation passend, und in Kombination mit den Beschreibungen der Landschaft ergibt sich so ein stimmiges Gesamtbild.

Ganz großes Kino, Mr. Burke!


Racheherbst (Walter Pulaski, Band 2)
Racheherbst (Walter Pulaski, Band 2)
von Andreas Gruber
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nach "Sommer" folgt "Herbst"..., 18. September 2015
In „Racheherbst“, dem neuen Thriller des österreichischen Autors Andreas Gruber, gibt es ein Wiedersehen mit Walter Pulaski, wegen seiner Asthma-Erkrankung mittlerweile Ermittler beim Kriminaldauerdienst in Leipzig, und der Wiener Anwältin Evelyn Meyers, die wir bereits aus dem Vorgänger „Rachesommer“ kennen. Allerdings dauert es eine ganze Weile, bis sich deren Fährten kreuzen, nämlich bis auf Seite 369. Bis dahin schlagen sich beide mit ihren eigenen Fällen herum, nicht wissend, dass es einiges an Gemeinsamkeiten gibt.

Pulaski ermittelt im Fall der beiden Schwestern: Natalie, die ältere der beiden, wurde unter einer Leipziger Brücke angeschwemmt. Die Untersuchung der Leiche fördert Erschreckendes zutage. Vor ihrem Tode musste sie unvorstellbaren Grausamkeiten ausgesetzt sein, denn jeder einzelne Knochen in ihrem Körper ist gebrochen. Es stellt sich heraus, dass sie ganz unten angekommen war. Aber wer kümmert sich schon um den Mord an einer drogenabhängigen Prostituierten?

Ungefähr zeitgleich verschwindet ihre jüngere Schwester spurlos. Und auch hier hält sich das Engagement der Polizei in Grenzen. Daran verzweifelt Mikaela, die Mutter der beiden jungen Frauen, die daraufhin die Zelte hinter sich abbricht und auf eigene Faust zum einen nach dem Mörder, zum anderen nach ihrer verschwundenen Tochter sucht. Unterstützt wird sie von Pulaski, selbst Vater einer Tochter, und mit dem minimalen Einsatz seiner Polizeikollegen nicht einverstanden. Ihre Nachforschungen führen sie zu einem Killer, der eine blutige Spur durch Europa zieht.

In Wien schlägt sich derweil die junge Anwältin Evelyn Meyers mit ihrem ersten Klienten herum. Ein erfolgreicher Arzt ist des Mordes angeklagt und besteht darauf, von ihr verteidigt zu werden. Offenbar möchte er die persönlichen Beziehungen seiner Anwältin zur Staatsanwaltschaft nutzen. Und obwohl er immer wieder seine Unschuld beteuert, hat die Anwältin ein ungutes Gefühl.

Andreas Gruber versteht es, den Leser bei der Stange zu halten. Durch die beiden Handlungsstränge, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden, bleiben sowohl Spannung als auch Tempo durchgängig auf hohem Niveau. Allerdings bietet die Auflösung des Falls keine Überraschung, und auch die Motivation des Täters wird lediglich en passant erwähnt.

Dafür punktet er bei seinen Personen. Nicht nur die Haupt- sondern auch die Nebenfiguren sind sympathisch und mit viel Liebe zum Detail angelegt. Man nimmt ihnen ihre Reaktionen ab, sei es nun die Mutter, die aus Verzweiflung völlig unüberlegt agiert und von einer gefährlichen Situation in die nächste gerät, oder aber Pulaski, dem dieses Verhalten Bewunderung abringt, obwohl Mikaela immer wieder seine Gutmütigkeit ausnutzt und ihn auch schädigt. Einzig die Anwältin bleibt eine recht blasse Protagonistin, was aber nicht weiter verwundert, denn der Schwerpunkt der Handlung liegt eindeutig bei dem Duo Pulaski/Mikaela.

Nach Sommer folgt Herbst, und wenn der Autor die Chronologie der Jahreszeiten fortführt, erwartet uns als nächstes wohl ein „Rachewinter“ – wir dürfen gespannt sein!


Mauersegler
Mauersegler
von Christoph Poschenrieder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben ist Eins und Tod ist Null, 16. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Mauersegler (Gebundene Ausgabe)
Altwerden ist nichts für Feiglinge, so sind die Lebenserinnerungen eines bekannten deutsche Schauspielers betitelt – und er hat recht. Diese Erfahrung teilen auch fünf ältere Männer, die deshalb beschließen, den letzten Lebensabschnitt gemeinsam zu begehen, bis zum bitteren Ende. Sie kennen sich gut, sind Freunde seit Kindertagen und haben so manches erlebt. Das schweißt zusammen. Aus den Augen haben sie sich nie verloren, mögen ihre Lebenswege auch noch so unterschiedlich verlaufen sein. Nicht zuletzt, weil sie sich die Schuld an dem Unfall geben, bei dem ihr Freund„ der kleine Martin“ auf tragische Weise ums Leben kam. Und damals waren sie noch Kinder.

Nun also verbringen sie die letzte Zeit ihres Daseins miteinander, und jeder von ihnen hat seine Eigenheiten: Wilhelm, der Jurist, der mittlerweile im Rollstuhl sitzt. Heinrich, der Food Designer, der jahrzehntelang seinen Mitmenschen den größten Dreck als Nahrungsmittel verkauft und nun die Seiten gewechselt hat. Siegfried, Dramaturg und Ladykiller, zieht nun ehrenamtlich die Fäden an der Provinzbühne. Ernst, Software-Entwickler mit einem beträchtlichen Vermögen und Eigentümer der Villa am See. Und Carl, Philosoph und Journalist, ehemaliger Chefredakteur eines wenig erfolgreichen Magazins, durch dessen Augen wir das Zusammenleben dieser Seniorentruppe betrachten.

Im Großen und Ganzen ist das Zusammenleben der Freunde stressfrei, zumindest solange alle gesund sind. Als aber allmählich die ersten Zipperlein auftreten und Wilhelm durch die Amputation seines Raucherbeines Betreuung fast rund um die Uhr benötigt, rückt das Thema Pflegebedürftigkeit und selbstbestimmter Tod in ihren Fokus. Ernst, der Software-Entwickler, hat die Idee. Er programmiert den „Todesengel“, ein entsprechendes Programm, mit dem jeder selbst bestimmen kann, wer ihm auf der letzten Etappe des Weges unterstützend zur Seite stehen soll. Zusätzlich stellen die Senioren Katarina, eine kirgisische Pflegekraft, ein, die ihnen im Alltag helfend unter die Arme greifen soll. Und plötzlich ist wieder Leben im Haus, denn Katarina hat so eine Idee…

Es ist wunderbar und selten in der Literatur zu finden, wie leicht Poschenrieder mit diesem ernsten Thema umgeht, das unsere Gesellschaft die nächsten Jahrzehnte beschäftigen wird. Gelungene Charakterisierungen mit ironischen Untertönen, jeder Menge Situationskomik, alltagsphilosophischen Einsprengseln sowie einer Prise Melancholie machen aus diesem Roman ein absolutes Lesehighlight.


Die stille Bestie: Thriller (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 6)
Die stille Bestie: Thriller (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 6)
von Chris Carter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Robert Hunters persönlichster Fall, 16. September 2015
Es ist Robert Hunters persönlichster Fall, den Chris Carter in dem sechsten Band der Hunter-und-Garcia Reihe „Die stille Bestie“ beschreibt, denn in diesem wird der Profiler des Los Angeles Departments für besondere Gewaltverbrechen vom FBI zu einem Fall hinzugezogen. Lucien Folter, sein Freund und Zimmergenosse aus Studententagen wird des Mordes beschuldigt und hüllt sich bei den Vernehmungen in Schweigen. Die einzige Äußerung, die er sich entlocken lässt, ist seine Forderung nach Robert Hunter, denn nur ihm gegenüber möchte er sich zu den Vorwürfen äußern. Natürlich beteuert er seine Unschuld, aber in Hunter, der ein „Menschenleser“ mit einem ausgeprägten Gespür für sein Gegenüber ist, keimen erste Zweifel. Sollte er womöglich von seinem alten Freund getäuscht worden sein?

Bisher habe ich alle Bände Reihe gelesen und muss feststellen, dass dieser Thriller sich stark von den Vorgängern unterscheidet. Zum einen konzentriert sich hier die Handlung komplett auf Robert Hunter und das Psycho-Duell mit dem des mehrfachen Mordes beschuldigten Lucien Folter, sein Partner Garcia taucht nur kurzzeitig zu Beginn in seinem Nebensatz auf. Zum anderen plaudert hier der Autor, der nach dem Studium der forensischen Psychologie mehrere Jahre als Kriminalpsychologe tätig war, aus dem Nähkästchen und weist bereits vor Beginn des Thrillers darauf hin, dass die geschilderten Ereignisse auf realen Fällen beruhen. Während des Thrillers untermauert er auch immer wieder Fiktion mit theoretischen Fakten, was dem Beschriebenen stellenweise schon fast Lehrbuchcharakter verleiht.

Üblicherweise mag ich es nicht, wenn bereits zu Anfang die Frage nach dem Täter geklärt ist. Hier hat es mich nicht gestört, im Gegenteil, denn die Spannung baut sich genau aus diesem Wissen und dem daraus folgenden Psychoduell der beiden Protagonisten auf. Überschaubare Kapitel mit den obligatorischen Cliffhangern bringen Tempo in die Story, die sich trotz ihrer 450 Seiten zügig weglesen lässt.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: die Art der Gesprächsführung der beiden Protagonisten. Nach Clarice Starlings Besuchen bei Hannibal Lecter wurde diese auf Gegenseitigkeit beruhende Befragungstechnik in zahlreichen Filmen, in denen es um die Überführung eines Serienmörders geht, überstrapaziert. Hier dient es jedoch über weite Strecken dazu, dem Leser endlich die seit fünf Bänden vorenthaltenen persönlichen Informationen zur Person Robert Hunters zu geben – deshalb sei es dem Autor verziehen.


Der Giftzeichner: Ein Lincoln-Rhyme-Thriller
Der Giftzeichner: Ein Lincoln-Rhyme-Thriller
von Jeffery Deaver
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tödliche Tattoos, 16. September 2015
Als der amerikanische Autor Jeffery Deaver 1997 in dem Thriller 'Der Knochenjäger' den querschnittsgelähmten New Yorker Forensiker Lincoln Rhyme als Hauptfigur einführte, konnte er es sich sicher nicht vorstellen, welch großen Erfolg er mit diesem ungewöhnlichen Protagonisten haben würde. Mittlerweile ist diese erfolgreiche Reihe auf elf Bände angewachsen, und in 'Der Giftzeichner', dem neuesten Fall, ermittelt Rhyme wieder gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Polizistin Amelia Sachs, in einer ganz besonders abscheulichen Mordserie.

Eine junge Frau wird in einem unteririschen Tunnel ermordet auf gefunden. Die Untersuchung der Leiche ergibt, dass sie unter unvorstellbaren Schmerzen an einer Tätowierung gestorben sein muss, die mit einer giftigen Substanz in ihre Haut geritzt wurde. Und sie soll nicht die einzige Tote bleiben. Jeder, der sich dem 'Giftzeichner' in den Weg stellt, erleidet das gleiche Schicksal. Er überwältigt seine Opfer, verschleppt sie in unterirdische Gänge und tätowiert sie mit giftigen Extrakten, die er aus den entsprechenden Pflanzen selbst hergestellt hat, sodass sie einen qualvollen Tod erleiden. Nicht nur die Bewohner New Yorks sind in Alarmbereitschaft, sondern auch Lincoln Rhymes Team, denn ein Fetzen Papier am Fundort der ersten Leiche stellt die Verbindung zu einem früheren Fall her.

Deavers Thriller garantieren immer wieder Hochspannung ab der ersten Seite, und das trifft auch auf den 'Giftzeichner' zu. Es sind verschiedene Faktoren, die dafür verantwortlich sind: einerseits der in (fast) allen körperlichen Funktionen eingeschränkte, aber mit einem messerscharfen Verstand ausgestattete Lincoln Rhyme, der in akribischer Arbeit jeden noch so kleinsten Hinweis entschlüsselt. Auf der Gegenseite immer (!) ein kriminelles Mastermind, skrupellos und mit allen Wassern gewaschen. Dazu kommen detaillierte Informationen zur Ermittlungsarbeit, wie im vorliegenden Fall zu Giftpflanzen und der Kunst des Tätowierens, die interessante Fakten transportieren ' man lernt also während der spannenden Lektüre noch etwas dazu. Gut gelungen ist auch die Verbindung, die zwischen dem 'Giftzeichner' und dem alten Fall des 'gehetzten Uhrmachers' (Band 7 der Reihe) hergestellt wird. Und natürlich dürfen auch die für den Autor typischen Wendungen im Handlungsverlauf nicht fehlen, die immer wieder für Überraschungen sorgen, auch wenn man als regelmäßiger Deaver-Leser förmlich darauf wartet.

Ein lobendes Wort zum Schluss: üblicherweise kann man bei den meisten Autoren im Verlauf einer Reihe einen Qualitätsabfall feststellen. Nicht so bei Jeffery Deaver. Hier wird das bekannte und erwartete Niveau jederzeit gehalten, auch im elften Band. Wer nach einem spannenden, unterhaltsamen Thriller Ausschau hält, wird mit 'Der Giftzeichner' bestens bedient. Lesen!


Scherbenseele: Psychothriller
Scherbenseele: Psychothriller
von Erik Axl Sund
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starker Tobak, 16. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Scherbenseele: Psychothriller (Broschiert)
Der neueste Psychothriller aus der Feder des schwedischen Autorenduos Jerker Eriksson und Hakan Axlander Sundquist, ist keine Fortsetzung der Victoria-Bergman-Reihe, die mit 'Krähenmädchen', 'Narbenkind' und 'Schattenschrei' im vergangenen Jahr bei den deutschen Thriller-Lesern mitten ins Schwarze getroffen hat.

'Scherbenseele', so der Titel, ist wiederum der Auftakt einer Trilogie, allerdings mit in sich abgeschlossenen Bänden, deren inhaltlicher Bezug zur Bergman-Reihe lediglich durch den ermittelnden Kommissar Jens Hurtig gegeben ist. Dieser muss sich mit einer Mordserie auseinandersetzen, die offenbar mit der Selbstmordwelle unter Jugendlichen verknüpft ist, die das Land erschüttert. Bei seinen Nachforschungen findet Hurtig heraus, dass es Gemeinsamkeiten zwischen den Freitoden gibt: alle Jugendlichen sind/waren im Besitz einer Cassette eines Interpreten namens 'Hunger', dessen düstere Lieder sie unmittelbar vor ihrem Tode hören. Und sie wählen außergewöhnlich grausame Methoden bei ihren Suiziden an.

Auf seiner Suche nach Antworten taucht Kommissar Hurtig in eine Parallelwelt ein, in die Szene, die sich im Untergrund trifft. Dort, wo sich junge Leute ohne Hoffnung an dunklen Orten treffen, um mit der Hilfe von Drogen und Musik ihrem hoffnungslosen Alltag wenigstens für einige Stunden zu entfliehen. Aber für die meisten gibt es kein Entkommen aus dem perspektivlosen Leben ' es sei denn, sie beenden es'

Was die beiden Autoren hier ihren Lesern bieten, ist harter Tobak und geht schon fast an die Schmerzgrenze dessen, was man sich vorstellen mag. Viele Szenen schonungslos, grausam bis ins Detail geschildert. Dazu die Beschreibung der Stockholmer Untergrund Szene, die deren düstere Atmosphäre, die Hoffnungslosigkeit der Jugendlichen, deren Resignation, das sich ergeben in das Unvermeidliche in jeder Zeile transportiert.

Durch kurze Kapitel und permanente Perspektivwechsel bietet 'Scherbenseele' den Lesern, die sich darauf einlassen, einen schnellen, harten, spannenden Thriller, der Pageturner-Qualitäten hat. Aber Warnung: allzu empfindlich sollte man nicht sein'


Finderlohn: Roman (Bill-Hodges-Serie, Band 2)
Finderlohn: Roman (Bill-Hodges-Serie, Band 2)
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was wäre wenn?, 9. September 2015
„Finderlohn“, der neue Roman von Stephen King, ist der zweite Band der Bill Hodges Trilogie. Bill Hodges, wer war das nochmal? Richtig, das war der pensionierte Detective des preisgekrönten Vorgängerbandes „Mr. Mercedes“, der gemeinsam mit Holly Gibney und Jerome Robinson besagten Killer jagte und dingfest machte. Und da das Böse bekanntlich niemals schläft, haben sie bereits einen neuen Fall in petto.

Die anderen Hauptfiguren sind Morris Bellamy, Die hard-Fan des erfolgreichen Autors John Rothstein, und Pete, der Sohn von Tom Saubers, dessen arbeitssuchender Vater vor einigen Jahren von Mr Mercedes überfahren wurde. Das Schicksal der beiden wird durch die Beute verknüpft, die Bellamy macht, als er den zurückgezogen lebenden Autor zuhause überfällt und tötet, nicht ohne dessen unveröffentlichten Manuskripte und eine größere Menge Bargeld mitzunehmen. Seine Beute versteckt er, bevor er eines schweren Verbrechens angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Nach Jahrzehnten wird er wegen guter Führung auf Bewährung entlassen und macht sich schnurstracks zu diesem Versteck auf. Vergebens, denn fünf Jahre zuvor hat Pete dieses zufällig entdeckt und leer geräumt. Blindwütig vor Zorn macht sich Bellamy auf die Suche nach demjenigen, der ihn bestohlen hat. Aber Bill Hodges wäre nicht der, der er ist, wenn er nicht alles in seiner Macht stehende tun würde, um Pete vor dem rachsüchtigen Mörder zu schützen, aber die Zeit arbeitet gegen ihn…

Besessene Fans, die auch vor Mord nicht zurückschrecken, gibt es in allen Bereichen. Man denke nur an das, was John Lennon geschah. Und es scheint, als ob die Frage „Was erwartet der Leser von einem Autor? Und was geschieht, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden?“ auch Stephen King umtreibt, denn bereits in dem vor fast dreißig Jahren erschienenen „Misery“ macht er diese Fragestellung zum Thema seines Romans. Aber im Gegensatz dazu ist „Finderlohn“ wesentlich differenzierter, da King sich hier nicht nur auf die Beziehung Autor/Leser sondern auch auf die Beziehung Leser/Werk beschreibt und gleichzeitig die Sozialisation eines Lesers stellvertretend an Pete Saubers betrachtet. Und natürlich fehlen auch die detaillierten Beschreibungen des kleinstädtischen Lebens nicht. Als besonderes Sahnehäubchen gibt es viele verborgene Querverweise zu bekannten Literaten und deren Werken, die der aufmerksame Leser bei näherem Hinschauen erkennen kann.

Ein spannender Thriller aus der Feder Stephen Kings – der abschließende Band wird ungeduldig erwartet!


Schwindel: Roman
Schwindel: Roman
von Tim Winton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach Erlösung, 7. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Schwindel: Roman (Gebundene Ausgabe)
„Schwindel“ ist der neue Roman des australischen Autors Tim Winton. Und wie bereits in „Der singende Baum“ steht auch hier im Zentrum der Handlung ein Gestrandeter, ein Außenseiter, der an einem Wendepunkt seines Lebens angelangt ist: Tom Keely, ehemaliger Umweltaktivist, dessen Leben in Scherben liegt und der droht, vollends vor die Hunde zu gehen. Früher in gesicherten Verhältnissen lebend, hat der Mittvierziger alles verloren, was ihm wichtig war. Nun steht er ohne Job da, seine Frau hat ihn verlassen und Trost findet er nur noch in der Flasche. Die Welt um sich herum betrachtet er aus sicherer Distanz, und die Tage schleichen ohne besondere Vorkommnisse dahin.

Die Gegend, in der Tom jetzt wohnt ist schäbig und genau so trostlos wie sein Dasein. Doch dann begegnet er Gemma, die im gleichen Hochhaus wohnt, und die er aus glücklichen Kindertagen kennt. Auch sie hat harte Zeiten hinter sich, geprägt von Gewalt in den verschiedensten Formen, und lebt ein Leben am Rande der Gesellschaft. Aber sie hat eine Aufgabe, denn da ihre Tochter eine Gefängnisstrafe verbüßt, lebt deren Sohn bei ihr, ein zutiefst verstörtes Kind.

Dieses zufällige Zusammentreffen markiert einen Wendepunkt in Toms Leben, denn das Kind rührt an längst verschüttete Gefühle und setzt einen Prozess der Heilung in Gang. Sein Beschützerinstinkt erwacht und er übernimmt wieder Verantwortung – nicht nur für Gemma und das Kind, sondern auch für sich selbst.

Es ist ein wunderbares Buch, das Tim Winton geschrieben hat. Sein Umgang mit Sprache ist außergewöhnlich, intelligent und dennoch leicht lesbar. Und obwohl streckenweise mehr als handlungsarm, kommt bei der Lektüre zu keinem Moment Langeweile auf, denn der Autor versteht es, Interesse an den Menschen seines Romans zu wecken. Seien es nun die persönlichen Lebensumstände oder die Umgebung, in der sich deren Alltag abspielt – alles wirkt authentisch und nicht gestelzt. Er weckt Sympathie für diese kleine Gruppe, die das Schicksal zusammengeführt hat und wünscht ihnen, dass sie die Erlösung finden, nach der sie suchen. Lesen!


Glück und Glas: Roman
Glück und Glas: Roman
von Lilli Beck
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Reise in die Vergangenheit, 3. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Glück und Glas: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin Lilli Beck hat eine interessante Vita. 1950 geboren, aufgewachsen in kleinen Verhältnissen, denen sie entkommen will. Deshalb geht sie in die Großstadt, wird dort von einem Modelscout entdeckt und ist fortan in verschiedenen Sparten dieses Business' tätig. Später ist sie auch auf Filmsets zu finden, es folgen Schreibversuche, bis 2008 ein Verlag ihr erstes Buch veröffentlicht. In ihrem neuen Roman 'Glück und Glas', der sich über einen Handlungszeitraum zwischen 1945 bis 2015 erstreckt, hat sie mit Sicherheit Eindrücke und Ereignisse ihrer eigenen Geschichte verarbeitet.

Anfang Mai 1945 erblicken in einer Klinik in München zwei Mädchen das Licht der Welt, Marion 'Moon' und Hannelore 'Lore'. Die eine hat bereits bei der Geburt den 'silbernen Löffel' im Mund, die andere wird in eine ungewisse Zukunft hineingeboren. Der Zufall will es, dass Hannelores Familie zu dieser Zeit eine Hausangestellte sucht, und so findet Marions Mutter eine Anstellung, bei der sie ihr Neugeborenes mit zur Arbeit bringen darf. Die Mädchen wachsen wie Schwestern auf und es scheint, das nichts und niemand die beiden je trennen kann. Ein solches Glück ist selten von Dauer. Das Blatt wendet sich, als ein Mann in das Leben der Freundinnen tritt, an den beide ihr Herz verlieren und der sie zu erbitterten Rivalinnen werden lässt. Aber auch ihre Lebensentwürfe unterscheiden sich elementar. Marion, die naive Träumerin, taucht in die glamouröse Welt der Models ein, während Hannelore, die bodenständige Realistin, ein Studium der Rechtswissenschaft absolviert. Sie bleiben locker in Kontakt, aber beide leben ihr eigenes Leben, setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Die Jahre vergehen und nicht immer läuft es für die beiden so, wie sie es sich ausgemalt haben, Erfolge und Rückschläge wechseln sich ab. Der gemeinsamen Erinnerungen wegen beschließen die beiden, sich an ihrem siebzigsten Geburtstag zu treffen und diesen miteinander zu feiern. Ob dieser Entschluss so weise ist?

Lilli Beck lässt in 'Glück und Glas' zwei Menschenleben, die verschieden aber dennoch untrennbar miteinander verbunden sind, sehr gelungen Revue passieren. Dabei verknüpft sie die individuellen Schicksale der beiden Protagonistinnen mit den Veränderungen in Deutschland während der Nachkriegsjahre. Ob Wirtschaftswunder, Studentenbewegung oder 'Love and Peace', der Autorin gelingt es sehr gut, das jeweilige Lebensgefühl zu beschreiben und das entsprechende Zeitkolorit zu transportieren.

Eine Reise in die Vergangenheit und ein unterhaltsamer Schmöker für trübe Herbsttage, bei dem zumindest ich das eine oder andere Aha-Erlebnis hatte.


Einfach genießen: Kochen Schritt für Schritt
Einfach genießen: Kochen Schritt für Schritt
von Nigel Slater
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Wer nicht genießt..., 2. September 2015
Am Anfang steht immer die Zutat – wer nach diesem Credo kocht, wird an Nigel Slaters „Einfach genießen“ seine helle Freude haben. Dieses Standardwerk ist bereits 2006 in der deutschen Erstausgabe erschienen, hat aber bis zum heutigen Tag nichts von seiner Aktualität eingebüßt und sollte in keiner Küchenbibliothek fehlen.

Wie für den englischen Food-Journalisten üblich, nimmt der Theorieteil großen Raum ein, wobei Theorie eigentlich nicht die richtige Bezeichnung ist. Korrekt wäre eher Küchenphilosophie. Slater spricht sich für einen entspannten und Genuss orientierten Umgang mit den Nahrungsmitteln aus, er steht hinter der Einstellung „Alles kann, nichts muss“. Ein schlechtes Gewissen sollte man sich nicht machen, und wenn der Appetit nach einer Pizza vom Lieferdienst oder einem Burger verlangt, who cares?
Die Freude am Kochen und nicht das sklavische Einhalten von Mengenangaben und Zutaten steht bei Slater im Vordergrund. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, wenn es darum geht, Rezepte abzuwandeln, setzt allerdings ein gewisses Maß an Basiswissen voraus.

Und hier kommt „Einfach genießen“ ins Spiel. Einem absoluten Neuling in der Küche würde ich dieses Werk allerdings nicht unbedingt in die Hand geben, mir scheint es eher geeignet für Hobbyköche, die ihre Fähigkeiten ausbauen und verfeinern möchten.

Zu Beginn nimmt Nigel Slater die diversen Küchengerätschaften, die heutzutage in keinem Haushalt fehlen sollten, unter die Lupe und prüft sie auf ihre Tauglichkeit. Es ist nicht verwunderlich, dass der Großteil völlig überflüssig ist. Warum sollte man einen Pizzaroller in der Schublade haben, wenn man die Pizza auch mit einem Messer zerteilen kann? Reduzieren auf das Wesentliche, dieses aber in bester Qualität – nach diesem Motto sollte man die Schränke und Schubladen füllen. Und da ist in meinem Fall dann durchaus auch Platz für ein preiswertes, kleines Messer, mit dem ich seit Jahrzehnten mein Gemüse schneide und dessen Form optimal in meiner Hand liegt.
Dann stellt sich natürlich auch noch die Frage nach den Lebensmitteln, nach Fleisch, Fisch, Kräutern, Obst-und Gemüsesorten. Welche gibt es, wie kann man sie zubereiten und wie lassen sie sich schmackhaft kombinieren?

Und natürlich gibt es auch Rezeptvorschläge. Basics wie Brühen, Fonds und Saucen, aber auch vollständige Gerichte sind hier zu finden. Allerdings unterscheiden sich Slaters Rezepte grundlegend von dem, was man in herkömmlichen Kochbüchern findet. Seine Art der Zutatenbeschreibung erinnert mich eher an die Art und Weise, wie traditionelle Rezepte innerhalb der Familie weitergegeben werden. Die Zutaten stehen fest, aber die Mengenangaben sind meist sehr vage und differieren von Fall zu Fall. Allerdings bietet Nigel Slater auch sehr oft Variationsmöglichkeiten an, falls bei spontanem Hunger das eine oder andere nicht im Vorratsschrank zu finden ist.

„Einfach genießen“ ist ein Kochbuch, dessen Titel Programm ist: Essen ist mehr als bloße Nahrungszufuhr. Genuß ist das Thema, denn „wer nicht genießt, ist ungenießbar“ (frei nach Konstantin Wecker).


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