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Rezensionen verfasst von
Omnissiah (Köln)

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Leman Russ - Der Große Wolf: The Horus Heresy - Primarchs 02
Leman Russ - Der Große Wolf: The Horus Heresy - Primarchs 02
von Chris Wraight
  Broschiert
Preis: EUR 17,00

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Wolf und der Löwe, 1. Februar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der zweite Band der Primarchen-Reihe der Black Library hat es zunächst nicht ganz leicht. Irgendwie kommt Chris Wraight's Roman über den großen Wolfslord Leman Russ nicht richtig in Fahrt, zu wenig wird der Fokus hier zu Beginn auch auf den Anführer der Space Wolves selbst gelegt.

Das ändert sich jedoch, sobald die Space Wolves auf die Dark Angels treffen, sobald sich Russ und sein Bruder Jonson gegenüber stehen und klar wird, wie unterschiedlich beide Legionen sind, wie unterschiedlich ihre Primarchen sind, wie sehr sich beide Brüder einerseits insgeheim respektieren ob ihrer unübersehbaren Stärken, aber wie sehr sie sich auch ob ihrer Schwächen und Andersartigkeit verachten.

Und ausgerechnet diese beiden Legionen müssen jetzt gemeinsam einen Tyrannen stürzen, dessen Kopf sich die Space Wolves eigentlich schon alleine auf ihre Fahnenstange spießen wollten. Leider hatten sie jedoch die Rechnung offensichtlich ohne die Hohen Herren auf Terra gemacht, die über den langsamen Fortschritt der Wölfe im Kreuzzug nicht sonderlich erfreut sind – und der Legion von Leman Russ ohnehin nicht recht über den Weg trauen. Deswegen ist Jonson also hier. Um es zu Ende zu bringen und auch, um seinem Bruder klarzumachen, dass man unzufrieden mit ihm und seinen Söhnen ist und langsam die Geduld verliert…

Die Geschichte sollte dann eigentlich allen Warhammer 40k-Fans einigermaßen bekannt sein, zumindest ist sie der Ausgangspunkt der Fehde zwischen beiden Legionen bzw. Orden bis zum heutigen Tage: natürlich gelingt es den beiden Legionen, den Tyrannen zu stürzen und seiner Herrschaft ein Ende zu bereiten, aber im Nachgang dazu kommt es zu dem denkwürdigen Aufeinandertreffen beider Brüder, bei dem sie sich beinahe gegenseitig totschlagen... Dieser Kampf wird ihrer beider Leben und das ihrer Söhne für immer verändern und prägen...

Es geht hier aber weniger um die körperliche Auseinandersetzung an sich, sondern Wraight arbeitet vielmehr aus, warum es dazu kam, um den tieferen Grund dahinter. Was die Space Wolves und Russ zu ihrem Handeln trieb, wie sehr sie auch Opfer des Fluchs ihrer eigenen Gensaat sind (und was er in dem nach dem Bruderkrieg spielenden "Battle of the Fang" auf großartige Art und Weise bereits schon einmal angedeutet hatte), wie sehr der Große Wolf und seine Söhne aber auch von Terra im Stich gelassen wurden und wie sie versuchen, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, wenn ihnen niemand helfen will. Und auf der anderen Seite steht die ruhmreiche Erste Legion, die Dark Angels, und ihr engelsgleicher Anführer, der Löwe. Der eine ist Barbar, Schlächter und Henker des Imperators und der andere ist Regent und Herrscher und Chris Wraight gelingt es, beide Legionen auf Augenhöhe zu präsentieren und trotz der Kürze der Geschichte beide Legionen und Primarchen ins rechte Licht zu rücken – etwas, was besonders den Dark Angels gut tut.

Natürlich kann knapp 200 Seiten langes Buch keine umfassende Charakterstudie sein, aber Wraight macht es eben so gut, wie es auf dem begrenzten Raum möglich ist, ohne das Tempo oder die Action zu vernachlässigen. Insbesondere das Ende und das, was nach dem Schlagabtausch zwischen Russ und Jonson geschieht, bei ihrem Wiedersehen auf Terra, nach dem Ende der Schlacht um den Imperialen Palast, hat es in sich.

Wie auch das Buch über Guilliman, den Primarchen der Ultramarines, so ist dieser zweite Sonderband insbesondere dann am besten, wenn er ein wenig Raum für die Gedanken seins Protagonisten lässt, wenn er die Tragik seiner Existenz beleuchtet und die Last, die auf seinen Schultern lastet und wenn Chris Wraight seine ganze Stärke als Autor ausspielen kann. Natürlich hätte man hier sicherlich auch noch einiges anders machen können, aber im Ganzen gesehen, ist die vorliegende Novelle "Leman Russ – Der Große Wolf" doch ein kurzweiliges und dennoch intensives und spannendes Werk der Horus Heresy und besser als viele Romane, die zuletzt in der Reihe erschienen sind.


Gewürm: Thriller
Gewürm: Thriller
von Edward Lee
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kurzweiliger Ekelspaß, 1. Februar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gewürm: Thriller (Taschenbuch)
"Gewürm" startet eigentlich wie ein typischer B –Movie-Teenie-Slasher in Buchform: mehrere Gruppen von Zivilisten, darunter natürlich auch einige sehr promiskuitiv und exhibitionistisch veranlagte Exemplare, landen aus den verschiedensten Gründen (Party, Drogen, Forschungsreise) auf einer eigentlich streng geheimen und abgeschirmten US-Insel, um dort ihre Zeit zu verbringen und werden dort nach und nach von unbekannten Monster-Würmern dezimiert, die, so ist recht schnell klar, keineswegs eine normale Mutation sind, sondern einem streng geheimen Bio-Waffen-Programm des Militärs entstammen.

Während die einen also versuchen, ihr Leben zu retten (und sich dabei selbst in den absonderlichsten Momenten zu paaren), sind die anderen eher daran interessiert, ihre Forschungen zu Lasten der Zivilisten fortzuführen und die Tödlichkeit und die genaue Funktionsweise der Würmer zu studieren.

Natürlich ist am Ende nicht alles so, wie es zu Anfang scheint und Lee-typisch pfuschen urplötzlich auch noch ganz andere, fremde Mächte mit…

Das Problem ist: irgendwie passt das alles nicht zusammen und in Gänze betrachtet wirkt "Gewürm" leider reichlich unausgegoren. Es gibt zu wenig Splatter und Gore, zu wenig Sexploitation, um auf dem Gebiet punkten und überzeugen zu können, aber der Roman ist auch zu humoristisch und übertrieben, um trotz aller (durchaus interessanten) wissenschaftlichen Darstellungen auch nur ansatzweise als halbwegs seriöser Öko-Horror-Thriller wahrgenommen werden zu können (und mal ehrlich: Lee und Seriösität? Ist klar...). Besonders die ersten paar hundert Seiten zieht sich "Gewürm" leider wie Kaugummi und erst gegen Ende legt Lee hier ein paar Zähne zu – nur dass all die Drehungen und Wendungen dann auch eher unfertig und halbgar wirken als sich wie Trichinellenlarven im Gehirn festzusetzen und eine Langzeitwirkung zu entfalten.

Ich persönlich hätte mir einen Roman gewünscht, bei dem man entweder den ganzen pseudo-seriösen Anstrich weglässt und richtig auf die Kacke haut oder bei dem man zumindest einen Teil der Fantasterei der letzten hundert Seiten streicht und es auf mehr oder weniger konventionelle Art und Weise zu Ende bringt. So aber wirkt "Gewürm" leider wie unterdurchschnittlich gemachter Labskaus: n bisschen was von allem dabei, aber irgendwie nix richtig gelungen.


Roboute Guilliman - Der letzte Schlachtenkönig: The Horus Heresy - Primarchs 01
Roboute Guilliman - Der letzte Schlachtenkönig: The Horus Heresy - Primarchs 01
von David Annandale
  Broschiert
Preis: EUR 17,00

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungenes Portrait eines einzigartigen Geistes, 16. November 2016
"Roboute Guilliman" ist ein meiner Meinung nach gelungener Einstand in die "Primarchen"-Reihe der Black Library und so ziemlich genau das, was ich mir persönlich vorgestellt hatte.

Die Geschichte ist an sich recht schnell erzählt: die Ultramarines landen auf Thoas, um dort einem Ork-Imperium den Todesstoß zu verpassen, welches sie bis hierher zurückgedrängt haben. Noch vor dem großen Finale werden sie jedoch auf Ruinen aufmerksam, die bezeugen, dass Thoas nicht einfach nur ein lebloser, von Grünhäuten infizierter Felsen ist, sondern dass der Planet einstmals menschliche Siedler besaß, eine menschliche Zivilisation. Diese Ruinen werden dann zum Ausgangspunkt der finalen Schlacht gegen die Orks, mit dem Ziel, diese nicht bloß ein und für alle Mal auszulöschen, sondern gleichzeitig um den ersten Schritt zur Wiederbesiedlung des Planeten zu gehen. Nur ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick erscheint und die Geschichte Thoas und seiner Siedler ist keineswegs so glanzvoll und klar, wie es auf den ersten Blick zu sein schien...

Der Ausgang der Schlacht ist natürlich im Grunde vorhersehbar, andererseits jedoch in seinem absoluten Ende nicht unbedingt. Es bleibt spannend, welche Geschichte sich hinter der menschlichen Zivilisation verbirgt und selbst als die Puzzlesteine ineinander fallen, schafft es Annandale immer noch, die Story so temporeich, actionlastig und kurzweilig zu erzählen, dass zumindest bei mir keine Langeweile aufkam.

Das Interessante an dem Roman ist aber weniger der direkte als viel mehr der indirekte Handlungsstrang, denn Annandale schafft es, auf den knapp 200 Seiten Roboute Guilliman deutlich mehr Tiefe zu verpassen, als dies Abnett in "Know No Fear" auf über 400 gelungen ist.

Guilliman wird hier als der Denker, Stratege und Visionär beschrieben, den man wohl im Kopf hatte, als man sich Gedanken über den Primarchen gemacht hat, der den Codex Astartes geschrieben und erschaffen hat. Guilliman ist ein Mann von Ehre, ein rationaler und logischer Kopf, der danach strebt, seine Legion zu einem lebenden Organismus zu formen, der so flexibel und anpassungsfähig ist, dass er sich jeder Situation stellt, daraus lernt und gestärkt hervorgeht. Es geht ihm nicht um Perfektion, sondern um das ständige Hinterfragen des Status Quo und die Erfahrung aus Vergangenem. Er ist Erbauer und kein Zerstörer, aber auch, wenn er versucht, ständig alles im Blick zu haben und aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen, ist es seine Tragik, dass dies eben am Ende zum Scheitern verurteilt wird.

Und all das versucht Annandale nicht nur in den Dialogen zwischen Guilliman und seinem 1st Captain Marius Gage und in den Gedankenspielen des Primarchen, sondern auch in Auszügen aus seinen schriftlichen Werken darzustellen, die die Einleitungen zu den einzelnen Kapiteln darstellen. Er beschreibt seine Hoffnungen und seine Ziele, seine Sorgen anlässlich einiger Taten (Stichwort: Monarchia) und auch in Hinblick von Waffen wie die, die die Destroyer-Squads mit sich tragen oder die im Arsenal seiner Brüder lagern (Mortarions Death Guard).

Es gibt hier nicht DEN großen "Aha"-Effekt, nicht DIE eine "Das erklärt Alles"-Sequenz, sondern der Roman versucht einfach nur, Einblicke in den Kopf eines Primarchen zu geben und wie dieser versuchte, das Schicksal und die Zukunft seiner Legion und des gesamten Imperiums mitzugestalten, mit dem Ziel, eines Tages den Großen Kreuzzug beenden und ein Leben in Frieden führen zu können.

Was den Preis, das Format und den Umfang des Buches angehen: alles ist transparent ersichtlich und daher für mich kein Grund für Kritik. Diejenigen, die nicht bereit sind, das Geld für solch eine Novelle auszugeben, dürften sicherlich in ein paar Jahren den ersten Schwung an "Primarchen"-Sonderbänden in einem Omnibus in etwas normalerer Aufmachung für einen schmaleren Taler erhalten, da bin ich mir ganz sicher. Ich freue mich aber schon drauf, alle 18 Bände nebeneinander im Regal stehen zu haben. Sammler halt. ;)


Deathfire (Horus Heresy, Band 32)
Deathfire (Horus Heresy, Band 32)
von Nick Kyme
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,49

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Ende unterbietet jeden bisherigen Tiefpunkt..., 15. September 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
So. „Deathfire“ ist dann auch endlich durch und ich kann dafür einfach nicht mehr als 1 Punkt geben. Das klingt jetzt richtig hart, aber das Buch hat's auch einfach nicht besser verdient, meiner Meinung nach. Ich habe selten ein lächerlicheres, übertriebeneres Fanboy-Werk in der gesamten HH-Reihe gelesen, aber der Reihe nach.

1/2 Punkt gibt's für's Cover und 1/2 für die Handlung. Und zwar aus den folgenden Gründen:

1. Die Handlung könnte man in einem Satz zusammenfassen:

Die Salamanders nehmen den Leichnam ihres Primarchen und bringen ihn mehr oder weniger unbeschadet durch den Ruinstorm nach Nocturne.
Das war's. Mehr gibt's nicht. Alles, was sonst noch so passiert, ist eigentlich irrelevant, weil es den Salamanders am Ende eben doch gelingt, nach Hause zu kommen und ihren Primarchen, wie auch auf dem Klappentext angedeutet, den Flammen des Mount Deathfire zu übergeben. Das hätte man auch in einer Novelle verpacken können, dafür hätte es keinen Roman gebraucht. Knapp 2/3 des Buches spielen dabei im Warp, wo die Salamanders ständig von Word Bearers und Dämonen attackiert werden, aber weder die Söhne Lorgars noch die ebenfalls in Scharen angreifenden Death Guard erweisen sich als Gegner für die allmächtigen Salamanders… Aber wenn die Handlung an sich schon nichts kann, sollte doch wenigstens die Action stimmen, oder? Pustekuchen.

2. Sämtliche Gegner sind nichts als Bolterfutter:

[SPOILER]
Die Death Guard, die aufgrund ihrer Zähigkeit als Spezialisten für den Schiffskampf gelten, werden hier von einzelnen Salamanders, einer Hand voll Zivilisten und Servitoren abgeschlachtet. Gleiches gilt für die Word Bearers, die an der Seite ihrer Dämonen die Charybdis entern wollen. Auch sie sind eigentlich nur Schlachtvieh für Nick Kymes Übermarines…

Richtig bitter wird's dann aber am Ende, auf den letzten knapp 75 oder 50 Seiten. Da landet eine ganze Invasionsflotte der Death Guard, mehrere tausend Astartes stark, auf Nocturne, nachdem – jetzt kommt's – ihre Lifeeater-Viren von der erhitzten Atmosphäre Nocturnes vernichtet wurden, ohne Schaden anzurichten…. Wenn die Temperatur auf Nocturne nicht beständig mehrere tausend Grad beträgt, wäre das eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, aber Nick Kyme ist ja noch nicht fertig mit den Wundern der Heimatwelt der Salamanders (und ehrlich: wenn zuvor schon mittels eines Handflammenwerfers das tödliche Virus aufgehalten werden kann, ist das hier auch nicht viel lächerlicher…):

Denn, als die Death Guard auf Nocturnes Oberfläche landet, wendet sich der gesamte Planet aktiv gegen die Invasoren und lässt ihre Truppen von Vulkanen, Erdspalten und Erdbeben verschlucken und – als wäre das noch immer nicht genug – urplötzlich tauchen aus den Tiefen des Planeten auch Horden von Drachen, Lindwürmern und sonstigen Kreaturen auf, die gezielt die Death Guard in Stücke reißen, die gleichzeitig vorrückenden Salamanders jedoch ignorieren und sich schließlich, als sie genug Schaden angerichtet haben, auch einfach wieder unter die Erde verkriechen.
[/SPOILER ]

Ernsthaft jetzt. Das steht da so. Als hätte das ein 12jähriger geschrieben. So jemand, der auch auf Wölfen reitende Space Wolves mega cool findet…

3. Überhaupt wimmelt es in dem Buch nur so vor weiteren dämlichen Einfällen. Hier nur ein paar:

[SPOILER]
-Die Art und Weise, wie Artellus Numeon mit Guilliman redet, als sei dieser ein dummer Junge und nicht ein Primarch und Herrscher Ultramars und der Anführer der wohl größten Legion, die es jemals gab…
-Das urplötzliche Verschwinden eines in Stasis liegenden Primarchen Vulkan, der dann natürlich von Numeon auf einem Friedhof in einem bis dato leeren Steinthron (?) sitzend aufgefunden wird…
-Der Word Bearer-Apostel Gallek, der während der Schlacht von Isstvan einen Finger von Ferrus Manus abgetrennt hat, nachdem dieser geköpft worden war, um aus diesem Finger ein Skalpell zu fertigen…
-Magnus, Primarch der Thousand Sons, der *puff* auf einmal auf der Charybdis auftaucht, Numeon sagt, dass er sich zum Wohle seines Primarchen selbst opfern müsse und dann *puff* wieder verschwindet.
-Das leichte Rein-Raus-Spiel der Salamanders aus und in den Warp. Ruinstorm? Der ist hier kein undurchdringbarer, tödlicher Wirbel im Warp, sondern maximal ein etwas stärkerer Wellengang als sonst, aber trotzdem offensichtlich kein Problem…
-Urplötzlich findet man sich im Sonnensystem wieder, vor Terra. Aber statt dort den Befehlen Rogal Dorns zu gehorchen und nach Terra zu kommen, um die Heimatwelt des Imperiums zu verteidigen, springen die Salamanders einfach wieder zruück in den Warp und setzen ihre Reise nach Nocturne fort. Obwohl hunderte Seiten zuvor noch gesagt wurde, dass das Schiff einen weiteren Sprung wohl nicht überstehen würde. Aber was interessiert Nick Kyme sein Geschwätz von gestern schon offensichtlich…
[/SPOILER]

Und so geht's munter weiter. Das Buch schwankt ständig zwischen belanglos und in höchstem Grade schwachsinnig und macht mehrfach den Eindruck, als ob es von einem Teenager mit überbordender Fantasie unter Zeitdruck und mit einer urplötzlich einsetzenden Seitenzahlbegrenzung geschrieben worden wäre. Bei „Deathfire“ passt nichts, aber auch gar nichts zusammen und das Einzige, was man dem Roman wirklich positiv anerkennen muss, ist, dass es diesen von vorne herein schon völlig dämlichen Teil der Handlung um Vulkan und das Imperium Secundus endlich zumindest teilweise einen Schlussstrich verpasst. Vulkan lebt (das bekommt man übrigens gefühlte 100mal zu lesen…), die Salamanders können mit dem Wiederaufbau beginnen und alles wird gut.

Dass dabei der 30K-Realismus völlig auf der Strecke bleibt und alle Grenzen des schlechten Geschmacks mit beiden Händen laut lachend eingerissen oder überschritten werden, sind Nick Kyme und der Black Library offenbar komplett egal.

„Deathfire“ ist für mich persönlich der absolute Tiefpunkt einer Reihe, die in der letzten Zeit leider mit Ausnahme von „Scars“ mehr Schrott fabriziert hat, als in den ersten zehn Romanen zusammen…


Nivea Body Protect & Shave Schwinggelenk-Rasierer mit Wechselklingen, 1er Pack (1 x 1 Stück)
Nivea Body Protect & Shave Schwinggelenk-Rasierer mit Wechselklingen, 1er Pack (1 x 1 Stück)

4.0 von 5 Sternen Für den Kopf die beste Wahl, 9. September 2016
Ich bin zufällig über den Nivea-Rasierer gestolpert, als ich eigentlich neue Klingen für meinen Gilette Body für die Kopfrasur kaufen wollte. Dacht so bei mir: "Nivea macht jetzt auch auf Rasierer? Echt jetzt?". Wurde dann aber stutzig, als ich den Preis für die Klingen sah. 3 Klingen für knapp 8 €. Dagegen kosten 4 Klingen für den Gilette direkt nebenan im Regal 13 oder 14 €.

Da dachte ich: "Kauf einfach mal das Probepaket und teste den Rasierer aus. Und wenn's gut läuft, sparst Du damit halt bares Geld in Zukunft."

Und was soll ich sagen? Mich hat das Produkt überzeugt. Nicht begeistert, aber überzeugt. Die Klingen sind in der Tat nicht der Überhit, sie sind definitiv nicht so gut, wie die von Gilette, aber da ich persönlich ohnehin mehrmals über den Kopf rasiere, um ein gleichmäßig glattes Ergebnis zu bekommen, ist das bei mir nicht der eine, ausschlaggebende Punkt. Sie gleiten hervorragend, sie nehmen jede Unebenheit mit und am Ende des Tages ist das Ergebnis mindestens genauso gut wie beim "Body".

Der Griff ist der nächste Unterschied: der des Gilette-"Body" ist stark gummiert, sehr griffig, etwas schmaler und auch ergonomischer. Die Gummierung des Nivea-Rasiers ist glatter, nicht so auffällig, der Griff etwas breiter und liegt daher vielleicht nicht so ganz perfekt in der Hand, aber das mag auch nur Gewöhnungssache sein. Nach ein paar Bewegungen legt sich das, aber er ist halt anders.

Im Endeffekt bleibt es jedem selbst überlassen, aber ich denke, ich bleibe mal beim Nivea und behalte mir den Gilette nur noch als Reserve im Hintergrund. Der Nivea Body rasiert gut (nicht überragend, aber gut), fühlt sich gut an und bietet einfach im Vergleich zur meisten Konkurrenz ein großartiges Preis-Leistungs-Verhältnis ohne dabei wirklich qualitativ irgendwo abzufallen. Von daher 4 Sterne von mir.


Eden Lake [Blu-ray]
Eden Lake [Blu-ray]
DVD ~ Michael Fassbender
Preis: EUR 4,25

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bemühtes Horror-Drama..., 29. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake [Blu-ray] (Blu-ray)
"Eden Lake". Das Titelbild suggeriert einen Rachethriller im Geiste von "I Spit On Your Grave" oder Ähnlichem – aber leider geht der Film in eine völlig andere Richtung.

Zum Inhalt selbst wurde ja schon genug gesagt: ein Paar, welches in einer ländlichen, englischen Idylle ein bisschen ausspannen möchte, wird von einem Haufen durchgedrehter Jugendlicher terrorisiert; die Spirale der Gewalt dreht sich immer weiter, bis zuerst ein Hund und dann schließlich auch Menschen sterben…

Direkt einmal zum Ende: das ist wirklich gut, damit hätte ich auch nicht mehr unbedingt gerechnet. Es ist kompromisslos und böse und auch wirklich das EINZIGE, was in den knapp 90 Minuten überhaupt überzeugen kann. Der Rest besteht nämlich nur aus WTF-Momenten. Ständig, wenn man das Gefühl hat, die beiden Protagonisten könnten sich nicht NOCH dümmer und schwachsinniger verhalten, wird dem Ganzen die Krone aufgesetzt.

Es ist leider für mich ein Zeichen von kreativer Schwäche, wenn man seine Darsteller dumm und einfältig durch die Gegend stolpern lassen muss, nur um Schockmomente zu erzeugen oder die "Handlung" voranzubringen. Das nimmt auch The Walking Dead nach nunmehr 6 Staffeln einen Großteil der Spannung und der Freude und auch James Watkins tut sich und den Akteuren hier keinen großen Gefallen damit, hanebüchene Drehungen und Wendungen mit Zufällen und geistiger Umnachtung von Kelly Reilly (Jenny) und Michael Fassbender (Steve) zu erklären.

Die Einzigen, die zudem auch schauspielerisch ihre Leistung abrufen können und dürfen, sind Kelly Reilly und Jack O'Connell, der den brutalen und gequälten Anführer der Jugendbande spielt. Der Rest ist Beifang, Mitläufer, Nebendarsteller, die dem Film weder schaden noch ihn irgendwie voranbringen.

Manche Szenen sind brutal, ja, aber ich habe mich zu keiner Sekunde wirklich gepackt, geschockt, gefangen genommen gefühlt, einfach weil die Szenen, in denen man laut lachen oder sich die Hände vor Fremdscham vors Gesicht halten muss ob des dilettantischen Verhaltens der Schauspieler, so überwiegen, dass keine rechte Bindung zum Film an sich aufkommen mag.

Wer über solche Dinge hinwegsehen kann oder da weniger hart urteilt, der mag mit "Eden Lake" einen guten Film über die verdorbene und verrohte Jugend der 2000er vorfinden, der – das muss man ihm zugute halten – leider nicht übertreibt, sondern die Abgründe der heutigen Zeit hervorragend einfängt. Für diejenigen, die aber ab einem gewissen Punkt nicht mehr über Schwächen und Logiklücken im Drehbuch hinwegsehen können und möchten, ist "Eden Lake" sicherlich eher Zeitverschwendung…


Das Gebot der Rache: Thriller
Das Gebot der Rache: Thriller
von John Niven
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Ungewohnter Niven und doch irgendwie auch wieder nicht, 21. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Gebot der Rache: Thriller (Taschenbuch)
Also "Das Gebot der Rache" ist sicherlich kein typisches Buch, wie man es von John Niven kennt, das dürfte jetzt jeder verstanden haben. Deswegen dann auch Punkte abzuziehen, halte ich persönlich für unzulässig. Jeder Autor soll schließlich selbst entscheiden können, welches Buch er schreibt und warum. Daher zählt hier nur die Qualität und die ist durchaus da.

Es fängt alles langsam an, behutsam, behäbig, fast schon banal. Natürlich weiß man, wenn der Hund stirbt und von Donnie aufgefunden wird, dass etwas im Argen liegt, aber dennoch gelingt es Niven, den Schein des Normalen aufrechtzuerhalten. Den Schein von Donnie, der als zweitklassiger Journalist in der Zeitschrift seiner Frau angestellt ist und eigentlich nicht ganz so viel mit deren High Society-Leben anfangen kann, der aber dennoch glücklich verheiratet ist und sein Leben mit Frau, Kind, Haus und Hund sichtlich genießt.

Bis er von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Eine Vergangenheit in der er und seine Freunde Dinge getan haben, die Kinder niemals tun sollten. Getrieben von Eltern, die sich nicht um einen kümmern oder ihre "Zuneigung" nur durch Schläge, Missachtung und Schlimmeres ausdrücken. Dabei versucht Niven gar nicht erst wirklich, hier eine Entschuldigung zu suchen, aber er setzt Denkanstöße, lässt den Leser zunächst mit Donnies Gegenwart mitfreuen, ihn dann mit seiner Vergangenheit mitleiden, sich über gewisse Dinge mitekeln und -entsetzen und katapultiert den Leser dann wieder ins Hier und Jetzt mit der Frage, ob das, was nun geschieht, Gerechtigkeit oder Unrecht ist!? Niven wirft nur Fragen auf, kann naturgemäß selbst keine Antworten geben, aber regt mit diesem Rache-Thriller zum Nachdenken an. Ob das Buch und die Handlung an sich hier und da etwas weiter hergeholt sind? Mag sein. Das ändert aber nichts an der Eindringlichkeit, mit der uns der Schotte das Leben des Hauptdarstellers entgegen schleudert und den Leser mal auf dessen Seite zieht und ihn mal wieder genau auf die andere Seite wechseln lässt.

Am Ende ist nicht alles gut - wie auch bei solchen Schicksalen und Tragödien - und irgendwie bleibt man vielleicht nach nur knapp 300 Seiten und einem so abrupten Schluss auch etwas unschlüssig zurück, was man jetzt davon halten soll. Aber ähnlich geht es auch Donnie und den Überlebenden dieses Blutbads. Es ist hier weniger die Frage, ob die Story an sich das große Ding ist (das ist sich wohl eher nicht), sondern ob der Weg zum Ende, das Mitleiden und Mitfiebern mit dem Protagonisten das ist, was einen an "Das Gebot der Rache" eben so fesselt. Und das tut es. Insbesondere die Schlüsselszene und dieses "Klick" im Kopf wirkt böse und ist genau das, was Niven eben auszeichnet, auch in einem Genre, was ihm eigentlich bislang eher fremd war. Niven ist einfach ein Meister darin, die Banalität des Alltags grausam erscheinen zu lassen Hoffnungen und Träume wie Seifenblasen platzen zu lassen, und Charaktere von ganz oben nach ganz unten zu befördern. Und das auch ohne Happy End...


Feindesland: Thriller
Feindesland: Thriller
von Adam Sternbergh
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Im Westen nicht viel Neues, 14. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Feindesland: Thriller (Broschiert)
'Feindesland' ist Adam Sternberghs zweiter Spademan-Roman und wie sein Vorgänger auch, besticht er durch schwarzen Humor und eine unglaublich lakonische, düstere, knallharte und direkte Sprache. Ein echter Roman Noir oder Hardboiled Krimi, wie er im Buche steht. Ganz im Stile des Genres, dem er angehört, behandelt auch 'Feindesland' wieder gesellschaftskritische Themen und greift zudem die Geschichte aus dem ersten Band wieder auf, den zu kennen zwar keine Pflicht ist, das Lesevergnügen an sich jedoch drastisch nach oben schraubt. Spademan, der ehemalige Müllmann, geht noch immer seiner Tätigkeit nach, Menschen aufzuspüren und dann ' je nach Auftragslage ' entsprechend mit ihnen zu verfahren, das Teppichmesser, welches zum Symbol seiner Person geworden ist, immer in der Manteltasche. Dieses Mal jedoch misslingt die Suche nach einem der Limnosphären-Junkies namens Lesser ziemlich gründlich und Spademan muss sich anschließend mit islamischen Terroristen, korrupten Polizisten und noch korrupteren Politikern auseinandersetzen, religiöse Fanatiker in die Schranken weisen und sich nebenbei auch noch um seine Schutzbefohlene Persephone und ihre Kind kümmern' Außerdem tauche noch einige Figuren aus dem Vorgänger auf, sowohl Verbündete wie auch ehemalige Feinde Spademans.

Das Alles ist eigentlich die perfekte Mischung für einen knallharten, knackigen, kurzweiligen Sci Fi-Krimi, der auch als Film irgendwo zwischen Matrix, Repo Men, Looper und Blade Runner cineastisch perfekt umsetzbar wäre. Das, was aber den zweiten Roman von Sternbergh für mich persönlich ziemlich nervig macht, ist, dass die Gesellschaftskritik, die hier verpackt ist, genauso einseitig ist, wie plump patriotische Romane anderer Autoren. Selbst die korruptesten Schwarzen oder Araber haben scheinbar einen guten Kern oder sind nur das Opfer verleumderischer Inszenierungen. Sämtliche Gefahr für die Menschen in New York geht ausschließlich von christlichen Fanatikern und faschistischen Hexenjägern, von korrupten Cops, von Kinderschändern, Bankern und Kapitalisten aus ' die in Sternberghs Welt natürlich mehrheitlich weiße, heterosexuelle Männer sind.

Ich hätte mir persönlich in Band Zwei einfach eine etwas differenziertere Sichtweise gewünscht, eine Geschichte, die nicht in die exakt gleiche Kerbe schlägt wie das Debütwerk, welche zudem auch noch einen der größten Kriminellen aus eben diesem Vorgänger zu einer Art Märtyrer macht und mit seiner Aufopferungsbereitschaft all seine Schandtaten förmlich reinwäscht. Das ist mir auf Dauer zu wenig und zu simpel strukturiert. Ich hoffe, dass Sternbergh diese für zwei Romane gerade noch akzeptable Klischeeanhäufung spätestens mit dem dritten Roman (der nach dem komplett offenen Ende von 'Feindesland' hoffentlich nur eine Frage der Zeit ist) beiseite lässt und ein wenig differenzierter zu Werke geht. Rein stilistisch und von der Story her ist 'Feindesland' hervorragende, humorvolle und trotz der allgegenwärtigen Brutalität und Melancholie leicht lesbare Kost für einen gemütlichen Abend im Bett oder auf dem Sofa. Aber die allzu platt linke Einfärbung des Romans, dessen Verlauf leider aufgrund genau dieser, aus Band Eins bekannten, Sichtweise ziemlich vorhersehbar und damit auch ein wenig spannungsarm ist, verhindert leider eine höhere Wertung. Vielleicht ist der Satz 'Kennste einen Sternbergh, kennste alle Sternberghs' jetzt noch etwas verfrüht, aber der ehemalige New York Times-Redakteur sollte schon ein wenig aufpassen, dass seine Bücher nicht alle gleich 'klingen' und man schon von Anfang an vorhersehen kann, welches Ziel einen am Ende der 350 oder 400 Seiten erwartet'


Auf Blinder Fahrt (Digipak)
Auf Blinder Fahrt (Digipak)
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Streetcore für Skins, Punks und Hardcorekids, 2. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Auf Blinder Fahrt (Digipak) (Audio CD)
Auch wenn die Scheibe schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, will ich hier einfach noch einmal schreiben, wie geil sie doch ist und um wieviel besser als der Großteil dessen, was sonst so in den letzten Wochen oder gar Jahren auf den deutschsprachigen Streetpunk/rock/core/wasauchimmer-Markt geworfen wurde.

"Auf blinder Fahrt" ist das bisherige Meisterwerk der Berliner, ohne jeden Zweifel. Das fängt schon beim ersten Blick auf das großartige Cover an, setzt sich bei der gesamten Verarbeitung und Liebe zum Detail im Inneren des Digipacks fort und hört natürlich weder bei den Texten noch bei der Musik auf. Und die letzten beiden Punkte sind es dann auch im Endeffekt, die den Ausschlag geben, warum die neue Soifass ein absolut großartiges Album geworden ist.

Es werden nicht nur skinhead- oder genretypische Themen verwurstet und mit stumpfen Rhythmen unterlegt, sondern die Band hat sich deutlich nach oben entwickelt, ohne aber das Gaspedal zu vergessen oder zu weich zu werden. Selbst so locker-flockige, Ska-beeinflusste Stücke wie etwa "Großstadtwahnsinn", welches sich aufgrund eben dieser Einflüsse als perfekter Sommerhit auszeichnet, haben noch genügend Power um ihre humoristische aber auch direkte Gentrifizierungskritik mit einem Stiefeltritt ins Gesicht der schwäbischen Bonzen zu befördern, die seit geraumer Zeit die alternativeren Viertel der Großstadt infiltrieren...

"Auf blinder Fahrt" beinhaltet irgendwie einfach mehr von Allem. Mehr Wut, mehr Spielfreude, mehr Druck, mehr Gas, mehr Variabilität bei den angesprochenen Themen und ist daher absolut zu Recht eines der besten deutschsprachigen Alben derzeit. Und man klingt auch auf Englisch gut, wie man bei dem zum Schluss noch mal alles nach vorne werfenden Rausschmeißer "SOTR" (Skinheads on the rampage), einem Cover der Bostoner Hardcore-Skinheadband "Stars & Stripes" sehen kann. Hier beweisen die Soifass auch noch mal ihre Fähigkeit und ihren Willen, nicht nur ein Zielpublikum anzusprechen, sondern sowohl Skins als auch Punks und Hardcorekids einzuladen, Arm in Arm zu stehen und sich nicht von irgendwelchen dahergelaufenen Szenepolizisten auseinanderbringen zu lassen!


Star Wars. Der Kopfgeldjägerkrieg, Band 3: Die große Verschwörung
Star Wars. Der Kopfgeldjägerkrieg, Band 3: Die große Verschwörung
von K. W. Jeter
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Eine unendliche (und langweilige) Geschichte und täglich grüßt das Murmeltier..., 22. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist vollbracht. Nach weit über 1.000 Seiten ist die "Kopfgeldjägerkrieg"-Saga endlich bezwungen…

Dabei hätte man die drei Bücher durchaus auch auf 400 oder 600 Seiten untergebracht bekommen, wenn man auf ständige Wiederholungen vergangener Handlungsstränge, ausschweifende und immer wiederkehrende Gedankengänge der Protagonisten oder mantra-artige Lobpreisungen einiger Kenntnisse des ein oder anderen Charakters verzichtet hätte. Das hätte dem Leser auch quälende Stunden voller Langeweile und Déjà-vu-Phasen erspart…

Sei es drum. Die Stunden sind verloren und kommen auch nicht wieder. Was bleibt, ist mit "Die große Verschwörung" ein Buch, indem all die Pläne und Intrigen, die Seilschaften und Winkelzüge der Verschwörer und Strippenzieher, wie dem Sammler, Prinz Xizor von der Schwarzen Sonne und Kuat von Kuat, einem der größten Schiffsbauer im Imperium, zusammengefügt und aufgedeckt werden. Der eine wollte sich dabei selbst bereichern, der andere seinen Macht- und Einflussbereich ausdehnen und der Dritte das Schicksal seines Unternehmens retten. Wie man schon erkennt, spielen Kopfgeldjäger dabei eigentlich gar keine Rolle und so ist es auch die gesamten Seiten über gewesen und geblieben.
Lediglich einer der freischaffenden Jäger , nämlich Boba Fett, steht mehr oder weniger zufällig im Zentrum oder zumindest am Rand all dieser Intrigen und Machenschaften und schafft es aber, dank der Übertreibungen des Autors, mithilfe gottgleichem Geschick, ebensoviel Glück und einem schier unerschöpflichen und alles beinhaltenden Waffenarsenals nahezu unbeschadet all diese Krisen zu überstehen und seine Widersacher dabei auch noch zu überleben. Boba Fett ist der Hansdampf-in-allen-Gassen, der alles kann und niemals von niemandem überrascht werden kann. Nach diesem Roman ist klar: Boba Fett ist der langweiligste, weil omnipotenteste und gefühlskalteste Charakter des gesamten Star Wars-Franchise. Danke dafür, KW Jeter.

Alle übrigen Jäger werden, wie auch schon in den vorherigen Rezensionen beklagt, zu überflüssigen Lückenfüllern abgestempelt…

Dengar – der bionisch verbesserte, ehemalige Imperiale Attentäter wird in diesem Buch zum gefühlsduseligen Jammerlappen und Märchenonkel gemacht.
Zuckuss – abgesehen von dem ersten, erfolgreichen Abschluss einer Jagd in allen drei Bänden, der NICHT von Boba Fett stammt, ist er auch hier wieder ein weinerlicher, mit der Jagd überforderter Wicht.
4-LOM – er kommt nur am Rande vor, offiziell als Zuckuss' Partner, ohne aber wirklich an der Geschichte zu partizipieren.
IG-88 – er hat dieses Mal keine Rolle, kam aber buchübergreifend auch nicht über eine Randnotiz hinaus.
Bossk – der Trandoshaner ist auch hier wieder der geborene Loser, der von Fett erneut und abermals seine Grenzen aufgezeigt bekommt und sich zur absoluten Lachnummer der Reihe entwickelt hat. Bemitleidenswert, wie KW Jeter diesen Charakter zu einer Karikatur seiner selbst werden ließ…

Wer die Bücher wirklich und ernsthaft mit der Erwartung gelesen hat, es gäbe Neuigkeiten oder Einblicke in das Denken, das Leben, das Handeln von Kopfgeldjägern, von ihren internen Streitigkeiten, von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Jagden, von unterschiedlichen Strategien und dergleichen, der wird mit der Trilogie aber so was von aufs Glatteis geführt. Am Ende bleibt ein völlig überflüssigerweise aufgeblähter und inhaltsleerer Berg von Seiten, der kaum Lesenswertes bietet, fast alle bekannten Charaktere zu dilettantischen Verlierern abstempelt, Boba Fett zu einem übernatürlichen Wesen aufplustert und das Thema Kopfgeldjagd nur am Rande betrachtet, und selbst dann nur leidiges Mittel zum Zweck ist, um eine langweilige, nervige und zumindest für mich völlig uninteressante Intrigen-Schlacht zwischen drei gleichermaßen egozentrischen und selbstverliebten Individuen einzuführen und zu erzählen. Mit einem Titel wie „Netz der Lügen“ oder dergleichen wäre diese Trilogie sicher besser bedient gewesen. Dann hätte man die Kopfgeldjäger auch komplett rauslassen und ihnen eine würdigere, passendere Bühne in einer anderen Serie darbieten können.

Selten war ich so erleichtert einerseits und so (im negativen) Sinne belustigt über ein Buchreihe, wie über diesen Schund…


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