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Beiträge von Palma K.
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Rezensionen verfasst von
Palma K.

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Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert: Roman
Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert: Roman
von Joël Dicker
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Vorsicht vor guten Rezensionen, 28. Februar 2015
Dieses Buch wurde vom Spiegel empfohlen. (Ich hoffe für den zuständigen Rezensenten, dass er es nur überflogen hatte.) Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, umso größer die Enttäuschung. Dieser Roman taugt vielleicht als Urlaubslektüre, die man nach dem Weglegen gleich wieder vergisst.

Würde man die Passagen streichen, die wortwörtlich mehrmals vorkommen, wäre das Buch ungefähr 100 Seiten kürzer. Auch auf Harrys klischeehafte Tipps zum Schreiben hätte ich gut verzichten können, ebenso wie auf die Auszüge aus seinem angeblich bedeutenden Roman. (Auf die Frage, wie zwei Menschen sich eigentlich auf englisch siezen wollen, will ich gar nicht erst eingehen - das könnte immerhin auch der Übersetzung geschuldet sein.) Und die sehr konstruierte Lebensgeschichte des Erzählers macht das Buch auch nicht besser. Immerhin hat die Handlung am Ende eine Wendung (großes Aufatmen!), dann nimmt das ganze allerdings frauenromanhafte Züge an (oder vielleicht eher seifenopernhafte?). Immerhin ist es vom Stil her angenehm zu lesen.

Fazit: Wer schon kaum genug Ideen für ein (gutes) Buch hat, sollte vielleicht keinen Roman über gleich drei große, erfolgreiche Romane schreiben. Wie man wirklich gut über Schriftsteller schreibt, macht zum Beispiel John Irving in "Witwe für ein Jahr" vor.


Gut gegen Nordwind / Alle sieben Wellen: Zwei Romane
Gut gegen Nordwind / Alle sieben Wellen: Zwei Romane
von Daniel Glattauer
  Gebundene Ausgabe

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Selbstgespräche, 16. Juli 2010
Vorneweg sollte ich vielleicht klarstellen, dass ich mir dieses Buch selbst nie ausgesucht hätte; es wurde mir als kurzweilige Lektüre für den Liegestuhl mehr oder weniger aufs Auge gedrückt. Dass sich der Charme des Romans mir persönlich nicht ganz erschlossen hat, lag also vielleicht an meiner skeptischen Grundhaltung.
Es dauert nicht lange, das Buch (also eigentlich ja die zwei Bücher) durchzulesen, nicht, weil es so kurzweilig geschrieben ist, sondern weil einfach nicht übermäßig viel drin steht. Da es aus einem E-Mail-Dialog besteht, ergeben sich im Text viele Lücken. Die Idee an sich finde ich allerdings reizvoll; ich mag dialoglastige Romane. Das Problem in diesem Fall ist allerdings, dass sich die beiden Hauptpersonen, die sich hier durch einen Zufall kennen lernen und sich- wie sollte es auch anders sein- schließlich jeweils in den unbekannten Anderen verlieben, eigentlich nach ein paar Seiten schon nicht mehr wirklich was zu sagen haben, bzw., dass man nicht immer das Gefühl hat, man hätte es auch mit zwei verschiedenen Autoren zu tun. Dazu sind die Ähnlichkeiten in Ausdrucksweise und Vokabular für meinen Geschmack zu groß, auch wenn die beiden Hauptpersonen sich immer wieder gegenseitig auf stilistische Unterschiede hinweisen- mir fallen diese deutlich zu gering aus, um die Story glaubwürdig zu finden.
Der zweite Band besteht hauptsächlich aus Verzögerungstaktik vor dem unvermeidlichen Happy End. Wirklich inspiriert wirkt die Geschichte hier nicht mehr, und an einer Stelle wird sogar ein gesamter (langer!) Brief aus dem ersten Buch wiedergegeben- vielleicht, damit es ein bisschen länger wird? Oder glaubt der Autor nicht daran, dass seine Geschichte den Lesern im Gedächtnis geblieben ist?

Fazit: Eine Geschichte für romantisch veranlagte Zeitgenossen, die auf der Suche nach relativ anspruchsloser und nicht allzu ausgiebiger Urlaubslektüre sind.


Die Botschaft des Feuers
Die Botschaft des Feuers
von Katherine Neville
  Gebundene Ausgabe

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Müde Fortsetzung, 3. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Botschaft des Feuers (Gebundene Ausgabe)
In der Danksagung zu ihrer Fortsetzung des Montglane- Spiels (in alten Ausgaben "Das königliche Spiel") schreibt die Autorin sinngemäß, sie hätte nie geglaubt, dass man so viele Themen in einem einzigen Roman unterbringen könne. Vielleicht hätte sie sich lieber mal fragen sollen, ob man das sollte.

Mit zwei Hauptfiguren und zwei Haupthandlungssträngen war der Vorgänger nicht nur überschaubar, sondern vor allem auch spannend. In "Die Botschaft des Feuers" verliert man als Leser schnell die Lust, weil ständig neue Personen (darunter eine Prinzessin, Lord Byron, der Alte vom Berge und mit Talleyrand und Charlot zwei alte Bekannte aus Band eins) eingeführt werden, die später bestenfalls noch am Rande vorkommen. Als eindeutige Hauptperson lässt sich nur Kats Tochter Alexandra ermitteln, die aber praktisch das ganze Buch über passiv bleibt. Ein Großteil der Handlung besteht darin, dass einer der anderen Charaktere ihr seine Geschichte über das Spiel enthüllt. Verdächtig verhält sich eigentlich jeder, aber keiner lässt sich wirklich etwas zu Schulden kommen. Und als wäre die Fülle von Figuren und Geschichten nicht schon genug, wird auch noch kräftig von den Toten auferstanden.
Im ersten Buch wurde gemordet und intregiert um an das Schachspiel heranzukommen, aus dem man das Geheimnis der Macht lesen konnte. Da erscheint die Aussöhnung von weißen und schwarzen "Spielern" zum Wohle aller in der Fortsetzung schon direkt ein bisschen aufgesetzt, selbst wenn man von den unbestreitbaren Längen des Romans absieht.

Fazit für Neville- Kenner: Lieber nicht lesen, sich eine Enttäuschung sparen und das Montglane- Spiel in guter Erinnerung behalten.
Fazit für Erstleser: Lieber das Montglane- Spiel kaufen!


Die Einsamkeit der Primzahlen
Die Einsamkeit der Primzahlen
von Paolo Giordano
  Gebundene Ausgabe

88 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele offene Fragen, 14. Dezember 2009
Wenn man sich die bisher hier vertretenen Positionen so anschaut, gewinnt man den Eindruck, dass Paolo Giordano mit seinem Roman polarisiert: Man liebt ihn oder man langweilt sich. Vielleicht hilft es manchen Unentschlossenen ja weiter, wenn jemand, der weder enttäuscht noch euphorisch ist, eine Stellungnahme abgibt...

Die Einsamkeit der Primzahlen schildert zwei junge (später nicht mehr ganz so junge) Menschen in einer psychischen Ausnahmesituation auf sehr eindringliche Weise. Die Sprache besticht durch Schlichtheit, der Aufbau ist chronologisch mit mehreren Zeitsprüngen. Dem gegenüber steht die komplexe Thematik von Schuld. Verletzung, Einsamkeit, Magersucht. Insgesamt ist es ein Buch, über das man länger nachdenkt als man darin liest (was ja positiv ist).
Gerade weil hier ernste Themen so aufmerksam geschildert werden, ist es allerdings ein bisschen irritierend, dass man manchmal das Gefühl hat, wichtige Erklärungen blieben einem vorenthalten. Sich zu fragen, ob es im Italien der 80er Jahre üblich war, schwer behinderte Kinder (das fragliche Mädchen kann nicht sprechen und kaum auf seine Umwelt reagiern) einfach in die Grundschule zu schicken, kann schlicht auf eigene Wissenslücken hindeuten. Warum aber ein gehbindertes Mädchen am Sportunterricht teilnimmt, ist schon weniger einfach wegzuerklären. Und wieso hat sie eigentlich ein steifes Knie, aber eine Operationsnarbe an der Hüfte? Und, was den Protagonisten Mattia angeht: Wieso kommt seine ganze, von gravierenden Selbstverletzungen geprägte Jugend über niemand- weder Eltern, noch Lehrer, noch Ärzte- auf die Idee, ihn mal zu einem Therapeuten zu schicken?
Oder ist das vielleicht passiert, und wir erfahren es nur nicht? Zwischen den detailgetreu geschilderten Episoden lässt der Autor nämlich große Lücken. Nur selten bekommt man einen Hinweis darauf, was in der Zwischenzeit passiert ist, und diese spärlichen Informationen kommen irgendwie nicht gegen den Eindruck an, dass die Geschichte zwischendurch einfach still steht. Alices Mann, ein Arzt, bekommt zum Beispiel schon beim ersten Date einen mehr als deutlichen Hinweis auf ihre Magersucht, ist aber erst im nächsten Abschnitt (einige Jahre später) bereit darauf zu reagieren.
Abgesehen von den offenen Fragen ist es vor allem das Verhältnis zwischen den Hauptpersonen, das meine Begeisterung für das Buch etwas dämpft. Für sich genommen erscheinen Mattia und Alice als glaubwürdige Charaktere, einsam und abgeschieden von den anderen (und das übrigens von Anfang an). Was sie dagegen aneinander finden, erschließt sich nicht wirklich. Mattia hängt zwar seinen Gedanken zufolge an Alice, in ihrer Gegenwart erscheint er aber immer genervt und abwesend. Und sie hält die Beziehung trotz ständiger Ablehnung seinerseits aufrecht, kommt aber in zehn Jahren nicht auf die Idee, herauszufinden, was ihn zu seiner Selbstverstümmelung treibt? Mit anderen Worten: Was die beiden Protagonisten trennt, ist deutlich genug, was sie zusammenhält bleibt im Dunkeln- und erweist sich am Ende auch als nicht besonders stabil.

Mein Fazit: Ein Buch, das berührt und nachdenklich macht, in mancher Hinsicht aber noch nicht ganz überzeugen kann.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2011 2:30 PM MEST


Das Spiel des Engels. Roman
Das Spiel des Engels. Roman
von Carlos Ruiz Zafón
  Gebundene Ausgabe

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schauermärchen vor historischer Kulisse, 2. November 2009
Im Barcelona des frühen 20. Jahrhunderts feiert ein junger Schriftsteller Erfolge mit Schauergeschichten und gerät dabei selbst in den Sog rätselhafter Ereignisse, bis die Grenzen zwischen Realität und wahnhafter Erfindung immer mehr verschwimmen und er unter dem Bann seiner düsteren Phantasien seine labile Geliebte ermordet. So etwa würde die Kurzzusammenfassung des Romans lauten. Viele liebenswert spöttische Gespräche mit dem Mentor des aufstrebenden Literaten (dessen schriftstellerische Ambitionen trotzt Reichtum und Kultiviertheit zum Scheitern verurteilt sind) und seiner geistreichen jungen Schülerin sorgen dafür, dass die Geschichte weder in Kitsch noch in völlige Künstlichkeit abgleitet. Dass alles ein bisschen konstruiert wirkt, dürfte Fans des Erstlings ja nicht stören.

Um ehrlich zu sein gehöre ich wohl einer kleinen Minderheit an, die dieses Buch für gelungener hält als "Der Schatten des Windes". Obwohl teilweise schon recht vorhersehbar, bietet die Geschichte ein bisschen mehr Glaubwürdigkeit im zwischenmenschlichen Bereich. Außerdem wird die Spannung besser aufrecht erhalten; es gibt keine sich über Seiten hinziehenden Geständnisse, es muss nicht jede tragische Geschichte durch eine noch tragischere Verstrickung getoppt werden. Das Buch liest sich flüssig und bietet sich als Lektüre für düstere Herbstabende an. Die Streifzüge durch das historische Barcelona machen Lust auf eine Reise.

Also, insgesamt würde ich sagen: 3 1/2 Sterne wären angemessen für einige hundert Seiten gute Unterhaltung für romantische Gemüter. Für sein drittes Buch sollte Carlos Ruiz Zafon sich allerdings mal was Neues einfallen lassen.


Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell
Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell
von George R. R. Martin
  Taschenbuch

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Suchtgefahr, 2. November 2009
Eigentlich ist über den ersten Band schon alles gesagt, aber wenn man die Reihe beurteilen möchte, fängt man wohl besser am Anfang an. Wie viele Leser vor mir halte ich G. R. R. M. für absolut lesenswert. Meine Begeisterung für seine Geschichte hat sich jedenfalls von Band zu Band gesteigert. Allerdings kommt das große "Epos" etwas langsam in Fahrt, was an der Vielzahl der Personen liegt, von denen mit wechselnder Perspektive erzählt wird, und daran, dass die deutsche Fassung natürlich nur ein halbes Buch ist. Deswegen würde ich empfehlen, lieber das englische Original zu kaufen.

Martin schreibt fesselnd von Magie und Drachen, seine wirkliche Stärke ist jedoch die Glaubwürdigkeit der von ihm erfunden, mittelalterlichen Welt, das nachvollziehbare Handeln der Personen und die Tiefe der Charaktere, die man nicht nach zwei Sätzen durchschaut hat. Man würde dem Autor auch einen historischen Roman zutrauen. Anders ausgedrückt: Die Drachen hätte er nicht gebraucht.

Ja, natürlich spielen auch hier die beliebtesten "Haustiere" der Fantasy eine Rolle. Anfangs ein Mythos, erwachen sie doch bald zu neuem Leben und versprechen seit inzwischen vier Bänden, die entscheidende Rolle im Streit um den Thron der sieben Königslande zu spielen. Ihre Hüterin ist zufällig die letzte Erbin der vor einigen Jahren wegen zunehmenden Wahnsinns gestürzten Herrscherdynastie Targaryen. Viel interessanter als diese klischeehafte junge Heldin sind jedoch die intriganten, machthungrigen, grausamen, edlen und manchmal sogar gutherzigen Männer und Frauen, die sich in ihrer Abwesenheit um den Thron streiten. Hier gibt es eine unerwartete Wendung nach der anderen, während der Bürgerkrieg langsam das ganze Land ins Chaos stürzt und aus dem Norden zu allem Überfluss auch noch eine mystische Bedrohung anrückt.

Ein Ende ist noch nicht in Sicht, aber diese groß angelegte Saga möchte man sowieso keinem Ungeduldigen empfehlen. Fans interessanter Figuren und ausdauernde Leser kommen voll auf ihre Kosten und können das Buch mit dem guten Gefühl aufschlagen, dass noch viele, viele Seiten kommen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 19, 2013 11:48 AM MEST


Jonathan Strange & Mr. Norrell: Roman
Jonathan Strange & Mr. Norrell: Roman
von Susanna Clarke
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Zauberer und Gentleman, 29. Oktober 2009
Ausnahmsweise würde ich sagen: Vergleiche mit Tolkien sind hier nicht völlig aus der Luft gegriffen. Meistens beziehen sie sich ja nur darauf, dass ein Autor einen irgendwie episch angehauchten Roman von beträchtlicher Länge abgeliefert hat. Clarkes Buch ist zwar lang, allerdings eher ein Gesellschaftsroman der Fantasy als ein Epos. Tolkien wollte mit seinem Werk eine "Mythologie für England" schaffen, Susanna Clarke schreibt die englische Geschichte neu- stilsicher, faktenkundig, erfinderisch und mit britischem Understatement. Dass der entstandene Roman manchen Fantasyfan enttäuscht, ist nicht verwunderlich. Genauso wenig muss man sich wundern, dass er viele Leser begeistert hat. Müsste ich das Buch mit einem Wort beschreiben, würde ich vermutlich "originell" wählen. (Und dieser Begriff drängt sich in der Fantasyliteratur leider nicht allzu oft auf.)

Ich vergebe fünf Sterne, obwohl das Buch ein paar Schwächen hat. Zum Beispiel dauert es am Anfang lange, bis man mit den Hauptpersonen warm wird. Kein Wunder, schließlich handelt es sich um einen grantigen Alten und einen arroganten reichen Schnösel. Trotzdem hat man sie am Ende des Romans ins Herz geschlossen. In ihrem zurückhaltenden Stil beschreibt Clarke die absurdesten Ereignisse, verliert dabei aber den historischen Rahmen des Krieges gegen Napoleon nie aus den Augen. Ihre Kommentare zur Politik sind dabei oft nicht weniger treffend und amüsant als die zur Zauberei, ihrem "Spezialgebiet". Und auch ein paar historische Persönlichkeiten bekommen ihr Fett weg. Angenehm ist vor allem auch, dass Clarke auf die in der Fantasy so häufige schwarz/weiß-Zeichnung der Figuren verzichtet, allen Stärken und Schwächen zugesteht, und uns sogar mit einem kitschigen Happy End verschont.

Mein Fazit: Wer sehen möchte, wie britische Gentlemen sich gegen perfide Elfen und dunkle Zauber schlagen, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Wer das albern findet und eher auf epische Helden mit blutrünstigen Feinden steht, sollte lieber die Finger davon lassen.


Die erste Wahrheit
Die erste Wahrheit
von Dawn Cook
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur die halbe Wahrheit, 15. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Die erste Wahrheit (Taschenbuch)
Die Fantasy ist das Genre der Mehrteiler, das steht nicht erst seit Harry Potter fest. Und im Grunde gibt es ja auch nichts dagegen einzuwenden. Wenn man sich schon mal mit einer fantastischen Welt vertraut gemacht hat, spricht ja nichts dagegen, ihr noch einen zweiten oder dritten Besuch abzustatten. Und der Drang, das zu tun, ist natürlich besonders groß, wenn man das Gefühl hat, es gebe dort noch ein Rätsel zu lösen oder ein Abenteuer zu Ende zu bringen. Ein geschickter Autor bettet deshalb eine kurze Geschichte (im Umfang des Buches) in einen größeren Zusammenhang (nämlich den der Reihe) ein. Wer nicht weiß, wie das geht, kann ja noch mal bei Harry Potter nachlesen. Dawn Cook hat nur eine Geschichte zu erzählen, aber jemand ist auf die Idee gekommen, mehrere Bücher daraus zu machen.
Überschaubares Personal (im Wesentlichen vier Leute) und ein einfach gestrickter Auftrag müssen für ein Fantasybuch kein Nachteil sein. Nicht jedes Buch muss so komplex sein wie Der Herr der Ringe (an dem Tokien ja auch Jahrzehnte gearbeitet hat). Auch die Entwicklung komplexer Charaktere ist keine Grundvoraussetzung für gute Unterhaltung. Irgend etwas sollte die Geschichte aber schon haben- also eine packende Handlung, einen faszinierenden Schauplatz oder interessante Hauptpersonen. Und das gilt eigentlich schon für Bücher, die nicht einfach mitten drin aufhören.
Der Stil der Autorin ist angenehm zu lesen, die Figuren wirken nicht völlig hölzern und zusammen mit dem zweiten Buch kommt durchaus eine akzeptable Geschichte zu Stande, auch wenn man die Auflösung lange vorausahnen kann. Trotzdem hält mein Interesse an den anderen Bänden der Reihe sich in Grenzen. Es gibt einfach eine zu große Auswahl an vollständigen Büchern, die man für den Preis einer halben "Wahrheit" bekommt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 9, 2009 12:05 AM CET


Unendlicher Spaß: Infinite Jest. Roman
Unendlicher Spaß: Infinite Jest. Roman
von David Foster Wallace
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spaß ohne Ende, 15. Oktober 2009
Vor allem gilt hier: nur nicht von der Kritik abschrecken lassen. Vergleiche mit Ulysses und ähnlichen "Meilensteinen der Weltliteratur" könnten einen glatt zu der Vermutung verleiten, dieses Buch sei nur für Akademiker ein Vergnügen. Ein folgenschwerer Irrtum, denn egal, was man von seiner Stellung in der Literaturgeschichte halten mag (die mir persönlich ziemlich egal ist), ist dieser Roman einfach ein großes (und umfangreiches) Lesevergnügen.

Ich würde jedem empfehlen, sich Zeit für die Lektüre zu nehmen, nicht nur, weil das Buch so lang ist, sondern vor allem, weil mehrere Geschichten parallel und nicht chronologisch erzählt werden. Sobald man denkt, man hätte raus, worum es geht, findet man sich unversehens in der seitenlangen Beschreibung der Lebensgeschichte einer völlig unbekannten Person wieder, die dann ca dreihundert Seiten lang auch nicht mehr auftaucht, und wenn,dann plötzlich nicht mehr als Hauptperson, sondern als Randfigur in einer anderen Geschichte. Zugegeben, da kann man schon mal den Überblick (und die Geduld) verlieren. Und was die Fußnoten angeht, kann ich jeden verstehen, der nach mehreren Seiten Lektüre in winziger Schrift, nach wildem Blättern zum Ende der Fußnote, um die Fußnote in der Fußnote zu finden und einem ungläubigen Blick auf den lapidaren Hinweis "Don't ask" zum Dank für all diese Mühen, den Impuls verspürt hat, das blöde Ding an die Wand zu schmeißen. Diese kleinen Scherze muss man dem Autor verzeihen können, wenn man sich hier amüsieren will. Ebenso, wie man darüber hinwegsehen muss, dass der Roman an manchen Stellen schon etwas von einem "alten" science fiction hat (er ist ja auch schon vor über zehn Jahren erschienen), so dass heute noch fantastische wissenschaftliche Entwicklungen manchmal auf die Technologie der 90er Jahre treffen (Mobiltelefone brauchen eine ausfahrbare Antenne, Computer haben keine Flachbildschirme- um zwei kleine Beispiele zu nennen).

Hundert Seiten lang war ich mir nicht sicher, ob ich den Roman beenden würde. Etwa zehn Tage lang war es meine einzige Freizeitbeschäftigung, dieses Buch zu lesen, und nicht einmal die Tennismatchbeschreibungen haben mich gelangweilt (was eigentlich schon alles über das Erzähltalent des Autors sagt). "Unendlicher Spaß" ist witzig, albern, satirisch, tiefgründig, spannend, originell, eindrucksvoll, traurig und unheimlich, wenn man sich vor Augen führt, wie nahe manche Beschreibungen der Lebensrealität des Autors kommen könnten. Was mich an dem Buch wirklich stört, ist die Tatsache, dass von den vielen angefangenen Geschichten keine zum Abschluss kommt. Das muss man natürlich nicht als Schwäche sehen. Trotzdem stellt sich wie bei oben genannter Fußnote das Gefühl ein, dass man für sein Durchhaltevermögen nicht grade belohnt wird. Man muss sich damit abfinden, dass hier der Weg das Ziel ist.


Hiobs Brüder: Historischer Roman
Hiobs Brüder: Historischer Roman
von Rebecca Gablé
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

86 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Da wäre mehr drin gewesen, 12. Oktober 2009
Eins vorne weg: Als echter Fan von Rebecca Gablés historischen Romanen sehe ich dieses Buch im Vergleich zu seinen Vorgängern. Trotz einigen Kritikpunkten gehört es für mich deshalb immer noch mit zu den lesenswertesten Vertretern seines Genres.

Merkwürdig, wie schnell 900 Seiten vorbei sein können. Diese Erkenntnis kam für mich als Kenner einiger anderer Romane der Autorin natürlich nicht überraschend- überrascht hat mich allerdings das Gefühl, das "Beste" verpasst zu haben, das sich nach der Lektüre einstellte. Trotz der unbestreitbaren Länge des Romans scheint die Autorin sich diesmal weder für die historischen Persönlichkeiten, noch für die Entwicklung der fiktiven Charaktere besonders viel Zeit genommen zu haben. Das liegt wohl teilweise am Aufbau der Geschichte, der diesmal vom bewährten Schema abweicht. Hiobs Brüder beginnt nicht mit einem jungen Protagonisten in der überschaubaren Welt seiner Kindheit, der dann auszieht, um Erfahrungen zu machen und den bedeutenden Persönlichkeiten der Weltgeschichte zu begegnen, sondern mit einem Mann, der nach dem Verlust seines Gedächtnisses und seiner Stellung zu den Ausgestoßenen der Gesellschaft gehört. Die verwirrten und verlorenen Hauptpersonen passen gut zur Darstellung einer Epoche, die als die Anarchy bekannt ist. (Leser von Ken Follett dürften mit dieser Zeit übrigens schon vertraut sein. Da Die Säulen der Erde sich aber nur am Rand mit politischen Entwicklungen beschäftigt und über weite Strecken eher eine Art literarischer Kostümporno ist, hält sich die Wiedererkennung in Grenzen.)
Das erste Drittel des Romans, in dem der Leser mit der chaotischen Situation im Land vertraut gemacht wird, ist eindeutig der eindrucksvollste Teil. Es hat seelische Abgründe, skurrile Figuren und ein spannendes Geheimnis zu bieten. Nachdem der Protagonist Losian/Alan sich erwartungsgemäß als wichtiger Mann herausgestellt hat, weist die Geschichte allerdings doch einige Schwächen auf. Die romantischen Verwicklungen, die zu Alans Geburt geführt haben, wirken in der Nacherzählung ziemlich unglaubwürdig und weit hergeholt. Auch der Konflikt mit seinem Cousin und seiner Frau macht einen merkwürdig lieblosen Eindruck. Überhaupt werden die weiblichen Figuren diesmal hastig abgehandelt. Eleonore von Aquitanien, dem "It-Girl" ihrer Zeit, wird ebenso wie der streitbaren Kaiserin Maud nur ein sehr kurzer Auftritt zugestanden, für die Charakterisierung von Alans Frauen bleibt so wenig Raum, dass der Leser sich auf dessen persönliche Einschätzung verlassen muss: Miriam ist äußerlich gelassen, aber klug und lebhaft, Susanna dagegen dumm und niederträchtig (Was man offenbar schon daraus schließen sollte, dass sie wie ihre Vorfahrin Beatrice Baynard aus Das zweite Königreich aussieht). Auch Alan ist als Protagonist weit weniger interessant, nachdem sich herausgestellt hat, dass sein dunkles Geheimnis darin besteht, Zeuge eines Verbrechens geworden zu sein.
Überhaupt fehlt der Geschichte in den beiden letzten Teilen ein grundlegender Konflikt, wie etwa in Das Lächeln der Fortuna Robins Kampf um Waringham, oder Caedmons Kampf um Aliesa in Das zweite Königreich, oder Julians Interessenskonflikt zwischen Sympathie für Edward und Loyalität zu den Lancasters. Für jedes Problem wird diesmal gleich eine Lösung gefunden, und auch mit Schicksalsschlägen hält die Autorin sich zurück. Sterben müssen nur die Bösen; kann sich jemand nicht entscheiden, wird ihm das auch durch das Schicksal abgenommen. Irgendwie läuft hier alles immer ein bisschen zu glatt und geht zu schnell. Das liegt wohl auch daran, dass der Zeitrahmen diesmal wesentlich enger gesteckt ist als sonst.
Natürlich ist es Geschmackssache, ob man sich von einem historischen Roman die Darstellung einer längerfristigen Entwicklung oder die genaue Schilderung gesellschaftlicher Verhältnisse zu einem Zeitpunkt in der Geschichte wünscht. Meiner persönlichen Meinung nach führt die Beschränkung hier dazu, dass Gablé einen ihrer größten Pluspunkte, nämlich ihr historisches Fachwissen, weniger zur Geltung bringen kann als in den vorangegangenen Büchern. Ich hoffe, diese Entscheidung hängt nicht damit zusammen, dass der Trend in der historischen Literatur zur Zeit zu Krimis geht, oder damit, dass ihr jemand nahe gelegt hat, sich kürzer zu fassen. Simon, Godic und Wulfric, King Edmund, Henry Plantagenet und Aliénor hätten mich auch noch über weitere zweihundert Seiten gefesselt. Für Fans langer und gut recherchierter historischer Romane führt an Rebecca Gablé zur Zeit kein Weg vorbei. Hoffentlich lernt sie auch in Zukunft nicht, sich kurz zu fassen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 26, 2012 9:57 PM MEST


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