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Ally MagicAllyPrincess BookDreams "Ally"

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Book of Lies
Book of Lies
von Teri Terry
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen schockierend myteriös, 10. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Book of Lies (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:

Quinn und Piper sind Zwillinge, sie gleichen sich äußerlich komplett. Während Piper bei ihren Eltern aufwachsen durfte und eine scheinbar behütete Kindheit hatte, wurde Quinn von ihrer Großmutter in Dartmoor, in einem sehr abgeschiedenen Haus großgezogen.

Auf der Beerdigung ihrer Mutter treffen die Schwestern das erste Mal aufeinander. Ein gefährliches Spiel aus Lügen beginnt, doch wer von den Beiden sagt die Wahrheit?

Meinung:

Teri Terrys Geschichten haben allesamt etwas gemeinsam, sie sind sehr außergewöhnlich und anders. Dies trifft sowohl auf den Inhalt als auch auf ihre Protagonisten zu. Seit ich ihre "Gelöscht-Trilogie" gelesen habe, bin ich unglaublich fasziniert von ihrem Schreibstil, ihrer Art zu erzählen sowie von ihrem Ideenreichtum. Daher war für mich auch sofort klar, dass ich "Books of Lies" lesen muss. Der Buchtitel ist gleich in doppelter Hinsicht perfekt gewählt, außerdem trägt er das Thema des Buches in sich. Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens Erfahrungen mit Lügen. Sei es nun mit kleinen Notlügen, die im Normalfall keine allzu großen Konsequenzen nach sich ziehen, oder aber auch mit richtig großen Lügen, die sehr vieles kaputt machen und zerstören können. Ich selbst bin ein sehr ehrlicher Mensch, ich hasse es zu lügen und belogen zu werden, denn ich habe schon sehr schlechte Erfahrungen mit Lügen gemacht. Ich habe eine Person über sehr viele Jahre in meinem Leben gelassen, trotz allem was vorgefallen ist, habe ich dieser immer wieder vertraut und auch verziehen. Wenn man einen Menschen liebt, tut man sehr viel für diesen und ist immer wieder bereit zu vergeben. Ganz besonders dann, wenn die vielen tollen und positiven Momente das eigene Leben schöner machen und bereichern.

In Teri Terrys Roman "Book of Lies" greift die Autorin genau dieses Thema auf berührende, interessante, aber auch verängstigende und ein wenig verstörende Weise auf. Sie entführt ihre Leser in das Leben der Zwillinge Quinn und Piper, die sich mit siebzehn Jahren das erste Mal auf der Beerdigung ihrer Mutter treffen. Die beiden Schwestern gleichen sich äußerlich so sehr, dass sie oft noch nicht einmal von Zak, Pipers Freund auseinander gehalten werden können. Schnell war mir eine der Beiden sympathischer, ich mochte ihre Art zu denken und wie sie ihre Umgebung betrachtet lieber. Dennoch blieb ich während des Lesens sehr wachsam, achtete auf kleine Zeichen, ob ich nicht doch falsch liegen könnte.

Piper wächst scheinbar behütet bei ihren Eltern auf, sie hat einen netten Freundeskreis und in Zak einen tollen Freund, der sie über alles zu lieben scheint. Quinn hingegen lebt sehr abgeschieden im Haus ihrer Großmutter. Sie darf nicht lügen, tut sie es dennoch, wird sie von klein auf hart dafür bestraft. Piper hingegen greift sehr oft auf Lügen zurück, da diese ihr Leben meist leichter und angenehmer machen. Niemand kann der jungen Frau böse sein, und so bekommt sie stets das was sie will. Als die beiden Schwestern zueinander finden, verändert sich ihre Welt vollkommen. Zum einen ist sofort dieses unsichtbare Band zu spüren, welches die Mädchen zusammenschweißt. Zum anderen stoßen sich Piper und Quinn aber auch ab, wie zwei Magnete, welche man versucht mit Gewalt zusammen zu pressen. Die beiden entwickeln eine Hassliebe, die durch eine gewisse Abhängigkeit, von Vertrauen, aber auch durch Misstrauen geprägt ist.

Zak und die Großmutter der Beiden sind die Einzigen, die in der kompletten Geschichte wissen, dass es zwei Mädchen gibt. Warum dies so ist, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Das Buch beginnt bereits sehr rasant, genauer gesagt am Tag der Beerdigung ihrer Mutter. Die Zwillinge treffen aufeinander, verheimlichen dies aber vor allen anderen. Zunächst bleibt Quinn bei Piper bzw. wohnt in Zaks Haus. In dieser Zeit geben sich die Zwei als Piper aus. Als diese den unbändigen Wunsch äußert endlich ihre Großmutter kennen zu lernen, verschlägt es die Schwestern, Zak und Hündin Ness, buchstäblich ans Ende der Welt, genauer gesagt nach Dartmoor. Ab hier beginnt die Geschichte immer skurriler, düstererer und auch magischer zu werden. Teri Terry hat ein unglaubliches Talent mich an ihre Bücher zu fesseln, selbst dann, wenn überhaupt nichts spektakuläres passiert, dies war auch bei "Book of Lies" nicht anders. Ich war bzw. bin definitiv fasziniert von dieser Geschichte, da ich das magische und mystische sehr mag. Dennoch gab es auch Augenblicke, in denen mich die Geschehnisse auf eine ganz seltsame Art abgestoßen haben. Ich spürte aber trotzdem ständig diesen Sog weiter lesen zu "müssen". Für mich ist die Frage danach, ob ich dieses Buch mochte/mag daher auch unglaublich schwer zu beantworten. Ich habe wie ja bereits erwähnt, Schwierigkeiten mit Lügen aller Art. Die Autorin zeigt uns auch auf beeindruckende Weise auf, wozu diese bzw. ein komplexes Konstrukt aus Lügen führen kann. Gut und Böse vermischen sich in "Book of Lies" immer mehr, es gibt viele Grauzonen, da die Zwillinge beides in sich tragen. Der Mystery - und auch der Fantasyanteil nehmen mit steigender Seitenzahl zu. Alles wird undurchsichtiger und verworrener. So wusste ich sehr lange Zeit nicht, wohin mich die Ereignisse letztendlich führen würden. Ich konnte mit keiner der beiden Schwestern eine wirkliche Nähe oder gar Verbundenheit aufbauen, obwohl ich durch die wechselnden "Ich-Perspektiven" in die Köpfe der beiden Protagonistinnen blicken konnte und immer sehr genau wusste, was die Jeweilige fühlt. Zak, die gute Seele, konnte ich viel näher an mich heran lassen. Er ist von Grund auf ehrlich, verlässlich und ein absoluter Ruhepool, der die oft sehr düstere und knisternde Atmosphäre auflockert und die Wogen glättet. Die Großmutter der Mädchen blieb mir auch sehr suspekt und undurchsichtig. Und auch wenn sie am Ende die einzig richtige Entscheidung trifft, konnte ich erst sehr spät viele ihrer Beweggründe nachvollziehen.

Lange Zeit hatte ich das Gefühl, dass ich keinen Einzelband lese bzw. es mit Sicherheit noch eine Fortsetzung des Romans geben wird. Gegen Ende des letzten Viertels klärt sich aber sehr viel auf, die Geschehnisse gewinnen nochmals an Fahrt und steuern zielgerichtet dem Finale entgegen, welches ich sehr passend und auch richtig finde. Dennoch bin ich ziemlich hin und hergerissen, kann aber mit Sicherheit sagen, dass Piper und Quinns Geschichte mir wohl immer im Gedächtnis bleiben wird. Teri Terry hält uns einen Spiegel vor und zeigt uns deutlich auf, wie viele richtige, aber auch falsche Entscheidungen man aus vermeintlicher Liebe, Gier und Wut treffen kann. Und was heftige/schlimme Lügen für eine Lawine in Bewegung setzten können, welche man einmal losgetreten nicht mehr aufhalten kann. Besonders verstärkt wird dies natürlich noch, wenn man ungewöhnliche Kräfte besitzt, wie es die beiden Protagonistinnen tun.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt großartig, mitreißend und fesselnd, sodass ich mich auch auf ihre zukünftigen Bücher einlassen und mich natürlich auch freuen werde, immer in dem Wissen, dass diese weitab von Mainstream sind.

Fazit:

Mit "Book of Lies" hat Teri Terry ein weiteres faszinierendes Buch geschrieben, welches sich mit dem Thema Lügen und der Macht dieser auseinander setzt. Die Zwillinge Piper und Quinn sind sehr interessante, skurrile, aber auch gefährliche Protagonistinnen, die mich des Öfteren überraschen, aber auch schockieren konnten. Der Genremix aus Thriller und Mystery zog mich in den Bann, schreckte mich aber auch ab und ließ mich schaudern.


Wenn wir fallen
Wenn wir fallen
von Jennifer Benkau
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen schöne Liebesgeschichte, 3. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Wenn wir fallen (Broschiert)
Inhalt:

Liz träumt sehr intensiv immer und immer wieder von dem selben Jungen, sodass dieser für sie schon beinahe real ist. Sie verbringt im Traum wundervolle Stunden mit ihrem Freund, die Zuneigung zu ihm wird stärker, und so beeinflusst er auch ihren Alltag ungemein.

Als Liz ihrem Dreamboy plötzlich tatsächlich gegenübersteht ist sie sprachlos. Doch Louis ist so ganz anders als in ihren Träumen. Kein bisschen sanft und liebevoll, sondern auf den ersten Blick das komplette Gegenteil. Louis ist Mitglied einer Gang, die am Tag ihrer Begegnung gerade dabei ist, eine Tankstelle zu überfallen. Liz hat sein Gesicht gesehen und kann ihn somit jederzeit der Polizei ausliefern, was sie allerdings nicht tut, da auch nach diesem schrecklichen Ereignis die schönen und geheimnisvollen Träume nicht aufhören.

Liz muss Louis kennenlernen und herausfinden, warum er sie jede Nacht in ihren Träumen heimsucht. Auch Louis möchte Liz wiedersehen, seine Intentionen sind allerdings ganz anderer Art.

Meinung:

Wer meinen Blog schon länger verfolgt bzw. mich kennt weiß, was für ein großer Jennifer Benkau Fan ich bin. Ihre Geschichten sind immer etwas ganz besonderes und alles andere als Mainstream. Ihre Protagonisten sind außergewöhnlich und bisher wusste ich bei keinem ihrer Bücher was wirklich auf mich zukommt, und wie ein Buch letztendlich endet. Daher habe ich mich unfassbar auf "Wenn wir fallen" gefreut, da mich auch besonders das Thema "Träume" sehr interessiert.

Ich war auch sofort von der Geschichte an sich angetan. Ich rätselte gemeinsam mit Liz, wer der geheimnisvolle Fremde in ihren Träumen sein könnte, und war gespannt darauf, wie Louis tatsächlich das erste Mal real in ihr Leben tritt. Da die Perspektive zwischen den beiden Protagonisten wechselt, lernt der Leser auch Louis schnell und ausführlich kennen, was ich ausgesprochen gut finde. Sowohl Liz als auch Louis haben kein perfektes Leben. Liz hat als kleines Mädchen ihre Eltern verloren, wächst seither aber sehr behütet bei ihrer Tante Andrea auf, während Louis mit seiner Alkoholabhängigen Mutter alleine lebt. Ich mochte sowohl die schüchterne, zurückhaltende Liz wie auch den Draufgänger und "Bad-Boy" Louis sehr gerne. Liz entwickelt sich im Verlauf der Story weiter, sie wird mutiger und steht zu sich. Louis hat einen sehr weichen Kern und ist alles andere als ein böser Kerl, er manövriert sich nur schnell in Situationen, aus denen es schwer ist wieder herauszukommen. Als die Beiden ein jeweils wichtiger Teil im Leben des anderen werden, verändern sie sich zum großen Teil positiv. Sie lernen voneinander und ihre Gefühle sind zart und rein, genauso, wie die erste große Liebe auch tatsächlich ist. Aber dennoch ist nicht alles eitel Sonnenschein. Liz entwickelt ein starkes Helfersyndrom und versucht Louis zu sehr zu beeinflussen und zu lenken. Und auch Louis ist hin und hergerissen zwischen dem Wunsch unabhängig zu bleiben, und dem Drang aber dennoch stets in Lizzies Nähe zu sein.

Jennifer Benkau hat genau diese erste Liebe wirklich fantastisch und sehr realistisch beschrieben,
denn auch wenn man wie auf Wolken schwebt, ist eben doch nicht immer alles nur rosa und toll. Ich fühlte mich in der Zeit zurückversetzt und habe es wirklich genossen, Liz und Louis zu begleiten. Ich habe mit ihnen gefühlt, gelacht und auch gezittert. Doch leider hat mir auch etwas gefehlt, hauptsächlich ist es das Geheimnisvolle, was die Charaktere der Autorin bisher immer sehr Einzigartig gemacht hat. Liz und Louis sind toll ausgearbeitet, keine Frage, wie ja bereits erwähnt mochte ich sie auch wirklich gerne. Die Geschichte ist absolut zauberhaft und zum Teil auch wirklich rührend, aber doch auch recht vorhersehbar. Selbst das Ende habe ich mir in etwa so vorgestellt. Da ich schon einige Bücher der Autorin gelesen habe, wusste ich, dass es nicht das "perfekte" Ende werden wird. Es ist realistisch und für mich absolut stimmig und passend.

Da mir die Idee mit den Träumen und das Liz Louis bereits kennt, bevor sie ihn das erste Mal trifft, extrem gut gefällt, hätte ich mir hier noch mehr Informationen und auch Aufklärung gewünscht. Natürlich macht genau dies Liz zu einem sehr interessanten Charakter, dennoch wäre es toll gewesen, wenn auch Louis diese Träume mehr hinterfragt hätte. Ich habe mir nun selbst eine Antwort auf das warum gegeben, und kann das Buch daher auch zufrieden in mein Bücherregal stellen.

Die Nebencharaktere wie Tante Andrea und Katta, Liz beste Freundin bereichern die Geschichte, beide sind fantastisch und sehr authentisch. Katta hat eine große Klappe und steht Lizzie immer bei, selbst dann, wenn diese sich blödsinnig verhält. Genau das ist es, was eine "beste Freundschaft" ausmacht das "immer für den anderen da sein"! Andrea ist extrem fürsorglich, sie macht sich ständig Sorgen, daher fällt es ihr oft schwer, Liz ihre eigenen Fehler machen zu lassen, und doch liebt sie ihre Nichte über alles, sie gibt ihr viel Kraft und Lebensfreude.

Jennifer Benkaus Schreibstil ist gewohnt klasse, und so schafft es die Autorin auch immer wieder auf's Neue, mich für ihre Bücher zu begeistern. Die Titelauswahl trifft genau meinen Geschmack, da ich es definitiv sehr wichtig finde, dass dieser auch eine wirkliche Verbindung zum Buch bzw. dem Inhalt hat.

Fazit:

Wer die erste große Liebe noch einmal erleben möchte, der sollte unbedingt zu Jennifer Benkaus Roman "Wenn wir fallen" greifen. Eine im wahrsten Sinne des Wortes traumhafte Geschichte, die mir wirklich gut gefallen hat. Dennoch hätte ich mir noch mehr Spannung und geheimnisvolle Momente sowie etwas mehr Aufklärung im Bezug auf die Träume gewünscht.


Die Königin der Schatten - Verflucht: Roman
Die Königin der Schatten - Verflucht: Roman
von Erika Johansen
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen grandioser Zwischenband, 27. Juni 2016
Inhalt:

Kelsea Glynn hat ihren rechtmäßigen Thron bestiegen, seither regiert in Tearling Gerechtigkeit und Menschlichkeit an Stelle von Macht und Unterdrückung. Doch als Kelsea die Sklavenlieferungen nach Mortmense stoppen lies, hat sie sich eine der bösartigsten und mächtigsten Herrscherinnen zum Feind gemacht, die Rote Königin!

Durch die Kraft ihrer Saphire verändert sich Kelsea zusehends, sie gewinnt an Stärke und Magie. Als sie einem Geheimnis aus der Vergangenheit auf die Spur kommt, ist der jungen Königin klar, dass sich dadurch das Schicksal von Tearling für immer verändern wird.

Meinung:

Ich war absolut und vollkommen geflasht von Band 1 "Die Königin der Schatten", ich klebte regelrecht an den Seiten und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Da die Geschichte doch recht komplex ist, kam es mir sehr zu Gute, dass ich Band zwei direkt im Anschluss gelesen habe. Dieser konnte mich ebenso begeistern wie sein Vorgänger.

Im Laufe dieses zweiten Bandes macht Kelsea eine ziemlich starke Veränderung durch, die bestimmt nicht jedem gefallen wird. Ich war auch skeptisch, ob mir die "neue" Kelsea zusagt, doch angesichts der Entwicklungen und der Aussichtslosigkeit, in der sich das Land Tearling inzwischen befand, war bzw. ist dies die einzige Möglichkeit die Kelsea hat, um der "Roten Königin" überhaupt die Stirn bieten zu können. Die Bedrohung durch die Mort-Armee und deren Einmarsch, sowie die politischen Machtspiele, sind natürlich das zentrale Thema des zweiten Bandes. Ich fieberte die kompletten über 600 Seiten mit und blickte einem grandiosen Showdown entgegen, weil ich mir lange Zeit nicht vorstellen konnte, wie die Zerstörung von Tearling überhaupt noch aufzuhalten ist. Mit dem Ende wurde ich nochmals überrascht, ich fand es großartig!

Erika Johansen hat mit Sicherheit sehr viel Zeit darauf verwendet, ihr Setting rund um Kelsea zu perfektionieren, zumindest habe ich diesen Eindruck. Die gesamte Story ist für mich unglaublich gut durchdacht, sehr strukturiert und trotz der dicke des Romans niemals auch nur im Ansatz langweilig oder gar langatmig. Dies ist mit Sicherheit auch den vielen Einblicken in Lilys Leben geschuldet, die in "Verflucht" den zweiten Part der Protagonistin einnimmt. Ihre Geschichte spielt zu der Zeit vor der "Überfahrt", wodurch der Leser sehr viel von der Vergangenheit und über die Gründe erfährt, wie es überhaupt zu der ihm bekannten "neuen, besseren" Welt kam. In wie weit Kelsea und Lily miteinander verbunden sind, möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber auch diesen Aspekt fand ich genial. Allgemein gefielen mir die immer wieder eingestreuten Sequenzen über Lilys Leben extrem gut. Man liest sozusagen zwei Geschichten, die aber dennoch miteinander verwoben sind und zusammen gehören.

Ich mochte Lily richtig gerne, vor allem war ich von ihrer Wandlung die sie während der Erzählungen durchmacht und von ihrer unglaublichen Stärke angetan. Auch Kelsea verändert sich wie ja bereits erwähnt sehr. Ich mag ihre Art zu denken und ihren Beschützerinstinkt, den sie für Tearling und ihr Volk einnimmt. Kelsea ist oft sehr stur, doch gerade diese Sturheit ist es, die am Ende zum Ziel führt. Ihre süße und zum Teil sehr naive und lebensfrohe Art ist kaum mehr vorhanden. Durch den Druck dem sie Tag und Nacht ausgeliefert ist, hat Kelsea auch grausame, unliebsame Züge angenommen. Diese, und auch manches Verhalten, gefielen mir ganz und gar nicht, aber nachvollziehen kann ich Kelseas Handeln dennoch Größtenteils. Ich bin sehr gespannt, wie sich Kelsea im dritten, finalen Band verhalten wird. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir Leser dann nochmals eine veränderte Kelsea kennen lernen werden, die ich wieder vollkommen in mein Herz schließen kann.

Die vielen weiteren Charaktere bereichern den gesamten Roman sehr. Kelseas Garde, allen voran Mace ihr Hauptmann und Vaterersatz ist ein extrem interessanter Mann, der Kelsea immer wieder erdet und bremst. Auch von ihm erfährt man so einiges mehr in dieser Fortsetzung. Aber auch die anderen Garde-Mitglieder sind alles andere als blasse Figuren. Extrem vielschichtig ist auch Andalie Kelseas Kammerzofe sowie deren Töchter. Und auch mit Pater Tyler eröffnen sich ganz andere Gesichtspunkte und Möglichkeiten. Der Fetch hat mir ein wenig gefehlt, da er in Band zwei nicht sehr präsent ist, was sich hoffentlich im Finale wieder ändern wird. Besonders gelungen fand ich auch die Enthüllungen rund um das Leben der "Roten Königin".

Erika Johansens Schreibstil ist sehr atmosphärisch, er ist fesselnd und mitreißend, was das Gesamtpaket der Bücher für mich noch perfekter macht. Ihre Art des Beschreibens ließ mich vollkommen in die Geschichte eintauchen, ich konnte mir alles bildlich vorstellen. So hatte ich auch keinerlei Schwierigkeiten, zwischen den beiden Geschichten/Welten hin und her zu "hüpfen", ganz im Gegenteil, ich habe den Wechsel wie ja bereits erwähnt, sehr genossen. Auch unwichtige Dinge, oder Kleinigkeiten, bekommen dank der ausdrucksstarken Erzählweise eine Bedeutung. Ebenso überzeugen konnte mich der Genre Mix, der zwischen Dystopie, Historie und Fantasy ein perfektes Mittelmaß trifft. Auch die Magie tritt immer wieder in den Vordergrund, was die komplette Story nochmals mehr abrundet, sie ist sozusagen das Sahnehäubchen!

Fazit:

"Die Königin der Schatten - Verflucht" von Erika Johansen konnte mich erneut vollkommen in denn Bann ziehen. Dieser Mittelteil steht seinem Vorgänger in nichts nach, für mich toppt dieser sogar noch Band 1! Ich war gefesselt, begeistert und bin mehr als nur überzeugt. Die Autorin versteht es wirklich meisterhaft zu erzählen und mitzureißen. Die komplette Geschichte ist hervorragend durchdacht, das Setting phänomenal und die Charaktere sehr authentisch und vielschichtig.

Dieses Buch wird definitiv einen Platz in der Liste meiner Jahreshighlights bekommen.


Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint: Roman (Die Auslese-Trilogie, Band 3)
Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint: Roman (Die Auslese-Trilogie, Band 3)
von Joelle Charbonneau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen spannendes Finale, 27. Juni 2016
Inhalt:

Cia die sich inzwischen an all die grausamen Dinge erinnern kann, die während der Auslese passiert sind, ist mehr denn je dazu entschlossen alles zu tun, um diese endgültig zu beenden. Auch Tomas Erinnerungen sind zurück gekehrt, und so steht er Cia erneut unerschütterlich zur Seite. Die junge Frau findet weitere Verbündete, dennoch kann sie sich niemals sicher sein, wem sie wirklich vertrauen kann. So muss Cia einmal mehr auf ihr Bauchgefühl und auf ihre Instinkte vertrauen. Vor allem dann, als die Präsidentin des Vereinigten Commonwealth ihre Hilfe benötigt. Nun steht nicht nur Cias Leben, sondern auch das all ihrer Lieben auf dem Spiel.

Meinung:

Ich habe die ersten beiden Bände der "Auslese" geliebt, dementsprechend habe ich dem Finale sehr entgegen gefiebert. Ich war so unfassbar gespannt darauf, wie die Geschichte letztendlich endet und was noch alles auf Cia, Tomas und Co. zukommen würde. Auch wenn es schon recht lange her ist, seit ich Band 2 gelesen habe, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten wieder in Cia's Leben einzutauchen. Joelle Charbonneaus Schreibstil ist wie bereits gewohnt absolut großartig, sie hat ein wunderbares Talent dafür, ihre Leser mit ihren Worten zu fesseln. Verstärkt wird dies natürlich auch noch dadurch, dass auch Band drei wieder aus der "Ich-Perspektive" und somit aus Cia Sicht erzählt wird. Ich konnte mich sofort wieder vollkommen in sie hinein fühlen. Die junge Studentin ist mir wahnsinnig sympathisch, ich mag ihre Art zu denken, wie sie analysiert, jede Situation aus mehreren Blickwinkeln betrachtet, und erst dann ihre Entscheidungen trifft. Und obwohl Cia oft sehr rational denkt, ist sie sehr emotional, sie zeigt sehr großes Mitgefühl und sieht in jedem Menschen auch deren gute Seiten. Bei Cia habe ich oft das Gefühl, dass sie ihrem Gegenüber tief in die Seele blicken kann, auch das macht sie in meinen Augen sehr besonders. Cia hört extrem oft auf ihr Bauchgefühl, das sie auch selten im Stich lässt.

Die Geschichte nimmt nach dem sehr fiesen Ende des zweiten Bandes auch sofort wieder an Fahrt auf. Auch dies ist ein Aspekt, den ich an der kompletten Reihe sehr schätze. Eine gewisse Grundspannung ist dauerhaft vorhanden, so war auch ich während des Lesens nervös, aber auf eine sehr positive Weise. Ich hätte am Liebsten nur gelesen, ich wollte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Auch dies haben alle 3 Bände definitiv gemeinsam! Cia hat einige Verbündete, doch hundertprozentig vertrauen tut sie nur Tomas. Auch ich war mir nie sicher, wer es wirklich ehrlich meint und wer eventuell doch ein falsches Spiel spielt. Die Autorin führt Cia langsam aber stetig durch ihre letzte Prüfung, sie muss die Auslese beenden, ganz egal was es die junge Frau kostet. Cia ist sich dieser Aufgabe mehr als bewusst und als sie diese Tatsache akzeptiert hat, bringt sie nichts mehr von ihrem Ziel ab. Ihr Durchhaltevermögen und ihr unbändiger Wille sind absolut bewundernswert.

Nach und nach setzten sich immer mehr Puzzleteile zusammen, die einzelnen Fragmente ergeben am Schluss ein gemeinsames Bild. Es passt alles perfekt, alle meine Fragen wurden ausreichend beantwortet. Ich wurde des Öfteren überrascht und mehr als gut unterhalten. Ich bin auch sehr zufrieden mit dem Ende und mit Cia's Entscheidungen. Sie hat ihren verdienten Platz gefunden und wird mit Sicherheit auch in Zukunft viel Gutes bewirken.

Auch in diesem Finalband sterben wieder einige Charaktere. Deren Tode sind zum Teil recht heftig, daher ist die Trilogie nichts für sehr Zartbesaitete. Cia hält das Andenken all derer in Ehren, die während der Auslese ihr Leben lassen mussten. Ein wunderbarer Gegensatz zu all der Gewalt ist Cias und Tomas Liebe, diese ist all gegenwärtig, was auch diesem finalen Band eine gefühlvolle Note verleiht. Nach wie vor finde ich die Grundidee der Trilogie fantastisch, ich bin daher sehr traurig, dass sie nun zu Ende ist. Ich hätte mir für das große Finale allerdings noch einmal so richtige Schockmomente gewünscht, die mich wie in Band eins und zwei komplett flashen. Nichts desto trotz liebe ich "Die Auslese" und werde auf ewig ein Fan von Joelle Charbonneaus Geschichte bleiben.

Fazit:

"Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint" von Joelle Charbonneau ist definitiv ein würdiges Finale dieser fantastischen Reihe um die Studentin Cia. Ein letztes Mal machte ich mich gemeinsam mit der klugen, sympathischen und herzerwärmenden jungen Frau auf den Weg, um die Auslese ein für alle mal zu beenden. Spannende Momente und Gänsehautfeeling, gepaart mit einer unerschütterlichen Liebe, machen auch diesen finalen Band zu einem absolut großartigen Leseerlebnis.


Das Feuerzeichen - Rebellion: Roman
Das Feuerzeichen - Rebellion: Roman
von Francesca Haig
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen Die Rebellion beginnt, 23. Mai 2016
Inhalt:

Cass, Piper und Zoe sind nach der Zerstörung der Insel auf der Flucht. Der Widerstand wurde deutlich dezimiert und so ist es für Cass alles andere als leicht, die Hoffnung nicht zu verlieren. Dennoch glaubt sie auch weiterhin an das "Anderswo" und daran, den Omegas eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Ihr Zwillingsbruder Zach hingegen versucht alles, um die Omegas zur vollständigen Unterwerfung zu zwingen, er lockt diese in die Reservate und schmiedet einen weiteren grausamen Plan, um noch mehr an Macht zu gewinnen.

Meinung:

Nachdem ich so unfassbar begeistert von Band 1 war, konnte ich das Lesen der Fortsetzung kaum mehr erwarten. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut, wieder mit Cass, Piper und Zoe unterwegs zu sein, mit ihnen Seite an Seite für den Widerstand und gegen die Alphas zu kämpfen. Zu Beginn sind die Drei auf der Flucht, sie treffen lange Zeit auf keinerlei Verbündete und so zieht sich bereits der Anfang des Buches etwas dahin. Die Zwillinge sind sich zunächst auch uneins darüber, ihre alte Ziehmutter Sally und Leitfigur der Widerstandsbewegung um Hilfe zu bitten, da sie diese nicht auch noch in Gefahr bringen möchten. Dennoch entschließen sie sich letztendlich dazu. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Geschichte auch endlich etwas an Fahrt auf. Es gibt neue interessante Informationen zum "Anderswo" und so kehrt auch Cass Optimismus ein wenig zurück.

Mit Sallys Hilfe gelingt es den Freunden auch wieder die verbliebenen Rebellen zu vereinen und so werden erneut Pläne geschmiedet. Als Cass und Co. herausfinden, wie schlecht es um New Hobart wirklich steht und was die Alphas planen, bleibt ihnen nichts anderes übrig als eine Allianz einzugehen. Diese Allianz kam für mich nicht wirklich überraschend, aber dennoch fand und finde ich sie gut, da ich mir sicher bin, dass genau dieses Bündnis auch in Zukunft noch recht spannend werden könnte.

Cass hat nach wie vor ständig Visionen von der Explosion die ihr schwer zu schaffen machen. Xander ein weiterer Seher, der ebenfalls von Sally aufgezogen wurde, verstärkt Cass Empfindungen auch noch. Xander hat bereits einen großen Teil seines Verstandes eingebüßt und so sitzt Cassandra die Angst im Nacken, bald auch selbst so zu enden wie er bzw. die meisten Seher. Doch noch ist Cass stark genug und tut alles, um den Omegas zu helfen. In ihren Gedanken allgegenwärtig ist ihr Zwillingsbruder Zach. Ihre Verbundenheit ist nach wie vor vorhanden, doch es überwiegen ihm gegenüber immer mehr die negativen Gefühle, der Hass und die Abscheu über die Gräueltaten zu denen Zach fähig ist. Dennoch führt das Schicksal die Zwillinge immer wieder zusammen.

Es dauert recht lange, bis ein weiteres großes Geheimnis gelüftet wird. Es passieren zwar immer wieder kleine, definitiv interessante Dinge, die mich auch begeistern konnten, im Großen und Ganzen zieht sich die Geschichte aber dennoch auch im weiteren Verlauf des Öfteren. Dies liegt mit Sicherheit auch daran, dass der Winter naht und schließlich auch Einzug hält. Dieses trostlose Wetter zehrt extrem an der Kondition und natürlich auch am Gemüt der Charaktere und Leser. So ist dieser zweite Band auch von der Grundstimmung noch etwas düsterer und tiefsinniger.

Dennoch gibt es zum Glück auch immer wieder neue Erkenntnisse und Situationen, die die Dunkelheit durchbrechen und im wahrsten Sinne des Wortes Licht spenden. Besonders die Entdeckungen und Ereignisse zum Ende hin zogen mich wieder in den Bann, sodass ich mich definitiv sehr auf das Finale freue. Auch den Weltenentwurf und die Zwillingsproblematik finde ich nach wie vor großartig. Außerdem bin ich mit Cass Entwicklung sehr zufrieden, sie lernt immer mehr sich zu behaupten. Sie schafft es ihre Traurigkeit abzuschütteln und vertraut im Laufe der Zeit mehr auf sich selbst. Ihre Dickköpfigkeit steht ihr manchmal ein wenig im Weg, aber dennoch tut sie genau deswegen oft instinktiv doch das Richtige. Pipers und Cass "Beziehung" verändert sich, ihr Band wird stärker. Dennoch sind (noch) keinerlei romantische Gefühle vorhanden, was sehr realistisch und gerade deshalb auch absolut echt wirkt. Trotzdem verlassen sich die Beiden komplett aufeinander, was ihnen sehr zu Gute kommt. Auch Zoe lernt der Leser von einer anderen Seite kennen, dies hat mir persönlich gut gefallen, da ich sie bisher fast ausschließlich mit den Worten griesgrämig und mürrisch beschrieben hätte.

Trotz meiner Kritikpunkte las ich stetig und auch gerne weiter. Francesca Haig hat einen sehr angenehmen und auch bildlichen Schreibstil, gute Ideen und ein wirkliches Talent dafür, mich hin und wieder zu verblüffen. Ein absoluter Pluspunkt ist auch die Tatsache, dass man mehr Informationen aus der Vergangenheit bzw. dem "Vorher" erhält und Einblicke darin bekommt, wie es letztendlich zu den Zwillingsgeburten kam. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass im Finalband noch weitere, unerwartete Dinge ans Tageslicht kommen.

Fazit:

"Das Feuerzeichen - Rebellion" von Francensca Haig knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an, ist von der Grundstimmung aber düsterer, weniger spannend und fesselnd. Dennoch punktet dieser Mittelteil mit unerwarteten Wendungen, tollen Charakteren, die alles andere als Mainstream sind und einem interessanten Geheimnis.


Mein bester letzter Sommer: Roman
Mein bester letzter Sommer: Roman
von Anne Freytag
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich liebe Teskar <3, 5. Mai 2016
Zitate:

Ein paar Sekunden lang sehen wir einander nur an, dann flüstere ich: "Ich suche einen Freund zum Sterben". (Seite 106)

Der Verstand hat keine Chance, wenn das Herz einmal entschieden hat, was es will. Meines hat sich entschieden. Und es will Oskar. Ein einziger Blick hat genügt. Jetzt ist er in meinem Herzen. (Seite 186)

Wenn ich könnte, würde ich sie vor allem beschützen. Ich würde sie verteidigen. Sie glücklich machen. Aber alles, was ich tun kann, ist, ihr beim Sterben zusehen. (Seite 340)

Inhalt:

Tessa ist siebzehn Jahre jung, als sie erfährt, dass sie sterben wird. In ihrer Verzweiflung und Wut auf ihre Mutter, die ihr die schreckliche Wahrheit verschwiegen hat, verschanzt sich der Teenager die meiste Zeit nur noch in ihrem Zimmer und wartet auf den Tod. Tessa ist verzweifelt und bemitleidet sich verständlicherweise auch selbst. Die junge Frau hat sich eine großartige Zukunft ausgemalt, doch nichts davon wird mehr Wirklichkeit werden, sie wird all die wunderschönen Dinge nicht mehr erleben.

Doch dann trifft sie völlig unerwartet auf Oskar. Er schleicht sich langsam aber beständig in Tessas Herz, schaut ihr direkt in die Seele und versteht sie wie kein anderer je zuvor. Oskar schenkt der sterbenskranken einen letzten unbeschwerten Sommer in Italien, mit großen Gefühlen und viel Liebe, die für die Unendlichkeit bestehen bleibt.

Meinung:

Es gibt so viele Geschichten, die mich berühren und die so einiges in mir auslösen. Dennoch habe ich bisher nur wenige Bücher gelesen, die so tief in mein Herz eindringen und es komplett mit Liebe und Geborgenheit ausfüllen konnten. Doch Anne Freytag hat genau das mit "Mein bester letzter Sommer" geschafft. Es gibt eine menge Romane die sich mit dem Tod auseinandersetzen. In denen der, oder die Protagonistin ihre letzten verbleibenden Monate oder Wochen plant, und diese mit möglichst tollen Erlebnissen füllen möchte. Auch "Mein bester letzter Sommer" ist auf den ersten Blick ein solches Buch, aber für mich persönlich war, und ist es noch so viel mehr.

Ich war während des Lesens gleichermaßen traurig und unendlich glücklich, ich befand mich vollkommen in Tessas und Oskars Welt. Dies lag zum Einen an dem wundervollen, poetischen und einfühlsamen Schreibstil der Autorin. Bereits mit den ersten drei Sätzen des ersten Kapitels...

Ich dachte sterben ist einfach. Ich dachte es geht schnell. Wie geboren werden, nur rückwärts.

hatte mich Anne Freytag gepackt. Außerdem sind da diese beiden großartigen Protagonisten, die man regelrecht in sich selbst fühlen kann. Natürlich leidet man mit Tessa, hasst die Ungerechtigkeit ihres Schicksal und wünscht ihr so verzweifelt, dass sie nicht sterben muss. Durch ein Essen, welches ihre Eltern veranstalten, lernt Tessa Oskar kennen. Eine zarte Freundschaft und Liebe entsteht, die über Facebook und stundenlange Chats vertieft und letztendlich zu etwas einzigartig Schönem "heran wächst".

Als Oskar erfährt, dass Tessa sterben wird, wendet er sich nicht von ihr ab. Ganz im Gegenteil, er plant für sie einen unvergesslichen Sommer in Italien. Vor Tessas letzter großer Reise lernt der Leser Tessas Eltern und ihre jüngere Schwester Larissa kennen. Sehr gefühlvoll und authentisch beschreibt die Autorin die unterschiedlichsten Emotionen der Familienmitglieder, die der bevorstehende Tod der geliebten Tochter und Schwester in ihnen auslöst. Alle drei gehen vollkommen unterschiedlich mit der Situation um. Während Tessas Vater sich komplett in seine Arbeit stürzt und Larissa nach außen hin eher Hass für ihre große Schwester zu empfinden scheint, kümmert sich Tessas Mutter beinahe schon zu gluckenhaft um ihre Erstgeborene. Dennoch ist es letztendlich sogar die Mutter, die Tessas Wunsch ihre letzte Urlaubsreise anzutreten, befürwortet und unterstützt. Auch die Beziehung zwischen Tessa und Larissa hat mich sehr bewegt. Um so inniger man seine eigene Schwester bzw. die eigenen Schwestern liebt, um so glücklicher ist man über die Wendung der Beiden in dieser Geschichte.

Vor Oskars und Tessas Reise überwog für mich die Traurigkeit und die Auswegslosigkeit. Doch als die Beiden ihren Italientrip planen und letztendlich in die Tat umsetzen, begann sich auch in meinem Inneren etwas zu verändern. Jeder kennt sie sicher, diese Vorfreude und die glücklichen Stunden, die einen Urlaub zu einem grandiosen Erlebnis werden lassen. Ich spürte gemeinsam mit den Beiden die Sonne und Wärme auf meiner Haut, genoss jeden Spaziergang durch eine der tollen Städte, aß jede Pizza und jedes Eis mit großer Freude mit, konnte jeden Kuss und jede Berührung nachempfinden, und fühlte mich rundum gut, und das obwohl Tessas Krankheit stets allgegenwärtig war. Immer wieder auftretende Symptome lassen diese auch nie vergessen. Ganz im Gegenteil, aber um so mehr sieht und spürt man während des Lesens wie kostbar und wertvoll das Leben und die eigene Gesundheit ist.

Tessas Zeit auf der Erde ist so begrenzt, weswegen ich diese doch recht schnell entflammbare Liebe auch überhaupt nicht als unrealistisch empfunden habe. Wenn man so jung ist, überrollen einen Gefühle mit einer unglaublichen Intensität. Man sieht einen Jungen und hat sofort Schmetterlinge im Bauch. Oskar der selbst einen harten Schicksalsschlag erleiden musste, ist mit Sicherheit um einiges sensibler und reifer als es die meisten 19-jährigen sind. Er denkt nicht nur an sich und seinen Spaß, sondern bereitet Tessas einen unvergesslichen besten letzten Sommer, den diese goldige, süße und fantastische Person mehr als nur verdient hat.

Um so näher die letzten Seiten rückten, um so mehr Angst breitete sich in mir aus. Ich wollte mich nicht von Tessa und Oskar verabschieden, ich konnte es kaum ertragen/akzeptieren, dass Tessa nun wirklich sterben sollte. Anne Freytag führt ihre Leser schonungslos und ehrlich, aber auch sehr behutsam und einfühlsam durch ihre letzten Buchseiten. So habe ich diese zwar weinend, aber dennoch völlig überwältigt gelesen.

Tessas und Oskars Geschichte hat mir eine sehr kurze Nacht und einen anstrengenden Arbeitstag beschert, an welchem ich entsprechend müde war. Ich konnte gegen jede Vernunft einfach nicht mit Lesen aufhören, und genau das, macht ein Buch unter anderem zu einem Highlight. Ich hoffe sehr, dass Anne Freytag in naher Zukunft ein weiteres so berührendes und authentisches Buch schreiben wird.

Fazit:

Ich bin verliebt!!! Verliebt in ein außergewöhnliches Buch, verliebt in zwei Protagonisten, die für immer in meinem Herzen bleiben werden! Jeder Mensch braucht einen Oskar an seiner Seite, denn durch eben diesen Oskar wird die Welt zu einem schöneren Ort. Man betrachtet so vieles aus einem anderen Blickwinkel. All die Dinge über die man sich so oft beschwert, die einem nicht passen, und die man als ungerecht empfindet, werden nach Beenden dieser Geschichte so klein und unbedeutend. Das Leben ist wunderschön und wertvoll, dies sollten wir uns alle jeden einzelnen Tag vor Augen führen!


Das Licht von Aurora - Im Schatten der Welten: Band 2
Das Licht von Aurora - Im Schatten der Welten: Band 2
von Anna Jarzab
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

4.0 von 5 Sternen tolle, rasante Fortsetzung, 5. Mai 2016
Inhalt:

Sasha befindet sich wieder auf der Erde, doch dort ist sie alles andere als glücklich. Sie vermisst Aurora, allen voran natürlich Thomas, von dem sie lange Zeit nicht weiß, ob er überhaupt noch am Leben ist. Als sich Sasha die Gelegenheit bietet wieder zurück nach Aurora zu kehren, ergreift sie diese.

Thomas der Dank seiner früheren KED Truppe aus der Gefangenschaft befreit wird, sehnt sich ebenso sehr nach Sasha. Oberste Priorität hat für ihn und seine Truppe allerdings immer noch die Befreiung von Juliana, der Prinzessin von Aurora.

Als Sasha und Thomas endlich wieder vereint sind, müssen sich die Verliebten mit einigen Problemen und brenzligen Situationen auseinandersetzen. Als ob dies noch nicht genug wäre, befindet sich Selene ein weiterer Analog von Sasha ebenfalls auf Aurora. Zur Rettung ihres Universums benötigt sie Sashas und Julianas Hilfe.

Meinung:

Nach wir vor bin ich von der Idee, sprich dem Setting der Geschichte sehr angetan. Ich habe mich daher auch unglaublich gefreut, gemeinsam mit Sasha wieder zurück nach Auora zu kehren. Besonders klasse fand ich es, dass es nun neben der Erde und Aurora ein drittes Paralleluniversum, (die) Taiga gibt. Selene die dortige Korydallos (Seherin), benötigt zur Rettung ihres Universums die Hilfe ihrer beiden Analoge. Durch das Paraband fühlt sich Sasha sofort mit Selene verbunden. Um so mehr Zeit die Beiden miteinander verbringen, um so leichter fällt ihnen die Kommunikation über das Band. Die Gefühle, Wünsche und Sehnsüchte der beiden und letztendlich auch Julianas verschwimmen immer mehr miteinander, sodass auch die Nachteile des Parabandes sichtbar werden. Dennoch trägt genau dieses Band zur Befreiung der Prinzessin bei.

Als ich die ersten Seiten des zweiten Buches zu lesen begann, fühlte es sich für mich so an, als hätte es keinerlei Pause zwischen den Büchern gegeben. Sofort waren die Ereignisse des ersten Bandes wieder präsent. Ich hoffte mit Sasha und freute mich mit ihr, als sie es letztendlich tatsächlich schafft, wieder nach Aurora und somit auch zu Thomas zurückzukehren. Ich konnte Sashas Wunsch wieder bei ihrem Liebsten zu sein absolut nachvollziehen. Was ich allerdings nicht verstehen konnte, ist, dass sich Sasha ihrer besten Freundin nicht anvertraut. Und dies selbst dann nicht, als Gina sie direkt auf alles was vorgefallen ist anspricht. Die beiden sind seit so vielen Jahren befreundet und haben immer alles miteinander geteilt, genau das macht doch eine beste Freundschaft so besonders. Daher hoffe ich sehr, dass Sasha Gina eines Tages alles erklären wird.

Nichtsdestotrotz habe ich es die meiste Zeit sehr genossen, Sasha und Thomas wieder vereint zu erleben. Die Beiden gehören einfach zusammen, daran ändert auch die Tatsache, dass sie in verschiedene Paralleluniversen gehören nichts. Gemeinsam schmiedet das Paar mit einigen KED Agenten, Selene und im weiteren Verlauf sogar zusammen mit Callum Pläne, die zum Teil gelingen, aber auch scheitern. So ist diese Fortsetzung auch zu keiner Zeit langweilig, es entstehen nie Längen, daher flog ich nur so durch die Seiten. Das Aussehen der drei Analoge sorgt selbstverständlich ebenfalls des Öfteren für Verwirrungen, da die Mädchen sich gleichen wie ein Ei dem anderen. Dennoch sind sie vollkommen unterschiedliche Typen, was ich extrem gut und passend fand/finde. Selene wirkt zunächst sehr ruhig und schüchtern. Dennoch lernt sie sehr schnell, ist mutig und weiß was sie will. Für das Überleben ihres Universums ist ihr keine Herausforderung zu schwierig. Durch die Power des Parabandes hat die junge Frau eine sehr spezielle Kraft, die sie auch an Sasha weiter gibt. Eben diese ist sehr ungewöhnlich, aber gerade deshalb auch so effizient. Ich mag es immer noch sehr, wie Anna Jarzab uns ihre erschaffenen Welten näher bringt. Wie sie diese auch wissenschaftlich erklärt, sodass man keinerlei Zweifel hegt, dass es neben unserer Erde tatsächlich viele Paralleluniversen gibt.

Sasha und Thomas Beziehung wird wieder so einigen Belastungen und Schwierigkeiten ausgesetzt, die die Beiden allerdings größtenteils recht gut meistern. Thomas ist mir nach wie vor absolut sympathisch, ich konnte seine Beweggründe fast immer nachvollziehen. Toll fand ich es außerdem, dass Callum in der gesamten Geschichte eine recht wichtige Rolle spielt.

Die Cover der beiden Bücher sind unfassbar schön. Ich finde sie passen so großartig zu der kompletten Reihe, zu Aurora an sich, und zu den wundervollen Polarlichtern, die ich zu gerne einmal selbst live sehen würde.

Das Ende und somit der Showdown des zweiten Bandes war ein Stück weit vorhersehbar, da Selene ja aus einem ganz bestimmten Grund nach Aurora gekommen ist. Dennoch hat es mir ausgesprochen gut gefallen. Der kleine Cliffhänger und das was mich im dritten Band erwarten wird, machen mich bereits jetzt unglaublich neugierig, und ich freue mich sehr auf ein hoffentlich spannendes und grandioses Finale.

Fazit:

"Das Licht von Aurora - Im Schatten der Welten" von Anna Jarzab entführt uns Leser ein weiteres Mal in das faszinierende Universum Auoras. Ein tolles Setting und drei nur äußerlich gleichende Analoge sorgen für Verwirrungen, Spannung, Action und die richtige Portion Liebe. Mir hat es definitiv Spaß gemacht, ein weiteres Abenteuer mit Sasha und Thomas zu erleben.


Emmy & Oliver
Emmy & Oliver
von Robin Benway
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

5.0 von 5 Sternen außergewöhnliches, authentisches und sehr berührendes Jugenbucht, 10. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Emmy & Oliver (Gebundene Ausgabe)
Zitat:

Ich drückte ihn wortlos an mich. Es gab nichts zu sagen. Manchmal reichen Worte einfach nicht aus, um die Risse in einem Herzen zu füllen.
(Seite 347)

Inhalt:

Emmy & Oliver wurden am selben Tag geboren, wachsen als direkte Nachbarn zusammen auf und sind die besten Freunde. Sieben Jahre lang sind die Beiden ein Herz und eine Seele, bis Oliver von seinem Vater entführt wird, und erst nach zehn Jahren wieder nach Hause zurück kehrt.

Während dieser zehn Jahre wächst Emmy sehr behütet und über-beschützt auf. Sie geht heimlich zum surfen und auf Partys, da ihre Eltern seit Olivers verschwinden überall Gefahren wittern.

Emmy vermisst ihren Kinderfreund all die Zeit über, es vergeht kaum ein Tag an dem sie nicht an ihn denkt. Als dieser nach all den Jahren plötzlich wieder da ist, ist die alte Vertraut - und Verbundenheit zwar schnell wieder vorhanden, dennoch lassen sich diese zehn Jahren in denen beide ein vollkommen anderes Leben geführt haben natürlich nicht ausradieren.

Meinung:

Wie sehr ich die Bücher des Magellan Verlags mag, ist ja längst kein Geheimnis mehr. Daher wusste ich bereits vor dem Lesen, dass eine ganz besondere Geschichte vor mir liegt. Allerdings habe ich selten so ein herzerwärmendes und berührendes Buch gelesen wie dieses. "Emmy & Oliver" geht unter die Haut, ohne jedoch kitschig oder übertrieben zu sein. Robin Benway hat in ihrem Roman ein Thema aufgegriffen, was in Jugendbüchern sicher selten zu finden ist. Um so mehr sticht "Emmy & Oliver" meiner Meinung nach auch hervor.

Emmy & Oliver sind bereits vom Tag ihrer Geburt an miteinander verbunden, da die Beiden am selben Tag geboren sind. Glücklich wachsen die Kinder direkt nebeneinander auf, feiern ihre Geburtstage zusammen, gehen in den selben Kindergarten, werden gemeinsam eingeschult und sind die besten Freunde, die alles miteinander teilen. Bis zu jenem schicksalhaften Freitag, als Olivers Dad seinen Sohn von der Schule abholt und mit ihm verschwindet.

Nach diesem Tag ist nichts mehr wie zuvor, Emmys und auch das Leben ihrer beiden anderen besten Freunde Caro und Drew verändert sich schlagartig. Die drei Kinder stehen in der Öffentlichkeit, denn Olivers Entführungsfall hält natürlich auch die Presse nicht fern. So müssen die Kinder nicht nur mit dem Verlust des Freundes, Psychiaterbesuchen und der Presse klarkommen, sondern wachsen von diesem Tag an auch noch unter extremer Fürsorge und übertriebener Bemutterung ihrer Eltern auf.

Besonders Emmy wird all die Jahre sehr in Watte gepackt. Und auch wenn die Eltern ihre Tochter über alles lieben und Emmy diese Liebe auch sehr zu schätzen weiß, fühlt sie sich oft eingeengt und in ihren Wünschen eingeschränkt. Um so älter und erwachsener Emmy wird, um so mehr rebelliert sie. Mit Vierzehn beginnt sie das Surfen zu lernen, welches sich recht schnell zu ihrem liebste Hobby entwickelt. Dieses hält Emmy allerdings bereits seit drei Jahren vor ihren Eltern geheim. Wenn Emmy auf eine Party möchte, übernachtet sie bei Caro, damit ihre Eltern nicht wissen, dass sie diese besucht. Auch weitere Einschränkungen machen das Leben des Teenagers nicht gerade einfach, dabei ist Emmy dennoch eine recht brave Tochter und gute Schülerin.

Olivers Verlust lässt die junge Frau dennoch nie ganz los. Sie vermisst ihren Kinderfreund all die Jahre über, denkt oft an ihn und stellt sich vor, wie es wohl wäre, wenn Oliver tatsächlich wieder zurück kommen würde. Dann geschieht dass, worauf Emmy so lange gehofft hat, die Polizei findet den Nachbarjungen und bringt diesen nach Hause zurück. Als Emmy & Oliver wieder vereint sind, ist die Verbundenheit aus Kindertagen tatsächlich immer noch greifbar. Dennoch gibt es diese große Lücke von zehn Jahren, in denen die Beiden ein vollkommen unterschiedliches Leben geführt haben.

Robin Benway erzählt Oliver und Emmys Geschichte mit so viel Einfühlungsvermögen, Herz und Liebe, was mich sehr tief berührt hat. Sie greift die Probleme die eine Entführung mit sich bringen sehr realistisch und glaubwürdig auf, und beschreibt Olivers Sicht der Dinge und seine innere Zerrissenheit absolut authentisch. Als Olivers Vater mit seinem Sohn verschwindet, ist der siebenjährige selbstverständlich vollkommen verstört und vermisst besonders seine Mum unsagbar. Dennoch wächst der Junge glücklich und gesund heran und entwickelt sich großartig. Als Oliver nach so vielen Jahren plötzlich wieder in sein früheres Leben zurückkehrt, ist absolut nichts mehr wie es war, er fühlt sich fremd und fehl am Platz.

Für einige Zeit schafft es nur Emmy an ihn heranzukommen, sie durchbricht die Schutzmauer die Oliver errichtet hat, und hilft ihm all die Geschehnisse zu verarbeiten. Aus alter Vertrautheit und Freundschaft entsteht eine zarte und wundervolle Liebe. Gemeinsam und auch mit der Hilfe von Caro und Drew, beginnt Oliver zu verarbeiten und zu heilen. So steht auch nicht die Liebe der beiden im Mittelpunkt der Geschichte. Die Freundschaft nicht nur zwischen Oliver und Emmy, sonder auch die zu Caro und Drew, stehen absolut im Fokus. Robin Benway zeigt in ihrem Roman auf, wie facettenreichen, wichtig und wundervoll Freunde sind, die einen in allen Lebenslagen begleiten und uneingeschränkt zu - und hinter einem stehen. Die Geschichte benötigt keine Aktion und große Spannung, da sie von den zwischenmenschlichen Beziehungen getragen wird.

Sowohl Emmy als auch Oliver sind ganz außergewöhnliche Protagonisten. Emmy ist eine absolute Kämpferin, sie ist sehr einfühlsam und stark, gibt nie auf und erreicht so auch ihre Ziele. Auch Oliver ist stark, er stellt sich seinen Ängsten, lässt sich nicht unterkriegen und erkämpft sich so seinen Platz in der Welt zurück. Unterstützt wird das Duo wie bereits erwähnt von Caro, die immer einen lustigen Spruch auf Lager hat, sowie Drew, der unheimlich gut zuhören kann. Die Beiden gehen gemeinsam mit Emmy und Oliver in den Kindergarten und anschließend auch in die Schule. Sie spielen oft zusammen, sind ein vierblättriges Kleeblatt, das immer zusammen hält. Als Oliver entführt wird, sind es vor allem Caro und Drew, die Emmy den nötigen Halt im ihrem Leben geben. Die Drei bleiben ein unzertrennliches Gespann.

Das Ende hätte nicht authentischer und besser sein können. Ich habe dieses Buch gerührt, aber auch beschwingt und definitiv glücklich geschlossen. "Emmy & Oliver" ist eine dieser Geschichten, die ich niemals vergessen werde, da diese sich ganz tief in mein Herz gebrannt hat.

Meinung:

"Emmy & Oliver" von Robin Benway ist ein sehr berührendes Jugendbuch, dass durch ein ungewöhnliches Thema, Authentizität, Ehrlichkeit, tiefe Freundschaft und eine zarte Liebe besticht. Die Autorin erzählt Emmys & Olivers Geschichte sehr einfühlsam und bereichernd, und macht diese so für mich zu einem absoluten Buchschatz.


Ein Teil von uns
Ein Teil von uns
von Kira Gembri
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen humorvoll, gefühlvoll und wundervoll, 3. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Ein Teil von uns (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:

Aaron, der seit einigen Jahren an Nierenversagen leidet, verbringt sehr viele Stunden pro Woche im Krankenhaus. Der Draufgänger und Charmeur wünscht sich nichts sehnlicher, als gesund zu sein und genügend Kraft zu haben, um die alltäglichen Dinge tun zu können, die für so viele Teenager vollkommen normal und selbstverständlich sind. Aaron träumt von Abenteuern und davon, die Welt zu entdecken.

Nia hingegen ist kerngesund und lernt wie eine Verrückte für ihr Jurastudium. Sie tut alles, um ihre extrem ehrgeizigen Eltern nicht zu enttäuschen, selbst wenn sie dafür ihre eigenen Pläne und Interessen hinten anstellen muss.

Als sich Aaron und Nia im Krankenhaus kennen lernen, prallen zwei vollkommen unterschiedliche Charaktere aufeinander. Doch dieser schicksalhafte Moment verändert das Leben der Beiden für immer!

Meinung:

Einige von euch können sich bestimmt noch daran erinnern, wie unfassbar begeistert ich von "Wenn du dich traust" von Kira Gembri war bzw. selbstverständlich immer noch bin. Daher habe ich mich natürlich auch unglaublich auf ihren zweiten bei Arena erschienenen Roman "Ein Teil von uns" gefreut".

Ich liebe Kira's Charaktere, da machen auch Aaron und Nia keine Ausnahme, die Beiden sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und dennoch jede(r) auf seine Weise absolut genial und einzigartig. Aaron tat mir zu Beginn der Geschichte sehr leid. Wie schwer es sein muss, selbst die alltäglichen Dinge aus Kraftmangel und krankheitsbedingt nicht mehr tun zu können, kann man sich als gesunder Mensch nur ansatzweise vorstellen. Durch Aarons unschlagbaren Humor, seine Weltsicht und seinen immer noch vorhandenen Optimismus, habe ich ihn sofort in mein Herz geschlossen. Nia wirkt auf den ersten Blick etwas seltsam, beinahe "nerdig", verklemmt und schüchtern. Doch wenn man hinter diese Fassade schaut, lernt man eine mutige, sehr taffe und selbstlose junge Frau kennen. Nias Tante Laura leidet wie Aaron an akutem Nierenversagen und so hat Nia sich dazu entschlossen, ihr eine Niere zu spenden. Nach etlichen Gesundheitschecks und einem Besuch beim Psychologen, sowie einem abschließenden Ärztegremium, ist der große Tag gekommen. Doch leider, und damit denke ich verrate ich nicht zu viel, stirbt Laura bei dieser der OP, bevor ihr Nias Niere implantiert werden kann. Aaron der kompatibel ist, erhält eben diese Niere und somit die Chance, auf ein neues und gesundes Leben.

Wieso und warum Aaron und Nia im Krankenhaus aufeinander treffen und weshalb Aaron erfährt, dass Nia seine Spenderin ist, erzähle ich an dieser Stelle allerdings nicht. Ebenso wenig, wie es dazu kommt, dass die beiden letztendlich sogar gemeinsam nach Australien reisen. Laura hat ihrer Nichte jedenfalls ein Häuschen inklusive eines kleinen Grundstücks im tiefsten Australischen Outback vererbt, welches sich Nia unbedingt persönlich ansehen möchte. Aaron der das Gefühl hat, bei Nia etwas gut zu machen, "erträgt" diese meist mit einer Ruhe und Gelassenheit, die echt zu bewundern ist. Denn die beiden können sich dank ihrer unterschiedlichen Art zu Beginn überhaupt nicht leiden. Aaron reißt einen Witz nach dem anderen, zum Teil sogar auf Nias Kosten, weshalb Nia ihn wiederum unerträglich findet.

Genau diese Gegensätzlichkeiten machen "Ein Teil von uns" trotz des wirklich ernsten Hintergrundes bzw. der Krankheit des Nierenversagens unglaublich humorvoll. Ich musste so oft grinsen und schmunzeln, wie es recht selten der Fall ist. Kira Gembri hat ein unfassbares Erzähl - und Schreibtalent, welches man meiner Meinung nach nicht erlernen kann. Diese Gabe steckt bestimmt seit ihrer Geburt in ihr, daher bin ich mir ganz sicher, dass ihre Geschichten die Welt erobern werden. Die Autorin erzählt mit so viel Feinfühligkeit und Echtheit, die eins zu eins auch in ihren Protagonisten wiederzufinden ist. Und das macht Nia und Aaron auch so besonders. Die Beiden kommen sich ganz langsam näher, lernen sich besser kennen und helfen sich auf eine ganz wunderbare Weise. Durch Aaron sieht Nia ihr Leben plötzlich mit ganz anderen Augen, sie lernt viel mehr auf sich, ihre Wünsche und Bedürfnisse einzugehen und diese auch mal an die erste Stelle zu setzen. Aus dem Witzbold Aaron wird ein sehr tiefsinniger und herzerwärmender junger Mann, der es schafft, offen und ehrlich über sich und seine Gefühle zu reden. Und so weckt auch Nia in Aaron eine Seite, die dieser bedingt durch seine Krankheit tief in sich versteckt gehalten hat.

Ein weiterer Pluspunkt von "Ein Teil von uns", ist wie auch bereits zuvor in "Wenn du dich traust", das ungewöhnliche Thema, mit welchem sich die Autorin in ihrer Geschichte auseinander gesetzt hat. Man merkt, dass Kira Gembri viel recherchiert hat, um ihren Lesern wahrheitsgetreu und ehrlich erzählen zu können, was passiert, wenn die Nieren eines Menschen tatsächlich versagen. Und dennoch schafft es die Autorin diese Krankheit in ihren Roman einzubinden, ohne dass man Berührungsängste hat bzw. ein beklommenes Gefühl bekommt. Ganz im Gegenteil, Kira Gembri bringt ihre Leser dazu, sich intensiv mit dem Thema Organspende zu befassen, was ich persönlich sehr gut finde.

Die Autorin hat es außerdem geschafft, die Reiselust in mir noch mehr zu entfachen. Ich reise ohnehin extrem gerne, aber nach dem Lesen von "Ein Teil von uns", würde ich am Liebsten sofort die Koffer packen und sowohl Sydney, als auch das Australische Outback erforschen. Und auch der Titel ist grandios gewählt, was einem während des Lesens noch viel intensiver auffällt.

Ich konnte "Ein Teil von uns" kaum zur Seite legen, da ich die Stunden mit Aaron und Nia sehr genossen habe. Wie ja bereits erwähnt, liebe ich diesen wundervollen Humor, der sich durch alle Seiten zieht, wie ein roter Faden. Ich liebe es, wie die beiden Protagonisten miteinander agieren, wie sie aufeinander regieren, wie sie langsam zueinanderfinden und wie sich dadurch so vieles verändert. Gegen Ende der Geschichte wird es sogar nochmal dramatisch und spannend, außerdem erfuhr ich einige Dinge, die ich bisher noch nicht über Australien wusste. Das Finale des Buches ist mehr als passend und lässt mich mit einem glücklichen Seufzer und vollkommen zufrieden zurück.

Fazit:

"Ein Teil von uns" von Kira Gembri ist eine wundervolle, berührende und ehrliche Geschichte, die durch einen fantastischen Humor, jede menge Charme, das nötige Feingefühl und sehr authentische und ungewöhnliche Charaktere mein Leserherz höher schlagen lässt. Ich kann nur jedem empfehlen diesen grandiosen Roman zu lesen, und somit ebenfalls ein Teil von Aaron und Nia zu werden.


Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance
Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance
von Estelle Laure
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Schicksalhaft glücklich, 26. März 2016
Inhalt:

Die siebzehnjährige Lucille kümmert sich liebevoll um ihre 9 jährige Schwester Wren, nachdem ihre Mutter sie kurz nach der Einlieferung ihres Vaters in eine psychiatrische Klinik einfach sitzen gelassen hat. Als klar wird, dass ihre Mutter nicht zurück kehrt, steht Lucille vor der Entscheidung jemanden um Hilfe zu bitten, oder in Zukunft selbst für sich und Wren zu sorgen. Da Lucille noch keine 18. ist, beschließt sie niemandem von ihrer Situation zu erzählen, lediglich ihre beste Freundin Eden weit sie zunächst ein. Als das Geld immer knapper wird und Lu immer mehr Rechnungen zu begleichen hat, muss sie sich neben der Schule einen Job suchen. Dank der Hilfe von Eden und schließlich auch von Digby ihrem Zwillingsbruder, gelingt es Lucille sich und ihre Schwester über Wasser zu halten. Dennoch ist dies alles andere als leicht für Lu, zum einen macht ihr der wenige Schlaf und die große Verantwortung zu schaffen und zum anderen ist sie seit langer Zeit in Digby verliebt, der allerdings vergeben ist. Doch gerade diese Liebe und das große Verständnis das Digby ihr entgegenbringt, schenken Lu die nötige Kraft um nicht aufzugeben.

Meinung:

Das Schicksal meint es definitiv nicht gut mit der 17- jährigen Lucille. Sie und ihre kleine Schwester Wren sitzen ziemlich in der Patsche, als ihre Mutter beschließt, dass sie eine Pause von ihren Mädchen braucht, nach dem ihr Vater in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wurde. Schon der Beginn des Buches hat es also definitiv in sich, und so war ich natürlich sofort komplett auf Lu's Seite, da mir die junge Frau wahnsinnig leid tat. Ich konnte sie auch vollkommen verstehen, auch ich würde alles dafür tun, um meine kleine Schwester zu beschützen und für sie zu sorgen. Selbst dass die Mutter nach der ganzen Tragödie mit ihrem Mann eine Auszeit braucht, konnte ich sogar noch nachvollziehen, da zunächst auch "nur" von 14 Tagen die Rede ist. Absolut unverständlich war für mich, dass die Mutter geht ohne jemanden zu bitten, sich in der Zeit um ihre Töchter zu kümmern. Die Krönung des Ganzen ist allerdings die unumstößliche Tatsache, dass sie überhaupt nicht mehr zurück kommt, was für ein Mensch, was für eine Mutter tut so etwas?!

Doch auch wenn zunächst alles hoffnungslos erscheint und Lucille beinahe unter der schweren Last ihres Schicksals zusammenbricht, hat sie immer wieder Menschen an - und auch das Glück auf ihrer Seite. Ihre langjährige beste Freundin Eden passt zunächst Abends auf Wren auf, sodass Lu die Chance hat, Geld für sich und ihre Schwester zu verdienen. Als Eden bedingt durch ihre Ballettstunden nicht mehr nach Wren sehen kann, ist Digby ihr Zwillingsbruder zur Stelle. Weitere Hilfe erhält sie durch die Eltern der Zwillinge, einer neuen Mitschülerin, die Lu auch den Kellnerjob vermittelt, vom Chef des Lokals, sowie von einem "Engel", welcher ihr immer wieder tatkräftig unter die Arme greift, den Kühlschrank füllt und sich um den Garten und das Haus kümmert.

Die zarte aber sehr intensive Liebe zwischen Lu und Digby bringt trotz all der Schwierigkeiten die sie mit sich bringt, sehr viel Licht und Hoffnung in die Geschichte, was nicht nur Lucille gut tut, sondern auch mir als Leserin das Herz erwärmte. Ebenso gefühlvoll und wunderbar hat Autorin Estelle Laure die Beziehung der Schwestern zueinander dargestellt. Wren steht für Lu an erster Stelle, sie tut alles für die Jüngere und so spürt man in jeder Zeile die bedingungslose geschwisterliche Liebe. Wren vertraut Lu vollkommen, sie ist trotz der Tragödien die sie in ihren jungen Jahren bereits erleben musste, ein sehr liebes und höfliches Mädchen. Wren weiß, dass sie dicht halten muss, um bei Lu bleiben zu können und so kämpft die Kleine mindestens ebenso hart wie ihre Schwester. Sehr goldig und ungewöhnlich für eine Neunjährige ist ihr Hobby, Wren kocht und backt für ihr Leben gerne, daher schaut sie auch jede menge Kochsendungen im Fernsehen an.
Auch wenn die Geschichte vorhersehbar ist, mochte ich es gerne, dass auch Dinge passieren, mit denen ich eben doch nicht gerechnet habe.

Als Leser wünscht man den Beiden von Anfang an nichts mehr als eine große Portion Glück, daher ist der deutsche Titel auch so wundervoll und extrem passend gewählt. Denn auch wenn das Schicksal noch so hart ist, das Glück schlägt zurück! Lucille macht im Laufe der Zeit eine ziemliche Wandlung und Entwicklung durch. Die schüchterne, junge Frau nimmt ihr Leben selbst in die Hand, sie überwindet ihre Ängste und Zweifel, wird erwachsen und glaubt an sich. Dafür hat sie meinen allergrößten Respekt verdient.

Estelle Laure's Schreibstil ist angenehm, ihre Ausdrucksweise und Sprache einfach, aber doch recht gewaltig. Sie hat es geschafft, mich vollkommen in ihren Roman zu ziehen. Ich konnte die Trostlosigkeit und die Ängste am eigenen Leib spüren, ebenso intensiv waren aber auch die Glücks - und Hoffnungsmomente. Dafür, dass dieses Buch doch relativ dünn ist, hat(te) es eine ziemliche Wirkung auf mich. Das Ende ist mehr als passend, da das Glück siegt, aber dennoch nicht nur eitel Sonnenschein herrscht.

Fazit:

"Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance" von Estelle Laure ist ein Roman über das schonungslose und schnelle Erwachsenwerden. Trostlosigkeit und Angst treffen auf Liebe und Hoffnung. Wundervolle und starke Charaktere nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand, und erhalten am Ende das mehr als verdiente Glück!


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