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Rezensionen verfasst von
Barbaras Buchregal "Barbaras Buchregal" (Österreich)

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Der Schrecken verliert sich vor Ort: Roman
Der Schrecken verliert sich vor Ort: Roman
von Monika Held
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen eines der besten Bücher zu diesem Thema, 22. Mai 2013
Monika Held erzählt in drei Teilen die Geschichte einer Liebe und eines Lebens, geprägt von dem was Heiner erlebte und nie vergessen kann. In einer Nüchternheit erzählt, ohne Patos, aber extrem intensiv geschrieben, wird ein Teil in der Vergangenheit in die Gegenwart geholt, welcher nie vergessen werden kann, nie vergessen werden soll.
Lena und Heiner, verlieben sich, dieser eine Moment entscheidet, aber es ist eine Ehe zu dritt. Jede Nacht schreit Heiner im Schlaf, seine Gedanken, sein Leben ist geprägt von der Erinnerung. Der gemeinsame Alltag, Kleinigkeiten die unbedeutend erscheinen bringen ihn zurück, zurück in das Wien nach dem Anschluss, zurück ins Lager. Aber sie beginnen ein Leben zu zweit, versuchte Normalität, jedes Stück Kuchen, jeder Geruch, alles hat aber für Heiner nur einen Namen- Ausschwitz.
Beide versuchen sich der Vergangenheit zu stellen, reisen nach Polen, Lena bekommt eine Ahnung was ihr Mann ertragen musste, warum er neidisch auf die Toten ist, warum er überlebt hat und andere nicht. Aber sie muss auch begreifen das die Erinnerungen nicht auslöschbar sind, eingebrannt, tief in die Seele der Überlebenden. Das Treffen mit anderen Überlebenden, die mit Zynismus, teilweise makabren Sarkasmus, einen Weg suchen um im Leben Halt zu finden, ein Versuch zu begreifen warum man überlebt hat, wo der Sinn des Überleben, des Lebens, besteht. Dass er bei einem Prozess gegen einen der für das Grauen verantwortlich war in Ohnmacht fällt, als er ihn erblickt, ist verständlich, aber das er Lena dann beim Aufwachen in die Augen blickt? Schicksal- Vorbestimmung oder Zufall? Vor allem da Lena keine Ahnung hat was vorgefallen ist, das kleine Wort “nur… ” hat so viel Bedeutung, wenn es jemand ausspricht, der nie dort war. Doch sie liebt ihn, er liebt sie, Liebe kann gegen alles bestehen – auch gegen die Vergangenheit? Als sie bei ihrer Reise auf die Solidarnosc-Bewegung treffen, erleben beide mit, wie sich Menschen gegen ein Regime stellen. Gleichzeitig auch eine Auseinandersetzung mit dem Leben, ein Beginn in eine neues, gemeinsames Leben.
Die NS-Zeit wird in vielen Büchern behandelt, aber hier wird der Aspekt erzählt, wie man als Opfer denkt und fühlt, wenn man überlebt hat, sich aber der Erinnerung nicht entziehen kann. Opfer überleben, aber keine Therapie schafft es, das Erlebte für immer zu vergessen zu lassen.


Irdische Träume im Paradies: Roman
Irdische Träume im Paradies: Roman
von Siroos Mirzaei
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Reise in die eigene Erinnerung, 22. Mai 2013
Der „Icherzähler“ ist Shokufeh und stammt aus dem Iran, er weiß, dass er Sozialwissenschaft studierte, kann sich aber nicht an Kinder oder an sein Todesalter erinnern. Das Einzige was bleibt ist die Erinnerung an Mitbewohner, an das, was „Jetzt“ ist, aber nicht an das Gestern.
Bunt gemischt ist die Nachbarschaft, nicht nur ethnisch, sondern auch aus verschiedenen Zeiten zusammengewürfelt, treffen sie sich zur Erinnerungsreise. Keiner weiß mehr als das System erlaubt, keiner weiß mehr als das System gestattet, das System regelt das Wissen.
Der Erzähler nimmt uns mit auf seinen Reisen in sein altes, gestorbenes Leben, eine Reise in den Iran.
Besser gesagt, auf zwei Reisen, die sich widerspiegeln. Auf der einen Seite in ein Land nach einer Revolution, auf der einen Seite in ein Land, das genau dieses aber reflektiert. Kontrolle, Bevormundung durch ein System, Kontrolle der Information, der Freiheit des Ichs, in beiden Ländern vorhanden, in beiden Ländern verursacht durch das System. Es gibt nur einen Unterschied, in dem utopischen Land, gelingt ein friedliches Zusammenleben aller Kulturen, aller Religionen, aller Menschen. Es gibt keine Unterschiede, jeder ist gleich und keiner ist gleicher. Macht ist vergessen, wurde dem Einzelnem weggenommen, liegt nur in einer Hand.
Dieses Paradies, erscheint so unwirklich, aber doch so real, real, weil sich der Alltag anhört, wie ständige Freizeit, mit allen Aktivitäten, unwirklich, weil es das Paradies doch nicht gibt- oder doch?
Wird im Paradies wirklich wieder gut gemacht, was einem auf der Erde widerfahren ist, eine Art Entschuldigung eines höheren Wesens. Doch, warum muss, oder warum lässt „ER“ einem im Leben leiden, kann es das Paradies nicht auf Erden geben,
Es ist diese Diskrepanz, die das Besondere ausmacht an dieser Geschichte, die sich vor allem ab der zweiten Hälfte es Buches herauskristallisiert. Gut und Böse, wer ist wer- vor allem wer war wer im Leben? Das Ende des Buches, besser gesagt, wie sich die Handlung entwickelt, vor allem wer ist der Erzähler wirklich, wer war er, dieses Wendungen sorgen für einen Schock, für ein das kann es nicht sein, oder doch? Ein Buch das viel Fragen aufwirft, vieles sehr kritisch anspricht, vor allem das nachdenklich macht, nachdenklich aus dem Grund- es passiert noch heute. Vor allem wer gibt einem System oder einem Regime das Recht über jemanden zu bestimmen, über die persönliche Freiheit eines Individiums zu entscheiden.


Es gibt nur den geraden Weg: Mein Leben als Schatzhüterin Ägyptens
Es gibt nur den geraden Weg: Mein Leben als Schatzhüterin Ägyptens
von Wafaa El Saddik
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen EINE LIEBESERKLÄRUNG, 22. Mai 2013
Wafaa El Saddik wurde in Bussat Karim Addin geboren, als Tochter eines Ingenieurs im Dienste der Republik, zieht sie mit ihrer Familie von Dorf zu Dorf. Es ist eine unbeschwerte Kindheit in einem Land, das von Gamal Abdel Nasser regiert wird. 1958 endet diese Kindheit am Land aber, als die Familie nach Kairo umziehen muss, ein Jahr voller Patriotismus, in diesem Jahr schlossen sich Ägyptens mit Syrien zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen.
1968 beginnt sie mit ihrem Studium, keine einzige Studentin trägt zu dieser Zeit ein Kopftuch, alle politischen Richtungen sind vertreten. Aus den Radios klingen die Beatles, die Studenten kämpfen für mehr Demokratie, 30 Studenten werden getötet.
In dieser Zeit erwischt die junge Studentin “der Fluch des Pharaos”, der dazu führt das die als erste Frau an der Spitze dieses einzigartigen Museums steht. Sie wird zu einer Direktorin, die „Nein“ sagt zur Ausbeutung der kulturellen Schätze ihres Landes, die oft als Geldquellen und auch politisch verwendet werden.

Sie erzählt aber nicht staubtrocken vom Alltag einer Direktorin, sondern von der politischen Geschichte eines Landes, von Auf-und Umbrüchen, von Hoffnungen, die erfüllt werden, und von jenen, die von Polizeiknüppeln zerstört werden. Der Bogen geht von dem Beginn der Sozialisten Republik Ägypten, zurück in die Zeit der Pharaonen, bis hin zur Gegenwart. Es wird dem Leser erzählt, warum Enttäuschung, Wut und zerstörte Illusionen zu den Bildern am Tahir-Platz führten, die über die Fernsehschirme der Welt flimmerten.
Das Buch ist voll mit Emotionen, mit persönlichen Eindrücken, es ist aber eines – eine Liebeserklärung einer Frau an ihre Heimat und an dessen Schätze und Geschichte. Wer weiß, welche Geheimnisse und Schätze noch unter dem Wüstensand begraben sind.


Marokkanische Sprichwörter: Arabisch-Deutsch mit Kalligrafie von weiblicher Hand (Literatur aus dem Maghreb)
Marokkanische Sprichwörter: Arabisch-Deutsch mit Kalligrafie von weiblicher Hand (Literatur aus dem Maghreb)
von Addi Wild
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunst im Buch, 2. Oktober 2012
Durch das Bilderverbot im Islam entstand hier die Kunst, die arabische, kursive Schrift als Mittel zu verwenden um eindrucksvolle Buchstabenbilder, die Kalligramme entstehen zu lassen. Nicht nur in der Literatur, sondern auch in der Architektur, als Schmuckelement.
„Marokkanische Sprichwörter: Kalligrafie aus weiblicher Hand“ ist entstanden im Rahmen eines Frauenprojektes, wo diese schreiben und lesen lernten. Parallel zu den Alphabetisierungskursen wurden in den Dörfern Sprichwörter gesammelt, aus der Zusammenarbeit von Mitarbeitern der Takoura-Bildungsstiftung und Frauen aus diesen Kursen ist dieses Buch entstanden. In 15 Dörfern, alle in verschiedenen Gegenden von Marokkos gelegen, wurde ein Wettbewerb veranstaltet, welche Frau,welches Dorf, aus diesen Kursen hat das meiste künstlerische Talent in sich verborgen. Unterstützt wurden sie unter anderem auch von dem Künstler, Mohamed Boustane. Boustane ist einer bedeutsamsten Vertreter der zeitgenössische Kalligrafie, er stellt seine Werke in zahlreichen Galerien aus. . Die Sprichwörter sind zweisprachig, einmal arabisch, darunter in der deutschen Übersetzung, mit Angabe des Dorfes aufgeführt, als Gegenüber hat jedes Sprichwort ein wunderbares Kalligramm.
Gewinner dieses Wettbewerbes war das Dorf Alma, in der Region Agadir, aus diesem Dorf und Umgebung stammen die zwanzig Frauen, welche die kalligrafischen Zeichnungen schufen, die zur Illustrierung der Sprichwörtersammlung herangezogen wurden. Sprichwörter über Kinder, Ehemänner, Ehefrauen, den Alltag, Sprichwörter die eine Frau zum Lachen bringen, das Buch lädt ein zum Nachdenken. Sprichwörter, die den Zorn ausdrücken, lassen an den Alltag dieser Frauen und ihr Leben denken, das sich so enorm von unserem unterscheidet. Kunst im Buch, Buch als Kunst so lässt es sich wohl am besten beschreiben.
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Wir sechs aus Neuseeland
Wir sechs aus Neuseeland
von Esther Glen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Klassiker- endlich auf Deutsch, 23. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Wir sechs aus Neuseeland (Gebundene Ausgabe)
Die vier Mädchen und die zwei Jungs landen nach einer langen Reise endlich auf der Farm bei ihren drei Onkels, tja eigentlich h sind es ja nur zwei richtige, Nummer drei wurde von den andern beiden adoptiert, er ist mit 24 Jahren der jüngste, Alter der beiden anderen Onkels- unbekannt. Drei Onkels, sechs Kinder von 19-9 Jahren, eine Haushälterin, zwei Hausmädchen und ein paar Hirten, irgendwo im Nirgendwo.
Es ist ein Jahr in dem viel passiert, drei Junggesellen mit sechs Kindern, einer davon jung und eines der Kinder schon eine junge Dame, dazu noch ein kräftiger Schuss Natur für die Stadtkinder, Esther Glen erzählt vom Entdecken der Natur, vom Alltag auf einer Farm, von der Liebe und davon wie kalte Herzen auftauen und wie sie eine Familie werden. Aber auch die Konflikte zwischen Maoris und den Weißen haben einen Platz, sie erzählt nicht nur von sonnigen Tagen, sondern auch von dunkeln, lässt Wolken vor die Sonne Neuseeland ziehen.
„Wir sechs aus Neuseeland“ ist ein wunderbares Kinderbuch, vor allem dadurch, dass es ein klassischer Roman für die kleinen Leser ist. Keine Magie, keine Hexen, keine Monster, keine Feen, kein sonstiges Fantasiegebilde schwirrt herum, sondern es wird einfach das Leben erzählt. Vom sich alleine fühlen, vom selbständig werden, vom erwachsen werden, vom Zusammenhalt von Geschwistern, von dem was es heißt eine Familie zu sein. Es hebt sich, obwohl es schon ein fast ein Jahrhundert auf dem Buckel hat mehr als wohltuend von der sogenannten unterhaltungs-und umsatzststarken Massenware im Bereich der Kinderliteratur ab. E wäre zu wünschen, zu hoffen, dass es einen Platz in so manchem Regal in einem Kinderzimmer findet, oder als Klassenlektüre in den Schulzimmern landet.


Er ist wieder da: Der Roman
Er ist wieder da: Der Roman
von Timur Vermes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,33

8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hauptperson in Timur Vermes Roman der am 13. September neu erschienen ist kein anderer als „ Er ist wieder da“ Adolf Hitler, 22. September 2012
Zur Geschichte selber, es wird ja im Klappentext schon angesprochen, H. erwacht im Frühjahr 2011 in Berlin. Seiner ehemaligen Reichshauptstadt. Was hier bereits zu Beginn auffällt, ist die Sprache. Vermes lässt H. in einem Satz-und Wortaufbau sprechen der sich differenziert vom Rest abhebt, antiquiert lässt er die Geschichte in der Ich-Form ablaufen. H. passt nicht in die Gegenwart ist nur ein lästiges Relikt aus der Vergangenheit, genauso lässt er die Person H. vor dem Auge des Lesers erscheinen. Kein Pathos umschwirrt ihn, sondern einfach nur nüchterne Betrachtung von außen her. Also, H. wacht auf, neben ihm liegt Unrat, nach erkunden der Sachlage, stellt H. fest, dass die Türken sich offenbar nach Berlin begeben hat, er ist erfreut das der „treue Gefährte“ nun wohl die Deutschen unterstützt und scheinbar hat, so seine Meinung der türkische Einsatz, eine Zitat „ und die eher friedliche Stimmung auf der Straße ließ sogar darauf schließen, dass der türkische Einsatz eine kriegsentscheidende Wende herbeigeführt hatte“. Der Autor lässt H. erzählen, man hält H. für einen Schauspieler, einen wahrlich exzellenten Doppelgänger, der seine Rolle meisterhaft beherrscht. Ein Krämer (Zeitungskioskinhaber) gewährt ihm Unterschlupf, so schiebt H. nun anstatt Armeen Zeitungsregale, was er bitter beklagt. Musste H. doch feststellen, er gilt als tot, die Theorie von seinem Selbstmord entsetzt ihn, die Reichsmark gibt es auch nicht mehr, die Türken sind auch nicht zur Hilfe gekommen und und und.. Er fasst einen Entschluss, er will studieren und zwar die Bevölkerung um – ja um was? Um Erkenntnisse zu gewinnen.
So lernt H. den Alltag von heute kennen, er, der Sonderling, der ja jemanden so verblüffend ähnlich sieht, sich weigert den Soldatenrock auszuziehen, findet in der Welt des Zeitungskioskbesitzers einen Platz. Einen Platz, ohne Eva, ohne Partei, ohne jubelnde Menschenmassen die sich von ihm verführen lassen. Durch die Augen von H. betrachtet zeigt uns der Autor die Welt wie sie wirklich ist, statt H. hätte er genau so jemanden anderes nehmen können, doch H. ist H. Und H. lernt in der im fremden Welt etwas kennen, das er als die erstaunlichste Errungenschaft der Menschheit bezeichnet- Fräulein Krömeier stellt sie ihm vor- den Computer und damit gibt sie ihm eines- die Möglichkeit zum Zugriff- auf das Web.An einigen Stellen muss man lachen, aber gleichzeitig weiß man das es Alltag ist, das die Übertreibung keine ist sondern was der Autor scheinbar mit spitzer Feder überzeichnet niederschreibt wirklich so ist. Wie leicht es möglich ist Menschen zu manipulieren wurde ja auch bestens im Roman „ Die Welle“ (englisch The Wave) von Morton Rhue, besser bekannt bei uns durch die deutsche Verfilmung die sich auf die Romanhandlung stützt.
Hier zeigt Timur Vermes das es heute noch leichter geworden ist, falsche Ideologie zu verbreiten, die neuen Medien helfen hier tatkräftig mit. Er zeigt aber auch klar und deutlich auf, wie leicht es möglich ist andere zu beeinflussen, sie zu instrumentalisieren, zu formen und falsch anzuleiten, sie zu führen, in die falsche Richtung zu führen. Es ist eine fiktionalisierte Handlung, aber genauso ist es oder hätte es passieren können, eine unbedeutende Person, findet nur die richtigen Leute, jene die Wissen wie man manipuliert. Einen einfachen Roman zu schreiben, eine Art Kabarett auf Papier zu bringen wäre leicht gewesen, aber die Lacher bleiben einem im Hals stecken und es läuft einem kalt über den Rücken, denn Vermes lässt H. sinnieren über unsere Welt, mit einer erschreckenden Kälte und auch Wahrheit. Hätte der Autor es mit erhobenen Zeigefinger gemacht, keiner würde ihm zuhören, Bücher die alles besser wissen, die sogenannten Ratgeber und Sachbücher zur aktuellen Lage der Nation gibt es genug. Er hat H. genommen, als einen berechnenden Menschen der die neue Medien ausnützt um an die Macht zu kommen, H. zieht es wieder nach München, der Hauptstadt seiner „Bewegung“. Timur Vermes zeigt aber auch die Gier danach auf im Rampenlicht zu stehen, etwa als H. auf der Wiesn erkennt das es einen bestimmten Typ Frau immer schon gab und auch noch immer gibt, Frauen von maßlosen Geltungsdrang und geringem Selbstwertgefühl, jener Typ Frau die der gefährlichste von Allen ist der einem Politiker begegnen kann. H. ergreift hier im Lichte der Scheinwerfer der Fotografen nicht die Flucht, ja er signiert das Dirndl gerne….. nur halt nicht mit seinem Autogramm.


Der Kinderpapst: Roman
Der Kinderpapst: Roman
von Peter Prange
  Gebundene Ausgabe

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Er war der jüngste Papst der Geschichte, 22. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderpapst: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wenn jemand gezwungen wird auf alles zu verzichten, mitansehen muss wie die Liebe seines Lebens einen anderen Mann heiraten muss, damit er Papst werden kann, nur weil ein Einsiedler und seine Mutter an etwas glauben das schon an Fanatismus grenzt , bleibt nichts mehr übrig, nur noch eine leere Hülle ohne Gefühle.
Der Großmeister des historischen Romans beschreibt den Werdegang vom Jungen hin zum verbitterten Mann, vom Kind das träumt bis hin zu einem der sich am Pranger der Wut der Bürger Roms ausliefert. Nicht nur die Familien in Rom, sondern auch der deutsche Kaiser will mitreden, wer Papst ist, aber sie haben nicht mit dem starken Willen des jungen Mannes gerechnet. Ist der Kinderpapst noch ohne eigenen Willen, seine Reformversuche den Glauben in den Mittelpunkt zu stellen scheitern, müssen doch bald alle erkennen das der Papst einen eigenen Willen hat und auch gegen alles aufbegehrt. Er begehrt dagegen auf, dass er auf sein Liebesglück verzichten muss, dass seine Mutter ihn auf ihrem Sterbebett noch zu über den Tode hinaus zu einem Leben zwingt das er nie wollte, er begehrt gegen den deutschen Kaiser auf und auch gegen seine Brüder. Insgesamt drei Mal wird er als Oberhirte abgesetzt, aber mit Blut, Kampf und Intrigen schafft er immer wieder zurückzugkehren. Historische belegt ist die Liebesgeschichte zwischen Teofilo und Chiara war nicht, es wird von den Chronisten zwar geschrieben das er als seine Heiratsabsichten ad acta legen musste wieder auf den Papstthron zurückkehren wollte, aber Peter Prange erzählt es doch irgendwie glaubhaft, wie es hätte sein können. Chiara selber ist wie der Papst selber den macht-und politischen Interessen ihrer Familie ausgeliefert, im Gegensatz zu ihrer Jugendliebe scheint sie doch ihr Glück zu finden, aber die Liebe zwischen den Beiden bleibt und bringt nicht nur Glück.
„Der Kinderpapst“ gehört zu jenen Büchern die einen von Beginn an nicht mehr loslassen, die historischen Begebenheiten sind genau gezeichnet, obwohl es über viele Jahre hin erzählt wird, bleibt die Handlung konstant spannend. Das mag auch daran liegen das hier es zwar genug Personen gibt die wichtig sind, der Kreis jener die im Mittelpunkt stehen bleibt überschaubar. Gelungen ist es wie Prange den Papst als Mann zeigt, der dem Wein und den Huren mehr zugetan ist als der geistlichen Welt, der betrunken gerade noch fähig ist eine Messe zu zelebrieren. Er erzählt von einem Mann in dessen Herz ein Feuer brennt, welches ihn zu zerstören droht, das Feuer der Leidenschaft nach einer einzigen Frau. Neben den Figuren von Chiara und Teofilo stechen zwei Figuren hervor, die die Geschichte und das Leben des Papstes beeinflussen stark hervor, Ermilina, die Mutter und Petrus da Silva, der Kanzler des Papstes. Beide haben sehen in ihm nur den Papst, beide zentrieren ihre Wünsche und Vorstellungen auf den jungen Mann, ohne zu bedenken, dass er daran als Mensch zerbrechen könnte.
Umstritten ist zwar das Jahr seiner Geburt, unumstritten ist aber, das er seine Papstwürde wirklich verkaufte, es seinetwegen zu Mord und Blutvergießen kam, das ihm Not, Elend und die Armut der Menschen gleichgültig war, er und seine Herrschaft zu den dunklen Kapiteln im Papsttum zählen.


Die Frau im blauen Mantel
Die Frau im blauen Mantel
von Lloyd Jones
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Buch über die Wahrheit, 10. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Frau im blauen Mantel (Gebundene Ausgabe)
Nicht Ines erzählt von Beginn an die Geschichte, sondern jene Menschen die sie einen Abschnitt begleiten. Von der Flucht im Boot das nach Fisch stinkt, bis nach Berlin geht ihre Reise. Die Menschen die sie auflesen, finden, ihr helfen, wissen nichts über die Frau, sie verschwinden alle wieder im Dunkel der Vergangenheit, nur ihr blauer Mantel bleibt. Jones erzählt wie ein stiller Beobachter er sitzt in der Kabine des Lkws, fährt im Zug mit ihr von Italien nach Österreich, er ist Hannah, Ralf, Defoe und die Schneckensammerin. Es sind nur Tage, nur ein paar Momente, Stunden oder auch Wochen die sie mit den Menschen verbringt. Taucht plötzlich in deren Leben auf und verschwindet wieder als ob sie nie dagewesen wäre, nur die Erinnerung an sie verbleibt. Unglaublich berührend und von großer Erzählkunst geprägt wird die Suche nach dem Kind erzählt. Erst ca. in Mitte der Erzählung lässt der Autor Ines selbst in die Rolle des Erzählers schlüpfen. Ab hier scheint es mit dem Glück, das sie wie der blaue Mantel begleitete, zu verschwinden, sie erzählt von ihren Lügen, erzählt ihre Reise aus ihrer Sicht, aus einer anderen Sicht als die Erzähler vor ihr, einer ganz anderen. Die einzelnen Episoden gewinnen einen neue Bedeutung, klingen anders, oft erschrecken, rufen Mitleid hervor. Waren es alle barmherzige Samariter oder habe sie die junge Frau nur ausgenutzt? Ihren Sohn wieder zu sehen, das ist das einzige das für sie zählt, aber was wird am Ende der Reise stehen? Lloyd Jones erzählt die Wirklichkeit, erzählt vom Leben. Glaubt man beim Lesen des Klappentextes an eine reine Geschichte über jemanden der von Afrika in den Westen flüchtet, offenbart sich hier viele in einem. Liebe, Verrat, Enttäuschung, Lebenslügen, Mitleid und Hilfsbereitschaft vieles bekommt sie und vieles begleitet sie, vieles wird ihr gegeben aber auch so vieles genommen, die Freiheit, ihr Kind, ihre Zukunft.
„Die Frau im blauen Mantel“ gehört zu jenen Büchern die mehr beinhalten als sie versprechen. Geschichten in einer Geschichte, geschrieben auf höchstem Erzählniveau. Ein Roman der viele Gesichter hat- so wie die Wahrheit.


Dantes Himmel. Gedichte aus Neuseeland
Dantes Himmel. Gedichte aus Neuseeland

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lyrik die zum Wiederlesen einlädt, 4. September 2012
Bereits 2006 auf Englisch erschienen ist „Dantes Himmel“ (»Dante’s Heaven«). Im Verlag André Thiele Mainz veröffentlicht, entführt uns die neuseeländische Lyrikerin Jan Kemp in Dantes Himmel.
Aus dem Englischen von Dieter Riemenschneider übersetzt, hat der Lyrikband einiges das ihn zu einem kleinen Leckerbissen unter den zahlreichen Neuerscheinungen und Übersetzungen aus dem “Land der weißen Wolke” macht. Zu einem es ist ein Gedichtband- also gehört er zu jenen Büchern die nicht gerade zu den Bestellern in den Buchhandlungen zählen. (außer man hat den Stempel Literaturnobelpreis darauf). Lyrik, besser bekannt unter dem Begriff „Gedicht“, hat den Beigeschmack von ellenlangen Goethe und Schillerwerken, die man im Deutschunterricht auswendig lernen musste. Aber die moderne Form der Lyrik, teilweise ohne Reimschema und mit ihren freien Rhythmen hat einen eigenen Flair der immer mehr Leser in den Bann zieht.
In Dantes Werk, wird davon erzählt wie er und sein Gefährte Vergil durch einen Tunnel auf der anderen Seite der Welt ( von Jerusalem ) wieder auftauchen. Eine zentrale Rolle spielt hier der Purgatorio/Der Läuterungsberg, mit seinen sieben Terassen. Beatrice, die in Dantes „Göttliche Komödie“ ihn durch die neun himmlischen Sphären des Paradieses führt ist in Jan Kemps Lyrik eine zentrale Figur.
In der Geschichte der Maoris hat das Erzählen einen sehr großen Stellenwert, die alten Epen der Ureinwohner wurden mündlich weitergebeben, die mündliche Überlieferung, vor den Zuhörern, dies ist auch der Autorin ein sehr großes Anliegen. Daher ist dem Lyrikband eine Audio CD beigelegt, die ausgewählten zwölf Gedichte, im englischem Original werden von der Autorin selbst gelesen, die deutschen Gedichte von Katharina Voss, vermitteln hier Lyrik zum Gernhören und zum Wiederhören. Vor allem in den von der Autorin selbst gelesenen Werken spürt man die Liebe zum Wort und zur Heimat, die Stimme trägt einen fort, fort nach Aotearoa…..
Vor allem eines macht diesen Band noch besonders- es sind die Originale der deutschen Übersetzung gegenübergestellt. Beide Fassungen laden ein sich auf eine Reise durch eine wunderbare lyrische Welt zu begebenen. Die Gedichte, Lyrik kann man unzählige Male lesen, immer wieder offenbaren sie in ihren Worten dem Leser neue Einblicke.


Das Haus in der Löwengasse
Das Haus in der Löwengasse
von Petra Schier
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein Schuss Romantik gefällig- dann zugreifen!!, 26. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Haus in der Löwengasse (Taschenbuch)
Im Vergleich zu ihren bisherigen historischen Romanen liegt das Augenmerk hier nicht auf den historischen Hintergründen vor denen die Handlung spielt, sondern sie fokussiert dieses Mal auf die leisen, zwischenmenschlichen Töne. Die junge Heldin Pauline ist eigentlich schon eine alte Jungfer. Mit 23 Jahren noch unverheiratet, scheint ihr eine Stelle als Gouvernante anzunehmen die richtige Wahl um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Doch sie muss eine bittere Erkenntnis machen, als weiblicher Dienstbote ist man für so manche männliche Herrschaft nur Freiwild. Die Doppelmoral gestattete es das so manche Magd, Gouvernante oder andere weibliche Dienstboten den sexuellen „Avancen“ der Herren hilflos ausgeliefert waren, bei Weigerung drohte ihnen der Verlust des Dienstplatzes, das gleiche Schicksal drohte bei Entdecken durch die Herrin des Hauses.
Die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Dienstbotinnen im deutschen Kaiserreich zur Zeit der Industrielle Revolution waren hart, abhängig von der Laune und dem Wohlwollen der Herrschaft.
In diese Welt hat Petra Schier die Handlung von „Das Haus in der Löwengasse“ verlegt, eine junge Frau die zwar gebildet, aber dennoch in der Hierarchie unten angekommen ist.
Bis, ja bis der Zufall ihr Schicksal in eine neue Richtung lenkt. Ja, es spielt dabei ein Mann eine Rolle, sonst wäre es kein Liebesroman, aber man kann auch von Liebe schreiben ohne schwülstig und kitschig dabei zu werden. Mit den Wortwechseln zwischen Pauline und Julius schafft sie es mehr Knistern zu erzeugen als so manch aktuell hochgelobter „Frauenroman“. Ja, man weiß schon nach ein paar Seiten dass beide sich verlieben werden, aber alles ist doch nicht Honigkuchen von Beginn an. Reicher Fabrikant, Gouvernante, eine in dieser Zeit nicht gerade denkbar Konstellation. Standesdünkel beherrschten die sogenannte bessere Gesellschaft im 19.Jahrhundert, Emporkömmlinge wurden oft nur wegen ihres Reichtums oder Einflusses geduldet. Ganz kann aber Petra Schier nicht von der Historie lassen, im Hintergrund lässt sie den Witwer Julius Reuther über die industrielle Revolution sinnieren.
Die Autorin hat als „Helden“ der Geschichte keinen strahlenden Ritter in weißer Rüstung, der die Herzen der Frauen nacheinander bricht, Pauline gegenüber gestellt, sondern einen Mann der im Leben angekommen ist und auch von diesem enttäuscht wurde. Von einer Ehe sind ihm zwei Kinder geblieben und eine Bitterkeit im Herzen, die er auch nach außen hin zeigt, die Fabrik, die Webstühle sind sein Mittelpunkt. Doch auch dieser stabile Punkt in seinem Leben beginnt zu wanken, finanzielle Transaktionen scheitern, sein Lebenswerk ist in Gefahr einstürzen, aber auch damit hat Pauline zu tun, ohne dass sie es ahnt. Die Liebe die sie sich beide zueinander eingestehen scheint zerbrechlich wie Glas zu sein, ohne dass sie es ahnen steht jemand bereit mit einem Hammer zu zuschlagen um sich dann im Scherbenhaufen als Sieger zu wähnen.
Pauline ist hin-und hergerissen, jede Entscheidung von ihr hat Folgen, nicht nur für Julius sondern auch für die Kinder. Die emotionale Bindung die zwischen Pauline und den beiden Kindern entsteht, wird von Petra Schier sehr emotional beschrieben. Zuerst die Ablehnung, durch den Tod der Mutter vereinsamt, doch dann findet Pauline rasch einen Zugang zu den beiden Kinderherzen. Dem Charme, der Offenheit und auch der Redegewandtheit der nun im Haus lebenden jungen Frau kann sich keiner mehr entziehen, auch der Hausherr nicht. Aber die Entscheidung muss getroffen werden, Liebe und finanzieller Abstieg oder aber eine Ehe ohne Liebe, geschlossen um die Fabrik zu retten. Pauline trifft eine Entscheidung, sie muss eine treffen.


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