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Rezensionen verfasst von
brainman

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Gazprom: Das Geschäft mit der Macht
Gazprom: Das Geschäft mit der Macht
von Waleri Panjuschkin
  Broschiert

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und täglich grüßt Gazprom, 24. Dezember 2008
Normalerweise ist man enttäuscht, wenn die Ankündigungen auf der Rückseite eines Buches und sein Inhalt nicht übereinstimmen. Bei diesem Buch sollte es anders sein: Bei Sätzen wie "Gazprom ist eine Waffe, die wir noch zu spüren bekommen" wollte ich erst gar nicht anfangen mit dem Lesen, aber nach kurzem Reinlesen war ich doch positiv überrascht, dass die Autoren sich um Objektivität bemühen.
Das Buch beginnt mit einem Besuch bei Viktor Tschernomyrdin und läuft weiter über Personen wie Nemzow, Wjachirew und Miller aber auch Personen wie Jelzin, Putin und Nijasow, denn das zeigen die Autoren auf eindrucksvolle Weise: Die Geschichte Gazpoms hängt - wie sollte es denn auch anders sein? - eng mit der Geschichte Russlands seit den 90er Jahren zusammen. Dabei gelingt es den Autoren durch Ihre Recherche viele interessante Informationen über die Machtspiele und Energiepolitischen Strategien der Beteiligten ans Licht zu bringen, wobei allerdings nicht immer eindeutig ist, woher diese Informationen stammen. Die Autoren stützen sich nämlich (zumindest soweit es mir ersichtlich ist) hauptsächlich auf die Aussagen der Beteiligten wie Nemzow, Tschernomyrdin etc. Das hat einerseits natürlich den großen Vorteil, dass man somit Informationen aus (fast) erster Hand erhält, anderseits sollte man umso kritischer lesen, da natürlich jeder seine eigenen Ansichten & Meinungen vertritt. Allerdings verzichten die Autoren weitestgehend auf eine einseitige Darstellung, lassen beide Seiten zu Wort kommen und eigene Gedanken mit einfließen. Wer das Buch liest, sollte allerdings auch eine gewisse Ausdauer und ein über Gazprom hinausgehendes Interesse mitbringen, denn desöfteren ergießt sich das Buch in Längen oder bespricht Themen an, die mit Gazprom selbst nicht allzu viel am Hut haben (z.B. die bunten Revolutionen). Auch "Kompletteinsteigern" würde ich von dem Buch eher abraten: Zwar werden die einzelnen Beteiligten vorgestellt, aber es wäre von Vorteil, mit oben genannten Personen zumindest entfernt etwas assoziieren zu können, weil man ansonsten schnell den Überblick in dem politischen Dickicht verliert. Alles in allem ein lesenswertes Buch!


Der gekaufte Staat: Wie Konzernvertreter in deutschen Ministerien sich ihre Gesetze selbst schreiben
Der gekaufte Staat: Wie Konzernvertreter in deutschen Ministerien sich ihre Gesetze selbst schreiben
von Sascha Adamek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Legalisierte Korruption, 11. Dezember 2008
So in etwa könnte man das nennen, was das Autorenduo hier beschreibt. Und so wurde es von der Bundesregierung am 16.06.2004 verabschiedet: Als "Personalaustauschprogramm" zwischen Regierung und Wirtschaft für einen "schlanken und modernen" Staat. Das dabei nicht alles so rosig ist, wie man sich das ausgemalt hatte, das weisen Kim Otto und Sascha Adamek in diesem Buch nach.
Es fängt mit (vergleichsweise) "kleinen" Fällen wie Frapport und dem Ausbau des Frankfurter Flughafens an und geht dann über die Energie- und Investmentbranche (die "Heuschrecken") über die Gesundheitsreform und Toll-Collect bis hin zum EU-Lobbying und der "Lobbyschlacht" um die Chemikalienrichtlinie REACH und deren Verwässerung durch Konzerne wie BASF. Dabei beschreiben die Autoren in einem angenehmen, dokumentarischen Stil, wie Konzernvertreter in den jeweiligen Ministerien an Gesetzen mitwirk(t)en (obwohl das eigtl nicht vorgesehen war), die direkte Auswirkungen auf ihren Arbeitgeber haben und über die meiste Zeit sogar von Ihnen weiterbezahlt wurden. Was man früher also guten Gewissens als "Korruption" bezeichnen konnte, wird heute "modernes Lobbying" genannt. Zudem wird auch ausgeführt, wie Anfragen an offizielle Stellen und Ministerien spät, nichtssagend oder gar nicht erst beantwortet werden, obwohl laut Gesetz sogar Auskunftspflicht besteht. Einzige schade an diesem Buch ist, dass weitere aktuelle Themen wie das Wirken der Pharmakonzerne oder die Altersvorsorge - Herr Riester z.B. wechselt ja gerade zum Finanzdienstleister AWD - keinem kritischen Blick unterzogen wurden. Vielleicht ja in einem zweiten Band. Bis dahin ist man mit diesem Buch gut bedient und erhält (weitere) Einblicke in die Vermischung von Staat (in diesem Fall die Legislative) und Wirtschaft.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 19, 2013 12:24 PM CET


Gasprom. Die Macht aus der Pipeline
Gasprom. Die Macht aus der Pipeline
von Gemma Pörzgen
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenig Neues..., 29. November 2008
... bietet meiner Meinung nach dieses Büchlein von Frau Pörzgen. Am Ende waren es vlt. 3-4 Informationen die ich so noch nicht kannte. Der Rest allerdings, obwohl das Buch durchaus viele Fakten und Zahlen beinhaltet, ist nichts umwerfend Neues und taucht auch in anderen Büchern über Russland bzw. Gazprom auf. Auch wenn Einleitungen manchmal nicht sehr beliebt sind, hier wäre doch eine sehr angebracht gewesen, um zu klären, welches Ziel die Autorin mit diesem Buch verfolgt. Andere Rezensenten schreiben, dass es als Einstieg in das Gas- bzw. Energieversorgungsthema angesehen werden kann, nur wieso hat es dann nicht mal ein Literatur- und Quellenverzeichnis in dieses Büchlein geschafft, an dem sich der Leser dann weiterorientieren und die präsentierten Zahlen nachlesen kann? Und um zu wissen, dass Gazprom Sponsor von Schalke04 ist und auch eine eigene Bank und einen eigenen Mediensender besitzt, muss man nicht unbedingt dieses Büchlein gelesen haben. Zu Gute halten kann man der Autorin allerdings, dass sie das Thema reichlich unaufgeregt und sachlich-objektiv angeht und beide Seiten zu Wort kommen lässt.
Letzten Endes sollte aber jeder selbst entscheiden, ob ihm eine Stunde lesen 10€ wert sind, oder ob man nicht doch lieber kurz bei der Bibliothek vorbeischaut.


Pulverfass Russland: Wohin steuert die Großmacht?
Pulverfass Russland: Wohin steuert die Großmacht?
von Dirk Sager
  Gebundene Ausgabe

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kennt man schon, 14. November 2008
Bücher über Russland und die derzeitigen Verhältnisse haben oftmals das Problem, dass sie entweder zu einseitig negativ oder zu positiv über die dortigen Ereignisse berichten.
Von daher klingt es gut, wenn Herr Sager zu Anfang sagt, er will nicht mit deutschem Hochmut messen und in anderem Zusammenhang erwähnt: "Die Bewertung der Geschichte ist eine Frage der Perspektive". Allerdings stellt man schnell fest, welche Perspektive Herr Sager einzunehmen gedenkt. Beispielhaft ist das Kapitel "Medien im Würgegriff", in dem Figuren wie Beresowski und Gussinski zuerst zu Ikonen der Freiheit des Journalismus aufgebauscht werden und Morde an Journalisten wie Politkowskaya "ausgeschlachtet" werden. Dann wird noch die Verantwortung an "dieser Atmosphäre" Putin bzw. der Regierung zugeschoben und fertig ist die Kritik. Zwar erwähnt Sager dann in einem kurzen Satz, dass Gussinski und Co. doch nicht die großen Verfechter der journalistischen Freiheit sind, aber er listet dann schnell weitere positive Taten auf (z.B. "gaben [sie] Journalisten einen Freiraum, in dem sie ihr Handwerk ausüben konnten") und der Ansatz kritischen Hinterfragens ist schon wieder verflogen. Das auch unter Jelzins Regierungszeit (sogar mehr) Journalisten ermordet wurden als unter Putin findet z.B. keine Erwähnung, wäre mE aber ein interessanter Aspekt für eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema.
Das Sager es aber mit der Differenzierung nicht so hat merkt man auch daran, dass er auf Bücher wie die von Alexander Litwinenko oder die Organisation "Reporter ohne Grenzen" zurückgreift und Aussagen von Beresowski (der natürlich keinerlei Interessen verfolgt ...) aufgreift und für wahr hält, nur weil der Kreml sie nicht dementiert hat. Der zweite dicke Negativpunkt ist, dass Sager komplett auf Fußnoten verzichtet und am Ende des Buches nur ein Literaturverzeichnis auflistet. Deshalb ist es z.B. auch nicht nachprüfbar, wenn Sager behauptet, dass die neuen Leiter einer Rundfunkagentur (welcher wird nicht verraten) die neue Parole "50% aller Berichte hätten positiv zu sein, Oppositionspolitiker seien gar nicht, die USA als feindlich dazustellen". Das negative Bild setzt sich trotzdem im Kopf des Leser fest.
Den zweiten Stern erhält das Buch eigtl nur, weil Sager trotz aller (billiger) Kritik nicht vergisst, welchen schwierigen Weg Russland hatte (und hat). Differenzierter Jorunalismus sieht allerdings entschieden anders aus (z.B. wie bei Frau Mommsens Buch "Wer herrscht in Russland?")


Das Elend der Ökonomie: Von einer Wissenschaft, die keine ist
Das Elend der Ökonomie: Von einer Wissenschaft, die keine ist
von Alexander B Voegele
  Broschiert
Preis: EUR 16,50

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider zu wenig ..., 5. September 2008
...ist das, was Herr Voegele mit diesem Buch abliefert. "Leider", weil es durchaus ein sehr wichtiges Thema ist, welches er in seinem Buch beleuchtet: In einer Zeit der zunehmenden Ökonomisierung, in der immer öfter nur gefragt wird, ob man (oder der Staat) sich dieses oder jenes leisten kann und die Kosten einer Sache der anscheinend einzige zulässige Maßstab sind, ist es wichtig zu wissen, wo die Grenzen eines solchen Denkens liegen. Wo sich also die Wirtschaftswissenschaften immer mehr anmaßen alles erklären zu können, vlt. sogar auf alle Probleme Antworten zu haben, da ist es wichtig zu wissen, wie dieses Erklärungen aussehen und wo es vlt Grenzen geben könnte oder gibt.
Allerdings ergibt sich hier schon das erste Problem: Auch wenn zur Zeit die neoklassische Lehre in den Universitäten und den Köpfen der Professoren dominiert, ist sie eben nicht "Ökonomie" als Ganzes, sondern eine Erklärungsrichtung daraus. Wo der Autor also von "Ökonomie" redet meint er eigtl. meistens Neoklassik und die neoliberalen politischen Implikationen daraus. Also kann man das Buch eher als Kritik an der Neoklassik denn als generelle Kritik an VWL begreifen und der Autor beleuchtet durchaus interessante, zum Teil ungeklärte oder von den Ökonomen einfach übergangene Aspekte. Die sich daraus ergebende Frage ist dann: Was macht man daraus?
Und in dieser Hinsicht ist mir das Buch "zu wenig". Gerade von einem VWL-Professor hätte ich mehr als bloße Kritik und wage Andeutungen einer anderen Denkrichtung in der Ökonomie gewünscht. Denn diese sind z.B. mit Keynes, Marx und Gesell durchaus vorhanden. Wieso diskreditiert der Autor also VWL an sich, wo er eigtl. die Neoklassik meint und in Verbesserungen nur bei Andeutungen bleibt?
Meiner Meinung nach ist dieses Buch nur für Studenten der Wirtschaftswissenschaften (oder sehr Interessierten) geeignet, da wahrscheinlich nur sie wissen werden, wo Herr Voegele seine berechtigte Kritik ansetzt und erläutert. Aber gerade diese Zielgruppe müsste auch eher enttäuscht von diesem Buch sein, denn wie gesagt: Außer Kritik (die in anderen Büchern durchaus auch vorhanden ist) ist hier nicht viel mehr zu holen.


Der Nebel um das Geld. Zinsproblematik, Währungssysteme, Wirtschaftskrisen
Der Nebel um das Geld. Zinsproblematik, Währungssysteme, Wirtschaftskrisen
von Bernd Senf
  Taschenbuch

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einführung in die Freiwirtschaftslehre, 5. September 2008
Geld. Was ist es? Woher kommt es? Wohin geht es und wie funktioniert es? Fragen, die sich wohl kaum jemand stellt. Aber warum eigtl? Warum denn auch? Wahrscheinlich hat man sich schon zu sehr daran gewöhnt. Wer denkt denn schon über Luft nach, oder über Wasser und woher es kommt?
Aber würde man nur diesen Fragen nachgehen, wäre das Thema schnell abgehandelt und das Interessanteste hätte man wohl verpasst: Woher kommen Zinsen? Welche Auswirkungen haben Zinsen? Wie ist das mit dem Gold-Standard (gewesen)? Auch diesen und weiteren Fragen geht Bernd Senf auf den Grund und was sehr einfach in diesem Buch beginnt, wird zunehmend komplexer, ohne jedoch zu kompliziert zu werden. Das ist ein großer Verdienst, den man dem Autor anrechnen muss, da er es immer wieder versteht, durch kleine Grafiken oder kurze Beispiele die Thematik anschaulich zu halten. So wird auch mal - quasi nebenbei - die Außenhandelstheorie erklärt, ohne jedoch in überlange oder umständliche Erklärungen zu münden, wie es in anderen VWL-Büchern durchaus der Fall ist. Das werden gerade jene, die sich nicht mit dieser Thematik auskennen, sehr zu schätzen wissen, aber auch Fortgeschrittene können durchaus etwas dazulernen.
Auffällig ist die von Anfang an vorhandene freiwirtschaftliche Sichtweise, die der Autor einem näher bringt. Das kann man gut oder schlecht finden, schlimm ist es keineswegs. Da ist es schon eher ärgerlich, dass der Autor in der ersten Hälfte des Buches ständig betont, dass die freiwirtschaftliche Sicht von Gesell nie in der Politik umgesetzt wurde(das Experiment von Wörgl mal ausgenommen) und die Ideen von Gesell nie breiter in den Wirtschaftswissenschaften diskutiert wurden. Das ist durchaus kritikwürdig, aber es muss nich so oft wiederholt werden, das es einer der bleibenden Eindrücke dieses Buches ist. Ein zweiter Negativpunkt sind einige Äußerungen zur Geschichte Deutschlands. So glaubt Herr Senf anscheinend, dass Deutschland Alleinschuldiger am 1.Weltkrieg ist. Das ist seine Meinung und die kann man teilen oder nicht. Falsch wird es spätestens dann, wenn er behauptet, dass durch die Investitionen in den Autobahnbau der NS-Aufschwung zustande kam und dadurch massiv Arbeitsplätze geschaffen wurden. Aber abgesehen davon haben mir seine historischen Ausführungen, speziell zu Bretton-Woods und den Folgen sehr gut gefallen.
Alles in allem ein lesenswertes Buch, nach dessen Lektüre man erheblich schlauer ist und zumindest Teilbereiche der VWL ganz gut überblicken kann.


Die Standortlüge: Abrechnung mit dem Mythos
Die Standortlüge: Abrechnung mit dem Mythos
von Christoph Gauer
  Broschiert

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Jubiläum: 10 Jahre Standortlüge, 5. September 2008
Das Problem an älteren, wenn nicht sogar alten Büchern über "aktuelle Politik" ist, dass sie mittlerweile hoffnungslos veraltet sind: In jedem Fall bezüglich der Fakten bzw Argumente, die sich darauf beziehen, desöfteren bezüglich der Schlussfolgerungen.
Das interessante an diesem Buch ist, dass man nach dem Lesen - wenn man es nicht schon vorher wüsste - auch zu dem Schluss kommen könnte, es sei erst kürzlich erschienen. Das mag zwar gut für den Autor sein, weil seine Arbeit nichts an Aktualität verloren hat, ist aber auf der anderen Seite umso trauriger, da sich an den Problemen dieses Landes seit 10 Jahren anscheinend rein gar nichts verändert hat, was natürlich unweigerlich zu der Frage führt: Was haben unsere Politiker all die Zeit lang eigtl. gemacht? Wohin haben all die hitzigen Diskussionen und Reformen um Hartz4, Agenda 2010, mangelndes Wirtschaftswachstum etc. geführt, wenn man sich beim Lesen ständig fragt, ob dieses Buch wirklich von 1998 oder nicht doch von 2008 ist?
Die Antwort gibt der Inhalt selbst: Deutschland ist weit entfernt davon, seine Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren und in die Mittelklasse abzusteigen. Kurz und knapp, aber ausreichend, werden nach und nach die Standortmythen von damals (und heute) auseinandergenommen und die Plattitüden und Unwahrheiten anhand von Fakten zerlegt. Dabei gehen die Autoren auch darauf ein, wie Fakten erhoben werden, welche Aussagekraft dieser oder jene Maßstab hat (als Beispiel Lohnnebenkosten - Lohnquote) und wie die Fakten in anderen Nationen liegen. Spätestens nach dem ersten Drittel wird einem klar: Was Deutschland brauchte war kein "Ruck", keine eifrigen und blinden Reformen, Liberalisierung, Privatisierung und unbeschränkte Kapitalfreiheit wie in den angeblichen Vorzeigeländern USA, GB oder auch der Slowakei. Keine rein betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung, sondern Besinnung auf die vorhandenen Stärken: Produktivität, Bildung, etc., was v.a. im zweiten und dritten Teil des Buches abgehandelt wird. Mit diesen Vorschlägen muss man nicht immer einverstanden sein, aber sie alle haben nichts von dem einfachen Glauben an mehr Markt und weniger Staat an sich.
Leider muss man sagen, wurde in den letzten 10 Jahren ein anderer Weg eingeschlagen, nämlich jener von mehr Markt, mehr Privatisierung, weniger Staatsausgaben und Gürtel enger schnallen für viele. Das traurige Ergebnis können wir heute beobachten: An den (angeblichen) Problemen hat sich nichts geändert, ein Aufschwung von mehr als 2 Prozent über gerade einmal 2 Jahre wird uns als Reformerfolg verkauft, während im Hintergrund die nächste Krise lauert und nach weiteren Reformen gerufen wird. Eigentlich der beste Zeitpunkt um zu überprüfen, ob es nicht vlt. die falschen Probleme sind, die angegangen werden und ob es nicht vlt. die falschen (Reform-)Mittel sind, mit denen man versucht sie zu lösen. Genau dabei kann dieses Buch wertvolle Unterstützung leisten.


50 einfache Dinge, die Sie über unsere Wirtschaft wissen sollten
50 einfache Dinge, die Sie über unsere Wirtschaft wissen sollten
von Heiner Flassbeck
  Gebundene Ausgabe

22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant und andersartig, 2. Juni 2008
50 einfache Dinge über unsere Wirtschaft sollte man nach Heiner Flassbecks Meinung wissen. Allerdings entpuppt sich zuweilen, dass die Dinge doch gar nicht so einfach sind, wie sie scheinen. So wie es logisch ist, im Fußballstadion aufzustehen, um eine bessere Sicht zu erlangen, kann sich das Ergebnis schnell umkehren, sobald die Masse es einem gleich tut - mit dem Unterschied, das jetzt alle stehen müssen und doch genauso viel(wenig) wie vorher sehen. Ähnlich verhält es sich mit unserer Wirtschaft und den Debatten um "zukunftsorientierte" Politik: Was aus einzel-/betriebswirtschaftlicher Sicht logisch und fördernswert erscheint, kann aus gesamtwirtschaftlicher Sicht negative Folgen haben. Genau diese zweite Sichtweise versucht uns Heiner Flassbeck in seinem Buch näher zu bringen, manchmal allerdings mit nur mittelmäßigem Erfolg: Zum Einen, weil der Autor zum Teil nebensächliche Punkte erläutert - man hätte hier durchaus einige Punkte zusammenfassen bzw. streichen können (die Kapitel und Plänkeleien über Hans-Werner Sinn interessieren wahrscheinlich keinen, der sich zum ersten Mal mit gesamtwirtschaftlichen Sichweisen beschäftigt); zum Zweiten, weil sich einige volkswirtschaftliche Sichtweisen entgegen der medialen Dauerbestrahlung als zu erstaunlich ausnehmen, zu unbekannt, zu fragwürdig, ob es denn wirklich so sein könnte, hört man es doch seit Jahren immer wieder und v.a. anders (z.B. die Mär von den zu hohen Lohnnebenkosten, der Kult um den Abbau der Staatsschulden, die Kostenexplosion im Gesundheitswesen, etc pp...). Auch ist der Autor entgegen seiner Ankündigung im Vorwort doch zuweilen parteiisch, da man deutlich eine keynesianische Grundeinstellung erkennen kann.
Das alles ist allerdings kein Beinbruch: Positiv ist besonders hervorzuheben, dass sich Herr Flassbeck in seinem Buch so gar nicht als Ökonom outet. Keine komplizierten Begriffe, keine schwierigen Formeln, zuweilen aber (leider) auch zu wenig Fakten, dafür bestechende Logik die dem entgegensteht, was man zumeist täglich zu hören kriegt. Das wird vor allem Jene erfreuen, die sich nicht mehr auf das Verlassen, was Wirtschaft und Politik schon seit Jahren propagieren und nun auch nach anderen Meinungen ausschau halten, die Sparen, Sozialabbau und den Gürtel enger schnallen nicht als einzig gehbaren und alternativlosen Weg ansehen. Und so ist das Buch auch zu verstehen: Als Einführung in eine alternative Sichtweise ohne zuviel Schnickschnack und drumrum. Durchaus Lesenswert!


Der Deutschland-Clan: Das skrupellose Netzwerk aus Politikern, Top-Managern und Justiz
Der Deutschland-Clan: Das skrupellose Netzwerk aus Politikern, Top-Managern und Justiz
von Jürgen Roth
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tropfen auf dem heißen Stein..., 13. Juli 2007
Für das Buch "Der Deutschland-Clan" gebührt dem Autor Jürgen Roth Respekt, zeigt er doch anhand von konkreten Beispielen, was der aufgeweckte Bürger schon immer wusste oder zumindest stark vermutet hat: Unsere Politik, ja auch die Justiz ist durchsetzt von Korruption, Vetternwirtschaft und diversen "Gefälligkeiten", für die der normale Bürger schon längst hinter schwedische Gardinen gewandert wäre. Das es dabei nicht nur im Kleinigkeiten, sondern um Millionenbeträge und um das Geld der Steuerzahler geht, auch dessen war man sich schon immer bewusst und erhält in diesem Buch harte Fakten auf der Hand, wer wen wann und warum "geschmiert" hat. Das der Autor dabei ein ganzes Kapitel dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern widmet, mag den einen oder anderen langweilen, aber das Spiel mit dem "Vitamin B(eziehungen)" bleibt überall das Gleiche, egal ob in Mecklenburg, Baden-Württemberg oder in unserer schönen Hauptstadt Berlin. Wo es aber Korruption gibt, da gibt es natürlich auch die Gegenseite: die Staatsbürger, Polizisten, Staatsanwälte und Richter, die sich nicht irgendwelchen Interessen sondern dem Wohle des Volkes (oder zumindest ihrer korrekten Amtsausübung) verpflichtet fühlen und auch das benennt Jürgen Roth, sodass hier keineswegs der Eindruck entsteht, der gesamte Wirtschafts-, Politik- und Justizapparat sei eine einzige kriminelle Organisation. Besonders beeindruckend fande ich, dass der Autor sich die meisten Fakten aus verschiedenen Zeitungsartikeln "zusammengesucht hat", also die täglichen Bruchstücke, die der Bürger liest und sich nichts weiter bei denkt, zu einem Gesamtbild gefasst hat, welches erst das ganze Ausmaß offenbart.
Dennoch bin ich ein wenig enttäuscht von dem Buch, da ich aufgrund des Titels "Der Deutschland-Clan" vermutet habe, dass es hier auch um die "ganz große" Verquickung von Konzernen mit den höchsten Kreisen unserer (Spitzen-)Politiker geht. Diesbezüglich kriegt nur Schröder sein Fett weg (Stichwort Gazprom). Auch das z.B. gewisse "Experten" (Raffelhüschen und wie sie alle heißen), die die Politik auf die eine oder andere Art und Weise beeinflussen (sei es indirekt medial, oder direkt als Berater in versch. Komissionen) oftmals im Dienste von Versicherungs- und anderen Konzernen stehen, findet bei Roth leider keinen Einzug ins Buch.
So bleibt für mich persönlich ein gespaltener Eindruck: Auf der einen Seite ist dieses Buch nicht ganz das, was ich ich erwartet habe. Es deckt zudem nur einen kleinen Teil vorhandener Verstrickungen und Korruption auf (wie ein Rezensent schon schrieb "Das ist nur die Spitze des Eisbergs"). Dafür ist aber natürlich dem Autor kein Vorwurf zu machen und so bleibt dieses Buch ein wertvoller Beitrag, den ich jedem empfehlen kann, der harte Fakten auf die Hand haben möchte.


Machtwahn: Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zu Grunde richtet
Machtwahn: Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zu Grunde richtet
von Albrecht Müller
  Taschenbuch

49 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traurige Wahrheit ..., 2. Juli 2007
"Dem entspricht die Grundlinie dieses Buches. Es ist optimistisch und konstruktiv und widerspricht der destruktiven Grundeinstellung der heute führenden Eliten." - dies schrieb Albrecht Müller in der Einleitung zu seinem Buch "Die Reformlüge". Leider muss man sagen, hat Herr Müller genau diese positive Grundeinstellung nicht in sein Buch "Machtwahn" "hinüberretten" können. Aber man muss auch sagen - wiederum leider -, dass er allen Grund dazu hat, dies zu unterlassen.

In seinem 350 Seiten-Buch geht es um die schleichende Ent-Demokratisierung, die Ent-Solidarisierung und die zunehmende Verwahrlosung unserer Gesellschaft durch Kommerzialisierung, aber auch um die "Verflechtungen" (damals hieß das Korruption) von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Nachteil des großen Teils der Bevölkerung. Nach und Nach entlarvt Albrecht Müller die Einseitigkeit der derzeitigen politischen Debatte und zeigt, wie die (völlig wirkungslosen) Reformen begründet und dem Bürger aufgedrängt werden - "natürlich" zu unser aller "Vorteil" - gegen den Willen der Mehrheit. Auch zeigt er auf, was dabei für unsere Politiker rausspringt (nicht selten stolpern gerade die Erfolglosen die Karriereleiter nach oben ...). Und nicht zuletzt kriegen auch die Medien ihr Fett weg, die statt selbstständigem Journalismus zu betreiben nur noch die Agitationen bestimmter Gruppen und Verbände (z.B. der INSM) übernehmen und unkritisch reflektieren. All diese Dinge sind nicht nur bloße Behauptungen Müllers, sondern werden mit ausreichend Argumenten und Beispielen belegt, wobei er einen sehr angenehmen und leicht lesbaren Schreibstil hat. Allerdings gibt es meinerseits auch Kritikpunkte: Zum einen der schon erwähnte negative Grundtenor, der zwar angebracht aber nicht geeignet ist, um dem Leser Mut zu machen und Vertrauen in die Zukunft zu fördern (wie Herr Müller das in seinem Buch Reformlüge gefordert hat). Im letzten Kapitel schreibt er zwar etwas darüber, dass wir uns als Bürger wehren sollten, aber mMn kommt das ganze viel zu kurz um es richtig Ernst zu nehmen (dennoch möchten ich jedem wärmstens die Nachdenkseiten empfehlen). Der zweite Negativpunkt ist folgender: Man kann während des Lesens durchaus den Eindruck gewinnen, das es nur einen Albrecht Müller an leitender staatlicher Stelle geben müsste, damit es dem Land und den Bürger wieder besser geht. Diese Intention ist vom Autor sicherlich nicht beabsichtigt, dennoch vermittelt er manchmal den Eindruck, als seien unsere Probleme ganz einfach zu lösen.

Ich hab also überlegt, ob ich dem Buch 4 oder 5 Sterne gebe. Da ich es aber besser als Jürgen Roths "Der Deutschland-Clan" finde und für die zahlreichen Gedanken wider dem Mainstream und medialen Einheitsbrei dankbar bin, sind es 5 Sterne geworden. Aber letztlich sollte es jeder lesen und selbst entscheiden. Einmal eine andere als die täglich übliche Sicht wird sicherlich nicht schaden!


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