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Rezensionen verfasst von
Gideon (Italy)

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Look Inside
Look Inside
Preis: EUR 19,13

5.0 von 5 Sternen Schmerzliche Zärtlichkeit, 25. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Look Inside (Audio CD)
Mit seinem zweiten Album erzählt uns der norwegische Künstler Nils Bech eine ewige aber nie langweilige Geschichte, d.h. den Beginn einer Liebe, ihr trauriges Ende und die folgende Rückkehr zum Leben durch eine neue Beziehung.

Wie tut er das? Er hat viel Pulver zu verschießen: Stimme, Texte, Songwriting und Arrangements spielen eine entscheidende Rolle bei dieser extrem gelungenen Platte.

Nils Bech ist ein großartiger Sänger. Man kann ihn zweifellos in dieselbe Liga von Marc Almond, Antony Hegarty und Liza Minnelli einordnen: Seine Stimme besitzt runde, samtige Töne, die flink um die Worte schleichen, Worte stets voll von bittersüßer Wahrheit.

Die Musik benutzt die Sprache des Art-Pop, der Elektronik und Streich-Arrangements erfolgreich verbindet. Also schenkt uns dieses Werk Stücke für Stimme und Streicher, Elektro-Balladen und ein großes Finale mit zwei wunderbaren House-Songs, welche bei einer gerechten Welt für Wochen an der Spitze aller Charts sitzen würden.

"Look Inside" ist Musik für die Seele, wo Klänge und Worte gleichzeitig heilen und quälen. Daher will man sich an dieser schmerzlichen Zärtlichkeit berauschen: Sie begleitet das Vergehen unserer Stunden und erlaubt uns nie die Vergangenheit und die Zukunft der Liebe zu vergessen.

Key Tracks: Alle, aber I Say This Twice, Look Inside und Tie Me Up sind seine Götterspeise.


Exile
Exile
Preis: EUR 6,66

11 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Todesanzeige, 15. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Exile (Audio CD)
Wir kondolieren.

Die Band, die Exile aufnahm, ist zweifellos nicht dieselbe, die vor drei Jahren Happiness veröffentlichte.

Jene Band ist tot. Sie kam wegen Erfolg, Sekt und Girls ums Leben.

Die neuen Hurts wollen Amerika und Liechtenstein erobern. Sie wollen der schlechtesten Sorte von U2 und Simple Minds nachstreben, und das ist ihnen tadellos gelungen.

Also donnert auf dieser Platte das Schlagzeug, brüllen die Gitarren und singen die Hexen überall. Exile ist einfach lupenreiner, seelenloser Kitsch.

Einmal schrieb ein Freund von uns: Fame, fame / fatal fame / it can play / hideous tricks / on the brain.

Wie wahr.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 20, 2013 12:17 PM CET


Hollywood Under the Knife
Hollywood Under the Knife
Wird angeboten von Squirrelsounds
Preis: EUR 9,24

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ruhm und Vergessenheit, 6. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Hollywood Under the Knife (Audio CD)
Dieses Album ist die zweite wirkliche Überraschung des Jahres 2011 nach der Rückkehr Gavin Fridays. Wer hätte eigentlich gedacht, dass Billie Ray Martin ein neues Werk veröffentlichen würde?

The Opiates sind tatsächlich ein Duo, das die Hamburger Künstlerin mit dem norwegischen Produzenten Robert Solheim vor zwei Jahren gründete. Wegen dieses Namens haben wir mit großer Verspätung von der Existenz dieser Platte erfahren, aber das ändert nichts: "Hollywood" ist ein ausgezeichnetes Werk.

Es umarmt uns mit einem tiefen, dunklen und bedrohend sinnlichen Sound. Herr Solheim schöpft Musik, die geschickt Soft Cell, New Order und Depeche Mode schmilzt und welche stets geschmackvoll und zwingend wirken kann.

Bei dieser Soundlandschaft bleibt Billie Ray Martin, was sie immer war: Das heißt, eine Legende des Elektro-House Genres und eine der besten Sängerinnen der letzten fünfundzwanzig Jahren. Man könnte sie als die europäische Aretha Franklin beschreiben, doch eine Aretha, die auch gerne Edith Piaf und Marlene Dietrich anhört.

Für dieses Projekt schrieb sie die Melodien der Songs und die entsprechenden Texte. Ihr Gesang wird diesmal weniger vom Stil der House-Divas geprägt und er ist erzählender und flüssiger geworden. Trotzdem ist ihre Stimme so einzigartig, dass sie ausdrucksvoller klingt als je.

Und wichtig sind auch die Worte von "Hollywood", wo weibliche Hauptfiguren herrschen. Einerseits handelt es sich um Frauen, die im Showbusiness zum Ruhm gekommen sind; Andererseits finden wir Mädchen, welche davon träumen und nach Hollywood ziehen, um ihren Ehrgeiz zu verwirklichen. Beide Gruppen müssen sich mit verschiedenen Problemen auseinandersetzen; Ruhm zu gewinnen und zu behalten kann sehr schwierig sein, also erzählt uns dieses Werk von enttäuschten Wünschen, Langeweile, Angst vor der Zukunft und Drogenabhängigkeit. Und selbstverständlich auch von der Manipulation der Frauen im Showbusiness unserer Epoche. Es ist der ewige Kampf zwischen Ruhm und Vergessenheit, und diese letztere ist oft die Siegerin...

Diese sind faszinierende Themen, welchen man selten auf einem Elektro-House Album begegnet. Aber Künstler wie Billie Ray Martin und Robert Solheim sind so begabt, dass sie nur die beste Art von elektronischer Musik produzieren; Jene, die auch zum Anhören und nicht nur zum Tanzen tauglich ist.

Fazit: Diese Platte wurde mit Verspätung entdeckt, trotzdem auch für 2012 gehört sie zweifellos zu den schönsten Alben des Jahres.

Key Tracks: Ophra's Book Of The Month Club (Part 2), Jalousies And Jealousies, Candy Coated Crime, Silent Comes The Nighttime (Again)


Conatus
Conatus
Preis: EUR 14,99

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die dünne weiße Herzogin, 18. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Conatus (Audio CD)
Mit 22 könnte Nika Roza Danilova (alias Zola Jesus) schon eine gute Tasse Tee mit Kate Bush genießen.

Auch wenn es noch Leute gibt, die amüsant finden, sexistischen Blödsinn über Frauen zu schreiben (siehe unten), ist Nika eine echte Künstlerin. Das heißt: Sie ist Songwriterin, Texter und Produzent ihrer Platten.

Das vorherige Album, "Stridulum", war ausgezeichnet. Jetzt setzt "Conatus" ihre künstlerische Entwicklung auf andere Weisen fort.

Die Musik bleibt natürlich tief elektronisch, trotzdem werden diesmal neue, von Musikern gespielte Elemente hinzugefügt, etwa drohende Streicher, Doppel-Baß und Schlagzeug. Die Rhythmen selbst wirken flinker als früher und manchmal gehen sie in Richtung Techno (Ixode) und sogar Dubstep (Shivers), während der herrschende Stil jener der Elektro-Ballade ist.

Die Qualität der Songs ist hervorragend. Es gibt nichts Falsches mit diesen vierzig Minuten. Nicht falsch ist der Gesang, von Oper beeinflusst und dramatisch aber immer voll Leidenschaft. Nikas Stimme fließt unter die Haut und erobert unsere Seele. Sie klingt oft sehr "black" mit Gospel-Einschlägen (man erinnert sich an Jocelyn Brown) und, bei einigen Stücken, soulig wie eine weibliche Version des besten Bruce Springsteen.

Und falsch sind nicht die Texte. Die Wahl der Worte ist akribisch und jeder Song benutzt zwingende Sinnbilder; Sicher lohnt es sich diese Texte wiederholt zu lesen (und zu singen). Krankheit und Entfremdung sind wiederkehrende Themen, trotzdem wirkt die Platte stets kathartisch und nie bloß verzweifelt. Ein starker Überlebenstrieb steckt hinter der Kunst von Zola Jesus und öffnet Wege zur Rettung.

"Conatus" ist also ein beeindrückendes Werk. Elegant und gefährlich im gleichen Maß, wird es bald ein ermutigender Begleiter unserer Reise in die Wirklichkeit.

Key Tracks: Hikikomori, Shivers, Avalanche, Skin.


The Hearts of Empty
The Hearts of Empty
Preis: EUR 19,67

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schimmernde Nacht, 4. August 2011
Rezension bezieht sich auf: The Hearts of Empty (Audio CD)
Die schimmernde Nacht hatte plötzlich angebrochen.

Wegen der Ruhe war der Mann im Zimmer von seinen schmerzhaften Gedanken abgelenkt worden.

Jetzt stand er am Fenster. Der Regen hatte aufgehört zu fallen, und vor ihm war die Stadt mit einem dunklen, zarten Mantel gekleidet. Er war mit tausend von Lichtern geziert.

Der Mann beobachtete die Szene einige Minuten, dann ließ er seine Hand über eine Reihe Cds gleiten. Er wählte eine aus, ohne den Namen des Künstlers zu lesen. Er brauchte Musik. Er wusste nur, dass diese Cd aus der Reihe der noch nicht angehörten kam. War Cd-Kaufen eine Kunst oder eine Art Verteidigung gegen die Leere?

Er legte die kleine Scheibe auf, drückte "Play" und drehte sich nach dem Fenster um.

Die Nacht schimmerte, als die Musik sich unter die Lichter wie ein goldener Fluss mischte: Instrumentalmusik. Schleichender Jazz-Besen. Eine Ahnung Cello. Und warme, sanfte Töne von Kontrabass und Klavier. Ein melodischer, eleganter Strom, der trostend wirkte, auch wenn es noch einen Kern von Bitterkeit da war.

Der Mann fühlte sich umarmt. Von der Nacht. Von der Musik. Wer war der Künstler? Bill Evans? Thelonious Monk?

Jetzt war all das belanglos. Er wollte sich nur von diesem Sound ernähren. Mit jedem Stück wollte er mehr. Mehr von dieser Sanftheit, mehr von dieser Tröstung. Und jedes Stück enttäuschte nicht. Diese Musik war ein Stich im Herzen, ein Stich voll Freude und Sehnsucht. Jeder Ton ein Geschenk. Eine fast erfüllte Bitte. Ein gestohlener Kuss...

Dann war das Zimmer still. Sechsundvierzig Minuten waren vergangen. Es war Zeit das Rätsel zu lösen: Die Cd war von Dakota Suite. "Na klar," dachte der Mann, "warum ist es mir nicht eingefallen? Chris Hooson ist ein wunderbarer Künstler."

Er öffnete die Cd-Hülle, um die Credits zu lesen, und zu seinem Erstaunen entdeckte er, dass Herr Hooson keine von diesen Stücken geschrieben hatte: David Buxton, einer von seinen Mitarbeitern, hatte allein die Platte komponiert, arrangiert und eingespielt. Er hatte sogar das Cover fotografiert.

"Das ist doch merkwürdig!" sagte der Mann laut zu sich. " Es ist, als ob The Smiths eine Platte ohne Morrissey veröffentlichten! Trotzdem, muss man es zugestehen: Diese Cd ist ein echtes Meisterwerk. Sie kann perfekt in die Geschichte von Dakota Suite eingeordnet werden. Also: David Buxton ist auch ein wunderbarer Künstler!"

Er drückte "Play" zum zweiten Mal.

Die Stadt und ihre Nacht lächelten mit tausend von Lichtern.

Die musik war ein goldener Fluss.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 8, 2015 10:47 PM CET


Feasting With Panthers (Limited Edition)
Feasting With Panthers (Limited Edition)
Wird angeboten von hardliner-music
Preis: EUR 12,69

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf eigene Gefahr, 3. Juli 2011
Seit 2009 arbeitet Marc Almond unermüdlich.

Dieses dritte Album in ebenso vielen Jahren ist ein literarisches Projekt und eine Zusammenarbeit mit Michael Cashmore (Current 93). Es kann als Fortsetzung von der im 1993 veröffentlichten "Absinthe"-Platte betrachtet werden, trotzdem ist hier das Thema eindeutig: Homosexuelle Liebe, mit ihrem Verlangen, den entsprechenden Gefahren und notwendigem, stolzem Begehren.

Die Dichter, die ausgewählt wurden, sagen schon alles: Herr Almond singt Texte von Genet, Rimbaud, Verlaine, Cocteau und De Nerval, welche von Jeremy Reed ins Englische übersetzt und adaptiert wurden. Sie sind selbstverständlich wunderschön, aber die wirkliche Überraschung sind die vier Texte von Count Stenbock, einem der verkanntesten Autoren der englischen Literatur. Er war eigentlich der Anlass zur Entstehung dieses Werkes, nachdem David Tibet Herrn Almond ein Buch von Stenbocks Gedichten schenkte. Tibet selbst hat angekündigt, er werde bald die sämtlichen Werke dieses Autors durch sein Coptic-Cat-Verlagshaus veröffentlichen. Wir warten vertrauensvoll.

Jedenfalls enthält diese Platte nicht nur Gedichte von Autoren der Vergangenheit. Es gibt zwei Texte von Jeremy Reed und einen von dem mysteriösen Zebulon Xanter (wunderbarer Name), der die Worte zum Title-Track beisteuert.

Aber zurück zur Musik. Wie singt Marc Almond auf "Feasting"? Nutzlose Frage: Er singt wie ein echter, blauer Engel.

Und wie klingt die Platte? Herr Cashmore komponierte alle Tracks, und auch wenn er allein im Studio war, wirkt er wie ein ganzes Orchester. Die Produktion ist vielschichtig: Am meisten werden die Stücke vom Klavier, akustischer Gitarre und Streichern untermalt, aber es gibt Fälle, bei denen mid-tempo-Rhythmen auftauchen und sogar elektrische, brüllende Gitarren in den Mux schleichen.

"Feasting With Panthers" ist dennoch kein leichtes Album. Der Gesang und die Musik scheinen am Anfang zu langsam und langweilig, man braucht notwendigerweise Geduld: Erst beim fünften Anhören, nachdem man die Texte gut assimiliert hat, fängt das Ganze an, zu glänzen. Und es hört nie mehr auf.

Also endlich kommt der Panther. Er streichelt unsere nackte Haut mit seiner schwarzen, weichen Pfote. Er leckt am unseren Gesicht. Dann legt er sich neben uns und gähnt...

Jetzt lohnt es sich eine kleine Gefahr zu laufen.


Sunday
Sunday

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dance Away The Heartbreak?, 14. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Sunday (Audio CD)
Mit der vierten Single aus "Happiness" (die Zeit vergeht schnell) bieten uns Hurts einen der rhythmisch lebendigsten Songs ihres Repertoire an. Bei "Sunday" geht die Melancholie in Richtung Tanzfläche, mit house-poppigen Beats im Stil von Stock Aitken & Waterman und einer Untermalung von Staccato-Streichern, welche klingen, als ob Michael Nyman sie arrangiert hätte. Spannende, glänzende Pop-Musik. Wie gewohnt.

Die Überraschung kommt mit der B-Seite. Hurts haben schon bei Cover-Versionen ihren merkwürdigen Geschmack bewiesen: Zuerst gab es Falco (gut), dann Kylie Minogue (sehr gut) und jetzt bekommen wir ein Stück von einem Künstler, den wir stets ziemlich unerträglich gefunden haben: Sir Elton John.

"Live Like Horses" stammt aus "The Big Picture" vom Jahr 1999, ein Album, das wahrscheinlich nicht zur klassischen Phase dieses Künstlers gehört.

In den Händen von Hurts wird trotzdem diese prunkvolle, vom Gospel geprägte Ballade mit Kraftwerk-Klängen lackiert, welche ihre winterliche, tiefe Atmosphäre und die Schönheit des Textes von Bernie Taupin unterstreichen. Folglich wirkt der Song sehr berührend, und man kann nur sagen, dass er nochmals eine tadellose Hurts-Schöpfung ist.

Selbstverständlich wird der Schatz der B-Seiten reicher, aber der Melancholie darf man nie entgehen.

Das gefällt uns, auf jeden Fall.


Together
Together
Wird angeboten von cdfever
Preis: EUR 13,53

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Silberhochzeit, 9. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Together (Audio CD)
Dieses Jahr waren die Pet Shop Boys mit der Feier von ihrem fünfundzwanzigsten Geburtstag beschäftigt. Es gab eine lange Tournee, "Pandemonium", die mit einem entsprechenden Album dokumentiert wurde. Als Finale kommt die ziemlich nutzlose Sammlung "Ultimate", welche als endgültige Zusammenfassung ihrer Hits gelten sollte. Sie haben wahrscheinlich wenig Zeit gehabt neue Songs aufzunehmen, trotzdem enthält "Ultimate" ein neues Stück, "Together", das jetzt als Single erscheint.

Es handelt sich um einen klassischen PSB-Song. Er wurde mit Tim Powell (Xenomania) geschrieben und ist eine spannende Scheibe Euro-Trance-Pop, die durch die aufsteigende Bewegung der Akkorde gleichzeitig euphorisch, orgasmisch und tragisch wirkt. Er ist auch voll von schimmernden Synthie-Flächen und beweist nochmals die Erbarmungslosigkeit dieser Gruppe. Das wussten wir schon: Die PSB rauben den Hörern ihre Herzen. Jedes Mal.

Die Extended-Version von "Together" ist gleich hörenswert: Sie ist teilweise träumerisch aber der Song bleibt scharf und überlebt den Remix-Prozess ganz unversehrt.

Als Bonus-Tracks bekommen wir zwei Coverversionen:

- "Glad All Over" ist ein bewegter Hit aus den 60er Jahren. Er zeigt eine leise/laut Elektro-Struktur vor, während Neil Tennant mit himmlischer Kopfstimme diese Worten singt: "Other boys may try to take my love away / but this love is just for you and me". Das heißt: Wie ein 60er Hit seine heterosexuelle Patina verlieren kann.

- "I Cried For Us" ist das ruhigste Stück. Es it eine Country-Pop-Ballade, welche von Kate McGarrigle - Rufus Wainwrights Mutter - geschrieben wurde. In den Händen von PSB klingt sie zärtlich herzzerreißend und man denkt, dass sie dem Tracklist von "Behaviour" gehören könnte. Und damit zollen die Pet Shop Boys einer wichtigen Künsterin einen tadellosen Tribut.

Natürlich müssen wir auch Neil und Chris zum Geburtstag gratulieren: Fünfundzwanzig Jahre als Gründer einer der besten Popgruppen aller Zeiten sind kein Witz. Sie sind Kunst. Echte Kunst.

Also vielen Dank. Und bis 2012, mit einem neuen, glänzenden Meisterwerk.


Wonderful Life
Wonderful Life
Wird angeboten von Music-Finder
Preis: EUR 17,97

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Severn-Brücke..., 24. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Wonderful Life (Audio CD)
Es ist jetzt schon klar: Hurts werden der Popwelt den Knopf zurechtrücken. Deswegen werden sie natürlich viel gehasst werden, aber was können die Neider gegen Talent?

"Wonderful Life" ist ein erzählender, in der dritten Person geschriebener Song, welcher vom nicht üblichen Thema Selbstmord handelt. Bei dieser neuen Version finden wir Theos geschärftes Gesang, funkige Beats mit erdbebenden Perkussionsinstrumenten, Synthie-Mauern und avalonische, flimmernde Saxophone. Das heißt: Eine vielschichtige Produktion für einen Song, der sogar nach zahlreichen Anhörungen sein Geheimnis nie offenbart. Ein sicherer Beweis, dass eine hervorragende Popgruppe vor uns steht.

Die deutsche Ausgabe dieser Single enthält als B-Seite kein neues Stück - das passiert auf der englischen, mit dem Song "Affair" -, sondern eine Version von "Wonderful Life", die von Arthur Baker remixt wurde. Der ehemalige New Order-Produzent bewahrt all die ursprünglichen Elemente des Stücks, indem er in Richtung Techno-Rave geht, besonders im mittleren Teil des Songs, der spannend wirkt. Alles in allem ein hörenswerter Remix, welcher dem Schicksal von Hurts bei den Diskos sicher helfen wird.

Und jetzt ist die Warte fast am Ende: Am 27. August ist "Happiness" bei uns...


Variete (Limit.ed.2cd Deluxe Digipack)
Variete (Limit.ed.2cd Deluxe Digipack)

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kind der Leidenschaft, 9. Juli 2010
2010: Im dreißigsten Jahr seiner Karriere endlich veröffentlicht Marc Almond ein neues Album, das aus selbstgeschriebenen Songs besteht. Seit neun Jahren passierte das nicht, seit dem im 2001 erschienen "Stranger Things".

Inzwischen haben nochmals die Kritiker und das große Publikum Herrn Almond vergessen. Er ist leider nur selten als Interpret geschätzt, und das ist eigentlich seine Verwünschung: Riesige Hits hat er gehabt, aber zu oft mit Songs, die von enderen Leuten geschrieben wurden.

Trotzdem ist Marc Almond ein SONGWRITER. Es war immer so. Als Solo-Künstler hat er zehn Alben von seinen eigenen Songs aufgenommen. Er sollte bequem im Olymp der Popmusik sitzen, in Gesellschaft mit Billie Holiday, Nina Simone, David Bowie und Lou Reed. Warum ist es nicht so? Wegen der Faulheit der Kritiker oder ihrer Dummheit? Oder wegen alter, lieber Homophobie?

"Varieté" ist eine lange, reiche Platte. Sie enthält sechzehn Stücke, die auf dieser limitierten Auflage dreiundzwanzig werden. Fast neunzig Minuten Musik und, sagen wir es sofort, keine schlechte Songs. Das Werk wurde von Almond selbst produziert, mit der Hilfe von Tris Penna auf drei Stücken. Unter seinen Mitarbeitern finden wir diesmal Neil Whitmore, Alexei Fedorov, Roland Faber und Michael Cashmore, der auch bei Current 93 tätig war.

Musikalisch klingt "Varieté" wie ein "White Album". Abgesehen von reinem Elektro-Pop, fasst Herr Almond all die Stile zusammen, die er in seiner Karriere durschforscht hat: Kabarett, Chanson, Northern Soul, Pop-Glam finden hier eine perfekt ausgeglichene Darstellung sowie sein Gesang, das wie gewöhnlich ein Meisterwerk von geschmeidiger Phrasierung ist. Es gibt dennnoch wenige Stücke mit schnellen Rhythmen, weil die Ballade das herrschende Genre des Werkes ist: darunter sind "The Exhibitionist", "Trials Of Eyeliner", "Sandboy" und "Lavender" hervorragende Beispiele der Kunst, die Herr Almond im Lauf der Jahre ziseliert hat. Es gibt sogar Raum für Experimentieren: Das Werk endet mit "Sin Song", einem siebenminutigen prog-akustichen Stück, das zahlreichende Variationen von Tempo und Stimmung enthält. Sicher ein mutiges Ende einer schon wichtigen Platte.

Übrigens wirkt der Sound von "Varieté" immer leicht und intim, auch wenn viele und manchmal exotische Instrumente benutzt werden. Diese warme Atmosphäre passt sehr gut zu den Themen der wie üblich bezaubernden Texte, die oft von der Sehnsucht nach der Vergangenheit handeln. Da sind Figuren, die die Bewusstheit bekommen, dass die beste Zeit ihrer Leben schon vorbei ist. Deswegen fühlen sie tiefen Schmerz, aber gleichzeitig verstehen sie, dass was sie gelebt haben zu schätzen ist. Daher kämpfen sie weiter, um ihre Vergangenheit zu verteidigen und um nichts zu vergessen, auch wenn das oft nur in ihren Köpfen passiert. Es gibt natürlich etwas Autobiographisches hier, aber wir wollen nicht zu eng Almonds Leben und seine Songs verbinden; Es ist einfach wichtig, dass diese Stücke stets rührend und universal wirken.

Was die Bonus-Cd angeht, muss man unbedingt behaupten, das sie kein Lerchenlocker ist. Sie enthält sieben Songs, die wahrscheinlich live im Sudio aufgenommen wurden. Die Instrumentierung ist sparsamer als auf dem offiziellen Album, trotzdem ist das Ergebnis dasselbe: Schöne Kompositionen, die musikalisch mehr zum Blues und Jazz (und ein bisschen Rock'n'Roll) neigen. Stellt euch vor, dass ihr in einem kleinen Klub steht, nach persönlichen Einladung von Herrn Almond selbst. Wunderbar, oder?

Also: Da ist ein neues Kapitel der Geschichte von Marc Almond. Er ist ein Kind der Leidenschaft. Ein Soul Man. Ein bittersüßiger Dichter.

Kurz gesagt: Er ist unser Freund.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 8, 2012 7:53 PM CET


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