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Taxon

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Christine Bernard. Der unsichtbare Feind
Christine Bernard. Der unsichtbare Feind
Preis: EUR 5,99

4.0 von 5 Sternen Guter Inhalt, Sprache mäßig, 22. Juni 2017
Inhalt:
Christine Bernhard, Kriminalkommissarin in Trier, muss den Kollegen vom Rauschgiftdezernat bei einer Festnahme aushelfen. Der Einsatz geht schief, Dealer flüchten, es kommt zu einem schweren Unfall. Christine wird strafversetzt, der Fall von der Dienstaufsicht untersucht. Einige Wochen später verübt jemand einen Anschlag auf ihr Leben, ihr Konto wird gesperrt und ihr Computer gehackt. Es scheint so, als hätte sie sich einen mächtigen Feind gemacht, der aus dem Cyberspace heraus agiert. Christine erhält Personenschutz, ein IT-Spezialist unterstützt sie bei den Ermittlungen. Doch plötzlich wird ihr der Fall entzogen, das LKA stellt sich gegen sie. Sitzt der Gegner vielleicht in den eigenen Reihen?

Positiv:
Michael Vieten versteht es, eine spannende Geschichte zu konstruieren, und er beherrscht das Spiel mit Gaspedal und Bremse, was bei deutschen Krimiautoren keineswegs selbstverständlich ist. Die Geschichte beginnt relativ langsam (der scheinbare Routinefall), steigert sich dramatisch (die Flucht der Verdächtigen) und bricht plötzlich ab (der Unfall). Daraufhin folgt eine Pause (Christines Urlaub auf Mauritius), und allmählich wird das Tempo wieder angezogen (Ist jemand in ihre Wohnung eingedrungen?). Dafür gebührt ihm ein Extralob.

Die Fakten sind gut recherchiert. Die Ausflüge in die IT-Welt erscheinen glaubwürdig. Als interessierter Leser wird man aber auch nicht mit Informationen bombardiert, wie etwa bei Frank Schätzing. Alles bleibt stets im Fluss, auf jede Actionszene folgt meist bald wieder ein ruhiger Moment.

Die Charaktere wirken lebensecht und sind genretypisch. Allerdings hätte der Autor tiefer in ihr Gefühlsleben einsteigen dürfen.

Negativ:
Obwohl er bereits seit Jahren publiziert, verfügt Michael Vieten leider über einige schriftstellerische Defizite. Ihm unterlaufen zwei typische Anfängerfehler: ständiger Perspektivwechsel und unsaubere Sprache.
Beispielhaft seien an dieser Stelle zwei Absätze auf Seite 138 angeführt.
Eine alte Dame in schmutziger weißer Schürze und weißem Haar schlurfte gebückt an den Tisch und lenkte Kommissarin Bernhards Aufmerksamkeit auf sich und die beiden Teller in ihren Händen mit den Hauptgerichten für die geheimnisvollen Gäste, abseits der hell erleuchteten Gaststube.
1. Was für ein Satzmonster! Über die Wortwiederholungen weißer/weißem und Gäste/Gaststube könnte man noch hinwegsehen. Was gar nicht geht: Man schlüpft in seine Kleidung hinein – aber nicht in seine Haare. Es müsste also mit weißem Haar heißen. Besser noch: weißhaarige Dame. Daraus ergibt sich ein Hinweis auf ihr Alter.
2. Der Autor spricht als allwissender Erzähler von Kommissarin Bernhard und gleichzeitig von zwei geheimnisvollen Gästen, von denen eine eben jene Kommissarin Bernhard ist. Sie wird in einem Satz zweimal erwähnt.
3. Warum sind die Gäste geheimnisvoll? Der Leser kennt sie bereits. Deshalb könnte sie nur aus der Perspektive der alten Dame geheimnisvoll sein. In einem Satz haben wir zwei Erzählperspektiven.
„Guten Appetit“, krächzte sie freundlich und überließ die Teller ihren Gästen. Dabei musterte sie die Fremden neugierig aus kleinen schwarzen Augen. So jedenfalls erschien Christine Bernhard die dunkle Augenfarbe im Dämmerlicht und sie fühlte sich an die schlauen, vorwitzigen und zugleich scheuen Blicke einer Krähe erinnert. Abschätzend, prüfend.
Die Alte lächelte und schlurfte davon.
1. Noch mehr Wiederholungen: Teller, Gäste, Augen, Augenfarbe, schlurfte.
2. Eine Information erscheint zweimal: schwarze Augen, dunkle Augenfarbe.
3. Die Blicke einer Krähe sind schlau, vorwitzig und scheu? Ernsthaft? Es ist ein Vogel!
4. Vorwitzig hat die Bedeutung von dreist und frech, scheu bedeutet aber ehrfürchtig und ängstlich. Die Begriffe widersprechen einander.
5. Die alte Dame ist Kellnerin. Sie ist nicht mal eine Nebenfigur, sondern nur eine Statistin. All diese Informationen sind sinnlos. Der Leser bräuchte sie nur, wenn sie beispielsweise Gift unters Essen gemischt hätte.
In diesem Stil geht es durch 280 Seiten. Gewiss, wer einen Krimi kauft, erwartet keine anspruchsvolle Sprache auf dem Niveau eines Bachmann-Preis-Gewinners. Dennoch trüben die vielen Nachlässigkeiten den Lesegenuss. Das Manuskript hätte ein gründliches Lektorat verdient gehabt – das kann sich ein kleiner Verlag wie Acabus aber vermutlich nicht leisten. Schade.

Fazit:
Der unsichtbare Feind ist ein spannender Krimi, der ein aktuelles Thema behandelt. Gute Unterhaltung ist garantiert. Sprachliche Feinschmecker müssen Abstriche hinnehmen.


Portrait Lighting for Photo, TV and Cinema: 100 Aufbauten - kompakte Infos - 500 Fotos - sieben Sprachen
Portrait Lighting for Photo, TV and Cinema: 100 Aufbauten - kompakte Infos - 500 Fotos - sieben Sprachen
von Achim Dunker
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klare Sprache in Wort und Bild, 8. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bücher zur Foto- und Filmgestaltung leiden unter einem Problem: Mit Worten muss erklärt werden, was das Auge sieht. Dadurch entstehen oft Werke, die Dutzende langatmige Kapitel enthalten und trotzdem schwer verständlich sind. Achim Dunker hat sich für einen anderen Weg entschieden. Sein „Portrait Lighting“ vermittelt Informationen größtenteils mit Fotos und Zeichnungen, der Text ist ebenso knapp wie präzise formuliert. Besonders gelungen sind die Zeichnungen aus der Vogelperspektive. Auf den ersten Blick erkennt man, wie Kamera und Lichtquellen angeordnet sind und welche Auswirkungen sich ergeben, wenn man die Positionen verändert.

Das Buch deckt ein weites Einsatzspektrum ab: vom „10-Euro-Studio“, das mit Tageslicht und farbiger Pappe als Hintergrund auskommt, bis zum professionellen Filmstudio, das eine Vielzahl an Geräten erfordert. Die empfohlene technische Ausrüstung wird im vorletzten Kapitel in Wort und Bild vorgestellt. Weil die Texte in sieben Sprachen verfasst sind, eignet sich das Buch sogar für internationale Teams.


»Die chinesische Sonne scheint immer von unten«. Licht- und Schattengestaltung im Film (Praxis Film)
»Die chinesische Sonne scheint immer von unten«. Licht- und Schattengestaltung im Film (Praxis Film)
von Achim Dunker
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Kompetent und vollständig, 24. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor spannt einen weiten Bogen: von der Farbtemperatur bis zum Zeitmanagement, vom Expressionismus der Stummfilmzeit über die Nouvelle Vague bis zum modernen Hollywood-Film. Dazwischen wird alles erklärt, was zur Lichtgestaltung notwendig ist: Ausleuchten der Räume, Strukturen hervorheben, Stimmungen schaffen und Personen charakterisieren. Auch die Technik wird genau beschrieben: vom Guerilla Lighting, das mit wenig Mitteln auskommt, bis zum kompletten Filmset. Teilweise sehr detaillierte Informationen. Bei meiner Reiseplanung haben mir die 'Planetarien' sehr geholfen, mit denen die Dämmerungsphasen für jeden Punkt der Erde abgerufen werden können. Solche Tipps sind Gold wert.

Zum Schluss gibt es drei Interviews mit erfolgreichen Filmkünstlern, die ihre Sichtweise erläutern. Im Text eingestreut sind jede Menge QR-Codes, mit denen man Videos öffnen kann. Der Schreibstil ist angenehm locker und sachlich. Achim Dunker nervt nicht mit literarischen Ambitionen oder einem Bombardement aus Fremdwörtern, wie man es von anderen Sachbuchautoren kennt. Das Buch ist für alle Leser geeignet. Anfänger bekommen die Grundkenntnisse der Lichtgestaltung vermittelt, Fortgeschrittene gewinnen manche Anregung für ihre Arbeit.


Hamburger Krankheit, Die - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1979.
Hamburger Krankheit, Die - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1979.
DVD ~ Helmut Griem
Wird angeboten von Zweitausendeins Versand Dienst GmbH
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial verunglückt, 1. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In Hamburg bricht eine ansteckende Krankheit aus. Menschen sacken ohne Vorwarnung zusammen, nehmen eine Haltung wie ein Fötus an und sterben innerhalb von Minuten. Weil es kein Gegenmittel gibt, werden Infizierte in Quarantäne genommen. Es kommt zu einem Aufstand in einem Krankenhaus. Ein Arzt, ein Würstchenverkäufer, ein Behinderter und ein Mädchen fliehen Richtung Süden. Erstes Ziel ihrer Reise ist Lüneburg, wo der Arzt vor Jahren mit einem Seuchenspezialisten zusammengearbeitet hat.

Die Hamburger Krankheit hätte ein spannender und unterhaltsamer Film werden können, ist aber völlig verunglückt. Regisseur Peter Fleischmann wollte offenbar ein Kunstwerk schaffen, die Regeln der Filmgestaltung interessieren ihn nicht. Es gibt keine erkennbaren Akte, keinen Spannungsaufbau und keine Entwicklung der Figuren. Dialoge werden oft unmotiviert gesprochen, Szenen sind scheinbar wahllos aneinander gefügt. Das Schlimmste aber ist, dass die sympathische Hauptfigur (der Arzt, gespielt von dem großartigen Helmut Griem) mitten im Film stirbt. Von da an bleiben nur Nebenfiguren, die nach Belieben auftauchen und verschwinden.

Unter herkömmlichen Gesichtspunkten also ein cineastischer Super-GAU. Der Film funktioniert teilweise als Groteske, die die Verhältnisse in der alten Bundesrepublik aufs Korn nimmt – leider werden viele Aspekte (Obrigkeitsstaat, Geschäftemacherei) nur angedeutet. Er ist aber mindestens ebenso ein Beispiel für unfreiwillige Komik und für das Scheitern an den eigenen Ansprüchen.
Immerhin geeignet für Nostalgiker, die Deutschlandbilder aus dem Jahr 1979 sehen wollen. So viele Rettungsfahrzeuge werden in keinem anderen Film vorgeführt.


schwarz und weiß
schwarz und weiß
von Anette Butzmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Raffinierte Konstruktion, 20. November 2015
Rezension bezieht sich auf: schwarz und weiß (Taschenbuch)
Dr. Xaverius ist ein erfolgreicher Radiologe und ein Liebhaber alter Autos. Seine Leidenschaft wird ihm fast zum Verhängnis, als er mit seinem Alfa Romeo gegen einen Baum fährt. Er kommt zwar mit dem Leben davon, fällt aber in eine tiefe Bewusstlosigkeit. Als Unfallursache ermittelt die Polizei eine Manipulation der Bremsleitungen. Frau Xaverius ist nicht übermäßig besorgt um ihren Mann, nachdem sie von seiner Einlieferung in die Notaufnahme erfahren hat. In der Ehe zwischen den beiden kriselt es schon lange. Aber reicht das, um einen Unfall zu provozieren? Oder hat Jochen Jerichow etwas damit zu tun, ein Teilnehmer an einer von dem Arzt durchgeführten Studie, der zufällig am Unfallort war?

Diese Fragen stellt sich Kommissarin Christine Karch von der Mannheimer Kriminalpolizei. Allzu lange kann sie sich aber nicht um den Fall kümmern, denn kurz darauf wird auf einem Golfplatz die Leiche eines Mannes gefunden. Chris Schender war Geldverleiher und hatte eine Menge Feinde. Aber sein Name klingt auch ein bisschen wie Crescendo. Das war das letzte Wort, das Dr. Xaverius gesagt hatte, bevor er bewusstlos wurde – behauptet zumindest Jochen Jerichow. Für diesen Musikwissenschaftler von der Uni Heidelberg beginnt sich die Kommissarin auch auf privater Ebene zu interessieren, was die Ermittlungen nicht einfacher macht.

Dem Autorenduo Butzmann und Ehlert gelingen Figuren, die dem Leser noch lange in Erinnerung bleiben. Ihr Arrangement, in dem der Leser mehr zu wissen glaubt als die Ermittler, ist raffiniert. Die Autoren können dabei auch aus eigenen Erfahrungen schöpfen, denn sie leben selbst im Rhein-Neckar-Dreieck. „Schwarz und weiß“ ist deshalb mit viel Mannheimer Lokalkolorit gewürzt, vereinzelt wird auch in Mundart gesprochen. Die Geschichte bleibt über die 272 Seiten durchweg spannend und überrascht mit einigen unvorhersehbaren Wendungen. Insgesamt ein großartiges Krimidebüt. Hoffentlich hat die sympathische Mannheimer Kommissarin bald noch weitere Fälle zu lösen.


Wie klingt, was du glaubst?
Wie klingt, was du glaubst?
von Jane Dunker
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Perspektiven, 17. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie klingt, was du glaubst? (Taschenbuch)
Wer singt, der betet doppelt, sagt ein Priester in diesem Buch. Religion und Musik sind seit jeher eng miteinander verbunden. Das Christentum kennt den Psalm als gesungenes Gebet. Der Adhan, der muslimische Gebetsruf, besteht aus unterschiedlichen Tonhöhen und –längen. In der tibetischen Tempelmusik steht jedes Instrument für ein Mantra, sie sind Klangkörper einer spirituellen Kraft. In jeder Religion und Kultur haben Töne und Silben unterschiedliche Bedeutungen – und jeder Mensch nimmt sie unterschiedlich wahr.

Hierbei handelt es sich keineswegs um reine „Hirngespinste“. Die Wissenschaft kennt längst schon den Begriff der Synästhesie, der Kopplung von Sinnesreizen. Für manche Menschen sind bestimmte Töne mit Farben verbunden, andere wiederum verbinden sie mit Temperaturen. Das warme Rot und das kalte Blau sind zwei Beispiele, die jeder nachvollziehen kann. Möglicherweise ist das Phänomen Synästhesie viel größer, als wir es uns heute vorstellen können.

Jane Dunker hat sich der Aufgabe gestellt, diese individuellen Wahrnehmungen sichtbar zu machen. In ihrem Buch kommen viele unterschiedliche Menschen zu Wort: Gläubige und Atheisten, Alte und Junge, Einheimische und Zugereiste. Sie berichten von ihren Lebenserfahrungen, von ihrem Alltag und besonderen Erlebnissen und welche Klänge sie damit verbinden. Jede Person wird außerdem mit einem oder mehreren Fotos porträtiert, die mindestens so viel aussagen wie der Text. Fast beiläufig entspinnt sich dadurch ein interreligiöser und interkultureller Dialog – gerade in unserer heutigen Zeit der Krisen und Konflikte ist das von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Vielleicht haben wir alle einmal die Fähigkeit besessen, die Welt multidimensional wahrzunehmen. Später erzog man uns dazu, nur an das zu glauben, was man mit Instrumenten messen oder mit mathematischen Formeln beweisen kann. Jane Dunker bringt uns mit ihrem Buch dazu, wieder einmal über unser ursprüngliches Wesen nachzudenken.


SoftMaker Office 2012 Home & Business
SoftMaker Office 2012 Home & Business

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach genial, 17. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf meinem neuen PC habe ich Windows 8 mit einem über zehn Jahre alten Microsoft Office-Paket kombiniert. Die neuen Formate wie DOCX waren deshalb nicht lesbar. Seit ich Softmaker installiert habe, kann ich jedes Dokument öffnen und damit arbeiten. Die relativ einfache Ausstattung von Softmaker empfinde ich als Vorteil, weil die Software sehr übersichtlich ist und beinahe spielerisch bedient werden kann.

Das Gleiche lässt sich auch über den integrierten PlanMaker sagen. Schnelle und einfache Einrichtung von Tabellen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Und mit dem SoftMaker kann selbst ein Laie großartige Powerpoint-Presentationen herstellen, einschließlich einiger netter Spielereien wie bunte Pfeile, Sprechblasen usw.

Und das alles gibt es zu einem unschlagbar günstigen Preis. Die teuren und unübersichtlichen Pakete anderer Hersteller kann man sich damit sparen.


Die schöne Bäckerin: Kurpfälzer Dekameron (Edition LitOff)
Die schöne Bäckerin: Kurpfälzer Dekameron (Edition LitOff)
von Olga Manj
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leicht und lustvoll, 15. Januar 2014
Jutta lebt in einem Dorf, irgendwo in der Kurpfalz. Sie hat einen Mann und einen erwachsenen Sohn, auf dem gemeinsamen Bauernhof kümmert sie sich um die Buchhaltung. Dabei findet sie zufällig eine Sammlung von erotischen Bildern, junge Frauen in mehr oder minder geschmackvollen Posen, die ihr Mann aus dem Internet heruntergeladen und auf dem Computer versteckt hat. Jutta nimmt das zum Anlass, ihrerseits ein bisschen im Netz herumzustöbern und eine eigene Kollektion von Bildern anzulegen, die – ihrem Interesse entsprechend – junge Männer in ähnlichen Posen zeigen. Peinlich wird die Sache erst, als der Computer kaputtgeht und von Simon, einem jungen Mann aus der Nachbarschaft, repariert werden soll. Der entdeckt die Fotodateien prompt, bleibt aber gelassen, weil so etwas längst zum Standard gehört. Jutta verliert nun endgültig ihre Scheu, sie lässt sich von Simon erklären, wie man Dateien effektiv versteckt und erteilt ihm im Gegenzug Unterricht in Liebesdingen.
Die beiden beginnen eine Affäre, die so lange andauert, bis Simon zum Militärdienst eingezogen wird. Zur Erinnerung an Jutta möchte er einen kleinen Film von ihr drehen, was dieser gar nicht behagt. Jutta ist unsicher, fühlt sich wenig attraktiv und denkt einzig an ihre Problemzonen. Einwilligen tut sie nur, weil sie zur Belohnung auch einen Film von Simon drehen darf. Anfangs kommt sie mit der Technik nicht zurecht, aber sie findet Spaß an der Sache. Jutta lässt sich in Kameratechnik und Filmschnitt einweisen, macht ihre eigenen Experimente und am Ende kommt ein ansehnlicher Film dabei heraus. Bei diesem einen möchte sie es aber nicht belassen. Um Simon bei Laune zu halten, besinnt sie sich auf eine weitere Leidenschaft von ihr, dem Backen von leckeren Obsttorten. Damit lockt sie nicht nur Simon in den alten Stall, den sie schrittweise zum Studio umbaut, sondern auch weitere junge Männer. Jutta dreht eine ganze Serie von Erotikfilmen und verteilt Kopien an die anderen Landfrauen, ohne die Herkunft der Werke preiszugeben. Das Unternehmen wächst sich aus – und irgendwann wächst es Jutta über den Kopf. Der Pfarrer der kleinen Gemeinde erfährt davon, es kommt zu Eifersüchteleien zwischen den Landfrauen und Juttas Mann wird misstrauisch. Nun gilt es, den Landfrieden zu wahren…

Der Untertitel lautet Kurpfälzer Dekameron und ist durchaus passend gewählt. Um 1350 schuf Giovanni Boccaccio sein Hauptwerk Il Decamerone, eine Sammlung von einhundert Novellen, mit der erstmals Sinnlichkeit und Erotik in die Literatur einzogen. Der Name setzt sich aus den griechischen Wörtern deka (zehn) und hemera (Tag) zusammen und verweist damit auf die Rahmenhandlung. Bei Boccaccio treffen sich zehn Männer und Frauen in einem Landhaus nahe Florenz, um der Pest zu entgehen. Während der zehntägigen Wartezeit muss sich jeder eine Geschichte am Tag ausdenken und erzählen.
Heutzutage muss zum Glück niemand mehr vor der Pest flüchten, doch es finden andere Fluchten statt. Menschen flüchten vor der Realität in virtuelle Welten, Ehepartner flüchten voreinander, Kinder fliehen vor ihren Eltern. Olga Manj hat dieses Phänomen zum Gegenstand ihrer Erzählung gemacht und ähnlich wie Boccaccio umgesetzt. Die Autorin spricht über Moral, ohne zu belehren, sie beobachtet das Treiben ihrer Mitmenschen, ohne sie an den Pranger zu stellen. Nicht nur zur Zeit Boccaccios gab es Verbote und Abhängigkeiten, wir kennen sie ebenso, nur tragen sie heute andere Namen. Schlimmer noch, was früher klar geregelt war, versteckt sich nun in Erwartungen und gesellschaftlichen Zwängen. Und noch immer trifft es vor allem die Frauen. Bei einem reifen Mann gilt die junge Geliebte als Zeichen von Potenz und Männlichkeit, im umgekehrten Fall rümpft so mancher seine Nase. Die schöne Bäckerin jedoch beklagt sich nicht über diese Ungerechtigkeit, sie spielt damit, sie dreht den Spießbürgern eine lange Nase. Jutta hat nicht den Ehrgeiz, das Kommando auf dem Narrenschiff zu übernehmen, sie tanzt lieber im Ballsaal. Tabus sind dazu da, gebrochen zu werden.
Die Mittel, die sie wählt, entsprechen ihrer Zeit. Jutta erzählt ihre Geschichten nicht nur mit Worten, sondern auch mit Bildern, sie nutzt die moderne Technik, auch wenn sie sie nicht vollständig versteht. Aber sie versteht es, zu verführen, mit ihrer Kochkunst, ihrer Leidenschaft und Fantasie. Technische Daten, wie Alter, Größe oder Gewicht, spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Es kommt darauf an, was man daraus macht.
Mit ihrer Novelle zeichnet Olga Manj ein treffendes Bild einer Landschaft und einer Gesellschaft, ihre Farben sind lebensprall und sinnenfreudig, aber niemals derb oder aggressiv. Das originale Dekameron besteht aus einhundert Novellen. Das heißt, Olga Manj schuldet uns weitere neunundneunzig Teile. Freuen wir uns darauf.

Fazit:

Leichte, lust- und humorvolle Lektüre. Ideal für kalte und verregnete Tage.


Dschungelkind
Dschungelkind
von Sabine Kuegler
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungen - mit kleiner Einschränkung, 14. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Dschungelkind (Taschenbuch)
Im Alter von fünf Jahren reist Sabine Kuegler mit ihrer Familie nach West-Papua, wo ihr Vater als Sprachforscher und Missionar arbeitet. Die kleine Sabine erlebt diese ferne Land als eine Art riesigen Abenteuerspielplatz. Sie lernt dort Menschen kennen, deren Riten und Lebensgewohnheiten sie völlig unbefangen in sich aufnimmt, und eine Natur, die zum damaligen Zeitpunkt noch wild und ungezähmt ist.
Sabine verlebt einige unbeschwerte Jahre. Im Alter von siebzehn Jahren endet diese Zeit jedoch abrupt, weil sie auf ein Schweizer Internat geschickt wird. In Europa erlebt sie einen Kulturschock, in dieser fremden Welt, deren Rituale und Gewohnheiten ebenso schwer zu verstehen sind wie jene der Ureinwohner Papuas, fühlt sie sich als Außenseiterin, sehnt sich zurück in den Dschungel.

Das Werk macht einen etwas zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist es ein gut gemachtes Abenteuerbuch, das den Leser mitnimmt in eine exotische Umwelt, diese detailreich und emotional beschreibt. Der Zusammenprall der Kulturen ist zwar nicht neu, aber ebenso gut beschrieben, und auch die Sehnsucht nach der alten Heimat, die Sabine im Schweizer Internat empfindet, kann der Leser nachvollziehen.
Aber dann gibt es noch die andere Seite. Sabine Kueglers Vater hat in West-Papua für die Wycliffe Bibelgesellschaft gearbeitet. Deren Missionare betreiben nicht nur Sprachstudien, sie versuchen auch, die „Wilden“ zum christlichen Glauben zu bekehren. Die Gesellschaft für Bedrohte Völker und andere Organisationen haben sich deshalb kritisch zu dem Buch Dschungelkind geäußert.
Gerechterweise muss man aber auch sagen, dass sich Sabine Kuegler heute für das Kinderhilfswerk World Vision und die Tropenwaldstiftung Oro Verde einsetzt. Man sieht also, die Situation ist kompliziert, mit einfachen Gut-Böse-Begriffen kommt man hier nicht weiter. Jeder sollte sich am besten selbst ein Urteil bilden.


eins zu hundert: Die Möglichkeiten der Kameragestaltung (Praxis Film)
eins zu hundert: Die Möglichkeiten der Kameragestaltung (Praxis Film)
von Achim Dunker
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geballtes Kamerawissen, 26. April 2013
Endlich mal ein Buch das sich an Leser wendet, die professionelle Ambitionen an der Kameraarbeit haben. Findet man sonst oft nur 20-30 Seiten in einem Filmproduktionsbuch über die Kameragestaltung, so geht Achim Dunker hier sehr ausführlich auf gestalterische und technische Aspekte ein. Ja, er überprüft seine Überlegungen mit den ganz großen der Branche, so in einem kurzen Interview mit dem dreifachen Oscargewinner Vittorio Storaro. Dem einen oder anderen mag das zu viel sein und ein simpleres Buch ist für Amateure sicher auch nicht schlecht, aber wenn man beispielsweise genau wissen will, wie sich in der dramaturgischen Wirkung und Wahrnehmung ein Zoom von einer Fahrt unterscheidet, unter Berücksichtigung des Produktionsaufwands, gibt es kein besseres Buch. Auch auf physikalisch-technische Aspekte, z.B. wie berechnet sich die Blende und wie entsteht die Tiefenschärfe, geht Dunker sehr anschaulich ein. Sicher zu viel, wenn die Kamera nur auf Automatik steht, aber ist dafür Gedrucktes nötig?
Insgesamt warten auf den wissbegierigen Leser 230 Seiten geballtes Kamera-Knowhow. Sehr zu empfehlen!


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