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Rezensionen verfasst von
Chaos "Chaos" (Berlin)

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The Homesman [Blu-ray]
The Homesman [Blu-ray]
DVD ~ Tommy Lee Jones
Preis: EUR 7,79

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Juwel, 4. April 2015
Rezension bezieht sich auf: The Homesman [Blu-ray] (Blu-ray)
Homesman sieht sich selbst kaum als soziologische Studie, präsentiert aber den amerikanischen Westen und besonders das Leben an der frontier als puren Darwinismus: Sich an die Umstände anpassen oder ausgelöscht werden, andere Möglichkeiten gibt es kaum. Dies trifft auf alle zentralen Figuren zu: die drei „verlorenen“ Frauen, die im zivilisierten Osten das Verhalten auf Bällen und Teeparties gelernt haben, nicht jedoch, mental die extremen Belastungen des harten Pionierlebens zu überstehen. Mary Bee Cuddy, die sich als eigenständige Farmerin einen bescheidenen Wohlstand erarbeitet hat (Jones macht einen subtilen Vergleich zwischen den unwirtlichen Hütten der anderen Frauen und Cuddys wohlgeordnetem Haus, und die Art, wie er sie auf ihrer Farm in symmetrischen, mit quadratischen Mustern arbeitenden Bildausschnitten präsentiert, macht widerum einen subtilen Kommentar zu ihrem Charakter), sich aber an die Gepflogenheiten der Zeit anpassen will und angesichts ihres fortgeschrittenen Alters immer verzweifelter einen Ehemann sucht. Und dann George Briggs, sofern dies sein Name ist, eine Figur, die das Darwin'sche Prinzip zur Lebensform erhoben hat. Briggs ist ein Trinker und Hallodri, Dieb und Deserteur, aber vor allem ein Mann, der alles überleben wird, sei es durch Wegrennen (seine Lieblingstaktik), Stehlen oder – wenn nötig – Konfrontation.

Einigen frühen Kritikerstimmen gefiel die in „The Homesman“ und der Titelfigur gezeigten Stimmunsschwankungen zwischen Tragik und Humor nicht, aber diese Wahl Jones' muss man unter dem Gesichtspunkt seiner Einflüsse sehen: Auch sein Idol Peckinpah mischte in seine größtenteils elegischen und tragischen Geschichten immer wieder reine Witzfiguren oder humoristische Einlagen, und diese Tradition geht ja sowieso auf Shakespeare zurück. Und mit dem alten William sollte eh keiner streiten. Zudem sind die deplatziert wirkenden Sing- und Tanzeinlagen von Briggs eine Art Schutzmechanismus und ja, Darwinistische Anpassung. Der ihn umgebenden Dunkelheit begegnet er mit einer fast makabren guten Laune.

Was „The Homesman“ von anderen, ähnlich gelagerten Filmen unterscheidet ist eine Unvorhersehbarkeit, die dem Genre meistens fremd ist. Kaum ein Genre ist so sehr durch seine Konventionen zementiert wie der Western, Gute wie Böse sind meist innerhalb weniger Minuten (oder durch Hutfarbe!) identifiziert und die Plotwendungen ebenfalls schnell vorhersehbar. Dank der eigenwilligen, sperrigen Charaktere einerseits und dem Verlauf der Geschichte andererseits entgeht „The Homesman“ komplett dieser Vorhersehbarkeit, was diesem Film einen gehörigen Teil seiner Faszination gibt. Während man etwa zu Beginn des Films das Gefühl hat, Jones könnte mit Cuddy und Briggs auf ein bisschen „Ein seltsames Paar“-Komik zielen und eine Variante von „Mit Dynamit und frommen Sprüchen“ abliefern, der sieht sich bald brutalstmöglich getäuscht. Denn die kurzen humoristischen Einlagen können nicht von der grundlegenden Verzweiflung und Tragik der Situation ablenken, die Jones durch eingeschobene kurze Rückblenden auf die Gründe des Verrücktwerdens der drei Farmerinnen noch verstärkt. Dazu hat der Film zwei wirklich denkwürdige Sequenzen zu bieten: Eine Situation nach etwa eineinviertel Stunden, die durchaus noch der odd couple-Logik geschuldet ist, endet in einer schockierenden und nachhaltig beeindruckenden Plotwendung, die man so kaum vorhersehen konnte. Und die Sequenz, in der der Planwagen ans Fairview-Hotel in Iowa kommt, ist sehr surreal und endet in einer visuell wie charakterbezogen bemerkenswerten Szene.

Tommy Lee Jones macht es dem Publikum nicht einfach – und das gleich im doppelten Sinne: Wo sein Film sich Storykonventionen und abgehangenen Plotstrukturen widersetzt, so sind auch seine Figuren nicht die erwartbaren Klischees und gerade der "homesman" eben nicht der Brummbär mit verstecktem Herzen aus Gold, so wie es ein Publikum erwarten würde. Briggs wie auch die Figur der Mary Bee Cuddy sind deutlich realistischer, aber damit auch herber und unsympathischer, enigmatischer und weniger leicht goutierbar. So wird etwa während der Reise immer deutlicher, dass Cuddy diese Reise vielleicht nicht nur aus christlicher Nächstenliebe angetreten hat (und einer frühen Sequenz auf ihrer Farm kommt nachträglich eine größere Bedeutung zu) und dass auch ihre Träume am Verwelken und Sterben sind. Letztendlich macht die Charakterisierung hier etwas deutlich, dass auch die Merkwürdigkeit und Hysterie von Andrew Dominics „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ schon mehr oder weniger deutlich vom Subtext zum Haupttext erhob: An den Grenzrändern zwischen Wildnis und Zivilisation sind alle mehr oder minder verrückt.

Fazit: visuell reich und fantastisch gefilmt (John Ford wäre stolz), ungezügelt und etwas undiszipliniert in seinem Storyverlauf, was man für des Films Unvorhersehbarkeit in Kauf nehmen muss und zugleich wieder sehr Peckinpah-haft ist. Aber vor allem: denk- und erinnerungswürdig. Egal, ob man den Film nun liebt (was wie gesagt nicht unbedingt einfach ist) oder er einen ein wenig ratlos zurücklässt: Kaltlassen wird er keinen. Was doch eigentlich ein ziemlich großes Kompliment ist.


Gone Girl - Das perfekte Opfer  (inkl. Digital HD Ultraviolet) [Blu-ray]
Gone Girl - Das perfekte Opfer (inkl. Digital HD Ultraviolet) [Blu-ray]
DVD ~ Ben Affleck
Wird angeboten von SchwanHM
Preis: EUR 11,26

0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der packendsten Thriller seit langem, 23. Januar 2015
David Finchers wendungsreicher Thriller ist fesselndes Spannungskino und bis jetzt der für mich beste Film des Jahres. Wenngleich zumindest die erste Wendung recht vorhersehbar erscheint, wird man (sofern man die Romanvorlage nicht kennt) immer wieder auf neue Pfade geschickt, an deren Ende eine neue Enthüllung steht. Immer wieder wird mit der Wahrheit gespielt, Tatsachen widerlegt, Lügen aufgedeckt. Trotz recht beklemmender Atmosphäre wagt Fincher es immer wieder kleine humorvolle und satirische Spitzen einzuflechten, hier mal ein salopper Spruch, hier eine leichte Überzeichnung. Ziel letzterer sind vor allem die Medien und das sensationsgeile Kleinstadtvolk. Dabei fügen sich diese Szenen nahtlos in den übrigen Film ein, wirken niemals aufgesetzt oder unpassend.
Anders als bei den meisten anderen ähnlich gelagerten Thrillern bleibt auch das Handeln der Figuren immer psychologisch nachvollziebar, was neben der erstklassigen Vorlage und dem virtuos adaptiertem Drehbuch vor allem an den beiden Hauptdarstellern liegt, die wirklich voll und ganz in ihren Rollen aufgehen.
Ben Affleck scheint die Rolle auf den Leib geschrieben. Wider Erwarten - ich habe ihn lange Zeit für einen weitaus besseren Regisseur als Schauspieler gehalten - gelingt es ihm eine vielschichtige Figur zu erschaffen, deren wahrer Charakter bis zum Schluss im Unklaren liegt.
Das größte Lob gebührt jedoch der wunderbaren Rosamund Pike. Sie schafft es nicht nur einen glaubwürdigen, facettenreichen Charakter darzustellen, sondern glänzt in den Off-Kommentaren mit einer nuancierten, immer der Stimmung angepassten Stimme, die unweigerlich in ihren Bann zieht.
Dazu ein ungewöhnlich besetzter Neil Patrick Harris und andere hochklassige Nebendarsteller.
Kombiniert mit der absolut passenden, meist sehr minimalistischen Musikuntermalung, Finchers Regie, der guten Kamera und dem virtuosen Schnitt ist Gone Girl ein wahres Thriller-Kleinod und ganz heißer (und verdienter) Oscar-Kandidat, der trotz fast 150-minütiger Laufzeit ungemein fesselt.


American Horror Story - Season 3 [Blu-ray]
American Horror Story - Season 3 [Blu-ray]
DVD ~ Jessica Lange
Preis: EUR 15,88

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Serie; auch Staffel 3 ist top!!, 23. Januar 2015
Eine Horror- und Mysteryserie wie AMERICAN HORROR STORY zu bewerten, fällt mir als Genrefan besonders leicht: hervorragend!

Obwohl auch die 3. Staffel aus unzähligen Versatzstücken bekannter Motive besteht, werden diese immer wieder zur Überraschung des Zuschauers unterhaltsam kombiniert.

Die spannende Storyline ist dicht, komplex und sehr mitreißend. Die Besetzung ist stimmig. Jessica Lange, die ich als 10jähriger Knabe in der King Kong-Verfilmung von 1976 erstmals bewundern durfte, stiehlt mit ihrer Performance allen anderen die Schau. Doch ich behaupte mal dreist, dass das geniale Storykonzept auch ohne bekannte Film- und Fernsehgesichter funktionieren würde. Schon der Titelvorspann mit der strangen Filmmusik ist very freaky and spooky.

Anzumerken ist ebenfalls, dass in AMERICAN HORROR STORY die Beweggründe der Toten einen ebenbürtigen Stellenwert eingeräumt bekommen wie die Entscheidungen und Handlungen der Lebenden.

Auf Blu-Ray ein Muss für Genre-Fans!! Freue mich auf FREAK SHOW!


Labor Day [Blu-ray]
Labor Day [Blu-ray]
DVD ~ Kate Winslet
Preis: EUR 8,79

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührend, 23. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Labor Day [Blu-ray] (Blu-ray)
Fesselnde, authentische, top gespielte, spannend inszenierte Liebesgeschichte, ohne Klischees, aber mit großem Drama- und kleinem Triller-Hauch. Mitfühlen nicht nur möglich, sondern fast unumgänglich. Das Happy End zollt sicherlich der Komponente Hollywood Tribut, aber dieser Endgeschmack tut dem Wohlgefühl dafür immer besser. Nur zu empfehlen!


Liberace - Zu viel des Guten ist wundervoll [Blu-ray]
Liberace - Zu viel des Guten ist wundervoll [Blu-ray]
DVD ~ Michael Douglas
Preis: EUR 7,95

22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Ausstand von Steven Soderbergh, 8. März 2014
Ein festlicher Saal, die Bühne stimmungsvoll ausgeleuchtet, darauf ein Piano. Gekrönt wird diese Szenerie von einem wunderschönen Kandelaber, der festlich und warm vom Klavier aus strahlt und strahlt. Am Tasteninstrument wird gleich ein überragender Entertainer Platz nehmen und das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes verzaubern. Ich habe mich beim Betrachten der Konzertszenen dabei erwischt, dass ich mir gewünscht habe, sofort nach Las Vegas zu fliegen und einer Show dieses Künstlers beizuwohnen. Die Faszination, die von „Liberace“ ausgeht, kommt nicht von irgendwoher. Auch der junge Scott (umwerfend: Matt Damon), ein unerfahrenes Landei, das von einem Freund zur Show mitgenommen wurde, ist nachhaltig beeindruckt von diesem Menschen und wird ihm bald sehr, sehr nahe kommen, sozusagen „hinter den Kandelaber“ schauen dürfen. Was sich dort abspielt, das erfährt man in „Liberace – zu viel des Guten ist wundervoll“.

Was für ein Titel und was für ein Film! Als ich den ersten Trailer im Kino sah, ging mir folgender Gedanke spontan durch den Kopf: „Oha, Al Pacino spielt einen homosexuellen Entertainer! Beinahe hätte ich ihn nicht erkannt! Muss ich sehen!!“ Nun ja, Pacino entpuppte sich bei näherer Betrachtung als Michael Douglas, der nicht mehr als er selbst zu erkennen ist und dem ich eine solche Verwandlung nicht zwangsläufig zugetraut hätte. Was für eine Performance! Wahnsinn, wie Douglas hier vollkommen überzeugend in die Haut eines Menschen schlüpft, von dem ich noch nie zuvor etwas gehört hatte und der sich dem Zuschauer im Laufe des Filmes mit seiner Persönlichkeit mit all ihren Facetten offenbart. Man kann sich der Magie dieses Verrückten nur schwer entziehen. So schräg, eigenwillig und teilweise abstoßend er sich auch verhält, man schließt ihn in sein Herz.

Der Film legt den Fokus auf die Beziehung Liberaces zu Scott, die manche Höhen, aber auch einige Tiefen aufweist. Wir lernen beide Männer gut kennen und der Einblick in das Leben dieser besonderen Menschen, die aber letztlich, trotz aller Höhenflüge und Extravaganz, genau nur das sind, nämlich Menschen, ist ein echtes Erlebnis. Man wünscht dem Film viele Zuschauer, auch wenn er sicher nicht für jeden etwas ist.

„Liberace“ ist ein Film über das Leben, über die Sehnsucht nach Liebe und Zuneigung, die uns allen gemeinsam ist. Gleichzeitig zeigt der Film einen Menschen, von dem viele nur die Fassade kannten und der darum bemüht war, seine private Seite mit allen Mitteln und bis hin zur Selbstverleugnung zu verstecken. Der Film ist unterhaltsam, tragikomisch, lustig, traurig, nachdenklich und ein echtes Erlebnis. Ansehen!

Von mir gibt’s dafür absolut angemessene

10 von 10 Punkten!

P.S.: Hätt ich was zu sagen, gäbs den Oscar für Douglas und Damon, überreicht von Rob Lowe… ;-)


Take this Waltz [Blu-ray]
Take this Waltz [Blu-ray]
DVD ~ Michelle Williams
Preis: EUR 8,79

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleines, wunderbar-strahlendes Filmjuwel, 14. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Take this Waltz [Blu-ray] (Blu-ray)
Schon bald kommt der Frühling, die Zeit in der alles zu blühen beginnt, die Zeit der Schmetterlinge im Bauch und der Romantik. Einfach gesagt: die Zeit der Liebe. Doch „Take this Waltz“ lässt sich von diesem „Love is in the air“ Stimmungshoch nicht beeinflussen. Im Gegenteil, am Ende zerschmettert er dieses uns alle so nahegehende Phänomen Liebe erbarmungslos in der Luft und taucht so wunderbar ungeniert, so traumhaft unverträumt in das Innere der Protagonistin ein, dass eines klar wird. Nämlich dass die Liebe nur eine Art Begleiterscheinung unseres Ebenbildes ist und der Mensch selbst, das eigentlich unfassbarste, unbegreiflichste und unvollkommenste Phänomen auf diesen Planeten ist.

Was macht „Take this Waltz“ zu einen kleinen Meisterwerk? Kurz gesagt dessen Ehrlichkeit. Diese Ehrlichkeit lässt sich in einigen Elementen des Filmes erkennen. Etwa in der Kameraführung. Durch wirkungsvolle Perspektiven in der die Normalität der Figuren dargelegt werden. Durch wunderbare, aber niemals aufdringliche, Nahaufnahmen der Protagonisten, welche die Verletzlichkeit der Figuren wiederspiegelt. Sowie die gefühlvollen Bilder, die keine Worte brauchen, sondern mit stimmungsvoller Musik noch tiefer in die Haut gelangen. Es sind diese Momente, dieser Mix aus technisch perfekter Handhabung und einer unaufdringlich ehrliche in Bildsetzung der Menschlichkeit in ihrer vollkommenen Unvollkommenheit.

Auch die Geschichte wird schonungslos dargeboten. Dabei wird allerding nicht schwarz-weiß gemalt. Das wahre Leben ist nun mal kein Film in dem es unbedingt zu einer Katastrophe kommen muss und in der es letztendlich zum großen Showdown kommt. In dem meistens dann das Gute gegen das Böse siegt. Den Kampf Gut gegen Böse gibt es hier schlicht weg nicht. Wir sehen einfach das Zusammenleben zweier Menschen die sich Lieben, aber die am Verlust der sexuellen Leidenschaft in ihrer Partnerschaft leiden. Wir sehen eine Frau. die das vollkommene Glück sucht. Eine Frau, die viel Schönes in ihren Leben besitzt, doch der klar wird, dass es in ihren Dasein eine Lücke gibt. Eine Lücke die ihr erst so richtig bewusst wird, als ein Mann in ihr Leben stößt, in den sie sich verliebt und der ihr ermöglichen könnte, dieses Loch zu füllen. Allerdings nicht ohne eine neue Lücke zu öffnen. Die wiederum dem perfekten Glück im Wege stehen wird.

Es befinden sich wahrlich wunderbar aufrichtige und zärtliche Momente in diesem Werk. Allerdings merkt man der Handlung doch ihre geringe Dichte an. Für einen Film steckt etwas wenig Inhalt dahinter. Dies wird zwar mit eben angesprochenen, wunderbar sensiblen Momenten ersetzt, allerdings wiederholen sich einige Szenen (natürlich anders in Bild gesetzt) öfters. Etwa der Versuch von Margot Lou zu verführen, oder das Hinterherschleichen von Daniel. Auch fällt es schwer zum Ende zu kommen und so ist der Film etwas zu lang geraten.

Und das war sie dann auch schon, die kleine Schwäche des Films. Denn mehr gibt es wirklich nicht auszusetzen an „Take this Waltz“. Es ist auch einfach viel angenehmer über die positiven Dinge zu schreiben. Denn durch seine Sensibilität und Aufrichtigkeit, wirkt selbst der Film schon menschlich und verletzlich. Fast so als müsse man ganz sanft mit ihm umgehen, damit man seiner zerbrechlichen Inszenierung nichts anhat. Letztlich seien noch die Schauspieler erwähnt. Ganz große Schauspielkunst bietet uns wiedermal Michelle Williams. Sie hat sich wahrlich mit ihrer Figur auseinandergesetzt und zeigt uns die komplexen Ängste und Gedanken, das aufrichtige Verlangen und die verständlichen Träume einer schlichten jungen Frau.

Auch Seth Roggen kann einmal in einer ernsten Rolle überzeugen. Dabei kann man vor allem von einer gute Leistung sprechen, weil er sich nicht übernimmt und uns genau so viel zeigt, wie er auch im Stande ist zu leisten. Die ganz tiefen Einblicke in sein Inneres, bleiben uns hierbei verwehrt. Doch den witzigen etwas naiven „Nice Guy“ nimmt man im sofort ab. Auch Luke Kirby gibt den geheimnisvollen Nachbar Daniel, seine eigene Note und bildet ein harmonierendes Gegenstück zu Margot.


The Counselor [Blu-ray]
The Counselor [Blu-ray]
DVD ~ Michael Fassbender
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 11,19

36 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein typischer 08/15-Unterhaltungsfilm für die breite Masse., 12. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: The Counselor [Blu-ray] (Blu-ray)
Gerade in der ersten Hälfte ist der Film ziemlich dialoglastig (aber keinesfalls langweilig). Hier wurde eindeutig mehr Wert auf die Story gelegt. Wer also Autoverfolgungsjagden, Schießereien und Explosionen erwartet, wird bitter enttäuscht sein. Trotzdem oder vielleicht sogar weil "The Counselor" sich einer Schubladisierung verweigert, hat er mir gefallen. Denn er ist interessant von der ersten bis zur letzten Sekunde, weil der Zuschauer meist nicht mehr weiß als die Hauptfigur und die drückende Atmosphäre zwar erahnen lässt, dass das Ganze kein gutes Ende nehmen wird, die Story dabei aber nicht ins allzu Vorhersehbare abgleitet. Und die Kompromisslosigkeit, mit der sie zu Ende geführt wird, überrascht dann doch.

Die Darsteller waren bis in die Nebenrollen perfekt (u.a. auch Bruno Ganz, Rosie Perez). Nachdem in Scotts beiden vorherigen Filmen schauspielerisch größtenteils nur Magerquark geboten wurde, hat er hier mit Fassbender, Diaz und Bardem Personal am Start, das seinen Figuren Leben einhaucht. Nur Penelope Cruz bleibt blass (die Rolle gibt aber auch nicht viel her) und Brad Pitt ist halt Brad Pitt.

Das der Film kein Erfolg ist und die Kritiken durchwachsen, wundert mich bei dem heutigen Publikum allerdings weniger: Da wird in einem Film mal nicht in 3D nach Schema F ganze Städte in Schutt und Asche gelegt und schon ist er für viele uninteressant. Wirklich massentauglich ist "The Counselor", unabhängig von der unterstellten Intelligenz des Publikums, nicht. Dazu sitzt er zu sehr zwischen den Stühlen. Action gibt es kaum, als Thriller ist er nicht sonderlich spannend im klassischen Sinne und für ein waschechtes Drama geht er nicht tief genug.

Ich fand den "Counselor" jedenfalls sehr gelungen und Ridley Scott hat wieder mal bewiesen, dass er durchaus mehrere Genres beherrscht.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 21, 2014 1:43 PM MEST


Planes [Blu-ray]
Planes [Blu-ray]
DVD ~ Klay Hall
Preis: EUR 15,75

3 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Seelenlose, dreiste Abzocke, 11. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Planes [Blu-ray] (Blu-ray)
Hiermit ist das Ende des Goldenen Zeitalters von Disney/Pixar eingeläutet. Das liegt höchstwahrscheinlich daran, dass die einstmalige Regentschaft des erzählerischen Anspruchs, welche Disney/Pixar so groß gemacht hat, abgelöst wurde von der andernorts eben auch regierenden Herrschaft der Gewinnmaximierung. Und für die ist es nicht interessant, alle zwei Jahre einen Film rauszubringen, der alle Kinofreunde in Ekstase versetzt, wenn man stattdessen jedes Jahr einen Film raushauen kann, der gar nicht so toll sein muss solange er ein ordentliches Einspiel garantiert. Planes ist eine reine Marketing-Masche, um auf den Erfolg von Cars mitzuschwimmen. Dabei ist die Geschichte hier so platt, wie sie vorhersehbar und uncharmant ist. Die Figuren gehen einem komplett am Allerwertesten vorbei und selbst die kurze Laufzeit von 81 Minuten (ohne Abspann) zieht sich scheinbar endlos in die Länge. Technisch ist dieser Film hervorragend animiert, aber bei der schlechten Story nützt dies eben auch nichts. Ich denke selbst die allerjüngsten Zuseher werden hier eher bedingt ihren Spaß haben und sollten lieber wieder auf Meisterwerke wie Findet Nemo oder Shrek zurückgreifen... und selbst der (meiner Meinung nach etwas unterbewertete) Cars hatte in der Hinsicht wesentlich mehr zu bieten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 11, 2014 9:51 PM CET


Kein Titel verfügbar

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Ausstand von Steven Soderbergh, 11. Januar 2014
Ein festlicher Saal, die Bühne stimmungsvoll ausgeleuchtet, darauf ein Piano. Gekrönt wird diese Szenerie von einem wunderschönen Kandelaber, der festlich und warm vom Klavier aus strahlt und strahlt. Am Tasteninstrument wird gleich ein überragender Entertainer Platz nehmen und das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes verzaubern. Ich habe mich beim Betrachten der Konzertszenen dabei erwischt, dass ich mir gewünscht habe, sofort nach Las Vegas zu fliegen und einer Show dieses Künstlers beizuwohnen. Die Faszination, die von „Liberace“ ausgeht, kommt nicht von irgendwoher. Auch der junge Scott (umwerfend: Matt Damon), ein unerfahrenes Landei, das von einem Freund zur Show mitgenommen wurde, ist nachhaltig beeindruckt von diesem Menschen und wird ihm bald sehr, sehr nahe kommen, sozusagen „hinter den Kandelaber“ schauen dürfen. Was sich dort abspielt, das erfährt man in „Liberace – zu viel des Guten ist wundervoll“.

Was für ein Titel und was für ein Film! Als ich den ersten Trailer im Kino sah, ging mir folgender Gedanke spontan durch den Kopf: „Oha, Al Pacino spielt einen homosexuellen Entertainer! Beinahe hätte ich ihn nicht erkannt! Muss ich sehen!!“ Nun ja, Pacino entpuppte sich bei näherer Betrachtung als Michael Douglas, der nicht mehr als er selbst zu erkennen ist und dem ich eine solche Verwandlung nicht zwangsläufig zugetraut hätte. Was für eine Performance! Wahnsinn, wie Douglas hier vollkommen überzeugend in die Haut eines Menschen schlüpft, von dem ich noch nie zuvor etwas gehört hatte und der sich dem Zuschauer im Laufe des Filmes mit seiner Persönlichkeit mit all ihren Facetten offenbart. Man kann sich der Magie dieses Verrückten nur schwer entziehen. So schräg, eigenwillig und teilweise abstoßend er sich auch verhält, man schließt ihn in sein Herz.

Der Film legt den Fokus auf die Beziehung Liberaces zu Scott, die manche Höhen, aber auch einige Tiefen aufweist. Wir lernen beide Männer gut kennen und der Einblick in das Leben dieser besonderen Menschen, die aber letztlich, trotz aller Höhenflüge und Extravaganz, genau nur das sind, nämlich Menschen, ist ein echtes Erlebnis. Man wünscht dem Film viele Zuschauer, auch wenn er sicher nicht für jeden etwas ist.

„Liberace“ ist ein Film über das Leben, über die Sehnsucht nach Liebe und Zuneigung, die uns allen gemeinsam ist. Gleichzeitig zeigt der Film einen Menschen, von dem viele nur die Fassade kannten und der darum bemüht war, seine private Seite mit allen Mitteln und bis hin zur Selbstverleugnung zu verstecken. Der Film ist unterhaltsam, tragikomisch, lustig, traurig, nachdenklich und ein echtes Erlebnis. Ansehen!

Von mir gibt’s dafür absolut angemessene

10 von 10 Punkten!

P.S.: Hätt ich was zu sagen, gäbs den Oscar für Douglas und Damon, überreicht von Rob Lowe… ;-)


Broken City [Blu-ray]
Broken City [Blu-ray]
DVD ~ Mark Wahlberg
Wird angeboten von SchwanHM
Preis: EUR 11,39

17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Broken Thriller, 6. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Broken City [Blu-ray] (Blu-ray)
Um den guten alten Thriller ist es schon seit langem gar nicht mehr gut bestellt. Das einstige Vorzeigegenre hat kaum noch ein Publikum und fristet im Kino ein trauriges Schattendasein. Wenn sich dann doch mal wieder jemand traut, abseits diverser Geister- und Spukgeschichten oder anderer Auswüchse des im Stakatto-Rhythmus auf uns einprasselnden Horrorfilms für Spannung zu sorgen, dann fährt er die Chose garantiert so gegen die Wand, dass jeder halbwegs gewinnorientierte Produzent - also alle - sich lieber wieder auf Konsolenartige CGI-Sausen mit möglichst vielen darin herumturnenden Superhelden stürzt.

Es liegt also weniger - wie oft behauptet - am immer jünger werdenden Massenpublikum, das verseucht von PC-Auswüchsen und Reizüberflutung am liebsten auf jedwedes Denken komplett verzichtet und nur noch mit Schauwerten zu ködern ist. Vielmehr gelingt es zumindest Hollywood kaum mehr, durchdachte Spannungsplots zu entwickeln und so den Thriller wieder salonfähig zu machen. Die nicht weg zu diskutierende Krise ist also nicht dem „dummen" Publikum anzukreiden, sondern vor allem von den regelmäßig versagenden Autoren zu verantworten. Ein Musterbeispiel für diese Misere ist der Verschwörungsthriller „Broken City".

Es hat schon etwas Drolliges, wenn der Drehbuch-Novize Brian Tucker von der ominösen "Black List" schwadroniert, auf der sich die in Hollywood am heißesten gehandelten, noch nicht verwirklichten Drehbücher tummeln. Denn sein Script zu „Broken City" ist an Langeweile, Vorhersehbarkeit und Redundanz kaum mehr zu unterbieten. In einem Genre, bei dem ein clever arrangierter und wendungsreicher Plot mindestens die halbe Miete bedeutet, sind solche Verfehlungen natürlich tödlich.

Dabei fängt alles recht vielversprechend an. Die beiden Protagonisten - Cop Billy Taggert (Mark Wahlberg) und NYC-Bürgermeister Nicholas Hosteter (Russell Crowe) - werden von Beginn an als zwielichtige Alpha-Tiere präsentiert, die auch gern mal das Gesetz ignorieren, wenn es den eigenen Plänen oder Ansichten im Weg steht. Da haben sich offensichtlich zwei gefunden. Hier der Selbstjustiz verübende Gesetzeshüter, dort der solche radikalen „Lösungen" durchaus goutierende Politiker. Als Hosteter den inzwischen als Privatdetektiv arbeitenden Taggert anheuert um seine untreue Ehefrau (Catherine Zeta-Jones) zu beschatten, nimmt der Plot richtig Fahrt auf. Mit dem plötzlichen Tod des entlarvten Liebhabers Paul Chandler, kein Geringerer als der Wahlkampfmanager von Hosteters schärfsten Rivalen um die unmittelbar anstehenden Wahlen für das Bürgermeisteramt, gerät Taggert schließlich endgültig zwischen die Fronten einer undurchsichtigen Politverschwörung.

Nach diesem knackigen Beginn fällt „Broken City" allerdings schneller zusammen als das sprichwörtliche Kartenhaus. Die ominösen, vermeintlich schockierenden und sinistren Machenschaften entpuppen sich als öder Immobilienskandal, der bestenfalls solides TV-Krimi-Format hat. Dazu verzettelt sich die Handlung in einer langatmig erzählten Liebesgeschichte, die für den Hauptplot keinerlei Relevanz besitzt und gegen Ende einfach fallen gelassen wird.
Auch die optisch gekonnt umgesetzte Noir-Atmosphäre ist letztlich ein leeres Versprechen. Weder Taggert noch Hosteter offenbaren im Verlauf irgendwelche Charakteruntiefen oder gar Entwicklugen, die nicht schon in der Eingangssequenz offen ausgebreitet worden wären.

Noch schlimmer verhält es sich mit den Nebenfiguren, die motivisch und Twist-spezifisch oft interessantesten Bausteine des Noir-Setzkastens. Es ist fast schon sträflich, wie wenig Entfaltungsmöglichkeiten man so variabel einsetzbaren Mimen wie Jeffrey Wright (NYC Police Commissioner), Barry Pepper (Hosteters Rivale Jack Valliant), Kyle Chandler (Paul Andrews) und Catherine Zeta-Jones gewährt. Sie haben kaum mehr zu tun als bedeutungsschwangere Blicke in gekonnt ausgeleuchteter und schick ausgestatteter Bedrohlichkeits-Atmosphäre auszutauschen, was die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit umso deutlicher hervortreten lässt. Der einzige darstellerische Lichtblick ist Russell Crowe, der einen herrlich schmierig-öligen Stadtoberen gibt und das Beste aus seiner klischeehaften und vom Drehbuch viel zu oberflächlich angelegten Rolle herausholt. Leider agiert Wahlberg ihm gegenüber recht hölzern und auf Cop-Autopilot schaltend, so dass auch dieses groß angekündigte Schauspielduell eine recht einseitige Angelegenheit wird.

Regisseur Allen Hughes hat seine Vielseitigkeit schon öfter unter Beweis gestellt und beispielsweise mit „From Hell", oder „Book of Eli" auch knackige Genre-Kost serviert. Trotz Mark Wahlbergs Engagement (er fungiert hier auch als Produzent), stimmiger Kameraarbeit und eines mehr als ansehnlichen Cast, kann aber auch ein Routinier wie er dem unausgegorenen und uninspirierten Buch kein Leben einhauchen. Für die Zukunft des Thrillers verheiß das nichts Gutes. Schließlich war Tuckers Script auf der illustren „Black List" der besten noch unproduzierten Drehbücher Hollywoods. Ambitionierte Autoren können das aber auch als Motivationsspritze sehen. Die Messlatte ist schließlich rekordverdächtig tief. Also nichts wie drüber, der gute alte Thriller wartet nur darauf. Und wir mit ihm.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 6, 2013 3:11 PM MEST


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