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Rezensionen verfasst von
Books on Design "booksondesign" (München)

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Walter Niedermayr / Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa / SANAA
Walter Niedermayr / Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa / SANAA
von Walter Niedermayr
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 30. November 2007
Trifft Licht auf einen Körper, so entsteht hinter ihm ein Schatten. So zumindest haben wir das als Kinder gelernt. Alle Versuche die Projektion zu überlisten ' vergebens. Also lernen, den dunklen Begleiter als Teil des Ich zu akzeptieren. Für C. G. Jung der erste Schritt auf dem Weg zu Ganzwerdung («Individuation»): «Erkenne deinen Schatten, um dein Selbstbildnis zu vervollständigen.»

In den archaisch-modernen Schönheitsbehauptungen der Architekten Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa (Sanaa) fehlt der Schatten. Nichts darf das Licht in seiner horizontalen Ausbreitung hindern. Ferner leugnet das flächig-zweidimensionale der Entwürfe alle Körperhaftigkeit. Diesem «Image» geben Walter Niedermayrs Fotografien Realität. Bekannt wurde der südtiroler Künstler durch seine distanziert-bleichen Tableaus alpiner Landschaften. Logisch und konsequent scheint, dass er seit einiger Zeit der Architektur von Sanaa seinen Standpunkt, seine Sichtweise leiht.

Hatje Cantz hat anlässlich von Ausstellungen in Bordeaux und Antwerpen einen nahezu quadratischen Band (29,5 x 29,7 cm) vorgelegt, der zum ersten mal die Zusammenarbeit von Sanaa und Niedermayr, ebenso wie jene von Sejima und Nishizawa kongenial schattenlos ' also weiß in weiß dokumentiert. Die Gestaltung von Armand Mevis und Linda van Deursen ist unaufdringlich und nüchtern gestimmt. Projekttitel und Plandokumente heben sich durch Papierwechsel und Verkürzung der quadratischen Seiten auf Din-Format ab. Die Bildstrecken, vor allem aus Diptychen und Triptychen bestehend, sind von schwereloser Großzügigkeit.

Ohne Schatten ist wer Kontakt zur Unterwelt hat oder darin verweilt ' so glaubten die alten Griechen. Dass Schattenlosigkeit nicht zwangsläufig Verdammnis bedeutet, zeigt die reife Beziehung zwischen Fotograf und Architekten in subtilem Dialog mit den Gestaltern und einem Verlag, der förmlich über den eigenen Schatten gesprungen sein muss, um einen so zarten und ephemeren Titel zu erlauben.


A Year from Easter
A Year from Easter
Wird angeboten von J A Z Z w o r k s
Preis: EUR 15,90

14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Himmelskarten, 11. August 2005
Rezension bezieht sich auf: A Year from Easter (Audio CD)
«Nur durch Himmelskarten können Erdkarten gemacht werden», hat Jean Paul gesagt, und er wusste wovon er redet. So eine Himmelskarte ist Christian Wallumrøds dritte Veröffentlichung bei ECM Records. Nihil absolutum, statt Schmuse-Ambience und Wohlfühlsound. Religiös werden Einklang und Mehrklang beschworen. Die vornehme Zurücknahme des Solisten zugunsten ungewöhnlich mehrheitlicher Ensemble-Arbeit kennen wir schon von der Musik Trygve Seims - die Mitwirkenden, allesamt auch Seims Ensemble-Mitglieder.
Die Wirkung von Wallumrøds Ensemble-Spiel verweigert sich Worten. Sie ist wunderbar frei von Metaphorischem, wie ein Text von Samuel Beckett. Überhaupt drängen sich außermusikalische Vergleiche auf. Ein philosophischer Waldspaziergang etwa: Hier, ein mächtiger Baum - Hegel. Da, ein Reh! Heidegger? Und da - eine Lichtung: Wittgenstein. Und musikalisch? John Cage - darauf deutet schon die Titel-Paraphrase («A Year From Easter») - hat Spuren hinterlassen. Die Tradition norwegischer Volksmusik bettet den lebendigen Klang in Moos. Aber hören Sie selbst - vielleicht nachts, wenn sich die Perspektive ändert und Schwierigkeiten des Alltags der Ruhe weichen. Und denken Sie an Jean Paul: «Nur durch den Standpunkt (...) entsteht uns eine ganze Himmelskugel, und die Erdkugel selber wird zwar klein, aber rund und glänzend darin schwimmen.»


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