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Beiträge von Dr. Klaus Duer...
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Rezensionen verfasst von
Dr. Klaus Duerrschmid (Wien)

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Du hättest gehen sollen
Du hättest gehen sollen
von Daniel Kehlmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wozu?, 28. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: Du hättest gehen sollen (Gebundene Ausgabe)
Die kargen paar Seiten erinnern viele Leser an E.T.A. Hoffmann, an Stephen Kings "Shining" etc. Naheliegender erscheint mir, dass Kehlmanns Kurzerzählung von Mark Danielewskis Roman "House of Leaves" inspiriert worden ist. Klar: "House of Leaves" ist formal völlig unterschiedlich, umfasst 800 Seiten, hat x-Querverweise, labyrinthartige Verzweigungen, mehrstimmige Handlungsführung etc., ist also um ein Vielfaches komplexer und vielschichtiger als "Du hättest gehen sollen", aber die Grundidee erscheint mir sehr ähnlich: ein Künstler zieht sich mit Seiner Familie in ein entlegenes Haus zurück und dokumentiert die Geschehnisse, die zusehends unheimlicher werden, mit unerklärbaren Veränderungen in der Geometrie des Hauses beginnen und über zeitliche Verwerfungen hin zu gravierenden Änderungen in der Psyche des Romanhelden führen. Vielleicht hat es sich Kehlmann zur Aufgabe gestellt, den wild wuchernden postmodernen Roman von Danielewski in eine karg-geradlinige moderne short story umzuwandeln? Das wäre dann wohl geglückt. ... Aber wozu?


Das Floß der Medusa: Roman
Das Floß der Medusa: Roman
von Franzobel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alle Achtung!, 21. Februar 2017
Franzobel hat die Katastrophe der Medusa, das bekannte historische Ereignis mit sozialer Sprengkraft, sehr angemessen in einen Roman verwandelt. Er passt seine zur Opulenz neigende Sprache an die Ernsthaftigkeit des Themas an, aber würzt den Text mit durchaus erhellenden und amüsanten Anachronismen und vielen Wortspielen. In den ersten beiden Kapiteln beginnend mit der Rettung der Schiffbrüchigen und dem Schicksal Überlebender einige Monate nach der Katastrophe liegt der Fokus des Romans dann auf der Fahrt in die Katastrophe und der Katastrophe selbst. Wie es den wenigen Überlebenden und den für den Roman zentralen Figuren wie Victor oder Kapitän Chaumarey nach der Rückkehr nach Frankreich ergangen ist, wird am Ende des Romans kurz geschildert ebenso wie die Wirkung des Berichts vom Schiffsarzt Savigny auf die französische Politik und Öffentlichkeit. Die Darstellung der Brutalitäten an Bord der Medusa und vor allem am Floss der Medusa auf dem 147 Menschen bis zu den Knien im Wasser stehend um ihr Überleben kämpfen (es blieben schlussendlich nur 10 am Leben), ist schockierend und gut gelungen. Erstaunlich, dass man dabei vieles auch absurd und komisch finden kann. Überlegungen zum Konflikt zwischen den nackten Grundbedürfnissen des physischen Überlebens und moralisch-ethischen Ansprüchen überlässt Franzobel ebenso weitgehend dem/r Leser/in als auch Parallelen zu heutigen Schiffbrüchigen im Mittelmeer zu ziehen – „Katastrophen geschehen oft im Verborgenen“. Eigentlich wäre dieser katastrophische Wahnsinn auf dem Floss der Medusa ein perfektes Sujet für TC Boyle; er hätte das sicher auch gut gekonnt, aber wahrscheinlich ist das Thema zu europäisch. Franzobel jedenfalls war schneller im Erfassen der aktuellen Brisanz des Themas und in seiner romanhaften Umsetzung als alle anderen. Alle Achtung!


Die Suppe lügt: Die schöne neue Welt des Essens
Die Suppe lügt: Die schöne neue Welt des Essens
von Hans-Ulrich Grimm
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Grimm lügt: Unterstellung & Desavouierungsversuch, 16. Februar 2017
Eine Kollegin hat mich dieser Tage darauf aufmerksam gemacht, dass mein Name in diesem Buch erwähnt wird. Und zwar im Zusammenhang mit der Beurteilung von Glutamat. Grimm zitiert mich richtig, behauptet aber im nächsten Satz ich wäre "nicht so ganz" unabhängig, weil ich "unter anderem auch für den Aromenhersteller Symrise" forschen würde. "So ist das immer wieder mit den Freunden des Geschmacksverstärkers. Oft ist es nicht richtige Zuneigung. Oft gibt es auch Zuwendungen, geschäftliche Interesse, die im Hintergrund stehen." Diese Behauptung kann ich so nicht stehen lassen. Meine wissenschaftliche Unabhängigkeit wird von Projekten mit der Industrie in keinster Weise beeinflusst, vielmehr ist sie Voraussetzung für die Durchführung solcher Projekte. Einem - noch dazu staatlich angestellten - Wissenschaftler seine Unabhängigkeit abzusprechen und ihm vorzuwerfen, dass er käuflich und bestechlich wäre, ist so ziemlich das Übelste, was man ihm unterstellen kann, denn es trifft den Kern seines Berufsethos. Mich persönlich geradezu als Prototypen bestechlicher Wissenschaftler anzuführen, ist eine Unverschämtheit sondergleichen, die für diejenigen, die mich kennen, völlig skurril und lächerlich ist.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 28, 2017 11:21 AM CET


Kindeswohl
Kindeswohl
von Ian McEwan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frage, 7. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Kindeswohl (Gebundene Ausgabe)
Den vielen positiven Besprechungen möchte ich keine weitere hinzufügen: tolles Buch! Kurz und doch erstaunlich komplex.
Eine Frage habe ich allerdings. Wer ist Sherwood Runcie und warum gibt er Fiona unmittelbar vor ihrem Auftritt die Information, dass Adam Henry gestorben ist? Das kann man doch nur machen, wenn man den Auftritt sabotieren wollte - warum will er das?
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 16, 2015 2:46 PM CET


Herr der Fliegen: Roman
Herr der Fliegen: Roman
von William Golding
  Sondereinband
Preis: EUR 7,95

4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Brillen-Fehler, 29. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen: Roman (Sondereinband)
Die Lektüre des Herrn der Fliegen hat mich erstaunt: wie anspruchslos muss eine Zeit gewesen sein, in der ein so schlechter Roman dem Verfasser zum Nobelpreis verholfen hat? Der Text ist klischeebeladen, die Handlung und die Psychologie der Protagonisten erschütternd unplausibel und schablonenartig dargestellt. Immerhin war der Autor ja Lehrer, da hätte er Kinder doch etwas besser kennen lernen können. Der zentrale Fehler des Romans aber liegt in der Brille einer der drei Hauptfiguren, von Piggy. Diese Brille ist für den Romanverlauf von größter Bedeutung, weil nur sie es den Kindern ermöglicht, Feuer zu machen, Feuer, von dem ein Teil der Gruppe glaubt, dass der Rauch als Signal für Rettungstruppen unbedingt notwendig wäre. Das Feuer wird auch für die Zubereitung der erjagten Schweine verwendet und verbreitet nachts Wärme und ein Gefühl der Sicherheit. Auf den ersten Seiten wird die Brille schon sehr häufig erwähnt, Piggy putzt sie andauernd oder rückt sie zurecht. Der Diebstahl der Brille durch Jacks Stamm führt zum Tod Piggys und zur Hetzjagd auf Ralph. Die Brille ist also von zentraler Bedeutung und eine Art MacGuffin des Plots. Worin liegt nun der Fehler? Aus der Erzählung geht eindeutig hervor, dass der schablonenartig dargestellte, intellektuelle Piggy kurzsichtig ist, er demnach eine Brille gegen Kurzsichtigkeit trägt. Tja und wie es die Gesetze der Optik so wollen, benötigt man zur Fokussieren des Sonnenlichts um Feuer zu machen eine Sammellinse, wie sie Weitsichtige benutzen und keine Streulinse von Kurzsichtigen. Blöd gelaufen! Mit Piggys Brille kann man nie und nimmer Feuer erzeugen. Golding hätte Piggy natürlich auch weitsichtig machen können, damit wäre der Optik-Fehler behoben gewesen, aber Piggy würde damit nicht mehr dem Klischee des kurzsichtigen Intellektuellen entsprechen. Und Golding opfert alles dem Klischee: Blond&blauäugige, muskulöse Führernaturen vs. Fettleibige, unsichere, schutzsuchende, asthmatische Feiglinge. Neben diesem zentralen Aufbau-Fehler des Romans ist auch das Verhalten der Protagonisten teilweise völlig unverständlich: z.B. Das euphorische Verhalten unmittelbar nach dem Landen auf der Insel. Wie kommt es, dass Ralph nach dem Flugzeugabsturz euphorisiert herumrennt? x Erwachsene tot, verschlagen auf einer einsamen Insel- das sollte doch eher Anlass für Entsetzen, Trauer, Angst, Panik oder dergleichen sein. Andererseits gestehen die Jungen in Versammlungen häufig ihre Ängste - etwas das in Wirkichkeit sicher nicht vorkommt. Psychologische Widersprüche und Unwahrscheinlichkeiten noch & noch! Ein schlechtes Buch, das noch dazu in einer haarsträubenden deutschen Übersetzung vorliegt.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 29, 2015 9:34 PM CET


Gilbert Keith Chesterton: Gesammelte Werke
Gilbert Keith Chesterton: Gesammelte Werke

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Katastrophe, 16. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese "Übersetzung" ist dermaßen lächerlich, dass man sie am besten gar nicht so nennen sollte. Wie man so einen Schrott verkaufen darf, ist mir ein Rätsel. Sicher der Preis ist gering, aber selbst 0,99 € sind dafür viel zu viel. Lassen Sie die Finger davon.


Wiener Wunder: Kriminalroman
Wiener Wunder: Kriminalroman
von Franzobel
  Broschiert
Preis: EUR 17,90

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ojegerl, 11. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Wiener Wunder: Kriminalroman (Broschiert)
Viele der Bücher von Franzobel halte ich für großartig und daher hat ein Franzobel-Krimi bei mir die Erwartung einer neuen Krimi-Dimension ausgelöst ... mindestens so gut wie Rebhandls grandiose Werke. Aber. Sapperment, ich muss schon sagen, das ist eine erstaunlich schlechte Vorstellung des barocken Franzobel als Krimi-Schreiber. Ja schon spielt das Romanerl (wie die Rezensentin AustrianGirl treffend formuliert) in Wien. Aber wie wird denn da erzählt, meinerseel!? Ein Beispiel: Der Kommissar rief seine Frau an und erklärte ihr, wo er die letzte Nacht abgeblieben war." (69) Wie bitte? Abgeblieben war"?! Ist dieser Franzobelsche Krimi also für das große bundesdeutsche Publikum geschrieben? Wahrscheinlich, sonst müsste nicht andauernd, sobald etwas in Wienerisch-Österreichischem Idiom gesagt wird, erklärt werden, was das auf Normdeutsch heißt. Mühsam. Unauthentisch. Irritierend. Die Botschaften des Romans sind in vielerlei Hinsicht sehr klar: Sport ist schädlich, in Wien gibt's immer schlechtes Wetter, Journalisten sind Unsympathler etcetc. Über diese idiosynkratischen Übertreibungen und oft klischeehaften Verallgemeinerungen mag man hinwegsehen, aber auch die Psychologie vieler Figuren ist unverständlich. Z.B. die Frau des Kommissars, die nachdem sie von ihrem Mann als unfreiwilliger Lockvogel missbraucht worden ist, verständlicherweise sehr sauer ist, dann aber aus für mich unerklärlichen Gründen Versöhnungssex initiiert. Dazwischen kommt auch noch so ein Vergleich, der mir sehr skurril erscheint: Wenn du mir jetzt eine Standpauke hältst, ist es, wie wenn man Fleisch in heißes Wasser wirft. Es verschließt mir alle Poren." (147) Fleisch hat keine Poren und schon gar keine, die sich verschließen, wenn man sie ins weiße Wasser wirft. Und was soll der Vergleich überhaupt bedeuten? Ich weiß es nicht. Das Verhältnis zwischen den beiden erscheint insgesamt nicht sehr plausibel. Auch viele Details sind seltsam: z.B. hat der Kommissar eine Verletzung, er nimmt den Verband ab, darauf befindet sich ein rostbrauner Fleck. OK. Der Kommissar fragt sich: Eiter oder eine Wundsalbe?" (70) Ich frage mich: Was ist mit der Beobachtungsgabe des Kommissars los? Seit wann ist Eiter rostbraun? Oder hab ich was nicht verstanden?
Das Wiener Wunder" ist für mich ein relativ konventionelles, stark klischeebehaftetes, nicht sehr gutes Kriminal-Romanerl. Franzobel wird im Klappentext zitiert mit: Das Krimi-Schreiben ist wie für einen Antialkoholiker die Entdeckung des Weins. Ein berauschender Genuss". Dieser Roman könnte den Verdacht aufkeimen lassen, Franzobel sollte Antialkoholiker bleiben und sich des Genusses enthalten. Sorry.


Tampa: Roman (Literatur-Literatur)
Tampa: Roman (Literatur-Literatur)
von Alissa Nutting
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nuts about nothing, 26. Mai 2014
In Tampa, der drittgrößten Stadt Floridas, wurde Debra Lafave (23) 2005 wegen sexueller Unzucht mit ihrem minderjährigen (14) Schüler verurteilt. Sie dürfte die Vorlage für die Romanfigur Celeste des vorliegenden Romans sein, in dem die dunkle, bösartige Seite weiblicher Sexualität thematisiert wird. Ich vermute, der den Himmel andeutende Name Celeste hat pornografische Obertöne - es gibt zwei (auf Wikipedia bekannte) Pornodarstellerinnen, die sich Celeste genannt haben. Ob es sexuellen Missbrauch durch Frauen geben und wie er aussehen kann, wird im langen ersten Teil des Buchs dargestellt und gegen Ende wird die für mich interessantere Reaktion der Umwelt auf die pädophilen Exzesse von Celeste thematisiert. Der Großteil der Umwelt steht nach dem dramatischen Auffliegen von Celestes pädophilen Bedürfnissen dieser Perversion gänzlich fassungslos gegenüber, will Celeste als Monster sehen. Ihr Verteidiger vor Gericht lässt dagegen die Meinung sichtbar werden, dass die 14-jährigen Burschen nicht missbraucht worden sind, sondern froh über die Gelegenheit und die Einführung in ein intensives Sexualleben waren. Waren nicht gar die 14-Jährigen, diejenigen, die die sexuelle Beziehung angebahnt haben? Kann eine Frau junge Männer überhaupt sexuell missbrauchen?
Wie immer: Celeste ist am Schluss des Romans noch immer pädophil und sucht sich 14-jährige Teenager für kurzfristige sexuelle Abenteuer. Nach wie vor können nur junge Männer ihre Angst vor dem Altwerden, dem Sterben und dem Tod (dem großen Nothing=Nutting?) dämpfen. Sie ist offensichtlich durch die schockartige Enthüllung nicht von ihrer Obsession geheilt worden und sucht eine Beziehung zu einem erwachsenen Mann weiterhin nur, um sich ökonomisch abzusichern. Ich kann daran keine Kritik an der amerikanischen Gesellschaft erkennen (Pornographisierung, Übersexualisierung u.ä.m.), es wird vielmehr ein krank- und zwanghaftes Einzelschicksal beschrieben.
Immer wieder wird auch auf eine vermeintliche Analogie zu Lolita von Nabokov hingewiesen. Aus meiner Sicht ist diese nur sehr oberflächlich und vor allem von einem psychologischen aber auch von einem sprachlichen Gesichtspunkt her, kann Tampa in keiner Weise mit der Komplexität und Subtilität von Nabokovs Meisterwerk mithalten. Lolita ist auch sehr komisch, manchmal klingt die Geschichte wie die Parodie einer echten Liebesbeziehung zwischen zwei Personen auf Augenhöhe - bei Nutting dagegen habe ich Humor oder Komik weitgehend vermisst, obschon die Darstellung des Schullebens mitunter etwas Groteskes aufweist. Was man aber jedenfalls in Tampa finden wird, sind pornografische Darstellungen. So weit ich das beurteilen kann, sind diese durchwegs konventionell und auch zu lang geraten (außer vielleicht für die einhändigen Leser ....) und Nutting hat sich auch nicht wie seinerzeit Elfriede Jelinek (Lust)auf die Suche nach einer eigenen weiblichen Sprache für die explizite Beschreibung von Sex gemacht. Die Pornografie in Tampa ist nicht wie die kalte, kranke und todbringende Perversion von American Psycho, sondern kommt deutlich ... ja: weiblicher und softer rüber. Die Burschen werden zwar als Lustobjekte missbraucht, aber nicht misshandelt oder umgebracht.
Meine Meinung daher abschließend: Sicher kein faszinierendes Meisterwerk wie manche hier meinen, von Nabokovscher Großkunst sehr weit entfernt, aber man kann`s schon lesen. Und drüber angeregt reden.


Frühstück mit Lucian Freud
Frühstück mit Lucian Freud
von Geordie Greig
  Gebundene Ausgabe

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende Erinnerungen In einem schön gestalteten Buch, 28. März 2014
Ich habe den Eindruck, dieses Buch hat mir nach der Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien erst die wahre Persönlichkeit Lucian Freuds deutlich gemacht - ich sehe seine Bilder jetzt mit noch größerem Vergnügen. Im Laufe der Lektüre wird klar, wie manisch und monströs das geheimnisumwitterte Leben diese großartigen Malers tatsächlich war. Freud hatte offenbar drei Leidenschaften, um die sein Leben kreiste: Malen, Sex und Wetten. Geprägt war sein Verhalten von dem totalen Unwillen Konventionen zu beachten und der völligen Unfähigkeit, etwas zu bereuen. Seine Unkonventionalität zeigte sich u.a. in seiner Kleidung – er wirkte häufig wie ein Obdachloser - und seinem Wohnstil – vergammelt ist ein Hilfsausdruck – sehr klar. Seine Spielschulden waren ebenso sagenhaft wie seine rasch wechselnden sexuellen Beziehungen zu Frauen (und auch Männern) und konnten sehr lange nicht mit den Einnahmen aus seiner Kunst beglichen werden. Erstaunlich die vertikale soziale Orientierung dieses Mannes: er hatte Beziehungen zum Adel aber auch zu wilden Typen aus naja sozialen Problemschichten. Unglaublich die kompromislose Aggressivität dieses Mannes, die im fortschreitendem Alter auch in seinen sexuellen Vorlieben zu Tage trat. Verblüffend seine Fähigkeit, andere im direkten Kontakt für sich einzunehmen und zu faszinieren, Ihnen das Gefühl intensiven Lebens zu vermitteln. Manche waren süchtig nach ihm. Man mag in diesem Buch manchmal vor lauter Beziehungschaos und Namen etwas die Orientierung verlieren aber summa summarum fand ich den Text gut, einfühlsam und nicht unfair… obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass der öffentlichkeitsscheue Freud dem Geordie Greig eine ordentliche Tracht Prügel verpasst hätte, wenn er gewusst hätte, dass und wie Greig über sein Leben schreiben wird. Die Gestaltung des Buches ist hervorragend gut: angenehmes Papier, angenehme Farbgestaltung, schöne Bilder.


Cuisine Int. Zehn Jahre kulinarische Überflieger im Hangar 7. Die weltbesten Köche und ihre Rezepte: Zehn Jahre kulinarische Überflieger im Restaurant Ikarus. Die weltbesten Köche und ihre Rezepte
Cuisine Int. Zehn Jahre kulinarische Überflieger im Hangar 7. Die weltbesten Köche und ihre Rezepte: Zehn Jahre kulinarische Überflieger im Restaurant Ikarus. Die weltbesten Köche und ihre Rezepte
von Roland Trettl
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschmackssache, 19. März 2014
Das muss man mögen: von den ca. 110 Rezepten sind 11 mit Jakobsmuscheln, 10 mit anderen Muscheln, 12 mit Trüffel, 10 mit Langostinos u.ä., 10 mit Gänseleberpastete, jede Menge Oktopus, Kalamari etc., eine Handvoll mit Kaviar .... Manche werden das Angeberküche nennen, manche finden darin die Erfüllung. Sicher ein kulinarisches Zeitdokument.


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