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Beiträge von Daniel Zynda
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Rezensionen verfasst von
Daniel Zynda (TaoYuan, Taiwan)
(REAL NAME)   

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Stranglers Of Bombay / (B&W) [DVD] [Region 1] [NTSC] [US Import]
Stranglers Of Bombay / (B&W) [DVD] [Region 1] [NTSC] [US Import]
Wird angeboten von Tolle Unterhaltung
Preis: EUR 13,30

2.0 von 5 Sternen Langweiliger Abenteuerfilm aus den Hammer Studios, 14. Februar 2017
"The stranglers of Bombay" (deutscher Titel "Die Wuerger von Bombay") von 1959 duerfte der so ziemlich erste Ausflug der Hammer Film Productions in den Abenteuerfilm gewesen sein.

Manche legen die Messlatte sicher sehr hoch. Terence Fisher dreht nach all den tollen Horror-Filmen (Frankenstein, Dracula, Die Mumie, Sherlock Holmes) mit fast dem gleichen Team, aber anderen Darstellern, nun einen Film, der auf wahre Begebenheiten aus der britischen Kolonialzeit in Indien basiert. Das muss doch interessant sein! Allerdings muss man hier das alte Sprichwort "Schuster bleib bei deinem Leisten" bemuehen. Denn dieser Film zeigt wieder sehr gut auf, warum die Hammer-Studios im Horror-Film zuhause waren und auch nur diese Filme popularitaet erlangten. Wenn es etwas positives zu "Die Wuerger von Bombay" zu sagen gibt, dann das sich das Drehbuch ueberraschend nah an den wahren Begebenheiten haelt und nichts uebertreibt oder auf Effekte aus ist. Da sind also diese Wuerger, die sich Jahrhunderte in Indien 'rumtrieben, weil sie gerne im Namen ihres Gottes Leute erwuergten. Sowas geht natuerlich nicht, und so machten britische Soldaten dem Spuk ein Ende. Und das beschreibt auch die Story des Films. Wie gesagt, ohne auszuschmuecken. Allerdings - in einem guenstig produzierten Film mit Charaktern ohne Tiefe, da musst du das - sonst kommt sowas bei 'raus. Der Film duempelt vor sich hin, entwickelt sich zu einer Mischung aus Abenteuerfilm, Krimi und, ja, Western auf britisch. Ohne Hoehepunkte, voller Haenger und nichtssagenden Charakteren. Die eigentlich recht soliden Darsteller (Guy Rolfe zum Beispiel als Held) haengen sich auch nicht gerade rein und wirken oft unfreiwillig komisch (besonders witzig eine Szene, in der die Wuerger dem guten Guy eine abgetrennte Hand ins Haus werfen. Seine Frau findet sie, sie ruft ihn, und er guckt sich die Hand peinlich beruehrt grinsend an). Ausserdem war es eine schlechte Entscheidung, den Film in Schwarz/weiss zu drehen. Ein paar knallige Hammer-Farben haetten vielleicht die ein oder andere Szene noch retten koennen, aber so wirkt alles nur verstaubt. Fisher's Regie ist nicht uebel, aber auch ihm fehlt offensichlich Motivation und Schwung. Alles wirkt wie eine typische Auftragsarbeit, ohne herzblut. Und so ist das Endprodukt vor allem eines: Langweilig. Und das ist eigentlich das schlimmste, was einem Film passieren kann. Es scheint, als waeren auch die Hammer Produzenten nicht so recht zufrieden gewesen, weswegen sie den Film weniger als zwei Jahre spaeter mit "Terror der Tongs" nochmal machten. Paar Aenderungen in der Story, in Shocking Colour, mit typischen Hammer-Horror Zutaten und Christopher Lee als Boesewicht. Ein Film, der zwar auch keine Begeisterung ausloest, aber bei weitem besser zu den beruehmten Hammer Filmen jener Zeit passt, als es die Wuerger von Bombay tun. Ich sah den Film erstmals vor gut 25 Jahren im Fernsehen, und fand ihn einschlaefernd. Dachte, 2017 wirkt er vielleicht anders, aber nein, da hat sich in meiner Anschauung leider nichts geaendert.

Diese US-DVD hier wuerde ich nicht empfehlen. Haltet nach der "Icons of Adventure" Collection von Sony Ausschau. Da gibts den Film zusammen mit drei weiteren Abenteuerfilmen von Hammer, und sogar mit Audiokommentaren. Und das alles in ausgesprochen guter Qualitaet zu einem recht kleinen Preis (ich hab bei Amazon USA so um die 12 Euro gezahlt). Denke, eine deutsche Veroeffentlichung dieses Filmes ist nicht zu erwarten.


Spider-Man 2 [Blu-ray]
Spider-Man 2 [Blu-ray]
DVD ~ Tobey Maquire
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Der beste Spider-Man Film, 14. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: Spider-Man 2 [Blu-ray] (Blu-ray)
Wie schon der zweite Film der "X-Men" sollte auch das Sequel zu "Spider-Man" den Vorgaenger bei weitem uebertreffen. "Spider-Man 2" ist ein perfekter Superhelden-Film.

Der erste "Spider-Man" Film war toll, aber der zweite hat einfach mehr von allem. Mehr Gefuehl, mehr Action, mehr Humor, mehr Raum fuer alle Beteiligten. Der Film ist lang, laesst sich Zeit, konzentriert sich zu Beginn sehr lange auf das Privatleben von Peter Parker. Der Love-Story zwischen ihm und Mary Jane wird viel mehr Zeit eingeraeumt als im Vorgaenger und beruehrt somit auch weitaus mehr. Zumindest trifft sie haargenau meinen Geschmack, liebe die Szenen mit den beiden, vielleicht weil ich in diesen Situationen mich meist aehnlich mrkwuerdig verhalte, Und ebenso sehr mag ich den vielen, schrulligen Humor. Muss da auch nach mehrmaligen Gucken noch drueber lachen. Die Action empfinde ich auch nach heutigen Masstaeben hervorragend, die Spezialeffekte sind atemberaubend, und Doctor Octopus ist ein toller Schurke, der gut in die klassische Spidey-Welt passt. Erbarmungslos und Brutal, und doch kann man ihn nicht hassen. Er hat was liebenswertes, und wird von Alfred Molina ziemlich gut und nicht allzu uebertrieben gespielt (obwohl ich finde, das er in Octopus' "normalen" Momenten glaubwuerdiger 'rueberkommt). Und letztlich bleibt er aber auch mehr oder weniger eine Nebenperson, der Film konzentriert sich fast durchgehend auf Peter Parker/Spider-Man, die Message: Parker ist Spider-Man und Spider-Man Parker. Es ist nicht nur das Kostuem, das ihn zum Helden macht. Das ganze wird huebsch pathetisch verpackt, von Raimi offensichtlich mit Begeisterung und Liebe inszeniert, und heraus kam das beste Popcorn-Kino, das man sich wuenschen kann.

Halte den Film fuer den besten aller Spider-Man Filme, und fuer einen der bestgemachtesten und unterhaltsamsten aller Marvel-Filme. Wer das "Superhelden" Genre auch nur ein ganz klein bisschen mag, den wird der Film auch 2017 noch begeistern.


Good Morning / I Was Born But... [2 DVDs] [UK Import]
Good Morning / I Was Born But... [2 DVDs] [UK Import]
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 16,41

5.0 von 5 Sternen Der "leichte" Ozu, 12. Februar 2017
"Ohayo", in Deutschland unter dem Titel "Guten Morgen" gelaufen, entstand 1959 und ist Ozu's zweiter Farbfilm.

Mit dem Einzug der Farbe hatte Ozu auch seine Lust zur Komoedie wiederentdeckt. War "Equinox Flower" bereits eine beschwingtere Version eines typischen Ozu-Themas (Heirat und Auszug der Kinder), so ist "Ohayo" als reine Komoedie anzusehen, ohne allzu ernste Themen, ohne Duesternis, wie "Equinox Flower" erstrahlt auch "Ohayo" in knalligen Farben. Man kann vielleicht sagen, hier macht Ozu die Belanglosigkeiten des Alltags zum Thema. Das unaufregende Leben in einem Vorort von Tokio, wo alles seinen geregelten Gang geht, wo sich eigentlich nie etwas tut. Die Nachbarn tauschen lediglich uebliche Floskeln untereinander aus, und Nichtigkeiten sorgen fuer Aufregung. Ozu beobachtet das wieder haargenau, der Film bildet ein sehr realistisches Portrait einer kleinen Nachbarschaft, einer, wie man sie nicht nur in Japan fand oder findet. Ich sage, eine reine Komoedie. Aber eine, die den Humor im Alltag sieht. Kein aufgesetzter Humor, auch keine Uebertreibungen. Als roter Faden in der Story dienen die Kinder, die sich so sehr ein Fernsehgeraet wuenschen. Und als sie es am Ende bekommen, da freut man sich mit ihnen, ein wirklich schoenes Happy End. Und auch die Erwachsenen bekommen, was sie wollen. Und brauchen dazu nur uebers Wetter reden. Ein schoener, aufmunternder Film. Da ichs persoenlich gern etwas duesterer mag, ziehe ich zwar viele andere Ozu Werke diesem hier vor - aber des Meisters Hand ist durchweg zu erkennen. Und macht auch diesen Film zu einem Erlebnis. Einen Film, in dem die Leute so gut wie nichts anderes sagen als "Guten Abend", "Guten Tag" und "Guten Abend", dazwischen ein paar Kommentare uebers Wetter abgeben und in dem Kinder fuer ein Fernsehgeraet kaempfen. So eine Story kann in der Hand eines Genies aufregender sein als die opulentesten Filmspektakel Hollywoods.

Wie so viele andere Ozu Filme ist auch dieser Film ist in Deutschland nicht erhaeltlich (das klassische Japanische Kino findet hierzulande auf DVD oder Blu-Ray nicht statt). Diese britische Blu-Ray von BFI bietet den Film in sehr guter Bildqualitaet, in noch besserer als "Equinox Flower".


Teachers [Blu-ray] [Import anglais]
Teachers [Blu-ray] [Import anglais]

3.0 von 5 Sternen Die Aufsaessigen (Blu-Ray), 11. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: Teachers [Blu-ray] [Import anglais] (Blu-ray)
Dieser Film beweist mir mal wieder, das es doch Filme gibt, die ich als Kind wirklich super fand, und die mir als Erwachsener gar nichts mehr geben.

Habe "Die Aufsaessigen" (1984), so der deutsche Titel, in den 80ern mehrfach im Fernsehen gesehen, lief damals rauf und runter, und war begeistert. Sicher ist's kein Film fuer einen gut 10 jaehrigen, aber aus irgendeinem Grund liebte ich den Film. Und diesen Grund habe ich vergessen. Vielleicht weil ich mir wuenschte, einer meiner Lehrer waere so wie Nick Nolte in diesem Film, oder wie der verrueckte, der sich staendig kostuemiert. Leider waren meine Lehrer groesstenteils Langeweiler, mit ein, zwei Ausnahmen. Hab den Film dann auch seit den spaeten 80ern nicht mehr gesehen, und als ich diese amerikanische Blu-Ray fand griff ich aufgrund nostalgischer Erinnerungen sofort zu und freute mich auf einen Trip in die Kindheit. Leider klappte das nicht. Zunaechst wunderte ich mich, wie viel von dem Film ich vollkommen vergessen hatte, da waren gar keine Erinnerungen. Was zeigt, das mir woh wirklich nur die Charaktere etwas gegeben hatten und ich dem Rest gar keine Beachtung geschenkt hatte. Nun, der Film zeigt uns den Schulalltag a la Amerika, aus Sicht der Lehrer. Der Film ist also keine suesse John Hughes Story, es geht eher rauh und ansatzweise realistisch zu. Auch kein sonniges Kalifornien, sondern bitterkalter Winter in Ohio. Da ein richtiger Handlungsfaden fehlt wird sich jedem Genre angebietert. Komoedie, Drama, Thriller, etwas von allem. Und alles viel zu krass. Der Humor ist zu schrill, die Gewalt unpassend brutal. Dazwischen auch sehr viel Leerlauf. So ein Drehbuch kann mich ebenso wenig ueberzeugen wie es die Darsteller taten. Allen voran Nolte. Eine vollkommen uninspirierte, starre Darbietung. Regisseur Arthur Hiller ist kein Vorwurf zu machen, seine Inszenierung gefaellt mir, in den 80ern lief der Mann ja nochmal zu Topform auf und fabrizierte diverse Kassenschlager. Selten aber hatten seine Filme "meine" Themen, weswegen ich von ihm eigentlich nur einen einzigen Film wirklich gut finde, den im selben Jahr wie "Teachers" entstandenen "Ein Single kommt selten allein" mit Steve Martin. Und auch der Soundtrack gefaelltm guter Radiorock der 80er. Aber die Story, nein, nicht mein Geschmack.

In Deutschland erschien der Film nie auf DVD. Die US- Blu Ray kommt von Olive Films, und bietet den Film in einer Qualitaet, die ich als nicht viel besser als auf DVD betrachte. Oft grieselts, und dank HD werden auch wieder weisse Puenktchen ab und an herauskristallisiert. Ein tolles HD Erlebnis isses nicht, und da es auch keine englischen Untertitel und kein Bonusmaterial gibt, wuerde ich eigentlich sagen: DVD reicht hier. Allerdings ist die MGM DVD seit Jahren out of print und recht teuer, teurer also als die Blu-Ray. Deshalb, wer den Film sehen will, greife zur Blu-Ray.


Der Fremde im Zug [Blu-ray]
Der Fremde im Zug [Blu-ray]
DVD ~ Leo G. Carroll
Preis: EUR 9,49

5.0 von 5 Sternen Robert Walker traegt den Film, 9. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: Der Fremde im Zug [Blu-ray] (Blu-ray)
Na ja, einer von Hitchcocks groessten Klassikern, da duerfte in den Rezensionen hier so ziemlich alles gesagt worden sein. Hab ihn gestern geguckt, und es war etwas besonderes - war es doch der einzige Hitchcock Film bis in die fruehen 60er hinein, den ich mir noch nie wirklich aufmerksam angeguckt hatte. Frueher ab und an so nebenbei im Fernsehen, aber warum auch immer, voll bewusst hatte ich ihn noch nie gesehen.

War natuerlich keine Ueberraschung, das der Film sehr gut ist. Erstmal gefaellt es mir, wie Hitchcock es schafft, die Story aus der Romanvorlage von Highsmith abzuaendern und dabei etwas eigenstaendiges, gleichwertig gutes fabriziert. Buch und Film sind gleichwertig, find ich. Wurde ja auch sehr lange am Drehbuch gefeilt. Keine Ahnung wie Hitchcock auf die Idee kam, Philip Marlowe Erfinder Raymond Chandler zunaechst 'dranzulassen. Billy Wilder haette ihm doch sagen koennen, was fuer eine Hoelle das Drehbuchschreiben von "Frau ohne Gewissen" gewesen ist. Chandler war ein ausgezeichneter Schriftsteller - aber Drehbuecher, das konnte er nicht, er verstand "Film-schreiben" ganz einfach nicht. Nun, die Story ist faszinierend, doch getragen wird der Film von Robert Walker in der Rolle des Psychopathen Bruno. Mensch, was macht der das gut. Genau das, was Hitchcock hatte haben wollen. Einen damals voellig neuartigen Schurken, ein freundlicher Gentleman, ein Mann zum Gernhaben, der im ersten Moment hilfsbereit und zuvorkommend ist, und im naechsten zum eiskalten Killer wird. Ohne sich seiner Taten wirklich bewusst zu werden. Ihm gegenueber Farley Granger - das passt. Granger ueberzeugte mich nie, halte ihn fuer keinen besonders guten Schauspieler und frag mich oft, wie er in seinen jungen Jahren an Leute wie Hitchcock oder Visconti geraten konnte. Aber hier passt er, sein steifes Spiel, seine Unschuld, das passt zu seinem Charakter. Ein harmloser, netter Mann, der an einen Wahnsinnigen geraet. Es wirkt glaubwuerdig. Also, so gut die Story auch sein mag, mit jemand anderem als Robert Walker waers nicht so gut 'ruebergekommen. Der Mann spielt ueberragend. Es ist sehr bedauerlich, das er noch im selben Jahr im Alter von nur 33 Jahren unter tragischen Umstaenden ums Leben kam. Besonders begeistert war ich von den Einstellungen, die ihn als "Stalker" zeigen, der Granger immer folgt: Der starre Blick inmitten von hin und her ruckenden Koepfen im Publikum eines Tennis-Spiels, oder die weit entfernte Gestalt, die man kaum erkennen kann und doch weiss, das sie Granger anstarrt. Toll gemacht von Hitch. Nicht so begeistert hat mich allerdings das recht beruehmte Finale auf dem Karussell. Klar, es ist wunderbar gefilmt, sieht gut aus, aber es ist mir zu actiongeladen in solch einer Story. Und die Umstaende, die es einleiten, wirken arg gewollt. Ein Polizist will ploetzlich auf Granger schiessen, und das obwohl er nur auf ein Karrussel zulaeuft und gegen den Mann bisher nichts vorliegt. Dabei kommt der Kontrolleur des Karussells ums Leben und stellt beim Umfallen das Karusell auf Hoechstgeschwindigkeit. Wieso kann ein Kinderkarussell solch Geschwindigkeiten erreichen? Ja, ich weiss schon, es kommt Hitchcock vor allem auf den Effekt an. Und wenn einer so sehr wie ich ueber solche Sachen nachdenkt, dann zeigt das letztlich nur, wie gut mir der Film gefallen hat. Es ist ein Meisterwerk des Thrillers, ein Wegweiser fuer das Genre.

Nun noch kurz zur Blu-Ray: Wieder eine Warner Blu Ray, die einen alten Film in bestmoeglichster Qualitaet HD mastered, Der Film sieht aus wie geleckt. So und nicht anders lohnen sich alte Klassiker in HD. Und auch das von der DVD uebernommene Bonusmaterial ist recht interessant Also, ein lohnenswerter Kauf, fuer Hitchcock Fans sowieso.


Hemmungslose Liebe
Hemmungslose Liebe
DVD ~ Joan Crawford
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 35,98

5.0 von 5 Sternen Packendes Thriller-Drama, 8. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: Hemmungslose Liebe (DVD)
Wie konnte dieser tolle Film nur fuer so viele Jahre an mir vorbei gehen? Na, wahrscheinlich liegts an der Hauptdarstellerin, bin kein Fan der guten Joan Crawford. Und Van Heflin hat mir auch nie das meiste gegeben.

Also erstmal, der 1947 entstandene Film ist ein echter Film Noir. Die Umsetzung passt sich der Handlung an, das Licht und Schattenspiel nicht nur Spielerei, sondern bedeutungsvoll in jeder Szene. Wurde sogleich gepackt, als zu Anfang Joan Crawford am ganz fruehen Morgen auf den menschenleeren Strassen Washingtons laeuft. Eine echte Aussenaufnahme, kein Studio. Das wirkt um so vieles mehr! Es folgt das Psychogramm einer Frau, die wahnsinning wird. Und das auf ungeheuer fesselnde Weise. Man wird in die Story hineingezogen, nichts wirkt kitschig oder allzu uebertrieben. Nun, es ist diese "Hemmungslose Liebe" zu einem Mann, der die nicht mehr will, die sie in den Wahnsinn treibt. Joan Crawford spielt vortrefflich, man nimmt ihr den Wahnsinn durch und durch ab, selbst ihre Mimik, der Blick in ihren Augen, stimmt. Der Wechsel zwischen Realitaet und Einbildung wird glaubwuerdig gezeigt, schafft es, das Publikum wirklich zu ueberraschen. Und ab und an wirds sogar ein bisschen unheimlich. Da gibts die Szene, in der sie glaubt, die Ex-Frau ihres Mannes, die sich umgebracht hat, wartet auf sie. Uaah, da ging mir aber die Gaensehaut 'runter. Die Sichtweise auf Psychologie ist uebrigens auch ueberraschend modern und trocken, ohne die im Hollywood Kino bis heute uebliche Naivitaet. Regisseur Curtis Bernhardt hat hier wirklich ein kleines Meisterwerk geschaffen, seine Regie ist perfekt. Voller Ideen, ein Kunstwerk, bei dem er viel aus seinen Jahren in Deutschland einfliessen laesst. Lest mal etwas die amerikanischen Kritiken, manchen da ist der Film sogar ZU deutsch. Aber so oft waren es die Immigranten, die in Hollywood das "Besondere" schufen, und Bernhardt in den 40ern gehoerte da ganz sicher dazu. Kleiner Kritikpunkt vielleicht: Er zieht den Ansatz nicht konsequent durch, einige wenige Szenen gehen in die typische "Joan Crawford-Film" Richtung, damit die Fans auch ihr Futter bekommen. Dadurch wirkts ein klein wenig uneinheitlich. Ist aber kein grosses Ding, ist schon ok. Aber was ich ganz besonders Interessant finde, etwas, das auch in der kleinen Featurette erwaehnt wird (weiss nicht ob die auch auf der deutschen DVD ist): Ein Film-Noir mit Rollentausch. Stimmt absolut. Crawford koennte auch ein Mann sein, und Van Heflin ist die Femme Fatale. Faszinierend. Trotzdem werd ich auch nach diesem Film nicht warm mit Crawford oder Heflin.

Nochmal: Ein unbedingt sehenswerter Film. Manch einer geht daran vorbei, wahrscheinlich weil sowohl das Kinoposter des Films als auch der deutsche Titel eher auf eine herzzerreissende, schwuelstige Love-Story hindeuten. Aber nein, hier bekommt ihr einen visionaeren Thriller. Und den gibt es seit einigen Jahren in den USA von Warner auf Blu-Ray. Und auch hier wieder: Klassiker in HD + Warner = Bestmoeglichste Qualitaet. Das lohnt sich. Deutschen Ton gibts da natierlich nicht, aber wer den Film in HD erleben will, der muss trotzdem zugreifen. Bezweifle sehr, das Warner den Film hierzulande auf Blu-Ray veroeffentlicht.


Columbia Pictures Film Noir Classics IV
Columbia Pictures Film Noir Classics IV
Wird angeboten von RAREWAVES USA
Preis: EUR 47,39

2.0 von 5 Sternen Mit echtem Film Noir haben die Filme nicht viel zu tun, 7. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: Columbia Pictures Film Noir Classics IV (DVD)
Ja, das Set bietet eine recht merkwuerdige Filmauswahl, keines der Werke wuerde ich wirklich unter Film Noir einordnen. Hier kurz was zu den einzelnen Filmen:

SO DARK THE NIGHT (1946 - IN DEUTSCHLAND NIE GEZEIGT)
Der wohl interessante Film auf dieser Kollektion, einer, den man als Noir betrachten kann. Gedreht vom Meister der B-Filme, Joseph H Lewis. Ein alternder Meisterdetektiv will Urlaub iauf dem Lande machen (aus irgendeinem Grund ist die Story in Frankreich angesiedelt), verliebt sich dort in ein junges Maedchen, aber die wird ploetzlich ermordet. Er versucht, den Fall zu klaeren. Ungewoehnlicher Film, die erste Haelfte wirkt wie ein extrem kitschiges Maerchen, und unvermittelt verduestert sich die Story und wird zu einem Psychothriller. Die Kamerafuehrung ist fantastisch, innovativ und experimentell. Ein wirklich toller Film ist's trotzdem nicht, wie so oft bei diesen fruehen US-Psychothrillern ist die Betrachtungsweise sehr naiv und oberflaechlich. Dennoch, zumindest hinterlaesst das Werk etwas Eindruck. Ein Film, den man gucken kann.

JOHNNY O'CLOCK (1947 - IN DEUTSCHLAND NIE GEZEIGT)
Der Grund, warum ich mir dieses Set geholt habe. Bin ein grosser Dick Powell Fan und diesen Film gibts nur hier. Auch der Film hat schon Ansaetze zum Film Noir, aber das Problem hier: Die Story ist einfach stinklangweilig (weiss nichtmal, was ich hier als Handlung schreiben soll) und schleppend inszeniert. Ueber eine Stunde lang passiert so gut wie gar nichts, und die actiongeladene letzte halbe Stunde wirkt dann uebertrieben und aufgesetzt. Der wohl schwaechste Film aus Dick Powell's "Hard boiled" Jahren. Zumindest isser' aber sehr gut produziert, auch hier gute Kamerafuehrung und Beleuchtung - etwas, das ueberhaupt auf jeden der fuenf hier versammelten Filme zutrifft. Sie sehen nicht wie billiger B-Kram aus.

WALK A CROOKED MILE (1948 - DEUTSCHER KINOTITEL: ACHTUNG! ATOMSPIONE!)
Kann man die ersten beiden Filme noch halbwegs als Film Noir ansehen, haben die anderen drei damit nichts zu tun. Dieser Film ist das uebliche Loblied auf CIA und FBI, und wie die fiese Kommunisten dingfest machen, sogar den typischen Erzaehler mit energischer Stimme gibts. Sorry, aber das ist ganz bestimmt nicht Film Noir, sondern die uebliche Propaganda, heroenhafte Amerikaner gegen komische Auslaender. Diese Sorte Film entstand damals am Fliessband. Gedreht von Routinier Gordon Douglas. Ein altbackener, langweiliger Film ohne Anspruch. Nicht gut.

BETWEEN MIDNIGHT AND DAWN (1950 - DEUTSCHER KINOTITEL: ZWISCHEN MITTERNACHT UND MORGEN)
Nochmal Regisseur Gordon Douglas. Diesmal gibts einen recht harten Polizeifilm. Zwei Cops fahren nachts durch die Gegend, immer auf der Jagd nach Kriminellen. Der Film ist recht brutal und derb fuer seine Zeit, und soll Einblick in das Leben von Polizisten geben. Er hat einige interessante Momente, scheitert aber erneut an einer vollkommen uninteressanten Story. Polizei gegen einen Gangster, na, das uebliche halt. Muss man auch nicht unbedingt gesehen haben.

WALK EAST ON BEACON! (1952 - IN DEUTSCHLAND NIE GEZEIGT)
Dieser Film ist ein Loblied auf das FBI - und wie die fiese Kommunisten dingfest...moment mal, das hatten wir doch schon. Stimmt! Der Film ist "Walk a crooked mile", nochmal. Uebelste Propaganda, basierend auf einer Story von FBI Chef Hoover himself. Kann sowas gut sein? Natuerlich nicht. Da sind wieder hinterhaeltig grinsende Auslaender - und freundlich laechelnde, saubere Amerikaner. Auch den Erzaehler gibt es wieder, und am Ende denkt sich jeder Amerikaner, ja, der Edgar hat schon recht, es ist besser, wenn wir alle ueberwacht werden - und wenn du glaubst du kennst einen der ein gemeiner Kommunist sein koennte: Melde ihn!. So einen Film auf eine Film Noir Collection zu tun ist fast schon eine Frechheit.

Nun, wie gesagt, eine recht merkwuerdige Auswahl. Positiv zu erwaehnen ist, das die Filme, die allsamt recht rar waren und selten gezeigt wurden, in wirklich erstklassiger Bildqualitaet vorliegen, die Master sind blitzblank. Von jedem dieser Filme koennte man ohne weiteres ein HD Master erstellen und auf Blu-Ray packen - wirds aber nie geben, lohnt sich bei solchen Obskuritaeten nicht. Diese Veroeffentlichungen von TCM sind leider immer recht teuer, dafuer hat jeder Film seine eigene DVD und es gibt sehr Umfangreiche Bildergallerien zu jedem Titel, Sony hat praktisch alles 'rausgerueckt, was die zu den Filmen in den Archiven hatten, selbst Making Of-Fotos. Sich solche Muehe zu machen ist bei so unbekannten Filmen nicht selbstverstaendlich. Einziges Manko: Es gibt keine englischen Untertitel Also, eine sehr edle Veroeffentlichung von leider nicht besonders edlen Filmen. Schade, hatte auf die ein oder andere Entdeckung gehofft.


Zwischen Mitternacht und Morgen / Between Midnight and Dawn ( ) [ Spanische Import ]
Zwischen Mitternacht und Morgen / Between Midnight and Dawn ( ) [ Spanische Import ]
DVD ~ Mark Stevens
Wird angeboten von DaaVeeDee-DEU
Preis: EUR 27,99

3.0 von 5 Sternen Nichts interessantes, 6. Februar 2017
1950 von Gordon Douglas gedrehter kleiner, harter Polizeikrimi - der heute gern als "Film Noir" bezeichnet wird. Ich zitiere mal die recht treffend zusammengefasste Handlung aus der Produktbeschreibung: "Informativer kleiner Spielfilm über die Tätigkeit der motorisierten amerikanischen Streifenpolizei, der neben privaten Handlungsmomenten die aufopfernde Tätigkeit der Beamten in den Mittelpunkt stellt:". So, klingt das nach dem, was man von einem "Film Noir" erwartet? Wohl eher nicht. Leider ist mittlerweile vergessen, das die Bezeichnung sich nicht nur auf die Umsetzung, sondern auch auf den Inhalt bezog. Aber mittlerweile wird in den USA eh jeder zwischen 1940 und 1960 entstandene Krimi als "Film Noir" bezeichnet, eine weitere Genre-Bezeichnung, die so stark verwaessert wurde, das sie eigentlich fuer nichts mehr steht.

Ja, es ist oft sehr schwarz im Film, weil der ja auch meist nachts spielt. Wenn das allein einen "Film Noir" ausmacht, dann waere dieses Untergenre ja ein Witz. Nein, nein, das ist ganz einfach ein Polizeikrimi, wie gesagt, fuer damalige Verhaeltnisse ein recht harter, brutaler. Ansonsten ist's aber was von der Stange. mit einer auessert langweiligen Handlung. Die erste Stunde ueber kommt der Film nie in Fahrt, Fahrt gibts nur wenn man die beiden Polypen im Auto durch die Nacht 'rumkurven sieht, immer auf der Suche nach boesen Buben. Dazwischen gibts zur Auflockerung ein paar Momente aus deren Privatleben, die wie Fremdkoerper wirken, da sie viel zu humorvoll, tatsaechlich am Rand zur Komoedie sind. Gibt einen aehnlichen Film, entstanden ungefaehr zur selben Zeit, der das gleiche Thema viel besser und tiefgehender erzaehlt, leider komm' ich gerad nicht auf den Titel (der mit diesem lebenden Bronzemann im Schaufenster - falls das der einen Person, die diese Rezension in den kommenden 10 Jahren lesen wird, was sagt). Na, wie auch immer. Man fragt sich gerade, wohin diese lahme Story noch fuehren soll, als es einen unerwarteten Twist gibt, ploetzlich wird die Story ausgesprochen dramatisch. Das ist nicht schlecht, es kommt wirklich unerwartet. Das fuehrt dann aber "nur" zu einer actiongeladenen Schiesserei im Finale - Tiefe fehlanzeige. So bleibt unterm Strich nur ein auessert unbefriedigender, typischer B-Krimi, typische Fliessbandarbeit von Gordon Douglas. Auch die Darsteller, von denen in Deutschland wohl Edmond O'Brien (D.O.A; Ein Doppelleben) der bekannteste sein duerfte, vermoegen nicht zu packen. Richtig gut ist hier wirklich nur die ansprechende Kameraarbeit, die die Duesternis der Nacht recht gut vermittelt.

Den Film bekommt ihr in den USA auf einem Film Noir DVD Set, zusammen mit vier weiteren (schwachen) Filmen, die aber allsamt eher unbekannt sind und deshalb in Deutschland wohl nie veroeffentlicht werden. Fuer Leute, die alles bekannte schon gesehen haben, kann man hier einige Raritaeten der Sammlung zufuegen. Die Bildqualitaet ist bei allen Filmen fantastisch, leider ist das DVD Set sehr teuer (zwischen 35-45 Euro)und bietet keine englischen Untertitel.


Vertraue keinem Fremden / Never Take Sweets from a Stranger ( ) [ Spanische Import ]
Vertraue keinem Fremden / Never Take Sweets from a Stranger ( ) [ Spanische Import ]
DVD ~ Felix Aylmer
Wird angeboten von DaaVeeDee-DEU
Preis: EUR 28,99

4.0 von 5 Sternen Gewagtes Thriller-Drama aus den Hammer Studios, 6. Februar 2017
Na ja, mit all dem, was die Hammer Studios da ausserhalb des Horror-Genres gemacht haben, konnte ich mich nie so recht anfreunden, abgesehen von vielleicht ein paar der Abenteuerfilme. Die Komoedien sind zum fuerchten, die Thriller meist nur Nachahmer vorangeganener Erfolgsfilme anderer Studios. Dieser Film hier hat mich dann aber doch sehr positiv ueberrascht!

Ich dachte, der 1960 unter der Regie von Cyril Frankel entstandene Film sei nur ein weiterer dieser staubigen Thriller, aber nein, der Film ist herausragend. Es geht da also um eine Familie, deren neunjaehrige Tochter an einen paedophilen alten Mann geraet, der sie und ihre Freundin nackt bei sich zuhause tanzen laesst. Sie denkt sich in ihrer Unschuld nichts dabei, aber als sie es zuhause erzaehlt, wollen die wuetenden Eltern den Mann vor Gericht zerren. Problem: Die leben in einem Dorf, und der Mann ist einer der wohlhabendsten und angesehensten Buerger dort. Keiner im Dorf will sich Aerger einhandeln, keiner will helfen. - Wow, eine ziemlich gewagte Story fuer einen Film von 1960! Zu einer Zeit, als solch ein Thema praktisch noch ein voelliges Tabu war, was totgeschwiegen wurde. Und genau dieses Denken nimmt der Film als Basis. Jeder macht sich auf diese Weise mitschuldig. Hammer Produzent James Carreras sagte mal, dies sei der einzige Hammer Film mit einer Message - und floppte. Aus verschiedenen Gruenden. Erstmal, klar, wegen dem Tabu-Bruch, aber auch wegen einer Falsch-Vermarktung. Man versuchte den Film als reinen Thriller zu verkaufen, die gesamte Werbung beruhte lediglich auf dem Finale des Films. Das er zusatzlich noch ein Drama und in Teilen ein Gerichtsfilm ist, wurde nicht erwaehnt. Und so verschwand der Film sehr schnell wieder, und war fuer Dekaden einer der schwerst zu findenden Hammer-Filme. Sicher, es ist kein grosses Meisterwerk. aber man geht so weit wie man in einem "Kommerz-Film" gehen kann. Die Charaktere werden nicht tief genug durchleuchtet, bleiben aber auch nicht rein oberflaechlich, ist ehrlich und direkt, ohne abzumildern und bietet nichtmal ein echtes Happy End. Klar wird etwas zu sehr dramatisiert, besonders zu Beginn des Finales, als der paedophile Opa ploetzlich wie Frankensteins Monster im Wald auftaucht - da merkt man schon so'n bisschen den typischen Hammer Stil (auch wegen der guten Aussenaufnahmen, koennte wieder der Black Park gewesen sein). Nur ists hier eben kein Monster oder Vampir - sondern ein geisteskranker Mann. Das macht das wirklich recht schockierend, und das Finale ist sehr spannend. Fans der Hammer Horror Filme werden ausserdem viele bekannte Gesichter sehen: Erstmal das Maedchen, Janina Faye, war kurz zuvor im ersten "Dracula" kurz mit dabei, und ihre Mutter, Gwen Watford, spielte Jahre spaeter auch die Mutter von Lucy in "Wie schmeckt das Blut von Dracula". Und den Anklaeger bei der Gerichtsverhandlung Michael Gwynn, kennen wir als das "Monster" in "Frankensteins Rache". Der Paedophile wird grossartig gespielt von Felix Aylmer, britischer Charakter-Darsteller, der auf eine ueber 30 jaehrige Karriere zurueckblicken konnte, und der im Jahr zuvor auch Peter Cushings Vater in "Die Rache der Pharaonen" mimte. Und da so vollkommen anders wirkte. Das macht einen guten Schauspieler aus. Und wie er da ploetzlich im Wald steht, und seine Tuete mit Suessigkeiten 'rausholt, das hat schon Wirkung. Es wirkt angsteinfloessend, verstoerend und schmutzig zugleich. Was mich aber vielleicht am meisten beeindruckt ist das der Film ihn nicht als gemeinen Kriminellen, als das personifizierte Boese darstellt - sondern offensichtlich als sehr schwer psychisch kranken Menschen, der nicht weiss, was er tut, der eben nicht "Boese" ist. Die Schuld fuer die Geschehnisse haben viel mehr seine Familie und die Dorf-Bewohner, die allsamt tatenlos zusehen obwohl sie wissen, was mit dem Mann los ist. Aber ihm wird nicht geholfen.

Also, ein wirklich empfehlenswerter Film! Vielleicht Hammers bester Film ausserhalb des Horror-Genres. Sehr solide inszeniert von Routinier Cyril Frankel (machte spaeter noch "The Witches" fuer Hammer) und ganz ausgezeichnet fotografiert von Freddie Francis. Ein Film, der einer Endeckung wert ist. In wirklich erstklassiger Bildqualitaet findet ihr ihn auf einem sehr guenstigen Hammer-DVD Set in den USA (zusammen mit vier anderen Filmen), kostet keine 10 Euro.


Hulk [Blu-ray]
Hulk [Blu-ray]
DVD ~ Jennifer Connelly
Preis: EUR 9,49

3.0 von 5 Sternen Stolpert ueber zuviel Tragik, 5. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: Hulk [Blu-ray] (Blu-ray)
Der erste Hulk Kinofilm, 2003 gedreht von Ang Lee bekam damals sehr viel Lob, aber auch genausoviel Kritik. Zum ersten mal sah ich ihn als er auf DVD veroeffentlicht wurde, und fand ihn nicht so toll, hatte auch keine Lust, ihn mir nochmal anzugucken. Nun, gut 13 Jahre spaeter hab ich mir den Film gestern erstmals wieder angeschaut. Und weiss immernoch nicht, was genau ich davon halten soll.

Die Laenge des Films wurde kritisiert, die vielen Dialoge, die wenige Action, das komplette Fehlen von Humor. Ja, mit 140 Minuten isser wirklich etwas lang geraten, und besonders die erste Haelfte des Films zieht sich. Die haengen da staendig nur im Labor 'rum und was besonders spannendes passiert da nicht. Ich liebe Dialog-lastige Filme, aber, will ich das in einem Hulk-Film? Ang Lee versuchte, aus der Hulk Story ein tragisches Drama zu stricken, die Charaktere werden durchleuchtet, die Verbindungen zwischen ihnen, jeder Grund fuer ihr Handeln, alles. Aber passt das zu einer Story, in der ein Mann sich in ein gruenhaeutiges Monster verwandelt? Ich finde, nein. In so eine Story gehoert Kitsch und Action, alles andere wirkt aufgesetzt, so, als versuche Lee MEHR machen zu wollen als was moeglich ist. Diese Storys koennen sehr wohl tiefgehend sein, aber man braucht dazu Zutaten wie beispielsweise etwas Pathos. Auf all sowas, Kitsch und Pathos, verzichtet Lee. Er will offensichtlich "nur" ein Drama machen, und erzaehlt die Geschichte kuehl und humorlos. Auch das stoert mich so'n bisschen. Kein Stueck Humor oder Leichtigkeit in der Story. Das fuehrte bei mir soweit, das mir so gut wie jeder Charakter unsympathisch ist, selbst Bruce Banner. Ein kaltes Drama um Hulk, tja, das ist wohl geschmackssache. Auf mich wirkts verkrampft. Auf der anderen Seite finde ich die Action (in der zweiten Haelfte des Films) sehr gut gemacht, sowohl von der Inszenierung, von den Ideen und von den Spezialeffekten. Da kann ich die kritischen Stimmen, die das unter anderem als veraltet bezeichnet hatten, nicht so gut verstehen. Das sieht fuer mich selbst 2017 noch recht up to date aus und macht Spass, anzuschauen. Auch Hulk selbst finde ich recht gelungen. Die Schnitttechnik, die Split-Screens, der Versuch, ein Comic Buch im wahrsten Sinne des Wortes zu verfilmen, ist streitbar. Interessant sicherlich, eine aussergewoehnliche Idee, die aber nicht immer funktioniert. Manchmal fuehlt sichs nicht mehr wie ein Spielfilm an, sondern wie ein Werbespot oder ein Musik-Video. Vielleicht bringts den Zuschauer mehr auf Distanz statt ihn mehr zu involvieren. Und zur Besetzung: Eric Bana konnte ich mir als Bruce Banner vorstellen, und Jennifer Connelly darf toll aussehen. Aber auch die beiden wirken auf mich nahezu verkrampft. Und Nick Nolte als Bruce's irrer Vater - ok, da ist aber jede Menge Over-Acting pur, oft bis zur Laecherlichkeit (und da der Film keinen echten Boesewicht hat darf der gleich noch Faehigkeiten von gar zwei Fieslingen aus den Hulk Comics in sich vereinen). Am besten gefaellt mir noch Sam Elliott, eigentlich DIE Idealbesetzung fuer Betty's Vater!

Unterm Strich muss ich sagen: Ein Experiment, das nicht so recht funktionierte, ein Film, der weder die Comic-Heft oder -Film Fans ueberzeugen kann. Das Reboot mit Edward Norton sagte mir bei weitem mehr zu, und war wirklich notwendig, um den Hulk in das "Marvel Film Universe" zu integrieren. Denn in der Form wie in diesem Film waere das schier unmoeglich gewesen.


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