Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Microsoft Surface Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für Leselampe > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Leselampe
Top-Rezensenten Rang: 2.717
Hilfreiche Bewertungen: 544

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Leselampe

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Dr. Oetker Vitalis Roasted Müsli Schoko-Nuss, 6er Pack (6 x 450 g)
Dr. Oetker Vitalis Roasted Müsli Schoko-Nuss, 6er Pack (6 x 450 g)

1.0 von 5 Sternen Geschmacklich und gesundheitlich inakzeptabel - Zucker en masse und Palmöl, 26. Juli 2016
Das Müsli befand sich in einem geschenkten Präsentkorb und ich hab es mal probiert: Haselnüsse zum Frühstück sind ja nicht jedermanns Sache, und man muss auch diesen etwas aufdringlichen Röstgeschmack im Mund mögen, um dieser Vitalis-Kreation von Dr. Oetker aus der Roasted-Müsli-Reihe zumindest ansatzweise etwas abzugewinnen. Ich konnte es nicht. Geschmacklich und gesundheitlich fällt das Produkt bei mir durch.

Geschmacklich: Nüsse und Flocken, beide im Ofen geröstet (wie übertrieben theatralisch auf der Packung verkündet), schmecken nicht "knusprig zart", sondern fad und nichtssagend. Beides liegt nach dem Aufgießen mit Reis-Soja-Milch (wer mag, nimmt Milch) klein, platt und hart irgendwie unangenehm wie kleine Steine im Mund und hat null Biss. Ich hab es mit einfachen Haferflocken, Apfel und Banane aufgestockt, und da ging es geschmacklich. Ob das Rösten von Haferflocken und Nüssen im Backofen jetzt undbedingt so bekömmlich ist und dabei nicht wichtige Nährstoffe zerstört werden, sei dahingestellt. Die Schokostückchen sind hauchfein geraspelt und fielen nicht weiter auf.

Gesundheitlich: eine Katastrophe! Neben der zuckrigen Schokolade und dem auf der Packung abgebildeten Honig packt Dr. Oetker höchst überflüssigerweise auch noch jede Menge billigen Zucker extra in die Mischung. Wozu? Es schmeckt widerlich süß und ist der Gesundheit abträglich. Regenwald-Killer Palmöl ist selbstverständlich auch drin sowie ebenfalls überflüssigerweise Salz. Eine Melange des Grauens. 11 Prozent Zucker, 5 Prozent Salz und 12 Prozent gesättigte Fettsäuren in einem Müsli-Produkt, das doch eigentlich gesund sein soll, das geht gar nicht. Einmal und nie wieder!


Elefanten vergessen nicht
Elefanten vergessen nicht
von Agatha Christie
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Vorletzter Roman der Christie altersweise, aber nicht langweilig, 16. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Elefanten vergessen nicht (Taschenbuch)
Vorweg: Agatha Christie war bei der Abfassung ihres vorletzten Romans über 80 und schrieb daher selbstverständlich nicht mehr wie ein junger Hüpfer, sondern gemählich wie eine weise alte Elefantendame. Wir sollten es ihr gönnen und uns an der immer noch vorhandenen Geistesfrische der Autorin zu dieser Zeit erfreuen. Ich mag den etwas behäbigen, dabei nicht angestaubten und selbstironischen Stil sehr und habe mich prächtig amüsiert.

Wie in allen Alters-Krimis der Christie gibt sie sich auch hier sehr selbstironisch, mit leisen Spitzen gegen das eigene Altern und das ihrer Hauptfiguren und zeigt mit weiser, manchmal lakonischer Einsicht, dass ihr nichts Menschliches fremd ist auf diesem merkwürdigen Planeten. Auch das Londoner Lokalkolorit und die sarkastischen Bosheiten ihres Alter Egos Ariadne Oliver gegen den Literaturbetrieb und die gehobene, dafür umso hohlere Gesellschaft lesen sich amüsant. Mrs. Oliver arbeitet diesmal Hand in Hand mit ihrem alten Freund Hercule Poirot und beide tauchen tief ein in die Vergangenheit. Aufgeklärt wird in gemeinsamer Anstrengung der "kleinen grauen Zellen" und mit viel Herumreisen und Recherchieren von Ariadne diesmal kein aktueller Mordfall, sondern ein mysteriöser Todesfall mit jede Menge Familiengeheimnis, Tragik und Liebesleid in der Vergangenheit. Die junge Generation hat in Gestalt von Patenkind Celia und deren Verlobtem Desmond ihren Auftritt, die mit sehr viel Sympathie gezeichnet werden. Altersgriesgrämig ist die Christie in diesem fast schon gemütlich zu nennenden Kriminalroman nicht, im Gegenteil, es wird sogar etwas schlüpfrig einschließlich einer fast frivolen Ménage a trois, Geliebten und unehelichen Kindern, ungewollten Schwangerschaften und Adoptionen in der Vergangenheit - der man, wie immer bei dieser lebensklugen Autorin, nie entkommen kann. Perücken - typisch Frau - spielen auch eine buchstäblich tragende Rolle:-).

Alte Bekannte wie Inspekctor Spence - mittlerweile in Pension - und der geheimnisvolle und verschrobene Informant Mr Goby haben ebenfalls ihre Auftritte und am Schluss des sehr versöhnlich endenden Buchs tut die Christie sogar etwas für die englisch-französische Freundschaft;-). Ein schöner, runder, nicht aufregender, sondern angenehm entspannender und ein wenig melancholisch stimmender Krimi. Was für den Balkon und den Liegestuhl im Urlaub. Ein Punkt Abzug für die nicht durchweg gelungene Übersetzung.


Bamboo Garden Nudeltopf Gemüse, 8er Pack (8 x 42 g)
Bamboo Garden Nudeltopf Gemüse, 8er Pack (8 x 42 g)
Preis: EUR 11,92

1.0 von 5 Sternen Minderwertig, 15. Juli 2016
Vorweg: Hätte ich gewusst, dass Bamboo Garden eine ausgebrütete Asia-Idee der vorgeblichen "Feinkost"-Marke Kattus ist, dann hätte ich die Finger davon gelassen. Denn die Produkte der Marke wie die Oliven haben mir noch nie zugesagt, da das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach nicht stimmt. Auch dieses Produkt ist für einen Asia-Aufguss-Becher extrem überteuert. Da ich es im Ramsch im Discounter bekam, hab ich es mal getestet. Das war nix, Leute.

"Kulinarisches Erlebnis", "feinste Zutaten", "höchste Qualität" auf der Becher-Banderole sind eine glatte Übertreibung (das L-Wort will ich hier besser mal nicht verwenden). Auch wenn man - aus Erfahrung mit ähnlichen Produkten schlau geworden - etwas weniger Heißwasser als angegeben aufgießt, kann man Nüdelchen und "Gemüse" mit der Lupe suchen. Das Ganze ist zudem zu weich und eher Pampe als Nudeltopf - völlig untypisch für asiatische Gerichte und unangenehm im Mund liegend. Zucker wurde reichlich beigemengt - eine ärgerliche Unsitte deutscher Fastfood-Hersteller und ebenfalls völlig unasiatisch - und übertönt sehr ekelig den gesamten Geschmacksmischmasch ohne Hand und Fuß. Curry, Kokos und Knoblauch gehen darin und den nicht näher definierten "Gewürzen" und "Aromen" (was das wohl sein mag) völlig unter. Es hat mich beim "Genuss" geschüttelt vor Ekel und der grauenhafte Nachgeschmack ließ sich nur mit sofortigem Zähneputzen entfernen. Ein absoluter Supergau in Sachen Asia-Food made in Germany. Finger weg!


Der ganz große Traum
Der ganz große Traum
DVD ~ Daniel Brühl
Preis: EUR 8,49

2.0 von 5 Sternen Reichlich Klischees und historisch falsch, 13. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Der ganz große Traum (DVD)
Der Film ist sehr, sehr einfach gestrickt und will vor allem eines: belehren und gleichzeitig familientauglich sein. Das macht ihn irgendwie arg betulich, sehr klischeebeladen und - mit Verlaub - naiv. Ganz so eindimensional und liebenswert, wie der mir völlig unbekannte Regisseur - er soll sonst Seifenopern drehen, und das lässt sich leider nicht leugnen - die Geschichte hier präsentiert, war es nun doch nicht. Das Leben des Lehrers Koch, der weder lange in England weilte noch Englischlehrer war, sondern klassische Sprachen wie Griechisch unterrichtete, wird zurechtgebogen, um die deutsch-englische Freundschaft zu hübschen und fürs naive Volk mundgerecht zu servieren. Aber Daniel Brühl spielt sehr engagiert und charmant und hat in dem Film mein Herz gewonnen. Auch die Kinderdarsteller - eigentlich sind es ja schon Jugendliche - spielen ernsthaft und mit viel Talent. Dafür und für einige nette Szenen wie mit dem "th-Üben" in der Schule (wer kennt es nicht selbst aus dem Englischunterricht?) die zwei Sterne. Die Mucke ist grauenhaft, die Inszenierung flach und die Bilder gezuckert und glattgebügelt. Und Mädels bzw. Frauen spielen sowie nur Randrollen. Ganz wie im Leben. Ach nee.....


Es geschah nebenan
Es geschah nebenan
von Joyce Egginton
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Neun Kinder ermordet durch Mutterhand: hervorragend recherchiert, sachlich und gleichzeitig bewegend erzählt, 3. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Es geschah nebenan (Broschiert)
Bitte lassen Sie sich nicht durch das reißerische Cover von der Lektüre abhalten, denn das Buch ist seriöser und gehaltvoller, als es auf den ersten Blick wirken mag. Joyce Egginton, die hier sehr faktenreich und akribrisch den hierzulande nahezu unbekannten Fall der amerikanischen Kindsmörderin Marybeth Tinning aus dem US-Bundesstaat New York aufrollt, ist eine britische Journalistin. Sie hat für den "Observer" von New York aus häufiger auf sehr sachliche und gleichzeitig engagierte Weise über spektakuläre amerikanische Kriminalfälle berichtet. Vielleicht kommt daher der eher kühle und bei allem Interesse objektive und nicht Partei ergreifende Blick auf diesen sehr ungewöhnlichen Fall einer Serienmörderin an ihren eigenen Kindern. Die Lektüre erfordert allerdings einiges an Konzentration und liest sich nicht mal so einfach weg. Schlüsselloch-Journalismus und Tränedrüsen-Stories sind mit der eher trocken schreibenden Britin nicht zu machen. Und das ist in dem Fall gut so.

Die wenig gebildete schlichte Hausfrau, zeitweise als Verkäuferin und als Hilfskrankenschwester arbeitende Marybeth Tinning hat in den 1970er und 80er Jahren ihre neun Kinder - davon ein adoptiertes - nacheinander jeweils nach wenigen Jahren oder Monaten allesamt erstickt. Das Erstgeborene verstarb an Hirnhautentzündung kurz nach der Geburt (ob nach einem fehlgeschlagenen Abtreibungsversuch, bleibt offen). Festgenommen, vor Gericht gestellt sowie zu 20 Jahren bis lebenslang verurteilt wurde die Frau erst nach der Tötung ihrer letztgeborenen Tochter. Sie gestand die meisten der ihr vorgeworfenen Kindsmorde. Heute geht die Wissenschaft von einer narzisstischen Störung verbunden mit Münchhausen-Syndrom als Folgen schwerer Misshandlungs-, Demütigungs- und Missbrauchserlebnisse in der Kindheit aus. Warum ihr Bruder ein braver Bürger und sie ein mütterliches Monster wurde, diese Frage bleibt offen - die Frau bleibt bei aller Annäherung ein dunkles Rätsel.

Joyce Egginton rollt den Fall akribisch auf, lässt uns eintauchen in das trostlose Leben in der Provinz des Staates New York, wo die namengebende Big City nicht nur mehr als 200 Kilometer weit weg ist, sondern auf einem anderen Planeten zu liegen scheint. Eine vorrangig von weißen Katholiken und Methodisten bewohnte Region, die in jener Zeit nahezu komplett von General Electrics abhängig war. Die Autorin schildert das eintönige Eheleben mit dem seiner Frau hörigen antriebsarmen Joe, einem Vorarbeiter bei General Electrics, das Einerlei zwischen Arbeit, Familie und Verwandschaft, ein wenig Freizeit mit Camping und Angeln, Kirchgängen und Engagement bei der Freiwilligen Ambulanz der verschiedenen Wohnorte in der öden Region. Irgendwann geht Marybeth auch mal in abgelegenen Kneipen fremd. Zwischendurch wird sie immer mal wieder schwanger und nach kurzer Zeit sind die Kinder tot, man geht zur Tagesordnung über, als wäre nichts gewesen. Das Ungeheuerliche ist neben den Taten der Umstand, dass sie in dem Ausmaß überhaupt geschehen konnten und dass spätestens nach den ersten toten Kindern niemand eingriff oder etwas unternahm: weder Ehemann noch Mutter noch Schwiegereltern, noch Arbeitskolleginnen oder Gemeindemitglieder, Pfarrer, Ärzte, Krankenschwestern, Nachbarinnen und Freundinnen. ALLE - bis auf den angeblich Vogelstrauß spielenden Trottel von Ehemann - ahnten etwas oder schöpften zumindest Verdacht, einige waren sich sogar ziemlich sicher. Denn die als exzentrisch und launenhaft geltende Marybeth legte auch sonst ein irritierendes Verhalten an den Tag, stalkte den Pfarrer, legte Brände und stahl Erste-Hilfe-Dummies der Freiwilligen Feuerwehr. Sie kam mit allem durch. Keiner hatte die Courage oder den Mut zum Jugendamt, zur Polizei oder sonst zu irgendwelchen Entscheidungsträgern zu gehen. Eigentlich, so lässt sich grob sagen, war die Provinzgesellschaft schuld am Tod der vielen Kinder. Warum, dass kann sich auch die Autorin nicht so recht erklären und steht ratlos davor wie der Leser. Es macht Schaudern, dieses Wegsehen und Nichtwissenwollen wider jeden Menschenverstand und besseres Wissen. Bizarrer Zusammenhalt einer abgeschotteten Gemeinschaft von Familie, Nachbarn und Kollegen bis hin zur Deckung von Verbrechen. Wenn es zu brenzlig wurde, zog das Ehepaar einfach um, und das Ganze ging von vorne los.

Das Buch ist nicht chronologisch aufgebaut, sondern versucht den Fall aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, was gut gelingt. Der letzte Teil ist dem Prozess gewidmet und bietet sehr interessante Einblicke in Ermittlungsarbeit und Justiz im Staat New York, die sich hier einmal anders, als das Klischee es will, als sehr vernünftig, sachlich und human erweisen. Diese Sachlichkeit hilft beim Lesen, dass man nicht total in Tränen und Mitleid versinkt angesichts der armen Würmchen, die niemand vor dem sicheren Tod durch das Kissen in Mutterhand schützen wollte oder konnte (die Feigheit der Mitmenschen, das ist für mich fast das Schlimmste an dem Buch).

Die Täterin, deren abgründige Seele kein Psychiater so richtig entschlüsseln konnte, sitzt immer noch ein. Mehrere Anträge auf Begnadigung wurden abgelehnt.


Ich habe nein gesagt
Ich habe nein gesagt
von Annemarie Schoenle
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Seltstsam angestaubt und wenig Solidarität unter Frauen - ein überschätzter und fragwürdiger Roman, 26. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Ich habe nein gesagt (Taschenbuch)
Ein bisschen ist das Buch eine Mogelpackung. Neuere Taschenbuchausgaben z.B. bei Universo von 2014 verschweigen, dass der Roman bereits vor rund 20 Jahren erstveröffentlicht wurde. Die Handlung spielt in etwa 1998, als die Verwaltigung in der Ehe erst seit kurzem unter Strafe gestellt war. Entsprechend angestaubt wirken das gesamte Umfeld und die Handlungsweisen der Figuren in diesem Roman. Zudem war die Autorin schon bei der Abfassung ein älteres Semester und die ganze Szenerie wirkt eher wie aus den 1970ern als aus den 1990ern. Es liest sich so, als habe da jemand in der 70er Jahre Erinnerungskiste gekramt und das Ganze dann versucht auf 1990er zu trimmen - das gelingt nur bedingt und liest sich 2016 fast schon komisch, wenn eine 30jährige Rod Stewart und Elvis als Lieblingsmusik beschreibt:-). Auch die komische Dorf-Disco und Vögel wie der schmierige Ricki, die versoffene Schwiegermutter und die eigene verhuschte Hausmütterchen-Mutter unserer "Heldin" wirken wie aus den 70ern entsprungen. Die Sprache wirkt bei aller Glätte und Geschmeidigkeit wie aus einem Magazin wie der "Brigitte" auch irgendwie seltsam angestaubt - jüngere Leserinnen werden sich in dem Buch wohl eher nicht wiederfinden, und ich selbst von der Generation 50+ musste streckenweise lachen über soviele verstaubte Klischees. Und dabei sollte es doch ein ernstes Thema sein.

Vorweg: Eine Feministin ist die bayerische Autorin mit Sicherheit nicht. Frauensolidarität ist in der Handlung gleich null vorhanden, im Gegenteil. Frauen, so der Tenor, sind zunächst einmal stutenbissig. So hat "Doris" keine einzige beste Freundin, noch nicht einmal einen Kreis von lockeren Bekannten und Freunden. Sie hat niemanden, mit dem oder der sie sich aussprechen kann. Die eigene Mutter hält zum Schwiegersohn - was ich eher für unglaubwürdig halte, zumal dieser eher ein Losertyp und beruflich erfolglos ist, und nur mit einer flotten Sohle auf dem Parkett konnten Schwiegermütter sicherlich schon damals nicht mehr gewonnen werden (da schimmern, mit Verlaub, eher sogar die 1950er Jahre durch). Beide Mütter - die des prügelnden Ehemannes und die von Doris - kommen erbarmungslos schlecht weg und sind eigentlich schuld an dem ganzen Elend. Der verstorbene Vater- ein erfolgloser Provinzschauspieler - wird nahezu auf ein Anbetungs-Podest erhoben. Passt das zu einem Buch, das sich vorgeblich die Sache misshandelter und familiär ausgebeuteter Frauen auf die Fahnen geschrieben hat? Jedenfalls ist es seltsam. Doris ist eine Einzelkämpferin ohne jegliche sozialen Kontakte - die einzige Kollegin in der Drogerie wird als falsche und eifersüchtige Schlange beschrieben -, mit der Sympathie zu empfinden mir schlichtweg unmöglich ist. Doris ist egoman, unsympathisch, hat an allem was zu meckern und sie nervt. Der einzige Mensch, der sie versteht - und den sie mit ihrer Heulerei ebenfalls bedenklich seelisch missbraucht - ist die kleine Tochter Tanja.

Eines muss man Annermarie Schönle lassen, sie kann technisch gut schreiben. Das Buch liest sich flüssig herunter, wenn auch beinahe schon wie ein Drehbuch konzipiert. Und fürs Fernsehen verfilmt wurde der Stoff dann ja auch.... Was fehlt, sind Herzblut und Empathie. Was auch ein bisschen kurios ist: Die Figuren stammen aus dem Kleinbürgertum, sind Verkäuferin und Autoschlosser, reden aber geschliffen und philosophisch wie Akademiker.


The Judge
The Judge
DVD ~ Peter Gantzler
Preis: EUR 6,97

4.0 von 5 Sternen Spannender Polit-Thriller und Vater-Sohn-Geschichte in einem, 25. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: The Judge (DVD)
Der Film lief dieser Tage im Fernsehen wieder unter dem alten Titel "Der Richter" aus dem Jahr 2007. 2014 war diese Neu-Edition hier mit dem reißerischen und unpassenden Titel "The Judge - sein Job. Sein Schicksal" auf den Markt gekommen. Warum erst ab 16, ist mir ein absolutes Rätsel, da keinerlei Gewalt- oder pornografische Darstellungen darin enthalten sind. Also, ein 14jähriger kann den Film durchaus schon anschauen, zumal es ja auch nicht unwesentlich um einen Jugendlichen (den unehelichen Sohn des Richters) geht.

Mir hat der Film sehr gut gefallen, und wer skandinavische Filme liebt, wird ihn zumindest mögen. Alle Zutaten sind da: Der "einsame Wolf" im Zwiespalt zwischen Karriere und Gewissen, Job und Privatleben; die grunddüstere bedrückende Stimmung und die gesellschaftliche Moral und Kritik an Politik und Staat - auf sehr subtile und ernsthafte skandinavische Weise. Zudem ist der Film auch wegen der aktuell wieder im Fokus stehenden Flüchtlingsproblematik interessant anzuschauen: Man erfährt auch etwas über den Umgang mit Flüchtlingen in Dänemark und die Verflechtungen von Politik, Justiz und Verwaltung. Die Gewaltenteilung in Dänemark ist hier laut Drehbuch durch Intrigen, Postenschieberei und Hintertür-Netzwerkereien akut bedroht, und der Richter scheint sich in diesem sehr sachlich und kühl geschilderten Gespinst zu verheddern. Für solche Zusammenhänge und Politik im Allgemeinen sollte man sich schon interessieren, sonst könnte der Film vielleicht schnell langweilig werden.

Kunstvoll in die Polit-Geschichte eingewoben ist die private Tragödie des Richters. Seinen unehelichen Sohn sieht er nach der Babyzeit erst als Teenager im Krankenhaus zum ersten Mal wieder. Warum das so war, das ist ein bisschen sehr schwer nachzuvollziehen. Jedenfalls bekommt der sensible Junge - von Micky Skeel Hansen sehr berührend und begabt gespielt - schon in jungen Jahren die volle Packung mit, was Verlassenwerden und Tod betrifft, und er wollte sich aus dem Leben schleichen. Mehr sei hier nicht verraten. Die Familiengeschichte wird Schritt für Schritt aufgedröselt, wobei nicht alle Details restlos geklärt werden. Nach und nach schält sich heraus, dass der Richter eine sehr harte und gefühlskalte Kindheit hinter sich hat, was ihm zum emotionalen Krüppel werden ließ. Wie er dem Jungen im Krankenhaus auf den Kopf zusagt, er könne ihn nicht lieben und empfinde nichts für ihn und ihn dann einfach so stehen lässt, das geht schon an die Nieren. Erklärt wird das Verhalten nach und nach: Nur mit absoluter Härte gegen sich selbst und zu anderen in zwischenmenschlichen Beziehungen - zum Beispiel zu seiner Kollegin und Geliebten - hat er zielstrebig als Jurist aus einfachen Verhältnissen die Sprossen auf der Karriereleiter erklommen. Die eigenen Wurzeln hat er dabei versucht zu kappen (was natürlich letztendlich nicht geht, und er betrügt sich permanent selbst).

Wie der Sohn trotz anfänglicher Zurückweisung hartnäckig bleibt und es mit viel Engagement und Entschlossenheit bei aller inneren Verletzlichkeit tatsächlich schafft, die harte Schale des Vaters zu knacken, das ist menschlich sehr berührend. Damit es nicht ins Sentimentale kippt, wird es dann - typisch dänisch - im letzten Drittel, als es ans familiäre Eingemachte geht, so richtig, richtig schräg. Dabei haben auch der greise Vater und der vergessene Bruder des Richters ein mehr als schräges Wörtchen mitzureden. Und noch einmal der Tod. Die Klammer zum politischen Teil des Films wird bei allem "Familienknatsch" nie vergessen und gekonnt und behutsam mit der Privatgeschichte kurzgeschlossen.

Der Film hat Tiefgang ohne damit hausieren zu gehen, und ich habe lange darüber nachgedacht. Passiert mir nicht bei jedem Film. Hauptdarsteller Peter Gantzler kannte ich übrigens aus "Italienisch für Anfänger."


One Chance - Einmal im Leben
One Chance - Einmal im Leben
DVD ~ James Corden
Wird angeboten von schnuppie83
Preis: EUR 4,60

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht zum Fremdschämen, aber auch kein Meisterwerk, 5. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: One Chance - Einmal im Leben (DVD)
Was soll man zu dem Film sagen? Ideal, wenn man mal mit Mutti einen gemeinsamen Filmabend verbringen und "auf Nummer Sicher" gehen will. Ich hatte Schlimmeres erwartet, man kann es ertragen. Pittoreske Kulissen aus Wales, Touristen-Fotos aus Venedig und nett spielende Schauspieler, der Kitsch hält sich zum Glück in Grenzen. James Corden überzieht seine Rolle als Paul Potts sympathischerweise nicht und bleibt "auf dem Teppich", auch die Darstellerin der liebenden Freundin und späteren Ehefrau gibt sich ebenso Mühe wie die Potts-Eltern und der schräge Freund aus dem Handy-Shop.

Psychologischen Tiefgang sollte man nicht erwarten, die Geschichte wurde zudem geschönt und auf "Arbeiterkind goes Opera" zurechtgetrimmt, Potts zum Working Class Hero (eine in England beliebte Figur) gemodelt. Dass in Wahrheit der Vater kein kerniger Stahlkocher, sondern schnöder Busfahrer war und Potts selbst ein verkrachter verschrobener Akademiker mit Psycho-Knacks und einem Doktorgrad in Philosophie, wird ebenfalls verschwiegen. Die Geschichte hinter der Geschichte wäre vermutlich spannender.

Und heute? Ist die "Karriere", wie zu erwarten, längst vorbei und Potts singt auf der Hochzeit von Daniela Katzenberger. Tiefer kann man kaum sinken - tut mir irgendwie leid, der arme Kerl. Auf aktuellen Fotos guckt er traurig und hat an Körperfülle enorm zugelegt. Glücklich wirkt anders.

Fazit: Fremdschämen muss man sich beim Anschauen dieses Streifens nicht, aber die Messlatte auch nicht zu hoch hängen. Dass Menschen in solchen TV-Formaten "verbrannt" werden, weiß man ja.


Barbecue [dt./OV]
Barbecue [dt./OV]
DVD

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Typisch französische Freunde-Ferien-Fremdgehen-Essen-Trinken-Urlaubmachen-Midlifecrisis-Komödie, 3. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Barbecue [dt./OV] (Amazon Video)
Gab es schon mal mit sehr ähnlichem Plot in den 70ern unter dem Titel "Vincent, Paul, Francois und die anderen" mit Yves Montand in der Hauptrolle. Der Film hier ist nur seichter und oberflächlicher vom Inhalt her. Lambert Wilson sieht Montand sogar ein wenig ähnlich und kopiert ihn für meinen Geschmack zu sehr, aber an dessen schauspielerische Klasse kommt er einfach nicht heran. Insgesamt spielen die Schauspieler aber alle sehr gut und ungezwungen, die Darsteller sind mit das Beste an dem Film, und es macht Spaß ihnen zuzusehen. Ansonsten ist das halt so eine typische französische Bürgertum-Komödie um Freundschaft, Midlife Crisis und Fremdgehen, Wein, Weib und ohne Gesang, mit gutem Essen und den unvermeidlichen gemeinsamen Ferien in schöner Landschaft, wo es dann ans Eingemachte geht. Das hab ich schon x mal in Filmen aus Frankreich in derartiger Konstellation gesehen. Warum man jetzt noch den einfältigen KfZ-Mechaniker in die Clique eingebaut hat, erschließt sich mir nicht, auch die Schlussszene mit dem Kreisverkehr hab ich leider nicht verstanden. Am Anfang fand ich den Streifen noch ganz amüsant, aber irgendwann ging dem munteren Treiben die Luft aus und es wurde langweilig.

Die Dialoge sind oberflächlich, die Witzchen lau und irgendwie plätschert das Ganze so dahin. Der Herzinfarkt spielt plötzlich keine Rolle mehr. Wer vielleicht selbst einen Infarkt erlitten hat und sich mit Reha und Gesundwerden und -bleiben herumplagt, mag angesichts des leichtsinnigen Konsums unseres "Helden" von Kippen, Gras, Wein, Likör und fetten Pommes ohne jegliche Folgen trotz Stents nach dem Infarkt unangenehm berührt sein. Zur Nachahmung empfohlen ist das Verhalten jedenfalls nicht.

Positiv bewerten - dafür und für die tollen Schauspieler die 3 Sterne - will ich die Aussage des Films über echte Freunde: Sie müssen und sollten belastbarer sein als Familie, Kollegen oder nur Bekannte und auch bei unangenehmen Wahrheiten, Nervigsein und Charakterschwächen zueinander stehen. Und das tut die langjährige Clique hier. Wenn die Freunde auch so sehr unterschiedlich sind, dass man sich fragt, worauf die Freundschaft basiert. Nur das gemeinsame Anstehen in der Mensa-Schlange zu Studentenzeiten, wie berichtet, erscheint mir doch etwas dünn. Aber was soll's. Kann man sich mal vor dem Schlafengehen anschauen, muss man aber nicht.


Schneider Slider XB Kugelschreiber (Soft-Grip-Zone) 10er Packung blau
Schneider Slider XB Kugelschreiber (Soft-Grip-Zone) 10er Packung blau
Preis: EUR 13,75

4.0 von 5 Sternen Lange Lebensdauer, gute Schreibleistung und angenehme Griffigkeit auch bei Dauergebrauch, 1. Juni 2016
Den Stift - in Schwarz - habe ich letzten November gebraucht geschenkt bekommen, er war also schon etwas "abgeschrieben" - und er hat bis gestern durchgehalten, also mehr als ein halbes Jahr! Da ich im Home Office ständig mit dem Stift Manuskripte von Hand schreibe und mir Notizen mache, war der Slider eigentlich dauernd im Einsatz. Also sehr sparsam im Verbrauch, was den vergleichsweise hohen Preis für ein solches Produkt wieder wett macht. Ansonsten stimmt die offizielle Produktbeschreibung absolut mit meiner Erfahrung überein. Der Stift liegt sehr griffig und rutschfest in der Hand, ist weder zu dick noch zu dünn und gleitet sehr geschmeidig ohne zu "haken" über das Papier. Auch bei längerem Einsatz und sehr schnellem Schreiben ermüdet die Hand nicht. Die Tinte verschmiert nicht und ist wirklich wischfest. Gerade für Vielschreiber eine Empfehlung. Einziges Manko: Die durchsichtige abziehbare Kappe wurde im Lauf der Zeit immer unansehnlicher, lässt sich aber von innen vorsichtig mit einem Q-Tipp reinigen. Auch der Foliendruck auf dem Stift ist irgendwann leicht abgeblättert.

Wie umweltfreundlich oder "ungiftig" das Material der Hülle und die Tinte jetzt sind, kann ich nicht beurteilen, dazu gibt es keine Infos. Deshalb und wegen der optischen Unansehnlichkeit nach einer Weile "nur" 4 Sterne. Für Vielschreiber wegen der langen Lebensdauer und der handschonenden Geschmeidigkeit empfehlenswert. Ich werde mich mit dem Stift bevorraten.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20