Fashion Sale Hier klicken b2s Cloud Drive Photos Jetzt informieren Erste Wahl Learn More sommer2016 Bis -50% auf Bettwaren von Traumnacht Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars Autorip Summer Sale 16
Profil für Re-Aktionär > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Re-Aktionär
Top-Rezensenten Rang: 38.208
Hilfreiche Bewertungen: 1893

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Re-Aktionär (Wien)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Der Weg in den neuen Kalten Krieg
Der Weg in den neuen Kalten Krieg
von Peter Scholl-Latour
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erhellend, beeindruckend, subjektiv, fragwürdig, 23. Januar 2010
Es dürfte nur wenige lebende Personen geben, die so "im Saft stehen" wie Peter Scholl-Latour. Der altgediente Journalist hat die ganze Welt bereist und hat in den vielen Jahrzehnten seiner Laufbahn einen derart immensen Wissens- und Erfahrungsschatz angehäuft, dass man ganze Lexika damit füllen könnte. Es gibt allerdings auch kaum jemanden, der sich seines Wissensvorsprungs so bewusst zu sein scheint und seine Überlegenheit unverblümt zur Schau stellt. Das fängt bei seiner mit Fachbegriffen durchsetzten Sprache an und endet bei einer offenkundigen Verachtung der westlichen Hemisphäre sowie Lobpreisungen aufstrebender Kulturkreise wie China. Das hat mitunter groteske und (angesichts der Tatsache, dass Scholl-Latour über einen durchaus meinungsbildenden Einfluss verfügt) auch gefährliche Blüten zur Folge. Wer einen Tyrannen und Massenmörder wie Mao ernsthaft als große Gestalt bezeichnet, muss sich fragen lassen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Zudem bleibt das vorliegende Sammelwerk die Erklärung schuldig, was nun genau unter dem "neuen Kalten Krieg" zu verstehen ist.
Wer Scholl-Latour liest, schärft seinen Blick für Aspekte, die in der öffentlichen Berichterstattung oft unter den Tisch fallen. Man gewinnt neue Erkenntnisse und fühlt sich zum Schluss informierter. Allerdings sollte man angesichts der Wort- und Wissensgewalt des Autors nicht sein eigenes kritisches Denken aufgeben.


Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil
Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil
von Wolf Schneider
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Konstruktion des idealen Satzes, 16. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer über begrenztes sprachliches Talent verfügt, aber dennoch gerne die journalistische Laufbahn (oder ähnliches) einschlagen möchte, findet in Schneiders Buch einige hilfreiche Anleitungen, um einen lesbaren Satz zusammenzuschustern. So wird die Verwendung von Verben ebenso angemahnt wie der Verzicht auf Schachtelsätze. Die einzelnen Kapitel sind lose miteinander verknüpft; Beziehungen untereinander finden sich nur vereinzelt. Dass sich Schneider generell für einen vorsichtigen Umgang mit dem Kulturgut Sprache ausspricht, ist im Grunde der einzige rote Faden. Besser wäre es gewesen, einen eigenen durchgehenden Text abzudrucken, um die einzelnen "Lektionen" zu veranschaulichen. Auch Übungsaufgaben wären denkbar gewesen. Stattdessen zitiert Schneider munter Beispielssätze aus anderen Werken oder dem journalistischen Alltag (wobei die teilweise mehrere Jahrzehnte alt sind!). Über deren sprachliche Qualität lässt sich zudem vortrefflich streiten. Überhaupt übersieht Schneider meines Erachtens das Wesentliche: Sprache ist keine Sportart, die man mit genug Übung zur Perfektion bringen kann. Es gibt nicht DEN goldenen Weg zum idealen Text. Sprache ist vielfältig und variabel. Entsprechend kann und sollte jeder seinen eigenen Stil finden. Deswegen sind Bücher von Leuten, die einem ihren eigenen Stil aufdrücken wollen, eigentlich komplett überflüssig. Da es aber gerade im journalistischen Bereich doch einige (Handwerks-)"Regeln" zu beachten gibt, ist das Buch gerade für Anfänger eine vorsichtige Empfehlung wert, zumal im Anhang ein umfangreiches Glossar über journalistische Fachausdrücke und eine Übersicht über Wörter, die man nach Ansicht des Autors besser nicht mehr verwendet, abgedruckt ist. Wer kein sprachliches Gefühl besitzt, wird aber auch nach intensivem Studium dieser oder ähnlicher Werke nicht zum Meister seines Faches avancieren. Eine gewisse Begabung ist eben immernoch das A und O. Ob das Buch an sich gut geschrieben ist, halte ich für einigermaßen irrelevant. Hauptsache es erfüllt seinen Zweck. Wie dargelegt tut es das, wobei die Formatierung der Texte das "Lernen" erschwert. Mitunter wirken die Texte mit ihrem Gewusel aus Fett- und Kursivschreibung, Tabellen und Zitaten recht chaotisch. Wirklich lustig fand ich das Buch im Übrigen auch nicht. Ich hatte mir deutlich mehr Biss und/oder Witz erhofft. Bastian Sick ("Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod") ist in dieser Hinsicht ganz klar überlegen.
Fazit: ein schlecht lektoriertes "Lehrbuch" für angehende Journalisten. Ingesamt zu einseitig und endgültig. Erfahrene Journalisten finden hier bestenfalls Denkanstöße, dürften über so manche Forderungen aber amüsiert die Stirn runzeln.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 23, 2014 4:46 PM MEST


Raising Sand
Raising Sand
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Äußerst geschmackvoll, 17. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Raising Sand (Audio CD)
Die Harmonie, die zwischen Alison Krauss und Robert Plant geherrscht haben muss, übertrug sich direkt auf die CD. "Raising sand" besticht durch seine seine ruhigen, nahezu kontemplativen Töne. Unaufgeregte Lieder wie "Killing the blues", "Polly come home", "Through the morning, through the night" und "Stick with me baby" sind selige Inseln der Entspannung. Andererseits fallen gerade deswegen die beiden Rocksongs "Gone Gone Gone" und "Fortune Teller" etwas aus dem Rahmen. Schlecht sind sie nicht, passen aber nicht zur vorherrschenden Stimmung. Dafür ist "Please read the letter" einer der schönsten Titel, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Das Werk eignet sich vor Allem für ältere Semester. "Raising sand" ist der perfekte Soundtrack zum farbenfrohen, melancholischen und manchmal stürmischen Herbst des Lebens.


Number Seven
Number Seven
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 30,83

5.0 von 5 Sternen Doomsday afternoon 1 1/2, 1. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Number Seven (Audio CD)
Phideaux hat mit "Doomsday afternoon" eines der besten Prog-Alben dieser Dekade unters Volk gebracht. Doch Phideaux hält diesem Erfolgs- und Qualitätsdruck stand, kann mit "Number seven" aber keinen neuen Geniestreich vorlegen. Phideaux macht sich erst gar nicht die Mühe, Neues zu versuchen. "Number seven" weist stilistisch deutliche Parallelen zu "Doomsday afternoon" auf, zitiert es so gar an einigen Stellen. Unterschiede lassen sich lediglich im Detail ausmachen. Unterschiede bestehen allenfalls darin, dass "Number seven" etwas weniger offensichtlich daher kommt. "Doomsday afternoon" hat mit seinen ausladenden Melodiebögen ja durchaus auf dicke Hose gemacht. Dagegen nimmt sich "Number seven" etwas zurück. Das hat aber auch zur Folge, dass es sich eher langsam erschließt und die ganz großen Momente fehlen. Freunde des progressiven Schönklangs werden dennoch bestens bedient. "Number seven" stellt zudem eine ideale Ergänzung zu Transatlantics "The Whirlwind" dar. Wo letzteres auf Perfektion und Abwechslung setzt, lädt "Number seven" zum schwelgerischen Drinversinken ein.


The Whirlwind
The Whirlwind
Preis: EUR 11,98

5.0 von 5 Sternen In bester Tradition, 1. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: The Whirlwind (Audio CD)
Die einzig wahre Supergroup des progressiven Rocks hat sich unter dem eifrigen Betreiben der Prog-Rock-Ikone Neal Morse wieder zusammengefunden und ein neues Album eingespielt. "The Whirlwind" thematisiert die kleinen oder großen Ereignissen, die einen mehr oder weniger starken Effekt auf den Lauf des Lebens ausüben. Da hat anscheinend jemand bei Porcupine Tree abgeschrieben, die mit "The Incident" ein ganz ähnliches Thema beackern.
Im Gegensatz zu Steven Wilson & Co. spielen Transatlantic aber Traditions-Prock in Reinkultur. "The Whirlwind" anzuhören ist wie in der Zeit zurückzureisen. Gleiches galt ja auch schon für das Debüt "SMPTe" und das bisherige Meisterwerk "Bridge across forever". An die kompositorische Güte dieser Alben schließen Transatlantic mit ihrem neuesten Streich mühelos an, erreichen dabei aber nicht ganz das Gänsehautniveau von vor Allem "Bridge across forever". Dafür klingen die Melodiebögen, Harmonien und der Gesang dann doch viel zu vertraut. Ich kann mir andererseits aber auch nicht vorstellen, dass jemand von Transatlantic ernsthaft ein modernes Album erwartet hat bzw. sich das überhaupt wünschen würde. Neal Morse & Co. halten die Fahne des Retro-Progs hoch und erreichen dabei eine Klasse, die sich vor Allem durch die herausragenden Fähigkeiten der Beteiligten erklären lässt. Alle gehören zu den Besten ihres Faches - und das stellen sie hier eindrucksvoll unter Beweis. Die Professionalität von "The Whirlwind" ist enorm. Im Vergleich zu den früheren Alben klingt das eine Spur ausgereift und bereinigt von überflüssigem Ballast. Das ist mit Blick auf die Länge der CD umso bemerkenswerter.
Fazit: wer die ersten beiden Alben mochte, macht hier gar nichts falsch. Wer profesionell vorgetragenen Retro-Prog ohne allzu viel Klischeelastigkeit hören will, macht hier ebenfalls nichts falsch. Wer einfach nur Spielfreude und Spaß sucht, macht gleich gar nichts falsch. Nur unverbesserliche Modernisten schauen sich lieber woanders um.


The Days of Grays (Limited Edition im Digipak + Bonus CD)
The Days of Grays (Limited Edition im Digipak + Bonus CD)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sonata Arctica auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, 23. September 2009
Die Emanzipation vom puristischen Melodic-Metal vollzogen die Finnen bereits auf ihren letzten Studioalben. Die Hinwendung zu komplexeren Formen des Metals, ohne dabei die melodischen Wurzeln zu vernachlässigen, hat die Finnen nun zur Krönung ihrer Karriere getrieben. "The days of grays" legt ein Zeugnis außergewöhnlicher Fähigkeiten ab; verbindet progressivem Anspruch mit eingängen Melodien und ist von derart epischer Intensität, dass sich Nightwish und Konsorten zukünftig an diesem Album messen lassen müssen.
Nach den ersten Hördurchgängen wären mir derartige Bezeichnungen niemals in den Sinn gekommen. Im Gegenteil: anfangs war ich regelrecht enttäuscht, da mir noch die großartigen Songs der beiden Vorgänger "Reckoning night" und "Unia" in den Ohren hafteten. Es mag an dem nochmals gesteigerten Härtegrad liegen, dass "The days of grays" nicht sofort zündet. Aber es liegt auch dem nochmals gesteigerten Härtegrad, dass einem die nicht mehr ganz so prätentiösen Melodien nicht mehr loslassen, sobald sie ihre Überzeugungsarbeit vollendet haben. Dann nämlich sind vor Allem "The last amazing grays", "Flag in the ground", "Zeroes", "Juliet", Everything fades to gray" und so gar der Bonustrack "In the dark" dermaßen famos, dass man sich nicht satt an ihnen hören kann. Besonders herausragend ist "No dream can heal a broken heart", das einem mit seinem unwiderstehlichen Refrain jede Hemmungen vergessen lässt.
Mir ist zudem besonders augefallen, dass selbst die eingängigen Lieder kleine Epen sind, deren Abwechslungsreichtum sich erst durch ausgiebigen Köpfhörerkonsum offenbaren.
Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte auf jeden Fall zur hier besprochenen Limited Edition greifen. Diese enthält mit "In the dark" nicht nur einen Bonustrack, der dem regulären Material in Nichts nachsteht, sondern auch eine zweite Scheibe mit der orchestralen Version des Albums. Wer auf pompöse Filmsoundtracks abfährt, wird hier voll auf seine Kosten kommen. So oder so gehört "The days of grays" zur diesjährigen Pflichtaustattung.


The Incident
The Incident
Preis: EUR 17,79

17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ereignisreich, 20. September 2009
Rezension bezieht sich auf: The Incident (Audio CD)
Eigentlich wollte ich ein umfangreiches Review schreiben, um dem Album angemessen gerecht zu werden. Irgendwann saß ich aber einfach nur noch wie in Trance vor dem Bildschirm und habe den hypnotisch-schönen Klängen gelauscht, die da aus den Boxen drangen.
"The Incident" ist eindeutig das bisher ausgereifteste, geschlossenste, aber auch sperrigste Werk dieser fantastischen Band. Die ganz großen Melodien finden sich hier zwar nicht, aber dafür stellt das Album eine mehr als gelungene Symbiose der metallischen Schwere von "Fear of a blank planet" und dem Abwechslungsreichtum von "In Absentia" dar, wobei sich aus jeder Schaffensphase bestimmte Elemente auf "The Incident" wiederfinden lassen. Das Werk ist damit nicht zuletzt auch eine Zusammenfassung von mehr als 20 Jahren Porcupine Tree.
Herausragend ist meiner Meinung nach vor Allem das Trio "Great expectations", "Kneel and disconnect" und "Drawing the line". Man muss schon über verschwenderisch viel Kreativität verfügen, wenn man es sich leisten kann, tolle Ideen wie in "Great expectations" und "Kneel and disconnect" in nur zweiminütigen Songs unterzubringen. Ebenfalls großartig ist das finale "I drive the hearse". Gesangsharmonien zum Niederknien! Oder auch "Time flies", das sich in der Mitte zu einem bitterkalten Prog-Monolithen emporhebt.
Doch eigentlich verbietet es sich, Einzelsongs aus "The Incident" hevorzuheben, denn das Album funktioniert nur als Ganzes, schließlich handelt es sich um einen 55minütigen Longtrack, in dem alles im Fluss ist und alles ineinander übergeht.
Im Gegensatz dazu ist die beiliegende EP eine lose Ansammlung selbstständiger Songs. Natürlich haben alle die gewohnte Klasse, aber "Remember me lover" ist eindeutig das Highlight. Schade nur, dass der Song nicht ohne Metal-Riffs auskommt. Als lupenreine Ballade hätte er meines Erachtens besser funktioniert.
Für mich persönlich ist Porcupine Tree die Band meines Lebens. Kennengelernt habe ich sie mit "In Absentia", wobei "The sound of muzak" mein erster jemals gehörter Song war (quasi mein Incident...). Seitdem finde ich mich in jedem Wort und in jeder Note zu 100% wieder.
"The Incident" bildet da keine Ausnahme. Es fehlt zwar ein Übersong im Stile eines "Arriving somewhere...", "Anesthetize" oder "Trains", doch dafür stellt das Album eine Entdeckungsreise sondergleichen dar. Ständig findet man Neues, entfalten bekannte Momente neues Potenzial und erschließt sich der gesamte Vorfall nach und nach. Abschließend beurteilen kann man das Album wahrscheinlich erst im nächsten Jahr.
Porcupine Tree musizieren seit inzwischen 6 von insgesamt 10 Studioalben auf schwindelerregend hohem Niveau, entwickeln sich permanent weiter und scheinen immernoch nicht mit ihrem Latein am Ende zu sein. Vielleicht sind Steven Wilson & Co. (noch?) nicht die "wichtigste Rockband der Neuzeit" (das meint zumindest das Fachmagazin Ecplised), aber definitiv die interessanteste, kreativste, vielseitigste und qualitativ konstanteste.


Black Clouds & Silver Linings (Special Edition)
Black Clouds & Silver Linings (Special Edition)

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein Silberstreif, 19. Juni 2009
Die erste und einzige Enttäuschung erlebt man beim Auspacken der 3-CD-Edition. Die einzelnen Silbelinge purzeln einem in Papphüllen entgegen. Entfernt man diese und das gelungene Booklet aus der Schachtel, fühlt es sich an, als hätte man eine dürftig zusammengeklebte Billigpappe in der Hand. Zwar geht der Preis für die gebotene Ausstattung in Ordnung, aber ich für meinen Teil hätte lieber ein paar Euro mehr bezahlt, anstatt mich mit einer dermaßen schäbigen Verpackung abspeisen zu lassen.
Glücklicherweise lässt die Aufmachung des Albums keine Rückschlüsse auf seine musikalische Qualität zu.
Die Mitbegründer, Innovatoren, Vorreiter und Legenden des Prog-Metal-Genres spielen auch im 24. Jahr ihres Bestehens progressiven Metal der Extraklasse. Die in der jüngeren Vergangenheit nicht immer gelungene Integration neuer Elemente wirkt nicht mehr aufgesetzt oder dreist kopiert, sondern fügt sich endlich harmonisch in den ohnehin umfangreichen Soundkosmos des Traumtheaters ein. Die Single "A rite of passage" hat ja bereits deutlich gemacht, dass Portnoy & Co. nicht gewillt sind, auf Growls und düstere Härte zu verzichten, deutet doch schon das im Vergleich zu "Systematic chaos" (2007) nicht ganz so großartige Cover-Artwork an, dass Dream Theater heuer keinen Blümchen-Prog-Metal spielen.
"A nightmare to remember" startet sogleich mit einem monumentalen Intro durch, bevor der Song aggressiv über die restliche Distanz gepeitscht wird, wobei ruhige Parts zwischendurch immer wieder angenehm das Tempo rausnehmen und für Abwechslung sorgen. Während ich ihn beim ersten Hördurchgang gar nicht richtig wahrnahm, wurde meine Aufmerksamkeit beim zweiten Mal auf den tollen Refrain gelenkt. "A nightmare to remember" ist bereits mehr ein Song, als es die meisten Stücke auf "Systematic chaos" waren - und gibt damit die Devise für das ganze Album vor.
Die angesprochene Single hatte mich schon im Vorfeld überzeugt. Daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: "A rite of passage" halte ich von allen eingängigen Songs, die Dream Theater in den letzten Jahren geschrieben haben, für den besten. Umso mehr, als die vergleichsweise dezenten Thrash-Elemente eben nicht mehr nach einer 1:1-Kopie von Metallica, sondern zu jeder Sekunde eindeutig nach Dream Theater klingen.
Mit "Wither" folgt im Anschluss die im Vergleich zu "Forsaken" deutlich geschmackvollere Ballade, was insbesondere dem Verzicht auf einen ähnlich nervtötenden Refrain zu verdanken ist. Hier zeigt sich einmal mehr, dass LaBrie mitnichten ein schlechter Sänger ist, sondern dass Musik und Gesang einfach gut aufeinander abgestimmt sein müssen. Das war in den letzten Jahren nicht immer der Fall, gelingt auf diesem Album aber durchgehend hervorragend.
"The shattered fortress" ist im Grunde keine neue Komposition, sondern eine Aneinanderreihung bekannter Dream Theater - Riffs -und Melodien. Das ist zwar so gewollt, da dies der Abschluss von Mike Portnoys privater "Alkohol macht Birne hohl" - Saga ist, ändert aber nichts daran, dass es dem Titel dadurch an Eigenständigkeit mangelt, weshalb er meiner Meinung nach mit dem restlichen Album nicht ganz mithalten kann.
Die absoluten Höhepunkte haben sich Dream Theater mal wieder für den Showdown aufgehoben.
"The best of times" stellt die melodische Seite der Band in den Vordergrund. Hier beweisen Dream Theater, dass sie auch Longtracks ohne Instrumentalexzesse spielen können. Da zudem der Härtegrad sehr marginal ausfällt, handelt es sich bei "The best of times" im Grunde um eine epische Halbballade.
Den Vogel schießen Dream Theater mit dem finalen "The count of Tuscany" ab. 19 Minuten progressiver Metal vom Feinsten. Mir hat es vor Allem die enorm sphärische Passage im letzten Drittel des Tracks angetan. Diese mündet nach einigen Minuten in chillige Gitarrenklänge, über die sich LaBries warmer Gesang legt. Wenn dann auch noch anmutiges Keyboardspiel einsetzt und eine tief gestimmte Gitarre für Unterfütterung sorgt, ist klar: "The count of Tuscany" ist das Genialste, was Dream Theater seit "Scenes from a memory" (1999) fabriziert haben. Ein Song zum Staunen. Große progressive Kunst!
Insgesamt wirkt "Black clouds & silver linings" kompakter und geschlossener als "Systematic chaos". Klare Strukturen und Kompositionen mit Wiedererkennungswert zeichnen das Album aus und dürften (nicht nur bei mir) für deutlich mehr Rotierungen im Player sorgen als bei dem keineswegs schlechten (nur völlig anderen) "Systematic chaos".
Mit "A nightmare to remember", "A rite of passage", "The best of times" und dem Überhammer "The count of tuscany" sind gleich vier Reservierungen für das nächste Best-Of dabei. Da sich der nicht Best-of-verdächtige Rest lediglich aus der angenehmen Ballade "Wither" und dem mangels Neuigkeiten nicht völlig geglückten "The shattered fortress" zusammensetzt, halte ich die Bezeichnung Ausnahmealbum für mehr als gerechtfertigt.

Neben dem Hauptwerk liegt der hier besprochenen Fassung noch eine CD mit dem Instrumental-Mix des Albums sowie eine weitere Bonusdisk mit sechs Coversongs von Rainbow (Stargazer), Queen (Tenement funster / Flick of the wrist / Lily of the valley), The Dixie Dregs (Odyssey), Zebra (Take your fingers from my hair), King Crimson (Larks tongues in aspic part 2) und Iron Maiden (To tame a land) bei. Diese können, wie das bei Coversongs eben meistens der Fall ist, nicht mit den Originalen mithalten. Eine lohnenswerte Ergänzung stellen sie dennoch dar.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2009 10:37 AM MEST


ANNO 1404
ANNO 1404

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nahezu perfekte Einheit aus Spieltiefe und Langzeitmotivation, 18. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: ANNO 1404 (Computerspiel)
Mit "Anno 1404" geht die hochkarätigste Reihe des Aufbaustrategiegenres in die inzwischen vierte Runde. Als altgedienter Anno-Verteran, der seit dem seligen 1602 dabei ist, von dessen unmittelbarem Nachfolger 1503 enttäuscht war und auch 1701 nicht die Aufmerksamkeit zuteil werden lies, das es aufgrund der wiedergewonnenen Qualität eigentlich verdient hätte, bin ich von "Anno 1404" restlos begeistert. Das Spiel bietet Langzeitmotivation und Tiefe bis zum Abwinken. Mit Ausnahme des Civilizationablegers "Alpha Centauri" ist mir noch kein derart ausgereiftes Strategiespiel untergekommen, das über mehrere hundert Stunden zu fesseln vermag ohne auch nur die kleinsten Abnutzungserscheinungen aufzuweisen.
Wie üblich ist das Endlosspiel das Kernstück von Anno. Im Gegensatz zu den Vorgängern gibt einem das Programm vielfältige Möglichkeiten, diesen Spielmodus nach eigenen Vorlieben zu gestalten. Ich habe mich mit dem Endlosspiel bisher jedoch nur am Rande beschäftigt, denn die (leider etwas kurze und zu einfach geratene) Kampagne und vor Allem die ungleich herausfordernderen Szenarien (sechs an der Zahl) bieten schon extrem viel Gegenwert fürs Geld. In manchen Szenarien haben sich jedoch kleine Fehler eingeschlichen, so dass es unter Umständen vorkommen kann, dass man auf erfolgsrelevante Aufgaben stundenlang warten muss. Das sind jedoch die einzigen Phasen, in denen Leerlauf herrscht. Ansonsten gibt es immer was zu tun. Je weiter sich die Bevölkerungsstruktur entwickelt, desto schwieriger wird es, die Bedürfnisse zu erfüllen. Um beispielsweise die Adligen (höchste Stufe) rundum zufriedenzustellen, bedarf es schon eines gewaltigen Kraftaktes. Wenn dann auch noch die Besiedlung des Orients hinzu kommt, bewegt sich das Spiel hin und wieder an der Grenze zur Überforderung. Doch überschritten wird diese nie, was eben daran liegt, dass das Gameplay extrem durchdacht wirkt und perfekt ausbalanciert wurde.
Grafisch ist das Spiel auf der allerneusten Stand der Technik. Die zahlreichen kleinen Details und das liebevolle Design sorgen zusammen mit dem gewohnt hohen Wuselfaktor für ein ungemein stimmiges Bild. An einer voll ausgebauten Metropole mit all ihren Wohnhäusern, Produktionsgebäuden und Warenkreisläufen kann man sich kaum sattsehen. Das alltägliche Aufbauleben lockern zudem kleine Aufgaben (wie etwa das Aufsuchen von Personen) auf. Die Steuerung ist trotz der Komplexität des Spieles stets nachvollziehbar und sehr intuitiv. Wer will, darf sich wichtige Funktionen so gar auf den Hauptbildschirm legen, so dass umständliche Menüumwege vermieden werden. Der größte Mangel des Spieles ist allerdings die Abwesenheit einer statistischen Übersicht. Gerade im späteren Spielverlauf geht der Überblick schon mal verloren. Wenn es an irgendeiner Stelle hakt (die Meldung "eines ihrer Gebäude stellt keine Waren mehr her" ist zumindest bei mir eine der häufigsten), muss man sich es mühsam ein genaues Bild von der Lage machen.
Das ist zwar unschön, aber zu verschmerzen, da die Spielwelt "Anno 1404" unmittelbare Resonanz der Ereignisse bietet (etwa Ausrufezeichen über den Gebäuden).
Alles in Allem ist Anno 1404 der mit Abstand beste Teil der Reihe. Ein Erlebnis, das sich kein Aufbaustrategiespieler entgehen lassen sollte!


The '59 Sound
The '59 Sound
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fette Ausbeute, 18. Mai 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The '59 Sound (Audio CD)
Vielleicht hätte man noch eine weitere Ballade schreiben, vielleicht die nicht ganz so brillanten Songs weglassen sollen, um ein mustergültiges Rock-Album zu erschaffen. Vielleicht ist das aber gut so, denn sonst hätte man tatsächlich gar nichts zu kritisieren und jedes Wort über dieses unglaubliche Album wäre zu viel. In der Tat sind die Schwächen marginal. Die angedachte Zusatzballade hätte für etwas mehr Abwechslung gesorgt und zu den wenigen Songs, die man nicht sofort ins Lehrbuch für grandiosen Alternativ-Rock übernehmen würde, zähle ich beispielsweise "Casanova, baby!", aber auch in diesem Falle rede ich keinesfalls von einem schlechten Lied. Doch angesichts der Hitdichte wäre es ja geradezu beängstigend, wenn jedes Lied auf dem gleichen Niveau wäre. Andererseits würde das Album auch einen oder zwei Totalausfälle verkraften, denn ihnen gegenüber stünden insbesondere mit "The '59 sound", "Old white lincoln", "Meet my by the river's edge" (mein Favorit der Platte) und "The backseat" Songs, die schlicht und ergreifend zu den Knallern dieser Dekade zählen. Lange her, dass mich so ein relativ simples Werk dermaßen packend konnte. So gar Uni-Seminare müssen ausfallen, um Zeit für dieses Album zu haben.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20