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Rezensionen verfasst von
Stöht Wurdah

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Complete Discography
Complete Discography
Preis: EUR 53,94

5.0 von 5 Sternen Ein echtes Unikum, 26. April 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Complete Discography (MP3-Download)
Barrington Frost und Gattin Dorothy Laflin (aka Ramases und Selkret - eine Geschichte für sich, die ich hier weglasse) veröffentlichten Ende der Sechziger ein paar Singles und die beiden Alben 'Space Hymns' (1971) und 'Glass Top Coffin' (1975), die weitgehend unbeachtet blieben. 1976 nahm sich Frost das Leben.

Meine erste Begegnung mit 'Space Hyms' verlief eher enttäuschend: Simpel strukturierte naiv esoterische Liedchen mit näselndem Möchtegern Oberton-Gesang - nur der Song 'Molecular Delusion' blieb hängen. Aber wenn man ein Faible für schräge Vögel entwickelt, kommt man früher oder später nicht drum rum, sich mit nochmal mit Ramases zu beschäftigen. Und siehe da - er hat mich erwischt.

Ein hartnäckiger Fan ist Schauspieler Peter Stormare, dem wir auch diese Veröffentlichung zu verdanken haben, auf denen sich die beiden Alben und alle Aufnahmen finden, die von Ramases sonst noch so aufzutreiben waren.

Mein Versuch, etwas über das Design der Box rauszukriegen war nicht von Erfolg gekrönt. Es gibt ein Youtube-Video, in dem Stormare mit dem guten Stück wild hin und her wedelt und von der Musik schwärmt, aber zu sehen ist nicht viel. Deshalb zuerst mal was dazu:

Es handelt sich um eine 17,5 * 14 * 2,5 cm große stabile Pappbox in Buch- bzw. Albumform. Darin - nach einem Vorwort von Stormare - als Seiten aus ebenfalls recht stabiler Pappe die ingesamt 6 CD-Schuber mit Cover auf der Vorder- und Titelliste auf der Rückseite. In der Mitte noch mehrere Seiten mit allerhand Anmerkungen von Selkret und anderen Beteiligten (Lol Creme, Graham Gouldmann,...) und zum Schluss noch ein Foto.

Die Musik:

CD1 Space Hymns
Der eine oder andere 10cc-Fan kennt die Platte als erste Zusammenarbeit von Graham Gouldmann, Eric Stewart, Kevin Godley und Lol Creme. Softer Psychedelic-Rock mit vielen Sitar-, Echo- und sonstigen Sound-Spielereien. Am ehesten vergleichbar mit George Harrison, manchmal auch den ganz frühen Gong. An die Stimme gewöhnt man sich mit der Zeit. Neu gemischt und gemastert.

CD2 Space Hymns: Rarities
Eine Alternative Version der kompletten Platte aus Early Takes u.ä., der durch enthaltenen Studio-Talk und teilweise deutliche Unterschiede zum Endprodukt erfreut.

CD3 Glass Top Coffin
Gut gealtert. Sehr getragener Gesang, orchestrale Arrangements. Der Produzent hat es manchmal ein wenig zu gut gemeint mit der Orchestrierung und der arme Ramases hatte keine Ahnung wie er die opulente Musik live umsetzen sollte. Ebenfalls neu gemischt und gemastert.

CD4 Glass Top Coffin: Rarities
Ein alternativer Mix, der die perlenden Harfen und jauchzenden Streicher zugunsten von Band und Gesang zurücknimmt. Dadurch ist es nicht mehr ganz so spacig, aber wohl näher an Frosts Intention und auch an Space Hymns. Dazu noch ein unveröffentlichter Song aus den Sessions.

CD5 Singles and Bonuses
Falls sich jemand fragt, wie ich auf Gong als Vergleich komme: Die 'Ramases & Selkret' Singles mit 5 Songs. Ansonsten noch mehr Alternate Takes und Edits - hier schwächelt es etwas. Cool die Version von 'Life Child' mit dem Sänger Solomon King, sonst eher auf Gospel und christliche Schnulzen abonniert. Im Vergleich zu Ramases aber sehr erdig.

CD6 Ramases: Tribute
Eine Sammlung von Coverversionen aus der Indie/Lofi/Electro/Psychedelic-Ecke. Kommt ganz ohne die üblichen Verdächtigen aus - ich habe gar keinen der Beteiligten gekannt. Macht ja auch nix, im Gegenteil. Die Versionen fallen ziemlich unterschiedlich aus, das prominent vertretene 'Life Child' gibt es z.B. mal als Downtempo-Dub, mal als relativ originalgetreue Version, mal als Electronic-Ballade die in ein opulentes Symphonic-Rock-Epos übergeht.

Und? Lohnt sich das ganze? Fragen wir unsere beiden Psychedelic Experten Thorben und Kurt.

Kurt: "Und wie! Da kriegst du alles was es von Ramases gibt, größtenteils zum erstenmal."

Thorben: "Ja, aber braucht man das wirklich alles? Alternate Takes, Alternate Mixes, Edits. Gab es die nicht auch schon als Bonustracks?"

Kurt: "Bis auf 4 Stücke: nein. Die Singles, die kompletten Alternativ-Versionen der Alben und noch ein paar Exoten - alles neu. Aber zu deiner ersten Frage: bei CD5 geht wirklich etwas die Luft raus."

Thorben: "Hätte ja alles vielleicht auch auf 3-5 CD gepasst..."

Kurt: "Neinnnnn! So gut und schön der Bonuskram ist: die Original-Alben sollten damit nicht vollgestopft werden. Die Aufteilung macht - äh, sorry - ergibt ja auch Sinn."

Thorben: "Auch wieder wahr. Und der Sound? Ein neuer Mix ist ja immer so 'ne Sache..."

Kurt: "Stimmt. Aber in dem Fall nicht. Der Charakter bleibt erhalten, aber alles klingt um einiges druckvoller und frischer. Bei den bisherigen CD-Ausgaben wurden die alten Masters nur marginal verändert. Und die klangen nicht so dolle. Bei 'Glass Top Coffin' ist mir eine leicht nach unten verschobene Tonhöhe aufgefallen. Beim Vergleich mit einem gestimmten Instrument zeigt sich: fälschlicherweise!(*) Zum Glück nur leicht. Trotz dieses Lapsus klingen beide Alben - man kann es nicht anders sagen - sensationell besser als der alte Mumpf. Was natürlich auch Geschmackssache ist."

Thorben: "Dann wäre da noch die Sache mit dem Artwork. 'Space Hymns' mit dem 6-fach aufklappbaren Roger-Dean-Cover, 'Glass Top Coffin' mit dem ausgestanzten Männchen, das durch die verschiedenen Ebenen des Covers fällt..."

Kurt: "Na gut, da hast du mich. Nur die verkleinerten Frontcovers, das ist echt popelig. Das ursprüngliche Design wirkt zwar eh nur in Vinylgröße und das gab es auch nur bei der Erstauflage und bei keiner CD-Ausgabe, aber für eine so aufwendige Box hätte man da was machen müssen. Wenigstens in klein."

Thorben: "Dazu muss ich noch anmerken dass es remasterte Vinylausgaben beider Platten von 2010 gibt, die auch wieder das komplette Cover-Artwork bieten."

Kurt: "Echt? Haben wollen!"

Thorben: "Dann fang schonmal an zu sparen. Um rundum glücklich zu sein braucht man wohl eh beides, die Box und die Platten."

Kurt: "Dann muss man natürlich ein beinharter Ramases-Fan sein. Bei aller Liebe: er bleibt gewöhnungsbedürftig."

Thorben: "Da sagste was. Und die Coverversionen?"

Kurt: "Etwas off-topic, aber gut. Sonst noch was?"

Thorben: "Im Booklet sind ein paar Seiten leer gelassen, für eigenen Notizen."

Kurt: "Ist nicht wahr! Und, schreibst du was rein?" (grinst)

Thorben: "Bist du wahnsinnig?"

Kurt: "Ich sehe wir sind uns einig."

(*):
Wahrscheinlich lief bei der Aufnahme die Bandmaschine etwas zu schnell. Was kein Problem ist, wenn sie beim Abmischen ebenfalls so läuft. Das hat man beim neuen Mix aber offensichtlich nicht bemerkt. So etwas sollte eigentlich nicht passieren, ist aber zum Glück wirklich nur geringfügig.


Made In Japan (2014 Remaster) (Deluxe Edition)
Made In Japan (2014 Remaster) (Deluxe Edition)
Preis: EUR 15,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Platte, aber Unmut zur Lücke!, 28. Januar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich will jetzt nicht mehr viele Worte über die 44 Jahre alte Aufnahme verlieren, sondern nur kurz das 2014-Remaster beleuchten. Ganz schön bassig und nach einem Vergleich aller greifbaren Versionen ganz klar mein Favorit.

Nur der Editor ist mal wieder etwas zu großzügig mit der Schere umgegangen: Offenbar im Bemühen, einen authentischen "Konzert-am-Stück"-Eindruck zu simulieren, wurden teilweise die Stücke ineinander übergeblendet. Meistens gab es vor und hinter den Stücken auch genug Stoff um es nicht ganz so auffällig wirken zu lassen, aber z.B. Space Truckin' - im Original mit Fade-In - wird hier direkt in den Applaus von Lazy geblendet (ursprünglich durch einmal Platte-Umdrehen getrennt). Kann man durch gehen lassen, aber dass Ian Gillans "IAN PAICE ON THE DRUMS, YEEES!!!!!" nach The Mule einfach fehlt... also wirklich! Erstens völlig unnötig und zweitens war das doch mindestens genau so essentiell für die Platte wie "Can we have everything louder than anything else". Das ist wenigstens noch drauf.
Auf den anderen veröffentlichten CD-Versionen gab's diesen Firlefanz nicht.

Immerhin - der Geruch des Covers (kein Witz) ist der gleiche wie beim Original.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 13, 2017 12:03 PM MEST


Im Sinne Der Zeit
Im Sinne Der Zeit
Preis: EUR 19,36

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erinnerungen an die Zukunft, 26. Januar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Sinne Der Zeit (Audio CD)
Gar nicht so einfach, Klaus Johannn Grobe zu kategorisieren. Warum auch? Unterm Strich eine ziemlich eigenständige Musik, die Einflüsse aus allen möglichen Richtungen zu einem bunten Krempelhaufen zusammenschmeißt, aus dem in meinem Fall ziemlich oft Sachen rausgucken, die ich liebe.

Man hört Krautrock raus (Kraftwerk, Can), Indie-Rock (Sterne) und die Orgel (Farfisa würde ich mal sagen) weckt Erinnerungen an Peter Thomas und Stereolab. Plus ein Schuss Disko (natürlich mit 'k').

Dazu kommen noch ein paar Eigenheiten die sich nicht genau zuordnen lassen wie die unglaublich catchy Bassläufe und die Gesänge - verhuscht-ver-echo-t: Sevi Landolt; verpeilt strange: Dani Bachmann. Dann noch eine ordentliche Portion Unernst und zuguterletzt die Frage: was singen die da eigentlich?

Egal. Zum Schluss kommt jedenfalls ein wiedererkennbarer Stil bei rum, der aber genug Freiraum bietet um Wiederholungen zu vermeiden.
Sehr sympatische Zeitgenossen darüberhinaus.


My Generation (Ltd 5-CD Super Deluxe)
My Generation (Ltd 5-CD Super Deluxe)
Preis: EUR 84,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen War of the Versions, 9. Januar 2017
"My Generation" ist mittlerweile in so einigen Versionen erhältlich. ich versuche mal, das Ganze etwas zu entwirren und zumindest die am meisten erhältlichen zu berücksichtigen. Vinyl lasse ich dabei mal außen vor.

Sings My Generation (1988):
Mieser Sound, hässliches Cover - nicht zu empfehlen

My Generation (Deluxe Edition) (2002):
Ein neuer Mix in Stereo und viele unveröffentlichte Bonustracks. Der Klang ist eine starke Verbesserung, aber offensichtlich waren ein paar Spuren nicht mehr vorhanden. Unter Fans nicht sehr beliebt, dafür günstig zu haben.

My Generation Box [Shm-CD] (2007?):
Wer sich's leisten kann: Die Japan-Ausgabe wurde in sehr guter Qualität von den Originalbändern remastert. Einmal Stereo, einmal Mono. Diese Bänder standen aber wohl für spätere Ausgaben (außer der 2008er) nicht zur Verfügung.

My Generation [Box Set] (2008):
Die wollt ihr haben: Das gleiche wie oben + Bonustracks, ebenfalls Mono und Stereo.

My Generation (Remastered Mono Version) (2012):
Ein neues Master, allerdings nicht von den Originalbändern sondern von einer Kopie. Trotzdem gut. Preis-Leistungs-Sieger trotz fehlender Bonustracks.

My Generation (LTD 5-CD Super Deluxe) (2016):
cd1 Mono-Version, identisch mit obiger von 2012.
cd3 Stereo-Version, nochmal ein neuer Mix, angeblich "etwas besser" als der von 2002.
cd2+4 Sehr viele Bonustracks, jeweils eine CD Mono / Stereo
cd5 Neu ausgegrabene Demos, also bisher unveröffentlicht

Die schönste und umfangreichste, aber nicht die am besten klingende Ausgabe. Und ob man wirklich alle "early takes", "full length versions", "alternate takes", "alternate mixes" (...) benötigt, sei mal dahingestellt. Immerhin: das Originalalbum ist ohne Bonus-Ballast auf CD1 bzw. 3 - ich mag sowas lieber als möglichst optimale Platznutzung.

Also, "die" Ausgabe gibt es nicht. Für mich wäre das vom Sound und von der Songliste (nur Bonus-Songs, keine "Versionen") die 2008er Box, aber mit den Bonustracks auf Extra-CDs und in der Aufmachung der Super-Deluxe-Edition (und zum Preis der Mono-Version, hi hi). Mit Majo, Ketchup und Extra-Serviette.

Zur Zeit bin ich mit meiner Mono-Ausgabe glücklich, schiele aber nach Japan...


The New Maternity
The New Maternity
Preis: EUR 16,62

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Uuuh, not them again.", 6. Januar 2017
Rezension bezieht sich auf: The New Maternity (Audio CD)
Mit Migräneanfall-Gesicht und obigem Spruch reagierte FZ in einem TV-Interview auf einen kurzen Einspieler der Flo & Eddie-Mothers. Um dann ganz allgemein darüber zu referieren, dass die beim Publikum beliebtesten Besetzungen nicht immer die musikalisch besten waren...

Und ja, was soll man sagen: auch wenn die Besetzung mit den beiden Turtles-Sängern eine meiner Lieblingsplatten überhaupt - 200 Motels - eingespielt hat, wurde es gerade live oft ein wenig schräg und überkandidelt. Oft erstmal witzig artete das Ganze meistens in ein ermüdendes Dauer-Gequieke und -Geschnatter aus. Trotzdem gibt es so einiges an Live-Veröffentlichungen von den Jungs - schon damals Fillmore East-June 1971 und Just Another Band from L.A., nachträglich noch Playground Psychotics, ein paar Aufnahmen unter dem "Beat the Boots"-Label und zu guter Letzt noch Road Tapes #3 (2CD).

Fragt sich, ob es ein Alleinstellungsmerkmal gibt, die diese Veröffentlichung unverzichtbar macht:

Songauswahl? Immerhin gab es in dieser Besetzung die Rockoper "Sofa" (mit Ur-Versionen von Sofa und Stick it Out), von der es noch keine offizielle Veröffentlichung gibt. Leider auch hier nicht. Und ansonsten nur bereits in ähnlichen Versionen veröffentlichtes Material. Also Fehlanzeige.

Sonst was Interessantes? Es ist eine Radioshow und beginnt mit einem Interview mit einem gutgelaunten Zappa, der entsprechend witzig ist. Und ein hübsches Solo in einem guten 'Call any Vegetable'. Immerhin.

Sound? Brrr. Abgesehen vom blechernen Gesamtsound gab es hier wohl einen ambitionierten Tontechniker, der sein neues Effektgerät ausprobiert hat. So ertönt der Gesang abwechselnd mit Eimer-artigem Hall, gerksiger Verzerrung und einem unpassenden Leslie-Effekt.

Nicht wirklich total unterirdisch schlecht, trotzdem eher was für den Komplettisten.

Nachtrag: hätte man ja auch eher drauf kommen können mal nachzuforschen - das hier ist eh keine offizielle Veröffentlichung vom Zappa-Trust. Ein Bootleg und als solches wahrscheinlich schon seit Ewigkeiten unter zig anderen Namen im Umlauf.


Space Rock: An Interstellar Travelers Guide
Space Rock: An Interstellar Travelers Guide
Preis: EUR 26,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Sache, 11. Dezember 2016
danke amazon für die Hörpröbchen. Eine stimmige Zusammenstellung aus alten und neuen Sachen, cooles Design, guter Preis. Und dann: bestellbar nur über Prime? W.t.F.?! Zum Glück gibt's das ganze für den gleichen Preis bei wom. Soll mir auch recht sein, den Rest meiner Weihnachtsgeschenke habe ich dann auch gleich dort bestellt...
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 26, 2017 4:48 PM MEST


Ritchie Blackmore's Rainbow Memories in Rock - Live in Germany
Ritchie Blackmore's Rainbow Memories in Rock - Live in Germany
Preis: EUR 9,49

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Monsters of Rock AG, 8. Dezember 2016
Große Aufregung: Ritchie Blackmore kommt mit Rainbow für 3 Konzerte zurück. Platzen lassen hatte die Bombe Joe Lynn Turner, damals davon überzeugt, dass er als Sänger eingeplant war - tja, Pech. Neben dem Verschwörungstheoretiker und Putin-Fan mit der Quäkstimme verhandelte Blackmore wohl auch noch mit David (röchel) Coverdale und Glenn Hughes, entschied sich dann aber für die unbekannte chilenische Youtube-Entdeckung Ronnie Romero.

Bei einem Musiker, dessen Output dermaßen von Aggressivität und Impulsivität geprägt war wie Blackmores zu seinen besten Zeiten drängt sich natürlich bei einem 70-jährigen die Frage auf: bringt er's noch? Klarer Fall: Jein.

Erstmal zur Band

Ritchie Blackmore wechselte die Sänger immer aus wenn er einen Stilwechsel einläuten wollte. Kein leichter Job für Ronnie Romero, solchen unterschiedlichen Vorgaben gerecht zu werden. Auf jeden Fall hat er den Tonumfang und die Kraft um das Repertoire technisch zu schultern, die stilistischen Eigenheiten der Vorgänger kann er nicht rüberbringen. Verglichen mit den Massakern, die Coverdale an Gillan-Songs verübte, von Joe Lynn Tuners Dio-Interpretationen ganz zu schweigen schlägt er sich aber ganz gut. Und wann hat man das letzte Mal "Child in Time" ohne Pitch Shifter gehört? Da erträgt man sogar den Boyband-Charme seiner Ansagen.

David Keith ist eine Nummer für sich: Mit Irokesenschnitt, Depeche-Mode-T-Shirt und einem Mini-Drumset als "Monsters of Rock"-Headliner! Schöner kann man die Materialschlachten in diesem Genre nicht konterkarieren. Zumal er mit dieser spartanischen Ausrüstung sowohl den 'Rollenden Donner' von Ian Paice wie auch die episch-rüpelhaften Fills von Cozy Powell lässig hinbekommt.

Tiefenentspannt gibt sich Bob Nouveau (in schicker Schlafanzughose). Cool verranzte Bassläufe ohne Respekt für die Vorgänger auf einem verranzten Fender Bass. Guter Mann.

Etwas glamouröser Jens Johannson mit angezerrter Orgel und spacigen Synthesizer Sounds. Für einen Rainbow-Keyboarder ganz schön im Vordergrund. Nicht zu Unrecht.

Die beiden Sängerinnen im Background bleiben dezent und machen die Chöre etwas voller.

Und der Chef? Auch der fällt zunächst durch Understatement auf - statt der alten Marshalltürme ein Fender-Combo. Musikalisch zeichnete er sich immer durch einen Mix aus Agressiviät, Unberechenbarkeit und Sinn für Atmosphäre aus. Die beiden letzteren kann er auch liefern, aber sonst? Ganz früher, als die Konzerte noch aus 5 Nummern bestanden, konnte er minutenlang vor sich hin gniedeln bevor er zur Sache kam. Zur Hochphase schaffte er es dagegen, vom ersten bis zum letzten Ton markerschütternde Solos punktgenau aus dem Ärmel zu schütteln. Das wäre bei den 14 kurz gehaltenen Stücken hier auch vonnöten gewesen, aber offensichtlich braucht er wieder mehr Zeit um reinzukommen. Bis dahin ist dann das Solo meistens schon wieder vorbei. Vielleicht fehlt einfach etwas Tour-Routine. Tiefpunkt ist das planlose Rumgegurke in Stargazer (Bietigheim-Version auf CD2).

Das Rainbow-Feeling kommt aber trotz dieser Abstriche rüber und die nicht improvisierten Passagen sitzen. Ausfälle gibt es vor allem bei den (ehemals) schnellen Stücken, die hier recht betulich dargeboten werden. Eine Prise mehr Heavyness hätte auch nichts geschadet.

Die CDs sind ein Zusammenschnitt aus den beiden Deutschland-Konzerten auf der Loreley und in Bietigheim-Bissingen und enthalten die komplette Setlist und noch ein paar alternative Versionen.

Beim Repertoire hätte man sich etwas mehr Rainbow gewünscht. Statt "Perfect Strangers" und "Black Night" z.B. "Kill the King" und "Still I'm sad", aber der Rest geht schon in Ordnung. In Birmingham gab es dann noch 2 Coverdale Songs - auch nicht schlecht.

Unterm Strich keine üble Platte - gute Band mit etwas eingerostetem Chef. Verglichen mit "Made in Japan" oder "Rainbow on Stage" eher kalter Kaffee. Aber mit hohem emotionalem Wert für die Leute, die bei den Konzerten dabei waren und für die ist sie auch in erster Linie gedacht. Ich würde mal sagen subjektiv 4, objektiv 3.
Memories In Rock-Live In Germany
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 10, 2016 12:13 PM CET


The Early Years 1965 - 1972
The Early Years 1965 - 1972
Preis: EUR 435,00

4 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Come on here dear boy..., 18. November 2016
Rezension bezieht sich auf: The Early Years 1965 - 1972 (Audio CD)
Warum geht mir nur die ganze Zeit der Text von "Have a Cigar" durch den Kopf? Vermutlich weil "Money" schon zu abgelutscht ist.

Dann fällt mir noch die Formel ein, nach der eine zu beschleunigende Masse gegen unendlich strebt, wenn man sich der Lichtgeschwindigkeit nähert. Oder anders ausgedrückt: bei dem Preis kann die Box noch so gut sein - ein Preis-/Leistungsverhältnis ist schlichtweg nicht mehr vorhanden.

Und sie ist gut. Aufbereitete Bootlegs, Raritäten, Singles und völlig Unbekanntes aus der Prä-"Darkside" Ära, also bevor Pink Floyd massentauglichen Softrock mit Saxofonsoli und Schlimmerem spielten und als sie ihre Musik noch zu viert auf der Bühne hinkriegten.

Spacige Orgeln, trippige Slidegitarren und viel Hall auf dem Gesang dominierten vor allem nach David Gilmours Einstieg den Sound, der seinen Höhepunkt bei "Ummagumma" hatte, aber auch auf späteren Werken immer wieder um die Ecke schaute. Syd Barretts Rausschmiss war vielleicht eine Weichenstellung, aber der musikalische Bruch erfolgte erst später.

Für mich liegt die Grenze zwischen guten und okayen Pink Floyd genau da wo auch diese Box endet. Eigentlich perfekt. Aber schade, bei dem Preis ist die Zielgruppe offenbar nicht mehr die Hasch-Nerds wie ursprünglich, sondern das gutsituierte Publikum das sich ansonsten an 'Werken' wie Endless River u.ä. erfreut.

So sage ich es mit dem guten alten David Foster Wallace: "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich"
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 1, 2017 11:55 AM CET


Invention of Knowledge (Special Edition CD Digipak)
Invention of Knowledge (Special Edition CD Digipak)
Preis: EUR 14,99

11 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen einmal veganes Schnitzel mit extra viel Soße, 25. Juni 2016
Jon Anderson will mal wieder den progressiven Yes-Geist beschwören, den seine alte Band seiner Ansicht nach verloren hat. In der Tat haben Yes mit ihrem letzten Album "Heaven & Earth" die Latte nicht sonderlich hoch gelegt. Doch Anderson ist schon seit Jahren auf seinem klebrig-süßlichen Autopiloten, der selbst - hier durchaus vorhandene - komplexe Strukturen zu einem unhörbaren Einheitsbrei zusammenpanscht und dafür sorgt, dass ich ihn bei Yes nicht vermisse.

So passen die üblichen Kritikpunkte auch hier:
- die Melodien: sentimental, ohne Biss und immer wieder diese wiederholten Halbsätze, derzeit auch in der deutschen Popmusik der Renner.

- Chöre: bei Yes sorgten die kontrapunktischen Gesangslinien von Chris Squire für Kontrastreichtum und Entkitschung. Hier wird alles einsilbig übereinander geschichtet

- Instrumente: Der Gitarrist hat eindeutig einen höllischen Respekt vor Steve Howe und kann so ein paar interessante Akzente setzen. Der Rest ist dagegen eher funktional, Bass und Schlagzeug eher unauffällig, die Keyboards türmen meistens noch mehr Schichten auf die Gesangs-Torte.

- Texte: Wo hast Du eigentlich den netten Kalender aus dem Eso-Laden, den ich dir neulich geschenkt habe. Mit den erbaulichen Sprüchen drauf... echt, den hat der Hund ge...? Ach herrje.

- Die Musik generell: Hat eigentlich ja wirklich gute Ansätze. Aber die Arrangements klingen nach Pro-Tools statt nach einer Band und die vermeintliche Kompexität erschöpft sich meistens in Länge. Manchmal kommt die alte Stärke von Yes durch, auch noch die wildesten Brocken Lied-haft klingen zu lassen. Leider verhageln aber die o.g. Nerv-Elemente den Genuss.

Unterm Strich klingt das ganze etwa nach "Olias of Sunhillow" ohne 70er-Flair, "Tales from Topographic Oceans" ohne das schräge und das rockige Zeugs, "Turn of the Century" und das Intro von "Awaken" als Kinderlieder, den Yes-Platten der 2. Hälfte der 90er in noch kitschiger.

Also wie eine typische Jon-Anderson-Platte, weshalb Anderson-Fans - denke ich - unbesorgt zugreifen können. Yes-Fans sollten sich dagegen erst überlegen, was genau sie an Yes gut finden, die ganze Palette gibt es hier definitiv nicht, höchstens ein paar Krümel.
Kommentar Kommentare (22) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2016 6:27 PM MEST


Thing-Fish
Thing-Fish
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kopfgeburt, 21. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Thing-Fish (Audio CD)
Typische Symptome bei Vereinsamung: Ohne Feedback von außen drehen sich die Gedanken immer mehr um sich selbst, man versteigt sich in seltsame Ansichten und Verschwörungstheorien. Das passiert nicht nur Verarmten oder Alleinstehenden, sondern auch erfolgreichen Menschen, die nur noch von Jasagern und Hofschranzen umgeben sind. So leider auch Frank Zappa, der in den 80ern in Interviews immer dozierender auftrat, sich in seltsames politisches Engagement verstieg und - ähem - "korrigierte" Wiederveröffentlichungen seiner alten Platten auf den Markt warf. Sekundiert von einer zunehmend unkritischen "Zappa ist Kult"-Fanschar, die auch heute noch wöchentlich "Jazz is not dead..." und "Music is the Best" auf Facebook postet und sich dafür gegenseitig like-t. Mir liegt gerade ein weniger oft zitierter Zappa-Spruch auf der Zunge: "If your children ever find out how lame you really are, they'll murder you in your sleep." So kann's gehen...

Zurück zum Thema... Auf dem 'Broadway Musical' Thing Fish verarbeitet er die "Theorie" dass Aids in amerikanischen Laboren erzeugt wurde und lässt nebenbei wieder mal seine üble Ansicht vom Stapel, dass Homosexuelle dieses nur wären, um im Showbusiness Erfolg zu haben. Abgesehen davon dass er kein Rassist war und allergisch auf Religion reagierte, war Zappa damit schon ziemlich nahe am heutigen Geschwafel von Afd und Konsorten oder auch an Putins 'schwuler Agenda'.

Jedenfalls, die Handlung: Das Yuppie-Pärchen Brad und Janet - huch, Freud lässt grüssen, ich meine natürlich Harry und Rhonda - besuchen ein Musical, das nicht ganz nach ihrer Vorstellung verläuft, da die Darsteller durch medizinische Experimente verunstaltete Sträflinge sind. Im weiteren Verlauf werden die beiden von dem etwas penetranten Titelhelden (Querverweis zu "Hair") mit verdrängten Wahrheiten zu ihrem 'phoney' Leben konfrontiert.

Das Stück entwickelt sich wie man es von anderen Zappa-Rockopern kennt: In der Eröffnung deutet sich eine Handlung an, die sich nach und nach in schräge Einzelepisoden auflöst und wenn der Faden endgültig verloren ist, singen zum Schluss alle nochmal zusammen. Dabei konnten unterhaltsame Geniestreiche (200 Motels, Greggary Peccary) rauskommen, Nullnummern (hier), oder irgendwas dazwischen (der Rest).

Neben der Story gibt es noch ein paar andere Baustellen auf "Thing Fish":

Ein Problem ist die Musik. Es gibt ein paar brauchbare neue Songs (The Mummy Nuns, Clowns on Velvet, Brown Moses), die aber durch übertriebene Gesangs-Arrangements oder Gelaber zugekleistert werden, den größten Teil machen alte Aufnahmen aus, bei denen die Gesangsspuren ersetzt und Overdubs hinzugefügt wurden. Dann noch ein paar Synclavier-Backgrounds, die nicht weiter stören. Einsames Highlight ist Napoleon Murphy Brocks Auftritt in "The Evil Prince", während "He's so gay" musikalisch und textlich in den Peinlichkeits-Giftschrank gehört.

Problem zwei: Der gute Ike Willis. Auf "Joe's Garage" hatte er die Hauptrolle, während Zappa den Erzähler und die Fieslinge übernahm. Eine gute Balance. Hier dagegen ist Willis Erzähler, Hauptfigur und meistens auch noch Leadsänger, was seine ohnehin nicht sehr ausgeprägte Vielseitigkeit stark überstrapaziert. Für ein paar Highlights sorgen eher die Gäste: Dale und Terry Bozzio (Rhonda & Harry), Johnny Guitar Watson (der obligatorische Geistliche), ein Sprachcomputer und eben Nappy (Evil Prince). Wenigstens hier hat der Maestro ein gutes Händchen bewiesen. Er selbst hält sich übrigens völlig raus.

Und schließlich: Die Produktion. Das Ganze soll in einem Theater spielen, in dem seltsame Gestalten auf der Bühne rumspringen und sicher auch Publikum anwesend ist. Davon ist allerdings nichts zu hören. Während Joe Jackson im gleichen Jahr für die Produktion von "Body & Soul" das Studio in einen Tanzsalon verlegte um die richtige Atmosphäre zu bekommen, hatte der Technokrat Zappa für so etwas null Sinn: auf 'Thing Fish' herrscht ein extrem steriler Studio-Sound vor - das geistige Auge sieht ein paar Leute in einer Gesangskabine, die ihre Parts zu Musik vom Band sprechen. Verfechter der "Man muss jedes Instrument exakt raushören"-Philosophie kommen sicher auf ihre Kosten, aber sonst... na ja.

Aber vielleicht war Zappa auch doppelbödiger als man ahnt und die eigentliche Aussage von 'Thing Fish' lautet: Musicals sind aufgeblasene belanglose Spektakel mit überarrangierten ollen Kamellen, viel Leerlauf und banaler Handlung zur Bespaßung eines anspruchsloses Klientel-Publikums. So gesehen würde "Thing Fish" dann doch ins Schwarze treffen.

Unterm Strich kann man sich das Ding schon ein paar mal anhören, aber außer "Them or us" oder "Francesco" (beide auch von '84) würde ich jede andere Zappa-Platte vorziehen.


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